(19)
(11) EP 0 341 212 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.11.1989  Patentblatt  1989/45

(21) Anmeldenummer: 89810331.2

(22) Anmeldetag:  01.05.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4G03F 7/12, B41C 1/14, G03F 7/26
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 03.05.1988 CH 1658/88

(71) Anmelder: TYPOFOT AG
CH-5610 Wohlen (CH)

(72) Erfinder:
  • Bühlmann, Mario
    CH-8957 Spreitenbach (CH)

(74) Vertreter: Breiter, Heinz 
Patentanwälte Breiter + Wiedmer AG Postfach 366
8413 Neftenbach-Zürich
8413 Neftenbach-Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Beaufschlagen einer Siebdruckform mit einem Medium


    (57) Die Siebdruckform (40) wird in einer verschliessbaren Kabi­ne (10) mit einem Medium beaufschlagt. Die Schablonenrahmen (16) sind etwa vertikal gehaltert.
    Wenigstens je eine zweidimensional verschiebbare Düse be­aufschlagt das auf den Schablonenrahmen (16) gespannte Ge­webe und/oder die aufgebrachte Schablone ein- oder beidsei­tig in konstantem Abstand mit dem Medium. Die Düse/n führt/führen programmiert gesteuerte Bewegungen aus. Jede Düse ist an je eine Speiseleitung angeschlossen, welche mit einer durch einen PC programmiert steuerbaren Dosiervor­richtung versehen ist.
    Das Format des Schablonenrahmens (16) wird zur Begrenzung der zweidimensionalen Bewegung der Düse/n innerhalb des Rahmens abgetastet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Beauf­schlagen einer Siebdruckform mit einem Medium, in einer verschliessbaren Kabine, mit etwa vertikal gehalterten Schablonenrahmen, wobei verschiebbar angeordnete Düsen einer automatisch arbeitenden, explosionsgesicherten Anlage das Gewebe und/oder die aufgebrachte Schablone besprühen. Weiter bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

    [0002] Der Siebdruck, eines der ältesten Druckverfahren, ist eine Durchdrucktechnik, bei welcher Farbe durch eine Druckform auf das zu bedruckende Material aufgetragen wird. Beim Siebdruck besteht die Druckform aus einem Rahmen mit einem aufgespannten Gewebe, das teilweise durch eine den Farb­durchtritt verhindernde Schablone abgedeckt ist.

    [0003] Die Farbe wird durch Ausstreichen der Farbe mit Hilfe einer Rakel auf das zu bedruckende Material übertragen. Der Gewe­beabdruck verschwindet mit dem Abheben der Druckform, weil die Druckfarbe zu einer ebenen Farbschicht zusammenläuft.

    [0004] Siebdruckgewebe bestehen aus Kunststoff-, Metall- oder Na­turfasern, beispielsweise aus Seide, einem Polyamid, einem Polyester, einem metallisierten Polyester, einem Polyester­/Karbon-Polyamid, rostfreiem Stahl oder Phosphorbronze. Ein Siebdruckgewebe kann grobmaschig sein, mit etwa 12 Fäden pro cm², oder feinmaschig, mit etwa 200 Fäden pro cm².

    [0005] Der Siebdruck erfordert nur geringe Investitionen, es ist insbesondere für kleine und mittlere Auflagen geeignet. Für Kleinstauflagen ist noch heute manueller Druck auf einzelne Platten üblich. Die höheren Arbeitskosten werden durch einen geringen Ausschuss ausgeglichen. Moderne Anlagen ar­beiten automatisch, es werden Platten oder Rollen als zu bedruckendes Material eingesetzt.

    [0006] Es eignen sich praktisch alle Materialien zum Bedrucken mittels Siebdrucks. Neben den am meisten verwendeten Werk­stoffen Papier, Karton, Kunststoff und Textilien können auch Holz, Metall, Glas oder keramische Materialien be­druckt werden. Dabei werden dünne, aber auch mit anderen Druckverfahren nicht mögliche, dicke Schichten aufgetragen.

