(19)
(11) EP 0 345 453 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.12.1989  Patentblatt  1989/50

(21) Anmeldenummer: 89107597.0

(22) Anmeldetag:  27.04.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A63C 9/081
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR LI

(30) Priorität: 09.06.1988 AT 1503/88

(71) Anmelder: HTM Sport- und Freizeitgeräte Gesellschaft m.b.H.
A-2320 Schwechat (AT)

(72) Erfinder:
  • Freisinger, Henry, Ing.
    A 1210 Wien (AT)
  • Würthner, Hubert
    A 2410 Hainburg/D (AT)
  • Stritzl, Karl
    A 1020 Wien (AT)
  • Brunnhuber, Egon
    A 1232 Wien (AT)

(74) Vertreter: Szász, Tibor, Dipl.-Ing. 
HTM Sport- und Freizeitgeräte AG Tyroliaplatz 1
A-2320 Schwechat
A-2320 Schwechat (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Skibindung


    (57) Diese Skibindung besitzt eine um einen skifesten Dreh­zapfen (5) verschwenkbare Führungsplatte (8), an der ein einen Vorder­backen tragender Schlitten (11) verschiebbar geführt und ein Fersen­halter angeordnet ist. Die Führungsplatte (8) ist mit einer sich in ihrer Längsrichtung erstreckenden Aussparung (13) versehen, deren Längs­seiten Zahnreihen (14) tragen, in welche ein Rastglied mit seinen Zähnen eingreift.
    Um bei dieser Skibindung einen automatischen Ausgleich der Längentoleranzen des Skischuhs herbeizuführen, sieht die Erfindung vor, daß der Schlitten (11) eine Ausnehmung (11c) und eine nach unten gerichtete rechtwinkelige Abwinkelung (11a) auf­weist, an der mindestens eine Druckfeder (18) sich mit einem Ende abstützt, und daß das andere Ende der Druckfeder (18) an dem als Einsatzstück (16) ausgebildeten Rastglied anliegt.
    Der Schlitten (11) ist mit einer Abdeckung (19) versehen. Unter dieser Abdeckung (19) ist ein Schieber (20) angeordnet, welcher das Einsatzstück (16) in seiner verrasteten Stellung sichert.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Skibindung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Eine derartige Skibindung ist in einer vor dem Anmelde­tag dieser Anmeldung bekanntgemachten Patentanmeldung (A 3363/86) beschrieben. Diese Skibindung hat den Nachteil, daß der Vorderbacken gegenüber dem Fersenhalter mittels ei­ner Verrastung unverrückbar festgehalten wird. Nun treten aber bei der Montage der Skibindung mitunter Abweichungen vom Sollwert auf, wenn z.B. beim Einstellvorgang die Zähne von Rastglied und Zahnstange Zahn auf Zahn liegen, welche Abwei­chungen ein ordnungsgemäßes Einspannen des Skischuhs in Frage stellen. Weiters werden durch Temperaturschwankungen Änderun­gen in der Länge des Skischuhs herbeigeführt, die u.U. zu ei­nem Verklemmen des Skischuhs in der Bindung führen können.

    [0003] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die angeführten Nachteile zu beseitigen und eine Skibindung zu schaffen, bei der eine automatische Feinnachstellung des Vorderbackens gegen­über dem Fersenhalter vorgenommen wird.

    [0004] Ausgehend von einer Skibindung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die Maß­nahme des kennzeichnenden Teiles dieses Anspruches gelöst. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist nämlich die Ver­bindung zwischen Vorderbacken und Führungsplatte nicht mehr starr, sondern es sind kleinere Verschiebungen des Schlittens relativ zur Führungsplatte möglich.

    [0005] An sich ist der Gedanke, eine um einen skifesten Drehzap fen verschwenkbare, nur einen Fersenhalter tragende Platte mit zwei Druckfedern auszustatten, bereits bekannt, wie die CH-PS 642 555 zeigt. Allerdings haben diese Druckfedern die Aufgabe, die Platte nach einem Drehsturz wieder in ihre Ausgangslage zurückzuführen.

