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EP 0 346 779 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.10.1992 Patentblatt 1992/44 |
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Anmeldetag: 10.06.1989 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: F42B 8/00 |
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Übungsgeschoss
Projectile for practice
Projectile d'exercice
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE GB IT SE |
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Priorität: |
14.06.1988 DE 8807701 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.12.1989 Patentblatt 1989/51 |
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Patentinhaber: DIEHL GMBH & CO. |
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90478 Nürnberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Die Erfinder haben auf ihre Nennung verzichtet
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 036 232 DE-A- 2 639 884 FR-A- 2 114 879 US-A- 4 465 464
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BE-A- 662 881 DE-A- 3 044 098 FR-A- 2 364 427 US-A- 4 589 342
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Übungsgeschoß nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Bei einem bekannten Übungsgeschoß gemäß der DE-A 26 39 884 ist eine selbsttragende
Haube aus Kunststoff vorgesehen. Diese Haube hält den auf das Geschoß beim Abschuß
und während des Fluges einwirkenden Kräften stand. Jedoch besteht aufgrund der Stabilität
der Haube die Gefahr, daß das Geschoß bei flachen Auftreffwinkeln auf Sandboden praktisch
unbeschädigt vom Sandboden abprallt und dann über den Sicherheitsbereich des Schießplatzes
hinausfliegt.
[0003] Die Haube bzw. deren Anordnung am Geschoßkörper so schwach auszubilden, daß sie auch
bei einem flachen Zielaufprall zerstört wird, verbietet sich, da sie dann den bei
der Zuführung zum Waffenrohr und beim Abschuß auftretenden Belastungen nicht mehr
standhält.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Übungsgeschoß vorzuschlagen, dessen Haube einerseits
den bei der Zuführung und beim Abschuß auftretenden Belastungen standhält und dessen
Abprallreichweite andererseits vermindert ist.
[0005] Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einem Übungsgeschoß entsprechend den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Das Stützteil stabilisiert die dünnwandige Haube axial und radial so, daß sie den
bei der Zuführung und beim Abschuß auftretenden Kräften standhält. Andererseits verformt
sich auch bei flachen Auftreffwinkeln und geringen Auftreffgeschwindigkeiten das Stützteil
so, daß die Haube abbricht. Dadurch erhöht sich der Strömungswiderstand der Teile,
so daß die Abprallreichweite vermindert ist.
[0007] Ein weiterer Vorteil dieses Übungsgeschosses besteht auch darin, daß eine besonders
dünnwandige, billige Haube verwendet werden kann, da deren an sich geringe Stabilität
durch das Stützteil erhöht ist.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 ein Übungsgeschoß im Schnitt,
Figur 2 eine Ansicht des Stützteils entsprechend Figur 1 und
Figur 3 eine Ansicht des Stützteils in Richtung des Pfeiles III nach Figur 2.
[0009] Ein Übungsgeschoß weist einen Geschoßkörper(1) aus Stahl auf, der mit einem Führungsband(2)
versehen ist. Der Geschoßkörper(1) ist frontseitig mit Stufen(3) versehen und weist
für sich betrachtet einen hohen Luftwiderstand auf. Der Geschoßkörper(1) ist mit einer
axialen Bohrung(4) versehen.
[0010] Auf den Geschoßkörper(1) ist eine vergleichsweise dünnwandige, ogivenförmige Haube(5)
aufgeschraubt, welche beispielsweise aus Aluminium besteht. Der Geschoßkörper(1) bildet
zusammen mit der Haube(5) ein Geschoß, dessen ballistische Werte denen von scharfen
Geschossen entsprechen. Zwischen der Haube(5) und der Frontseite des Geschoßkörpers(1)
besteht ein Freiraum(6). In diesem ist ein Stützteil(7) angeordnet. Das Stützteil(7)
besteht aus Kunststoff, wie beispielsweise Polyäthylen, Polyurethan oder Polyamid.
[0011] Das Stützteil(7) weist einen Zapfen(8) auf, welcher in die Bohrung(4) eingesteckt
ist. Das Stützteil(7) ist mit vier Stegen(9) versehen, die sternförmig (vgl. Figur
3) angeordnet sind. Es können auch nur drei Stege(9) oder mehr als vier Stege(9) vorgesehen
sein.
[0012] Die Stege(9) weisen Außenränder(10), auf deren Verlauf der Innengestalt der Haube(5)
angepaßt ist. Die Stege(9) liegen mit heckseitigen Rändern(11) in der Umgebung des
Zapfens(8) an der Frontseite des Geschoßkörpers(1) an.
[0013] Die Funktionsweise der beschriebenen Einrichtung ist etwa folgende:
Das Stützteil(7) ist durch den Zapfen(8) am Geschoßkörper(1) radial gehalten. Es
stützt sich an diesem axial über die heckseitigen Ränder(11) seiner Stege(9) ab. Die
Außenränder(10) stützen die Haube(5) sowohl radial als auch axial.
