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EP 0 346 686 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.08.1995 Patentblatt 1995/32 |
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Anmeldetag: 31.05.1989 |
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Handschuh mit Ventilationsschichtmaterial
Ventilated layered fabric for gloves
Matière composite ventilée pour gants
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
13.06.1988 DE 3820100
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.12.1989 Patentblatt 1989/51 |
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Patentinhaber: W.L. Gore & Associates GmbH |
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85636 Putzbrunn (DE) |
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Erfinder: |
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- Hübner, Thorger
D-8208 Kolbermoor (DE)
- Bleimhofer, Walter
D-8122 Penzberg (DE)
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Vertreter: Klunker . Schmitt-Nilson . Hirsch |
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Winzererstrasse 106 80797 München 80797 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-C- 712 549 US-A- 3 235 881
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FR-A- 964 002 US-A- 4 156 753
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft Handschuhe mit luftundurchlässiger oder nur schwach luftdurchlässiger
Außenhaut
Man kommt häufig mit atmungsinaktiven oder atmungsschwachen Materialien direkt oder
indirekt in Berührung, was an der entsprechenden Körperstelle zur Bildung von Schweißfeuchtigkeit
führt.
[0002] Dies gilt auch für Handschuhe, die mit einer wasser- und luftdichten Außenschicht
versehen sind. Solche Handschuhe sind üblicherweise mit einem Textilfutter ausgekleidet.
Aus der Druckschrift US-A-4,156,753, die den gattungsgemäßen Stand der Technik zeigt,
ist ein Arbeitshandschuh bekannt, der aus einem Material gefertigt ist, welches aus
einer PVC-Folie besteht, auf die inwendig ein Gewebe aufgebracht ist, das aus einem
mit einer wasserabstossenden Schicht belegten Garn besteht.
[0003] Mangels Luft- und Wasserdurchlässigkeit der Außenschicht des Handschuhs kann die
Feuchtigkeit nicht nach außen entweichen, sondern wird vom Futter aufgenommen. Da
das Futter wegen der Luftundurchlässigkeit der Außenschicht des Handschuhs nicht belüftet
wird, kann das Futter nicht trocknen, sondern wird schweißfeucht, was zu einem unangenehmen
Tragegefühl führt und Kältegefühl hervorruft.
[0004] In jüngerer Zeit wurden in der Textilindustrie zunehmend wasserundurchlässige und
wasserdampfdurchlässige mikroporöse Funktionsschichten für wasserdichte, aber dennoch
atmungsaktive Bekleidungsstücke verwendet. In letzter Zeit ist man dazu übergegangen,
auch Handschuhe mit im wesentlichen wasser- und luftdurchlässiger Außenhaut mit einer
solchen Funktionsschicht auszukleiden. Eine solche Funktionsschicht eröffnet die Möglichkeit,
daß Handfeuchtigkeit durch die Funktionsschicht hindurch abgeführt werden kann.
[0005] Wenn sich aber jenseits der Funktionsschicht nur luftundurchlässiges Außenhaut-Material
befindet, kann diese Feuchtigkeit nicht weitergeührt werden und staut sich somit,
was dazu führen kann, daß die Handfeuchtigkeit nicht von der Hand weggeführt wird.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Handschuh mit luftundurchlässiger oder nur schwach
luftdurchlässiger Außenhaut vorzusehen, der die im Stand-der Technik auftretenden
Nachteile nicht oder lediglich in wesentlich vermindertem Ausmaß aufweist.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Handschuh mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
2 bis 10 zu entnehmen.
[0008] Kleidet man erfindungsgemäß den Handschuh mit mikroporöser Funktionsschicht aus,
und ordnet man zwischen der von der Hand abgewandten Seite der Funktionsschicht und
dem luftundurchlässigen oder schwach luftdurchlässigen Außenmaterial Ventilationsschichtmaterial
in der im Kennzeichen des Anspruchs 1 genannten Art an, dann, wird die Luftzufuhr
zur Außenseite der Funktionsschicht ermöglicht und infolge der Ventilationswirkung
die Handfeuchtigkeit abgeführt.
