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(11) |
EP 0 343 450 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.04.1992 Patentblatt 1992/17 |
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Anmeldetag: 12.05.1989 |
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Stuhl, insbesondere Arbeits- oder Bürostuhl
Chair, in particular a work or office chair
Chaise, notamment chaise de travail ou de bureau
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
26.05.1988 DE 3817761
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.11.1989 Patentblatt 1989/48 |
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Patentinhaber: R O E D E R GMBH |
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D-6000 Frankfurt 60 (DE) |
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Erfinder: |
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- Kratz, Günter
D-7311 Hochdorf (DE)
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Vertreter: Vogel, Georg |
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Pat.-Ing. Georg Vogel
Hermann-Essig-Strasse 35 71701 Schwieberdingen 71701 Schwieberdingen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 063 860 DE-A- 3 322 450
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EP-A- 0 179 357 DE-U- 8 616 836
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Stuhl, insbesondere Arbeits- oder Bürostuhl, mit einem
im vorderen Bereich um eine horizontale Schwenkachse schwenkbaren und in der Neigung
veränderbaren Sitz und einem in Abhängigkeit von der Neigungsänderung des Sitzes mittels
einer Verstelleinrichtung zwangsweise in der Neigung überproportional veränderbaren
Rückenlehne, bei dem mit zunehmender Neigung des Sitzes die Rückenlehne gegenüber
dem zugekehrten Ende des Sitzes eine zusätzliche Relativbewegung nach unten ausführt,
bei dem an zur Vorderseite gerichteten Tragarmen des Stuhlgestelles Schwenkhebel angelenkt
sind, deren freie Enden fest und unverdrehbar an der Rückenlehne angebracht sind und
diese tragen, bei dem der Sitz an diesen Schwenkhebeln drehbar gelagert ist und sich
im vorderen Bereich über mindestens einen Mitführhebel gelenkig an dem Stuhlgestell
abstützt und bei dem die als Armlehnen oder Armstützen ausgebildeten Schwenkhebel
zu beiden Seiten des Sitzes angeordnet sind.
[0002] Ein derartiger Stuhl ist aus dem DE-U-86 16 836 bekannt. Die bekannten Stühle dieser
Art bieten einen ausgezeichneten Sitzkomfort, da sie einerseits in der Ausgangs- oder
Arbeitsstellung dank der praktisch senkrechten Stellung der Rückenlehne ein eindeutiges
Abstützen des Rückens des Benützers erbringen, andererseits aber nach dem Rückwärtsneigen
der Rückenlehne ein entspanntess Sitzen ermöglichen. Beim Rückwärtsneigen der Rückenlehne
macht der Oberkörper des Benutzers nicht einfach eine Schwenkbewegung, sondern es
ergibt sich eine aus verschiedenen Bewegungskomponenten überlagerte Bewegung. Da die
Rückenlehne beim Rückwärtsneigen eine zusätzliche Abwärtsbewegung in Richtung zum
Sitz ausführt, wird eine Relativbewegung zwischen dem Rücken des Benutzers und der
Rückenlehne vermieden oder zumindest auf eine nicht mehr bemerkbaren Wert reduziert.
[0003] Da bei diesen bekannten Stühlen die Schwenkhebel im hinteren Bereich des Sitzes drehbar
gelagert sind und die Schwenkhebel an der zentrischen Säule des Stuhlgestelles drehbar
gelagert sind, liegen die Schwenkhebel zum größten Teil unterhalb des Sitzes und können
nicht direkt als Armlehne oder Armstütze ausgebildet werden. Außerdem bringt der Mitführhebel
in der gezeigten Anordnung beim Rückwärtsneigen des Rückenlehnenträgers kein Absinken
der Vorderkante des Sitzes.
[0004] Wie die EP-A-0 085 670 , die EP-A-0 176 816 und die DE-A-29 16 897 zeigen, kann diese
Kompensation der Relativbewegung zwischen dem Körper des Benützers und der Rückenlehne
an verschiedenartigen Stühlen auf konstruktiv unterschiedliche Arten gelöst werden.
