[0001] Die Erfindung betrifft eine Führungsvorrichtung für ein Druck- oder Schreibgerät
mit einem Druckwiderlager, einem entlang des Druckwiderlagers verfahrbaren Druckwagen
und wenigstens einem mit einem Ende am Druckwagen befestigen, mit dem anderen Ende
auf eine Wickelspule aufwickelbaren, parallel zum Druckwiderlager angeordneten Führungsband,
wobei die Wickelspule im Endbereich des Verfahrweges des Druckwagens angeordnet ist.
[0002] Bei Druckern mit ebener Papierführung im Druckbereich ist das Bedrucken von gebogenen
oder geknickten Aufzeichnungsträgern problematisch, weil diese von dem Druckwiderlager
abstehen.
[0003] Dieses Problem wurde in der FR-PS 74 43 631 mit einer Führungsvorrichtung der eingangs
genannten Art gelöst. Nachteilig ist bei dieser Vorrichtung, daß durch die neben dem
Verfahrbereich des Druckwagens angeordnete Wickelspule zusätzlicher Platz be nötigt
wird, der die Breite des Druckers vergrößert. Es ist heute jedoch erwünscht, Computer
und deren Peripheriegeräte so kompakt wie möglich herzustellen.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Führungsvorrichtung der eingangs genannten
Art anzugeben, die eine gute Führung des Aufzeichnungsträgers im Druckbereich des
Druckers erlaubt, ohne die Abmessungen des Druckers zu erhöhen.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Wickelspule über einen am
Gerätegehäuse verstellbar gelagerten Träger zwischen einer im Endbereich des Verfahrweges
des Druckwagens befindlichen Betriebsstellung und einer aus dem Verfahrweg zurückgezogenen
Außerbetriebsstellung verstellbar ist und daß am Druckwagen einerseits und am Wickelspulenträger
andererseits zusammenwirkende Steuerflächen ausgebildet sind, die beim Einfahren des
Druckwagens in den Endbereich eine Verstellung der Wickelspule in die Außerbetriebsstellung
und beim Ausfahren aus dem Endbereich eine Verstellung in die Betriebsstellung bewirken.
[0006] Dies hat den Vorteil, daß bei der Anordnung der Führungsvorrichtung kein zusätzlicher
Platz im Drucker für die Aufwikkelspule vorgesehen werden muß. Ein Zusammenstoßen
von Druckwagen und Wickelrolle wird dadurch vermieden, daß der Druckwagen beim Einfahren
in den Endbereich des Verfahrweges die Wickelspule aus dem Verfahrweg hinausschiebt.
In der Endstellung des Druckwagens liegt die Wickelspule dann in Druckrichtung des
Druckkopfes unterhalb der Schreibebene.
[0007] Die Wickelspule kann auf einfache Weise verstellt werden, indem der Wickelspulenträger
als Schwenkarm mit einer Schwenkachse parallel zur Spulenachse ausgebildet ist. Dieser
Verstellmechanismus ist gegenüber Schienen oder sonstigen Kon struktionen unkomplizierter
und kostengünstiger.
[0008] Vorteilhafterweise ist an dem ersten Ende des Schwenkarms die Wickelspule und am
zweiten Ende die Schwenkachse angeordnet. Das Verstellen der Wickelspule erfordert
hierdurch nur einen geringen Kraftaufwand, was negative Auswirkungen auf das Druckbild
beim Verstellen der Wickelspule durch den Druckwagen verhindert.
[0009] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist an der dem Endbereich zugewandten
Seite des Druckwagens als Steuerfläche eine Rampe in einer zur Verfahrrichtung des
Druckwagens schrägen Ebene ausgebildet, die zum Mundstück des Druckkopfes geneigt
ist, während als Steuerfläche an dem Schwenkarm im Bereich der Wickelspule ein parallel
zur Spulenachse angeordneter Stift ausgebildet ist. Beim Einfahren des Druckwagens
in den Endbereich des Verfahrweges stößt die Rampe an dem Stift des Schwenkarms an.
Bei weiterer Bewegung des Druckwagens in die gleiche Richtung gleitet der Stift an
der Rampe entlang, wodurch die Wickelspule in die Außerbetriebsstellung gedrückt wird.
