[0001] Die Erfindung betrifft ein fotografisches Aufzeichnungsmaterial mit wenigstens einer
Silberhalogenidemulsionsschicht mit Körnern, die einen geschichteten Kornaufbau aufweisen
und mit DIR-Verbindungen, die Inhibitoren großer Diffusibilität abspalten können.
[0002] Silberhalogenidkristalle mit einem geschichteten Kornaufbau, die also eine Hülle
und wenigstens eine innere Zone aufweisen, sind bekannt. In der GB-PS 1 027 146 werden
z. B. Kristalle beschrieben, die einen Kern aus Silberbromid, darüber eine Zone aus
Silberbromidiodid und darüber eine Hülle aus Silberbromid aufweisen. Aus der DE-OS
3 205 896 und der GB-A 2 095 853 sind Silberhalogenidemulsionen bekannt, deren Silberhalogenidkörner
einen Kern aus Silberiodid und darüber eine Hülle aus einem anderen Silberhalogenid
aufweisen. Silberhalogenidkörner, die im Innern eine relativ iodidreiche Zone und
darüber eine relativ iodidarme äußere Zone aufweisen, sind auch aus der europäischen
Patentschrift 6 543 und der canadischen Patentschrift 1 155 325 bekannt. Silberhalogenidkörner
mit wenigstens drei Schichten, wobei die Schicht mit dem größten Iodidgehalt weder
an der Oberfläche noch im Kern des Kornes liegt, sind aus DE-OS 34 04 854 bekannt.
Gemäß Beispiel 4 der europäischen Patentschrift wird eine Silberchloridbromidemulsion
teilweise mit Iodid konvertiert. Zu der erhaltenen Emulsion wird in Gegenwart von
Silberhalogenidlösungsmitteln eine feinkörnige Silberbromidemulsion zugegeben, wobei
davon ausgegangen werden kann, daß die Silberhalogenidkörner der feinkörnigen Silberbromidemulsion
sich auf die konvertierten Silberhalogenide niederschlagen. Aus der europäischen
Patentschrift 6 543 ist weiterhin bekannt, daß die darin beschriebenen Emulsionen
in ausgeprägter Weise auf die Anwesenheit von DIR-Verbindungen bei der fotografischen
Entwicklung reagieren.
[0003] Es ist bekannt, die sensitometrischen Eigenschaften eines Aufzeichnungsmaterials
durch derartige Verbindungen zu steuern, aus denen bei der Entwicklung diffundierende
Substanzen in Freiheit gesetzt werden, die die Entwicklung des Silberhalogenids zu
inhibieren vermögen. Hierzu zählen die aus der GB 953 454 bekannten DIR-Kuppler,
die in der Kupplungsstelle einen Substituenten tragen, der bei der Kupplung unter
Freisetzung einer diffundierenden Verbindung abgespalten wird, die die Entwicklung
des Silberhalogenids hemmt. Durch die Verwendung von DIR-Kupplern läßt sich die Farbkörnigkeit
verbessern und der Interimage-Effekt gezielt einsetzen.
[0004] Gleichartige Effekte lassen sich auch mit derartigen Verbindungen erreichen, die
keinen dauerhaften Farbstoff erzeugen; verwiesen wird auf die US 3 632 345 und die
DE-OS 2 359 295. Im folgenden werden alle Verbindungen, die bei der Reaktion mit Farbentwickler-Oxidationsprodukten
diffundierende, organische, die Entwicklung des Silberhalogenids inhibierende Substanzen
in Freiheit setzen, als DIR-Verbindungen bezeichnet.
[0005] DIR-Verbindungen werden weiterhin beschrieben in US-PS 3 227 554, der DE-OS 2 853
362, der US-PS 4 315 040 und der europäischen Offenlegungsschrift 70 183. Bekanntlich
lassen sich durch DIR-Verbindungen die Farbqualität durch Interimage-Effekte und die
Bildschärfe durch Kanteneffekte verbessern, siehe z. B. C. R. Barr, J. R. Thirtle
und P. W. Vittum, Phot. Sci. Engn., 13 (1969) 74.
[0006] Für die Verbesserung von Interimage-Effekten und Schärfe durch Kanteneffekte sind
auch solche DIR-Verbindungen bekannt, welche bei der Color-Entwicklung zunächst die
Entwicklung nicht hemmende Zwischenverbindungen abspalten. Diese Zwischenverbindungen
werden aber in einer Folgereaktion unter Freisetzung von Entwicklungshemmstoffen
zersetzt, vergl. z. B. US-Patent 4 248 962 und GB-Patent 2 072 363.
[0007] Auch wurden DIR-Verbindungen bekannt, von denen bei der Color-Entwicklung Inhibitoren
abgespalten werden, welche nach einer gewissen Zeit durch eine Folgereaktion im Color-Entwickler
desaktiviert werden: Eine Anreicherung von Inhibitoren im Entwicklerbad wird dadurch
vermieden.
[0008] Außer von der Art der DIR-Verbindungen ist die Stärke von Interimage- und Kanteneffekten
auch abhängig von der Silberhalogenidemulsion. So ist bekannt, daß bei Color-Negativmaterialien
Grobkorn-Emulsionen beide Effekte stärker zeigen als Feinkorn-Emulsionen.
[0009] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, fotografische Aufzeichnungsmaterialien mit
verbesserter Farb- und Detailwiedergabe bereitzustellen. Diese Aufgabe wird durch
das nachstehend bezeichnete Aufzeichnungsmaterial gelöst.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit 1.
wenigstens einer Silberhalogenidemulsionsschicht, die im wesentlichen Silberhalogenidkörner
enthält, die
a) von der Kornoberfläche zum Kornzentrum hin wenigstens 3 Zonen unterschiedlicher
Halogenidzusammensetzung enthalten, wobei der lokale Iodidgehalt an wenigstens einer
Stelle, die nicht an der Oberfläche und nicht im Zentrum liegt, ein Maximum annimmt,
wobei
b) die Differenz zwischen dem Iodidgehalt der Zone mit dem höchsten Iodidgehalt und
dem Iodidgehalt der weiter vom Kornzentrum entfernten Zone mit dem niedrigsten Iodidgehalt
mindestens 6 Mol-%, vorzugsweise mindestens 8 Mol-% beträgt,
c) der Anteil (in Mol-% Silberhalogenid) der Zonen, in denen der Iodidgehalt ein Maximum
annimmt, 2 bis 70 beträgt.
und 2. wenigstens einer dieser Emulsionsschicht zugeordneten DIR-Verbindung, deren
Inhibitor eine Diffusibilität von mindestens 0,4 aufweist.
[0011] Vorzugsweise werden 10⁻⁴ bis 2·10⁻¹, insbesondere 10⁻³ bis 5·10⁻² Mol erfindungsgemäße
DIR-Kuppler pro Mol Silberhalogenid des Gesamtmaterials eingesetzt.
[0012] Bei den Silberhalogenidkristallen können im Falle der Übergangsformen auch abgerundete
Kristallecken und -kanten auftreten.
[0013] Alle Zonen der Kristalle können außer Bromid und Iodid auch Chlorid enthalten. Vorzugsweise
enthält mindestens eine Zone, in der der Iodidgehalt kein Maximum annimmt, Chlorid,
wobei der Chloridgehalt innerhalb solcher Zonen vorzugsweise mindestens 1,5 Mol-%,
insbesondere mindestens 30 Mol-% beträgt. Unter einer Zone, in der der Iodidgehalt
ein Maximum annimmt, wird eine solche verstanden, deren Iodidgehalt höher ist als
der der beiden unmittelbar benachbarten Zonen.
[0014] Die Grenzen zwischen den Zonen unterschiedlicher Zusammensetzung können scharf oder
unscharf ausgebildet sein.
[0015] Im Falle einer unscharfen Grenze wird die Grenze zwischen benachbarten Zonen dadurch
definiert, daß an der Grenze der Iodidgehalt gleich dem Mittelwert aus den Iodidgehalten
der homogenen Bereiche der benachbarten Zonen ist.
[0016] Die einzelnen Zonen haben folgenden Anteil am Gesamtkorn:
a) Zone oder Zonen mit höchstem Iodidgehalt: 2 - 70, vorzugsweise 10 bis 60, ganz
besonders bevorzugt 15 bis 50 Mol-%.
b) Über der Zone oder den Zonen mit dem höchsten Iodidgehalt angeordnete Zone oder
Zonen: 10 bis 60, vorzugsweise 10 bis 40 Mol-%.
c) Unter der Zone oder den Zonen mit dem höchsten Iodidgehalt angeordnete Zone oder
Zonen: 6 bis 60, vorzugsweise 10 bis 50 Mol-%.
[0017] Liegen zwei oder mehr Zonen mit höchstem Iodidgehalt vor, so machen die dazwischen
liegende Schicht oder Schichten 10 - 40 Mol-% aus.
[0018] Die Silberhalogenide der Formel AgCl
xBr
yl
z haben eine Bruttozusammensetzung
x = 0 bis 0,30
y = 0,60 bis 0,994
z = 0,006 bis 0,18
[0019] Nachfolgend sind einige typische erfindungsgemäße Emulsionen aufgeführt; die Prozentangaben
sind Mol-%.
| Zone |
Zusammensetzung |
Anteile der Zone am Korn (Mol-%) |
| 4 |
Ag(Br,I), unter 2 % I⁻ |
15 |
| 3 |
Ag(Cl,Br), über 30 % Cl⁻ |
15 |
| 2 |
Ag(Br,I), über 12 % I⁻ |
40 |
| 1 |
AgBr (Kern) |
30 |
| 3 |
AgBr |
25 |
| 2 |
Ag(Br,I), über 7 % I⁻ |
60 |
| 1 |
AgBr (Kern) |
15 |
| 5 |
Ag(Br,I), unter 4 % I⁻ |
20 |
| 4 |
Ag(Br,I), über 12 % I⁻ |
50 |
| 3 |
AgBr |
10 |
| 2 |
Ag(Cl,Br), über 30 % Cl⁻ |
10 |
| 1 |
Ag(Cl,Br), 13 % Cl⊖ (Kern) |
10 |
| 7 |
AgBr |
30 |
| 6 |
Ag(Br,I), über 18 % I⁻ |
18 |
| 5 |
AgBr |
8 |
| 4 |
Ag(Cl,Br), 50 % Cl⊖ |
10 |
| 3 |
AgBr |
8 |
| 2 |
Ag (Br,I), über 18 % I⁻ |
18 |
| 1 |
AgBr (Kern) |
8 |
[0020] Bei dem Silberhalogenid kann es sich um überwiegend kompakte Kristalle handeln,
die z. B. regulär kubisch oder oktaedrisch sind oder Übergangsformen aufweisen können.
Es können aber auch plättchenförmige Kristalle vorliegen, deren durchschnittliches
Verhältnis von Durchmesser zu Dicke bevorzugt wenigstens 5 : 1 ist, wobei der Durchmesser
eines Kornes definiert ist als der Durchmesser eines Kreises mit einem Kreisinhalt
entsprechend der projizierten Fläche des Kornes. Die Schichten können auch tafelförmige
Silberhalogenidkristalle aufweisen, bei denen das Verhältnis von Durchmesser zu Dicke
größer als 5 : 1 ist, z. B. 12 : 1 bis 30 : 1.
[0021] Die mittlere Korngröße der Emulsionen liegt vorzugsweise zwischen 0,2 µm und 2,0
µm, die Korngrößenverteilung kann sowohl homo- als auch heterodispers sein. Die Emulsionen
können außer dem Silberhalogenid auch organische Silbersalze enthalten, z. B. Silberbenztriazolat
oder Silberbehenat.
[0022] Besonders bevorzugt werden monodisperse Emulsionen, bei denen 70 % der den Emulsionskörnern
hinsichtlich des Volumens gleichen Kugeln Durchmesser aufweisen, die zwischen dem
0,8-fachen und 1,3-fachen des häufigsten Kugeldurchmessers liegen.
[0023] Es können zwei oder mehrere Arten von Silberhalogenidemulsionen, die getrennt hergestellt
werden, als Mischung verwendet werden.
[0024] Die fotografischen Emulsionen können nach verschiedenen Methoden (z.B. P. Glafkides,
Chimie et Physique Photographique, Paul Montel, Paris (1967), G.F. Duffin, Photographic
Emulsion Chemistry, The Focal Press, London (1966), V.L. Zelikman et al, Making the
Coating Photographic Emulsion, The Focal Press, London (1966) aus löslichen Silbersalzen
und löslichen Halogeniden hergestellt werden.
[0025] Die Fällung des Silberhalogenids erfolgt bevorzugt in Gegenwart des Bindemittels,
z.B. der Gelatine und kann im sauren, neutralen oder alkalischen pH-Bereich durchgeführt
werden, wobei vorzugsweise Silberhalogenidkomplexbildner zusätzlich verwendet werden.
Zu letzteren gehören z.B. Ammoniak, Thioether, Imidazol, Ammoniumthiocyanat oder
überschüssiges Halogenid. Die Zusammenführung des wasserlöslichen Silbersalze und
der Halogenide erfolgt wahlweise nacheinander nach dem single-jet- oder gleichzeitig
nach dem double-jet-Verfahren oder nach beliebiger Kombination beider Verfahen. Bevorzugt
wird die Dosierung mit steigenden Zuflußraten, wobei die "kritische" Zufuhrgeschwindigkeit,
bei der gerade noch keine Neukeime entstehen, nicht überschritten werden sollte.
Der pAg-Bereich kann während der Fällung in weiten Grenzen variieren, vorzugsweise
wird das sogenannte pAg-gesteuerte Verfahren benutzt, bei dem ein bestimmter pAg-Wert
konstant gehalten oder ein definiertes pAg-Profil während der Fällung durchfahren
wird. Neben der bevorzugten Fällung bei Halogenidüberschuß ist aber auch die sogenannte
inverse Fällung bei Silberionenüberschluß möglich. Außer durch Fällung können die
Silberhalogenidkristalle auch durch physikalische Reifung (Ostwaldreifung), in Gegenwart
von überschüssigem Halogenid und/oder Silberhalogenidkomplexierungsmittel wachsen.
Das Wachstum der Emulsionskörner kann sogar überwiegend durch Ostwaldreifung erfolgen,
wobei vorzugsweise eine feinkörnige, sogenannte Lippmann-Emulsion, mit einer schwerer
löslichen Emulsion gemischt und auf letzterer umgelöst wird.
[0026] Während der Fällung und/oder der physikalischen Reifung der Silberhalogenidkörner
können auch Salze oder Komplexe von Metallen, wie Cd, Zn, Pb, Tl, Bi, Ir, Rh, Fe vorhanden
sein.
[0027] Ferner kann die Fällung auch in Gegenwart von Sensibilisierungsfarbstoffen erfolgen.
Komplexierungsmittel und/oder Farbstoffe lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt
unwirksam machen, z.B. durch Änderung des pH-Wertes oder durch eine oxidative Behandlung.
[0028] Bei den Silberhalogeniden kann es sich z.B. um Silberbromidiodid mit Iodidgehalten
von 0,1 bis 40 Mol-% und um Silberbromidiodidchlorid mit überwiegendem Anteil an Bromid
handeln.
[0029] Als Bindemittel wird vorzugsweise Gelatine verwendet. Diese kann jedoch ganz oder
teilweise durch andere synthetische, halbsynthetische oder auch natürlich vorkommende
Polymere ersetzt werden. Synthetische Gelatineersatzstoffe sind beispielsweise Polyvinylalkohol,
Poly-N-vinylpyrolidon, Polyacrylamide, Polyacrylsäure und deren Derivate, insbesondere
deren Mischpolymerisate. Natürlich vorkommende Gelatineersatzstoffe sind beispielsweise
andere Proteine wie Albumin oder Casein, Cellulose, Zucker, Stärke oder Alginate.
Halbsynthetische Gelatineersatzstoffe sind in der Regel modifizierte Naturprodukte.
Cellulosederivate wie Hydroxyalkylcellulose, Carboxymethylcellulose und Phthalylcellulose
sowie Gelatinederivate, die durch Umsetzung mit Alkylierungs- oder Acylierungsmitteln
oder durch Aufpfropfung von polymerisierbaren Monomeren erhalten worden sind, sind
Beispiele hierfür.
[0030] Die Bindemittel sollen über eine ausreichende Menge an funktionellen Gruppen verfügen,
so daß durch Umsetzung mit geeigneten Härtungsmitteln genügend widerstandsfähigen
Schichten erzeugt werden können. Solche funktionellen Gruppen sind insbesondere Aminogruppen,
aber auch Carboxylgruppen, Hydroxylgruppen und aktive Methylengruppen.
[0031] Die vorzugsweise verwendete Gelatine kann durch sauren oder alkalischen Aufschluß
erhalten sein. Die Herstellung solcher Gelatinen wird beispielsweise in The Science
and Technology of Gelatine, herausgegeben von A.G. Ward und A. Courts, Academic Press
1977, Seite 295 ff beschrieben. Die jeweils eingesetzte Gelatine soll einen möglichst
geringen Gehalt an fotografisch aktiven Verunreinigungen enthalten (Inertgelatine).
Gelatinen mit hoher Viskosität und niedriger Quellung sind besonders vorteilhaft.
Die Gelatine kann teilweise oder ganz oxidiert sein.
[0032] Nach abgeschlossener Kristallbildung oder auch schon zu einem früheren Zeitpunkt
