(19)
(11) EP 0 343 559 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
31.03.1993  Patentblatt  1993/13

(21) Anmeldenummer: 89109164.7

(22) Anmeldetag:  22.05.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5C25D 3/02, C25D 3/38, C25D 3/12

(54)

Verwendung von 2-substituierten Ethansulfonverbindungen als galvanotechnische Hilfsstoffe

Use of 2-substituted ethane sulfone compounds as galvanic auxiliary agents

Utilisation de composés éthane sulfone substitués en position 2 comme agents auxiliaires galvaniques


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 25.05.1988 DE 3817722

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
29.11.1989  Patentblatt  1989/48

(73) Patentinhaber: Raschig Aktiengesellschaft
D-67061 Ludwigshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • Clauss, Wolfgang
    D-6730 Neustadt (DE)
  • Kurze, Werner
    D-6708 Neuhofen (DE)
  • Leifeld, Ferdinand
    D-6700 Ludwigshafen (DE)
  • Wasserberg, Willy
    D-6708 Neuhofen (DE)

(74) Vertreter: Leyh, Hans, Dr.-Ing. et al
Patentanwälte Dr.rer.nat. Thomas Berendt Dr.-Ing. Hans Leyh Dipl.-Ing. Hartmut Hering, Innere Wiener Strasse 20
81667 München
81667 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DD-A- 122 086
DE-A- 1 004 011
FR-A- 2 292 057
US-A- 2 830 014
DD-A- 159 268
FR-A- 2 160 737
GB-A- 2 159 539
US-A- 3 280 130
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung von 2-substituierten Ethansulfonverbindungen der allgemeinen Formel I

    und deren Alkali- oder Ammoniumsalze, wobei R3 einen C1-C4-Niederalkylrest darstellt und A

    1.) ein Pyridinium-Rest

    ist, dessen Substituenten R1 und R2 Wasserstoff oder einen C1-C3-Niederalkylrest bedeuten, oder R1 und R2 zusammen mit dem Pyridiniumrest einen kondensierten 6-gliedrigen aromatischen Ring bilden oder

    2.) ein Mercaptorest -S-R4 ist, in dem R4 Wasserstoff oder die Gruppe

    ist,


    als galvanotechnische Hilfsstoffe.

    [0002] Einige dieser Verbindungen, nämlich solche der Formel I mit A-Pyridinium und R3 = CH3 (Can. J. Chem. 1984, 62 (19), Seiten 1977-95) und R3 = n - C4 Hg) (J. Am. Chem. Soc. 76, (1954) Seite 3945) sind zwar bekannt, aber nicht für galvanotechnische Zwecke.

    [0003] Andererseits sind Propansulfonverbindungen mit einem Pyridiniumsubstituenten bzw. einem Chinolinsubstituenten in 3-Stellung für galvanotechnische Zwecke als Glanzbildner und Einebner in sauren Nickelbädern bekannt (vgl. DE-PS 1 004 011). Überraschenderweise zeigen erfindungsgemäß verwendete 2- substituierte Ethansulfonverbindungen mit einer Alkylkettenverzweigung am C2 gute Glanzbildung und Einebnung insbesondere von Nickel- und Kupferüberzügen, obwohl die sterische Hinderung schlechte Ergebnisse erwarten läßt. Auf diese Weise ist durch zahlreiche Substanzvarianten Anpassung und Optimierung an verschiedene galvanische Forderungen möglich.

    [0004] Die Herstellung solcher erfindungsgemäß verwendeter Verbindungen erfolgt durch gleichzeitiges Umsetzen von Verbindungen AH oder A mit einem Olefin R3-CH = CH2 mit Schwefeltrioxid in einem inerten Lösungsmittel bzw. Lösungsmittelgemisch oder durch Sulfonieren des Olefins im Gemisch mit Dioxan in einem Fallfilmreaktor und Umsetzen des erhaltenen 1,2-Sulfons mit der Verbindung AH oder A.

    [0005] Beide Verfahrensweisen sind Gegenstand älterer nicht vorveröffentlichter Schutzrechte.

    [0006] Wie gefunden wurde, sind insbesondere die Pyridin- und Chinolinderivate der 2-substituierten Ethansulfonbetaine besonders gute Glanzbildner und Einebner in sauren Nickelbädern, während die Mercaptoderivate als Glanzbildner in sauren Kupferbädern geeignet sind.

    [0007] Die Erfindung wird durch folgende Beispiele erläutert:

    Beispiel 1



    [0008] Es wurde ein galvanisches Nickelbad wie folgt angesetzt:

    destilliertes Wasser auf 1 Liter, pH-Wert 4,0 mit Schwefelsäure eingestellt.

