[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Freilegen von Silizium-Kristallen an feinbearbeiteten,
vorzugsweise gehonten Oberflächen von Werkstücken aus Siliziumlegierungen, bspw. übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierungen wie AL Si 17 Cu 4 Mg, bei denen die Silizium-Kristalle
in eine weiche Matrix eingebettet sind.
[0002] Derartige Verfahren sind bekannt. Man setzt sie z.B. zur Bearbeitung zylindrischer
Kolbenlaufbahnen der Motorblöcke von Kraftfahrzeugmotoren ein, um eine Zurücksetzung
der Matrix gegenüber den Silizium-Kristallen zu erreichen. Die dann erhabenen Silizium-Kristalle
bilden die verschleißfeste Oberfläche, auf der die Kolben oder Kolbenringe laufen,
während das durch die Zurücksetzung der Aluminium-Matrix freigewordene Volumen zwischen
den Silizium-Kristallen zur Aufnahme von Schmieröl dient. Diese Bearbeitung ermöglicht
die Verwendung spezieller Leichtmetall-Werkstoffen beim Bau von Automobilmotoren,
um das Verhältnis der Motorleistung zum Fahrzeuggewicht zu optimieren und um damit
eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs bzw. eine Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades
zu erreichen. Diese Werkstoffe genügen den mechanischen und thermischen Betriebsbeanspruchungen
bei niedrigem spezifischem Gewicht ohne Einschränkung. Durch ihre Verwendung lassen
sich im Vergleich zu Grauguß-Motorblöcken Gewichtseinsparungen von 45 bis 55 % erreichen.
[0003] Einer der häufig verwendeten Leichtmetall-Werkstoffe ist die übereutektische Aluminium-Silizium-Legierung
Al Si 17 Cu 4 Mg. Sie wird im Niederdruckverfahren vergossen und bildet bei der Erstarrung
Silizium-Kristalle, die an der Oberfläche eine hohe Verschleißfestigkeit haben. Die
in der Schmelze zuerst erstarrten Kristallkörner (Primär-Siliziumkristalle) haben
eine Größe von 30 bis 80 µm. Die Feinbearbeitung erfolgt durch Bohren und Honen. Anschließend
werden die Kristalle freigelegt.
[0004] Das teilweise Freilegen der Silizium-Kristalle, also der erwünschte Abtrag der weichen
metallischen Matrix gegenüber der Oberfläche der harten Silizium-Kristalle soll so
weit erfolgen, daß die Matrix 1 bis 1,5 µm zurückgesetzt ist. Man verwendet heute
hierzu entweder elektro-chemische oder außenstromlose chemische Ätzverfahren.
[0005] Das elektro-chemische Ätzen erfolgt durch anodische Metallauflösung während einer
Elektrolyse. Das Werkstück ist dabei anodisch gepolt. Durch den Ätzvorgang wird die
Aluminium-Matrix zwischen den Silizium-Kristallen abgetragen. Es zeigt sich aber in
der Praxis, daß eine vollständige Zurücksetzung der Aluminium-Matrix nur selten erreicht
wird. In der Regel entstehen vielmehr einzelne mehr oder weniger dicht beieinander
liegende Krater, so daß das gewünschte Aufnahmevolumen für Schmieröl nur unvollständig
und ungleichmäßig verteilt erreicht wird.
[0006] Beim außenstromlosen chemischen Ätzen wird das Werkstück ohne Stromzuführung von
außen in ein Bad mit alkalischer Lösung eingetaucht. Dabei geht Aluminium in Lösung.
Die Einordnung des abzutragenden Werkstoffes in der elektro-chemischen Spannungsreihe
ist von ausschlaggebender Bedeutung.
[0007] Sowohl das elektro-chemische Ätzen als auch das chemische Ätzen erfordern in der
Serienfertigung ein hohes Maß an ingenieurmäßiger Betreuung, da nur durch eine aufmerksame
Überwachung des Prozesses zufriedenstellende Arbeitsergebnisse erreicht werden können.
Der Anlagenwert ist außerordentlich hoch. Es entstehen darüber hinaus Probleme bei
der Entsorgung der verbrauchten Reinigungsflüssigkeiten, Ätzmittel und Elektrolyten.
