[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Steuereinrichtung zur Niveaueinstellung
einer an einem verschwenkbaren Ausleger verkippbar angeordneten Schaufel, wobei für
das Verschwenken des Auslegers und das Verkippen der Schaufel jeweils wenigstens
ein antreibendes Element vorgesehen sind, mit einer Pumpe, einem Vorratsbehälter,
einem Steuerventil zur Einstellung der Flüssigkeitsverbindung zwischen der Pumpe,
dem Vorratsbehälter und dem antreibenden Element des Auslegers und mit Schaufelventilmitteln
zur Steuerung der Flüssigkeitsverbindung zwischen der Pumpe, dem Vorratsbehälter
und den antreibenden Elementen des Auslegers und der Schaufel, wobei die Schaufellage
derart beeinflußt wird, daß eine gewünschte Ausrichtung der Schaufel bei Verschwenken
des Auslegers erhalten bleibt.
[0002] Einrichtungen zur Handhabung von Ladungen und Fahrzeugen, beispielsweise industrielle
und landwirtschaftliche Lader, enhalten häufig Nivelliereinrichtungen, welche die
Ausrichtung der Schaufel beim Anheben oder Absenken des die Schaufel tragenden Auslegers
steuern. Bei einigen hydraulischen Schaufelausrichtsystemen kann Flüssigkeit aus dem
Auslegerzylinder dem Schaufelzylinder zugeführt werden. In anderen Ausrichtsystemen
wird Flüssigkeit von der Pumpe oder anderen Quellen dem Schaufelzylinder zugeführt.
Bei Systemen, die die Ausflußmenge der Pumpe zur Schaufelausrichtung verwenden, indem
der Pumpenausfluß von dem Auslegerzylinder zu dem Schaufelzylinder abgeleitet wird,
muß die Pumpenkapazität erhöht werden, wenn nicht höhere Zykluszeiten in Kauf genommen
werden sollen. Systeme, die sich lediglich auf Flüssigkeit aus dem Auslegerzylinder
stützen, können ungenau arbeiten, da zeitweise keine Rückströmung von dem Auslegerzylinder
vorhanden ist oder da sich die Rückströmung aufgrund von Änderungen des Lastdruckes
oder der Arbeitstaktzahl ändert. Systeme, die die Strömung für die Ausrichtung der
Schaufel von einem Nebenzylinder herleiten, machen eine sehr sorgfältige Anpassuung
des Nebenzylinderhubvolumens an die Geometrie und das Hubvolumen des Schaufelzylinders
in dem Ausleger-Schaufel-System erforderlich.
[0003] Die mit der Erfindung zu lösende Aufgabe wird darin gesehen, eine hydraulische Steuereinrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben, durch die die genannten Nachteile vermieden
werden.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Angabe eines hydraulischen Steuerkreises
gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches 1 gelößt. Der Steuerkreis
steuert den Flüssigkeitsstrom zu dem Ausleger und der Schaufel einer Vorrichtung
zur Handhabung von Lasten. Der Hydraulikkreis enthält ein separates manuell betätigbares
Richtungssteuerventil zum Ausfahren und Zurückfahren des Ausleger- und Schaufelzylinders.
Durch ein Wechselventil kann der von dem Auslegerzylinder zurückkommende Flüssigkeitsstrom
an die Eintrittsöffnung eines Schaufelausrichtventils geleitet werden. Zu dieser
Eintrittsöffnung kann auch Flüssigkeit geleitet werden, die direkt von der Hydraulikpumpe
kommt. Auf Druck reagierende Ventile, die in der Versorgungsleitung des Auslegerzylinders
und zwischen der Pumpe und der Eintrittsöffnung des Schaufelausrichtventiles liegen,
sorgen für eine automatische und wahlweise Versorgung der Eintrittsöffnung des Schaufelausrichtventiles
mit Rückströmung von dem Auslegerzylinder, Strömung von der Pumpe oder Strömung von
beiden, gegebenenfalls in unterschiedlichem Ausmaß. Das Schaufelausrichtventil wird
durch Magnetspulen betätigt, welche Steuersignale von einer elektronischen Lagerückkopplungssteuereinheit
erhalten. Letz tere steht mit Sensoren zur Erfassung der Lage des Auslegers und
der Schaufel in Verbindung.
