[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Türstellung einer
automatischen Tür, wobei die Türstellung abhängig von der Anwesenheit oder Nichtanwesenheit
und von der Bewegungsrichtung anwesender Personen gesteuert wird, die anwesenden Personen
auf der Vorraumfläche des Einganges mit Infrarotlicht angestrahlt werden, das Infrarotlicht
als Flächenstrahl gesendet wird, die von einer angestrahlten Person stammenden Infrarotlicht-Reflexe
von einer Infrarotkamera erfasst werden und die zeitlichen Veränderungen der Reflexbilder
in einer Steuerungs- und Verarbeitungseinheit zu Signalen für die Steuerung einer
automatischen Tür geformt werden.
[0002] Es ist bekannt, für diesen Zweck auch Ultraschall-, Radar-, oder Video-Systeme einzusetzen.
Radar- und Video-Systeme gelten als aufwendig und kompliziert und sind deshalb für
die Lösung der zugrunde gelegten Aufgabe nicht angemessen.
[0003] Die CH-Patentschrift 607 187 beschreibt eine optisch-elektrische Einrichtung zur
Überwachung von bestimmten Raumbereichen, bestehend aus Objektiv, ein- oder zweiachsig
bewegtes prismatisches Raster, Empfängergruppen und Auswerteschaltung. Das prismatische
Raster ist das bewegte Ortsfilter, welches das Licht der Objektbildpunkte abwechselnd
auf die Empfängergruppen lenkt. Objekte oder Personen, welche in diesen sensorüberstrichenen
Raum hineintreten, verändern eine Nullinterferenz und rufen ein Signal hervor, welches
über dem Null-Niveau liegt.
[0004] Das System hat den Nachteil, dass teure optische Teile benötigt werden, dass ein
mechanischer Antrieb vorhanden sein muss und dass schwierige Justierungen vorzunehmen
sind. Störende Lichteinflüsse können die Funktion beeinträchtigen.
[0005] Die Patentanmeldung GB 2 093 986 beschreibt ein ähnliches System, bei welchem verschiedene
optische Komponenten und eine elektronische Auswertung vorhanden sind. Eine der optischen
Komponenten ist ein Raumfilter, welches in einer Ausführung als facettierte Halbkugel
dargestellt wird.
[0006] Das System arbeitet im normalen sichtbaren Lichtspektrum, weshalb störende Lichteinflüsse
nicht auszuschliessen sind. Es sind ebenfalls teure optische Komponenten vorhanden
und die Justierung kann infolge widersprüchlicher Forderungen nicht einfach sein.
[0007] Gemäss der Patentschrift DE-C-3 344 576 sind an der Oberkante eines motorisch betätigten
Türflügels Einzelsensoren angeordnet, welche auf den Schwenkbereich des Türflügels
gerichtet sind. An Hand der Reflexe von emittiertem Infrarotlicht kann die Anwesenheit
oder Nichtanwesenheit von Personen im Schwenkbereich ermittelt und folgerichtig bei
Anwesenheit einer Person in diesem Bereich der Türantrieb stillgesetzt werden.
Für die Ueberwachung des Vorraumes vor einer Aufzugstür ist eine differenziertere
Erfassung der Objekte im Vorraum und eine ebenso differenziertere Interpretation der
Reflexe im Empfangsteil gefordert, weshalb normale Infrarot-Bewegungs- bzw. -Anwesenheitsmelder
der vorbeschriebenen Art den hohen Ansprüchen einer universellen Türsteuerung nicht
mehr genügen können.
[0008] Gemäss einem deutschen Gebrauchsmuster DE-U-86 03 304.2 wird der Bewegungsbereich
eines Schnelllauf-Falttores mittels Infrarot-Sender und -Empfänger überwacht. Links
und rechts an einer Türöffnung angebrachte IR-Sender und -Empfänger bilden eine vertikale,
dreieckige Ueberwachungszone. Da die Sendedioden einen Abstrahl-Streuwinkel von ca
20° aufweisen, müssen einander zugeordnete Sender und Empfänger codiert gepulst betrieben
werden. Die Einrichtung erfüllt optimal die Funktion eines Schutzvorhanges, eignet
sich aber nicht für die Vorraumüberwachung bei einer Aufzugstür.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zu schaffen, welche Vorhandensein, Menge und Absichten von Personen im Vorraum eines
Einganges klar erkennen lässt und folgerichtige Signale an eine Türsteuerung liefert.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichnete Erfindung gelöst.