Der Stuhl kann als Synchronstuhl ausgebildet sein, bei dem ein Abwärtsneigen des den
Sitz tragenden Sitzträgers zwangsweise ein Rückwärtsneigen des Rückenlehnenstabes
mit größerem Neigungswinkel bewirkt. Der Sitzträger mit dem Sitz kann auch an dem
Lagerbock ausziehbar geführt sein. Wie diese bekannten Stühle zeigen, ist zur Kompensation
der Relativbewegung zwischen dem Körper des Benützers und der Rückenlehne, die beim
Verändern der Neigung des Rückenlehnenstabes auftritt, stets eine aufwendige und komplizierte
Verstelleinrichtung erforderlich, die nicht immer störungsfrei und betriebssicher
arbeitet.
[0005] Dabei sind zum einen mehrgliedrige Hebelketten eingesetzt, wie die EP 0 176 816 A1
zeigt, oder zum anderen Übersetzungshebelpaare und Mitnehmerbögen wie die EP 0 085
870 A1 zeigt. In jedem Falle sind viele Teile für die Verstelleinrichtung erforderlich.
Dasselbe gilt auch für einen Stuhl nach der DE 29 16 897 A1, bei der mit dem Herausziehen
des Sitzes die Rückenlehne am Rückenlehnenstab in Richtung zum Sitz hin verschoben
wird.
[0006] Ein weiterer Nachteil dieser bekannten Stühle besteht darin, daß die Schwenk- oder
Drehlager der Verstelleinrichtung teilweise eine zusätzliche Verstellbewegung der
gelenkig miteinander verbundenen Teile zulassen müssen. Der Aufbau dieser Lager ist
daher meist kompliziert und nicht absolut betriebssicher.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Stuhl der eingangs erwähnten Art zu schaffen,
der allein mit den Schwenkhebeln und dem Mitführhebel die Relativbewegung von Sitz
und Rückenlehnenträger ermöglicht, dabei aber lediglich in der Verstelleinrichtung
Drehgelenke erfordert und gleichzeitig Armlehnen oder Armstützen schafft.
[0008] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Schwenkhebel zwischen
der Anlenkachse an den Tragarmen und der festen Verbindungsstelle an der Rückenlehne
nach unten ragende Lagerlaschen tragen, an denen der Sitz mit seinem mittleren Bereich
drehbar gelagert ist.
[0009] Durch diese Anlenkung der Schwenkhebel mit den Lagerlaschen werden die Schwenkhebel
zum überwiegenden Teil über dem Sitz liegen und können selbst die Funktion von Armlehnen
oder Armstützen übernehmen. Mit dem Mitführhebel wird gleichzeitig ein Absenken der
Sitzvorderkante erreicht, was gerade den Sitzkomfort bei zurückgeneigtem Rückenlehnenträger
und vergrößerter Neigung des Sitzes verbessert. Die Schwenkhebel und der bzw. die
Mitführhebel erfordern nur robuste Drehgelenke, die betriebssicher arbeiten.
[0010] Um die Schwenkhebel praktisch über die gesamte Sitztiefe als Armlehnen oder Armstützen
ausnützen zu können, sieht eine weitere Ausgestaltung vor, daß die Schwenkhebel im
Bereich der Anlenkachse nach unten abgewinkelt sind und annähernd parallel zu den
Lagerlaschen für den Sitz verlaufen.
[0011] Um einen ausreichenden Schwenkbereich für die Mitführhebel zu erhalten, sieht eine
Ausgestaltung vor, daß die Drehachse des bzw. der Mitführhebel an den Tragarmen dem
vorderen Ende des Sitzes zugekehrt vor der Anlenkachse der Schwenkhebel angeordnet
ist.
[0012] Aus ästhetischen Gesichtspunkten kann zudem vorgesehen sein, daß das untere Ende
der Rückenlehne über ein Längenausgleichsglied mit dem hinteren Bereich des Sitzes
verbunden ist. Rückenlehne und Sitz bilden dann optisch eine Einheit.