werden die löslichen Salze aus der Emulsion entfernt, z.B. durch Nudeln und Waschen,
durch Flocken und Waschen, durch Ultrafiltration oder durch Ionenaustauscher.
[0033] Die fotografischen Emulsionen können Verbindungen zur Verhinderung der Schleierbildung
oder zur Stabilisierung der fotografischen Funktion während der Produktion, der Lagerung
oder der fotografischen Verarbeitung enthalten.
Besonders geeignet sind Azaindene, vorzugsweise Tetra- und Pentaazaindene, insbesondere
solche, die mit Hydroxyl- oder Aminogruppen substituiert sind. Derartige Verbindungen
sind z. B. von Birr, Z. Wiss. Phot.
47 (1952), S. 2 - 58 beschrieben worden. Weiter können als Antischleiermittel Salze
von Metallen wie Quecksilber oder Cadmium, aromatische Sulfon- oder Sulfinsäuren wie
Benzolsulfinsäure, oder stickstoffhaltige Heterocyclen wie Nitrobenzimidazol, Nitroindazol,
(subst.) Benztriazole oder Benzthiazoliumsalze eingesetzt werden. Besonders geeignet
sind Mercaptogruppen enthaltende Heterocyclen, z. B. Mercaptobenzthiazole, Mercaptobenzimidazole,
Mercaptotetrazole, Mercaptothiadiazole, Mercapto pyrimidine, wobei diese Mercaptoazole
auch eine wasserlöslichmachende Gruppe, z.B. eine Carboxylgruppe oder Sulfogruppe,
enthalten können. Weitere geeignete Verbindungen sind in Research Disclosure Nr.
17643 (1978), Abschnitt VI, veröffentlicht.
[0034] Die Stabilisatoren können den Silberhalogenidemulsionen vor, während oder nach deren
Reifung zugesetzt werden. Selbstverständlich kann man die Verbindungen auch anderen
fotografischen Schichten, die einer Halogensilberschicht zugeordnet sind, zusetzen.
[0035] Es können auch Mischungen aus zwei oder mehreren der genannten Verbindungen eingesetzt
werden.
[0036] Die Silberhalogenidemulsionen werden üblicherweise chemisch gereift, beispielsweise
durch Einwirkung von Goldverbindungen, anderen Edelmetallverbindungen, Reduktionsmitteln
und/oder Verbindungen des zweiwertigen Schwefels.
[0037] Die fotografischen Emulsionsschichten oder andere hydrophile Kolloidschichten des
erfindungsgemäß hergestellten lichtempfindlichen Materials können oberflächenaktive
Mittel für verschiedene Zwecke enthalten, wie Überzugshilfen, zur Verhinderung der
elektrischen Aufladung, zur Verbesserung der Gleiteigenschaften, zum Emulgieren der
Dispersion, zur Verhinderung der Adhäsion und zur Verbesserung der fotografischen
Charakteristika (z.B. Entwicklungsbeschleunigung, hoher Kontrast, Sensibilisierung
usw.).
[0038] Die fotografischen Emulsionen können unter Verwendung von Methinfarbstoffen oder
anderen Farbstoffen spektral sensibilisiert werden. Besonders geeignete Farbstoffe
sind Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe und komplexe Merocyaninfarbstoffe.
[0039] Auf Sensibilisatoren kann verzichtet werden, wenn für einen bestimmten Spektralbereich
die Eigenempfindlichkeit des Silberhalogenids ausreichend ist, beispielsweise die
Blauempfindlichkeit von Silberbromid.
[0040] Farbfotografische Materialien enthalten überlicherweise mindestens je eine rotempfindliche,
grünempfindliche und blauempfindliche Emulsionsschicht. Diesen Emulsionsschichten
werden nicht diffundierende monomere oder polymere Farbkuppler zugeordnet, die sich
in der gleichen Schicht oder in einer dazu benachbarten Schicht befinden können. Gewöhnlich
werden den rotempfindlichen Schichten Blaugrünkuppler, den grünempfindlichen Schichten
Purpurkuppler und den blauempfindlichen Schichten Gelbkuppler zugeordnet, wobei erfindungsgemäß
Purpurkuppler der Formel (I) oder (II) ausschließlich oder im Gemisch mit anderen
nachfolgend beschriebenen Purpurkupplern verwendet werden.
[0041] Farbkuppler zur Erzeugung des blaugrünen Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler
vom Phenol- oder α-Naphtholtyp; vorzugsweise 2-Ureidophenolverbindungen und 1,5-Aminonaphtholverbindungen.
[0042] Farbkuppler zur Erzeugung des gelben Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler mit
einer offenkettigen Ketomethylengruppierung, insbesondere Kuppler vom Typ des α-Acylacetamids;
bevorzugte Kupplerklassen sind α-Benzoylacetanilidkuppler und α-Pivaloylacetanilidkuppler,
die ebenfalls aus der Literatur bekannt sind.
[0043] Farbkuppler zur Erzeugung des purpurnen Teilfarbenbildes sind in der Regel Kuppler
vom Typ des 5-Pyrazolons, des Indazolons oder eines Pyrazoloazols; bevorzugte Kupplerklassen
sind Pyrazoloazol- und Arylaminopyrazolonverbindungen.
[0044] Bei den Farbkupplern kann es sich um 4-Äquivalentkuppler, aber auch um 2-Äquivalentkuppler
handeln. Letztere leiten sich von den 4-Äquivalentkupplern dadurch ab, daß sie in
der Kupplungsstelle einen Substituenten enthalten, der bei der Kupplung abgespalten
wird. Zu den 2-Äquivalentkupplern sind solche zu rechnen, die farblos sind, als auch
solche, die eine intensive Eigenfarbe aufweisen, die bei der Farbkupplung verschwindet
bzw. durch die Farbe des erzeugten Bildfarbstoffes ersetzt wird (Maskenkuppler), beispielsweise
Rotmaskenkuppler aus einem Blaugrünkuppler und einem über ein Sauerstoffatom und
gegebenenfalls ein Bindeglied in der Kupplungsstelle gebundenen Farbstoff mit einer
Absorption im Bereich 510 bis 590 nm, die Weißkuppler, die bei Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten
im wesentlichen farblose Produkte ergeben. Zu den 2-Äquivalentkupplern sind auch
die erfindungsgemäß zu verwendenden DIR-Kuppler mit Inhibitoren hoher Diffusibilität
zu zählen.
[0045] Hochmolekulare Farbkuppler sind beispielsweise in DE-C-1 297 417, DE-A-24 07 569,
DE-A-31 48 125, DE-A-32 17 200, DE-A-33 20 079, DE-A-33 24 932, DE-A-33 31 743,
DE-A-33 40 376, EP-A-27 284, US-A-4 080 211 beschrieben. Die hochmolekularen Farbkuppler
werden in der Regel durch Polymerisation von ethylenisch ungesättigten monomeren
Farbkupplern hergestellt. Sie können aber auch durch Polyaddition oder Polykondensation
erhalten werden.
[0046] Die Einarbeitung der Kuppler oder anderer Verbindungen in Silberhalogindemulsionsschichten
kann in der Weise erfolgen, daß zunächst von der betreffenden Verbindung eine Lösung,
eine Dispersion oder eine Emulsion hergestellt und dann der Gießlösung für die betreffende
Schicht zugefügt wird. Die Auswahl des geeigneten Lösungs- oder Dispersionsmittel
hängt von der jeweiligen Löslichkeit der Verbindung ab.
[0047] Methoden zum Einbringen von in Wasser im wesentlichen unlöslichen Verbindungen durch
Mahlverfahren sind beispielsweise in DE-A-2 609 741 und DE-A-2 609 742 beschrieben.
[0048] Hydrophobe Verbindungen können auch unter Verwendung von hochsiedenden Lösungsmitteln,
sogenannten Ölbildnern, in die Gießlösung eingebracht werden. Entsprechende Methoden
sind beispielsweise in US-A-2 322 027, US-A-2 801 170, US-A-2 801 171 und EP-A-O
043 037 beschrieben.
[0049] Anstelle der hochsiedenden Lösungsmitteln können Oligomere oder Polymere, sogenannte
polymere Ölbildner Verwendung finden.
[0050] Die Verbindungen können auch in Form beladener Latices in die Gießlösung eingebracht
werden. Verwiesen wird beispielsweise auf DE-A-2 541 230, DE-A-2 541 274, DE-A-2
835 856, EP-A-O 014 921, EP-A-0 069 671, EP-A-O 130 115, US-A-4 291 113.
[0051] Die diffusionsfeste Einlagerung anionischer wasserlöslicher Verbindungen (z.B. von
Farbstoffen) kann auch mit Hilfe von kationischen Polymeren, sogenannten Beizpolymeren
erfolgen.
[0052] Geeignete Ölbildner für andere Kuppler und andere Verbindungen sind z.B. Phthalsäurealkylester,
Phosphorsäureester, Citronensäureester, Benzoesäureester, Alkylamide, Fettsäureester
und Trimesinsäureester.
[0053] Farbfotografisches Material umfaßt typischerweise mindestens eine rotempfindliche
Emulsionsschicht, mindestens eine grünempfindliche Emulsionsschicht und mindestens
eine blauempfindliche Emulsionsschicht auf Träger. Die Reihenfolge dieser Schichten
kann je nach Wunsch variiert werden. Gewöhnlich werden blaugrüne, purpurfarbene und
gelbe Farbstoffe bildende Kuppler in die rot-, grün- bzw. blauempfindlichen Emulsionsschichten
eingearbeitet. Es können jedoch auch unterschiedliche Kombinationen verwendet werden.
[0054] Jede der lichtempfindlichen Schichten kann aus einer einzigen Schicht bestehen oder
auch zwei oder mehr Silberhalogenidemulsionsteilschichten umfassen (DE-C-1 121 470).
Dabei sind rotempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten dem Schichtträger häufig
näher angeordnet als grünempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten und diese
wiederum näher als blauempfindliche, wobei sich im allgemeinen zwischen grünempfindlichen
Schichten und blauempfindlichen Schichten eine nicht lichtempfindliche gelbe Filterschicht
befindet.
[0055] Bei geeignet geringer Eigenempfindlichkeit der grün-bzw. rotempfindlichen Schichten
kann man unter Verzicht auf die Gelbfilterschicht andere Schichtanordnungen wählen,
bei denen auf dem Träger z.B. die blauempfindlichen, dann die rotempfindlichen und
schließlich die grünempfindlichen Schichten folgen.
[0056] Die in der Regel zwischen Schichten unterschiedlicher Spektralempfindlichkeit angeordneten
nicht lichtempfindlichen Zwischenschichten können Mittel enthalten, die eine unerwünschte
Diffusion von Entwickleroxidationsprodukten aus einer lichtempfindlichen in eine
andere lichtempfindliche Schicht mit unterschiedlicher spektraler Sensibilisierung
verhindern.
[0057] Liegen mehrere Teilschichten gleicher spektraler Sensibilisierung vor, so können
sich diese hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, insbesondere was Art und Menge der
Silberhalogenidkörnchen betrifft unterscheiden. Im allgemeinen wird die Teilschicht
mit höherer Empfindlichkeit von Träger entfernter angeordnet sein als die Teilschicht
mit geringerer Empfindlichkeit. Teilschichten gleicher spektraler Sensibilisierung
können zueinander benachbart oder durch andere Schichten, z.B. durch Schichten anderer
spektraler Sensibilisierung getrennt sein. So können z.B. alle hochempfindlichen und
alle niedrigempfindlichen Schichten jeweils zu einem Schichtpaket zusammengefaßt
sein (DE-A 1 958 709, DE-A 2 530 645, DE-A 2 622 922).
[0058] Das fotografische Material kann weiterhin UV-Licht absorbierende Verbindungen, Weißtöner,
Abstandshalter, Filterfarbstoffe, Formalinfänger und anderes enthalten.
[0059] UV-Licht absorbierende Verbindungen sollen einerseits die Bildfarbstoffe vor dem
Ausbleichen durch UV-reiches Tageslicht schützen und andererseits als Filterfarbstoffe
das UV-Licht im Tageslicht bei der Belichtung absorbieren und so die Farbwiedergabe
eines Films verbesseren. Üblicherweise werden für die beiden Aufgaben Verbindungen
unterschiedlicher Struktur eingesetzt. Beispiele sind arylsubstituierte Benzotriazolverbindungen
(US-A 3 533 794), 4-Thiazolidonverbindungen (US-A 3 314 794 und 3 352 681), Benzophenonverbindungen
(JP-A 2784/71), Zimtsäureesterverbindungen (US-A 3 705 805 und 3 707 375), Butadienverbindungen
(US-A 4 045 229) oder Benzoxazolverbindungen (US-A 3 700 455).
[0060] Es können auch ultraviolettabsorbierende Kuppler (wie Blaugrünkuppler des α-Naphtholtyps)
und ultraviolettabsorbierende Polymere verwendet werden. Diese Ultraviolettabsorbentien
können durch Beizen in einer speziellen Schicht fixiert sein.
[0061] Für sichtbares Licht geeignete Filterfarbstoffe umfassen Oxonolfarbstoffe, Hemioxonolfarbstoffe,
Styrolfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe, Cyaninfarbstoffe und Azofarbstoffe. Von
diesen Farbstoffen werden Oxonolfarbstoffe, Hemioxonolfarbstoffe und Merocyaninfarbstoffe
besonders vorteilhaft verwendet.
[0062] Geeignete Weißtöner sind z.B. in Research Disclosure Dezember 1978, Seite 22 ff,
Referat 17 643, Kapitel V beschrieben.
[0063] Bestimmte Bindemittelschichten, insbesondere die vom Träger am weitesten entfernte
Schicht, aber auch gelegentlich Zwischenschichten, insbesondere, wenn sie während
der Herstellung die vom Träger am weitesten entfernte Schicht darstellen, können fotografisch
inerte Teilchen anorganischer oder organischer Natur enthalten, z.B. als Mattierungsmittel
oder als Abstandshalter (DE-A 3 331 542, DE-A 3 424 893, Research Disclosure Dezember
1978, Seite 22 ff, Referat 17 643, Kapitel XVI).
[0064] Der mittlere Teilchendurchmesser der Abstandshalter liegt insbesondere im Bereich
von 0,2 bis 10 µm. Die Abstandshalter sind wasserunlöslich und können alkaliunlöslich
oder alkalilöslich sein, wobei die alkalilöslichen im allgemeinen im alkalischen
Entwicklungsbad aus dem fotografischen Material entfernt werden. Beispiele für geeignete
Polymere sind Polymethylmethacrylat, Copolymere aus Acrylsäure und Methylmethacrylat
sowie Hydroxypropylmethylcellulosehexahydrophthalat.
[0065] Die Bindemittel des erfindungsgemäßen Materials, insbesondere wenn als Bindemittel
Gelatine eingesetzt wird, werden mit geeigneten Härtern gehärtet, beispielsweise mit
Härtern des Epoxidtyps, des Ethylenimintyps, des Acryloyltyps oder des Vinylsulfontyps.
Ebenso eignen sich Härter der Diazin-, Triazin- oder 1,2-Dihydrochinolin-Reihe.
[0066] Vorzugsweise werden die Bindemittel des erfindungsgemäßen Materials mit Soforthärtern
gehärtet.
[0067] Unter Soforthärtern werden Verbindungen verstanden, die geeignete Bindemittel so
vernetzen, daß unmittelbar nach Beguß, spätestens nach 24 Stunden, vorzugsweise spätestens
nach 8 Stunden die Härtung so weit abgeschlossen ist, daß keine weitere durch die
Vernetzungsreaktion bedingte Änderung der Sensitometrie und der Quellung des Schichtverbandes
auftritt. Unter Quellung wird die Differenz von Naßschichtdicke und Trockenschichtdicke
bei der wäßrigen Verarbeitung des Films verstanden (Photogr. Sci. Eng. 8 (1964), 275;
Photogr. Sci. Eng. (1972), 449).
[0068] Bei diesen mit Gelatine sehr schnell reagierenden Härtungsmitteln handelt es sich
z.B. um Carbamoylpyridiniumsalze, die mit freien Carboxylgruppen der Gelatine zu
reagieren vermögen, so daß letztere mit freien Aminogruppen der Gelatine unter Ausbildung
von Peptidbindungen und Vernetzung der Gelatine reagieren.
[0069] Geeignete Beispiele für Soforthärter sind z.B. Verbindungen der allgemeinen Formeln