[0011] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
- dass durch Kombination und spezielle Anordnung an sich bekannter Bauteile informationsreiche
Ergebnisse erzielt werden,
- dass üblicherweise unerwünschte Effekte, wie z.B. Bildverzerrung, für zweckmässige
und überraschende Effekte ausgenützt werden,
- dass kleine Datenmengen verarbeitet werden müssen und
- dass nur gewisse Teile eines Objektes erfasst werden müssen, um daraus auf Art, Menge
und Bewegungsverhalten schliessen zu können.
[0012] In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes an Hand
eines Aufzugeinganges dargestellt, welches im folgenden näher erläutert wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht der Gesamt-Einrichtung bei einem Aufzugseingang,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Einrichtung,
- Fig. 3
- eine Draufsicht der Einrichtung,
- Fig. 4
- die Bauteile und deren Anordnung in einer Infrarot-Kamera,
- Fig. 5
- die Vorraumbildprojektion in der Kamera und
- Fig. 6
- Einzelheiten der Projektionsmassstäbe.
[0013] Figur 1 zeigt eine Aufzugs-Frontebene 11 mit einem Aufzugseingang 4 und einer anwesenden
Kabine 23. Ein Schachttürflügel ist mit 22 und ein Kabinentürflügel mit 21 bezeichnet.
Auf halber Höhe seitlich des Einganges 4 ist ein Stockwerkruftableau 24 und über dem
Eingang 4 eine Weiterfahrtsanzeigevorrichtung 25 angeordnet. Im Kabinentürkämpfer
eingebaut ist eine Infrarotkamera 1 mit einem Objektiv 1.1. In den Vorderkanten der
Kabinentürflügel 21 ist unten je ein Infrarotflächenstrahler 3 eingebaut, welche ein
Infrarotlicht 3.1 in Richtung des Vorraumes parallel zu einer Vorraumfläche 5 aussenden.
[0014] Figur 2: Über dem Aufzugseingang 4 befindet sich die Infrarotkamera 1 an einer Kamerahalterung
2 mit einer Steuerungs- und Auswerteeinheit 10. Auf der Vorraumfläche 5 befindet sich
eine Person 7 mit Füssen 6 und Beinen 6.1, welche sich in X-Richtung zur Aufzugs-Frontebene
11 hin bewegt. Die Vorraumfläche 5 ist in Y-Zonen 8.1 bis 8.4 unterteilt. Mit 9 ist
eine Kameraachslinie bezeichnet.
[0015] In der Figur 3 sind X-Zonen mit 12 bezeichnet und ein Bildrand mit 13.
[0016] In der Figur 4 ist mit 1.1 ein Foto-Objektiv, mit 1.2 ein LCD-Microshutter und mit
1.4 ein Infrarotfilter bezeichnet. Der LCD-Microshutter 1.2 hat vertikale Verschlusskolonnen
1.8 und ein ebenfalls vertikal angeordneter CCD-Linienbildsensor 1.5 hat Sensorzellen
1.7.
[0017] Fig. 5 zeigt ein verzerrtes Bild 18 der Vorraumfläche 5, wie es auf den LCD-Microshutter
1.2 projiziert wird. Reflexbilder 14 stammen von den Füssen 6 und Beinen 6.1 der Person
7.
[0018] Fig. 6 veranschaulicht mit Kameraachse 9 und Strahlen 9.1 bis 9.4 die Ursache der
Bildverzerrung auf einer Projektionsebene 17. Die Projektionsebene 17 ist in einen
benutzten Bereich 15 und in einen unbenutzten Bereich 16 aufgeteilt. Der benutzte
Bereich 15 entspricht der nutzbaren Projektionsfläche auf dem LCD-Microshutter 1.2.
Die Abbildungen der X-Zonen 8.1 bis 8.4 auf der Projektionsebene 17 sind mit 8.11,
8.21, 8.31 und 8.41 bezeichnet.