Dadurch sind die Verfahren mit sehr hohen ständigen Betriebskosten beaufschlagt. Es
ist eine ständige Kontrolle des pH-Wertes erforderlich. Die Flüssigkeiten müssen in
einem Anschwemmfilter gereinigt werden. Das Filtrat ist im wesentlichen Aluminiumhydroxid,
das hoch toxisch ist und daher als Sondermüll entsorgt werden muß. Die Taktzeit beträgt
bis zu 4 Minuten. Die Vorgänge sind nur mit großem Aufwand automatisierbar.
[0008] Es ist demgemäß Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, daß ein leicht automatisierbares Verfahren bei erheblicher
Kostensenkung geschaffen wird.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Oberfläche des Werkstückes
anschließend an die Feinbearbeitung mit einer Bürste bearbeitet wird. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen definiert.
[0010] Die Erfindung schafft also im Gegensatz zu den bekannten chemischen Ätzverfahren
ein spanendes Verfahren. Dabei macht man sich die im Werkstoff örtlich sehr unterschiedlichen
Härten der Silizium-Kristalle und der Aluminium-Matrix und die damit verbundenen verschiedenen
Zerspanungseigenschaften dieser beiden Werkstoffe zunutze. Durch die Verwendung eines
Bürstenwerkzeuges wird im Bereich der Matrix Werkstoff abgetragen. Aufgrund der ca.
20 mal größeren Härte der Silizium-Kristalle findet eine Abarbeitung der Silizium-Kristalle
nicht statt. Durch eine definierte Vorspannung der Borsten ist eine Anlage an die
momentane Topographie der bearbeiteten Oberfläche möglich. Die Borstenenden folgen
den entstandenen Vertiefungen zwischen den Kristallen und tragen Aluminium-Werkstoff
ab. Dabei wird auch Werkstoff der Matrix abgetragen, der vom Honprozeß auf die angeschnittenen
Kristallflächen überschmiert wird und dadurch deren Funktion beeinträchtigt.
[0011] Das Bürsten erfolgt mit einem relativ einfachen Bürstwerkzeug ohne Handhabung von
ätzenden Flüssigkeiten. Versuche haben ergeben, daß die Kosten für die Bearbeitung
von Zylinderbohrungen bei einem V 8-Motor bei gleicher Qualität der Oberfläche etwa
auf 1/4 gesenkt werden können. Das Verfahren ist auch vollständig automatisierbar.
Entsprechende Maschinen, einschließlich entsprechender Steuerungen, sind aus der Hontechnik
an sich bekannt.
[0012] Die Erfindung und ihre vorteilhaften Weiterbildungen werden im folgenden anhand der
beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Es stellen dar:
Fig. 1a und 1b schematisch die Lage von Silizium-Kristallen in einer Aluminium-Matrix
vor und nach dem Bürsten;
Figur 2 ein Bürstwerkzeug zur Ausführung des Verfahrens;
Figur 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III in Fig. 2;
Figur 4 eine fotografische Aufnahme einer bei einem Bürstwerkzeug gemäß Fig. 2 und
3 eingesetzten Borste;
Figur 5 (a), (b), (c) Funktionsdiagramme des Bearbeitungsablaufs;
Figur 6 eine fotografische Aufnahme der durch das Bürsten bearbeiteten Oberfläche.
[0013] Figur 1a zeigt die Oberfläche einer Silizium-Aluminium-Legierung nach einer Feinbearbeitung,
bspw. nach dem Honen, wobei Silizium-Kristalle 1 in eine Aluminium-Matrix 2 eingebettet
sind. Figur 1b zeigt den gewünschten Zustand, bei dem die Aluminium-Matrix 2 nach
der Bearbeitung gegenüber der durch die Silizium-Kristalle gebildeten Auflagefläche
um einen Betrag h zurückgesetzt sind. Bei einer derartigen Oberfläche kann es sich
z.B. um zylindrische Kolbenlaufbahnen in einem Motorblock handeln. Das in den Figuren
2 und 3 dargestellte Bürstwerkzeug 3 ist für diesen Anwendungsfall geeignet.