[0005] Steht eine Rückströmung vom antreibenden Element des Auslegers an, so wird diese
automatisch zur Ausrichtung der Schaufel ausgenutzt. Andernfalls wird der von der
Pumpe zur Verfügung gestellte Flüssigkeitsstrom automatisch für die Ausrichtung der
Schaufel herangezogen, wenn die von dem antreibenden Element des Auslegers ausgehende
Rückströmmenge oder der Rückströmdruck hierfür nicht ausreicht. Ferner kann automatisch
eine Kombination aus Rückströmung und Pumpendruck zur Ausrichtung der Schaufel ausgenutzt
werden.
[0006] Dies ermöglicht kurze Zykluszeiten bei genauer Ausrichtung der Schaufel. Besondere
Aufwendungen für die Anpassung von Hubvolumen sind nicht erforderlich.
[0007] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus
den Unteransprüchen hervor.
[0008] Anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt, sollen die
Erfindung sowie weitere Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung näher beschrieben
und erläutert werden.
[0009] Es zeigt:
Fig. 1 ein einfaches schematisches Diagramm eines Schaufelausrichtsystems mit einem
erfindungsgemäßen Hydraulikkreis und
Fig. 2 das Diagramm eines erfindungsgemäßen Hydraulikkreises.
[0010] Die Schaufelausrichteinrichtung 10 umfaßt eine Schaufel 12, welche verschwenkbar
an einem Ende eines Auslegers 14 befestigt ist. Der Ausleger 14 ist mit seinem anderen
Ende an einem Rahmenteil 16 eines nicht näher dargestellten Fahrzeuges oder Laders
befestigt. Der Ausleger 14 läßt sich durch einen Auslegerzylinder 18, und die Schaufel
12 läßt sich durch einen Schaufelzylinder 20 verschwenken. Der Schaufelzylinder 20
ist mit dem Ausleger 14 und der Schaufel 12 durch Verbindungsglieder 11 und 13 verbunden.
Ein Hydraulikkreis 22 steuert den Flüssigkeitsstrom zu und von den Zylindern 18 und
20. Ein elektronischer Steuerkreis 28 empfängt ein Lagesignal von einem Auslegerlagesensor
30 und ein Schaufellagesignal von einem Schaufellagesensor 32. Als Sensoren 30 und
32 können übliche Drehpotentiometer dienen. Die Steuereinheit 28 erzeugt Ventilsteuersignale,
welche an den Eingang eines elektrisch betätigbaren Schaufelausrichtventils 90 des
hydraulischen Kreises angelegt werden. Die Steuereinheit 28 kann einen üblichen elektronischen
analogen Steuerkreis zur Lagerückkopplung enthalten. Diese Funktion kann auch durch
eine digitale Steuereinrichtung ausgeführt werden, die einen geeigneten programmierbaren
Computer enthält.
[0011] Gemäß Fig. 2 enthält der Hydraulikkreis 22 eine Pumpe 40 und einen Sumpf oder Vorratsbehälter
42. Die Pumpe 40 kann den nicht dargestellten Prioritätskreis des Fahrzeuges mit unter
Druck stehender Flüssigkeit versorgen. Ferner liefert sie über ein Prioritätsventil
48 unter Druck stehende Flüssigkeit an ein manuell betätigbares federzentriertes
4-Wege, 4-Positionen Auslegersteuerventil 44 und an ein manuell betätigbares federzentriertes
4-Wege, 3-Positionen Schaufelsteuerventil 46.
[0012] Das Ventil 44 enthält eine Pumpenöffnung, eine Vorratsbehälteröffnung, eine erste
Lastöffnung, die über die Leitung 52, das druckbetätigbare Ventil 54 und die Leitung
56 mit dem Kopfende des Auslegerzylinders 18 verbunden ist, und eine zweite Lastöffnung,
die über die Leitung 62, das druckbetätigbare Ventil 64 und die Leitung 66 mit dem
Stangenende des Zylinders 18 verbunden ist.