Hierdurch wird die Verstellung der Wickelspule konstruktionstechnisch einfach und
kostengünstig realisiert. Vorteilhaft ist hierbei die Schwenkachse des Schwenkarms
in Druckrichtung des Druckkopfes unterhalb der Schreibebene angeordnet. Dadurch liegen
parallel zur Richtung der Spulenachse keine Konstruktionsteile der Führungsvorrichtung
unter oder über dem Verfahrbereich des Druckwagens, was zu einer Beeinträchtigung
der Servicefreundlichkeit bei Wartungsarbeiten am Druckwagen führen könnte.
[0010] Die Wickelspule wird auf einfache Weise in der Arbeitsstellung gehalten, wenn zwischen
dem Schwenkarm und dem Gehäuse eine Schraubenfeder zum Vorspannen des Schwenkarms
in Richtung auf einen an dem Gehäuse ausgebildeten mechanischen Anschlag, angeordnet
ist, der die Stellung des Schwenkarms in der Betriebsstellung der Wickelspule definiert.
Um die Führungs eigenschaften des Führungsbandes zu verbessern, ist dieses quer zu
seiner Längsrichtung gewölbt und mit seiner konvexen Seite dem Aufzeichnungsträger
zugewandt. Vorteilhaft ist hierbei das Führungsband an einem auf der dem Endbereich
zugewandten Seite des Druckwagens ausgebildeten Stift drehbeweglich gelagert. Das
Führungsband wird dadurch beim Verstellen der Wickelspule in die Außerbetriebsposition
nicht geknickt. Das gewölbte Führungsband muß stets mit seiner konkaven Seite nach
innen auf die Wickelspule aufgewickelt werden, um eine Überdehnung des Bandmaterials
zu verhindern.
[0011] Vorteilhafterweise ist das Führungsband metallisch und kunststoffummantelt, wodurch
eine Beschädigung des Aufzeichnungsträgers an den Kanten vermieden wird.
[0012] Eine gleichbleibende gute Führungsfunktion der Führungseinrichtung wird gewährleistet,
wenn auf beiden Seiten des Druckkopfes jeweils eine der vorstehend genannten Führungseinrichtungen
angeordnet ist. Hierdurch wird der Aufzeichnungsträger in jeder Stellung des Druckwagens
über den ganzen Verfahrbereich des Druckwagens geführt.
[0013] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung,
welche in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles
erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine erfindungsgemäße Führungsvorrichtung in teilschematischer teilgeschnittener
Aufsicht mit einer Wickelspule in Betriebsstellung,
Figur 2 eine Führungsvorrichtung nach Figur mit der Wickelspule in Außerbetriebsstellung,
Figur 3 ein Druckgerät mit zwei erfindungsgemäßen Führungsvorrichtungen und
Figur 4 ein Führungsband der erfindungsgemäßen Führungsvorrichtung.
[0014] Die Figuren 1 bis 3 zeigen einen Ausschnitt des Druck- oder Schreibgerätes. Auf der
linken Seite ist ein Ausschnitt der Gehäusewand 10 zu sehen. Innerhalb des Gehäuses
ist ein Druckwagen 12 auf einer geraden Linie parallel zu einem davor angeordneten
Druckwiderlager 14 verfahrbar angeordnet. Die Lagerung des Druckwagens 12 erfolgt
in bekannter Weise und wird daher nicht näher beschrieben. Der Druckwagen 12 trägt
eine Farbbandkassette 16 und einen Druckkopf 18. An der der Gehäusewand 10 zugewandten
Seite trägt der Druckwagen 12 eine parallel zur Tragebene des Druckwagens 12 gerichtete
Platte 20 mit einer der Gehäusewand 10 zugewandten rampenförmigen Gleitkante 22,
deren Funktion nachfolgend noch beschrieben wird. Zwischen dem Druckwiderlager 14
und der Gehäusewand 10 ist ein mit der Gehäusewand 10 verbundener Träger 23 angeordnet,
der eine parallel zur Druckebene und quer zur Verfahrrichtung des Druckwagens 12 gerichtete
Schwenkachse 24 trägt. An der Schwenkachse 24 ist ein Schwenkarm 26 gelagert, an
dessen der Schwenkachse 24 abgewandtem Ende eine Wickelspule 28 drehbar gelagert ist.
