(19)
(11) EP 0 344 792 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.12.1992  Patentblatt  1992/50

(21) Anmeldenummer: 89109965.7

(22) Anmeldetag:  01.06.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B01L 3/02

(54)

Pipettiergerät

Pipeting apparatus

Dispositif de pipettage


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL

(30) Priorität: 01.06.1988 DE 3818704

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.12.1989  Patentblatt  1989/49

(73) Patentinhaber: Glasgerätebau Hirschmann
D-74246 Eberstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Hirschmann, Adolf Martin
    D-7101 Eberstadt (DE)

(74) Vertreter: Zinnecker, Armin, Dipl.-Ing. et al
Lorenz-Seidler-Gossel, Widenmayerstrasse 23
80538 München
80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
US-A- 3 834 240
US-A- 3 963 061
   
  • SOVIET INVENTIONS ILLUSTRATED, Wöche 8619, 23. Mai 1986, Nr. J04, 86-124283/19, Derwent Publications Ltd, London, GB
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Pipettiergerät nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Ein derartiges Pipettiergerät ist aus der US-A-3 963 061 bekannt. Das vorbekannte Pipettiergerät besitzt zwei Druckknöpfe, von denen einer zum Ansaugen der Flüssigkeit, der andere zum Abgeben der Flüssigkeit dient. Das Gerät ist mit externen Energiequellen, nämlich mit einer externen Druckquelle und einer externen Vakuumquelle, verbunden.

[0003] Aus der DE-C-914 790 ist ein Pipettiergerät bekannt, das aus einem Gehäuse mit einem Handgriff und einer Pipettenaufnahme für eine Pipette besteht sowie aus einer Saugeinrichtung zum Aufsaugen einer Flüssigkeit in die Pipette und einer Einrichtung zum Ablassen der aufgesaugten Flüssigkeit aus der Pipette, mittels der der geräteseitige Unterdruck wieder auf Atmosphärendruck gebracht wird. Ein ähnliches Gerät zeigt die DE-PS 698 619.

[0004] Die US-A-46 24 147 offenbart ein Pipettiergerät, das zwei Druckknöpfe aufweist. Der eine Druckknopf dient zum Ansaugen einer Flüssigkeit, der andere zum Ausstoßen der Flüssigkeit.

[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Pipettiergerät der eingangs angegebenen Art, das keine externen Energiequellen aufweist, zum Zwecke des Ablassens der angesaugten Flüssigkeit eine einfache Verbindung zur Atmosphäre herzustellen.

[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe duch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst. Im Ruhezustand befindet sich der gehäusefeste Dichtungsring in Anlage mit dem ersten Bereich des Kolbens; der Dichtungsring dichtet also ab. Zum Ausstoßen der in die Pipette eingesaugten Flüssigkeit wird der Kolben durch einen Druck auf den Druckknopf in der Führung in dem Handgriff bewegt. Hierdurch gelangt der zweite Bereich des Kolbens in Eingriff. Weil dieser zweite Bereich im Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser des Dichtungsringes, kann Luft durch den ringförmigen Spalt zwischen der Dichtung und dem zweiten Bereich des Kolbens in den Abströmraum und damit in die mit dem Abströmraum verbundene Pipettenaufnahme strömen. Durch den dadurch bewirkten Druckausgleich kann folglich die in die Pipette eingesaugte Flüssigkeit ausgedrückt werden. Es ist also möglich, durch eine einfache manuelle Druckknopfbetätigung die in der Pipette befindliche Flüssigkeit auszudrücken.

[0007] Dadurch, daß der Durchmesser des zweiten Bereichs des Kolbens in Richtung auf den Druckknopf abnimmt, kann die Ausströmgeschwindigkeit auf einfache Weise gesteuert werden. Mit zunehmendem Kolbenweg wird der Ringspalt zwischen dem gehäusefesten Dichtungsring und dem zweiten Bereich des Kolbens größer, so daß in gleicher Weise die Luft-Strömungsgeschwindigkeit zunimmt. Durch das Ausmaß der Betätigung des Druckknopfes kann also die Geschwindigkeit des Ausströmens der Flüssigkeit aus der Pipette beeinflußt werden.