[0019] Die vorstehend beschriebene Einrichtung arbeitet wie folgt:
Das vom Infrarotflächenstrahler 3 ausgesendete Infrarotlicht 3.1 trifft im Beispiel
auf die Füsse 6 und Beine 6.1 der sich auf der Vorraumfläche befindlichen Person 7
und wird von dort durch Reflexion teilweise in Richtung Infrarotkamera 1 abgelenkt.
Das Infrarotfilter 1.4 lässt nur dieses reflektierte Infrarotlicht 3.1 durch und es
werden demzufolge auf die vorderseitige Ebene des LCD-Microshutters 1.2 nur die Reflexbilder
14 projiziert. Der LCD-Microshutter 1.2 weist beispielsweise 50 einzeln ansteuerbare
Kolonnen 1.8 auf, welche der Reihe nach in einem bestimmten Takt aktiviert werden
und so eine periodisch horizontal durchlaufende lichtdurchlässige Vertikalschlitzöffnung
erzeugen. Die Abtastrate kann sehr niedrig gewählt werden, weil kein flimmerfreies
Bild für einen Betrachter erzeugt werden muss und beträgt beispielsweise höchstens
10 Bilder pro Sekunde, wobei als Bild ein ganzer horizontaler Durchlauf beim LCD-Microshutter
1.2 verstanden wird. Dadurch fallen sehr kleine Datenmengen an, welche ein spezielles
oder ein in der Aufzugsteuerung vorhandenes Prozessorsystem nebenher verarbeiten kann.
Die solchermassen abgetasteten Bildkolonnen werden mittels der Zylinderlinse 1.3 fokussiert
und alle auf dieselbe Linie auf den CCD-Linienbildsensor 1.5 projiziert. Der CCD-Linienbildsensor
1.5 wird laufend bei jeder projizierten Bildkolonne ausgelesen und für die nächste
Bildkolonne bereitgeschaltet. Die ausgelesenen Werte werden zwischengespeichert und
gemäss späterem Beschrieb weiterverarbeitet. Da nun der vertikal angeordnete CCD-Linienbildsensor
1.5 mindestens 250 Sensorzellen 1.7 aufweist und der LCD-Microshutter 1.2 höchstens
50 Kolonnen 1.8 besitzt, so ist hier die Bildauflösung in X-Richtung mindestens fünfmal
grösser als in Y-Richtung. Daraus ergibt sich der Umstand, dass in X-Richtung zur
Aufzugs-Frontebene 11 hin sich bewegende Objekte mindestens fünfmal schärfer erfasst
werden als jene, welche sich in Y-Richtung, also parallel zur Aufzugs-Frontebene 11
bewegen. Ausserdem werden die Reflexbilder 14 eines sich in Y-Richtung bewegenden
Objektes beim CCD-Linienbildsensor 1.5 immer auf die gleichen Sensorzellen 1.7 projiziert,
woraus sich eindeutig schliessen lässt, dass sich dieses Objekt nicht dem Eingang
nähert. Die entsprechenden binären Bilddaten sind, kombiniert mit der Position der
momentanen Kolonnenöffnung, als Bewegung einer Person parallel zur Eingangsebene 11
interpretierbar.
[0020] Auf den Figuren 2 und 3 ist ein Raster mit Y-Zonen 8.1 bis 8.4 und X-Zonen 12 abgebildet.
Dieser Raster ist real nicht vorhanden und dient nur der Erläuterung der Bildverzerrung
und der daraus gewonnenen Effekte.
[0021] Gemäss der Zeichnung in der Figur 5 werden nach den Gesetzen der darstellenden Geometrie
bzw. der Optik dem Fotoobjektiv näher gelegene Y-Zonen, beispielsweise Zone 8.1, auf
der Projektionsebene 17 grösser abgebildet als weiter entfernte Y-Zonen wie beispielsweise
Y-Zone 8.4. Das gleiche gilt auch für die X-Zonen 12; hat aber für diese weniger Bedeutung,
weil in y-Richtung sich bewegende Personen offensichtlich nicht einen Aufzug betreten
wollen.