[0013] Ein Wechselventil 70 enthält eine Bohrung 71, eine erste Öffnung 72, welche die Bohrung
71 mit der Leitung 56 verbindet, eine zweite Öffnung 74, welche die Bohrung 71 mit
der Leitung 66 verbindet, und eine dritte Öffnung 76, welche die Bohrung 71 mit der
Leitung 78 verbindet. Ein Ventilteil 80 mit kugelförmigen Enden ist bewegbar in der
Bohrung 71 angeordnet, um jeweils die Öffnung 72, 74, an der der höhere Druck ansteht,
zu verschließen und die Öffnung 72, 74, an der der niedriegere Druck ansteht, mit
der Öffnung 76 zu verbinden. Das Ventil 70 enthält ferner einen Kolben 82, dessen
eine Seite mit dem Druck der Leitung 62 und dessen andere Seite mit dem Druck des
Vorratsbehälters beaufschlagt ist. Hoher Druck in der Leitung 62 bewegt den Kolben
82 und verschiebt das Ventilteil 80 gemäß Fig. 2 nach oben.
[0014] Das Schaufelsteuerventil 46 enthält eine Pumpenöffnung, eine Vorratsbehälteröffnung,
eine erste Lastöffnung, welche über die Leitung 86 mit dem Kopfende des Schaufelzylinders
20 in Verbindung steht, und eine zweite Lastöffnung, welche über die Leitung 88 mit
dem Stangenende des Schaufelzylinders 20 in Verbindung steht.
[0015] Der Hydraulikkreis 22 enthält ferner ein 4-Wege, 3-Positionen Schaufelausrichtventil
90, welches durch die Magnetspulen 91 und 93 betätigbar ist. Das Schaufelausrichtventil
90 enthält eine Vorratsbehälteröffnung, welche über die Leitung 92 und den Filter
94 mit dem Vorratsbehälter 42 und über die Leitung 96 und das Rückschlagventil 98
mit der Leitung 66 verbunden ist. Das Schaufelausrichtventil 90 enthält ferner eine
Eingangs- oder Pumpenöffnung, wel che über das Prioritätsventil 48, die Leitung 100,
das druckbetätigbare Ventil 102, die Leitung 104 und das Rückschlagventil 106 Flüssigkeit
von der Pumpe 40 erhalten kann. Die Eingangs- oder Pumpenöffnung erhält ferner über
das Rückschlagventil 108 und die Leitung 110 Flüssigkeit aus der Leitung 78. Das Ventil
90 enthält ferner eine erste Lastöffnung, welche über die Leitung 114 mit dem Kopfende
des Schaufelzylinders 20 und der Leitung 86 verbunden ist, und eine zweite Lastöffnung,
welche über die Leitung 116 mit dem Stangenende des Schaufelzylinders 20 und der Leitung
88 verbunden ist. Die Lastdruckfühlleitungen 118, 120 und 122 teilen den Druck der
ersten Lastöffnung des Ventils 90 (oder über eine innere Lastfühlpassage der zweiten
Lastöffnung des Ventils 90) dem druckbetätigbaren Ventil 54, 64 bzw. 102 mit. Eine
weitere Lastfühlleitung 121 kann verwendet werden, wenn dieses System in einem Hydrauliksystem
verwendet werden soll, welches Pumpen oder Druck- und Durchflußkompensationssteuerventile
enthält.
[0016] Das druckbetätigbare Ventil 54 wird durch die Feder 124 und den Druck in der Leitung
118 gewöhnlich in geschlossener Stellung gehalten. Es wird über die Steuerleitungen
53 und 57 durch Druck in den Leitungen 52 und 56 geöffnet. Das druckbetätigbare Ventil
64 wird durch die Feder 126 und den Druck in der Leitung 120 gewöhnlich geschlossen
gehalten. Es wird bei anstehendem Druck in den Leitungen 62 und 66, der durch die
Steuerleitungen 140 bzw 142 mitgeteilt wird, geöffnet. Das druckbetätigbare Ventil
102 wird durch die Feder 128 und den Druck in der Leitung 122 offen gehalten. Druck
in der Leitung 130 schließt das Ventil 102 gegen die vereinigten Kräfte, die von
der Feder 128 und dem Druck in der Leitung 122 herrühren und dem Druck in der Leitung
130 entgegenwirken.
[0017] Eine Absenkung der Schaufel 12 aufgrund einer Leckage kann durch Hinzufügung eines
gesteuerten Rückschlagventils 123 in der Leitung 114 reduziert werden. Die Steuerleitung
125 liefert Pumpendruck, um das Ventil 123 zu öffnen, wenn der Schaufelzylinder 20
abgesenkt werden soll.