[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

[0009] Wenn der zweite Bereich des Kolbens konisch ausgebildet ist, kann er auf besonders einfache Weise hergestellt werden. Darüberhinaus ist dadurch die Zunahme der Ringspalt-Fläche zwischen dem gehäusefesten Dichtungsring und dem zweiten Bereich des Kolbens in Bezug auf den Weg dieses Kolbens linear, was eine besonders einfache Handhabung mit sich bringt.

[0010] Vorzugsweise ist an dem Kolben ein an den zweiten Bereich anschließender dritter Bereich vorgesehen, in dem der Durchmesser in Richtung auf den Druckknopf zunächst ansteigt, bis er genauso groß ist wie der Durchmesser des Dichtungsringes und anschliessend gleichbleibt. Der Kolben kann also zunächst einmal niedergedrückt werden, bis der Beginn des dritten Bereichs an dem gehäusefesten Dichtungsring anliegt. An diesem Punkt wird der weiteren Bewegung des Kolbens in Richtung auf den Handgriff ein fühlbarer Widerstand entgegengesetzt, der als "Druckpunkt" fühlbar ist. In dieser Stellung wird die Verbindung zu dem Abströmraum wieder geschlossen, so daß die Flüssigkeitsmenge in der Pipette nicht weiter verändert wird, der Vorgang des Ausdrückens von Flüssigkeit aus der Pipette also unterbrochen wird. In dem sich anschließenden Bereich des ersten Kolbens bleibt dessen Durchmesser gleich groß, also genauso groß wie der Durchmesser des gehäusefesten Dichtungsrings. Bei einem weiteren Niederdrücken des Druckknopfes bleibt der Abströmraum also abgedichtet. Wenn der Kolben weiter niedergedrückt wird, wird also durch das Vordringen des Kolbens in den Abströmraum dessen Volumen verkleinert, wodurch der in der Pipette vorhandene Flüssigkeitsrest durch diese Druckwirkung ausgeblasen wird. Der Kolben arbeitet in diesem dritten Bereich demzufolge als Druckkolben.

[0011] Vorzugsweise ist der Kolben federbelastet. Hierzu kann zwischen einem Anschlag an dem Kolben und einem Anschlag am Gehäuse eine Druckfeder angeordnet sein.

[0012] Der Kolben kann in einer Bohrung des Druckknopfes gelagert sein. Vorzugsweise ist der Druckknopf in einer Bohrung des Handgriffs gelagert. Hierzu ist es zweckmäßig, daß der Druckknopf an seinem dem Handgriff zugewandten Ende einen Bund aufweist, der mit der Endfläche der Bohrung im Handgriff in Anlage bringbar ist, so daß die Bewegung des Druckknopfes und damit des Kolbens in Richtung vom Handgriff weg begrenzt ist. Im Zusammenwirken mit der Druckfeder befindet sich also der Druckknopf in seiner Ruhestellung in Anlage mit dem Handgriff. Nach dem Niederdrücken des Druckknopfes und anschließendem Loslassen nimmt der Druckknopf wieder diese Stellung ein.

[0013] Vorzugsweise weist der Kolben an dem dem Druckknopf zugewandten Ende des zweiten Bereiches eine den Kolben quer durchsetzende, durchgehende Entlüftungsbohrung auf. Diese Entlüftungsbohrung reicht vorzugsweise in den dritten Bereich hinein. Wenn der Kolben über den zweiten Bereich hinaus bewegt wird, kann sich durch diese Entlüftungsbohrung, in der der Atmosphärendruck herrscht, kein Druck aufbauen. Der erste Kolben wirkt also erst dann als Druckkolben, wenn die Entlüftungsbohrung den Dichtungsring vollständig durchschritten hat, wenn also die Dichtung an dem dritten, im Durchmesser gleichbleibenden, Bereich des Kolbens anliegt.

[0014] Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist in dem Handgriff ein zweiter Kolben längsverschieblich gelagert. Der zweite Kolben ist mit einem zweiten Druckknopf versehen. Durch eine Bewegung des zweiten Kolbens wird ein in dem Gehäuse vorgesehener Saugraum vergrößert. Der Saugraum ist über ein Saugventil mit der Pipettenaufnahme verbunden. Er ist ferner mit einem Druckventil verbunden. Durch eine Betätigung des zweiten Druckknopfes und damit des zweiten Kolbens wird der Saugraum vergrößert und damit aufgesteuert. Gleichzeitig wird das Saugventil geöffnet und das Druckventil geschlossen. Der mit der Pipettenaufnahme verbundene Saugraum wird also vergrößert, so daß Flüssigkeit in die Pipette eingesaugt wird.