[0022] Wären die Y-Zonen 8.1 bis 8.4 und X-Zonen 12 als entsprechender Raster auf der Vorraumfläche
5 aufgemalt und würde man das Infrarotfilter 1.4 vor dem LCD-Microshutter 1.4 weglassen,
so hätte man auf der Vorderseite des LCD-Microshutters 1.4 eine Rasterbildprojektion
gemäss Fig. 5, also eine Darstellung in Fluchtpunktperspektive. Entsprechend dieser
Verzerrung werden auf der Projektionslinie 17 die Y-Zonen 8.1 bis 8.4 sehr unterschiedlich
breit als verzerrte Y-Zonen 8.11, 8.21, 8.31 und 8.41 projiziert. Daraus sieht man,
dass die nahe gelegene Y-Zone 8.1 ein Vielfaches von Sensorzellen 1.7 zugeordnet hat
gegenüber der entfernten Y-Zone 8.4. Der praktische Effekt ist der, dass eine mit
konstanter Geschwindigkeit sich in X-Richtung auf die Aufzugs-Frontebene 11 hinzu
bewegende Person 7 Reflexbilder 14 erzeugt, welche infolge der Bildverzerrung auf
der Projektionslinie 17 bzw. auf dem CCD-Linienbildsensor 1.5 mit abnehmender Distanz
zur Aufzugs-Frontebene 11 eine der Verzerrfunktion entsprechende laufend zunehmende
Geschwindigkeit aufweist. Das Detektionssystem weist also zusätzlich eine distanzabhängige
Empfindlichkeit auf. In schwächerem Masse ist diese auch für Objektbewegungen in Y-Richtung
vorhanden. Zusammengefasst kann man sagen, dass zusätzlich zur fünfmal grösseren Bildauflösung
in X-Richtung gegenüber der Y-Richtung eine mit abnehmender Distanz zur Aufzugs-Frontebene
11 progressiv zunehmende Bildauflösung bzw. Empfindlichkeit erreicht wird. Das ist
deshalb erwünscht, weil die Dringlichkeit einer schnellen Türreaktion mit abnehmender
Distanz einer sich dem Eingang nähernden Person ebenfalls progressiv zunimmt.
[0023] Das von den Infrarotflächenstrahlern 3 ausgesendete Infrarotlicht 3.1 ist so gerichtet,
dass der Boden der Vorraumfläche 5 von diesem nicht berührt wird und so keine Bodenreflexe
infolge Unebenheiten, wie Teppichkanten etc. auftreten. Der horizontale Abstrahlwinkel
beträgt vorzugsweise je 120° und der vertikale Abstrahlwinkel beispielsweise 10°.
[0024] Das gezeigte Stockwerkruftableau 24 kann auch eine Zehnertastatur für eine Zielrufsteuerung
aufweisen. Mit dieser Einrichtung weiss die Aufzugssteuerung, wieviele wartende Personen
sich auf jedem Stockwerk befinden. Deshalb ist es nicht nötig, die Vorraumüberwachung
ausserhalb der Kabine auf jedem Stockwerk mit entsprechenden Einrichtungen vorzunehmen.
[0025] Die Infrarotkamera 1 über dem Aufzugseingang 4 ist beispielsweise in einem Winkel
von 45° nach unten geneigt, was auch dem Bildaufnahmewinkel entspricht. Die Kamerahalterung
2 ist insofern von grosser Wichtigkeit, als mit ihrer Hilfe ein bestimmter Winkel
zur Vorraumfläche 5 eingestellt wird, welcher sowohl direkt für den Verzerrungsgrad
bestimmend ist als auch Einfluss hat auf Grösse und Lage der zu überwachenden Vorraumfläche
5. Bei letzterem wird darauf geachtet, dass keine bestehenden senkrechten Flächen,
wie z.B. solche einer gegenüberliegenden Wand, ins Bild kommen. Im Infrarotlicht 3.1
sich befindliche Objekte reflektieren das Infrarotlicht 3.2 mit entsprechend geneigten
Oberflächenteilen ganz und mit allen anderen mehr oder weniger senkrechten dem Infrarotlicht
3.1 zugewandten Oberflächenteilen teilweise. Eine teilweise Reflexion des Infrarotlichtes
3.1/3.2 von mehr oder weniger senkrechten Oberflächenteilen einer Person zur Kamera
ist möglich, weil die kleinste Rauhheit einer Oberfläche streuende Reflexionen bewirkt
und deshalb der ganze im Infrarotlicht 3.1 sich befindliche und diesem zugewandte
Oberflächenteil eines Objektes in der Kamera deutlich abgebildet wird. Ausser Infrarotlicht
trifft kein anderes Licht auf den LCD-Microshutter 1.4, womit gleich zu Beginn der
Bildverarbeitung nur zwei Bildsignale, Infrarotlicht oder nichts, also binäre Bilddaten
vorhanden sind. Die Empfindlichkeit auf Infrarotlicht kann deshalb auf einen sehr
kleinen Schwellwert fix eingestellt sein, wobei speziell die Wellenlänge des von den
Infrarotflächenstrahlern 3 ausgestrahlten Infrarotlichtes 3.1 bzw. 3.2 berücksichtigt
wird.