worin
R₁ Alkyl, Aryl oder Aralkyl bedeutet,
R₂ die gleiche Bedeutung wie R₁ hat oder Alkylen, Arylen, Aralkylen oder Alkaralkylen
bedeutet, wobei die zweite Bindung mit einer Gruppe der Formel

verknüpft ist, oder
R₁ und R₂ zusammen die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen
Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes erforderlichen
Atome bedeuten, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen substituiert sein
kann,
R₃ für Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkoxy, -NR₄-COR₅, -(CH₂)
m-NR₈R₉, -(CH₂)
n-CONR₁₃R₁₄ oder

oder ein Brückenglied oder eine direkte Bindung an eine Polymerkette steht, wobei
R₄, R₆, R₇, R₉, R₁₄, R₁₅, R₁₇, R₁₈, und R₁₉ Wasserstoff oder C₁-C₄-Alkyl,
R₅ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder NR₆R₇,
R₈ -COR₁₀
R₁₀ NR₁₁R₁₂
R₁₁ C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₂ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₃ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₆ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, COR₁₈ oder CONHR₁₉,
m eine Zahl 1 bis 3
n eine Zahl 0 bis 3
p eine Zahl 2 bis 3 und
Y O oder NR₁₇ bedeuten oder
R₁₃ und R₁₄ gemeinsam die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten
heterocyclischen Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes
erforderlichen Atome darstellen, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen
substituiert sein kann,
Z die zur Vervollständigung eines 5- oder 6-gliedrigen aromatischen heterocyclischen
Ringes, gegebenenfalls mit anelliertem Benzolring, erforderlichen C-Atome und
X
⊖ ein Anion bedeuten, das entfällt, wenn bereits eine anionische Gruppe mit dem übrigen
Molekül verknüpft ist;

worin
R₁, R₂, R₃ und X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzen.
[0070] Eine Methode zur Bestimmung der Diffusibilität der von den DIR-Kupplern abgespaltenen
Inhibitoren ist in EP-0 115 302 A 1 beschrieben.
[0071] Die Diffusibilität D
f wird für die Zwecke der vorliegenden Erfindung nach folgender Vorschrift bestimmt:
[0072] Mehrschichtige Testmaterialien A und B wurden wie folgt hergestellt:
Testmaterial A
[0073] Auf einen transparenten Schichtträger aus Cellulosetriacetat werden folgende Schichten
in der angegebenen Reihenfolge aufgetragen.
Die Mengenangaben beziehen sich auf 1 m². Für den Silberhalogenidauftrag wird die
entsprechende Menge AgNO₃ angegeben. Die Silberhalogenidemulsionen sind mit 0,5 g
4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a,7-tetraazainden pro 100 g AgNO₃ stabilisiert.
Silberhalogenidemulsion: Silberbromidiodidemulsion mit 7 mol-% Iodid, mittlerer Korndurchmesser
0,5 µm, würfelförmige Kristalle mit abgerundeten Ecken.
Schicht 1 rotsensibilisierte Silberhalogenidemulsion der angegebenen Art aus 4,57
g AgNO₃
0,754 g Blaugrünkuppler K, gelöst in
0,6 g Dibutylphthalat und dispergiert
0,603 g Gelatine
Schicht 2 unsensibilisierte Silberhalogenidemulsion aus 2,63 g AgNO₃
2,63 g AgNO₃
0,38 g Weißkuppler L
1,17 g Gelatine
Schicht 3 Schutzschicht mit
1,33 g Gelatine
Schicht 4 Härtungsschicht mit
0,82 g Gelatine
0,54 g Carbamoylpyrimiumsalz (CAS Reg. No. 65411-60-1).

Testmaterial B
[0074] In gleicher Weise wurde auch ein Testmaterial B hergesellt, jedoch mit der Abänderung
gegenüber Testmaterial A, daß Schicht 2 sich zusammensetzt aus
0,346 g Weißkuppler und
0,900 g Gelatine.
[0075] Die Testmaterialien A und B werden belichtet in einer Dunkelkammer bei Raumbeleuchtung
mit einer 100 Watt-Glühlampe im Abstand von 1,5 m und einer Belichtungsdauer von
15 min.
[0076] Die Entwicklung wird durchgeführt wie beschrieben in "The Journal of Photography",
1974, Seiten 597 und 598, mit der Änderung, daß der Entwickler mit 20 Vol-% verdünnt
wurde.
[0077] Modifizierte Entwickler, die den zu testenden Entwicklungsinhibitor enthalten, werden
so hergestellt, daß eine 0,02 molare-Lösung des Inhibitors in einem Gemisch Methanol/Wasser
(8:2), die falls zur Lösung erforderlich NaOH bis zu einem pH-Wert von 9 enthält,
dem Entwickler zugegeben wird und durch Zugabe von Wasser ein 20 Vol-% verdünnter
Entwickler resultiert.
[0078] Die Testmaterialien A und B werden jeweils in dem den Inhibitor nicht enthaltenden
Entwickler entwickelt und in den weiteren Schritten verarbeitet.
[0079] Die resultierenden Blaugründichten werden mit einem Densitometer ausgemessen.
[0080] Die Diffusibilität D
f wird nach folgender Gleichung bestimmt:

worin bedeuten:
D
Ao, D
Bo Farbdichte der Testmaterialien A bzw. B nach Entwicklung in dem angegebenen Entwickler
ohne Inhibitorzusatz
D
A, D
B Farbdichte der Testmaterialien A bzw. B nach Entwicklung in dem angegebenen Entwickler,
der den Inhibitor in einer solchen Konzentration enthält, daß folgende Gleichung gilt:

[0081] Die erfindungsgemäß zu verwendenden DIR-Verbindungen entsprechen insbesondere der
Formel
A - (L)
n - B
worin
A den Rest einer Verbindung, die bei Reaktion mit dem Oxidationsprodukt des Farbentwicklers
die Gruppe -(L)
n-B in Freiheit setzt, insbesondere den Rest eines Kupplers, der bei Kupplung den Rest
-(L)
n-B in Freiheit setzt,
B den Rest eines Entwicklungsinhibitors, der aus der Gruppe -(L)
n-B freigesetzt wird,
L ein zweiwertiges Bindeglied, das nach Lösen der Bindung A-L fähig ist, die Bindung
L-B zu lösen und
n 0 oder 1 bedeuten.
[0082] Bevorzugte Reste B entsprechen folgenden Formeln:

wobei
Y O, S oder NR₆ und
R₁₈ H, einen unsubstituierten oder substituierten, geradkettigen, verzweigten oder
cyclischen aliphatischen Rest, Halogen, -NHCOR₃₁, -OR₃₁,