[0015] Vorzugsweise ist der zweite Kolben federbelastet. Die Feder kann eine zweite Druckfeder sein, die zwischen einem Anschlag an dem zweiten Kolben und einem Anschlag am Gehäuse angeordnet ist. Vorzugsweise ist der zweite Kolben in einer Bohrung des zweiten Druckknopfes gelagert. Der zweite Druckknopf kann in einer Bohrung des Handgriffs gelagert sein. Vorzugsweise weist der zweite Druckknopf an seinem dem Handgriff zugewandten Ende einen Bund auf, der mit der Endfläche der Bohrung im Handgriff in Anlage bringbar ist.

[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnungen im einzelnen erläutert. In den Zeichnungen zeigt
Fig. 1
eine Seitenansicht des Pipettiergerätes, teilweise eim Schnitt,
Fig. 2
einen Schnitt durch den Handgriff des in Fig. 1 gezeigten Pipettiergerätes und
Fig. 3
eine vergrößerte Darstellung der Einzelheit "X" der Fig. 1.


[0017] Das in Fig. 1 gezeigte Pipettiergerät besitzt einen Handgriff (Pistolengriff) 1, in dem eine Pipettenaufnahme 17 angebracht ist, welche die Aufnahme von verschiedenartigen Pipetten 19 ermöglicht. Zur Verhinderung von eindringender Flüssigkeit über die Pipettenaufnahme 17 in dem Pistolengriff 1 ist ein Hydrophober Sterilfilter 18 zwischengeschaltet.

[0018] In dem Handgriff 1 ist ein Konus 11 angeordnet, durch den die Verbindung mit der Pipettenaufnahme 17 hergestellt wird. In einer Bohrung des Handgriffs 1 ist ein Druckknopf 8a längsverschieblich gelagert, der mit seinem äußeren Ende außen aus dem Handgriff herausragt. Am inneren Ende trägt der Druckknopf 8a einen Bund, der in der in Fig. 1 gezeigten Ruhelage am inneren Ende der Führungsbohrung in dem Handgriff anliegt. Der Druckknopf 8a besitzt seinerseits eine innere Bohrung, in der der Kolben 6 gelagert ist.

[0019] Wie aus Fig. 3 ersichtlich, durchsetzt der Kolben 6 einen gehäusefesten Dichtungsring 13a. In dem mit dem Handgriff 1 verbundenen Gehäuseblock 2 befindet sich eine mit dem Kolben 6 koaxiale Bohrung. Diese besteht aus einem dem Druckknopf zugewandten, im Durchmesser größeren Bereich 41 und einem im Durchmesser kleineren Bereich 42; letzterer bildet den Abströmraum 43. Am Ende des ersten, im Durchmesser größeren Bereichs 41 liegt die Scheibe 3 an einem Absatz an; diese Scheibe 3 ist in der Bohrung 41 befestigt. Die Scheibe 3 trägt innen den gehäusefesten Dichtungsring 13a. Dieser Dichtungsring 13a wird auf einer Seite von einem Absatz der Scheibe 3 begrenzt, während sich auf der anderen Seite ein Sicherungsring 20 befindet. Zwischen dem Absatz der Scheibe 3 und dem Sicherungsring 20 wird also eine Nut gebildet, in der der Dichtungsring 13a liegt.