[0014] Bei der Zuführung des Geschosses zum Waffenrohr und beim Abschuß, sowie im Flug übernimmt
das Stützteil(7) auf die Haube(5) wirkende axiale und radiale Kräfte. Das Stützteil(7)
dämpft auch Schwingungen der Haube(5).
[0015] Beim Aufprall, insbesondere auch beim flachen Zielaufprall werden die Stege(9) aufgrund
der Elastizität des Kunststoffs und deren Formgestaltung verformt, so daß die Haube(5)
vom Geschoßkörper(1) abbricht. Der dann wirksame Luftwiderstand des Geschoßkörpers(1)
ist so hoch, daß der Geschoßkörper(1) nur noch eine vergleichsweise kleine Strecke
weiterfliegt.
[0016] Zur weiteren Vergrößerung des Luftwiderstands des Geschoßkörpers(1) können im Bereich
von dessen Stufen oder am Stützteil(7) Flächenteile angeordnet sein, die beim Abbrechen
der Haube(5) aufspringen oder aufklappen.
1. Übungsgeschoß mit einer dünnwandigen, ogivenförmigen Haube (5) aus Kunststoff, die
auf einen Geschoßkörper (1) aufgesetzt ist,
der Geschoßkörper (1) innerhalb der Haube (5) Stufen (3) und eine axiale Bohrung (4)
aufweist, in die ein Zusatzkörper (7) mit einem Zapfen (8) eingesteckt ist,
wobei der Zusatzkörper (7) in einem Freiraum (6) zwischen dem Geschoßkörper (1) und
der Haube (5) liegt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zusatzkörper ein Stützteil (7) aus Kunststoff mit sternförmig angeordneten
Stegen (9) ist, dessen Außenränder (10) an der Haube (5) anliegen und
die Frontseite des Geschoßkörpers (1) so gestaltet ist, daß sein Luftwiderstand im
Vergleich zum Geschoß hoch ist.
2. Übungsgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stützteil (7) mit heckseitigen Rändern (11) der Stege (9) in der Umgebung
des Zapfens (8) am Geschoßkörper (1) anliegt.
3. Übungsgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Geschoßkörper (1) oder am Stützteil (7) Flächenteile vorgesehen sind, die nach
dem Abbrechen der Haube (5) den Luftwiderstand vergrößern.
4. Übungsgeschoß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenränder (10) der Stege (9) über ihre gesamte Länge an der Haube (5) anliegen
und diese axial und radial stützen.
1. A training projectile with a thin-walled ogival cap (5) made of plastics material,
which is superimposed onto a projectile body (1), the projectile body (1) has inside
the ballistic cap (5) steps (3) and an axial bore (4) into which is inserted a pin
(8) of a supplementary body (7), in which respect the supplementary body (7) lies
in a free space (6) between the projectile body (1) and the cap (5), characterised
in that the supplementary body is a supporting part (7) made of plastics material
having arms (9) arranged in a star-shaped manner, the outer edges (10) of which butt
against the cap (5) and the front side of the projectile body (1) is designed in such
a way that its air resistance is high in comparison with the projectile.
2. A training projectile according to claim 1, characterised in that the supporting part
(7) butts with tail-sided edges (11) of the arms (9) in the vicinity of the pin (8)
against the projectile body (1).
3. A training projectile according to claim 1, characterised in that provided on the
projectile body (1) or on the supporting part (7) are surface parts which after the
breaking-off of the cap (5) increase the air resistance.
4. A training projectile according to claim 1, characterised in that the outer edges
(10) of the arms (9) butt over their entire length against the cap (5) and support
this axially and radially.
1. - Projectile d'exercice comportant une ogive (5) à paroi mince, en matière plastique,
qui est placée sur un corps de projectile (1), le corps de projectile (1) comportant,
à l'intérieur de l'ogive (5), des gradins (3) et un perçage axial (4) dans lequel
est inséré un corps complémentaire (7) avec un tenon (8), dans lequel le corps complémentaire
(7) se situe dans un espace libre (6) compris entre le corps de projectile (1) et
l'ogive (5), caractérisé en ce que le corps complémentaire est un élément d'appui
(7) en matière plastique avec nervures (9) disposées en étoile dont les bords extérieurs
(10) s'appliquent contre l'ogive (5) et en ce que le côté frontal du corps de projectile
(1) est tel que sa résistance à l'air est importante par rapport au projectile.
2. - Projectile d'exercice selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément
d'appui (7) s'applique contre le corps de projectile (1), par des bords (11) arrière
des nervures (9), dans la région du tenon (8).
3. - Projectile d'exercice selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est prévu,
sur le corps de projectile (1) ou sur l'élément d'appui (7), des éléments plats qui,
après rupture de l'ogive (5), augmentent la résistance à l'air.
4. - Projectile d'exercice selon la revendication 1, caractérisé en ce que les bords
extérieurs (10) des nervures (9) s'appliquent sur toute leur longueur contre l'ogive
(5) et soutiennent celle-ci axialement et radialement.
