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EP 0 341 234 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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16.06.1993 Patentblatt 1993/24 |
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Anmeldetag: 30.03.1989 |
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Verfahren zum Beschriften heisser Stahlblöcke
Process for marking hot steel ingots
Procédé pour marquer des blocs d'acier chaud
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT DE FR GB IT |
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Priorität: |
13.04.1988 AT 953/88
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.11.1989 Patentblatt 1989/45 |
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Patentinhaber: Stangl, Kurt, Dipl.-Ing. |
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A-4844 Regau Nr. 106 (AT) |
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Erfinder: |
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- Stangl, Kurt, Dipl.-Ing.
A-4844 Regau Nr. 106 (AT)
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Vertreter: Hübscher, Gerhard, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte Dipl.-Ing. Gerhard Hübscher
Dipl.-Ing. Helmut Hübscher
Dipl.-Ing. Heiner Hübscher
Spittelwiese 7 4020 Linz 4020 Linz (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
FR-A- 2 130 209 GB-A- 2 028 874
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FR-A- 2 308 999 JP-B-40 008 019
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, Band 7, Nr. 191 (C-182)[1336], 20 August1983; & JP-A-58
93 866
- JOURNAL OF THE IRON AND STEEL INSTITUTE, Band 206, Nr. 3, März 1968, Seiten 252-259,
London, GB; P.J.BARHAM: "In-process identification marking of rolled steel products"
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Beschriften heißer Stahlblöcke,
auf die ein eine Beeinträchtigung der gewünschten Stahleigenschaften ausschließender,
metallischer Werkstoff durch ein Flammspritzen punkt- oder linienförmig aufgebracht
wird.
[0002] Zur Kennzeichnung von Stahlblöcken sollen diese unmittelbar nach ihrer Herstellung,
beispielsweise im Anschluß an eine Stranggießanlage, beschriftet werden, wobei sich
aufgrund der hohen Oberflächentemperatur der zu beschriftenden Stahlblöcke von durchschnittlich
800° C erhebliche Schwierigkeiten ergeben. Farben, die zu diesem Zweck punktförmig
auf die Blockoberfläche aufgespritzt werden könnten, haben nämlich eine Temperaturbeständigkeit
lediglich bis in den Bereich dieser Oberflächentemperatur, wozu noch kommt, daß die
zum Aufspritzen eingesetzten Farbdüsen bei den auftretenden Temperaturbelastungen
zum Verlegen neigen, was die Betriebssicherheit erheblich vermindert.
[0003] Um diese Nachteile zu vermeiden, wurde bereits vorgeschlagen, an Stelle von Farbe
einen metallischen Werkstoff durch ein Flammspritzen punkt- oder linienförmig auf
der heißen Blockoberfläche aufzutragen, und zwar durch ein Drahtspritzverfahren, bei
dem das als Draht zugeführte Metall in Spritzpistolen geschmolzen und durch Druckluft
zerstäubt auf die zu beschriftenden Stahlblöcke aufgespritzt wird. Für das Beschriften
von kalten oder nicht zu heißen Stahloberflächen hat sich zwar das Flammspritzen eines
Aluminiumdrahtes bewährt, doch bleibt der Einsatz eines Aluminiumdrahtes zum Beschriften
von Stahlblöcken auf Oberflächentemperaturen unter ca. 600° C beschränkt, weil mit
höheren Oberflächentemperaturen das Aluminium auf der Blockoberfläche zerfließt und
deutliche Verluste durch ein Verdampfen des Aluminiums auftreten.
[0004] Obwohl durch hochschmelzende metallische Werkstoffe, beispielsweise Nickel- oder
Titandraht, die Temperaturbeständigkeit verbessert werden könnte, verbietet sich der
Einsatz solcher Werkstoffe im allgemeinen, weil sich die Farben der entstehenden Oxide
dieser Werkstoffe kaum von der Farbe des durch den Zunder auf der Blockoberfläche
befindlichen Eisenoxids unterscheiden und daher die Lesbarkeit einer solchen Beschriftung
verloren geht. Der Versuch, diesen Nachteilen durch das Flammspritzen von Bronze-
oder Messingdrähten zu begegnen, die ein dauerhafteres Beschriften von Stahlblöcken
auch mit größeren Oberflächentemperaturen zulassen, scheiterte jedoch in der Praxis
deshalb, weil das in diesen Legierungen enthaltene Kupfer die Rotbruchanfälligkeit
des Stahles erheblich erhöht, was beim nachträglichen Verarbeiten der Stahlblöcke
durch ein Walzen oder Schmieden zu Oberflächenrissen führen kann.
[0005] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu vermeiden und ein
Verfahren der eingangs geschilderten Art mit einfachen Mitteln so zu verbessern, daß
die Stahlblöcke auch mit vergleichsweise hohen Oberflächentemperaturen dauerhaft und
gut lesbar beschriftet werden können.