[0013] Der formschöne Übergang von dem Sitz zur Rückenlehne wird dabei dadurch noch verbessert,
daß der Sitz am hinteren Ende eine nach oben gerichtete Verlängerung aufweist, die
über das Längenausgleichsglied vorzugsweise formschlüssig mit dem unteren Ende der
Rückenlehne verbunden ist.
[0014] Ist das Längenausgleichsglied aus zwei teleskopierbaren Teilen gebildet, dann sind
die beiden Teile mit dem Sitz und der Rückenlehne verbunden und mittels eines Faltenbalges
abgedeckt. Eine tragende Funktion braucht das Längenausgleichsglied nicht zu übernehmen,
es deckt nur den sich ändernden Abstand zwischen dem hinteren Bereich des Sitzes und
dem unteren Ende der Rückenlehne ab.
[0015] Das elastisch ausgebildete Längenausgleichsglied kann jedoch auch selbst als Faltenbalg
ausgebildet sein.
[0016] Die Drehlagerung des Sitzes an den Schwenkhebeln ist nach der Erfindung so gelöst,
daß die Schwenkhebel zwischen der Anlenkachse an den Tragarmen und der festen Verbindungsstelle
an der Rückenlehne nach unten ragende Lagerlaschen tragen, an denen der Sitz drehbar
gelagert ist. Dabei kann der Sitz ebenfalls Lagerlaschen für die Lagerbolzen aufweisen
oder selbst die Lagerbolzen tragen.
[0017] Beim Absenken des Sitzes wird der Sitz in Richtung zur Rückenlehne verschoben, wenn
die Ausgestaltung so ist, daß die Anlenkachse der Schwenkhebel unterhalb der horizontalen
Schwenkachse des vorderen Bereiches des Sitzes angeordnet ist, und daß die Drehachse
des bzw. der Mitführhebel an den Tragarmen dem vorderen Ende des Sitzes zugekehrt
vor der Anlenkachse der Schwenkhebel angeordnet ist.
[0018] Die Erfindung wird anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 schematisch in Seitenansicht den Stuhl mit der Verstelleinrichtung in der Ausgangsstellung,
Fig. 2 in vergrößertem Maßstab die Verstelleinrichtung und den Stuhl gemäß einer Ausgestaltung
in derselben Seitenansicht und
Fig. 3 die andere Seitenansicht des Stuhles nach Fig. 2 bei abgesenktem Sitz und zurückgeneigter
Rückenlehne.
[0019] Die Fig. 1 zeigt schematisch, wie der Sitz 20 und die Rückenlehne 25 mit der Verstelleinrichtung
verbunden sind und welche Teile die Verstelleinrichtung umfaßt. Die Säule 10 des Stuhlgestelles
geht in zur Vorderseite des Stuhles gerichtete Tragarme 11 über. Am Ende der Tragarme
11 sind zu beiden Seiten des Sitzes 20 Schwenkhebel 13 angelenkt, wie die Anlenkachse
12 zeigt. Der Sitz 20 ist mit einem mittleren Bereich an Lagerlaschen 14 der Schwenkhebel
13 drehbar gelagert. Dabei kann der Sitz 20 Lagerlaschen 23 aufweisen, die die Lagerbolzen
für die Drehachse 15 aufnehmen. Die freien Enden der Schwenkhebel 13 sind als feste
unverdrehbare Verbindungsstelle 16 mit der Rückenlehne 25 verbunden. Der vordere Bereich
des Sitzes 20 trägt Lagerlaschen 22 für die horizontale Schwenkachse 19. An den Lagerlaschen
22 sind vorzugsweise auch zu beiden Seiten des Sitzes 20 die Mitführhebel 17 schwenkbar
gelagert, die sich über die Drehachsen 18 gelenkig an den Tragarmen 11 abstützen.