[0020] Der Kolben 6 weist an seinem dem Druckknopf 8a abgewandten Ende einen ersten, dem Durchmesser des Dichtungsringes 13a entsprechenden Bereich 44 auf. Wenn sich also dieser erste Bereich 44 des Kolbens 6 im Bereich des Dichtungringes 13a befindet, wird der Abströmraum 43 abgedichtet. An den ersten Bereich 44 des Kolbens 6 schließt sich ein zweiter Bereich 45 an, in dem der Durchmesser in Richtung auf den Druckknopf 8a abnimmt. Dieser zweite Bereich 45 ist konisch ausgestaltet. Wenn also der Kolben 6 aus der in Fig. 3 gezeigten Stellung nach rechts bewegt wird, gelangt der zweite Bereich 45 des Kolbens 6 in den Bereich der gehäusefesten Dichtung 13a. Es wird dann ein Ringspalt zwischen der gehäusefesten Dichtung 13a und dem zweiten Bereich 45 des Kolbens 6 aufgesteuert. Dieser Ringspalt ist umso größer, je weiter der Kolben 6 nach rechts bewegt wird. Es wird demzufolge eine Verbindung zwischen dem Bereich der Bohrung 41 und dem Abströmraum 43 aufgesteuert.

[0021] An den zweiten Bereich 45 des Kolbens 6 schließt sich ein dritter Bereich 46 an, in dem der Durchmesser in Richtung auf den Druckknopf 8a zunächst ansteigt, bis er genauso groß ist wie der Durchmesser des Dichtungsrings 13a. Wenn also der dritte Bereich 46 des Kolbens 6 mit der gehäusefesten Dichtung 13a in Eingriff gelangt, wird der Abströmraum 43 wieder abgedichtet.

[0022] An dem dem Druckknopf 8a zugewandten Ende des zweiten Bereichs 45 ist eine den Kolben 6 quer durchsetzende, durchgehende Entlüftungsbohrung 21 vorgesehen. Diese reicht in den dritten Bereich 46 des Kolbens 6 hinein.

[0023] Wie aus Fig. 1 zu sehen, ist der Abströmraum 43 durch die Schlauchleitung 16 mit einem Anschluß des Konus 11 verbunden. Auf der dem Abströmraum 43 gegenüberliegenden Seite des Dichtungsrings 13a befindet sich der von der Bohrung 41 begrenzte Raum, in dem der Atmosphärendruck herrscht.

[0024] In dem Druckknopf 8a ist eine an die den Kolben 6 aufnehmende Bohrung anschließende, im Durchmesser größere Bohrung vorgesehen. An dem Absatz zwischen den beiden genannten Bohrungen liegt eine Druckfeder 7a an, deren anderes Ende sich an der gehäusefesten Scheibe 3 abstützt. Der Druckknopf 8a und damit der Kolben 6 ist also federbelastet. In der Ruhestellung nehmen Druckknopf 8a und Kolben 6 die in Fig. 3 gezeigte Lage ein. In dieser Ruhestellung dichtet also der gehäusefeste Dichtungsring 13a den Abströmraum 43 dadurch ab, daß er an dem ersten Bereich 44 des Kolbens 6 anliegt. Zur Öffnung des Abströmraums 43 kann dann der Kolben 6 durch einen Druck auf den Druckknopf 8a entgegen der Kraft der Feder 7a bewegt werden.

[0025] In einer Bohrung des Handgriffs 1 ist weiterhin ein zweiter Druckknopf 8 längsverschieblich gelagert. Der zweite Druckknopf 8 besitzt ebenfalls an seinem dem Handgriff 1 zugewandten Ende einen Bund, der mit dem inneren Ende der Bohrung im Handgriff 1 in Anlage bringbar ist. In dem zweiten Druckknopf 8 ist der zweite Kolben 5 gelagert. Der zweite Kolben 5 durchsetzt eine gehäusefeste Dichtung 13. Die Dichtung 13 befindet sich an der inneren Fläche einer Scheibe, die an einem Absatz in einer Bohrung in dem Gehäusekörper 2 befestigt ist. Die Dichtung 13 befindet sich in einer Nut, die einerseits von einem nach innen weisenden Absatz der Scheibe und andererseits von einem mit der Scheibe verbundenen Ring gebildet wird. Der zuletzt genannte Ring bildet gleichzeitig den gehäusefesten Anschlag für die Feder 7, deren anderes Ende sich an dem zweiten Druckknopf 8 abstützt. Auf der dem Druckknopf 8 abgewandten Seite der die Dichtung 13 tragenden Scheibe ist der Kolben 5 mit der Kolbenscheibe 4 verbunden, die an ihrem äußeren Umfang die Dichtung 12 trägt. Die Kolbenscheibe 4 ist in der Gehäusebohrung 51 geführt. Zwischen der Dichtung 13 und der Dichtung 12 befindet sich in der Bohrung 51 der Saugraum, der durch eine Bewegung des zweiten Kolbens 5 in der Fig. 1 nach rechts aufgesteuert wird. Dieser Saugraum ist über die Schlauchleitung 15 und eine Bohrung in dem Gehäusekörper 2 mit dem zweiten Anschluß des Konus 11 verbunden. Beide Anschlüsse des Konus 11 sind ihrerseits mit der Pipettenaufnahme 17 und damit mit der Pipette 19 verbunden. Zwischen der Schlauchleitung 15 und der zum Saugraum führenden Bohrung in dem Gehäusekörper 2 ist das Ansaugventil 14 angeordnet. Weiterhin ist mit dem Saugraum das Ausstoßventil 14a verbunden.