[0014] Das Bürstwerkzeug 3 weist Bürstleisten 4 auf, die durch einen im Querschnitt T-förmig
ausgebildeten Träger 5 und eine Vielzahl darauf angebrachter Borsten 6 bestehen. Die
senkrecht stehenden Balken 7 der T-Form des Querschnittes der Träger 5 haben eine
achsparallele Kante 7′ und eine dazu schräg verlaufende Kante 7˝. Eine Bürstleiste
4 bzw. ein Träger 5 hat in Achsrichtung zwei derartige Balken 7. Die Kanten 7′ und
7˝ wirken mit einem Aufweitkörper 8 zusammen, der zwei konische Bereiche 9 aufweist,
in denen jeweils Nuten 10 vorgesehen sind, die die Balken 7 der Träger 5 derart aufnehmen
und führen, daß die schrägen Kanten 7′ der Balken 7 auf dem Grund der Nuten 10 gleiten.
Die radiale Aufweitung der Bürstleisten 4 erfolgt durch axiale Verschiebung des Aufweitkörpers
8. Die Bürstleisten 4 werden durch Federn 11 und 12 in radialer Richtung zusammengehalten.
Sie sind von einer Manschette 13 umgeben, die auf der Vorderseite mit einem Deckel
14 verschraubt ist und Schlitze 15 aufweist, durch die hindurch sich die Enden der
Borsten der Bürstleisten erstrecken. Die Manschette 13 umgreift einen Flansch 16 des
Werkzeugkörpers 17 und ist mit diesem verschraubt. Der Werkzeugkörper ist mittels
Bolzen 18 mit der Hülse 19 fest verbunden. Im Werkzeugkörper 17 ist mittels eines
Seegerrringes 20 eine Scheibe 21 angeordnet. Ferner ist der Aufweitkörper 8 fest mit
dem stabförmigen zylindrischen Fortsatz 22 verbunden, der ebenfalls einen Seegerring
23 trägt. Zwischen der Scheibe 21 und dem Seegerring 23 ist eine Feder 24 wirksam,
die den Fortsatz 22 und mit ihm den Aufweitkörper 8 nach links in die Lage zieht,
die der geringsten radialen Aufweitung der Bürstleisten 4 entspricht. Eine Aufweitung
erfolgt, wenn der Aufweitkörper 8 nach rechts geschoben wird. Dies erfolgt durch einen
Druckbolzen 25, der in der Hülse 19 verschiebbar aufgenommen ist und gleichzeitig
über einen quer angeordneten Bolzen 26, der sich durch Schlitze 27 in der Hülse 19
hindurcherstreckt, mit einer Gewindehülse 28 verbunden ist. Diese sitzt mittels eines
Gewindes 29 außen auf der Hülse 19. Eine Drehung der Gewindehülse 28 am Gewinde 29
an der Hülse 19 bewirkt eine axiale Verschiebung des Druckbolzens 25 und damit über
Fortsatz 22, Aufweitkörpers 8 und eine radiale Verschiebung der Bürstleisten 4. Mit
der Hülse 19 ist ein Einspannschaft 30 verbunden, der zur Einspannung in die drehangetriebene
und einem bestimmten Vorschub entsprechend in axialer Richtung verschiebbare Spindel
einer Maschineneinheit dient.
[0015] Bei dem dargestellten Bürstwerkzeug erfolgt die Zustellung der Leisten in radialer
Richtung manuell, d.h. durch Verdrehen der Gewindehülse. Für die Serienfertigung wird
man entsprechend anders ausgebildete Werkzeuge nehmen, die nicht manuell über eine
Gewindehülse, sondern mittels einer im Inneren des Einspannschaftes 30 verlaufenden
Betätigungsstange einen Schrittmotor trittweise verstellbar sind. Eine nähere Beschreibung
einer derartigen Vorrichtung ist jedoch im vorliegenden Zusammenhange nicht notwendig,
denn derartige Zustelleinrichtungen sind bei Honmaschinen zur radialen Aufweitung
von Honwerkzeugen dem Fachmann bekannt. Das gilt im Prinzip auch für Werkzeuge der
beschriebenen Art, wenngleich die Konizität des Aufweitkörpers 8 im vorliegenden Fall
sehr viel größer als bei üblichen Honwerkzeugen ist, da die Abnützung der Borsten
schneller vor sich geht und demgemäß größere Zustellwege erforderlich sind. Da beim
Bürsten mit wesentlich höheren Umfangsgeschwindigkeiten gearbeitet wird, ist der Werkzeugkörper
ausgewuchtet.