    [0006] Eine ähnliche Ausführung zeigt die CH-PS 636 274. Bei die­ser Ausführung besteht die um einen skifesten Drehzapfen ver­schwenkbare Platte aus zwei Teilen. Der vordere Teil, der in der Fahrtstellung durch einen Auslösezapfen festgehalten wird, ist durch einen Schieber, der unter dem Einfluß von zwei Druck­federn steht, mit dem hinteren Teil der Platte verbunden. Bei einem Drehsturz wird der vordere Teil der Platte vom Auslöse­zapfen freigegeben, und die Platte kann seitlich ausschwenken. Dabei wird der vordere Teil durch die Druckfedern vom hinte­ren Teil weg geschoben, wodurch der Skischuh freigegeben wird.

    [0007] In der AT-PS 344 561 sind verschiedene Ausführungen von Skibindungen mit einer Sohlenplatte dargestellt. Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführung wird der Vorderbak­ken durch eine Zugfeder an den Skischuh angedrückt, desglei­chen bei der Ausführung nach den Fig. 3 und 4. Die Ausführung nach den Fig. 7 bis 10 zeichnet sich dadurch aus, daß auf dem Drehzapfen neben der Platte auch ein Drehteller für einen Fer­senhalter gelagert ist. In der Sohlenplatte ist zwar eine Druckfeder untergebracht, doch dient diese lediglich dazu, bei einem Drehsturz den Vorderbacken vom Sohlenhalter weg zu bewegen.

    [0008] Die AT-PS 355 964 beschreibt eine Sicherheitsskibindung mit einem Trittgestell, das um eine skifeste Achse verdrehbar ist und an dem ein einen Vorderbacken und eine Rolle tragen­der Schlitten geführt ist. Der Schlitten wird von einer Schub­feder beaufschlagt, so daß die Rolle ständig an einer Steuer­kurve anliegt. Sobald das Trittgestell bei einem Drehsturz ausgeschwenkt wird, bewegt sich die Rolle entlang der Steuer­kurve. Dadurch wird der Backen zur Skispitze hin verschoben und gibt den Skischuh frei. Für einen automatischen Ausgleich der Längentoleranzen des Skischuhs ist diese Bindung nicht geeignet.

    [0009] Durch die Lagerung der Druckfedern auf einem U-förmigen Drahtbügel gemäß Anspruch 2 wird auf einfache Weise ein Knik­ken derselben mit Sicherheit vermieden.

    [0010] Der Gegenstand des Anspruches 3 ermöglicht eine leichte Montage des Drahtbügels mit den beiden Druckfedern.

    [0011] Durch die Maßnahme des Anspruches 4 wird in einfacher Art eine schwenkbare Lagerung des Einsatzstückes herbeige­führt.

    [0012] Der Gegenstand des Anspruches 5 verhindert das Eindrin­gen von Schmutz in das Innere der Rasteinrichtung und dient gleichzeitig zur Auflage des Skischuhs.

    [0013] Durch die Merkmale des Anspruches 6 wird trotz des Vor­handenseins einer Abdeckung nach Anspruch 5 ein Zugang zum Einsatzstück gewährleistet.

    [0014] In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erf indungsgegenstandes dargestellt. Fig.1 ist eine teilweise geschnittene Seitenansicht der erfindungsgemäßen Skibindung und Fig.2 zeigt den vorderen Bereich der Führungsplatte gemäß Fig.1, wobei die Rasteinrichtung der Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt ist. Fig.3 zeigt im Schnitt nach der Linie III-III in Fig.6 ein Detail von Fig.2 in größerem Maßstab in der Fahrtstellung der Skibindung. Fig.5 ist ein Schnitt nach der Linie V-V in Fig.3, Fig.6 gibt eine Draufsicht auf Fig.3 wieder, wobei die Abdeckungen weggelassen sind.

    [0015] In Fig.1 ist mit 1 ein Ski bezeichnet, auf dem eine in ihrer Gesamtheit mit 2 bezeichnete Skibindung befestigt ist. Diese Skibindung 2 weist in ihrem hinteren Bereich eine Montageplatte 3 und in ihrem vorderen Bereich eine Grundplatte 4 auf. Die beiden Platten 3 und 4 sind mittels Schrauben 7 auf der Oberseite 1a des Ski 1 angeschraubt. An der Montageplatte 3 ist ein Drehzapfen 5 angesetzt, welcher zur schwenkbaren Lagerung einer Führungsplatte 8 dient. Diese trägt an ihrem hinteren Ende einen Fersenhalter 9, der sich mittels einer Rolle 9a unter dem Einfluß zweier Federn 9b an einer Steuerkurve 3a der Montageplatte 3 abstützt. Durch die Steuerkurve 3a werden die Führungsplatte 8 und der Fersenhalter 9 in ihrer Mittellage gehalten. Dem Fersenhalter 9 ist eine an sich bekannte Skibremse 15 beliebiger Bauart zugeordnet.

