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EP 0 341 236 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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24.06.1992 Patentblatt 1992/26 |
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Anmeldetag: 05.05.1989 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: A63C 5/056 |
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Verfahren zum Herstellen eines Laufflächenbauteils für Skier sowie Ski mit einem nach
diesem Verfahren hergestellten Laufflächenbauteil
Process for manufacturing a sole member for a ski, and ski with a sole member manufactured
by this process
Procédé de fabrication d'une semelle pour skis et ski avec une semelle ainsi fabriquée
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE FR LI SE |
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Priorität: |
05.05.1988 AT 1184/88
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.11.1989 Patentblatt 1989/45 |
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Patentinhaber: ISOSPORT VERBUNDBAUTEILE Ges.m.b.H. |
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A-7000 Eisenstadt (AT) |
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Erfinder: |
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- Schamesberger, Robert
A-7000 Eisenstadt (AT)
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Vertreter: Stampfer, Heinz |
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c/o Isovolta Österreichische Isolierstoffwerke Aktiengesellschaft 2355 Wiener Neudorf 2355 Wiener Neudorf (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
CH-A- 477 888 DE-A- 1 704 857
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CH-A- 559 556
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Laufflächenbauteils für
Skier, welcher einen Laufflächenbelag aufweist, der durch Extrusion eines band- oder
plattenförmigen Materials, das zumindest überwiegend aus Polyäthylen besteht, erzeugt
wird. Sie betrifft ferner einen Ski, der einen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Laufflächenbauteil enthält.
[0002] Im Skibau wird seit einigen Jahren als Material für Laufflächenbeläge fast ausschließlich
Polyäthylen verwendet. Der Grund hierfür liegt in dem apolaren Charakter des Polyäthylens
und den damit verbundenen sehr guten Gleiteigenschaften am Schnee, seiner Wachsaufnahmefähigkeit
sowie in seiner hohen Verschleißfestigkeit. Am besten haben sich dabei Laufflächenbeläge
aus einem hochmolekularen Polyäthylen bewährt, wobei man zu ihrer Herstellung das
Polyäthylenpulver zu dichten Blöcken heiß sintert, aus denen dann die Laufflächenbeläge
durch einen Schälvorgang gewonnen werden. Diese Art der Herstellung hat nun aber als
semikontinuierliches Verfahren einige Nachteile, insbesondere den einer beträchtlichen
Abfallmenge an gesintertem Material, das nur schwer wiederverwertet werden kann. Die
Herstellung von Laufflächenbauteilen, welche die so hergestellten Laufflächenbeläge
enthalten, erfolgt auf konventionelle Weise durch miteinander Verkleben der einzelnen
Bauteilkomponenten.
[0003] Der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen 1 bis 6 gekennzeichnet ist, liegt nun zunächst
die Aufgabe zugrunde, ein kontinuierliches Verfahren zum Herstellen eines Laufflächenbauteils
mit einem Laufflächenbelag aus hochmolekularen Polyäthylen anzugeben, bei dem - unter
Beibehaltung der guten Eigenschaften des Laufflächenbelages - die vorstehend genannten
Nachteile der bekannten Verfahren vermieden werden.
[0004] Gegenstand der Erfindung ist schließlich ein Ski, der einen durch das erfindungsgemäße
Verfahren hergestellten Laufflächenbauteil aufweist.
[0005] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Figuren und Beispielen näher erläutert.
[0006] Zur Herstellung eines Laufflächenbauteils wird zunächst ein Laufflächenbelag auf
Basis eines hochmolekularen Polyäthylens mit einer mittleren Molmasse (Gewichtsmittel)
von 5. 10⁶ erzeugt. Für die Verarbeitung von Polyäthylenen einer so hohen Molmasse
bedient man sich vorzugsweise eines sogenannten Ram-Extrusionsverfahrens. Dieses Verfahren
wurde in den letzten Jahren zur Verarbeitung von ultrahochmolekularen Thermoplasten
entwickelt, die wegen ihrer hohen Molmassen nicht mehr plastifizierbar sind und sich
daher durch eine übliche Schmelzextrusion nicht mehr verarbeiten lassen. Bei diesem
Ram-Extrusionsverfahren wird der zu extrudierende Strang quasi kontinuierlich gesintert.