[0026] Das Pipettiergerät arbeitet wie folgt: Bei der Ansaugbewegung wird durch Drücken des zweiten Druckknopfes 8 über die Zylinder-Kolbeneinheit 51, 4, 5 in dem Saugraum zwischen den Dichtungen 13 und 12 ein Unterdruck erzeugt, welcher das Ansaugventil 14 öffnet und gleichzeitig das Ausstoßventil 14a schließt. Der Unterdruck bewirkt über die Schlauchverbindung 15 und den Konus 11 ein Ansaugen der Flüssigkeit in die Pipette 19. Durch mehrmaliges Drücken des zweiten Druckknopfes 8 kann also die Pipette gefüllt werden. Da der Unterdruck bereits beim Eindrücken des zweiten Druckknopfes 8 über die Zylinder-Kolbeneinheit 4 erzeugt wird, ist es bereits während des Eindrückens des zweiten Druckknopfes 8 möglich, ein definiertes Flüssigkeitsvolumen anzusaugen. Wenn der zweite Druckknopf 8 losgelassen wird, drückt die Druckfeder 7 die Zylinder-Kolbeneinheit 4, 5 in die Ausgangsstellung zurück, wobei das Luftvolumen durch das Ausstoßventil 14a bei gleichzeitigem Schließen des Ansaugventils 14 in die Atmosphäre entweicht.

[0027] Auslauf/Ausstoßbewegung: Durch Drücken des Druckknopfes 8a strömt über den zweiten Bereich 45 des Kolbens 6 der Atmosphärendruck über den Schlauch 16 und den Konus 11 in die Pipette 19 und bewirkt ein Auslaufen der Flüssigkeit. Nach Auslaufen der Pipette 19 wird der in der Pipettenspitze verbleibende Flüssigkeitsrest ausgeblasen. Dies geschieht durch Drücken des Druckknopfes 8a über den Druckpunkt hinaus. Der Druckpunkt wird durch den Übergangsbereich zwischen dem zweiten Bereich 45 des Kolbens 6 und dessen dritten Bereich 46 gebildet. Der Kolben 6 wirkt im dritten Bereich 46 als Zylinder-Kolbeneinheit. Der durch die Bewegung des Kolbens 6 in dem Abströmraum 43 erzeugte Überdruck wird über den Schlauch 16 und den Konus 11 in die Pipette 19 eingeleitet; die Pipette 19 wird dadurch vollständig ausgeblasen. Durch Loslassen des Druckknopfes 8a drückt die Feder 7a den Kolben 6 in die Ausgangsstellung zurück.

[0028] Durch die Entlüftungsbohrung 21 kann sich im Übergangsbereich 22 zwischen den zweiten Bereich 45 und dem dritten Bereich 46 und auch zu Beginn dieses dritten Bereiches 46 kein Überdruck aufbauen, der zu einem Druckstoß führen könnte. Wenn der Kolben 6 über das Ende des zweiten Bereiches 45 hinaus gedrückt wird, steigt der Durchmesser zunächst im Bereich 22 des Kolbens 6 an. Am Ende dieses Übergangsbereichs 22 dichtet die Dichtung 13a wieder ab. Hier könnte ein Druckstoß entstehen, wenn die Entlüftungsbohrung 21 nicht vorhanden wäre. Die Entlüftungsbohrung 21 reicht etwas in den dritten Bereich 46 des Kolbens 6 hinein. Erst nachdem diese Entlüftungsbohrung 21 die Dichtung 13a vollständig durchschritten hat, beginnt die oben beschriebene Druckwirkung des dritten Bereiches 46. Durch die Entlüftungsbohrung 21 wird also auch ein definierter Beginn der Wirkung des Kolbens als Druckkolben festgelegt. Ein Druckstoß wird verhindert.