Der Schwenkarm 26 befindet sich unterhalb des Verfahrbereiches des Druckwagens 12,
während die Wickelspule 28 in Druckhöhe des Druckkopfes 18 liegt. Auf die Wickelspule
28 ist ein Ende eines gewölbten metallischen Führungsbandes 30 (siehe auch Figur 4)
aufgewickelt, dessen anderes Ende an einem mit dem Druckwagen 12 verbundenen und
parallel zur Schwenkachse 24 angeordneten Stift 30 um dessen Achse drehbar gelagert
ist. An dem Schwenkarm 26 ist der Wickelspule 28 in Richtung auf den Druckwagen
12 ein parallel zur Spulenachse gerichteter Führungsstift 34 vorgeordnet, der mit
der Gleitkante 22 des Druckwagens 12 zusammenwirkt, um die Wickelspule 28 aus dem
Verfahrbereich des Druckwagens 12 hinauszuschieben, was nachfolgend noch näher beschrieben
wird. An dem Schwenkarm 26 ist im Bereich der Schwenkachse 24 ein Haltezapfen 36 mit
einer Aussparung 38 zur Aufnahme eines Endes einer Schraubenfeder 40 angeordnet,
deren anderes Ende an einem an dem Trä ger 23 angeordneten Zapfen 42 angreift, wodurch
der Haltezapfen 36 in Richtung auf einen an dem Träger 23 als Zylinderstift ausgebildeten
mechanischen Anschlag 44 vorgespannt wird. Das Anliegen des Haltezapfens 36 an dem
Anschlag 44 definiert die Stellung des Schwenkarms 26 in Betriebsstellung der Wickelspule
28 (Figur 1).
[0015] Figur 3 zeigt ein Druck- oder Schreibgerät mit zwei erfindungsgemäßen identischen
Führungsvorrichtungen der vorstehend genannten Art. Der Stift 32a, die Führung 20a,
und das Band 30a gehören zu der Führungsvorrichtung auf der anderen Seite des Druckkopfes
18.
[0016] In Figur 4 ist das gewölbte Metallband 30 dargestellt, Die beiden seitlichen Kanten
46 und 48 des Führungsbandes 30 sind zu einer Seite hin gebogen, wodurch das Führungsband
30 eine konkave Seite 50 und eine konvexe Seite 52 erhält. Das Führungsband 30 ist
mit seiner konvexen Seite dem Aufzeichnungsträger zugewandt, wodurch es eine höhere
Steifigkeit gegenüber dem Andruck des Aufzeichnungsträgers als ein ebenes Führungsband
hat. Das gewölbte Führungsband 30 kann nur mit der konkaven Seite 50 nach innen auf
die Wickelspule 28 aufgewickelt werden, weil beim Aufwickeln mit der konvexen Seite
52 nach innen die Kanten 46 und 48 überdehnt würden und die gewölbte Form mit der
Zeit verloren ginge. Das Führungsband 30 ist an dem Stift 32 des Druckwagens 12 drehbar
gelagert, damit es auch in der Außerbetriebsstellung der Wickelspule 28 nicht geknickt
wird.
[0017] Die Funktion der oben beschriebenen Führungsvorrichtung wird nun anhand der Figuren
1 und 2 näher erläutert.