    [0016] Am vorderen Ende der Führungsplatte 8 ist ein Schlitten 11 geführt, welcher an seinem vorderen Ende den Sohlenhalter 12b eines zweiteiligen Vorderbackens 12 trägt. Der vordere Teil des Vorderbackens 12 ist als Führungsblock 12a für den Sohlenhalter 12b ausgestaltet und an der Grundplatte 4 längsverschiebbar geführt. An seinem vorderen Ende trägt der Schlitten 11 an seiner Unterseite eine Gleitplatte 6.

    [0017] Die Ausgestaltung des Vorderbackens 12, des Fersenhalters 9 und der Skibremse 15 bildet an sich keinen Gegenstand der Erfindung. Aus diesem Grunde wird auf die besondere bauliche Ausbildung dieser Bindungsteile nicht eingegangen.

    [0018] Im folgenden wird eine das Wesen der Erfindung betreffende Rasteinrichtung 10 näher beschrieben. Die Führungsplatte 8 weist eine Aussparung 13 auf, deren Längsseiten Zahnreihen 14 tragen. Der Schlitten 11 trägt in der dem Drehzapfen 5 benachbarten Hälfte eine nach unten gerichtete Abwinkelung 11a. In den vom Drehzapfen 5 entfernten Bereich der Aussparung 13 ist ein Einsatzstück 16 eingesetzt, welches in der verrasteten Lage mit seinen Zähnen 16a in die Zahnreihen 14 der Führungsplatte 8 eingreift. Das Einsatzstück 16 ist mit einer Abkröpfung 16b versehen, die sich an einer Stirnseite 11a einer Ausnehmung 11b im Schlitten 11 abstützt. Auf diese Weise kann das Einsatzstück 16 verschwenkt werden, wobei seine Zähne 16a die Zahnreihe 14 der Führungsplatte 8 verlassen. Ferner ist das Einsatzstück 16 mit einer Aufbiegung 16d ausgestattet, welche den Angriff eines Schraubendrehers während des Verstellvorganges ermöglicht.

    [0019] An der Unterseite des Schlittens 11 ist ein U-förmiger Drahtbügel 17 angeordnet, dessen Steg 17a an der Abwinkelung 11a zur Anlage kommt. Die beiden Schenkel 17b des Drahtbügels 17 sind in Langlöchern 16c gelagert, die in der Abkropfung 16b des Einsatzstückes 16 ausgespart sind. Die freien Enden der Schenkel des Drahtbügels 17 sind um einen stumpfen Winkel α abgewinkelt, um bei der Montage eingeführt zu werden. Auf den beiden Schenkeln 17b des Drahtbügels 17 sind zwischen der Abwinkelung 11a des Schlittens 11 und der Abkröpfung 16b des Einsatzstückes 16 Druckfedern 18 angeordnet, welche bestrebt sind, den Schlitten 11 über das Einsatzstück 16 und dadurch über die Führungsplatte 8 gegen den Drehzapfen 5 hin zu verschieben. Diese Druckfedern 18 haben den Zweck, einerseits Ungenauigkeiten bei der Montage und andererseits Längenänderungen infolge von Temperaturschwankungen, bei denen sich die Länge des eingespannten Skischuhs ändert, auszugleichen. Durch die Maßnahme soll somit eine automatische Feinnachstellung des Vorderbackens herbeigeführt werden.

    [0020] Der Schlitten 11 ist mit einer im Querschnitt U-förmigen Abdeckung 19 versehen, welche die Rasteinrichtung 10 nach oben hin abdeckt. Diese Abdeckung 19 befindet sich in ihrem mittleren Bereich im Abstand von der Führungsplatte 8 und besitzt über der Rasteinrichtung 10 eine Durchbrechung 19a. Unter dieser Durchbrechung 19a ist ein Schieber 20 angeordnet, welcher das Einsatzstück 16 und die beiden Zahnreihen 14 abdeckt und dabei das Einsatzstück 16 in seiner verrasteten Stellung sichert. Abdeckung 19 und Schieber 20 sind vorteilhaft aus Kunststoff hergestellt.