    [0007] Vor dem Aufbringen der Schablone muss das Gewebe der Druck­form entfettet werden. Dies erfolgt mit üblichen, material­spezifischen Lösungsmitteln. Heute erfolgt die Herstellung von Schablonen vorzugsweise mit fotomechanischen Techni­ken. Eine homogene fotopolymerisierbare Schicht wird auf das entfettete Gewebe aufgezogen. Diese Schicht besteht beispielsweise aus einer Emulsion auf der Basis von Gelati­ne, Polyvinylalkohol oder Polyvinylalkohol/Polyvinylacetat, die durch Hinzufügen von Ammoniumdichromat, Kaliumdichromat oder Diazoniumsalzen lichtempfindlich gemacht werden kann. Auf diese Schicht wird eine montierte Maske aufgelegt. Nach dem Belichten und Aushärten kann die unbelichtete, und da­her weichgebliebene fotopolymerisierbare Schicht ausgewa­schen werden, die harten Teile bleiben. Durch die ausgewa­schenen Teile des Gewebes kann beim Siebdruck die Farbe mittels einer manuellen oder automatischen Rakel hindurch­gedrückt werden. Für die Erzeugung von Halbtönen werden Ra­ster-Kopiervorlagen bekannter Bauart zur Herstellung ent­sprechender Schablonen verwendet.

    [0008] Die für den Siebdruck verwendeten Farben richten sich ins­besondere nach dem zu bedruckenden Material. Die Farben müssen gute Verarbeitungseigenschaften, wie z.B. Mischbar­keit, Druckbarkeit und Fliessbarkeit, sowie gute Gebrauchs­eigenschaften wie z.B Lichtechtheit, Reibfestigkeit und Waschechtheit, aufweisen. Weiter darf eine Farbe die Ma­schen des Siebdruckgewebes nicht verstopfen, die Farb­schicht muss gleichmässig trocknen und gut am bedruckten Material haften. Bei industriellen Siebdruckverfahren er­folgt das Trocknen in einem Durchlaufofen.

    [0009] In der Siebdrucktechnik sind zwei Reinigungsverfahren des Gewebes der Druckformen von Bedeutung:
    - Reinigung von Farbresten. Bei grösseren Auflagen muss die Druckform von Zeit zu Zeit mit organischen Lösungs­bzw. Verdünnungsmitteln gereinigt werden. Dazu werden beispielsweise Terpentinersatz, Aceton, Aetanol, Buta­nol, Toluol und Benzylalkohol verwendet.
    - Entfernen der Schablone. Nach Beendigung der Druckserie wird das Gewebe entschichtet. Dabei wird vorerst eine Chemikalie, z.B. des Filmlieferanten, auf die Schablone aufgebracht und deren Material aufgeweicht. Die aufge­weichte Schicht wird mit Wasser abgesprüht, wobei hohe Drücke angewendet werden.

    [0010] Für eine einwandfreie Druckqualität ist nach beiden Reini­gungsverfahren ein absolut sauberes Gewebe notwendig. Bei industriellen Herstellungsverfahren erfolgt das Reinigen mit einer durch eine verschliessbare Kabine abgedeckten Vorrichtung. Dabei werden nicht nur giftige oder ätzende Substanzen kontrolliert, die Vorrichtung und die Kabine können auch explosionsgesichert ausgelegt werden.

    [0011] Bei Vorrichtungen bekannter Bauart werden die Druckformen für den Siebdruck einzeln etwa vertikal in eine Kabine ge­stellt und mit einer eindimensional bewegbaren Düsenleiste einseitig besprüht. Bei verbesserten bekannten Ausführungs­formen können bei kleineren Schablonenrahmen die ausserhalb des Rahmens liegenden Düsen der eindimensional bewegbaren Leiste zwecks Reduzierung des Medienverbrauchs geschlossen werden.

    [0012] Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zum Beauf­schlagen einer Siebdruckform mit einem Medium zu schaffen, welche den Verbrauch von Lösungsmitteln, Chemikalien, Was­ser und Druckluft gegenüber bekannten Anlagen ohne Lei­stungseinbusse erheblich vermindern, einen niedrigen elek­trischen Anschlusswert haben und explosionsgesichert sind. Die Anlage soll selbständig, problemlos und geruchfrei ar­beiten und von jeder Person bedient werden können.