R₁₉ H, Halogen, einen unsubstituierten oder substituierten, geradkettigen, verzweigten
oder cyclischen aliphatischen Rest, -SR₃₁, -S-Aryl, -S-Hetaryl,
R₂₀ einen unsubstituierten oder substituierten, geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest, -SR₃₁, Aryl oder Hetaryl,
R₂₁ Wasserstoff, einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten
oder cyclischen aliphatischen Rest oder einen Arylrest,
R₂₂ einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest, -SR₃₁, -S-(CH₂)
n-COOR₃₂,
R₂₃ einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest oder eine unsubstituierte oder durch Hydroxy, Amino, Sulfamoyl,
Carboxy oder Methoxycarbonyl substiuierte Phenylgruppe,
R₂₄ einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest, Aryl, Hetaryl, -SR₃₁ oder eine Acylaminogruppe,
R₂₅ H, einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder
cyclischen aliphatischen Rest, Aryl, eine Acylaminogruppe oder eine Benzylidenaminogruppe,
B₃₁ eine substituierten oder unsubstituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest,
R₃₂ einen substituierten oder unsubstituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest
m 1 oder 2 bedeuten und
n 1 bis 4 bedeuten.
[0083] Bevorzugte Gruppen -L-B entsprechen den Formeln:

worin
k 1 oder 2
l 0,1 oder 2,
R₂₆ Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Hetaryl, Halogen, Nitro, Cyan, Alkylthio, Acylamino,
Sulfamoyl, Alkoxycarbonylamino oder Amino,
R₂₇ Wasserstoff, Alkyl, Aryl oder Aralkyl,
R₂₈ Wasserstoff, Halogen, Alkyl, Aralkyl, Alkoxy, Anilino, Acylamino, Ureido, Cyan,
Sulfonamido, Aryl oder Carboxy,
R₂₉ Wasserstoff, Alkyl, Aralkyl, Cycloalkyl oder Aryl,
M -O- oder

R₃₀ Alkyl, Aralkyl, Aryl, Acyl, Hetaryl, Acylamino, -OR₃₃ oder -PO(OR₃₃)₂
R₃₃ Alkyl, Aryl oder Hetaryl,
Z -O-, -S- oder

R₃₄ Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkylsulfonyl oder Arylsulfonyl und
R₃₅ Wasserstoff, Alkyl oder Aryl bedeuten.
[0084] Besonders bevorzugt haben die Substituenten folgende Bedeutung:
R₁₈: H, CH₃, Cl, Br, C₁-C₆-Alkoxy, C₁-C₆-Alkylcarbonylamino, Phenoxycarbonyl,
R₁₉: C₁-C₁₀-Alkylthio,
R₂₀: H, 2-Furyl
R₂₁: H, C₁-C₄-Alkyl,
R₂₂: C₁-C₆-Alkylthio, C₁-C₈-Alkoxycarbonyl, C₁-C₆-Alkylcarbonyloxy-C₁-C₄-alkylenthio,
R₂₃: Gegebenenfalls durch Di-C₁-C₄-Alkylamino substituiertes C₁-C₆-Alkyl, gegebenenfalls
durch Hydroxy, C₁-C₄-Alkyl, Methoxycarbonyl, Aminosulfonyl oder Chlorethoxycarbonyl
mono- oder di-substituiertes Phenyl,
R₂₄: C₁-C₆-Alkyl, Amino, 2-Furyl,
R₂₅: H, C₁-C₆-Alkylcarbonylamino, oder