    [0009] Es wurde jeweils 10 min. bei 2 A/dm2 und 60°C ein Messingblech in einer Hull-Zelle vernickelt. Das Blech war vorher in alkalischer Lösung und nach dem Waschen mit Wasser bei 2,5 A 2 min. kathodisch entfettet worden. Anschließend wurden die Bleche mit Wasser gespült und 30 sec. in einen Beizentfetter getaucht und danach mit Zellstoff abgerieben und nochmals mit Wasser gespült. Die Bewegung des Bades geschah durch Lufteinperlen.

    [0010] Es wurden als Versuchsverbindungen zum Beispiel

    a.) 1-(2-Sulfopropyl)-pyridiniumbetain und

    b.) 1-(2-Sulfopentyl)-pyridiniumbetain


    eingesetzt.

    [0011] Die Bleche zeigten nach der Vernickelung eine einheitliche Fläche, guten Glanz und Einebnung. Die Lagerstabilität der angesetzten Zusatzlösung bei 60 ° C war gut.

    Beispiel 2



    [0012] Es wurde ein Bad aus


    verwendet.

    [0013] Hierzu wurden steigende Konzentrationen von Natrium-2-mercapto-propan-1-sulfonat eingesetzt. Es wurde eine Prüf-Zelle von 1,5 I Badinhalt verwendet. Die Versuchskupferbleche waren matt und gewinkelt. Sie wurden mit 0,8 m/min senkrecht zur Anode bewegt (3 cm Hub). Es wurde mit einer kathodischen Stromdichte von 3 A/dm2 30 min bei 25 ° C galvanisch verkupfert. Die Kathode bestand aus gewinkeltem Kupferblech.

    [0014] Bei einer Konzentration von 0,2 bis 0,4 mg/I ergab die Verbindung einen sehr guten Glanz.


    Ansprüche

    1. Verwendung von 2-substituierten Ethansulfonverbindungen der allgemeinen Formel I

    und deren Alkali- oder Ammoniumsalze, wobei R3 einen C1-C4-Niederalkylrest darstellt und A

    1.) ein Pyridinium-Rest

    ist, dessen Substituenten R1 und R2 Wasserstoff oder einen C1-C3-Niederalkylrest bedeuten, oder R1 und R2 zusammen mit dem Pyridiniumrest einen kondensierten 6-gliedrigen aromatischen Ring bilden, oder

    2.) ein Mercaptorest -S-R4 ist, in dem R4 Wasserstoff oder die Gruppe

    ist,


    als galvanotechnische Hilfsstoffe.
     
    2. Verwendung von Verbindungen der Formel I mit A = (1) als Glanzbildner und Einebner in sauren galvanischen Nickelbädern.
     
    3. Verwendung von Verbindungen der Formel I mit A = (2) als Glanzbildner in sauren galvanischen Kupferbädern.
     


    Claims

    1. Use of 2-substituted ethane sulphone compounds of the general formula I.

    or the alkali or ammonium salts thereof wherein R3 is a C1 -C4 lower alkyl residue and A is

    1.) a pyridinium residue

    in which the substuents R1 and R2 mean hydrogen or a C1-C3 lower alkyl residue or R1 and R2 together with the pyridinium residue form a condensed 6-membered aromatic ring or

    2.) a mercapto residue S-R4 wherein R4 is hydrogen or the group

    as galvanotechnical adjuvants.


     
    2. Use of the compounds of formula I wherein A = (1) as brighteners and levelling agents in acid nickel electroplating baths.
     
    3. Use of the compounds of formula I. with A = (2) as brighteners in acid copper electroplating baths.
     


    Revendications

    1. Utilisation de composés éthanesulfonés substitués en position 2 de formule générale 1

    et de leurs sels alcaline ou d'ammonium, dans laquelle R3 représente un alkyle inférieur en C1-C4 et A représente

    1.) un reste pyridinium

    dont les substituants R1 et R2 représentent un hydrogène ou alkyle inférieur en C1-C3, ou R1 et R2 représentent ensemble avec la reste pyridinium, un cycle aromatique condensé à 6 chaînons, ou

    2.) un reste mercapto -S-R4, dans lequel R4 représente un hydrogène ou le groupe

    comme substance auxiliaire das les techniques galvaniques.


     
    2. Utilisation de composés de formule I avec A = (1) comme agent de brillance et agent égalisateur das les bains galvaniques acides au nickel.
     
    3. Utilisation de composés selon la revendication 1 avec A = (2) comme agent de brillance das les bains galvaniques acides au cuivre.