[0018] Im folgenden wird die Betriebsweise des Hydraulikkreises beschrieben:
[0019] Wird das Steuerventil 44 verschoben, um den Zylinder 18 auszufahren, so überwindet
der Druck in der Leitung 52 die Kraft der Feder 124 und öffnet das Ventil 54, so daß
Hydraulikflüssigkeit zum Kopfende des Zylinders 18 fließen kann. Zur gleichen Zeit
bewegt sich das Wechselventil 70 in die dargestellte Lage, so daß die Flüssigkeit
von dem Stangenende des Zylinders 18 über die Leitung 66, die Öffnungen 74 und 76,
die Leitung 78, das Rückschlagventil 108, die Leitungen 110 und 104 und das Rückschlagventil
106 zur Pumpenöffnung des Schaufelausrichtventils 90 fließen kann. Flüssigkeit von
dem Stangenende des Zylinders 18 kann auch über die Leitung 66, das Ventil 64, die
Leitung 62 und das Ventil 44 zum Vorratsbehälter 42 zurückfließen, wenn der Druck
in der Leitung 66 groß genug ist, um die Kraft der Feder 126 zu überwinden und das
Ventil 64 zu öffnen.
[0020] Wird der Zylinder 18 ausgefahren (oder eingefahren), um den Ausleger 14 zu verschwenken,
so wirken die Lagesensoren 30 und 32, der elektronische Steuerkreis 28 und das Schaufelausrichtventil
90 zusammen, um die ursprüngliche Ausrichtung der Schaufel 12 in Bezug auf den Rahmen
16 beizubehalten.
[0021] Wird beispielsweise der Zylinder 18 ausgefahren, um den Ausleger 14 anzuheben, so
bewegt sich das Ventil 90 in seine Schaufelrückzugslage (gemäß Fig. 2 erfolgt eine
Verschiebung nach links) und der Lastdruck in der Leitung 116 steht über die Druckfühlleitung
118, 120 und 122 mit den Ventilen 54, 64 und 102 in Verbindung. Dieser Lastdruck tendiert
dazu, die Ventile 54 und 64 zu schließen und das Ventil 102 zu öffnen. Damit steht
Flüssigkeit am Stangenende des Zylinders 20 bereit und zwar von der Pumpe 40 über
das Ventil 48, die Leitung 100, das Ventil 102 und die Leitung 104 und/oder von dem
Stangenende des Zylinders 18 über die Leitung 66, das Ventil 70, die Leitung 78, das
Ventil 108 und die Leitung 110.
[0022] Die Federn 128 und 126 sind so ausgewählt, daß das Ventil 102 bei einer tieferen
Druckdifferenz schließt, als das Ventil 64, so daß das Ventil 102 immer dann geschlossen
wird und eine Strömung von der Pumpe 40 abblockt, wenn ausreichend Rückströmung von
dem Zylinder 18 und genügend Druck in der Leitung 66 vorhanden sind, um den gewünschten
Rückzug des Zylinders 20 über das Ventil 90 zu erreichen. Strömt aus irgend einem
Grund nur wenig oder kein Öl von dem Stangenende des Zylinders 18 zurück, so wird
das Ventil 64 geschlossen und das Ventil 102 bleibt offen, um Flüssigkeit von der
Pumpe 40 zu dem Ventil 90 zu liefern.
[0023] Das Steuerventil 44 ist vorzugsweise so ausgelegt, daß bei einer Verschiebung des
Schiebers in Richtung Rückzug des Auslegerzylinders 18 die Leitung 52 mit dem Vorratsbehälter
42 verbunden wird, bevor die Leitung 62 an den Pumpendruck angelegt wird. Die Gravitation
ist bestrebt, den Ausleger 14 abzusenken und das Kopfende des Auslegerzylinders 18
unter Druck zu setzen. Dieser Druck bewirkt durch die Leitungen 56 und 57 ein Öffnen
des Ventils 54, wodurch eine Rückströmung durch die Leitung 52 und das Ventil 44 möglich
ist und sich der Ausleger 14 absenken kann. Zur gleichen Zeit erhält das sich ausdehnende
Stangenende des Zylinders 18 über die Leitung 66, das Rückschlagventil 98, die Leitungen
96 und 92 und den Filter 94 Flüssigkeit aus dem Vorratsbehälter 42.
