[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Skibindung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Eine derartige Skibindung ist in einer vor dem Anmeldetag dieser Anmeldung bekanntgemachten
Patentanmeldung (A 3363/86) beschrieben. Diese Skibindung hat den Nachteil, daß der
Vorderbacken gegenüber dem Fersenhalter mittels einer Verrastung unverrückbar festgehalten
wird. Nun treten aber bei der Montage der Skibindung mitunter Abweichungen vom Sollwert
auf, wenn z.B. beim Einstellvorgang die Zähne von Rastglied und Zahnstange Zahn auf
Zahn liegen, welche Abweichungen ein ordnungsgemäßes Einspannen des Skischuhs in
Frage stellen. Weiters werden durch Temperaturschwankungen Änderungen in der Länge
des Skischuhs herbeigeführt, die u.U. zu einem Verklemmen des Skischuhs in der Bindung
führen können.
[0003] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die angeführten Nachteile zu beseitigen und
eine Skibindung zu schaffen, bei der eine automatische Feinnachstellung des Vorderbackens
gegenüber dem Fersenhalter vorgenommen wird.
[0004] Ausgehend von einer Skibindung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 wird diese
Aufgabe erfindungsgemäß durch die Maßnahme des kennzeichnenden Teiles dieses Anspruches
gelöst. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist nämlich die Verbindung zwischen
Vorderbacken und Führungsplatte nicht mehr starr, sondern es sind kleinere Verschiebungen
des Schlittens relativ zur Führungsplatte möglich.
[0005] An sich ist der Gedanke, eine um einen skifesten Drehzap fen verschwenkbare, nur
einen Fersenhalter tragende Platte mit zwei Druckfedern auszustatten, bereits bekannt,
wie die CH-PS 642 555 zeigt. Allerdings haben diese Druckfedern die Aufgabe, die Platte
nach einem Drehsturz wieder in ihre Ausgangslage zurückzuführen.
[0006] Eine ähnliche Ausführung zeigt die CH-PS 636 274. Bei dieser Ausführung besteht
die um einen skifesten Drehzapfen verschwenkbare Platte aus zwei Teilen. Der vordere
Teil, der in der Fahrtstellung durch einen Auslösezapfen festgehalten wird, ist durch
einen Schieber, der unter dem Einfluß von zwei Druckfedern steht, mit dem hinteren
Teil der Platte verbunden. Bei einem Drehsturz wird der vordere Teil der Platte vom
Auslösezapfen freigegeben, und die Platte kann seitlich ausschwenken. Dabei wird
der vordere Teil durch die Druckfedern vom hinteren Teil weg geschoben, wodurch der
Skischuh freigegeben wird.
[0007] In der AT-PS 344 561 sind verschiedene Ausführungen von Skibindungen mit einer Sohlenplatte
dargestellt. Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführung wird der Vorderbakken
durch eine Zugfeder an den Skischuh angedrückt, desgleichen bei der Ausführung nach
den Fig. 3 und 4. Die Ausführung nach den Fig. 7 bis 10 zeichnet sich dadurch aus,
daß auf dem Drehzapfen neben der Platte auch ein Drehteller für einen Fersenhalter
gelagert ist. In der Sohlenplatte ist zwar eine Druckfeder untergebracht, doch dient
diese lediglich dazu, bei einem Drehsturz den Vorderbacken vom Sohlenhalter weg zu
bewegen.
[0008] Die AT-PS 355 964 beschreibt eine Sicherheitsskibindung mit einem Trittgestell, das
um eine skifeste Achse verdrehbar ist und an dem ein einen Vorderbacken und eine Rolle
tragender Schlitten geführt ist. Der Schlitten wird von einer Schubfeder beaufschlagt,
so daß die Rolle ständig an einer Steuerkurve anliegt. Sobald das Trittgestell bei
einem Drehsturz ausgeschwenkt wird, bewegt sich die Rolle entlang der Steuerkurve.
Dadurch wird der Backen zur Skispitze hin verschoben und gibt den Skischuh frei. Für
einen automatischen Ausgleich der Längentoleranzen des Skischuhs ist diese Bindung
nicht geeignet.
[0009] Durch die Lagerung der Druckfedern auf einem U-förmigen Drahtbügel gemäß Anspruch
2 wird auf einfache Weise ein Knikken derselben mit Sicherheit vermieden.
[0010] Der Gegenstand des Anspruches 3 ermöglicht eine leichte Montage des Drahtbügels mit
den beiden Druckfedern.
[0011] Durch die Maßnahme des Anspruches 4 wird in einfacher Art eine schwenkbare Lagerung
des Einsatzstückes herbeigeführt.
[0012] Der Gegenstand des Anspruches 5 verhindert das Eindringen von Schmutz in das Innere
der Rasteinrichtung und dient gleichzeitig zur Auflage des Skischuhs.
[0013] Durch die Merkmale des Anspruches 6 wird trotz des Vorhandenseins einer Abdeckung
nach Anspruch 5 ein Zugang zum Einsatzstück gewährleistet.