[0009] Dadurch, daß dieses Ventilationsschichtmaterial, das durch GB-A-102632 bekannt geworden
ist, in Längsrichtung leitende Luftkanäle und damit in Verbindung stehende und in
Querrichtung bis zu mindestens einer seiner Oberflächen reichende Luftkanäle aufweist,
kann Luft an alle mit dem Ventilationsschichtmaterial ausgekleideten Bereiche herankommen.
Dadurch kann Schwitzfeuchtigkeit verdunsten und abgeführt werden. Die Ventilationswirkung
wird im allgemeinen dadurch erhöht, daß der mit dem Ventilationsschichtmaterial versehene
Handschuh während seiner Benutzung häufig bewegt wird, was in dem Ventilationsschichtmaterial
zu einer Pumpwirkung führt, durch welche das Ventilationsverhalten erhöht wird.
[0010] Die Ausrichtung des Ventilationsschichtmaterials ist dabei derart, daß die Längsluftleitkanäle
zum offenen Ende des Handschuhs gerichtet sind.
[0011] Das Ventilationsschichtmaterial kann gänzlich verschieden strukturiert sein, beispielweise
offenporig (Anspruch 4), rippenartig (Anspruch 5), genoppt (Anspruch 7), mit Stegen
versehen (Anspruch 6), netzartig dreidimensional (Anspruch 8) oder dergleichen. Wichtig
ist nur, daß dabei Längsluftleitkanäle und mit diesen in Verbindung stehende Querluftleitkanäle
bis zu mindestens einer Oberfläche hin entstehen.
[0012] Anwendungsmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Ventilationsschichtmaterials sind insbesondere
Ski-, Arbeits-, Motorrad- und ähnliche Handschuhe.
[0013] Bei Handschuhen kann es schon zu einer erheblichen Verbesserung der Tragfähigkeit
führen, wenn sie nur teilweise mit dem Ventilationsschichtmaterial ausgekleidet sind,
beispielsweise und vorzugsweise im Fingerbereich.
[0014] Neben der Ventilationswirkung hat das Ventilationsschichtmaterial noch weitere Vorteile.
Ein solcher Vorteil ist die Polsterwirkung, die beispielsweise im Fall von Skihandschuhen
sehr angenehm sein kann. Ein anderer Vorteil ist die Erzielung einer flexiblen Versteifung
zur Verhinderung von Lappigkeit.
[0015] Das Ventilationsschichtmaterial soll in gewissem Umfang druckstabil sein. Das heißt,
es soll bei der Druckbelastung, die bei normaler Verwendung des mit dem Ventilationsschichtmaterial
versehenen Handschuhs auftritt, seine Ventilationsfunktion nicht verlieren. Das heißt,
bei einem solchen Normalbelastungsdruck sollen die Luftkanäle noch soweit ihre Form
bewahren, daß sie noch ausreichend Ventilationsluft leiten können.
[0016] Das Ventilationsschichtmaterial kann aus geeignetem Kunststoff hergestellt sein.
Beispiele hierfür sind Polyamid, Polypropylen und Polyester, in Monofilamentform oder
in Multifilamentform, gewebt oder geraschelt, oder auch in Form von retikuliertem
Schaumstoff aus derartigem Material.
[0017] Die Erfindung wird nun anhand von einer Ausführungsform eines Ventilationsschichtmaterials
näher erläutert.
[0018] In der Fig. ist in schematischer, stark vergrößerter Weise ein Ausführungsbeispiel
für ein Ventilationsschichtmaterial dargestellt. Dabei bilden je drei deltaförmig
gebündelte Längsstege 13 eine Abstandshalter 11. Eine Vielzahl im wesentlichen parallel
und mit Abstand voneinander angeordneter Abstandshalter 11 ist auf ihrer Unterseite
mittels einer Viehzahl von bezüglich der Abstandshalter 11 quer verlaufenden, im Abstand
voneinander angeordneten und im wesentlichen parallel zueinander verlaufenden Querstegen
17 verbunden. Die Zwichenräume zwischen je zwei benachbarten Abstandshaltern 11 bilden
Längsluftleitkanäle 19. Damit in Verbindung stehen Querluftleltkanäle 21, 23, wobei
die Querluftleitkanäle 23 ebenfalls durch die Zwischenräume zwischen den Abstandshaltern
11 gebildet sind und durch die Längsluftleitkanäle 19 strömende Luft zu der in der
Fig. oberhalb der Abstandshalter 11 befindlichen Ebene leiten. Die Querlauftleitkanäle
21 sind durch die Zwischenräume zwischen den Querstegen 17 gebildet und leiten durch
die Längsluftleitkanäle 19 strömende Luft zu der in der Fig. unteren Seite des Ventilationsschichtmaterials.