R₂₆: NO₂,
R₂₇: C₁-C₄-Alkyl,
R₂₈: C₁-C₂₀-Alkyl oder Phenyl,
R₂₉: H, C₁-C₄-Alkyl,
R₃₀: gegebenenfalls durch Chlor substituiertes Phenyl,
R₃₅: Phenyl, Nitrophenyl,
Z: Sauerstoff.
[0086] Geeignete Farbentwicklersubstanzen für das erfindungsgemäße Material sind insbesondere
solche vom p-Phenylendiamintyp, z. B. 4-Amino-N,N-diethyl-anilinhydrochlorid; 4-Amino-3-methyl-N-ethyl-N-ß-(methansulfonamido)-ethylanilinsulfathydrat;
4-Amino-3-methyl-N-ethyl-N-ß-hy droxyethylanilinsulfat; 4-Amino-N-ethyl-N-(2-methoxyethyl)-m-toluidin-di-p-toluolsulfonsäure
und N-Ethyl-N-ß-hydroxyethyl-p-phenylendiamin. Weiter brauchbare Farbentwickler sind
beispielsweise beschrieben in J. Amer. Chem. Soc.
73, 3100 (1951) und in G. Haist, Modern Photographic Processing, 1979, John Wiley and
Sons, New York, Seiten 545 ff.
[0087] Nach der Farbentwicklung wird das Material üblicherweise gebleicht und fixiert. Bleichung
und Fixierung können getrennt voneinander oder auch zusammen durchgeführt werden.
Als Bleichmittel können die üblichen Verbindungen verwendet werden, z. B. Fe³⁺-Salze
und Fe³⁺-Komplexsalze wie Ferricyanide, Dichromate, wasserlösliche Kobaltkomplexe
usw. Besonders bevorzugt sind Eisen-III-Komplexe von Aminopolycarbonsäuren, insbesondere
z. B. Ethylendiamintetraessigsäure, Nitrilotriessigsäure, Iminodiessigsäure, N-Hydroxyethylethylendiamintriessigsäure,
Alkyliminodicarbonsäuren und von entsprechenden Phosphonsäuren. Geeignet als Bleichmittel
sind weiterhin Persulfate.
Emulsion 1
[0088] In eine Lösung von 170 g Gelatine, 1.117 g Ammoniumbromid und 99,6 g Kaliumiodid
in 17 l Wasser wurde bei 68°C unter Rühren zunächst eine Lösung von 600 g Silbernitrat
in 6 l Wasser im Verlaufe einer Minute und sofort anschließend eine Lösung von 1.100
g Silbernitrat in 11 l Wasser im Verlaufe von 20 Minuten zugegeben. Nach Abkühlung
auf 30°C wurde die Emulsion geflockt und gewaschen. Nach Redispergierung in einer
Lösung von 680 g Gelatine in 6,8 l Wasser bei 40°C wurde die Emulsion bei pH 6,5 und
48°C mit 30 µmol Natriumthiosulfat/mol Ag, 8,9 µmol Tetrachlorogoldwasserstoffsäure/mol
Ag und 1.120 µmol Ammoniumthiocyanat/mol Ag zu maximaler Empfindlichkeit gereift.
[0089] Die Emulsionskristalle waren plättchenförmig, 10 % der Emulsionskristalle hatten
ein Volumen, das kleiner war als das einer Kugel mit einem Durchmesser von 0,15 µm,
10 % ein Volumen, das größer war als das einer Kugel mit einem Durchmesser von 0,60
µm, und der Medianwert des Volumens der Emulsionskristalle war dem Volumen einer Kugel
mit einem Durchmesser von 0,36 µm äquivalent. Die Emulsion enthielt 95 Mol-% Bromit
und 5 Mol-% Iodid.
Emulsion 2 (erfindungsgemäß)
[0090] Nach dem Doppeleinlaufverfahren wurde eine aus vier Zonen aufgebaute Silberchloridbromidiodidemulsion
hergestellt, die 2,00 Mol-% Chlorid, 93,12 Mol-% Bromid und 4,88 Mol-% Iodid enthielt.
[0091] In 7 Litern einer wäßrigen Lösung, die 230 g Gelatine, 0,8 g Kaliumbromid und 78
g 1-Methylimidazol enthielten, wurden bei 63°C und pH 6,35 unter Rühren nach dem Doppeleinlaufverfahren
2.000 ml 0,5-molare AgNO₃-Lösung und 2.000 ml 0,5-molare KBr-Lösung mit einer Einlaufgeschwindigkeit
von jeweils 200 ml/min zugegeben. Anschließend wurden bei pAg 8,0 nach dem Doppeleinlaufverfahren
3.000 ml 2-molare AgNO₃-Lösung mit einer Einlaufgeschwindigkeit von 40 ml/min und
die zur Konstanthaltung des pAg benötigte Menge 2-molare KBr
0,92I
0,08-Lösung zugegeben, wobei die Einlaufgeschwindigkeit der KBr
0,92I
0,08-Lösung so geregelt wurde, daß der pAg-Wert konstant auf 8,0 gehalten wurde. Bei pAg
6,5 wurden dann 200 ml 2-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung des pAg erforderliche
Menge 2-molarer KCl
0,5Br
0,5-Lösung, sowie schließlich 1.300 ml 2-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung
des pAg erforderliche Menge 2-molarer KBr
0,997I
0,003-Lösung nach dem Doppeleinlaufverfahren zugegeben. Die Emulsion wurde geflockt, gewaschen,
mit einer Lösung von 620 g Gelatine in 5,58 l Wasser redispergiert, auf pH 5,6 und
pAg 9,0 eingestellt. Die Silberhalogenidkristalle waren würfelförmig und hatten eine
Kantenlänge von 0,5 µm.
[0092] Die Emulsion wurde bei 58°C mit 10 µmol Natriumthiosulfat/mol Ag, 3 µmol Tetrachlorogoldwasserstoffsäure/mol
Ag und 227 µmol Ammoniumthiocyanat/mol Ag zu maximaler Empfindlichkeit gereift.
[0093] Die Emulsion war also von innen nach außen gezählt folgendermaßen aus vier Zonen
aufgebaut:
| Zone I |
aus AgBr |
(10 Molprozent), |
| Zone II |
aus AgBr0,92I0,08 |
(60 Molprozent), |
| Zone III |
aus AgCl0,5Br0,5 |
( 4 Molprozent), |
| Zone IV |
aus AgBr0,997I0,003 |
(26 Molprozent). |
Emulsion 3 (erfindungsgemäß)
[0094] Nach dem Doppeleinlaufverfahren wurde eine aus sechs Zonen aufgebaute Silberchloridbromidiodidemulsion
hergestellt, die 4,00 Mol-% Chlorid, 88,71 Mol-% Bromid und 7,29 Mol-% Iodid enthielt.
[0095] In 7 Litern einer wäßrigen Lösung, die 230 g Gelatine, 0,8 g Kaliumbromid und 27
g 1-Methylimidazol enthielten, wurden bei 63°C und pH 6,35 unter Rühren nach dem Doppeleinlaufverfahren
2.000 ml 0,5-molare AgNO₃-Lösung und 2.000 ml 0,5-molare KBr-Lösung mit einer Einlaufgeschwindigkeit
von jeweils 200 ml/min zugegeben. Anschließend wurden nach dem Doppeleinlaufverfahren
folgende Lösungen zugegeben, wobei die Einlaufgeschwindigkeit der Silbernitratlösungen
40 ml/min betrug und die Einlaufgeschwindigkeit der Halogenidlösungen so geregelt
wurde, daß der jeweils angegebene pAg-Wert konstant gehalten wurde:
a) 300 ml 2,0-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung von pAg 8,0 erforderliche
Menge 2,0-molarer KBr-Lösung;
b) 200 ml 2,0-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung von pAg 6,5 erforderliche
Menge 2,0-molarer KCl0,5Br0,5-Lösung;
c) 500 ml 2,0-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung von pAg 6,5 erforderliche
Menge 2,0-molarer KBr-Lösung;
d) 1.800 ml 2,0-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung von pAg 8,0 erforderliche
Menge 2,0-molarer KBr0,8I0,2-Lösung;
e) 200 ml 2,0-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung von pAg 6,5 erforderliche
Menge 2,0-molarer KCl0,5Br0,5-Lösung;
f) 1.500 ml 2,0-molare AgNO₃-Lösung und die zur Konstanthaltung von pAg 6,5 erforderliche
Menge 2,0-molarer KBr0,997I0,003-Lösung.
[0096] Die Emulsion wurde geflockt, gewaschen, mit einer Lösung von 620 g Gelatine in 5,58
l Wasser redispergiert, auf pH 5,6 und pAg 9,0 eingestellt. Die Silberhalogenidkristalle
waren würfelförmig und hatten eine Kantenlänge von 0,28 µm.
[0097] Die Emulsion wurde bei 58°C mit 28 µmol Natriumthiosulfat/mol Ag, 8,4 µmol Tetrachlorogoldwasserstoffsäure/mol
Ag und 635 µmol Ammoniumthiocyanat/mol Ag zu maximaler Empfindlichkeit gereift.
[0098] Die Emulsion war also von innen nach außen gezählt folgendermaßen aus sechs Zonen
aufgebaut:
| Zone I |
aus AgBr |
(16 Molprozent), |
| Zone II |
aus AgCl0,5Br0,5 |
( 4 Molprozent), |
| Zone III |
aus AgBr |
(10 Molprozent), |
| Zone IV |
aus AgBr0,8I0,2 |
(36 Molprozent). |
| Zone V |
aus AgCl0,5Br0,5 |
( 4 Molprozent), |
| Zone VI |
aus AgBr0,997I0,003 |
(30 Molprozent), |
Emulsion 4
[0099] Entsprechend den Angaben in P. Glafkides, Chimie et Physique Photographiques 1967,
S. 368 ff., wurde aus 2 mol Silbernitrat eine ammoniakalische Silberbromidiodidemulsion
mit 3 Mol-% Iodid hergestellt, die nach der Fällung mit 760 ml einer 0,5-molaren Kaliumiodidlösung
konvertiert wurde. Die Emulsion wurde geflockt, gewaschen und redispergiert. Zu dieser
Emulsion wurden 1.100 ml einer 0,5-molaren Ammoniumbromidlösung und 650 ml einer 1,0-molaren
1-Methylimidazollösung gegeben. Anschließend wurde bei 65°C und pH 7,0 im Verlaufe
von 60 Minuten 8 mol AgBr
0,96I
0,04 in Form einer Lippmann-Emulsion zugegeben, die nach dem von W. Markocki angegebenen
Verfahren (Korpuskular-Photographie IV (1963), Seite 165), aber unter Verzicht auf
Cadmiumsalze, hergestellt worden war. Es wurde eine Emulsion mit 6 Mol-% Iodid erhalten,
die geflockt, gewaschen, redispergiert und auf 170 g Gelatine/mol Ag gebracht wurde.
Die Rei fung wurde bei 58°C mit 13 µmol Natriumthiosulfat/mol Ag, 3,5 µmol Tetrachlorogoldwasserstoffsäure/mol
Ag und 487 µmol Ammoniumthiocyanat/mol Ag bis zur maximalen Empfindlichkeit vorgenommen.
[0100] Die Emulsionskristalle waren teils plattenförmig, teils von kompakter Form, 10 %
der Emulsionskristalle hatten ein Volumen, das kleiner war als das einer Kugel mit
einem Durchmesser von 0,4 µm, 10 % ein Volumen, das größer war als das einer Kugel
mit einem Durchmesser von 1,6 µm und der Medianwert des Volumens der Emulsionskristalle
war dem Volumen einer Kugel mit einem Durchmesser von 0,95 µm äquivalent.
Emulsion 5
[0101] In 9 Litern einer wässrigen Lösung, die 135 g Gelatine und 40 g Kaliumbromid enthielt,
wurden bei 72°C unter Rühren nach dem Doppeleinlaufverfahren 140 ml 2,0-molare Silbernitratlösung
mit einer Einlaufgeschwindigkeit von 70 ml/min und die zur Konstanthaltung des pAg
benötigte Menge 2,0-molarer Kaliumbromidlösung, wobei die Einlaufgeschwindigkeit
letzterer so geregelt wurde, daß der vor Beginn der Fällung vorliegende pAg-Wert beibehalten
wurde. Anschließend wurden 2.630 ml 2,0-molare Silbernitratlösung und die zur Konstanthaltung
des pAg erforderliche Menge 2,0-molarer Kaliumbromidlösung beschleunigt zugegeben,
und zwar wurde die Einlaufgeschwindigkeit der Silbernitratlösung von 70 ml/min ausgehend
um 2 ml/sec² beschleunigt, bis die Lösung aufgebraucht war, und die Einlaufgeschwindigkeit
der Kaliumbromidlösung so geregelt, daß der vor Beginn der Fällung vorliegende pAg-Wert
beibehalten wurde. Nach Zugabe von 185 ml 0,5-molarer Natriumchloridlösung wurden
1.125 ml 2,9-molare Silbernitratlösung mit einer Einlaufgeschwindigkeit von 750 ml/min
zugegeben, wobei pAg um 3 Einheiten unter den ursprünglichen pAg sank.
[0102] Schließlich wurden 1.105 ml 2,0 molare Silbernitratlösung und die zur Konstanthaltung
des pAg benötigte Menge 2,0-molarer KCl
0,3Br
0,7-Lösung zugegeben, wobei die Einlaufgeschwindigkeit der Silbernitratlösung 500 ml/min
betrug. Nach Absenkung des pAg um 0,5 Einheiten wurde die Emulsion geflockt, gewaschen,
und mit einer Lösung von 715 g Gelatine in 6,43 l Wasser redispergiert.
[0103] 80 % der gesamten Projektionsfläche aller vorhandenen Emulsionskörner waren tafelförmige
mit einer mittleren Dicke von etwa 0,18 µm, einer maximalen Dicke von 0,30 µm, einem
mittleren Durchmesser von 1,6 µm und einem durchschnittlichen Aspektverhältnis von
9 : 1.