[0006] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß als metallischer Werkstoff
ein eine maximale Korngröße von höchstens 0,075 mm aufweisendes Nickel- oder Eisenpulver
eingesetzt wird, das zugleich mit einem höchstens 10 Gew. % des Metallpulvers ausmachenden
Zirkoniumoxid- oder Aluminiumoxidpulver mit einer maximalen Korngröße von höchsten
0,075 mm durch ein Flammspritzen aufgebracht wird.
[0007] Durch die Anwendung eines an sich bekannten Pulverspritzverfahrens zum Beschriften
heißer Stahlblöcke wird zunächst der Vorteil erzielt, daß die zum Einsatz gelangenden
Werkstoffe nicht eine verformbare Legierung bilden müssen, wie dies bei Drähten der
Fall ist, so daß auch Oxide mit einer sich vom Eisenoxid abhebenden Farbe verwendet
werden können. Durch den Einsatz eines bei den vorgegebenen Temperaturen beständigen
Zirkonium- oder Aluminiumoxid mit einer zum Eisenoxid konstrastierenden Farbe kann
somit der punkt- oder linienförmig aufgespritzte metallische Werkstoff dauerhaft sichtbar
eingefärbt werden, so daß sonst für diesen Zweck nicht geeignetes Nickel oder Eisen
verwendet werden kann, dessen Schmelzpunkt deutlich über der durchschnittlichen Oberflächentemperatur
der Stahlblöcke liegt. Es muß allerdings für eine ausreichende Haftverbindung zwischen
dem aufgespritzten metallischen Werkstoff und dem Zirkonium- bzw. Aluminiumoxid gesorgt
werden, was besondere Maßnahmen verlangt. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß
bei einem Auftragen durch ein Flammspritzen nur dann die angestrebte Haftung zwischen
den unterschiedlichen Bestandteilen des aufgespritzten Beschriftungswerkstoffes erreicht
werden kann, wenn diese Werkstoffe in Pulverform mit einer maximalen Korngröße von
höchstens 0,075 mm der Spritzpistole zugeführt werden und der maximale Anteil des
Zirkonium- bzw. Aluminiumoxids auf höchsten 10 Gew. % des metallischen Anteiles beschränkt
wird. Offensichtlich ist eine in bezug auf das Volumen sehr große Oberfläche der Pulver
erforderlich, um über die beim Flammspritzen angeschmolzenen Oberflächenbereiche der
Zirkoniumoxid- bzw. Aluminiumoxidteilchen eine dauerhafte Verbindung mit den ebenfalls
angeschmolzenen Metallpulverteilchen sicherzustellen. Trotz dieser Maßnahme bleibt
die Möglichkeit, Zirkoniumoxid bzw. Aluminiumoxid in die Matrix des aufgespritzten
Metallpulvers einzubauen, begrenzt, was durch die Beschränkung des mit dem Metallpulver
verspritzbaren Anteils an Zirkoniumoxid- bzw. Aluminiumoxidpulvers berücksichtigt
werden muß.
[0008] Als Nickelpulver werden handelsübliche Nickelpulver mit einem Gehalt an reinem Nickel
von zumindest 98 Gew. % eingesetzt. Handelsübliche Eisenpulver weisen einen Reineisengehalt
von beispielsweise 95 Gew. % auf. Handelsübliche Zirkoniumoxidpulver haben einen Gewichtsanteil
von mindestens 65 % ZrO₂, Rest CaO, während bei im Handel erhältlichen Aluminiumoxidpulvern
mit einem Gewichtsanteil von 95 % an Al₂O₃ gerechnet werden kann. Diese handelsüblichen
Pulver können in dem angegebenen Gewichtsverhältnis zur Beschriftung von Stahlblöcken
vorteilhaft eingesetzt werden, indem sie mit Hilfe von Sauerstoff in einer Spritzpistole
durch eine Acetylenflamme geblasen werden. Der Sauerstoff wird dabei der Spritzpistole
mit einem Druck von üblicherweise 1,5 bar zugeführt. Das der Spritzpistole zugeleitete
Acetylengas weist einen Druck von ca. 0,5 bar auf. Der Abstand der Mündung der Spritzpistole
von der zu beschriftenden Oberfläche der Stahlblöcke ist wenigstens entsprechend der
um eine Wegstrecke von 10 mm vergrößerten Länge der aus der Spritzpistole austretenden
Acetylen-Sauerstoffflamme zu wählen. Die über die Flammenlänge hinausreichende Wegstrecke
dürfte zur Berücksichtigung des zeitlichen Verlaufes des Anschmelzens der Teilchenoberflächen
erforderlich sein. Wird diese Wegstrecke zwischen dem Flammenende und der Stahlblockoberfläche
zwischen 10 und 20 mm gehalten, so werden vorteilhafte Verhältnisse nicht nur hinsichtlich
der Haftwirkung, sondern auch hinsichtlich der Strichstärke der Beschriftung sichergestellt.