[0026] Die Steuerung und Auswertung kann in einer speziellen Steuerungs- und Auswerteeinheit
10 erfolgen oder von einem für die Aufzugssteuerung vorhandenen Prozessorsystem übernommen
werden.
[0027] Programmierte, an sich bekannte Algorithmen lösen bei Objektdetektionen in Zusammenwirkung
mit der Aufzugssteuerung differenzierte logische Türbewegungen aus. Die Objektdetektionen
können nach ihrer Auswertung folgende Informationen geben:
- Eine Person bewegt sich in X-Richtung;
- Zwei oder mehrere Personen bewegen sich in X-Richutng;
- Eine Person bewegt sich entgegen der X-Richtung;
- Zwei oder mehrere Personen bewegen sich entgegen der X-Richtung;
- Eine Person steht mit einem bestimmten Abstand vor der Aufzugstür;
- Zwei oder mehrere Personen stehen mit bestimmten Abständen vor der Aufzugstür;
- Eine Person bewegt sich in Y-Richtung;
- Zwei oder mehrere Personen bewegen sich in Y-Richtung.
[0028] Ein kontinuierlich arbeitender Lernalgorithmus speichert objekt-typische Konturen
und zeitliche Veränderungen der aufgenommenen Reflexbilder 14 und liefert in Form
binärer Bilddaten die Vergleichsbasis für die Erzeugung der folgerichtigen Befehlssignale
an die Aufzugssteuerung.
[0029] Zusammenfassend erhält die Türsteuerung Informationen über die Absichten der in einem
bestimmten Moment sich auf der Vorraumfläche 5 befindlichen Personen 7 aufgrund deren
Anzahl und Verhalten und reagiert entsprechend durch längeres Offenhalten, vorzeitiges
Schliessen oder Reversieren. Meistens kann die Tür vor Ablauf einer sonst üblichen
Türoffenhaltezeit vorzeitig geschlossen werden, was eine Steigerung der Aufzugförderkapazität
bedeutet.
[0030] Bei Feuerausbruch auf einem Stockwerk im Bereich des Vorraumes wird in der Infrarotkamera
grossflächig ein vom Brand erzeugtes Infrarotlicht abgebildet und das Ereignis als
Feuer erkannt, wobei die Aufzugstüren sofort in die Geschlossenstellung reversieren
nach einem teilweisen Öffnen.
[0031] Die Einrichtung arbeitet ferner unabhängig von den vorhandenen Lichtquellen im Bereich
der Vorraumfläche 5 und deren Umgebung. Die Beleuchtung des Vorraumes kann durch Kunstlicht
jeglicher Art, Tageslicht, Sonnenlicht oder Mischlicht erfolgen. Allfällige Reflexe
von Infrarotlicht im Empfindlichkeitsbereich der Kamera 1 künstlicher oder natürlicher
Lichtquellen werden allenfalls von der Einrichtung wahrgenommen aber von der Auswertung
auch als solche erkannt, weil sie nicht objekt-typische Reflexbilder 14 bilden und
werden entsprechend ignoriert. Das ist unter anderem deshalb möglich, weil sie von
Lichtquellen stammen, welche ihr Licht aus einer anderen Richtung senden als das von
den Infrarot-Flächenstrahlern 3.