    [0013] In bezug auf das Verfahren wird die Aufgabe erfindungsge­mäss dadurch gelöst, dass wenigstens je eine zweidimensio­nal verschiebbare Düse das auf den Schablonenrahmen ge­spannte Gewebe und/oder die aufgebrachte Schablone ein- oder beidseitig in konstantem Abstand mit dem Medium beauf­schlagt, welche Düse/n programmiert gesteuerte Bewegungen ausführt/ausführen, wobei das Format des Schablonenrahmens zur Begrenzung der zweidimensionalen Bewegung der Düse/n innerhalb des Rahmens abgetastet wird.

    [0014] Bevorzugt erfolgt das Beaufschlagen des Gewebes und/oder der aufgebrachten Schablone durch das Medium beidseitig. Die das Gewebe und/oder die aufgebrachte Schablone beidsei­tig besprühenden Düsen sind zweckmässig spiegelsymetrisch parallel geschaltet, das Besprühen erfolgt gleichzeitig an der gleichen Stelle von links und von rechts.

    [0015] Da die Schablonenrahmen in der Regel plan ausgeführt sind, werden die Düsen vorzugsweise auf zwei beidseits parallel zur Ebene des Schablonenrahmens verlaufenden Ebenen zweidi­mensional verschoben.

    [0016] Die zweckmässig auf einem bzw. zwei beidseits des Gewebes liegenden Düsenschlitten angeordnete/n Düse/n werden nach von einem Computer, vorzugsweise einem PC (Personal Compu­ter), je nach Arbeitsschritt gesteuerten Bewegungsabläufen verschoben. Für jedes Medium ist auf einem Düsenschlitten eine Düse oder eine Gruppe von Düsen vorgesehen, welche von einer Zufuhrleitung gespeist wird/werden. Der PC steuert nicht nur die zweidimensionale Bewegung der Düse, einge­schlossen deren Verschiebungsgeschwindigkeit, sondern auch, welches Medium wie lange in welcher Menge und mit welchem Druck zugeführt wird. Mit der Zuführung des Mediums wird immer nur eine Düse bzw. Düsengruppe betätigt. Die Düse/n wird/werden also medienspezifisch gespeist.

    [0017] Da, wie bereits erwähnt, in der Praxis meist plane Schablo­nenrahmen verwendet werden, die in etwa vertikaler Lage be­sprüht werden, führt/führen die Düse/n zweckmässig vertika­le und horizontale, programmiert gesteuerte Bewegungen aus. Vorzugsweise erfolgen die vertikalen und horizontalen Bewegungen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Die Sequenzen von horizontalen und vertikalen Bewegungen, Wie­derholungen von Einzelbewegungen oder ganzen Arbeitsabläu­fen mit mehreren Bewegungen sind frei programmierbar, nach Massgabe des eingesetzten Mediums, der Beschaffenheit und Dicke der Schablone oder Farbschicht usw.

    [0018] Häufig angewendete Arbeitsabläufe sind das Entwickeln von Schablonen, das Entschichten von Schablonen und das Entfet­ten von Geweben einerseits sowie das Waschen zur Entfernung von Farbresten andrerseits. In der industriellen Praxis werden zwei verschiedene Anlagen eingesetzt, da einerseits in Wasser gelöste, emulgierte oder dispergierte Chemika­lien, und andrerseits organische Lösungsmittel verwendet werden. Im einzelnen werden folgende Arbeitsabläufe bevor­zugt:
    Zum Entwickeln von Schablonen werden beidseits die Düse/n bzw. Düsengruppen mit Frischwasser eingeschaltet.

    [0019] Zum Entschichten von Schablonen werden nacheinander beid­seits die folgenden fünf Düsen bzw. Düsengruppen einge­schaltet:
    - Frischwasser
    - Entfetten mit ersten wässrigen Chemikalien
    - Aufweichen mit zweiten, wässrigen Chemikalien
    - Entschichten mit Hochdruck-Wasser, bis 110 bar
    - Ausblasen mit Druckluft.