Feuchtigkeit, die sich unterhalb oder oberhalb des Ventilationsschichtmaterials bildet,
kann über die Querluftleitkanäle 21 oder 23 und die Längsluftleitkanäle 19 abgeführt
werden.
1. Handschuh mit luftundurchlässiger oder nur schwach luftdurchlässiger Außenhaut,
gekennzeichnet durch
a) eine mindestens teilweise Auskleidung mit flächigem, flexiblem, druckstabilem Ventilationsschichtmaterial
(3), das Längsluftleitfähigkeit in Längserstreckungsrichtung und damit in Verbindung
stehende Querluftleitfähigkeit zumindest einer seiner Oberflächen aufweist und das
derart druckstabil ist, daß die Längsluftleitfähigkeit und die damit in Verbindung
stehende QuerLuftleitfähigkeit bei Normaldruckbelastungen, die beim normalen Gebrauch
des mit dem Ventilationsschichtmaterial (3) versehenen Handschuhs auftreten, aufrechterhalten
bleiben, wobei die Längsluftleitfähigkeit zum offenen Ende des Handschuhs gerichtet
ist, und
b) eine wasserundurchlässige und wasserdampfdurchlässige mikroporöse Funktionsschicht
auf der zur Innenseite des Handschuhs weisenden Seite des Ventilationsschichtmaterials
(3).
2. Handschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Querluftleitfähigkeit zu den beiden Oberflächen des Ventilationsschichtmaterials
(3) besteht.
3. Handschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsluftleitfähigkeit durch Längsluftleitkanäle (19) und die Querluftleitfähigkeit
durch Querluftleitkanäle (21, 23) bewirkt wird.
4. Handschuh nach einen der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilationsschichtmaterial (3) eine porige Struktur mit sowohl in Querrichtung
als auch in Längsrichtung offenen Poren aufweist.
5. Handschuh nach einen der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilationsschichtmaterial (3) eine rippenartige Struktur mit im wesentlichen
parallelen Rippen auf mindestens einer Oberfläche aufweist.
6. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilationsschichtmaterial (3) mindestens auf einer Oberfläche mit im wesentlichen
parallelen Stegen (13 und/oder 17) versehen ist.
7. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilationsschichtmaterial (3) eine genoppte Struktur mit Noppen auf mindestens
einer Oberfläche aufweist.
8. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilationsschichtmaterial (3) als dreidimensionales Netzmaterial ausgebildet
ist.
9. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß von der Gesamtdicke des Ventilationsschichtmaterials (3) ein Anteil im Bereich
von etwa 10 - 90 %, vorzugsweise von etwa 60 - 80 %, für den Luftleitfähigkeitsquerschnitt
vorgesehen ist.
10. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventilationsschichtmaterial (3) bei der Normal-Druckbelastung eine Mindestdicke
von 1 mm aufweist.
1. A glove comprising an air impermeable or only weakly air permeable outer layer,
characterized by
a) an at least partial lining of sheet-like, flexible, pressure-stable ventilation
layer material (3) having longitudinal air conductivity in the longitudinal direction
of extension and, connected therewith, transverse air conductivity to at least one
of its surfaces and having pressure stability such that the longitudinal air conductivity
and the transverse air conductivity connected therewith are maintained in case of
normal pressure loads occurring during normal use of the glove provided with the ventilation
layer material (3), with the longitudinal air conductivity being directed towards
the open end of the glove, and by
b) a water impermeable and water-vapour permeable microporous functional layer on
the side of the ventilation layer material (3) directed towards the inside of the
glove.
