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(11) |
EP 0 344 095 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.08.1993 Patentblatt 1993/32 |
| (22) |
Anmeldetag: 11.05.1989 |
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Verfahren zum kontinuierlichen Giesswalzen
Method for continuous direct strand reduction
Procédé de laminage direct continu
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
25.05.1988 DE 3818077
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.11.1989 Patentblatt 1989/48 |
| (73) |
Patentinhaber: MANNESMANN Aktiengesellschaft |
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40027 Düsseldorf (DE) |
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Erfinder: |
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- Pleschiutschnigg, Fritz-Peter, Dr.
D-4100 Duisburg 29 (DE)
- Parschat, Lothar
D-4030 Ratingen 5 (DE)
- Burau, Armin
D-4330 Mülheim (DE)
- Rahmfeld, Werner, Dr.
D-4330 Mülheim (DE)
- Möllers, Gerd
D-4200 Oberhausen 11 (DE)
- Ehrenberg, Hans-Jürgen
D-4000 Düsseldorf 31 (DE)
- Eberhardt, Hans Georg
D-4100 Duisburg (DE)
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| (74) |
Vertreter: Meissner, Peter E., Dipl.-Ing. et al |
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Meissner & Meissner,
Patentanwaltsbüro,
Postfach 33 01 30 14171 Berlin 14171 Berlin (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 286 862 DE-C- 898 135
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DE-A- 2 444 443
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, Band 4, Nr. 45 (M-6)(527), 9. April 1980; & JP-A-5516752
(SHIN NIPPON) 05.02.1980
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, Band 5, Nr. 203 (M-103)(875), 23. Dezember 1981; & JP-A-56119607
(MITSUBISHI) 19.09.1981
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Gießwalzen metallischer
Flachprodukte, insbesondere aus Stahl, gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruches 1.
[0002] Flachprodukte sind das Ausgangsmaterial für die Erzeugung von Blechen oder Bändern.
Derartige Flachprodukte werden auch als Brammen oder Dünnbrammen bezeichnet. Werden
Brammen mit einer eine bestimmte Dicke übersteigenden Größe erzeugt, treten in der
Regel Seigerungsprobleme auf. Gemäß der DE-OS 24 44 443, die beispielsweise als Beschreibung
des nächsthommenden Standes der Technik ansuschen ist, soll die Seigerung bei derartigen
Produkten dadurch verhindert werden, daß in der Stranggießanlage auf den Strang innerhalb
der Erstarrungsstrecke, möglichst kurz vor dem Durcherstarrungspunkt, eine Verformung
mit einem Reduktionsgrad von 0,1 bis 2% ausgeübt wird.
[0003] Aus der EP 0286862 A 1 ist eine Anlage zum Herstellen eines Stahlbandes bekannt,
wobei der aus der Stranggießanlage austretende Strang, der bereits durch Zusammendrücken
dickenreduziert worden ist, in einem anschließenden Walzgerüst zum eigentlichen Band
ausgewalzt wird.
[0004] In neuerer Zeit ist man bestrebt, die Dickenabmessung der stranggegossenen Brammen
mehr dem zu erzeugenden Fertigprodukt anzupassen. Hierfür stehen Begriffe wie "endabmessungsnahes
Gießen" oder "die Erzeugung von Vorbändern". Hierbei wird in der Stranggießanlage
ein Flachprodukt mit einer Dicke zwischen 40 bis 50 mm erzeugt. Die so erzeugten Flachprodukte
weisen eine Gußstruktur auf. Nach Verlassen der Stranggießanlage (Transportrollen)
wird der Strang abgelängt und die Teilstücke der Flachprodukte werden einem Ausgleichsofern
zugeführt und anschließend gewalzt (s. Stahl u. Eisen 1988, Nr. 3, Seite 99ff). Nachteilig
bei diesem Verfahren ist der erhebliche maschinentechnische Aufwand und im Fall der
Vorbänder außerdem das Gußgefüge.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem bereits
mit der Stranggießanlage ein Produkt mit hohem Anteil an Walzgefüge zur Verfügung
gestellt wird, das mit der die Gießanlage verlassenden Dickenabmessung coilfähig ist.