    [0020] Zum Entfetten von Geweben werden nacheinander beidseits die folgenden drei Düsen bzw. Düsengruppen eingeschaltet:
    - Frischwasser
    - Entfetten mit ersten Chemikalien
    - Ausblasen mit Druckluft.

    [0021] Bei allen Arbeitsgängen in dieser Anlage wird vorzugsweise beidseits aus mit je einer Düse gearbeitet.

    [0022] Zum Auswaschen von Farbresten, in einer andern Anlage, wer­den nacheinander beidseits die folgenden drei Düsen bzw. Düsengruppen eingeschaltet:
    - Vorwaschen mit einem ersten organischen Lösungsmittel
    - Spülen mit einem zweiten organischen Lösungsmittel
    - Ausblasen mit Druckluft.

    [0023] Beim Vorwaschen wird vorzugsweise beidseits mit drei Düsen, beim Spülen beidseits mit einer Düse und beim Ausblasen auf einer Seite mit drei, auf der andern Seite mit einer Düse gearbeitet.

    [0024] Die eingeschaltete/n Düse/n kann/können in vertikaler und horizontaler Richtung mit unterschiedlicher Geschwindigkeit verschoben werden, wobei die schnellere Bewegung über die ganze Rahmenlänge bzw. -breite, die langsamere Bewegung nur schrittweise über einen Teil von erfolgt.

    [0025] Die Vorrichtung zur Beaufschlagung einer Siebdruckform mit einem Medium, unter Anwendung des obenstehend beschriebenen Verfahrens, zeichnet sich dadurch aus, dass
    - eine Rahmenauflageschiene zum Einschieben eines Schablo­nenenrahens in eine gasdicht verschliessbare Kabine eingebaut ist,
    - ein- oder beidseitig einer eingeschobenen Siebdruckform wenigstens je eine Düse pro Medium auf einem mit ersten Mitteln entlang eines Düsenstockes verschiebbaren Düsen­schlitten angeordnet ist,
    - der/die Düsenstock/Düsenstöcke mit zweiten Mitteln senk­recht zu seiner/ihrer Längsrichtung und parallel zur Ebene des Schablonenrahmens verschiebbar ist/sind,
    -der/die Düsenschlitten dritte Mittel zum Abtasten des Schablonenrahmens hat/haben,
    - die ersten, zweiten und dritten Mittel zur Programmier­ten Steuerung mit einem Computer verbunden sind, und
    - die Düsen/n an je eine Speiseleitung angeschlossen ist/ sind, welche mit einer durch den Computer programmiert steuerbaren Dosiervorrichtung versehen ist.

    [0026] Eine bevorzugte Vorrichtung zum wahlweisen Entwickeln, Ent­schichten oder Entfetten hat beidseits der eingeschobenen Siebdruckform einen Düsenschlitten mit je fünf Gruppen von Düsen. Jede Gruppe umfasst wenigstens eine Düse und wird Gleichzeitig und gemeinsam mit dem entsprechenden Medium gespeist. Die erste Gruppe von Düsen dient dem Beaufschla­gen mit Frischwasser, die zweite Gruppe dem Beaufschlagen mit ersten in Wasser gelösten, emulgierten oder dispergier­ten Chemikalien zum Entfetten, die dritte Gruppe dem Beauf­schlagen mit zweiten in Wasser gelösten, emulgierten oder dispergierten Chemikalien zum Aufweichen, die vierte Gruppe dem Beaufschlagen mit Hochdruckwasser zum Entschichten, mit einem Druck bis 110 bar, und die fünfte Gruppe dem Beauf­ schlagen mit Druckluft zum Ausblasen. Die programmierte Steuerung erlaubt die Einschaltung einzelner Gruppen von Düsen oder beliebiger Kombinationen von Gruppen von Düsen. Vorzugsweise beinhaltet der Düsenschlitten nur fünf Düsen, also je eine pro Gruppe. So werden beispielsweise zum Ent­wickeln von Schablonen lediglich die Düsen für das Frisch­wasser eingeschaltet, für das Entschichten alle fünf Düsen nacheinander und für das Entfetten die Düsen für das Frischwasser, die ersten Chemikalien und die Druckluft.