[0032] In einer weitergebildeten Form des Verfahrens werden im Turnus 2 verschiedene Bilder
aufgenommen, abwechslungsweise je eines mit Infrarotlicht 3.1 und eines ohne Infrarotlicht
3.1. Bei der Verarbeitung der binären Bilddaten werden diejenigen mit Infrarotlicht
3.1-Beleuchtung mit jenen ohne Infrarotlicht 3.1-Beleuchtung verglichen und dann die
Differenz-Bilddaten der Weiterverarbeitung zugeführt. Dieses Vorgehen erlaubt eine
noch bessere Unterscheidung zwischen erwünschten und unerwünschten Bildelementen und
der gepulste Betrieb des Infrarotflächenstrahlers 3 ermöglicht eine erhöhte intensität
des Infrarotlichtes 3.1.
[0033] Die Einrichtung lässt sich auch beidseitig bei einer Eingangs- oder Durchgangspforte,
also in doppelter Ausführung anwenden. In einer solchen Ausführung ist es möglich,
Personen durch entsprechenden Einfluss auf eine Türmotorsteuerung nur eintreten oder
nur austreten zu lassen. Sie ist in dieser Ausführung auch zum Zählen eintretender
oder/und austretender Personen verwendbar. Die beschriebene Einrichtung lässt sich
auch bei Schienen- und Strassenfahrzeugen einbauen und dient auch da einer optimalen
Türsteuerung. Eine weitere Anwendung betrifft die Registrierung des Verhaltens von
Personen in einem zu überwachenden Raum bzw. auf einer zu überwachenden Fläche.
[0034] Für sehr grosse Eingangs- oder Durchgangsbreiten können zwei und mehr Systeme der
beschriebenen Art nebeneinander eingebaut werden, wobei nebst den seitlichen Infrarotflächenstrahlern
3 noch weitere in einer niederen Schwelle eingebaute oder im Boden eingelassene Infrarotflächenstrahler
3 zum Einsatz kommen.
[0035] Die Infrarotflächenstrahler können in beliebiger Höhe angebracht werden.
1. Verfahren zur Steuerung der Türstellung einer automatischen Tür, wobei
- die Türstellung abhängig von der Anwesenheit oder Nichtanwesenheit und von der Bewegungsrichtung
anwesender Personen gesteuert wird,
- die anwesenden Personen auf der Vorraumfläche des Einganges mit Infrarotlicht angestrahlt
werden,
- das Infrarotlicht als Flächenstrahl gesendet wird,
- die von einer angestrahlten Person stammenden Infrarotlicht-Reflexe von einer Infrarotkamera
erfasst werden und
- die zeitlichen Veränderungen der Reflexbilder in einer Steuerungs- und Verarbeitungseinheit
zu Signalen für die Steuerung einer automatischen Tür geformt werden werden
dadurch gekennzeichnet,
dass für die Erfassung von Personen (7) im Vorraum (5) eines Aufzugseinganges und
die Ermittlung ihrer Bewegungsrichtung in diesem Vorraum (5) ein kombiniertes Aufnahmeverfahren
mit und ohne Infrarotlicht (3.1) angewendet wird indem von der Infrarotkamera (1)
im Turnus zwei verschiedene Bilder aufgenommen werden, eines mit Infrarotlicht (3.1)
und eines ohne Infrarotlicht und dass die Bilddaten der Bildaufnahme ohne Infrarotlicht
(3.1) von den Bilddaten der Bildaufnahme mit Infrarotlicht (3.1) subtrahiert und binäre
Differenzbilddaten erzeugt werden und
dass an Hand der von den angestrahlten Personen (7) erhaltenen, Konturfragmente darstellenden
Reflexbilder (14), die Anzahl und Bewegungsrichtung anwesender Personen (7) ermittelt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Höhe des Flächenstrahls des Infrarotlichtes (3.1) auf einen Bruchteil einer
Personenhöhe fokussiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass das in der Infrarotkamera (1) projizierte Bild kolonnenweise abgetastet wird,
dass die Kolonnen parallel zur X-Richtung gerichtet werden und dass jede abgetastete
Bildkolonne auf einen CCD-Linienbildsensor (1.5) projiziert und bei jeder Bildkolonnen-Projektion
dieser ausgelesen und für die nächste Bildkolonne bereitgeschaltet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 3
dadurch gekennzeichnet,
dass eine in X-Richtung gegenüber der Y-Richtung grössere Bildauflösung erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die für die Lösung der Aufgabe typischen Konturen und zeitlichen Veränderungen
der Reflexbilder (14) als binäre Bilddaten gespeichert werden, in einem kontinuierlichen
Lernprozess bedarfweise neu gespeichert werden und bei der Bestimmung der Anwesenheit
von Personen (7) auf der Vorraumflache (5) als Vergleichsbasis verwendet werden.