[0006] Bei einem Verfahren der eingangs genannten Art zum kontinuierlichen Gießwalzen metallischer
Flachprodukte, insbesondere aus Stahl, durch Eingießen der Schmelze in eine Stranggießkokille,
Abziehen des über den Querschnitt teilweise erstarrten Stranges mittels Rollenpaare
und Verformen des Stranges mindestens im Bereich seiner Erstarrungsstrecke, wird die
Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das in der Stranggießkokille mit einer
Dicke von 50 bis 100 mm erzeugte Flachprodukt ausschließlich von innengekühlten Rollen
gekühlt und mittels der Rollenpaare die Verformung im durcherstarrten Bereich bei
Temperaturen des Flachproduktes dicht unter der Solidustemperatur, insbesondere im
Temperaturbereich von 1500 - 1200
° C durchgeführt wird.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Dickenreduktion
des Flachproduktes im Bereich der Erstarrungsstrecke und im durcherstarrten Bereich
derart aufeinander abgestimmt wird, daß die Gesamtreduktion des Flachproduktes mindestens
60 % beträgt. Das so erzeugte Flachprodukt ist bei einer Dicke von max. 35 mm coilfähig,
so daß in weiterer Ausgestaltung der Erfindung im Anschluß an den Gießwalzprozeß das
erhaltene Flachprodukt gecoilt wird.
[0008] Zur Verbesserung der Oberflächenqualität ist es nach einem weiteren Vorschlag der
Erfindung vorteilhaft, das aus der Kokille austretende Flachprodukt durch eine die
Verzunderung des Flachproduktes unterbindende Atmosphäre zu schützen. Die Atmosphäre
sollte über den gesamten Bereich der Verformungsstrecke aufrechterhalten werden. Dies
kann insbesondere dadurch geschehen, daß innerhalb der Strangführungsstrecke eine
Inertgasatmosphäre aufrechterhalten wird. Sollte dies aus betrieblichen Gründen nicht
möglich sein, bietet sich als äquivalente Maßnahme eine Entzunderung des Flachproduktes
innerhalb der Verformungsstrecke an.
[0009] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die Ausbildung des gewünschten feinkörnigen
Gefüges dadurch unterstützt werden, daß das die Kokille verlassende Flachprodukt ausschließlich
über innengekühlte Rollen gekühlt wird. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können
die Rollen oberflächenbeschichtet sein im Sinne einer Reduzierung der durch die Rollen
bewirkten Kühlwirkung.
[0010] Der Temperaturebereich von 1500 - 1200
° C für die weitere Reduktion hat sich als besonders günstig erwiesen für den Erhalt
eines isotropen Gefüges.
[0011] Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung näher erläutert werden. In
einer Stranggießanlage vom Bogentyp wird Stahl in eine Kokille der Querschnittsabmessung
60 mm x 1200 mm vergossen. Der über den Querschnitt teilweise erstarrte Strang wird
aus der Kokille abgezogen mit einer Geschwindigkeit von ca. 3,5 m/min und mittels
Rollenpaare geführt. Die Rollenpaare sind einzeln oder zu Segmenten zusammengefaßt
gegen den Strang anstellbar und werden derart gegen den Strang angepreßt, daß im Bereich
der Erstarrungsstrecke, also vom Kokillenende bis zur Durcherstarrung, der Strang
auf eine Dicke von 36 mm (ca. 40 % der Abmessung am Kokillenausgang) reduziert wird.
An diesen Bereich schließt sich ein weiterer Bereich mit Rollenpaaren an, in dem eine
weitere Dickenreduktion von 36 auf 25 mm (30 % von der bereits reduzierten Strangdicke
aus gesehen) vorgenommen wird. Je nach Stahlqualität kann sowohl die Verformung im
Bereich der Erstarrungsstrecke als auch nach der Durcherstarrung jeweils mit einem
oder mehreren Rollenpaaren erfolgen.
[0012] Das auf diese Weise erzeugte Flachprodukt kann anschließend zum Coil aufgewickelt
oder direkt der Weiterverarbeitung durch Walzen zugeführt werden.
