[0001] Die Erfindung betrifft ein pulverkraftbetriebenes Setzgerät mit einer Kolbenführung
und einem darin verschiebbaren Treibkolben, wobei in der Kolbenführung eine zum Treibkolben
hin radial offene Ausnehmung mit am Treibkolben anliegender Bremskugel und Feder
für die Bremskugel vorgesehen ist.
[0002] Bei bekannten pulverkraftbetriebenen Setzgeräten wird die Pulverkraft über einen
Treibkolben auf ein zu setzendes Befestigungselement übertragen. Der in einer Kolbenführung
gelagerte Treibkolben wird dabei von der Pulverkraft aus einer Zündbereitschaftsstellung
in Eintreibrichtung nach vorne verschoben. Nach erfolgtem Setzvorgang muss der Treibkolben
wieder in Zündbereitschaftsstellung zurückverschoben werden. Durch Haltemittel wird
gewährleistet, dass der Treibkolben die Zündbereitschaftsstellung beibehält, bis
deren Haltekraft von der Pulverkraft überschritten wird.
[0003] Aus der DE-PS 1 058 950 ist ein Setzgerät bekannt, das ein Haltemittel in Form einer
federbelasteten Bremskugel aufweist, die stets gegen einen Schaft des Treibkolbens
gedrückt wird. In Zündbereitschaftsstellung des Treibkolbens rastet die Bremskugel
in eine Ringnut am Schaft ein.
[0004] Ein Nachteil dieses bekannten Haltemittels besteht darin, dass die Haltekraft auch
beim Zurückschieben des Treibkolbens in Zündbereitschaftsstellung wirkt und folglich
das Zurückschieben des Treibkolbens erschwert.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Setzgerät zu schaffen, bei dem das
Zurückschieben des Treibkolbens in Zündbereitschaftsstellung ohne Bremswirkung möglich
ist.
[0006] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass in Bezug auf die Kolbenachse
die Axialerstreckung der Ausnehmung den Durchmesser der Bremskugel übersteigt und
die Feder derart ausgebildet ist, dass die Bremskugel unter Spannen der Feder zum
Treibkolben getrieben wird und dabei am eintreibrichtungsseitigen Ende der Ausnehmung
zur Anlage kommt.
[0007] In Zündbereitschaftsstellung liegt die Bremskugel unter Abstützung an der Feder
und an dem der Eintreibrichtung abgewandten Ende der Ausnehmung an der Mantelfläche
des Schaftes des Treibkolbens an. Verschiebt sich der Treibkolben in Eintreibrichtung,
so nimmt dieser mit Beginn des Verschiebens die Bremskugel unter Abrollen in der
Ausnehmung in Eintreibrichtung mit. Die Bremskugel spannt dabei die Feder und kommt
am eintreibrichtungsseitigen Ende der Ausnehmung zur Anlage. Die von der Feder radial
gegen den Schaft des Treibkolbens gedrückte Bremskugel übt Bremswirkung auf den Treibkolben
aus. Bereits durch geringfügiges Verschieben des Treibkolbens nach hinten kann die
Bremswirkung aufgehoben werden, indem die Bremskugel entgegen der Eintreibrichtung
wandert und die Feder sich entspannt. Dabei wird von der Bremskugel eine entgegen
der Eintreibrichtung wirkende Kraft auf den Treibkolben eingeleitet. Nach dem Entspannen
der Feder drückt diese die Bremskugel nicht mehr gegen den Schaft des Treibkolbens.
[0008] Die axiale Erstreckung der Ausnehmung entspricht zweckmässig dem 1,2- bis 2-fachen
des Durchmessers der Bremskugel. Diese Auslegung gewährleistet das Erlangen der jeweiligen
Funktionsstellung nach kurzem Bewegungsweg des Treibkolbens und dadurch rasches
Steuern der Bremswirkung.
[0009] Mit Vorteil weist die Feder eine radial zum Treibkolben hin wirkende Federkraft und
eine auf die Bremskugel einwirkende Abstützfläche auf, die zur Kolbenachse unter Bildung
eines spitzen, sich entgegen der Eintreibrichtung öffnenden Winkels geneigt ist. Die
Abstützfläche leitet die radiale Federkraft der Feder in einer entgegen der Eintreibrichtung
wirkenden und einer radial zum Treibkolben hin wirkenden Komponente in die Bremskugel
ein. Der spitze Winkel liegt zweckmässig zwischen 3° und 9°.