6. Vorrichtung für die Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 zur Steuerung der
Türstellung einer automatischen Tür, bestehend aus
- einer, den Vorraum erfassenden, im Türrahmen oder auf der Kabine eingebauten Infrarotkamera,
- Infrarot-Lichtquellen und
- einer Verarbeitungs- und Steuerungseinheit
dadurch gekennzeichent,
dass die Infrarotkamera (1) einen vertikal angeordneten Microshutter (1.2) und einen
ebenfalls vertikal angeordneten CCD-Linienbildsensor (1.5) aufweist und
dass die Infrarotlichtquellen (3.1) als in den Vorderkanten von Türflügeln (21) eingebaute
und mit diesen mitlaufende Horizontal-Flächenstrahler ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzahl Sensorzellen (1.7) im CCD-Linienbildsensor (1.5) der Infrarotkamera
(1) grösser ist als die Anzahl vertikaler Verschlusskolonnen (1.8) im LCD-Microshutter
(1.2).
8. Vorrichtung nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verarbeitungs- und Steuerungseinheit (10) programmierte Verfahrenschritte
enthaltende Speicher und diese Verfahrensschritte ausführende Schaltkreise aufweist.
1. Method for the control of the door setting of an automatic door, wherein
- the door setting is controlled in dependence on the presence or absence or on the
direction of movement of persons present,
- the persons present on the lobby surface of the entrance are irradiated by infrared
light,
- the infra-red light is emitted as areal beam,
- the infra-red light reflections originating from an irradiated person are detected
by an infrared camera and
- the temporal changes in the reflected images are formed in a control and processing
unit into signals for the control of an automatic door,
characterised thereby, that a combined recording method with and without infrared
light (3.1) is used for the detection of persons (7) in the lobby (5) of a lift entrance
and for ascertaining the direction of their movement in this lobby (5) in that two
different images, one with infra-red light (3.1) and one without infra-red light,
are recorded in turn by the infrared camera (1) and that the image data of the image
recording without infrared light (3.1) are subtracted from the image data of the image
recording with infra-red light (3.1) and binary image difference data are produced
and that the number and the direction of movement of persons (7) present is ascertained
from the reflected images (14), which are received from the irradiated persons (7)
and represent outline fragments.
2. Method according to claim 1, characterised thereby, that the height of the areal beam
of the infra-red light (3.1) is focussed onto a fraction of the height of a person.
3. Method according to claim 1, characterised thereby, that the image projected in the
infrared camera (1) is scanned column by column, that the columns are circuited parallelly
to the x-direction and that each scanned image column is projected onto a charge-coupled
device image line sensor (1.5) and this is read out and switched ready for the next
image column during each image column projection.
4. Method according to claim 1 and 3, characterised thereby, that a greater image resolution
is produced in the x-direction than in the y-direction.
5. Method according to claim 1, characterised thereby, that the outlines typical for
the solution of the problem and the temporal changes in the reflected images (14)
are stored as binary image data, in case of need stored anew in a continuous learning
process and used as a basis for comparison in the ascertaining of the presence of
persons (7) on the lobby surface (5).
6. Device for the performance of the method according to claim 1 for the control of the
door setting of an automatic door, the device consisting of
- an infra-red camera installed in the door frame or on the cage and picking up the
lobby,
- infrared light sources and
- a control and processing unit
characterised thereby, that the infra-red camera (1) comprises a vertically arranged
microshutter (1.2) and a likewise vertically arranged charge-coupled device image
line sensor (1.5) and that the infrared light sources (3.1) are formed as horizontal
areal radiators installed in the front edges of door leaves (21) and moving together
with these.