[0018] Beim Hin- und Herfahren des Druckkopfes 18 befindet sich die Wickelspule 28 in ihrer
Betriebsstellung (Figur 1). Hierbei ist das Führungsband 30 parallel zum Druckwiderlager
14 zwischen dem an dem Druckwagen 12 angeordneten Stift 32 und der Wickelspule 28
gespannt. Beim Einfahren des Druckwagens 12 in den Endbereich des Verfahrweges kommt
der an dem Schwenkarm 26 ausgebildete Führungsstift 34 an der mit dem Druckwagen
12 verbundenen Gleitfläche 22 zu liegen. Beim weiteren Einfahren des Druckwagens 12
in den Endbereich gleitet dieser Führungsstift 34 an der rampenförmigen Gleitfläche
22 entlang und drückt so den Schwenkarm 26 und damit die Wikkelspule 28 gegen die
Federkraft der Feder 40 in die Außerbetriebsstellung (Figur 2). Fährt der Druckwagen
12 nun wieder aus seiner Endstellung heraus, so wird der Schwenkarm 26 durch die
Vorspannkraft der Feder 40 über den Zapfen 36 wieder in die Betriebsstellung gedrückt.Der
Führungsstift 34 gleitet dabei an der Rampe 22 nach oben, bis der Zapfen 36 an dem
Anschlag 44 anliegt, wodurch sich die Wickelspule 28 wieder in ihrer Betriebsstellung
befindet.
[0019] Die Führungsfunktion kann verbessert werden, wenn auf beiden Seiten des Druckkopfes
18 jeweils eine der oben genannten Führungsvorrichtungen ausgebildet ist (Figur 3).
1. Führungsvorrichtung für ein Druck- oder Schreibgerät mit einem Druckwiderlager,
einem entlang des Druckwiderlagers verfahrbaren Druckwagen und wenigstens einem mit
einem Ende am Druckwagen befestigten, mit dem anderen Ende auf eine Wickelspule aufwickelbaren
parallel zum Druckwiderlager angeordneten Führungsband, wobei die Wickelspule im
Endbereich des Verfahrweges des Druckwagens angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickelspule (28) über einen am Gerätegehäuse (10) verstellbaren gelagerten
Träger (26) zwischen der im Endbereich des Verfahrweges befindlichen Betriebsstellung
und einer aus dem Verfahrweg zurückgezogenen Außerbetriebsstellung verstellbar ist,
und daß am Druckwagen (12) einerseits und am Wickelspulenträger (26) andererseits
zusammenwirkende Steuerflächen (22, 34) ausgebildet sind, welche beim Einfahren des
Druckwagens (12) in den Endbereich eine Verstellung in die Außerbetriebsstellung und
beim Ausfahren aus dem Endbereich eine Verstellung in die Betriebsstellung bewirken.
2. Führungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelspulenträger (26) als Schwenkarm (26) mit einer Schwenkachse parallel
zur Spulenachse ausgebildet ist.
3. Führungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß am ersten Ende des Schwenkarms (26) die Wickelspule (28) und am zweiten Ende
dieses Schwenkarms (26) die Schwenkachse (24) angeordnet ist.
4. Führungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an der dem Endbereich zugewandten Seite des Druckwagens (12) als Steuerfläche
eine Rampe (22) in einer zur Verfahrrichtung des Druckwagens (12) schrägen Ebene ausgebildet
ist, die zum Mundstück der Druckkopfes geneigt ist, und daß als Steuerfläche an dem
Schwenkarm (26) im Bereich der Wickelspule (28) ein Führungsstift (34) parallel zur
Spulenachse ausgebildet ist.
5. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (24) des Schwenkarms (26) unterhalb der Schreibebene liegt.
6. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Schwenkarm (26) und dem Gehäuse (10) eine Schraubenfeder (40)
zum Vorspannen des Schwenkarms (26) in Richtung auf einen an dem Gehäuse (10) ausgebildeten
mechanischen Anschlag (44) angeordnet ist, der die Stellung des Schwenkarms (26)
in der Betriebsstellung der Wickelspule (28) definiert.
7. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsband (30, 30a) quer zu seiner Längsrichtung gewölbt ist und mit
seiner konvexen Seite (52) dem Aufzeichnungsträger zugewandt ist und an einem auf
der dem Endbereich zugewandten Seite des Druckwagens (12) ausgebildete Stift (32,
32a) drehbeweglich gelagert ist.
8. Führungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsband (30, 30a) mit seiner konkaven Seite (50) nach innen auf die
Wickelspule (28) aufgewickelt wird.
9. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsband (30, 30a) metallisch und kunststoffummantelt ist.
10. Führungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden Seiten des Druckkopfes (18) jeweils eine der erfindungsgemäßen Führungsvorrichtungen
angeordnet ist.