[0014] In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erf indungsgegenstandes
dargestellt. Fig.1 ist eine teilweise geschnittene Seitenansicht der erfindungsgemäßen
Skibindung und Fig.2 zeigt den vorderen Bereich der Führungsplatte gemäß Fig.1, wobei
die Rasteinrichtung der Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt ist. Fig.3 zeigt
im Schnitt nach der Linie III-III in Fig.6 ein Detail von Fig.2 in größerem Maßstab
in der Fahrtstellung der Skibindung. Fig.5 ist ein Schnitt nach der Linie V-V in Fig.3,
Fig.6 gibt eine Draufsicht auf Fig.3 wieder, wobei die Abdeckungen weggelassen sind.
[0015] In Fig.1 ist mit 1 ein Ski bezeichnet, auf dem eine in ihrer Gesamtheit mit 2 bezeichnete
Skibindung befestigt ist. Diese Skibindung 2 weist in ihrem hinteren Bereich eine
Montageplatte 3 und in ihrem vorderen Bereich eine Grundplatte 4 auf. Die beiden Platten
3 und 4 sind mittels Schrauben 7 auf der Oberseite 1a des Ski 1 angeschraubt. An der
Montageplatte 3 ist ein Drehzapfen 5 angesetzt, welcher zur schwenkbaren Lagerung
einer Führungsplatte 8 dient. Diese trägt an ihrem hinteren Ende einen Fersenhalter
9, der sich mittels einer Rolle 9a unter dem Einfluß zweier Federn 9b an einer Steuerkurve
3a der Montageplatte 3 abstützt. Durch die Steuerkurve 3a werden die Führungsplatte
8 und der Fersenhalter 9 in ihrer Mittellage gehalten. Dem Fersenhalter 9 ist eine
an sich bekannte Skibremse 15 beliebiger Bauart zugeordnet.
[0016] Am vorderen Ende der Führungsplatte 8 ist ein Schlitten 11 geführt, welcher an seinem
vorderen Ende den Sohlenhalter 12b eines zweiteiligen Vorderbackens 12 trägt. Der
vordere Teil des Vorderbackens 12 ist als Führungsblock 12a für den Sohlenhalter 12b
ausgestaltet und an der Grundplatte 4 längsverschiebbar geführt. An seinem vorderen
Ende trägt der Schlitten 11 an seiner Unterseite eine Gleitplatte 6.
[0017] Die Ausgestaltung des Vorderbackens 12, des Fersenhalters 9 und der Skibremse 15
bildet an sich keinen Gegenstand der Erfindung. Aus diesem Grunde wird auf die besondere
bauliche Ausbildung dieser Bindungsteile nicht eingegangen.
[0018] Im folgenden wird eine das Wesen der Erfindung betreffende Rasteinrichtung 10 näher
beschrieben. Die Führungsplatte 8 weist eine Aussparung 13 auf, deren Längsseiten
Zahnreihen 14 tragen. Der Schlitten 11 trägt in der dem Drehzapfen 5 benachbarten
Hälfte eine nach unten gerichtete Abwinkelung 11a. In den vom Drehzapfen 5 entfernten
Bereich der Aussparung 13 ist ein Einsatzstück 16 eingesetzt, welches in der verrasteten
Lage mit seinen Zähnen 16a in die Zahnreihen 14 der Führungsplatte 8 eingreift. Das
Einsatzstück 16 ist mit einer Abkröpfung 16b versehen, die sich an einer Stirnseite
11a einer Ausnehmung 11b im Schlitten 11 abstützt. Auf diese Weise kann das Einsatzstück
16 verschwenkt werden, wobei seine Zähne 16a die Zahnreihe 14 der Führungsplatte 8
verlassen. Ferner ist das Einsatzstück 16 mit einer Aufbiegung 16d ausgestattet, welche
den Angriff eines Schraubendrehers während des Verstellvorganges ermöglicht.
[0019] An der Unterseite des Schlittens 11 ist ein U-förmiger Drahtbügel 17 angeordnet,
dessen Steg 17a an der Abwinkelung 11a zur Anlage kommt. Die beiden Schenkel 17b des
Drahtbügels 17 sind in Langlöchern 16c gelagert, die in der Abkropfung 16b des Einsatzstückes
16 ausgespart sind. Die freien Enden der Schenkel des Drahtbügels 17 sind um einen
stumpfen Winkel α abgewinkelt, um bei der Montage eingeführt zu werden. Auf den beiden
Schenkeln 17b des Drahtbügels 17 sind zwischen der Abwinkelung 11a des Schlittens
11 und der Abkröpfung 16b des Einsatzstückes 16 Druckfedern 18 angeordnet, welche
bestrebt sind, den Schlitten 11 über das Einsatzstück 16 und dadurch über die Führungsplatte
8 gegen den Drehzapfen 5 hin zu verschieben. Diese Druckfedern 18 haben den Zweck,
einerseits Ungenauigkeiten bei der Montage und andererseits Längenänderungen infolge
von Temperaturschwankungen, bei denen sich die Länge des eingespannten Skischuhs ändert,
auszugleichen. Durch die Maßnahme soll somit eine automatische Feinnachstellung des
Vorderbackens herbeigeführt werden.