[0029] Das Funktionsprinzip des Dosierventils kann also wie folgt beschrieben werden:

a) Ausgangsstellung: Der Dichtungsring 13a dichtet am Umfang des Kolbens 6 den atmosphärischen Druck vom Unterdruck ab; dies ist der Einwirkungsbereich des ersten Bereichs 44 des Kolbens 6.

b) Auslaufstellung: Durch Drücken des Druckknopfes 8a wird ein Ringspalt am Kolben 6 freigegeben. Dieser ist durch den Konus 45 veränderlich, wodurch eine Änderung der Auslaufgeschwindigkeit erreicht werden kann. Beim Erreichen des Druckpunktes 22 zwischen dem zweiten Bereich 45 und dem dritten Bereich 46 ist die maximale Öffnung erreicht, was der größten Auslaufgeschwindigkeit entspricht.

c) Ausblasstellung: Durch Drücken des Druckknopfes 8a über den Druckpunkt 22 hinaus dichtet der Dichtungsring 13a wieder vollflächig ab. Dadurch wirkt der Kolben 6 als Druckkolben, wobei das Restvolumen ausreicht, über den so erzeugten Überdruck die Pipette 19 vollständig auszublasen.



[0030] Der Druckknopf 8a kann mit dem Kolben 6 einstückig verbunden sein. Gleiches gilt für den zweiten Druckknopf 8 und den zweiten Kolben 5.


Ansprüche

1. Pipettiergerät, bestehend aus einem Gehäuse mit einem Handgriff (1) und einer Pipettenaufnahme (17) für eine Pipette (19) sowie einer Saugeinrichtung zum Aufsaugen einer Flüssigkeit in die Pipette und einer Einrichtung zum Ablassen der aufgesaugten Flüssigkeit aus der Pipette, wobei in dem Handgriff (1) ein mit einem Druckknopf (8a) versehener Kolben (6) zum Ausblasen der Flüssigkeit längsverschieblich geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kolben (6) einen gehäusefesten Dichtungsring (13a) durchsetzt,
daß auf der dem Dichtungsring (13a) abgewandten Seite des ersten Druckkknopfes (8a) ein mit der Pipettenaufnahme (17) verbundener Abströmraum (43) in dem Gehäuse (1, 2) vorgesehen ist und
daß der Kolben (6) an seinem dem Druckknopf (8a) abgewandten Ende einen ersten, dem Durchmesser des Dichtungsringes (13a) entsprechenden Bereich (44) aufweist sowie einen daran anschließenden zweiten Bereich (45), in dem der Durchmesser in Richtung auf den Druckknopf (8a) abnimmt.
 
2. Pipettiergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Bereich (45) des Kolbens (6) konisch ausgebildet ist.
 
3. Pipettiergerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Kolben (6) ein an den zweiten Bereich (45) anschließender dritter Bereich (46) vorgesehen ist, in dem der Durchmesser in Richtung auf den Druckknopf (8a) zunächst ansteigt, bis er genauso groß ist wie der Durchmesser des Dichtungsringes (13a), und anschließend gleichbleibt.
 
4. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (6) federbelastet (7a) ist.
 
5. Pipettiergerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Anschlag am Kolben (6) und einem Anschlag am Gehäuse (3) eine Druckfeder (7a) angeordnet ist.
 
6. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (6) in einer Bohrung des Druckknopfes (8a) gelagert ist.
 
7. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckknopf (8a) in einer Bohrung des Handgriffs (1) gelagert ist.
 
8. Pipettiergerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckknopf (8a) an seinem dem Handgriff (1) zugewandten Ende einen Bund aufweist, der mit der Endfläche der Bohrung im Handgriff (1) in Anlage bringbar ist.
 
9. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (6) an dem dem Druckknopf (8a) zugewandten Ende des zweiten Bereiches (45) eine den Kolben (6) quer durchsetzende, durchgehende Entlüftungsbohrung (21) aufweist.
 
10. Pipettiergerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Entlüftungsbohrung (21) in den dritten Bereich (46) hineinreicht.
 
11. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Handgriff (1) ein zweiter Kolben (5) längsverschieblich gelagert ist, der mit einem zweiten Druckknopf (8) versehen ist, und daß der Saugraum, der durch eine Bewegung des zweiten Kolbens (5) vergrößert wird, mit einem Druckventil (14a) und über ein Saugventil (10) mit der Pipettenaufnahme (17) verbunden ist.
 
12. Pipettiergerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Kolben (5) federbelastet (7) ist.
 
13. Pipettiergerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Anschlag an dem zweiten Kolben (5) und einem Anschlag am Gehäuse (1, 2) eine zweite Druckfeder (7) angeordnet ist.
 
14. Pipettiergerät nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichent, daß der zweite Kolben (5) in einer Bohrung des zweiten Druckknopfes (8) gelagert ist.
 
15. Pipettiergerät nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichent, daß der zweite Druckknopf (8) in einer Bohrung des Handgriffs (1) gelagert ist.
 
16. Pipettiergerät nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Druckknopf (8) an seinem dem Handgriff (1) zugewandten Ende einen Bund aufweist, der mit der Endfläche der Bohrung im Handgriff (1) in Anlage bringbar ist.
 


Claims

1. A pipetting apparatus consisting of a casing with a handle (1) and a pipette receptacle (17) for a pipette (19), as well as a suction device for drawing a liquid into the pipette and a device for discharging the drawn-in liquid from the pipette, wherein a piston (6) provided with a push button (8a) is carried in the handle (1) for longitudinal displacement, for blowing out the liquid,
characterized in that
the piston (6) passes through a sealing ring (13a) fixed to the casing,
that on the side of the first push button (8a) remote from the sealing ring (13a), provision is made in the casing (1, 2) for a drainage compartment (43) connected to the pipette receptacle (17) and
that the piston (6) has on its end remote from the push button (8a), a first zone (44) corresponding to the diameter of the sealing ring (13a) as well as a second zone (45) adjacent thereto, wherein the diameter declines in the direction towards the push button (8a).
 
2. A pipetting apparatus according to claim 1, characterized in that the second zone (45) of the piston (6) has a conical shape.
 
3. A pipetting apparatus according to claim 1 or 2, characterized in that, following the second zone (45), provision is made on the piston (6) for a third zone (46) wherein the diameter at first increases in the direction towards the push button (8a) until it is just as large as the diameter of the sealing ring (13a), and subsequently remains constant.
 
4. A pipetting apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the piston (6) is loaded by a spring (7a).
 
5. A pipetting apparatus according to claim 4, characterized in that a compression spring (7a) is arranged between a stop on the piston (6) and a stop on the casing (3).
 
6. A pipetting apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the piston (6) is mounted in a bore of the push button (8a).
 
7. A pipetting apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the push button (8a) is mounted in a bore of the handle (1).
 
8. A pipetting apparatus according to claim 7, characterized in that on its end facing the handle (1), the push button (8a) has a collar that can be brought to bear on the end face of the bore in the handle (1).
 
9. A pipetting apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the piston (6) has, on the end of the second zone (45) facing the push button (8a), a through vent hole (21) passing transversely through the piston (6).
 
10. A pipetting apparatus according to claim 9, characterized in that the vent hole (21) extends into the third zone (46).
 
11. A pipetting apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that a second piston (5) is carried in the handle (1) for longitudinal displacement, which piston is provided with a second push button (8) and that the suction space which is enlarged by a movement of the second piston (5) is connected to a pressure valve (14a) and via a suction valve (10) to the pipette receptacle (17).
 
12. A pipetting apparatus according to claim 11, characterized in that the second piston (5) is loaded by a spring (7).
 
13. A pipetting apparatus according to claim 12, characterized in that a second compression spring (7) is arranged between a stop on the second piston (5) and a stop on the casing (1, 2).
 
14. A pipetting apparatus according to one of claims 11 to 13, characterized in that the second piston (5) is mounted in a bore of the second push button (8).
 
15. A pipetting apparatus according to one of claims 11 to 14, characterized in that the second push button (8) is mounted in a bore of the handle (1).
 