[0010] Als einfache und störungsunanfällige Lösung bewährt sich eine Feder, die zweckmässigerweise
als Federring ausgebildet ist, dessen Innenkontur die Abstützfläche bildet. Bei Vorhandensein
von zwei oder mehreren, uber den Umfang des Treibkolbens verteilt angeordneten Bremskugeln
liegt ein weiterer Vorteil darin, dass der Federring gleichzeitig alle Bremskugeln
mit gleichen Kräften beaufschlagt.
[0011] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel
wiedergeben, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein pulverkraftbetriebenes Setzgerät, in Zündbereitschaftsstellung, teilweise
im Längsschnitt;
Fig. 2 einen Teil eines Federringes des Gerätes nach Fig. 1, in vergrösserter Darstellung;
Fig. 3 den Vorderbereich des Setzgerätes nach Fig. 1, in vergrösserter Darstellung;
Fig. 4 den Vorderbereich des Setzgerätes analog Fig. 3 bei vorlaufendem Treibkolben.
[0012] Das in Fig. 1 dargestellte Setzgerät verfügt über ein Gehäuse 1 mit Handgriff 2 und
Trigger 3. Mit dem eintreibrichtungsseitigen Ende des Gehäuses 1 ist eine Anschlagmuffe
4 verschraubt. Im Gehäuse ist eine zweiteilige Kolbenführung 5 verschiebbar gelagert.
Die Kolbenführung 5 besteht aus einem hinteren Teil 6 und einem vorderen Teil 7. In
der Kolbenführung 5 befindet sich ein Treibkolben 8 mit einem im Teil 6 geführten
Kopf 9 und einem in einem Teil 7 geführten Schaft 11. In eine Führungsbohrung 12 des
Teiles 6 mündet hinterseitig ein Zuströmkanal 13 für die Expansionsgase einer Pulvertreibladung.
Vorderseitig weist das Teil 6 Durchbrüche 14 zum Ableiten der vor dem Kopf 9 befindlichen
Luft beim Vorlaufen des Treibkolbens 8 auf. Der vordere Endbereich des Teiles 6 übergreift
konzentrisch den hinteren Bereich des Teiles 7. Das Teil 7 überragt die Anschlagmuffe
4 nach vorne und bildet so ein Mündungsrohr. Das hintere Ende des Teiles 7 ragt in
Form eines rohrförmigen Fortsatzes in die Führungsbohrung 12 und bildet so einen den
Vorlaufweg des Treibkolbens 8 begrenzenden Anschlag 15.
[0013] In einem durchmessermässig erweiterten Abschnitt des Teiles 7 sind einander diametral
gegenüberliegend radial nach innen und aussen offene Ausnehmungen 16 vorgesehen. Wie
die Fig. 3 verdeutlicht, ist in jeder Ausnehmung 16 eine Bremskugel 17 gelagert, wobei
die Axialerstreckung der Ausnehmungen 16 dem 1,5-fachen des Durchmessers der Bremskugeln
17 entspricht. Nach innen sind die Ausnehmungen 16 verengt, um ein Durchfallen der
Bremskugeln 17 zu verhindern. Die Bremskugeln 17 liegen radial am Schaft 11 des Treibkolbens
8 an. Sie stützen sich dabei nach aussen an einer Feder 18 in Form eines Federringes
ab. Die Feder 18 weist hierzu eine durch die Innenkontur gebildete umlaufende Abstützfläche
18a auf. Die Abstützfläche 18a ist unter Bildung eines spitzen, sich entgegen der
Eintreibrichtung öffnenden Winkels a zur Kolbenachse geneigt, wie dies die Fig. 2
verdeutlicht. An die Abstützfläche 18a schliesst sich nach vorne, dh in Eintreibrichtung,
eine zylindrische Zone der Innenkontur an. Die Feder 18 ist durch einen Schlitz 18b
durchtrennt, um ein Aufweiten und Spannen zu ermöglichen. Zur Lagerung der Feder 18
ist im Teil 7 eine Ringnut 19 vorgesehen, welche die Ausnehmungen 16 durchsetzt.