[0020] Der Schlitten 11 ist mit einer im Querschnitt U-förmigen Abdeckung 19 versehen, welche
die Rasteinrichtung 10 nach oben hin abdeckt. Diese Abdeckung 19 befindet sich in
ihrem mittleren Bereich im Abstand von der Führungsplatte 8 und besitzt über der Rasteinrichtung
10 eine Durchbrechung 19a. Unter dieser Durchbrechung 19a ist ein Schieber 20 angeordnet,
welcher das Einsatzstück 16 und die beiden Zahnreihen 14 abdeckt und dabei das Einsatzstück
16 in seiner verrasteten Stellung sichert. Abdeckung 19 und Schieber 20 sind vorteilhaft
aus Kunststoff hergestellt.
[0021] In der Fahrtstellung nimmt die Skibindung 2 die in Fig.1 dargestellte Lage ein. Soll
nun der Vorderbacken 12 gegenüber dem skifesten Drehzapfen 5 verstellt werden, so
wird der Schieber 20 mit einem Finger vom Benützer in Richtung zum Drehzapfen 5 hin
verschoben. Danach wird das Einsatzstück 16 entgegen dem Uhrzeigersinn so verschwenkt,
daß seine Zähne 16a außer Eingriff von den beiden Zahnreihen 14 kommen. In dieser
Lage des Einsatzstückes 16 kann der Schlitten 11 gegenüber der Führungsplatte 8 in
beiden Richtungen verstellt werden.
[0022] Ist die gewünschte Lage des Schlittens 11 erreicht, so wird das Einsatzstück 16,
das unter der Wirkung der Druckfedern 18 steht, losgelassen, wonach es sich im Uhrzeigersinn
verschwenkt. Dabei gelangen seine Zähne 16a in Eingriff mit den beiden Zahnreihen
14 der Führungsplatte 8. Danach wird der Schieber 20 in Richtung zum Vorderbacken
12 hin verschoben. Die Skibindung 2 ist nunmehr für den Einstieg eines Skiläufers
mit seinem Skischuh bereit.
[0023] Die Erfindung ist nicht an die in der Zeichnung dargestellte und im vorstehenden
beschriebene Ausführungsform gebunden. Vielmehr sind verschiedene Änderungen derselben
möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Beispielsweise wäre es denkbar,
anstelle von Druckfedern Zugfedern zu verwenden, welche das Einsatzstück in die verrastete
Lage zu bewegen trachten. Diese könnten beispielsweise zwischen der Abwinkelung des
Schlittens und dem Drehzapfen angeordnet sein. Weiters ist es denkbar, als Rasteinrichtung
ein Schneckengetriebe zu verwenden, dessen Schnecke mit einer Zahnstange kämmt und
einen Mitnehmer aufweist, an dem die Druckfedern angreifen.
1. Skibindung mit einer um einen skifesten Drehzapfen parallel zur Skioberseite verschwenkbaren
Führungsplatte, an der ein einen Vorderbacken tragender Schlitten verschiebbar geführt
und ein Fersenhalter angeordnet ist, wobei die Führungsplatte mit einer sich in ihrer
Längsrichtung erstreckenden Aussparung versehen ist, deren Längsseiten Zahnreihen
tragen, in welche in der verrasteten Lage ein Rastglied mit seinen Zähnen eingreift,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (11) eine Ausnehmung (11c) und eine nach
unten gerichtete rechtwinkelige Abwinkelung (11a) aufweist, an der mindestens eine
Druckfeder (18) sich mit einem Ende abstützt, und daß das andere Ende der Druckfeder
(18) an dem als Einsatzstück (16) ausgebildeten Rastglied anliegt.
2. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Abwinkelung (11a)
des Schlittens (11) der Steg (17a) eines U-förmigen Drahtbügels (17) anliegt, dessen
Schenkel (17b) in vertikal verlaufenden Langlöchern (16c) des Einsatzstückes (16)
geführt sind und zur Lagerung von zwei Druckfedern (18) dienen, die am Einsatzstück
(16) angreifen.
3. Skibindung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Schenkel
(17b) des Drahtbügels (17) nach unten unter einem stumpfen Winkel (α) verlaufen.
4. Skibindung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Einsatzstück
(16) mit einer Abkröpfung (16b) versehen ist, die sich an einer Stirnseite (11b) der
Ausnehmung (11c) im Schlitten (11) abstützt.
5. Skibindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (11) mit
einer Abdeckung (19) versehen ist, welche sich in ihrem mittleren Bereich im Abstand
von der Führungsplatte (8) befindet.
6. Skibindung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der mit einer
Durchbrechung (19a) versehenen Abdeckung (19) und der Führungsplatte (8) ein Schieber
(20) angeordnet ist, welcher in der einen Lage das Einsatz - stück (16) in seiner
verrasteten Stellung sichert und in der anderen Lage ein Entrasten des Einsatzstückes
(17) ermöglicht.