[0007] Zur Vorbereitung der zu extrudierenden Masse werden 95 Gew. % Polyäthylenpulver mit
5 Gew. % eines Gleitmittels auf Basis von Fettsäureamid, wie es z. B. von der Firma
Hoechst unter der Bezeichnung Hostalob FA3 zu beziehen ist, in einem Schnellmischer
gemischt, wobei sich das Gleitmittel an den Polyäthylen-Pulverpartikeln anlagert und
dadurch in der Polyäthylenmasse gleichmäßig verteilt ist. Aus diesem Gemisch wird
nun mit dem genannten Ram-Extrusionsverfahren ein bandförmiges Material einer Dicke
von 1 ,4 mm extrudiert. Innerhalb der Ram-Extrusionsvorrichtung durchläuft das zu
extrudierende Material eine Zone hohen Druckes, was bewirkt, daß das in der zu extrudierenden
Masse enthaltene Gleitmittel weiterhin gleichmäßig verteilt bleibt.
[0008] Fig. 1 zeigt nun in einer schematischen Darstellung eine Vorrichtung zur Herstellung
eines Laufflächenbauteil-Materials als Endlosstrang. Sie umfaßt im wesentlichen einen
Ram-Extruder, von welchem in der Figur nur die Düse 1 angedeutet ist, einen Dreiwalzenkalander
mit den Kalanderwalzen 2, 3 und 4 sowie eine Vorratsrolle 5 für das anzulaminierende
Material.
[0009] Bei der Herstellung des Laufflächenbauteil-Materials wird das aus dem Polyäthylen-Gleitmittelgemisch
extrudierte Band 6 noch im warmen Zustand von der Düse 1 abgezogen und durchläuft
anschließend den Spalt zwischen den Kalanderwalzen 2 und 3, die auf Temperaturen von
80 bzw. 110°C gehalten werden. Ein bandförmiges Polyestervlies 7 mit einem Flächengewicht
von 40 g/m², z. B. einer Art, wie es von der Firma Firet unter der Bezeichnung Type
3699 LL geliefert wird, und das an einer (in der Figur mit 8 bezeichneten) Seite mit
einem dekorativen Aufdruck versehen ist, wird von der Vorratsrolle 5 abgezogen und
- an der unteren Kalanderwalze 2 anliegend - in dem Spalt zwischen den Kalanderwalzen
2 und 3 mit dem extrudierten Band 6 vereinigt und dabei in seine Oberfläche etwas
hineingedrückt.
[0010] Die so vereinigten Bänder, die über etwa dem halben Umfang der Kalanderwalze 3 ablaufen
und sich dabei weiter erwärmen, werden nun über die Kalanderwalze 4, die auf einer
Temperatur von 100° C gehalten wird, geführt, an der das Polyestervlies 7 weiter erwärmt
und in die Oberfläche des extrudierten Bandes 6 noch weiter hineingedrückt wird. Von
der Kalanderwalze wird der so gebildete Verbund in Richtung des Pfeiles 9 abgezogen
und wird nach Abkühlung als fertiges Endlos-Laufflächenbauteilmaterial aufgerollt.
[0011] Fig. 2 zeigt dieses Laufflächenbauteilmaterial im Schnitt. Die Dicke des Bandes 6
ist mit a bezeichnet. Man erkennt das Polyestervlies 7, das in die Oberfläche des
Bandes 6 etwas hineingedrückt ist.
[0012] Der vorstehend beschriebene Laufflächenbauteil, dessen Herstellung besonders einfach
ist, hat eine Reihe von Vorteilen. Zunächst ist er bei 8 mit einem Dekor versehen,
das durch das durchscheinende Laufflächenbelagmaterial des Bandes 6 zu erkennen ist.
Das im Laufflächenbelagmaterial des Bandes 6 enthaltene hydrophobierende Gleitmittel
vermindert die Festkörperreibung Ski - Schnee. Wegen des Gleitmittelzusatzes wäre
eine direkte Verklebung des Laufflächenbelagmaterials des Bandes 6 mit den anderen
Skibauteilen bei der Skiherstellung nur schwer zu realisieren; das anlaminierte an
seiner freien Oberflächenseite gut zu verklebende Polyestervlies 7 schafft hier Abhilfe.
[0013] Anstatt eines Polyestervlieses kann gemäß einer anderen Verfahrensvariante als anzulaminierendes
Material auch eine dekorativ bedruckte Folie aus thermoplastischem Material eingesetzt
werden. Eine solche Folie ist z. B. eine durch eine übliche Schmelzextrusion hergestellte
Folie aus Polyäthylen, das eine mittlere Molmasse (Gewichtsmittel) kleiner als 5.
10⁵ aufweist. Nach dem Anlaminieren wird die Verklebbarkeit der freien Folien-Oberfläche
vorzugsweise noch durch eine Beflammung verbessert.