16. A pipetting apparatus according to claim 15, characterized in that on its end facing the handle (1), the second push button (8) has a collar which can be brought to bear on the end face of the bore in the handle (1).
 


Revendications

1. Appareil de pipettage, constitué d'un boîtier avec une poignée (1) et un logement de pipette (17) pour une pipette (19) ainsi qu'un dispositif d'aspiration pour aspirer un liquide dans la pipette et un dispositif pour évacuer le liquide aspiré de la pipette, dans lequel est guidé dans la poignée (1), de façon déplaçable longitudinalement, un piston (6) équipé d'un bouton de pression (8a) destiné à faire sortir en soufflant le liquide, caractérisé en ce que le piston (6) traverse un anneau d'étanchéité (13a) solidaire du bâti, en ce qu'il est prévu sur le côté éloigné de l'anneau d'étanchéité (13a) du premier bouton de pression (8a) une chambre d'écoulement (43) reliée au logement de pipette (17) dans le boîtier (1, 2), et en ce que le piston (6), a son extrémité éloignée du bouton de pression (8a), présente une première zone (44) correspondant au diamètre de l'anneau d'étanchéité (13a) ainsi qu'une deuxième zone (45) faisant suite à celle-ci, dans laquelle le diamètre diminue en direction vers le bouton de pression (8a).
 
2. Appareil de pipettage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la deuxième zone (45) du piston (6) est réalisée de façon conique.
 
3. Appareil de pipettage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est prévu sur le piston (6) une troisième zone (46) faisant suite à la deuxième zone (45) et dans laquelle le diamètre augmente d'abord en direction vers le bouton de pression (8a) jusqu'à ce qu'il soit aussi grand que le diamètre de l'anneau d'étanchéité (13a) et reste constant ensuite.
 
4. Appareil de pipettage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le piston (6) est soumis à l'action d'un ressort (7a).
 
5. Appareil de pipettage selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'un ressort à pression (7a) est disposé entre une butée sur le piston (6) et une butée sur le boîtier (3).
 
6. Appareil de pipettage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le piston (6) est logé dans un perçage du bouton de pression (8a).
 
7. Appareil de pipettage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le bouton de pression (8a) est loge dans un perçage de la poignée (1).
 
8. Appareil de pipettage selon la revendication 7, caractérisé en ce que le bouton de pression (8a) présente à son extrémité orientée vers la poignée (1) un collet applicable à la face extrême du perçage dans la poignée (1).
 
9. Appareil de pipettage selon l'une des revendications précédentes, caractérise en ce que le piston (6) présente à l'extrémité orientée vers le bouton de pression (8a) de la deuxième zone (45) un perçage d'aération débouchant (21), traversant transversalement le piston (6).
 
10. Appareil de pipettage selon la revendication 9, caractérisé en ce que le perçage d'aération (21) s'étend dans la troisième zone (46).
 
11. Appareil de pipettage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un deuxième piston (5) est logé de façon déplaçable longitudinalement dans la poignée (1) et est pourvu d'un deuxième bouton de pression (8), et en ce que la chambre d'aspiration qui est agrandie par un déplacement du deuxième piston (5), est reliée à une soupape de compression (14a) et par l'intermédiaire d'une soupape d'aspiration (10) au logement de pipette (17).
 
12. Appareil de pipettage selon la revendication 11, caractérisé en ce que le deuxième piston (5) est soumis à l'action d'un ressort (7).
 
13. Appareil de pipettage selon la revendication 12, caractérisé en ce qu'un deuxième ressort à pression (7) est disposé entre une butée sur le deuxième piston (5) et une butée sur le boîtier (1, 2).
 
14. Appareil de pipettage selon l'une des revendications 11 à 13, caractérisé en ce que le deuxième piston (5) est logé dans un perçage du deuxième bouton de pression (8).
 
15. Appareil de pipettage selon l'une des revendications 11 à 14, caractérisé en ce que le deuxième bouton de pression (8) est logé dans un perçage de la poignée (1).
 
16. Appareil de pipettage selon la revendication 15, caractérisé en ce que le deuxième bouton de pression (8) présente, à son extrémité orientée vers la poignée (1), un collet applicable à la face extrême du perçage dans la poignée (1).
 




Zeichnung