Die Drehachsen 18 der Mitführhebel 17 liegen dem vorderen Ende des Sitzes 20 zugekehrt
von der Anlenkachse 12 der Schwenkhebel 13. Das hintere Ende des Sitzes 20 geht in
die nach oben gerichtete Verlängerung 21 über, die über das Längenausgleichsglied
24 mit dem unteren Ende der Rückenlehne 25 in Verbindung steht. Dieses Längenausgleichsglied
24 hat keine tragende Funktion, es deckt lediglich den sich ändernden Abstand zwischen
der Verlängerung 21 des Sitzes 20 und dem unteren Ende der Rückenlehne 25 formschön
ab.
[0020] Wird der Sitz 20 in Richtung 26 nach unten verstellt, dann werden die Schwenkhebel
13 in Richtung 27 mit verstellt. Dabei wird der Schwenkwinkel der Schwenkhebel 13
vergrößert, bedingt durch den Abstand der Drehachsen 15 von den Anlenkachsen 12. Die
Mitführhebel 17 führen eine gleichgerichtete Schwenkbewegung aus, so daß der Sitz
20 neben einer Absenkung im vorderen Bereich auch noch eine Verschiebung in Richtung
zur Rückenlehne 25 erfährt. Die Rückenlehne 25 führt die Neigungsbewegung 28 aus,
die größer ist als die Neigungsbewegung des Sitzes 20. Da die Verbindungsstelle 16
starr ist, wird die Rückenlehne 25 zwangsweise in Richtung 29 verstellt. Das Längenausgleichsglied
24 läßt diese Bewegung zu. Damit wird erreicht, daß mit zunehmender Neigung der Rückenlehne
25 eine Absenkbewegung 29 der Rückenlehne 25 in Richtung zum Sitz 20 ausgeführt wird.
Das Längenausgleichsglied 24 übernimmt die Anpassung des sich ändernden Abstandes
zwischen dem unteren Ende der Rückenlehne 25 und der Verlängerung 21 des Sitzes 20.
[0021] Fig. 2 zeigt in vergrößertem Maßstab ein Ausführungsbeispiel eines Stuhles. Zu beiden
Seiten des Sitzes 20 ist ein Schwenkhebel 13 und ein Mitführhebel 17 angeordnet. Von
der nicht dargestellten Säule des Stuhlgestelles gehen zwei Tragarme 11 aus, die sich
bis zum vorderen Bereich des Sitzes 20 erstrecken. Der Sitz 20 kann aus Sitzträger
und Sitzpolster zusammengesetzt sein. Die Schwenkhebel 13 gehen von der Anlenkachse
12 zunächst mit einem abgewinkelten Abschnitt nach oben und erstrecken sich dann geneigt
bis in den unteren Bereich der Rückenlehne 25, die ebenfalls aus einem Rückenlehnenträger
und einem Rückenlehnenpolster zusammengesetzt sein kann. Die Enden der Schwenkhebel
13 sind fest und unverdrehbar mit der Rückenlehne 25 verbunden, wie die Verbindungsstelle
16 zeigt. An den Schwenkhebeln 13 sind im vorderen Bereich nach unten gerichtete Lagerlaschen
14 angebracht, die annähernd parallel zu den abgewinkelten Endabschnitten der Schwenkhebel
13 verlaufen. An den Lagerlaschen 14 ist etwa der mittlere Bereich des Sitzes 20 drehbar
gelagert, wie die Drehachse 15 zeigt. Im vorderen Bereich des Sitzes 20 sind weitere
Lagerlaschen angebracht, an denen die Mitführhebel 17 um die horizontale Schwenkachse
19 schwenkbar gelagert sind. Die Mitführhebel 17 stützen sich über die Drehachsen
18 an den Tragarmen 11 gelenkig ab. Dabei liegt in der Ausgangsstellung die Schwenkachse
19 des Mitführhebels 17 und damit die horizontale Schwenkachse des Sitzes 20 über
der Anlenkachse 12 der Schwenkhebel 13. Die Drehachsen 18 der Mitführhebel 17 liegen
dem vorderen Ende des Sitzes 20 zugekehrt vor der Anlenkachse 12 der Schwenkhebel
13. Mit dem Abstand der Drehachsen 15 von den Anlenkachsen 12 wird das Maß der Vergrößerung
des Neigungswinkels der Rückenlehne 25 beim Absenken des Sitzes 20 festgelegt. Beim
Absenken des Sitzes 20 werden über die Lagerlaschen 14 die Schwenkhebel 13 in gleicher
Schwenkrichtung mit verstellt, wobei der Schwenkwinkel der Schwenkhebel 13 entsprechend
größer ist als der Schwenkwinkel des Sitzes 20.