1. Verfahren zum Herstellen eines Laufflächenbauteiles für Skier, welcher einen Laufflächenbelag
aufweist, der durch Extrusion eines band- oder plattenförmigen Materials, das zumindest
überwiegend aus Polyäthylen besteht, erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das
eingesetzte Polyäthylen eine mittlere Molmasse (Gewichtsmittel) im Bereich zwischen
5. 10⁵ und 8. 10⁶ aufweist und daß an eine Oberflächenseite des band- oder plattenförmigen
Materials - noch vor dessen Abkühlung - bei oder nach erfolgter Extrusion ein zumindest
überwiegend aus Kunststoff bestehendes flächiges Material anlaminiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zumindest überwiegend
aus Polyäthylen bestehende zu extrudierende Masse mit niedermolekularen Zusätzen,
wie Ölen, Paraffinen, Gleitmitteln, Hydrophobierungsmitteln und dgl. gemischt zur
Extrusion eingesetzt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das anzulaminierende
flächige Material an der Seite, an der es mit dem Polyäthylen-Laufflächenmaterial
verbunden werden soll, mit einer dekorativen Schicht, vorzugsweise einem Aufdruck
versehen ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das anzulaminierende
flächige Material aus einem thermoplastischen Kunststoff besteht.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als flächiges Material eine
Folie, die zumindest überwiegend aus Polyäthylen mit einer mittleren Molmasse (Gewichtsmittel)
kleiner als 5. 10⁵ besteht, eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das anzulaminierende
flächige Material aus einem Faservlies vorzugsweise einem Polyesterfaservlies besteht.
7. Ski, dadurch gekennzeichnet, daß er einen gemäß einem Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 6 hergestellten Laufflächenbauteil enthält.
1. Procédé pour fabriquer un composant pour semelle de skis, qui comportent une couche
de semelle, qui est réalisée par extrusion d'un matériau en forme de bande ou de plaque
se composant au moins principalement de polyéthylène, caractérisé en ce que le polyéthylène
appliqué présente une masse molaire moyenne (poids moyen) compris entre 5.10⁵ et 8.10⁶
et, en ce qu'un matériau mince se composant au moins principalement de matière plastique
est colaminé sur une face de surface du matériau en forme de bande ou de laque -avant
le refroidissement de celui-ci- au cours de l'extrusion ou après la réalisation de
l'extrusion.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on ajoute au cours de l'extrusion
en mélange à la masse à extruder se composant au moins principalement de polyéthylène,
des additives à faible poids moléculaire tels que des huiles, des paraffines, des
agents lubrifiants, des agents hydrophobes et similaires.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le matériau
mince colaminé sur la face à laquelle il doit être relié, avec le matériau de semelle
en polyéthylène, est muni d'une couche décorative, de préférence réalisée par impression.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, le matériau
mince colaminé est constitué d'une matière synthétique thermoplastique.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'on applique comme matériau
mince une feuille qui se compose au moins principalement de polyéthylène présentant
une masse molaire moyenne (poids moyen) inférieure à 5.10⁻⁵.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le matériau
mince colaminé se compose d'un non tissé de fibres, de référence d'un non tissé de
fibres polyester.
7. Ski caractérisé en ce qu'il comporte un composant de semelle fabriqué conformément
à un procédé selon l'une des revendications 1 à 6.
1. Process for manufacturing a running surface construction part for skis showing
a running surface coating, which is produced by extrusion of a material in the form
of a band or plate, consisting substantially of polyethylene, characterized in that
the used polyethylene has a medium molecular mass (medium weight) in the range between
5.10⁵ and 8.10⁶ and that on the one surface side of the band or plate shaped material
- before the cooling of said material - during or after effected extrusion a mainly
of plastic consisting flat material is laminated.
2. Process according to claim 1, characterized in that for the extrusion the mass
to be extruded and consisting at least substantially of polyethylene is mixed with
low molecular addititives such as oils, paraffins, lubricants, hydrophobic means and
the like.
3. Process according to one of claims 1 and 2, characterized in that the plane material
to be laminated is provided with a decorative layer, preferably a print, on that side
which should be connected with the polyethylene running surface material.
4. Process according to one of claims 1 to 3, characterized in that the flat material
to be laminated consists of a thermoplastic synthetic material.
5. Process according to claim 4, characterized in that as flat material a foil is
used consisting at least substantially of polyethylene with a low molecular mass (medium
weight) smaller than 5.10⁵.
6. Process according to one of claims 1 to 4, characterized in that the flat material
to be laminated consists of non-woven fibres, preferably non-woven polyester fibres.
7. Ski, characterized in that it contains a running surface construction part manufactured
according to one of claims 1 to 6.