[0024] Die Sensoren 30 und 32, der elektronische Steuerkreis 28 und das Schaufelausrichtventil
90 wirken zusammen, um den Zylinder 20 auszufahren und die erforderliche Lage der
Schaufel 12 hinsichtlich des Rahmens 16 aufrechtzuerhalten, wenn der Ausleger 14
abgesenkt wird. Beispielsweise wird während einer Auslegerabsenkung das Ventil 90
in seine Schaufelzylinderausfahrposition (gemäß Fig. 2 erfolgt eine Verschiebung
nach rechts) bewegt. Der der Schaufellast entsprechende Flüssigkeitsdruck in der
Leitung 114 wird erfaßt und an die Ventile 54, 64 und 102 angelegt. Zur gleichen Zeit
wird über das Ventil 44, die Leitung 62 und die Steuerleitung 140 der Kolben 82 in
dem Ventil 70 mit Druck beaufschlagt. Da die wirksame Fläche des Kolbens 82 wenigstens
dreimal größer ist als die Fläche der Kugel, durch die die Öffnung 72 verschlossen
wird, verschiebt sich das Ventil 70 dann, wenn der Druck in der Leitung 62 etwa ein
Drittel des Druckes in dem Kopfende des Zylinders 18 beträgt, in eine Position, in
der die Öffnung 74 verschlossen ist und die Öffnung 72 mit der Öffnung 76 in Verbindung
steht, so daß eine Rückströmung von dem Kopfende des Zylinders 18 durch die Leitung
78, das Ventil 108, die Leitungen 110 und 104 und das Rückschlagventil 106 zu dem
Ventil 90 erfolgen kann. Diese Rückströmung wird dann die Hauptquelle für das Ausfahren
des Schaufelzylinders 20.
[0025] Übersteigt die Flüssigkeitszufuhr in der Leitung 100 den Wert, der erforderlich ist,
um die Schaufel 12 über das Ventil 90 in ihrer Lage zu halten, so führt der Druck
in der Leitung 62 dazu, daß sich das Ventil 64 öffnet, so daß der Flüssigkeitsüberschuß
zum Stangenende des Auslegerzylinders 18 fließen kann. Wächst der Druck im Stangenende
des Auslegerzylinders 18 und in der Steuerleitung 130 über die Summe der Kräfte ,
die von der Feder 128 und dem Druck in der Leitung 122 herrühren, an, so schließt
das Ventil 102 und treibt den gesammten Fluß von der Pumpe 40 in das Stangenende des
Zylinders 18, wodurch die Taktdauer ab nimmt. Der durch die erforderliche Schaufelzylinderausdehnung
erzeugte Überschuß an Durchflußmenge in der Leitung 56 fließt über das Ventil 54,
die Leitung 52 und das Ventil 44 zum Sammelbehälter 42 ab.
[0026] Auch wenn die Erfindung hier lediglich an Hand eines Ausführungsbeispieles beschrieben
wurde, versteht es sich, daß für den Fachmann viele Alternativen, Modifikationen und
Variationen ersichtlich sind, die von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und
unter das Patent fallen. Beispielsweise kann die vorliegende Erfindung auf eine Ausleger-Schaufel-Zylinderanordnung
angewendet werden, wie sie aus der US-PS 4,408,518 hervorgeht, indem die Verbindungen
zu den Magnetspulen 91 und 93 derart ausgetauscht werden, daß der Ausleger- und der
Schaufelzylinder gemeinsam aus- und einfahren. Ferner kann der Schaufellagensensor
an einem besser geschützten Ort, beispielsweise zwischen dem Schaufelzylindergehäuse
und einem Verbindungsglied 11 angeordnet sein. Dies setzt voraus, daß der elektronische
Steuerkreis so modifiziert ist, daß er die Ausleger-Schaufel-Beziehung aus der Beziehung
zwischen dem Zylinder 20 und dem Verbindungsglied 11 ableitet.