Der Boden der Ringnut 19 begrenzt die radiale Einfederung der Feder 18.
[0014] Im Teil 7 sind ferner Axialbohrungen 21 vorgesehen, deren Mündung nach vorne weist
und in der Axialprojektion der Bremskugeln 17 liegt. In den Axialbohrungen 21 sind
Zylinderfedern 22 abgestützt, welche die Bremskugeln 17 nach vorne in Anlage zu der
Abstützfläche 18a bringen.
[0015] In der den Fig. 1 und 3 entnehmbaren Zündbereitschaftsstellung des Setzgerätes liegen
die Bremskugeln 17 ohne Federwirkung der Feder 18 am Schaft 11 radial an. Verschiebt
sich der Treibkolben 8 in Eintreibrichtung, nimmt der Schaft 11 die Bremskugeln 17
nach vorne mit, bis diese am eintreib richtungsseitigen Ende 16a der Ausnehmung 16
auflaufen, wie dies die Fig. 4 zeigt. Die Bremskugeln 17 weiten dabei durch Einlaufen
in die Abstützfläche 18a die Feder 18 radial auf und werden so von der Feder 18 gegen
den Schaft 11 gedrückt. Dies führt zu einer Bremswirkung des Treibkolbens 8 in Eintreibrichtung.
[0016] Wird der Treibkolben 8 aus einer vorderen Stellung entgegen der Eintreibrichtung
verschoben, so wandern die Bremskugeln 17 mit Beginn der Verschiebung entgegen der
Eintreibrichtung und laufen an dem der Eintreibrichtung abgewandten Ende 16b der
Ausnehmung 16 auf, wie dies die Fig. 3 zeigt. Die Bremskugeln 17 gelangen dabei wieder
aus dem Spannbereich der Feder 18, wodurch die Bremswirkung gegenüber dem Treibkolben
8 aufgehoben wird. Der Treibkolben 8 lässt sich im weiteren ohne Bremswirkung in Zündbereitschaftsstellung
bringen.
[0017] Befindet sich der Treibkolben 8 in Zündbereitschaftsstellung, so besteht die Möglichkeit,
dass sich dieser vor dem Zünden der Pulvertreibladung, beispielsweise zufolge harten
Aufsetzens des Setzgerätes auf dem Untergrund, geringfügig in Eintreibrichtung verschiebt.
Durch dieses Verschieben wird über die Bremskugeln 17 die Feder 18 gespannt. Ueber
die geneigte Abstützfläche 18a bewirkt die Federspannung ein unverzügliches Zurücktreiben
des Treibkolbens 8 durch die Bremskugeln 17 in Zündbereitschaftsstellung.
1. Pulverkraftbetriebenes Setzgerät mit einer Kolbenführung (5) und einem darin verschiebbaren
Treibkolben (8), wobei in der Kolbenführung (5) eine zum Treibkolben (8) hin radial
offene Ausnehmung (16) mit am Treibkolben (8) anliegender Bremskugel (17) und Feder
(18) für die Bremskugel (17) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass in Bezug auf die Kolbenachse die Axialerstreckung der Ausnehmung (16) den
Durchmesser der Bremskugel (17) übersteigt und die Feder (18) derart ausgebildet
ist, dass die Bremskugel (17) unter Spannen der Feder (18) zum Treibkolben (8) getrieben
wird und dabei am eintreibrichtungsseitigen Ende (16a) der Ausnehmung (16) zur Anlage
kommt.
2. Setzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Axialerstreckung der
Ausnehmung (16) dem 1,2- bis 2-fachen des Durchmessers der Bremskugel (17) entspricht.
3. Setzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (18) eine
radial zum Treibkolben (8) hin wirkende Federkraft und eine auf die Bremskugel (17)
einwirkende Abstützfläche (18a) aufweist, die zur Kolbenachse unter Bildung eines
spitzen, sich entgegen der Eintreibrichtung öffnenden Winkels (a) geneigt ist.
4. Setzgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (18) als Federring
ausgebildet ist, an dessen Innenkontur die Abstützfläche (18a) angeordnet ist.