[0016] Figur 4 zeigt eine stark vergrößerte Aufnahme einer einzelnen Borste 6. In ein Trägermaterial
aus Polyamid sind Schneidkörner eingelagert. Die Schneidkörner 31 können bspw. aus
Diamant, Korund, Siliziumkarbid, Borkarbid oder CBN (Cubisches Bohrnitrid) bestehen.
Die Korngrößen liegen im Bereich 60 bis 800 mesh. Der Durchmesser einer einzelnen
Borste sollte so ausgelegt sein, daß er nicht größer ist als der mittlere Abstand
der Silizium-Kristalle voneinander auf der zu bearbeitenden Oberfläche. Bei dem oben
genannten Werkstoff Al Si 17 Cu 4 Mg befinden sich auf z.B. 1 cm² ca. 14 000 Silizium-Kristalle
der Korngröße 30 bis 50 µm und ca. 3.100 Kristalle der Korngröße 40 bis 80 µm. Der
sich hieraus ergebende Mindestkristallabstand an der Oberfläche beträgt ca. 0,030
bis 0,050 mm. Der Borstendurchmesser sollte daher entsprechend kleiner gewählt werden,
hängt jedoch von dem Abstand der Kristalle ab. Wichtig ist, daß die Borsten die Bereiche
der Matrix zwischen den Silizium-Kristallen direkt erreichen und dort Material abtragen
können.
[0017] Zur Einstellung der Schneidfähigkeit ist eine sorgfältige Auswahl des Schmierstoffes
notwendig, so auch für dessen Fettgehalt, der die Reibung zwischen den Borstenenden
und der Matrix und damit das Schneidverhalten der Borsten der Schneidkörner an den
Borsten bestimmt. In der Praxis hat sich ein wasserlöslicher Kühlschmierstoff mit
niedrigem Fettanteil bewährt. Die Reibung von Schneidkorn und Werkstoff kann dabei
so eingestellt werden, daß sich genau der geforderte Werkstoffabtrag von 1 bis 1,5
µm im Bereich der Matrix 2 ergibt.
[0018] Eigen wichtigen Einfluß auf das Arbeitsergebnis hat auch die Vorspannung der Bürsten.
Das Werkzeug wird erst in der Bohrung, deren Innenfläche gebürstet werden soll, aufgeweitet.
Mit Erreichen eines konstanten Aufweitmaßes setzt die Drehbewegung ein. Um das Werkzeug
zu expandieren, erfolgt - bei Verwendung eines Werkzeuges nach Fig. 2 und 3 - eine
definierte Verstellung der Gewindehülse 28, die in der Serienfertigung - wie beschrieben
- durch einen Schrittmotor getriebenes Zustellsystem ersetzt wird. Es muß auf jeden
Fall sichergestellt sein, daß das Werkzeug bei jedem Arbeitszyklus auf den gleichen
Aufweitdurchmesser expandiert wird und somit mit konstanter Borstenvorspannung arbeitet.
Um einen Verschleiß der Borsten und des Besatzmaterials zu kompensieren, wird in der
Serienfertigung nach einer empirisch zu ermittelnden Stückzahl das Werkzeug um ein
bestimmtes Maß, das dem erfolgten Verschleiß entspricht, stärker aufgeweitet. Dies
erfolgt bei Verwendung einer Schrittsteuerung durch zusätzliche Zustellimpulse.
[0019] Dabei hat sich herausgestellt, daß die Borstenvorspannung zweckmäßigerweise zwischen
0,5 und 2 mm im Durchmesser beträgt, d.h. daß die Borsten auf einen Durchmesser von
Borstenende zu Borstenende aufgeweitet werden, der ohne Anliegen an einer Bohrung
um den genannten Betrag größer ist als der Durchmesser der Bohrung.
[0020] Fig. 5 zeigt das Funktionsdiagramm für den Bearbeitungsvorgang. In Fig. 5 (a) ist
die axiale Lage 1 des Werkzeuges über der Zeit t aufgetragen. 1
H ist die Hublänge. Der Punkt a bezeichnet die obere Endlage. Fig. 5 (b) zeigt die
Zustellbewegung dr in Abhängigkeit von der Zeit. Daraus ist ersichtlich, daß die Aufweitung
des Werkzeuges nach dem Einfahren erfolgt und daß vor dem Ausfahren des Werkzeugs
die Bürstenleisten wieder in radialer Richtung zurückgezogen werden. Fig. 5 (c) zeigt
den Verlauf der Drehbewegung n über der Zeit. Daraus ist durch Vergleich mit Fig.