[0013] Aufgrund der Temperatur des Flachgutes ist eine gute Verformbarkeit bei geringem
maschinentechnischem Aufwand gegeben. Außerdem wird durch die beschriebene Arbeitsweise
ein Flachprodukt erzeugt, das bereits bei Verlassen der Stranggießanlage ein feinkörniges,
einem Walzerzeugnis entsprechendes Gefüge aufweist. Ein derartiges Material ist ohne
Schwierigkeiten coilbar. Auch hat es sich überraschend herausgestellt, daß die Festigkeitseigenschaften
und Zähigkeitswerte eines durch das erfindungsgemäße Verfahren erzeugten Flachproduktes
schon bei diesen geringen Verformungsgraden den Eigenschaften eines Walzproduktes
entsprechen.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Gießwalzen metallischer Flachprodukte, insbesondere
aus Stahl durch Eingießen einer Schmelze in eine Stranggießkokille, in der das Flachprodukt
mit einer Dicke < 100 mm erzeugt wird, Abziehen des über den Gießquerschnitt teilweise
erstarrten Stranges mittels Rollenpaare und Reduzierung der Dicke des Flachproduktes
in der Erstarrungsstrecke um mindestens 10 % bis zu 70 % seiner Dicke und Verformung
des durcherstarrten Flachproduktes mit einer weiteren Reduktion der Dicke um mindestens
30 %,
dadurch gekennzeichnet,
daß das in der Stranggießkokille mit einer Dikke von 50 bis 100 mm erzeugte Flachprodukt
ausschließlich von innengekühlten Rollen gekühlt und mittels der Rollenpaare die Verformung
im durcherstarrten Bereich bei Temperaturen des Flachproduktes dicht unter der Solidustemperatur,
insbesondere im Temperaturebereich von 1500 - 1200 ° C durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gesamtreduktion der Dicke derart eingestellt ist, daß ein Flachprodukt mit
einer Dikke von max. 35 mm entsteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das erzeugte Flachprodukt nach Verlassen der Rollenpaare gecoilt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gesamtreduktion der Dicke mindestens 60 % beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das aus der Kokille austretende Flachprodukt bis zum Ende der Verformungsstrecke
in einer eine Verzunderung unterbindenden Atmosphäre geführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Flachprodukt unter Inertgas geführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Flachprodukt während der Verformung entzundert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Flachprodukt durch oberflächenbeschichtete Rollen gekühlt wird.
1. Method for the continuous casting and rolling of metallic flat products, in particular
of steel, by pouring a melt into a continuous casting mould, in which the flat product
is produced with a thickness of < 100 mm, withdrawing the strand, which has partly
solidified over the casting cross section, by means of roll pairs, reducing the thickness
of the flat product in the solidification section by at least 10% to up to 70% of
its thickness and forming the completely solidified flat product with another reduction
in thickness of at least 30%, characterised in that the flat product which is produced
in the continuous casting mould with a thickness of 50 to 100 mm is cooled solely
by internally cooled rolls and the forming is carried out by means of the roll pairs
in the completely solidified area at flat product temperatures which are just below
the solidus temperature, in particular in the temperature range of 1500-1200°C.
2. Method according to claim 1, characterised in that the overall reduction in thickness
is controlled so as to result in a flat product with a maximum thickness of 35 mm.
3. Method according to claim 1, characterised in that the flat product which is produced
is coiled after leaving the roll pairs.
4. Method according to claim 1, characterised in that the overall reduction in thickness
is at least 60%.
5. Method according to claim 1, characterised in that the flat product leaving the
mould is guided in an atmosphere which prevents scaling up to the end of the forming
section.
6. Method according to claim 5, characterised in that the flat product is guided in
an inert gas atmosphere.
7. Method according to claim 1, characterised in that the flat product is descaled
during forming.
8. Method according to claim 1, characterised in that the flat product is cooled by
surface-coated rolls.
1. Procédé pour le laminage de coulée continue d'éléments plats métalliques, en particulier
en acier, par introduction d'un bain de fusion dans une coquille de coulée continue,
dans laquelle l'élément plat est produit avec une épaisseur inférieure à 100 mm, par
extraction au moyen de paires de rouleaux de la barre de coulée en partie solidifiée
sur la section transversale de coulée, et par réduction de l'épaisseur de l'élément
plat dans l'étendue de solidification d'au moins 10 % à 70 % de son épaisseur, et
par déformation de l'élément plat solidifié avec une réduction supplémentaire de l'épaisseur
d'au moins 30 %,
caractérisé en ce que l'élément plat, produit dans la coquille de coulée continue,
avec une épaisseur de 50 à 100 mm, est exclusivement refroidi par des rouleaux refroidis
intérieurement et, au moyen des paires de rouleaux, la déformation dans la zone solidifiée
est effectuée pour des températures de l'élément plat juste au-dessous de la température
de solidus, en particulier dans la plage de températures de 1500-1200 ° C.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la réduction totale de l'épaisseur est réglée, de sorte qu'on
obtient un élément plat avec une épaisseur de 35 mm au maximum.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, après avoir quitté les paires de rouleaux, l'élément plat produit
est bobiné.
4. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la réduction totale de l'épaisseur s'élève à au moins 60 %.
5. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'élément plat, sortant de la coquille, est guidé, jusqu'à la
fin de l'étendue de déformation, dans une atmosphère soumise à une oxydation.
6. Procédé selon la revendication 5,
caractérisé en ce que l'élément plat est guidé sous une atmosphère de gaz inerte.
7. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'élément plat est désoxydé pendant la déformation.
8. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que l'élément plat est refroidi par des rouleaux à revêtement de
surface.