[0022] Wie die Ansicht nach Fig. 3 zeigt, werden dabei die Mitführhebel 17 in Richtung zur
Rückenlehne 25 mit verschwenkt. Dies führt zum Absenken des vorderen Bereiches des
Sitzes 20, verbunden mit einer Verschiebung des Sitzes 20 in Richtung zur Rückenlehne
25, was den Sitzkomfort des Stuhles auch bei abgesenktem Sitz 20 verbessert. Die Rückenlehne
25 kann bis zu einer mit 25′ gekennzeichneten Endstellung verstellt werden, wobei
der Sitz 20 die in Fig. 3 gestrichelt eingezeichnete Endstellung einnimmt. Dabei ist
deutlich die Absenkung des vorderen Bereiches des Sitzes 20 zu erkennen.
[0023] Die Schwenkhebel 13 werden als Armlehnen oder Armstützen ausgebildet und können eine
Polsterung tragen. Dabei kann die Form über dem Sitz 20 frei gestaltet werden, wenn
die Drehlagerung des Sitzes 20 und die feste Anbringung der Rückenlehne 25 an den
Schwenkhebeln 13 sowie die Schwenklagerung der Schwenkhebel 13 an den Tragarmen 11
des Stuhlgestelles beibehalten werden. Die Dimensionierung der Mitführhebel 17 und
ihre Anlenkung an dem Sitz 20 und den Tragarmen 11 richtet sich nach dem Betrag der
gewünschten Absenkung des vorderen Bereiches des Sitzes 20 und dem Betrag der gewünschten
Verschiebung des Sitzes 20 in Richtung zur Rückenlehne 25.
[0024] Wie die Seitenansichten nach Fig. 2 und 3 erkennen lassen, ist die Anordnung der
Verstelleinrichtung aus Schwenkhebel 13 und Mitführhebel 17 auf beiden Seiten des
Sitzes 20 identisch.
[0025] Beim Absenken des Sitzes 20 wird die Rückenlehne 25 über die Schwenkhebel 13 gleichzeitig
auch nach unten verstellt, wobei der Abstand des unteren Endes der Rückenlehne 25
zum hinteren Ende des Sitzes 20 kleiner wird. Diese Abstandsänderung gleicht das Längenausgleichsglied
24 aus, das auf verschiedene Art aufgebaut sein kann. Zwei teleskopierbare Teile,
die an der Rückenlehne 25 und dem Sitz 20 befestigt und mittels eines Faltenbalges
abgedeckt sind, können den Ausgleich übernehmen. Denselben Zweck erfüllt ein elastisches
Teil, das selbst nach Art eines Faltenbalges ausgelegt und mit dem Sitz 20 und der
Rückenlehne 25 verbunden ist. Dabei läßt sich ein formschöner Übergang zwischen dem
Sitz 20 und der Rückenlehne 25 erreichen.