    [0021] In der Fahrtstellung nimmt die Skibindung 2 die in Fig.1 dargestellte Lage ein. Soll nun der Vorderbacken 12 gegenüber dem skifesten Drehzapfen 5 verstellt werden, so wird der Schieber 20 mit einem Finger vom Benützer in Richtung zum Drehzapfen 5 hin verschoben. Danach wird das Einsatzstück 16 entgegen dem Uhrzeigersinn so verschwenkt, daß seine Zähne 16a außer Eingriff von den beiden Zahnreihen 14 kommen. In dieser Lage des Einsatzstückes 16 kann der Schlitten 11 gegenüber der Führungsplatte 8 in beiden Richtungen verstellt werden.

    [0022] Ist die gewünschte Lage des Schlittens 11 erreicht, so wird das Einsatzstück 16, das unter der Wirkung der Druckfedern 18 steht, losgelassen, wonach es sich im Uhrzeigersinn verschwenkt. Dabei gelangen seine Zähne 16a in Eingriff mit den beiden Zahnreihen 14 der Führungsplatte 8. Danach wird der Schieber 20 in Richtung zum Vorderbacken 12 hin verschoben. Die Skibindung 2 ist nunmehr für den Einstieg eines Skiläufers mit seinem Skischuh bereit.

    [0023] Die Erfindung ist nicht an die in der Zeichnung dargestellte und im vorstehenden beschriebene Ausführungsform gebunden. Vielmehr sind verschiedene Änderungen derselben möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Beispielsweise wäre es denkbar, anstelle von Druckfedern Zugfedern zu verwenden, welche das Einsatzstück in die verrastete Lage zu bewegen trachten. Diese könnten beispielsweise zwischen der Abwinkelung des Schlittens und dem Drehzapfen angeordnet sein. Weiters ist es denkbar, als Rasteinrichtung ein Schneckengetriebe zu verwenden, dessen Schnecke mit einer Zahnstange kämmt und einen Mitnehmer aufweist, an dem die Druckfedern angreifen.


    Ansprüche

    1. Skibindung mit einer um einen skifesten Drehzapfen parallel zur Skioberseite verschwenkbaren Führungsplatte, an der ein einen Vorderbacken tragender Schlitten verschiebbar ge­führt und ein Fersenhalter angeordnet ist, wobei die Führungs­platte mit einer sich in ihrer Längsrichtung erstreckenden Aus­sparung versehen ist, deren Längsseiten Zahnreihen tragen, in welche in der verrasteten Lage ein Rastglied mit seinen Zähnen eingreift, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (11) eine Ausnehmung (11c) und eine nach unten gerichtete rechtwinkelige Abwinkelung (11a) aufweist, an der mindestens eine Druckfeder (18) sich mit einem Ende abstützt, und daß das andere Ende der Druckfeder (18) an dem als Einsatzstück (16) ausgebildeten Rast­glied anliegt.
     
    2. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Abwinkelung (11a) des Schlittens (11) der Steg (17a) eines U-förmigen Drahtbügels (17) anliegt, dessen Schenkel (17b) in vertikal verlaufenden Langlöchern (16c) des Einsatz­stückes (16) geführt sind und zur Lagerung von zwei Druckfe­dern (18) dienen, die am Einsatzstück (16) angreifen.
     
    3. Skibindung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Schenkel (17b) des Drahtbügels (17) nach un­ten unter einem stumpfen Winkel (α) verlaufen.
     
    4. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Einsatzstück (16) mit einer Abkröpfung (16b) versehen ist, die sich an einer Stirnseite (11b) der Ausnehmung (11c) im Schlitten (11) abstützt.
     
    5. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (11) mit einer Abdeckung (19) versehen ist, welche sich in ihrem mittleren Bereich im Abstand von der Führungsplatte (8) befindet.
     
    6. Skibindung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der mit einer Durchbrechung (19a) versehenen Ab­deckung (19) und der Führungsplatte (8) ein Schieber (20) angeordnet ist, welcher in der einen Lage das Einsatz - stück (16) in seiner verrasteten Stellung sichert und in der anderen Lage ein Entrasten des Einsatzstückes (17) ermög­licht.
     




    Zeichnung