7. Device according to claim 6, characterised thereby, that the number of sensor cells
(1.7) in the charge-coupled device image line sensor (1.5) of the infra-red camera
(1) is greater than the number of vertical shutter columns (1.8) in the liquid crystal
display microshutter (1.2).
8. Device according to claim 1, characterised thereby, that the control and processing
unit (10) comprises storage devices containing programmed method steps and switching
circuits executing these method steps.
1. Procédé pour commander la position d'une porte automatique tandis que
- la position de ladite porte est commandée en fonction de la présence ou de la non-présence
de personnes et de la direction du mouvement effectué par des personnes éventuellement
présentes,
- les personnes présentes sur la surface du local précédant l'entrée sont exposées
à une lumière infrarouge,
- cette lumière infrarouge est émise sous la forme d'un rayonnement en nappe,
- les réflexions de lumière infrarouge provenant d'une personne exposée à ce rayonnement
sont saisies par une caméra à infrarouges, et
- les modifications dans le temps des images réfléchies sont transformées, dans une
unité de commande et de traitement, en signaux destinés à commander une porte automatique,
caractérisé par le fait que pour la saisie de personnes (7) dans l'espace (5) situé
devant l'entrée d'un ascenseur et l'obtention de la direction de leur mouvement dans
ledit espace 5, on utilise un procédé d'enregistrement combiné avec ou sans rayonnement
infrarouge (3.1) en enregistrant à tour de rôle, par la caméra à infrarouges (1),
deux images différentes, l'une avec rayonnement infrarouge (3.1) et l'autre sans rayonnement
infrarouge, et par le fait que les données de l'enregistrement sans rayonnement infrarouge
(3.1) sont soustraites des données de l'enregistrement avec rayonnement infrarouge
(3.1), et que sont générées des données différentielles binaires, et par le fait que
les images réfléchies (14) obtenues à partir des personnes exposées (7) et représentant
des fragments de contours permettent d'obtenir le nombre des personnes présentes (7)
et la direction du mouvement effectué par elles.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la hauteur du rayonnement
infrarouge en nappe (3.1) est focalisée sur une fraction de la hauteur d'une personne.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que l'image projetée dans
la caméra à infrarouges (1) est balayée colonne par colonne, que les colonnes sont
orientées parallèlement à la direction X et que chaque colonne balayée est projetée
sur un détecteur analyseur de lignes CCD (1.5) et qu'à chaque projection d'une colonne
vidéo, ce détecteur est lu et préparé pour la prochaine colonne vidéo.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé par le fait qu'en direction X
la résolution de l'image est supérieure à celle générée en direction Y.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les contours et les
modifications dans le temps des images réfléchies (14) typiques pour la solution du
problème sont mémorisés sous la forme de données vidéo binaires, qu'en cas de besoin
ces données sont mémorisées à nouveau et utilisées pour servir de base de comparaison
afin de déterminer la présence de personnes (7) dans la surface de l'espace (5).
6. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1, pour la commande
de la position d'une porte automatique, constitué de
- une caméra à infrarouges, saisissant l'espace d'entrée et incorporée dans le châssis
de la porte ou sur la cabine,
- deux sources de rayonnement infrarouge, et
- d'une unité de commande et de traitement
caractérisé par le fait que la caméra à infrarouges (1) présente un micro-obturateur
(1.2) disposé verticalement et un détecteur analyseur de lignes CCD (1.5) disposé
également verticalement, et que les sources de rayonnement infrarouge (3.1) sont réalisées
sous la forme d'émetteurs de rayonnement en nappe horizontale, incorporés dans les
arêtes antérieures des battants de portes (21) et se déplacent avec ces derniers.
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé par le fait que le nombre de cellules
sensibles (1.7) présentes dans le détecteur analyseur d'images à lignes CCD (1.5)
de la caméra à infrarouges (1) est supérieur au nombre des colonnes verticales (1.8)
présentes dans le micro-obturateur à cristaux liquides (1.2).
8. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé par le fait que l'unité de traitement
et de commande (10) présente des mémoires contenant des opérations programmées inhérentes
au procédé ainsi que des circuits qui exécutent lesdites opérations.