1. Stuhl, insbesondere Arbeits- oder Bürostuhl, mit einem im vorderen Bereich um eine
horizontale Schwenkachse schwenkbaren und in der Neigung veränderbaren Sitz und einem
in Abhängigkeit von der Neigungsänderung des Sitzes (20) mittels einer Verstelleinrichtung
zwangsweise in der Neigung überproportional veränderbaren Rückenlehne (25), bei dem
mit zunehmender Neigung des Sitzes (20) die Rückenlehne (25) gegenüber dem zugekehrten
Ende des Sitzes (20) eine zusätzliche Relativbewegung nach unten ausführt, bei dem
an zur Vorderseite gerichteten Tragarmen (11) des Stuhlgestelles Schwenkhebel (13)
angelenkt sind, deren freie Enden fest und unverdrehbar an der Rückenlehne (25) angebracht
sind und diese tragen, bei dem der Sitz (20) an diesen Schwenkhebeln (25) drehbar
gelagert ist und sich im vorderen Bereich über mindestens einen Mitführhebel (17)
gelenkig an dem Stuhlgestell abstützt und bei dem die als Armlehnen oder Armstützen
ausgebildeten Schwenkhebel (13) zu beiden Seiten des Sitzes (20) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkhebel (13) zwischen der Anlenkachse (12) an
den Tragarmen (11) und der festen Verbindungsstelle (16) an der Rückenlehne (25) nach
unten ragende Lagerlaschen (14) tragen, an denen der Sitz (20) mit seinem mittleren
Bereich drehbar gelagert ist.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkhebel (13) im Bereich
der Anlenkachse (12) nach unten abgewinkelt sind und annähernd parallel zu den Lagerlaschen
(14) für den Sitz (20) verlaufen.
3. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlenkachse (12)
der Schwenkhebel (13) unterhalb der horizontalen Schwenkachse (19) des vorderen Bereiches
des Sitzes (20) angeordnet ist.
4. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse
(18) des bzw. der Mitführhebel (17) an den Tragarmen (11) dem vorderen Ende des Sitzes
(20) zugekehrt vor der Anlenkachse (12) der Schwenkhebel (13) angeordnet ist.
5. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das untere
Ende der Rückenlehne (25) über ein Längenausgleichsglied (24) mit dem hinteren Bereich
des Sitzes (20) verbunden ist.
6. Stuhl nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitz (20) am hinteren Ende
eine nach oben gerichtete Verlängerung (21) aufweist, die über das Längenausgleichsglied
(24) vorzugsweise formschlüssig mit dem unteren Ende der Rückenlehne (25) verbunden
ist.
7. Stuhl nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Längenausgleichsglied (24)
zwei teleskopierbare Teile aufweist, die mit dem Sitz (20) und der Rückenlehne (25)
verbunden und mittels eines Faltenbalges abgedeckt sind.
8. Stuhl nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Längenausgleichsglied (24)
selbst elastisch ausgebildet ist und die Form eines Faltenbalges aufweist.
1. A chair, in particular a work or office chair, comprising a seat which is pivotable
in the front region about a horizontal pivot axis and which is variable in its inclination,
and a backrest (25) which is necessarily over-proportionally variable in inclination
by means of an adjusting device in dependence on the change in inclination of the
seat (20), wherein with increasing inclination of the seat (20) the backrest (25)
performs an additional relative movement downwardly with respect to the adjacent end
of the seat (20), wherein pivot levers (13) are pivotally mounted to support arms
(11) of the chair frame, which are directed towards the front side, the free ends
of which pivot levers (13) are fixedly and non-rotatably mounted to the backrest (25)
and carry same, wherein the seat (20) is rotatably mounted at said pivot levers (13)
and in the front region is supported pivotably on the seat frame by way of at least
one entrainment lever (17), and wherein the pivot levers (13) which are formed as
arm rests or arm supports are arranged at both sides of the seat (20), characterised
in that between the pivot mounting axis (12) to the support arms (11) and the fixed
connection (16) to the backrest (25) the pivot levers (13) carry downwardly projecting
mounting bars (14) at which the seat (20) is rotatably mounted with its middle region.
2. A chair according to claim 1 characterised in that the pivot levers (13) are angled
downwardly in the region of the pivot mounting axis (12) and extend approximately
parallel to the mounting bars (14) for the seat (20).
3. A chair according to claim 1 or claim 2 characterised in that the pivot mounting
axis (12) of the pivot levers (13) is arranged beneath the horizontal pivot axis (19)
of the front region of the seat (20).
4. A chair according to one of claims 1 to 3 characterised in that the axis of rotation
(18) of the entrainment lever or levers (17) is arranged on the support arms (11)
towards the front end of the seat (20) in front of the pivot mounting axis (12) of
the pivot levers (13).