    [0027] Eine andere Vorrichtung, bevorzugt zum automatischen Auswa­schen von Farbresten eingesetzt, hat beidseits der einge­schobenen Siebdruckform einen Düsenschlitten mit je drei Gruppen von Düsen. Jede Gruppe umfasst wenigstens eine Dü­se. Die erste Gruppe von Düsen dient dem Beaufschlagen mit einem ersten organischen Lösungsmittel zum Vorwaschen, die zweite Gruppe dem Beaufschlagen mit einem zweiten organi­schen Lösungsmittel zum Spülen und die dritte Gruppe dem Beaufschlagen mit Druckluft zum Ausblasen. Eine Gruppe von Düsen oder beliebige Kombinationen von Gruppen von Düsen sind programmiert gesteuert einschaltbar. Die erste Gruppe umfasst bevorzugt drei Düsen, die zweite Gruppe eine Düse und die dritte Gruppe auf einer Seite drei Düsen und auf der andern Seite eine Düse.

    [0028] Obwohl im Prinzip eine Vorrichtung sowohl mit Chemikalien in wässriger Phase als auch mit organischen Lösungsmitteln arbeiten könnte, wird dies aus wirtschaftlichen, arbeits­platzhygienischen und Sicherheitsgründen nicht getan. Die Anlage müsste jedesmal gereinigt und gegebenenfalls mit an­deren Zusatzgeräten ausgestattet werden, wenn von organi­schen Lösungsmitteln auf Chemikalien oder umgekehrt gewech­selt würde. Es ist deshalb angezeigt, mit zwei Vorrichtun­gen zu arbeiten, wenn mit organischen Lösungsmitteln und Chemikalien in wässriger Phase gearbeitet wird.

    [0029] Die ersten Mittel, welche den Düsenschlitten auf einem Dü­ senstock hin- und herbewegen, sind vorzugsweise stirnseitig mit dem Düsenschlitten verbundene Ketten, die von einem Getriebemotor bewegt werden. Diese über die ganze Breite bzw. Länge des Schablonenrahmens führende Bewegung kann je­doch auch mit bekannten pneumatischen, hydraulischen oder magnetischen Einrichtungen erzeugt werden.

    [0030] Die zweiten Mittel für das Verschieben eines Düsenstocks sind vorzugsweise zwei in dessen stirnseitigem Bereich an­greifende Spindeln, welche motorisch angetrieben werden. Der Düsenstock ist vorzugsweise U-förmig ausgebildet, wobei auf jedem Schenkel ein Düsenschlitten hin- und herbewegt wird. Als Alternative zu den Spindeln bietet sich bei­spielsweise ein Schrittmotor an.

    [0031] Die dritten Mittel zur Begrenzung der Bewegungen des Düsen­schlittens innerhalb des Schablonenrahmens sind vorzugswei­se Initiatoren, insbesondere Näherungsinitiatoren. Andere Einrichtungen, wie beispielsweise übliche Endschalter, eig­nen sich wegen des korrosiven Milieus weniger.

    [0032] Die Vorrichtungen zum Entwickeln, Entschichten und Entfet­ten, welche in wässriger Phase arbeiten, sind zweckmässig mit einer Rückgewinnungsanlage für die Chemikalien ausgerü­stet; die Vorrichtungen zum Waschen von Farbrückständen ar­beiten mit einem Kreislauf für organische Lösungsmittel.

    [0033] Das Einschieben der Siebdruckformen wird insbesondere im automatisierten Betrieb erleichtert, wenn die Rahmenaufla­geschiene eine tiefliegende Rollenbahn aufweist.