2. A glove according to claim 1,
characterized in that transverse air conductivity exists to both surfaces of the ventilation
layer material (3).
3. A glove according to claim 1 or 2,
characterized in that the longitudinal air conductivity is effected by longitudinal
air conduction channels (19) and the transverse air conductivity is effected by transverse
air conduction channels (21, 23).
4. A glove according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that the ventilation layer material (3) has a porous structure with
pores open both in transverse direction and in longitudinal direction.
5. A glove according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that the ventilation layer material (3) has a rib-like structure
with substantially parallel ribs on at least one surface.
6. A glove according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that the ventilation layer material (3) is formed with substantially
parallel webs (13 and/or 17) on at least one surface.
7. A glove according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that the ventilation layer material (3) has a nubby structure with
nubs on at least one surface.
8. A glove according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that the ventilation layer material (3) is in the form of a three-dimensional
net material.
9. A glove according to any one of claims 1 to 8,
characterized in that, of the overall thickness of the ventilation layer material
(3), a percentage in the range from approx. 10 to 90 per cent, preferably approx.
60 to 80 per cent, is provided for the air conductivity cross-section.
10. A glove according to any one of claims 1 to 9,
characterized in that the ventilation layer material (3) has a minimum thickness of
1 mm at normal pressure loads.
1. Gant comprenant une peau extérieure imperméable à l'air ou seulement légèrement perméable
à l'air, caractérisé par
a) un revêtement au moins partiel qui comprend une matière (3) formant couche de ventilation
de forme aplatie, flexible et résistante à la pression, qui présente des moyens aptes
à conduire l'air longitudinalement dans la direction d'extension longitudinale et
des moyens, communiquant avec les premiers, aptes à conduire l'air transversalement,
sur jusqu'à au moins une de ses surfaces, et qui est suffisamment résistante à la
compression pour que les moyens aptes à conduire l'air longitudinalement et les moyens
aptes à conduire l'air transversalement en communication avec les premiers restent
intacts en présence des contraintes de pression normales qui se manifestent dans l'utilisation
normale du gant muni de la matière (3) formant couche de ventilation, les moyens aptes
à conduire l'air longitudinalement étant dirigés vers l'extrémité ouverte du gant,
et
b) une couche fonctionnelle micro-poreuse imperméable à l'eau et à la vapeur d'eau
sur la face de la matière (3) formant couche de ventilation qui est dirigée vers le
côté intérieur du gant.
2. Gant selon la revendication 1, caractérisé en ce que les moyens aptes à conduire l'air
transversalement sont présents sur les deux faces de la matière (3) formant couche
de ventilation.
3. Gant selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les moyens aptes à conduire
l'air longitudinalement sont définis par des canaux conducteurs d'air longitudinaux
(19) et les moyens aptes à conduire l'air transversalement par des canaux d'air transversaux
(21, 23).
4. Gant selon une des revendication 1 à 3, caractérisé en ce que la matière (3) formant
couche de ventilation présente une structure poreuse possédant des pores aussi bien
dans la direction transversale que dans la direction longitudinale.
5. Gant selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la matière (3) formant
couche de ventilation présente une structure côtelée avec des côtes sensiblement parallèles
sur au moins une de ses faces.
6. Gant selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la matière (3) formant
couche de ventilation est munie d'ailettes (13 et/ou 17) sensiblement parallèles sur
au moins une de ses faces.
7. Gant selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la matière (3) formant
couche de ventilation présente une structure bosselée munie de bosses sur au moins
une de ses faces.
8. Gant selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la matière (3) formant
couche de ventilation est constituée par une matière réticulaire tridimensionnelle.
9. Gant selon une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'une proportion de l'ordre
d'environ 10 à 90 %, de préférence d'environ 60 à 80 %, de l'épaisseur totale de la
matière (3) formant couche de ventilation est prévue pour la section des moyens aptes
à conduire l'air.
10. Gant selon une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la matière (3) formant
couche de ventilation présente une épaisseur minimum de 1 mm sous la contrainte de
compression normale.