5. A chair according to one of claims 1 to 4 characterised in that the lower end of
the backrest (25) is connected to the rear region of the seat (20) by way of a length
compensating member (24).
6. A chair according to claim 5 characterised in that at the rear end the seat (20)
has an upwardly directed extension (21) which is preferably positively connected by
way of the length compensating member (24) to the lower end of the backrest (25).
7. A chair according to claim 5 characterised in that the length compensating member
(24) comprises two telescopic members which are connected to the seat (20) and the
backrest (25) and are covered by means of a bellows member.
8. A chair according to claim 5 characterised in that the length compensating member
(24) is itself of an elastic nature and is in the form of a bellows member.
1. Chaise, notamment chaise de travail ou chaise de bureau, avec un siège susceptible
de pivoter, dans la région antérieure, autour d'un axe de pivotement horizontal et
pouvant présenter une inclinaison variable, et avec un dossier (25) à inclinaison
obligatoirement et plus que proportionnellement modifiée au moyen d'un dispositif
de commande en fonction de la modification d'inclinaison du siège (20), chaise dans
laquelle, au fur et à mesure qu'augmente l'inclinaison du siège (20), le dossier(25)
exécute, par rapport à l'extrémité qui lui est proche du siège (20), un mouvement
relatif supplémentaire vers le dessous, chaise dans laquelle sur des bras de support
(11) de la carcasse du siège, orientés vers la face antérieure, sont articulés des
leviers de pivotement (13) dont les extrémités libres sont fixés de manière rigide
et sans possibilité de rotation au dossier (25) et le supportent, chaise dans laquelle
le siège (20) est monté à rotation sur ces leviers de pivotement (13) et s'appuie
dans la région antérieure, par l'intermédiaire d'au moins un levier d'entraînement
(17) à articulation sur la carcasse de la chaise, et dans laquelle les leviers d'articulation
(13) ayant la forme d'accoudoirs ou d'appui-bras sont disposés de part et d'autre
du siège (20), caractérisée en ce que les leviers de pivotement (13) portent, entre
l'axe d'articulation (12) sur les bras de support (11) et le point de liaison fixe
(16) sur le dossier (25), des pattes de palier (14) orientées vers le dessous, pattes
sur lesquelles est monté à rotation le siège (20) par sa partie médiane.
2. Chaise suivant la revendication 1, caractérisée en ce que les leviers de pivotement
(13) sont, dans la région de l'axe d'articulation (12), coudés vers le dessous et
sont orientés sensiblement parallèlement aux pattes de palier (14) pour le siège (20).
3. Chaise suivant la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que l'axe d'articulation
(12) des leviers de pivotement (13) est disposé au-dessous de l'axe de pivotement
horizontal (19) de la zone antérieure du siège (20).
4. Siège suivant l'une quelconque des revendications de 1 à 3, caractérisée en ce
que l'axe de rotation (18) du ou des leviers d'entraînement (17) sur les bras de support
(11) est, en direction de l'extrémité antérieure du siège (20), disposé devant l'axe
d'articulation (12) des leviers de pivotement (13).
5. Chaise suivant l'une quelconque des revendications de 1 à 4, caractérisée en ce
que l'extrémité inférieure du dossier (25) est, par l'intermédiaire d'un élément de
compensation de longueur (24), reliée à la région arrière du siège (20).
6. Chaise suivant la revendication 5, caractérisée en ce que le siège (20) présente,
à l'extrémité postérieure, un prolongement (21) orienté vers le haut, prolongement
qui par l'intermédiaire de l'élément de compensation de longueur (24) est relié, de
préférence par similarité de forme, à l'extrémité inférieure du dossier (25).
7. Chaise suivant la revendication 5, caractérisée en ce que l'élément de compensation
de longueur (24) présente deux parties télescopiques, reliées au siège (20) et au
dossier (25), et protégées par un soufflet à plis.
8. Chaise suivant la revendication 5, caractérisée en ce que l'élément de compensation
de longueur (24) est en lui-même élastique et présente la forme d'un soufflet à plis.