Obwohl sich ein Flammspritzen mit Hilfe einer Acetylenflamme besonders anbietet, könnte
an Stelle einer Gasflamme zum Anschmelzen der Pulverteilchen auch ein Lichtbogen Verwendung
finden, da die Art der Flammenbildung für den angestrebten Effekt eine untergeordnete
Rolle spielt, wie es auch unerheblich ist, ob die einzelnen Pulveranteile jeweils
gesondert der Spritzpistole zugeführt oder vor ihrer Zufuhr zusammengemischt werden.
[0009] Um besonders vorteilhafte Bedingungen hinsichtlich der Anteilsverhältnisse der einzelnen
Pulver sicherzustellen, soll der Anteil des zugleich mit dem Metallpulver aufgespritzten
Pulvers aus Zirkoniumoxid oder Aluminiumoxid höchstens 5 Gew. % des Metallpulvers
ausmachen. In der Praxis hat sich beispielsweise ein Gewichtsanteil von 97 % an handelsüblichem
Nickelpulver und 3 % an handelsüblichem Zirkonoxidpulver als für die meisten Anwendungsfälle
günstiges Verhältnis herausgestellt.
[0010] Dem Nickel- oder Eisenpulver kann zusätzlich ein Anteil von höchstens 2 Gew. % an
einem Aluminiumpulver zugemischt werden, um das Anhaften der Beschriftung an der Oberfläche
des Stahlblockes zu verbessern. Das niedrig schmelzende Aluminiumpulver bringt nämlich
eine Haftvermittlungswirkung mit sich. In diesem Zusammenhang ist außerdem zu berücksichtigen,
daß ein Teil des Aluminiums bei Oberflächentemperaturen von ca. 800° C verbrennt und
die dabei entstehende Wärme ein vorteilhaftes Festsintern des hochschmelzenden Metallpulvers
an der Oberfläche des Stahlblockes unterstützt.
1. Verfahren zum Beschriften heißer Stahlblöcke, auf die ein eine Beeinträchtigung der
gewünschten Stahleigenschaften ausschließender, metallischer Werkstoff durch ein Flammspritzen
punkt- oder linienförmig aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß als metallischer
Werkstoff ein eine maximale Korngröße von höchstens 0,075 mm aufweisendes Nickel-
oder Eisenpulver eingesetzt wird, das zugleich mit einem höchstens 10 Gew. % des Metallpulvers
ausmachenden Zirkoniumoxid- oder Aluminiumoxidpulver mit einer maximalen Korngröße
von höchstens 0,075 mm durch ein Flammspritzen aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil des zugleich mit
dem Metallpulver aufgespritzten Pulvers aus Zirkoniumoxid oder Aluminiumoxid höchstens
5 Gew. % des Metallpulvers ausmacht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Nickel- bzw. Eisenpulver
ein Anteil von höchstens 2 Gew. % Aluminiumpulver zugemischt wird.
1. A method of lettering hot steel ingots on which a metal material preventing impairment
of the desired steel properties is applied in dot or line form by flame spraying,
characterised in that the metal material is a nickel or iron powder having a maximum
particle size not exceeding 0.075 mm, and applied by flame spraying together with
a zirconium oxide or aluminium oxide powder making up not more than 10% by weight
of the metal powder and having a maximum particle size not exceeding 0.075 mm.
2. A method according to claim 1, characterised in that the proportion of the zirconium
oxide or aluminium oxide powder sprayed together with the metal powder makes up not
more than 5% by weight of the metal powder.
3. A method according to claim 1 or 2, characterised in that a proportion not exceeding
2% by weight of aluminium powder is mixed in with the nickel or iron powder.
1. Procédé pour marquer des lingots d'acier chauds sur lesquels une matière métallique
excluant toute détérioration des propriétés désirées de l'acier est appliquée, par
projection à la flamme, sous forme ponctuelle ou linéaire, caractérisé par le fait
qu'on utilise comme matière métallique une poudre de nickel ou de fer possédant une
dimension maximale de grain de 0,075 mm au plus, qui est déposée par projection à
la flamme, en même temps qu'une poudre d'oxyde de zircomium ou d'oxyde d'aluminium
représentant au plus 10 % en poids de la poudre métallique, et d'une dimension maximale
de grain de 0,075 mm au plus.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la proportion de la
poudre d'oxyde de zirconium ou d'oxyde d'aluminium qui est projetée en même temps
que la poudre métallique représente au plus 5 % en poids de la poudre métallique.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait qu'une proportion de
2 % en poids au plus de poudre d'aluminium est ajoutée en mélange à la poudre de nickel
ou de fer.