5 (a) und Fig. 5 (b) zu ersehen, daß die Drehbewegung erst nach dem Einfahren und
dem Aufweiten des Werkzeuges beginnt. Die Drehrichtung wird nach der Hälfte der Bearbeitungszeit
umgekehrt, damit die Silizium-Kristalle von beiden Seiten her angeschnitten werden.
Man arbeitet vorzugsweise mit einer Umfangsgeschwindigkeit von 250 bis 450 m/min und
mit einem Vorschub mit axialer Richtung von 5 bis 15 m/min. Die Bearbeitungszeit kann
10 bis 40 Sekunden betragen. Das ergibt 10 bis 20 Doppelhübe.
[0021] Figur 6 zeigt eine fotografische Aufnahme einer bearbeiteten Oberfläche. Es ist deutlich
zu sehen, wie die Silizium-Kristalled 1 aus der Aluminium-Matrix 2 hervorstehen, so
daß sich das gewünschte Bild ergibt. Es handelt sich dabei um ein Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmne
einer gehonten Oberfläche eines Leichtmetall-Motorblocks. Das einheitliche Schnittniveau,
auf dem sich die Aluminium-Matrix und das angeflachte Silizium-Kristall befinden,
ist klar erkenntlich. Ebenso sind unterschiedliche Rauhigkeiten sichtbar, die sich
aufgrund der partiellen Härteunterschiede der beiden Werkstoffe - Silizium und Aluminium
- ergeben.
1. Verfahren zum Freilegen von Silizium-Kristallen an feinbearbeiteten, vorzugsweise
gehonten Oberflächen von Werkstücken aus Silizium-Legierungen, bspw. übereutektischen
Aluminium-Silizium-Legierungen wie Al Si 17 Cu 4 Mg, bei denen die Silizium-Kristalle
(1) in eine erheblich weichere Matrix (2) eingebettet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Werkstückes anschließend an die Feinbearbeitung mit einer
Bürste (4 bis 30) bearbeitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bearbeitung mit der
Bürste bis zu einer Zurücksetzung der Matrix (2) gegenüber der freiliegenden Oberfläche
der Silizium-Kristalle (1) um 1 bis 2 µm erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Bearbeitung
von zylindrischen Kolbenlaufbahnen in Motorblöcken die Freilegung der Silizium-Kristalle
nach dem Honen durch ein in die Zylinderbohrung eingeführtes drehangetriebenes Bürstwerkzeug
erfolgt, das in radialer Richtung zustellbare Bürsten (4,6) aufweist, wobei die Zustellung
unter Berücksichtigung der Abnutzung derart erfolgt, daß eine konstante Bürstenvorspannung
gegeben ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bürstenvorspannung 1/2 bis 2 mm im Durchmesser beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Bearbeitung mit
10 bis 20 Doppelhüben erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bürste Borsten (6) aufweist, deren Durchmesser kleiner als der Mindestabstand
der Silizium-Kristalle (1) voneinander an der zu bearbeitenden Oberfläche ist.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß
die Borsten (6) aus Polyamid mit eingelagerten Schneidkörnern (31) aus Korund, Siliziumkarbid,
Borkarbid, Diamant oder cubischem Bornitrid (CBN) ausgebildet sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Korngröße der Schneidkörner
(31) 60 bis 800 mesh beträgt.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bearbeitung unter Verwendung
eines Kühlschmierstoffes mit niedrigem Fettanteil, der auf die erwünschte Abtragsleistung
von 1 bis 2 µm eingestellt ist, erfolgt.
10. Verfahren unter Verwendung eines drehangetriebenen Bürstenwerkzeuges, gekennzeichnet
durch eine Umfangsgeschwindigkeit von 250 bis 450 m/min.
11. Verfahren nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch einen Vorschub des Bürstenwerkzeuges
in axialer Richtung von 5 bis 15 m/min.
12. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bearbeitungszeit 10
bis 40 Sekunden beträgt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehrichtung des Bürstwerkzeuges
(3) nach der Hälfte der Bearbeitungszeit umgedreht wird.