1. Hydraulische Steuereinrichtung zur Niveaueinstellung einer an einem verschwenkbaren
Ausleger (14) verkippbar angeordneten Schaufel (12), wobei für das Verschwenken
des Auslegers (14) und das Verkippen der Schaufel (12) jeweils wenigstens ein antreibendes
Element (18, 20) vorgesehen sind, mit einer Pumpe (40), einem Vorratsbehälter (42),
einem Steuerventil (44) zur Einstellung der Flüssigkeitsverbindung zwischen der Pumpe
(40), dem Vorratsbehälter (42) und dem antreibenden Element (18) des Auslegers (14)
und mit Schaufelventilmitteln zur Steuerung der Flüssigkeitsverbindung zwischen der
Pumpe (40), dem Vorratsbehälter (42) und den antreibenden Elementen (18, 20) des
Auslegers (14) und der Schaufel (12), wobei die Schaufellage derart beeinflußt wird,
daß eine gewünschte Ausrichtung der Schaufel (12) bei Verschwenken des Auslegers (14)
erhalten bleibt, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufelventilmittel Mittel umfassen,
durch die eine automatische wahlweise Versorgung des die Schaufel (12) antreibenden
Elementes (20) mit Flüssigkeit, die von dem antreibenden Element (18) des Auslegers
(14) verdrängt wird und/oder die unmittelbar von der Pumpe (40) herrührt, erfolgt.
2. Steuereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die antreibenden
Elemente wenigstens einen Auslegerzylinder (18) und wenigstens einen Schaufelzylinder
(20) enthalten, daß die Schaufelventilmittel ein Schaufelniveauregelventil (90),
welches die Flüssigkeitsverbindung zwischen seiner Ventileintrittsöffnung und dem
Schaufelzylinder (20) steuert, und Flüsslgkeitszuführmittel (70) für die wahlweise
und wechselnde Versorgung der Ventileintrittsöffnung mit Flüssigkeit, die von dem
Schaufelzylinder (20) verdrängt wird bzw. direkt von der Pumpe (40) herrührt, enthalten.
3. Steuereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaufelventilmittel
für eine wahlweise Flüssigkeitsversorgung sowohl beim Ausfahren als auch beim Zurückfahren
des antreibenden Elementes (18) des Auslegers (14) ausgelegt sind.
4. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schaufelventilmittel druckempfindliche Ventilmittel (102) enthalten, die in Abhängigkeit
von einem Anwachsen des an dem antreibenden Element (20) der Schaufel (12) anliegenden
Lastdruckes die Verbindung zwischen Pumpe (40) und antreibendem Element (20) der Schaufel
(12) vergrößern.
5. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
über eine Rückflußleitung (62, 66) das antreibende Element (20) des Auslegers (14)
mit dem Steuerventil (44) in Verbindung steht, daß eine mit einer Ventileintrittsöffnung
eines Schaufelniveauregelventils (90) in Verbindung stehende Abzweigleitung (78)
über Ventilmittel (70) mit der Rückflußleitung (62, 66) in Verbindung steht, daß
in der Rückflußleitung (62, 66) zwischen Steuerventil (44) und den Ventilmitteln (70)
ein erstes druckempfindliches Ventil (64) angeordnet ist, daß in einer Versorgungsleitung
(100), die die Pumpe (40) direkt mit der Ventileintrittsöffnung des Schaufelniveauregelventils
(90) verbindet, ein zweites druckempfindliches Ventil (102) angeordnet ist, und daß
Lastdruckfühl mittel vorgesehen sind, durch die der an an der Ventileintrittsöffnung
des Schaufelniveauregelventils (90) anliegende Druck dem ersten und zweiten druckempfindlichen
Ventil (64, 102) derart zugeführt wird, daß in Abhängigkeit eines Anwachsens des durch
die Lastdruckfühlmittel erfaßten Druckes das erste druckempfindliche Ventil (64)
schließt und das zweite druckempfindliche Ventil (102) öffnet.
6. Steuereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückflußleitung
(66) mit einem Stangenende des den Ausleger (14) antreibenden Elementes (18) in Verbindung
steht, daß ein drittes druckempfindliches Ventil (54) in einer das Steuerventil (44)
mit einem Kopfende des den Ausleger (14) antreibenden Elementes (18) verbindenden
Leitung (52, 56) angeordnet ist und daß in Abhängigkeit eines Anwachsens des durch
die Lastdruckmittel erfaßten Druckes das dritte druckempfindliche Ventil (54) schließt.
7. Steuereinrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch ein erstes druckempfindliches
Ventil (64) mit zwei Öffnungen, die mit zwei separaten Abschnitten der Rückflußleitung
(62, 66) verbunden sind, einem bewegbaren Ventilteil zur Steuerung der Durchtrittsöffnung
zwischen den beiden Öffnungen, einem Federelement (126), welches das Ventilteil in
seine geschlossene Stellung vorspannt, wenigstens einer ersten Auslöseeinrichtung
(140, 142), welche dem Druck in der Rückflußleitung (62, 66) ausgesetzt ist und mit
zunehmenden Druck das Ventilteil in seine offene Stellung treibt, und einer zweiten
Auslöseeinrichtung (120), welche dem Druck der Lastdruckfühlmittel ausgesetzt ist
und mit zunehmendem Druck das Ventilteil in seine geschlossene Stellung treibt.
8. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, gekennzeichnet durch ein zweites
druckempfindliches Ventil (102) mit zwei Öffnungen, die mit zwei separaten Abschnitten
der Versorgungsleitung (100, 104) verbunden sind, einem bewegbaren Ventilteil, zur
Steuerung der Durchtrittsöffnung zwischen den beiden Öffnungen, ein Federelement (128),
welches das Ventilteil in seine offene Stellung vorspannt, einer ersten Auslöseeinrichtung
(130), welche dem Druck in der Rückflußleitung (66) ausgesetzt ist und mit zunehmendem
Druck das Vertilteil gegen die Federkraft in die geschlossene Stellung treibt, und
einer zweiten Auslöseeinrichtung (122), welche dem Druck der Lastdruckfühlmittel
ausgesetzt ist und mit zunehmendem Druck der Wirkung der ersten Auslöseeinrichtung
(130) entgegen wirkt.
9. Steuereinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Auslöseeinrichtung
des zweiten druckempfindlichen Ventils (102) dem Druck ausgesetzt ist, der in der
Rückflußleitung (66) zwischen dem den Ausleger (14) antreibenden Element (18) und
dem ersten druckempfindlichen Ventil (64) herrscht.
1o. Steuereinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
als Flüssigkeitszuführmittel ein Wechselventil (70) vorgesehen ist, dessen Gehäuse
eine erste Eintrittsöffnung (74), die mit dem Stangenende des den Ausleger (14) antreibenden
Elementes (18) verbunden ist, eine zweite Eintrittsöffnung (72), die mit dem Kopfende
des den Ausleger (14) antreibenden Elementes (18) verbunden ist, und eine Austrittsöffnung
(76), die mit einer an die Ventileintrittsöffnung des Schaufelniveauregelventils
(90) angeschlossenen Verzweigungsleitung (78) verbunden ist, aufweist und welches
ein in dem Gehäuse bewegbares Wechselventilteil (80) enthält, durch das die Eintrittsöffnung
mit dem niedrigeren Druck mit der Austrittsöffnung (76) verbindbar und die andere
Eintrittsöffnung gegenüber der Austrittsöffnung (76) absperrbar ist.
11. Steuereinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselventil
(70) ein druckempfindliches Teil (82) enthält, welches mit dem Wechselventilteil
(80) in Eingriff steht und dem Druck in der Rückflußleitung (62) derart ausgesetzt
ist, daß bei steigendem Druck das Wechselventil (70) eine Stellung einnimmt, in der
die erste Eintrittsöffnung (74) verschlossen und die zweite Eintrittsöffnung (72)
mit der Austrittsöffnung (76) verbunden wird.
12. Steuereinrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Wechselventilteil
(80) eine erste druckwirksame Fläche, die dem Druck in der Rückflußleitung (66) im
Abschnitt zwischen dem antreibenden Element (18) und dem ersten druckempfindlichen
Ventil (64) ausgesetzt ist, und einer zweiten druckwirksamen Fläche, die dem Druck
der Zuflußleitung (56) ausgesetzt ist, enthält und daß das druckempfindliche Teil
(82) eine dritte druckwirksame Fläche aufweist, die dem Druck der Rückflußleitung
(62) im Abschnitt zwischen dem Steuerventil (44) und dem ersten druckempfindlichen
Ventil (64) ausgesetzt ist, wobei die dritte Fläche größer als die erste Fläche ist.