[0104] Die Emulsion enthielt etwa 6 Mol-% Chlorid und wurde mit 9 µmol Natrium-dithiosulfatoaurat(I)-dihydrat/mol
Ag zu maximaler Empfindlichkeit gereift.
Beispiele
Beispiel 1
[0105] Auf einen transparenten Schichtträger aus Cellulosetriacetat wurden folgende Schichten
in der hier angegebenen Reihenfolge aufgetragen (Mengenangaben pro m²):
[0106] Für den Silberhalogenidauftrag werden die entsprechenden Mengen AgNO₃ angegeben.
[0107] Alle Silberhalogenidemulsionen dieses Materials waren mit 0,5 g 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a,7-tetraazainden
pro 100 g AgNO₃ stabilisiert.
Schichtaufbau 1 A:
[0108]
| 1. Schicht (Antihaloschicht) |
| 0,2 |
g |
schwarzes kolloidales Silber, |
| 1,2 |
g |
Gelatine |
| 0,1 |
g |
UV-Absorber UV 1 |
| 0,2 |
g |
UV-Absorber UV 2 |
| 0,02 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,03 |
g |
Dibutylphthalat |
| 2. Schicht (Mikrat-Zwischenschicht) |
| 0,3 |
g |
Ag(Br,I)-Emulsion, mittlerer Korndurchmesser: = 0,07 µm, 2 Mol-% Iodid |
| 1,0 |
g |
Gelatine |
| 0,06 |
g |
Rotmaskenkuppler RM 1 |
| 3. Schicht (niedrig-rotempfindliche Schicht) |
| 3,0 |
g |
AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 1 |
| 2,0 |
g |
Gelatine |
| 0,6 |
g |
Blaugrünkuppler C 1 |
| 0,05 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-1 |
| 0,04 |
g |
Rotmaskenkuppler RM 1 |
| 0,4 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,2 |
g |
Dibutylphthalat |
| 4. Schicht (hoch-rotempfindliche Schicht) |
| 2,8 |
g |
AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 4 |
| 1,6 |
g |
Gelatine |
| 0,15 |
g |
Blaugrünkuppler C 2 |
| 0,01 |
g |
Rotmaskenkuppler RM 1 |
| 0,02 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,08 |
g |
Dibutylphthalat |
| 5. Schicht (Trennschicht) |
| 0,6 |
g |
Gelatine |
| 0,05 |
g |
2,5-Di-t-pentadecylhydrochinon |
| 0,05 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,05 |
g |
Dibutylphthalat |
| 6. Schicht (niedrig-grünempfindliche Schicht) |
| 2,2 |
g |
AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 1 |
| 1,5 |
g |
Gelatine |
| 0,55 |
g |
Purpurkuppler M 1 |
| 0,08 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-2 |
| 0,18 |
g |
Gelbmaskenkuppler YM 1 |
| 0,6 |
g |
Trikresylphosphat |
| 7. Schicht (hoch-grünempfindliche Schicht) |
| 2,0 |
g |
AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 4 |
| 1,2 |
g |
Gelatine |
| 0,15 |
g |
Purpurkuppler M 2 |
| 0,05 |
g |
Gelbmaskenkuppler YM 1 |
| 0,20 |
g |
Trikresylphosphat |
| 8. Schicht (Gelbfilterschicht) |
| 0,04 |
g |
gelbes kolloidales Silber, passiviert durch 6 mg 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol pro g
Ag |
| 0,8 |
g |
Gelatine, |
| 0,15 |
g |
2,5-Di-t-pentadecylhydrochinon |
| 0,4 |
g |
Trikresylphosphat |
| 9. Schicht (niedrig-blauempfindliche Schicht) |
| 0,65 |
g |
AgNO₃ der spektral blau sensibilisierten Emulsion 1 |
| 1,0 |
g |
Gelatine |
| 0,8 |
g |
Gelbkuppler Y 1 |
| 0,15 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-3 |
| 0,5 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,20 |
g |
Poly-ethylacrylat |
| 10. Schicht (hoch-blauempfindliche Schicht) |
| 1,1 |
g |
AgNO₃ der spektral blau sensibilisierten Emulsion 4 |
| 1,0 |
g |
Gelatine |
| 0,24 |
g |
Gelbkuppler Y 1 |
| 0,15 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,20 |
g |
Poly-ethylacrylat |
| 11. Schicht (Schutzschicht) |
| 1,5 |
g |
Gelatine |
| 0,1 |
g |
UV-Absorber UV 1 |
| 0,2 |
g |
UV-Absorber UV 2 |
| 0,02 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,02 |
g |
Dibutylphthalat |
| 12. Schicht (Schutzschicht) |
| 0,5 |
g |
AgNO₃ einer Mikrat-Ag(Br,I)-Emulsion, mittlerer Korndurchmesser 0,07 µm, 0,5 Mol-%
Iodid |
| 1,2 |
g |
Gelatine |
| 0,4 |
g |
Härtungsmittel |
| 1,0 |
g |
Formaldehydfänger |
| 0,25 |
g |
Polymethacrylat-Teilchen mit mittlerem Durchmesser 1,5 µm |
Schichtaufbau 1 B:
[0109] wie Schichtaufbau 1 A, jedoch:
in der 3. Schicht:
[0110] 0,08 g DIR-31 statt 0,05 g DIR-V-1
in der 6. Schicht:
[0111] 0,11 g DIR-28 statt 0,08 g DIR-V-2
in der 9. Schicht:
[0112] 0,17 g DIR-28 statt 0,15 g DIR-V-3
[0113] Bei diesem Schichtaufbau 1 B wurden die DIR-Kupplermengen in den einzelnen Schichten
so angepaßt, daß sich bei Weißbelichtung die gleichen Farbgradationen ergaben wie
beim Schichtaufbau 1 A.
Schichtaufbau 1 C:
[0114] wie Schichtaufbau 1 A, jedoch:
in der 3. Schicht:
[0115] 0,9 g AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 2 und
2,1 g AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 3
statt 3,0 g AgNO₃ der Emulsion 1
in der 6. Schicht:
[0116] 0,6 g AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 2 und
1,6 g AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 3
statt 2,2 g AgNO₃ der Emulsion 1
in der 9. Schicht:
[0117] 0,2 g AgNO₃ der spektral blau sensibilisierten Emulsion 2 und
0,45 g AgNO₃ der spektral blau sensibilisierten Emulsion 3
statt 0,65 g AgNO₃ der Emulsion 1
Schichtaufbau 1 D:
[0118] Wie Schichtaufbau 1 A, jedoch
mit den DIR-Kupplern wie Schichtaufbau 1 B und den Emulsionen wie Schichtaufbau 1
C.
[0119] Schichtaufbau 1 D ist als einziger erfindungsgemäß.
Im Beispiel 1 verwendete Verbindungen:
[0121] An diesen vier Schichtaufbauten 1 A bis 1 D wurde die Größe der "Kanten-Effekte"
nach T. H. James, The Theory of the Photographic Process, 4. Aufl. Macmillan Publ.
Co. Inc. New York/London (1977) S. 609 - 614 mittels Röntgenbestrahlung bestimmt:
Auf je eine Probe der Schichtaufbauten 1 A bis 1 D wurde jeweils mit gleicher Röntgendosis
sowohl ein Makrofeld als auch ein 30 µm breiter Spalt aufbelichtet. Danach wurden
die Proben nach dem aus "The British Journal of Photography", 1974, Seiten 597 und
598 bekannten Color-Negativ-Verfahren verarbeitet. Die an diesen Proben gemessene
Dichtedifferenz zwischen Spalt ( = Mikrodichte) und dem Makrofeld (= Makrodichte)
bei derjenigen Röntgendosis, welche die Makrodichte = 1,0 (über Schleier) ergibt,
dient in Tabelle 1 als Maß für die Größe des Kanten-Effekts.
[0122] Außerdem wurde an den vier Schichtaufbauten 1 A - 1 D die Schärfe mit Hilfe der Modulations-Transferfunktion
(MTF) bestimmt. Die Methode ist bei T. H. James, The Theory of the Photographic Process,
4. Aufl., Macmillan Publ. Co. Inc. New York/London (1977) S. 605, beschrieben.
[0123] In Tabelle 1 sind diejenigen Ortsfrequenzen (in Linienpaare/mm) eingetragen, bei
denen MTF einen Wert von 50 % hat. Schichtaufbau 1 D mit den höchsten MTF-Werten liefert
somit die höchsten Bildschärfen.
[0124] Auch der die Farbqualität verbessernde Interimage-Effekt von Blaugrün und Purpur
wird durch die erfindungsgemäße Kombination (1 D) erhöht. Als Interimage-Effekt ist
in Tabelle 1 eingetragen, um wieviel Prozent Purpurgradation und Blaugrüngradation
bei Grünbelichtung bzw. Rotbelichtung größer ist als bei Weißbelichtung an derjenigen
Stelle der Farbdichtekurve, wo die bei Weißbelichtung erhaltene Farbdichte 1,0 über
Schleier beträgt.
[0125] Die Verarbeitung der Schichtaufbauten bei Bestimmung der MTF und des Interimage-Effekts
erfolgt im gleichen Color-Negativ-Prozeß wie bei Bestimmung des Kanteneffekts angegeben.
Tabelle 1
| Schicht-Aufbau |
Kanteneffekt bei Makrodichte = 1,0 (über Schleier) |
Linien/mm, bei denen MTF = 50 % MTF = 50 % |
IIE (%) |
| |
Blaugrün |
Purpur |
Blaugrün |
Purpur |
Blaugrün |
Purpur |
| 1 A |
0,23 |
0,19 |
19 |
33 |
20 |
10 |
| 1 B |
0,25 |
0,22 |
24 |
35 |
34 |
11 |
| 1 C |
0,60 |
0,48 |
29 |
48 |
42 |
38 |
| 1 D |
0,65 |
0,54 |
33 |
50 |
44 |
40 |
Beispiel 2
[0126] Schichtträger, Mengenangaben und Stabilisierung der Emulsionen entsprechen Beispiel
1.
Schichtaufbau 2 A:
1. Schicht (Antihaloschicht)
[0127] Wie bei Beispiel 1
2. Schicht (Mikrat-Zwischenschicht)
[0128] Wie bei Beispiel 1
| 3. Schicht (niedrig-rotempfindliche Schicht) |
| 2,6 |
g |
AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 1 |
| 1,8 |
g |
Gelatine |
| 0,3 |
g |
Blaugrünkuppler C 3 |
| 0,2 |
g |
Blaugrünkuppler C 4 |
| 0,04 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-1 |
| 0,06 |
g |
Rotmaskenkuppler RM 1 |
| 0,25 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,25 |
g |
Dibutylphthalat |
| 4. Schicht (Trennschicht) |
| 0,75 |
g |
Gelatine |
| 0,06 |
g |
2,5-Di-t-pentadecylhydrochinon |
| 0,04 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,01 |
g |
Dibutylphthalat |
| 5. Schicht (niedrig-grünempfindliche Schicht) |
| 2,0 |
g |
AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 1 |
| 1,8 |
g |
Gelatine |
| 0,40 |
g |
Purpurkuppler M 3 |
| 0,18 |
g |
Gelbmaskenkuppler YM 1 |
| 0,03 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-2 |
| 0,60 |
g |
Trikresylphosphat |
| 6. Schicht (Gelbfilterschicht) |
| 0,02 |
g |
gelbes kolloidales Silber, passiviert durch 6 mg 1-Phenyl-S-mercaptotetrazol/g Ag |
| 0,8 |
g |
Gelatine |
| 0,15 |
g |
2,5-Di-t-pentadecylhydrochinon |
| 0,2 |
g |
Trikresylphosphat |
| 7. Schicht (niedrig-blauempfindliche Schicht) |
| 0,60 |
g |
der spektral blau sensibilisierten Emulsion 1 |
| 1,80 |
g |
Gelatine |
| 0,90 |
g |
Gelbkuppler Y 2 |
| 0,10 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-3 |
| 0,25 |
g |
Trikresylphosphat |
| 0,65 |
g |
Poly-ethylacrylat |
8. Schicht (Trennschicht)
[0129] wie 4. Schicht
| 9. Schicht (hoch-rotempfindliche Schicht) |
| 2,0 |
g |
AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 5 |
| 1,8 |
g |
Gelatine |
| 0,18 |
g |
Blaugrünkuppler C 5 |
| 0,03 |
g |
Rotmaskenkuppler RM 1 |
| 0,01 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-4 |
| 0,1 |
g |
Trikresylphosphat |
10. Schicht (Trennschicht)
[0130] wie 4. Schicht
| 11. Schicht (hoch-grünempfindliche Schicht) |
| 2,0 |
g |
AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 5 |
| 1,4 |
g |
Gelatine |
| 0,16 |
g |
Purpurkuppler M 4 |
| 0,01 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-4 |
| 0,04 |
g |
Gelbmaskenkuppler YM 1 |
| 0,20 |
g |
Trikresylphosphat |
12. Schicht (Gelbfilterschicht)
[0131] wie 6. Schicht
| 13. Schicht (hoch-blauempfindliche Schicht) |
| 1,0 |
g |
AgNO₃ der spektral blau sensibilisierten Emulsion 4 |
| 1,2 |
g |
Gelatine |
| 0,12 |
g |
Gelbkuppler Y 3 |
| 0,02 |
g |
DIR-Kuppler DIR-V-2 |
| 0,3 |
g |
Trikresylphosphat |
| 14. Schicht (Schutzschicht) |
| 0,5 |
g |
AgNO₃ einer Mikrat-Ag (Br,I)-Emulsion, mittlerer Korndurchmesser 0,06 µm, 2 Mol-%
Iodid |
| 1,0 |
g |
Gelatine |
| 0,60 |
g |
Formaldehydfänger wie Beispiel 1 |
| 0,20 |
g |
UV-Absorbergemisch gemäß Beispiel 1 |
| 0,20 |
g |
Dibutylphthalat |
15. Schicht (Härtungsschicht)
[0132] 1,5 g Gelatine und 0,7 g Härtungsmittel der Formel