    [0034] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren und einer zu dessen Durchführung geeigneten Vorrichtung werden auch den höch­sten Anforderungen bezüglich Umweltschutz, Arbeitsplatzhy­giene und Sichterheit in optimaler Weise Genüge getan. Der Chemikalienverbrauch ist minimal, es werden gereinigte Ab­wässer in die Kanalisation abgelassen, organische Lösungs­ mittel arbeiten im Kreislauf, die gasdicht arbeitende Anla­ge lässt keine giftigen oder ätzenden Dämpfe entweichen. Dennoch erfüllen Verfahren und Vorrichtung auch die Erfor­dernisse eines wirtschaftlichen Betriebs.

    [0035] Die Erfindung wir anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen schema­tisch:

    - Fig. 1 eine Teilansicht eines Waschautomaten zum Ent­fernen von Farbresten,

    - Fig. 2 den Ablauf eines Vorwaschzyklus, zur Farbent­fernung,

    - Fig. 3 den Ablauf eines an das Vorwaschen anschlies­senden Spülzyklus',

    - Fig. 4 einen Schnitt durch eine Siebdruckform,

    - Fig. 5 einen Schnitt durch eine Siebdruckform mit einer Schablone, und

    - Fig. 6 einen Schnitt durch eine Siebdruckvorrichtung.



    [0036] Die Kabine 10 einer Waschvorrichtung für Farbreste ist gas­dicht verschliessbar. Zwei Spindeln 12, welche synchron mo­torisch antreibbar sind, wirken auf einen Düsenstock 14 ein. Durch Drehen der Spindeln 12 wird dieser gehoben oder gesenkt, bis nicht dargestellte Näherungsinitiatoren den oberen oder unteren Schablonenrahmen 16 abtasten und - je nach Steuerprogramm - das Anhalten der Spindeln 12 oder de­ren Drehen in umgekehrten Sinn auslösen.

    [0037] Der Düsenstock 14 ist - von oben betrachtet - U-förmig aus­gebildet, auf jedem Schenkel ist ein Düsenschlitten 18 hin­und herschiebbar. Erreicht der Düsenschlitten 18 den einen vertikalen Schablonenrahmen 16, lösen nicht dargestellte Näherungsinitiatoren das Anhalten des Düsenschlittens 18 oder das Umkehren der Bewegung aus, je nach Steuerpro­gramm. Die Hin- und Herbewegung des Düsenschlittens 18 ist mit Pfeilen 20 charakterisiert. Die linke Umkehrposition ist gestrichelt gezeichnet; andere Positionen auf anderen Hubhöhen durch Verschieben des Düsenstock 14 in Richtung der Pfeile 22 sind ebenfalls gestrichelt eingezeichnet.

    [0038] Der Schablonenrahmen 16 wird zwischen die beiden Schenkel des U-förmigen Düsenstocks 14 geschoben etwa vertikal gehaltert.

    [0039] Das Waschen von Farbresten mit einem organischen Lösungs­mittel ist in bezug auf die Bewegungsabläufe in Fig. 2 dar­gestellt. Vorerst fahren die Spindeln 12 den Düsenstock 14 hoch, was mit Pfeil 24 angedeutet ist. Sobald die Initiato­ren, den oberen Schablonenrahmen 16 abtasten, halten die Spindeln 12 an, der Düsenschlitten 18 fährt mehrmals über die ganze Breite der Siebdruckform; jeweils beim Abtasten des linken und des rechten Schablonenrahmens 16 erfolgt eine Umkehr der Bewegungsrichtung. Dies wird mit fünf hori­zontalen Pfeilen 26 dargstellt. Die auf dem Düsenschlitten 18 angeordnete/n Düse/n (nicht dargestellet) beaufschlagen das Gewebe und/oder die Schablone mit organischem Lösungs­mittel welches nach unten abläuft.

    [0040] Anschliessend senken die Spindeln 12 den Düsenstock 14 je­weils ein Stück ab, mit den Pfeilen 28 dargestellt. Nach dem partiellen Absenken läuft der Düsenschlitten 18 jeweils einmal über die ganze Breite der Siebdruckform.

    [0041] Beim Erreichen des unteren Schablonenrahmens 16 läuft der Düsenschlitten 18 ohne weitere Absenkung hin und her, dann wird die Drehrichtung der Spindeln 12 geändert, nach jedem Durchlauf des Düsenschlittens wird der Düsenstock partiell angehoben, wie mit den Pfeilen 29 angedeutet.