Schichtaufbau 2 B
[0133] wie Schichtaufbau 2 A, jedoch:
in der 3. Schicht:
[0134] 0,6 g DIR-31
statt 0,4 g DIR-V-1
in der 5. Schicht:
[0135] 0,037 g DIR-28
statt 0,03 g DIR-V-2
in der 7. Schicht:
[0136] 0,12 g DIR-28
statt 0,1 g DIR-V-3
in der 9. Schicht:
[0137] 0,03 g DIR-27
statt 0,01 g DIR-V-4
in der 11. Schicht:
[0138] 0,03 g DIR-27
statt 0,01 g DIR-V-4
in der 13. Schicht:
[0139] 0,06 g DIR-27
statt 0,02 g DIR-V-4
[0140] Bei Schichtaufbau 2 B wurden die DIR-Kuppler-Mengen so angepaßt, daß sich bei Weißbelichtung
die gleichen Farbgradationen ergaben wie beim Schichtaufbau 2 A.
Schichtaufbau 2 C
[0141] sie Schichtaufbau 2 A, jedoch:
in der 3. Schicht:
[0142] 0,6 g AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 2 und
2,0 g AgNO₃ der spektral rot sensibilisierten Emulsion 3
statt 2,6 g AgNO₃ der Emulsion 1
in der 5. Schicht:
[0143] 0,5 g AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 2 und
1,5 g AgNO₃ der spektral grün sensibilisierten Emulsion 3
statt 2,0 g AgNO₃ der Emulsion 1
in der 7. Schicht:
[0144] 0,2 g AgNO₃ der spektral blau sensibilisierten Emulsion 2 und
0,4 g AgNO₃ der spektral blau sensibilisierten Emulsion 3
statt 0,6 g AgNO₃ der Emulsion 1
Schichtaufbau 2 D (erfindungsgemäß)
[0145] wie Schichtaufbau 2 A, jedoch
mit den DIR-Kupplern wie Schichtaufbau 2 B und
mit den Emulsionen wie Schichtaufbau 2 C
Im Beispiel 2 verwendete Verbindungen soweit nicht in Beispiel 1 beschrieben:
[0147] An den vier Schichtaufbauten 2 A bis 2 D wurden die Größe der Kanteneffekte, die
Modulations-Transferfunktionen und die Interimage-Effekte in der gleichen Weise wie
bei Beispiel 1 bestimmt. Die Zahlenwerte sind in Tabelle 2 eingetragen.
Tabelle 2
| Schicht-Aufbau |
Kanteneffekt bei Makrodichte = 1,0 (über Schleier) |
Linien/mm, bei denen MTF = 50 % MTF = 50 % |
IIE (%) |
| |
Blaugrün |
Purpur |
Blaugrün |
Purpur |
Blaugrün |
Purpur |
| 2 A |
0,32 |
0,30 |
22 |
37 |
24 |
15 |
| 2 B |
0,44 |
0,34 |
28 |
39 |
34 |
20 |
| 2 C |
0,58 |
0,50 |
30 |
42 |
48 |
40 |
| 2 D |
0,68 |
0,62 |
38 |
54 |
62 |
55 |
1. Farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit 1. wenigstens einer Silberhalogenidemulsionsschicht,
die im wesentlichen Silberhalogenidkörner enthält, die
a) von der Kornoberfläche zum Kornzentrum hin wenigstens 3 Zonen unterschiedlicher
Halogenidzusammensetzung enthalten, wobei der lokale Iodidgehalt an wenigstens einer
Stelle, die nicht an der Oberfläche und nicht im Zentrum liegt, ein Maximum annimmt,
wobei
b) die Differenz zwischen dem Iodidgehalt der Zone mit dem höchsten Iodidgehalt und
dem Iodidgehalt der weiter vom Kornzentrum entfernten Zone mit dem niedrigsten Iodidgehalt
mindestens 6 Mol-% beträgt,
c) der Anteil (in Mol-% Silberhalogenid) der Zonen, in denen der Iodidgehalt ein Maximum
annimmt, 2 bis 70 beträgt,
und 2. wenigstens einer dieser Emulsionsschicht zugeordneten DIR-Verbindung, deren
Inhibitor eine Diffusibilität von mindestens 0,4 aufweist.
2. Farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die DIR-Verbindungen der Formel
A - (L)n - B
entsprechen, worin
A den Rest einer Verbindung, die bei Reaktion mit dem Oxidationsprodukt des Farbentwicklers
die Gruppe -(L)n-B in Freiheit setzt, insbesondere den Rest eines Kupplers, der bei Kupplung den
Rest -(L)n-B in Freiheit setzt,
B den Rest eines Entwicklungsinhibitors, der aus der Gruppe -(L)n-B freigesetzt wird,
L ein zweiwertiges Bindeglied, das nach Lösen der Bindung A-L fähig ist, die Bindung
L-B zu lösen und
n 0 oder 1 bedeuten.
3. Farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß B den Formeln:

entspricht, wobei
Y O, S oder NR₆ und
R₁₈ H, einen unsubstituierten oder substituierten, geradkettigen, verzweigten oder
cyclischen aliphatischen Rest, Halogen, -NHCOR₃₁, -OR₃₁,

R₁₉ H, Halogen, einen unsubstituierten oder substituierten, geradkettigen, verzweigten
oder cyclischen aliphatischen Rest, -SR₃₁, -S-Aryl, -S-Hetaryl,
R₂₀ einen unsubstituierten oder substituierten, geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest, -SR₃₁, Aryl oder Hetaryl,
R₂₁ Wasserstoff, einen unsubstituierten oder substituierten, geradkettigen, verzweigten
oder cyclischen aliphatischen Rest oder einen Arylrest,
R₂₂ einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest, -SR₃₁, -S-(CH₂)
n-COOR₃₂,
R₂₃ einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest oder eine unsubstituierte oder durch Hydroxy, Amino, Sulfamoyl,
Carboxy oder Methoxycarbonyl substiuierte Phenylgruppe,
R₂₄ einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest, Aryl, Hetaryl, -SR₃₁ oder eine Acylaminogruppe,
R₂₅ H, einen unsubstituierten oder substituierten geradkettigen, verzweigten oder
cyclischen aliphatischen Rest, Aryl, eine Acylaminogruppe oder eine Benzylidenaminogruppe,
B₃₁ eine substituierten oder unsubstituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest,
R₃₂ einen substituierten oder unsubstituierten geradkettigen, verzweigten oder cyclischen
aliphatischen Rest oder einen gegebenenfalls substituierten Arylrest
Y O, S oder NR₂₅,
m 1 oder 2 und
n 1 bis 4 bedeuten.
4. Farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß -L-B den Formeln:

entspricht,
worin
k 1 oder 2
l 0, 1 oder 2,
R₂₆ Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Hetaryl, Halogen, Nitro, Cyan, Alkylthio, Acylamino,
Sulfamoyl, Alkoxycarbonylamino oder Amino,
R₂₇ Wasserstoff, Alkyl, Aryl oder Aralkyl,
R₂₈ Wasserstoff, Halogen, Alkyl, Aralkyl, Alkoxy, Anilino, Acylamino, Ureido, Cyan,
Sulfonamido, Aryl oder Carboxy,
R₂₉ Wasserstoff, Alkyl, Aralkyl, Cycloalkyl oder Aryl,
M -O- oder

R₃₀ Alkyl, Aralkyl, Aryl, Acyl, Hetaryl, Acylamino, -OR₃₃ oder -PO(OR₃₃)₂
R₃₃ Alkyl, Aryl oder Hetaryl,
Z -O-, -S- oder

R₃₄ Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkylsulfonyl oder Arylsulfonyl und
R₃₅ Wasserstoff, Alkyl oder Aryl bedeuten.
5. Farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem
Soforthärter gehärtet ist.
6. Farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Soforthärter der allgemeinen Formel

entspricht worin
R₁ Alkyl, Aryl oder Aralkyl bedeutet,
R₂ die gleiche Bedeutung wie R₁ hat oder Alkylen, Arylen, Aralkylen oder Alkaralkylen
bedeutet, wobei die zweite Bindung mit einer Gruppe der Formel

verknüpft ist, oder
R₁ und R₂ zusammen die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen
Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes erforderlichen
Atome bedeuten, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen substituiert sein
kann,
R₃ für Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkoxy, -NR₄-COR₅, -(CH₂)
m-NR₈R₉, -(CH₂)
n-CONR₁₃R₁₄ oder

oder ein Brückenglied oder eine direkte Bindung an eine Polymerkette steht, wobei
R₄, R₆, R₇, R₉, R₁₄, R₁₅, R₁₇, R₁₈, und R₁₉ Wasserstoff oder C₁-C₄-Alkyl,
R₅ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder NR₆R₇,
R₈ -COR₁₀
R₁₀ NR₁₁R₁₂
R₁₁ C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₂ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₃ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₆ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, COR₁₈ oder CONHR₁₉,
m eine Zahl 1 bis 3
n eine Zahl 0 bis 3
p eine Zahl 2 bis 3 und
Y O oder NR₁₇ bedeuten oder
R₁₃ und R₁₄ gemeinsam die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten
heterocyclischen Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes
erforderlichen Atome darstellen, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen
substituiert sein kann,
Z die zur Vervollständigung eines 5- oder 6-gliedrigen aromatischen heterocyclischen
Ringes, gegebenenfalls mit anelliertem Benzolring, erforderlichen C-Atome und
X
⊖ ein Anion bedeuten, das entfällt, wenn bereits eine anionische Gruppe mit dem übrigen
Molekül verknüpft ist.
7. Farbfotografisches Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es
a) 2-Äquivalentgelbkuppler vom Benzoylacetanilidtyp oder Pivaloylacetanilidtyp,
b) Purpurkuppler vom Pyrazoloazoltyp oder Acylaminopyrazolontyp,
c) Blaugrünkuppler vom 2-Ureidophenoltyp oder 1,5-Aminonaphtholtyp und
d) Rotmaskenkuppler aus einem Blaugrünkuppler und einem über Sauerstoff und gegebenenfalls
ein Bindeglied in der Kupplungsstelle gebundenen Farbstoff mit einer Absorption im
Bereich 510 bis 590 nm enthält.
8. Farbfotografisches Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Zonen folgenden Anteil am Gesamtkorn haben:
a) Zone oder Zonen mit höchstem Iodidgehalt: 2 bis 70 Mol-%;
b) über der Zone oder den Zonen mit dem höchsten Iodidgehalt angeordnete Zone oder
Zonen: 10 bis 60 Mol-%;
c) unter der Zone oder den Zonen mit dem höchsten Iodidgehalt angeordnete Zone oder
Zonen: 6 bis 60 Mol-%.
9. Farbfotografisches Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Silberhalogenide
der Bruttoformel AgClxBryIz entsprechen, wobei
x = 0 bis 0,30
y = 0,60 bis 0,994
z = 0,006 bis 0,18.