    [0042] Dieser Arbeitszyklus "Vorwaschen" mit einem ersten organi­schen Lösungsmittel erfolgt mit einem Aufsprühdruck von 4,5 bar. Bei einem Rahmenformat von 660 x 920 mm dauert der Zy­klus, je nach Einstellung eines Potentiometers, 95 bis 125 sec.

    [0043] Nach einer Abtropfzeit von 60 sec beginnt das in Fig. 3 dargestellte "Spülen" mit einem zweiten organischen Lö­sungsmittel, das mit einem Druck von 0,4 - 0,5 bar aufge­sprüht wird.

    [0044] Zu Beginn des Spülens wird der Düsenschltten 18 auf glei­chem Niveau des Düsenstocks dreimal hin- und hergefahren, wiederum mit Pfeilen 26 angedeutet. Dann wird der Düsen­stock 14 partiell abgesenkt, mit den Pfeilen 28 darge­stellt. Mit dem oben erwähnten Rahmenformat dauert das Spü­len, wiederum abhängig von der Stellung eines Potentiome­ters, 45 bis 60 sec.

    [0045] Nach dem Spülen lässt man die gereinigte Siebdruckform wäh­rend 60 sec abtropfen.

    [0046] Bei stärkeren Farbverschmutzungen werden die Arbeitszyklen "Vorwaschen" und "Spülen" ein- oder mehrmals wiederholt.

    [0047] Fig. 4 zeigt ein auf einen Schablonenrahmen 16 aufgezogenes Gewebe 50 aus Kunststoffäden. Das Gewebe ist entfettet und zum Beschichten mit der Schablone bereit. Diese Schablone 32 wird in der Siebdruckform 40 von Fig. 5 dargestellt. Beim in Fig. 6 dargestellten Siebdruck kann Farbe 44 durch die Gewebezwischenräume 34 auf das zu bedruckende Material 36 durchtreten. Dieses liegt auf einer Druckbasis 38. Die Siebdruckform 40 liegt auf einer Rahmenauflage 42, welche ihrerseits durch die Druckbasis 38 abgestützt wird. Die Farbe 44 wird mittels einer Rakel 46 ausgestrichen, sie durchdringt das Gewebe und haftet als Farbschicht 48 auf dem zu bedruckenden Material 36.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Beaufschlagen einer Siebdruckform (40) mit einem Medium, in einer verschliessbaren Kabine (10), mit etwa vertikal gehaltertem Schablonenrahmen (16), wobei verschiebbar angeordnete Düsen einer automatisch arbei­tenden, explosionsgesicherten Anlage das Gewebe (50) und/oder die aufgebrachte Schablone (32) besprühen,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    wenigstens je eine zweidimensional verschiebbare Düse das auf den Schablonenrahmen (16) gespannte Gewebe (50) und/oder die aufgebrachte Schablone (32) ein- oder beid­seitig in konstantem Abstand mit dem Medium beauf­schlagt, welche Düse/n programmiert gesteuerte Bewegun­gen ausführt/ausführen, wobei das Format des Schablonen­rahmens (16) zur Begrenzung der zweidimensionalen Bewe­gung der Düse/n innerhalb des Rahmens abgetastet wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweidimensionale Bewegung der Düse/n und deren Ver­schiebungsgeschwindigkeit, das einzelne oder gruppenwei­se Einschalten von Düsen sowie das Material, die Konzen­tration, Menge, Sprühdauer und der Druck des Mediums von einem Computer, vorzugsweise einem PC, gesteuert werden.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich­net, dass die Düse/n vertikal und/oder horizontal, vor­zugsweise vertikal oder horizontal, parallel zum Schab­lonenrahmen (16) verschoben wird/werden.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die eingeschaltete/n Düse/n in vertikaler und horizonta­ler Richtung mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ver­schoben wird/werden, wobei die schnellere Bewegung über die ganze Rahmenlänge bzw. -breite, die langsamere Bewe­gung nur schrittweise über einen Teil davon erfolgt.
     
    5. Vorrichtung zum Beaufschlagen einer Siebdruckform (40) mit einem Medium nach einem der Ansprüche 1 - 4,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    - eine Rahmenauflageschiene zum Einschieben eines Schab­lonenrahmens (16) in eine gasdicht verschliessbare Ka­bine (10) eingebaut ist,
    - ein- oder beidseits einer eingeschobenen Siebdruckform (40) wenigstens je eine Düse pro Medium auf einem mit ersten Mitteln entlang eines Düsenstockes (14) ver­schiebbaren Düsenschlitten (18) angeordnet ist,
    - der/die Düsenstock/Düsenstöcke (14) mit zweiten Mit­teln senkrecht zu seiner/ihrer Längsrichtung und pa­rallel zur Ebene des Schablonenrahmens (16) verschieb­bar ist/sind,
    - der/die Düsenschlitten (18) dritte Mittel zum Abtasten des Schablonenrahmens (16) hat/haben,
    - die ersten, zweiten und dritten Mittel zur program­mierten Steuerung mit einem Computer verbunden sind, und
    - die Düse/n an je eine Speiseleitung angeschlossen ist/ sind, welche mit einer durch den Computer programmiert steuerbaren Dosiervorrichtung versehen ist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5 zum automatischen Entwik­keln, Entschichten oder Entfetten, dadurch gekennzeich­net, dass beidseits der eingeschobenen Siebdruckform (40) ein Düsenschlitten (18) von je fünf Gruppen von Dü­sen, mit wenigstens einer Düse pro Gruppe, angeordnet ist, wobei die erste Gruppe von Düsen dem Beaufschlagen mit Frischwasser, die zweite Gruppe von Düsen dem Beauf­schlagen mit ersten in Wasser gelösten, emulgierten oder dispergierten Chemikalien zum Entfetten, die dritte Gruppe von Düsen dem Beaufschlagen mit zweiten in Wasser gelösten, emulgierten oder dispergierten Chemikalien zum Aufweichen, die vierte Gruppe von Düsen dem Beaufschla­gen mit Hochdruckwasser zum Entschichten, die fünfte Gruppe von Düsen dem Beaufschlagen mit Druckluft zum Ausblasen dient, und einzelne Gruppen von Düsen oder be­liebige Kombinationen von Gruppen von Düsen programmiert gesteuert einschaltbar sind.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 5 zum automatischen Auswaschen von Farbresten, dadurch gekennzeichnet, dass beidseits der eingeschobenen Siebdruckform (40) ein Düsenschlitten (18) von je drei Gruppen von Düsen, mit wenigstens je einer Düse pro Gruppe, angeordnet ist, wobei die erste Gruppe von Düsen dem Beaufschlagen mit einem ersten or­ganischen Lösungsmittel zum Vorwaschen, die zweite Grup­pe von Düsen dem Beaufschlagen mit einem zweiten organi­schen Lösungsmittel zum Spülen, die dritte Gruppe von Düsen dem Beaufschlagen mit Druckluft zum Ausblasen dient, und einzelne Gruppen von Düsen oder beliebige Kombinationen von Gruppen von Düsen programmiert gesteu­ert einschaltbar sind.
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 7, dadurch ge­kennzeichnet, dass die ersten Mittel mit dem Düsen­schlitten (18) stirnseitig verbundene Ketten mit einem Getriebemotor, die zweiten Mittel zwei den vorzugsweise U-förmig ausgebildeten Düsenstock (14) im Endbereich führende, motorisch angetriebene Spindeln (12) und die dritten Mittel Näherungsinitiatoren sind.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 8, dadurch ge­kennzeichnet, dass sie mit einem Kreislauf für organi­sche Lösungsmittel oder mit einer Rückgewinnungsanlage für wasserlösliche, in Wasser emulgierbare und in Wasser dispergierbare Chemikalien ausgerüstet ist.
     
    10.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 - 9, dadurch ge­kennzeichnet, dass die Rahmenauflageschiene eine tief­liegende Rollenbahn aufweist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht