[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Steuern und Überwachen
eines brennstoffbeheizten Gerätes, insbesondere eines Umlaufwasserheizers, unter
Verwendung zumindest eines Mikrocomputersystems und auf eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens gemäß den Oberbegriffen der nebengeordneten Patentansprüche.
[0002] Aus der EP-OS 73 717 ist es bekannt, einen Umlaufwasserheizer mit einem Mikrocomputer
zu steuern. Bei diesem Umlaufwasserheizer handelt es sich um einen von einem atmosphärischen
Gasbrenner gesteuerten Wärmetauscher, wobei die Abgase nach Passieren des Wärmetauschers
von einem Ventilator abgesaugt werden. Der Umlaufwasserheizer weist ein Magnetventil
zum Steuern der Gaszufuhr auf, eine Si cherheitseinrichtung zum Überwachen des Magnetventils,
ein Vorrang-Umschaltventil zum Verbinden des von dem Brenner beheizten Wärmetauschers
einmal mit einem Durchlauferhitzer zum Bereiten warmen Gebrauchswassers und zum Verbinden
des Wärmetauschers mit einer Heizungsanlage, weiterhin eine Zirkulationspumpe, eine
Zündeinrichtung und einen Meßwertaufnehmer zum Erfassen von Temperaturen, Wasser-
und Luftdurchsatz und die Arbeitsweise. Über den Mikrocomputer erfolgt die Meßwertaufnahme,
Meßwertverarbeitung und das Ansteuern der Stellglieder des Umlaufwasserheizers.
[0003] Das Verhalten eines Mikrocomputers im Fehlerfall ist wegen seiner Komplexität im
Gegensatz zu herkömmlichen Bauteilen, zum Beispiel Widerstand, Relais, Transistor
oder Diode, nicht mehr abzuschätzen. Daher sind beim Einsatz eines Mikrocomputers
in sicherheitsrelevanten Bereichen zusätzliche Überwachungseinrichtungen erforderlich,
die alle möglichen Fehler des Mikrocomputers erkennen und ein sicheres Abschalten
beziehungsweise verriegelndes Abschalten des Gerätes bewirken. Bekannt sind zweikanalig
aufgebaute Mikrocomputersysteme, in denen sich beide Mikrocomputer gegenseitig überwachen.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Überwachungsvorrichtung
für den zweikanalig aufge bauten Mikrocomputer zu schaffen und dafür Sorge zu tragen,
daß das brennstoffbeheizte Gerät abgeschaltet wird, wenn auf irgendeine Art und Weise
eine Störung erkannt wird oder eine solche anzunehmen ist.
[0005] Als brennstoffbeheiztes Gerät ist jedwedes mit Gas oder Öl oder festen Brennstoffen
befeuertes Heizgerät anzusehen, sei es ein Raumheizer, eine Luftheizungsanlage, ein
Erhitzer für warmes Brauchwasser, ein Umlaufwasserheizer zum Speisen einer Zentralheizung
mit gegebenenfalls paralleler Brauchwasserbereitung und ein Kessel.
[0006] Mikrocomputersysteme wie nach dem Stand der Technik geben ihre Signale auf sogenannte
Endstufen, die als Strom- oder Spannungsverstärker ausgebildet sind und die die Stellglieder
des brennstoffbeheizten Gerätes ansteuern. Dies sind zum Beispiel Treibertransistoren
für Magnet- oder Umschaltventile, eine Phasenanschnitt- oder Pulspausen- beziehungsweise
Impulspaketsteuerung für die Pumpe oder den Abgasventilator und dergleichen. Diese
Endstufen wären eigentlich mit zu überwachen, da nicht nur einer der Mikrocomputer,
sondern auch eine Endstufe ausfallen kann.
[0007] Damit liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein mit Endstufen versehenes
Mikrocomputersystem zur Steuerung eines brennstoffbeheizten Gerätes zu überwachen,
ohne besondere Sicherheitsanforderungen an die Endstufe zu stellen.
[0008] Die Lösung der Aufgabe liegt in den kennzeichnenden Merkmalen des Verfahrenshauptanspruchs.
[0009] Weiter bezieht sich die vorliegende Erfindung in einem nebengeordneten Patentanspruch
auf eine konkrete Sicherheitsaufgabe beim Steuern eines Umlaufwasserheizers und auf
eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß den Oberbegriffen der weiteren
nebengeordneten Patentansprüche.
[0010] Es ist bekannt, einem Umlaufwasserheizer einen Vorlauftemperaturbegrenzer zuzuordnen,
der bei Überschreiten eines bestimmten Grenzwertes der Vorlauftemperatur das Gerät
verriegelnd abschaltet. Das bedeutet, daß bei der nächsten Regeleinschaltung das Gerät
nicht mehr in Betrieb geht, vielmehr muß der Kundendienst gerufen werden, der mit
einem Werkzeug die Verriegelung aufhebt. Der Nachteil für den Benutzer liegt auf der
Hand, eine Wärmelieferung für Heizungs- oder Brauchwasserzapfbetrieb ist in dieser
Zeit nicht möglich. Um diesen Nachteil so klein wie möglich zu halten, hat man bisher
die Begrenzerabschalttemperatur relativ hochgelegt, so daß sie etwa in den Bereich
der beginnenden Dampfentwicklung zu liegen kam.
[0011] Je höher die Begrenzerabschalttemperatur liegt, um so weniger ist der Sicherheitsaspekt
gewährleistet, da ja bereits bei einer möglichst niedrigen außergewöhnlichen Temperatur
die Abschaltung erfolgen soll.
[0012] Demgemäß ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Begrenzerabschalttemperatur
zu senken, zugleich aber eine Wärmelieferung trotz entstehender Nachwärme zuzulassen,
wenn der Temperaturerhöhungszustand voraussichtlich nur zweitweise aufgrund der Nachwärme
besteht. Als Nachwärme ist die Auswirkung der Speicherwärme anzusehen, die nach dem
Betriebsschluß des Gerätes im vom Brenner beheizten Primärwärmetauscher auftritt.
Im Fall der Brauchwasserzapfung ist der Wärmtauscher auf einen Sekundär-Brauchwasser-Wärmetauscher
geschaltet, so daß die Wärme zunächst vom Abgas auf das Heizungssystem im Primärwärmetauscher
übertragen wird, dann vom Heizungssystem auf das Brauchwasser im Sekundärwärmetauscher.
Ein Öffnen und Schließen des Zapfventils wird über einen Wasserschalter erkannt, der
bei Brauchwasserzapfung in Betrieb geht und den Brenner und die Umlaufpumpe zum Einschalten
bringt. Damit ist es möglich, daß der Primärwärmetauscher beheizt wird und daß andererseits
die Wärme vom Heizungswasser in den Brauchwasser-Wärmetauscher transportiert wird.
Beim Schließen des Zapfventils erlischt der Brenner, gleichzeitig aber auch kommt
die Pumpe zum Stillstand, da verhindert werden soll, daß warmes Heizungswasser -
beispielsweise im Sommerbetrieb - in das Heizungssystem gelangt. Somit kommt das
Wasser im Primärwärmetauscher zum Stehen, die hocherhitzten Lamellen des Wärmetauschers,
insbesondere bei seiner Ausbildung als Edelstahl-Wärmetauscher, heizen aber das Wasser
nach.
[0013] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale der nebengeordneten
Patentansprüche.
[0014] Weitere Ausgestaltungen und besonders vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
gehen aus den übrigen Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung hervor,
die Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren 1 bis 5 der Zeichnung näher
erläutert.
[0015] Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung eines Umlaufwasserheizers,
Figur 2 eine Schaltungsanordnung und
Figur 3 die Sicherheitsabschalteinrichtung,
Figur 4 ein Prinzipschaltbild eines Umlaufwasserheizers und
Figur 5 eine logische Prinzipschaltung.
[0016] Hierbei bedeuten gleiche Bezugszeichen jeweils gleiche Einzelheiten.
[0017] Ein Kontroll-, Regel- und Überwachungssystem 1 ist über zwei Leitungen 2 und 3 mit
einer Gassteuereinrichtung 4 verbunden, die in eine Gasleitung 5 zwischen einem Gasanschluß
6 und einem Gasbrenner 7 eingefügt ist. Dem Brenner 7 ist eine Zündelektrode 8 und
ein Flammensensor 10 zugeordnet, wobei die Elektrode 8 über eine Leitung 9, der Flammensensor
10 über eine Leitung 11 mit dem Kontrollsystem 1 verbunden ist. Über den Brenner
7 befindet sich ein Wärmetauscher 12 des dargestellten Umlaufwasserheizers. Der Wärmetauscher
ist mit einer Vorlaufleitung 13 versehen, an die zwei Temperatursensoren 14 und 15,
die über Leitungen 16 und 17 mit dem Kontrollsystem 1 verbunden sind. Eine über eine
Leitung 18 an das Kontrollsystem 1 angeschlossene mit einem Elektromotor versehene
Pumpe 19 sorgt für eine Umwälzung des Heizungswassers über die Vorlaufleitung 13,
die Rücklaufleitung 20, den Wärmetauscher 12 und das zu beheizende Heizungssystem
21.
[0018] Aus der Figur 2 geht der Aufbau des Kontroll-, Regel- und Überwachungssystems 1 hervor.
Ein Mikrocomputersystem A mit dem Bezugszeichen 22 ist über eine Steuerleitung 23
a, 23 b und eine Rückmeldeleitung 24 mit einer Sicherheitsabschalteeinrichtung 28
verbunden. Ein zweites gleiches Mikrocomputersystem B mit dem Bezugszeichen 25 ist
über eine Steuerleitung 26 a, 26 b und eine Rückmeldeleitung 27 mit der gleichen
Sicherheitsabschalteeinrichtung 28 verbunden. Über eine bidirektionale Schnittstelle
29 können die Mikrocomputersysteme 22 und 25 Daten austauschen. Jedes Mikrocomputersystem
besitzt ein Programm zur Selbstüberwachung, das Selbstüberwachungsmodul 30 beziehungsweise
31. Dem Mikrocomputersystem 22 ist eine zusätzliche Schaltung zur Laufzeitüberwachung,
das Laufzeitüberwachungsmodul 32, zugeordnet, das auch über eine Leitung 33 auf die
Sicherheitsabschalteinrichtung 28 wirkt. Die Sicherheitsabschalteinrichtung 28 wird
über die Leitung 34 mit Spannung aus einem Netz oder einer Batterie versorgt. Alle
Endstufen von Stellgliedern, die Gasventilendstufe 35, die Gasdurchsatz-Einstellendstufe
45, die Pumpenendstufe 36 und die Zündeinrichtung 37, werden von der Sicherheitsabschaltvorrichtung
28 über eine Leitung 38 mit Spannung versorgt. Die Gasventilendstufe 35 wird vom
Mikrocomputersystem 22 über die Leitung 50, die Pumpenendstufe 36 vom Mikrocomputersystem
25 über die Leitung 51 und die Zündeinrichtung 37 vom Mikrocomputersystem 25 über
die Leitung 52 angesteuert. Das Ausgangssignal der Gasventilendstufe 35 wird über
eine Leitung 39 dem Mikrocomputersystem 22 und über eine Leitung 40 dem Mikrocomputersystem
25 zurückgemeldet. Der Zustand der Pumpenendstufe 36 und der Zündeinrichtung 37 werden
über die Leitungen 46 beziehungsweise 47 dem Mikrocomputersystem 25 gemeldet. Die
Gasventilendstufe 35 ist über die Leitung 2, die Pumpenendstufe 36 über die Leitung
18 und die Zündeinrichtung 37 über die Leitung 9 mit dem Umlaufwasserheizer verbunden.
Über die Leitung 16 erhält das Mikrocomputersystem 22, über die Leitung 17 das Mikrocomputersystem
25 Informationen vom Umlaufwasserheizer. Das Signal der Leitung 11 wird vom Flammenwächter
41 aufbereitet und über die Leitungen 42 und 43 den Mikrocomputersystemen 22 und 25
zur Verfügung gestellt. Über die Eingänge 44 a und 44 b erhalten die Mikrocomputersysteme
22 und 25 zusätzliche für die Regelung und Steuerung notwendige Parameter, die hier
allerdings nicht näher erläutert werden (Vorlauftemperatur-Regelung, Rücklauftemperatur-Regelung,
Brauchwassertemperatur-Regelung und dergleichen). Über die Leitungen 48 a und 48
b sind beide Mikrocomputersysteme 22 und 25 mit dem Entstörtaster 49 verbunden. Dem
Mikrocomputersystem 25 ist eine Endstufe zur Gasdurchsatzsteuerung 45 zuge ordnet,
die wiederum über die Leitung 3 mit der Gasstelleinrichtung 4 gekoppelt ist, welche
ein Proportionalgasventil darstellt.
[0019] Figur 3 zeigt den Aufbau der Sicherheitsabschalteinrichtung 28. Die Leitungen 23
a, 26 a und 33 führen auf eine Verknüpfung 60, die Leitungen 23 b und 26 b auf eine
weitere Verknüpfung 61. Ein Ausgang der Verknüpfung 60 steuert eine Wicklung eines
Schließerrelais 62 a an. Die Verknüpfung 61 steuert eine Wicklung eines Öffnerrelais
63 a an. Die Leitung 34 ist mit einer Sicherung 64 verbunden, deren zweiter Pol an
den ersten Pol des Schließerrelaiskontakts 62 b geführt ist. Der zweite Pol des Schließerrelaiskontakts
62 b ist mit dem ersten Pol des Öffnerrelaiskontakts 63 b und den Leitungen 24, 27
und 38 verbunden. Der zweite Pol des Öffnerrelaiskontakts 63 b liegt auf Masse. Parallel
zu dem Kontakt des Schließerrelais 62 b ist ein Widerstand 65 geschaltet. An die
dem Schließerrelaiskontakt 62 b abgewandte Seite der Sicherung 64 ist Versorgungsspannung
34 geführt.
[0020] Der in den Zeichnungen dargestellte Umlaufwasserheizer beziehungsweise das Steuerverfahren
arbeitet wie folgt:
[0021] Das Kontroll-, Regel- und Überwachungssystem 1 besteht aus zwei selbständigen Mikrocomputersystemen
22 und 25, die die gleichen sicherheitsrelevanten, aber verschiedene nicht sicherheitsrelevante
Aufgaben übernehmen. Zur ersteren zählen die Funktionen des Temperaturbegrenzers
(die Temperatur an der Vorlaufleitung 13 darf einen bestimmten Wert nicht überschreiten),
die Funktion des Feuerungsautomaten (nach Öffnen des Gasventils 4 muß nach Ablauf
einer bestimmten Zeit, das ist die Sicherheitszeit, eine Flamme gemeldet werden,
sonst erfolgt ein Schließen des Gasventils und eine Störungsmeldung), die Ansteuerung
und Überwachung der Sicherheitszeit-Abschalteinrichtung 28 sowie die Überwachung
von Störungszuständen. Durch zusätzliche Sensoren und Aktoren ist auch eine Überwachung
auf Wassermangel (genug Wasserdurchsatz durch den Wärmetauscher 12), eine Überwachung
der Luftzufuhr (ist ein ausreichender Luftdurchsatz durch den Brennschacht des Umlaufwasserheizers
vorhanden, der dem eingestellten Gasdurchsatz entspricht), eine Überwachung auf Austreten
des Abgases (oberhalb des Wärmetauschers befindet sich eine Strömungssicherung, wenn
durch deren Öffnungen Abgas - außer in den Schornstein - austritt, ist der Umlaufwasserheizer
stillzusetzen) sowie eine Überwachung einer eventuell vorhandenen Abgasklappe in
der Abgasleitung zum Schornstein möglich. An nicht sicherheitsrelevanten Aufgaben
erfüllt das Kontrollsystem 1 die Vorlauftemperaturregelung, eventuell auch eine Brauchwas
ser-Temperaturregelung oder eine Leistungsregelung für den Brenner. Durch zusätzliche
Sensoren ist auch eine witterungsgeführte Vorlauf- oder Rücklauftemperaturregelung
realisierbar.
[0022] Die Mikrocomputersysteme 22 und 25 tauschen die erfaßten Eingangsgrößen, also Flammenmeldung,
Abgasaustritt, Vorlauftemperatur sowie die ermittelten Zwischen- und Ausgangsgrößen
(notwendige Stellung des Gasventils oder Zünder in Betrieb) über die bidirektionale
Schnittstelle 29 aus. Treten Widersprüche zwischen den Ergebnissen beider Mikrocomputersysteme
auf, wird der Betrieb des Umlaufwasserheizers verhindert. Die sicherheitsrelevanten
Eingangsgrößen, das ist einmal die Temperatur am Wärmetauscherausgang in der Vorlaufleitung
13, erfaßt von den Temperatursensoren 14 und 15, das Signal des Entstörtasters 49,
die Rückmeldungen auf den Leitungen 24, 27 der Sicherheitsabschaltvorrichtung 28 und
der Gasventilendstufe 39, 40 sowie das Signal des Flammenwächters 41 werden von
beiden Mikrocomputersystemen 22 und 25 eingelesen. Zur Temperaturmessung am Wärmetauscherausgang
werden deshalb zwei Temperatursensoren eingesetzt, weil diese kein fehlersicheres
Verhalten besitzen. Das bedeutet, daß ein Ausfall mit Sicherheit spätestens während
der nächsten Abschalt- oder Anlaufphase erkennbar wäre. Da die übrigen Eingangsgrößen
39, 40, 41 und 49 fehlersicher gewonnen werden, ist es möglich, diese beiden Mikrocomputersystemen
zuzuführen, wobei allerdings für eine Entkopplung gesorgt werden muß. Die nicht sicherheitsrelevanten
Eingangsgrößen, darunter zählen die Eingänge 44 a für das Mikrocomputersystem 22 und
die Eingänge 44 b sowie für die Rückmeldesignale 46 und 47 für das Mikrocomputersystem
B, werden jeweils von nur einem Mikrocomputersystem erfaßt. Die Gasventilendstufe
35, das ist die Endstufe, die direkt auf die Gasfreigabe wirkt, wird zwar vom Mikrocomputersystem
22 angesteuert, aber von beiden Mikrocomputersystemen 22 und 25 über die Rückmeldeleitungen
39 und 40 überprüft. Alle anderen Endstufen, die Pumpenendstufe 36, die Zündeinrichtung
37 und die Gasdurchsatzsteuerung 45 werden nur vom Mikrocomputersystem 25 angesteuert.
Der Zustand der Pumpenendstufe 36 wird über die Leitung 37, der Zustand der Zündeinrichtung
über die Leitung 47 überwacht. Das Laufzeitüberwachungsmodul 32 wird zyklisch vom
Mikrocomputersystem 22 getriggert. Wenn die Triggerimpulse ausbleiben, wird der Betrieb
des Umlaufwasserheizers verhindert. Die Selbstüberwachungsmodule 30 und 31 testen
zyklisch die Komponenten, das sind löschbare und nicht löschbare Speicher, die Zentraleinheit
des Mikrocomputers sowie die Ein- und Ausgabebeschaltung der Mikrocomputersysteme.
Bei Ausfall einer dieser Komponenten wird der Betrieb des Umlaufwasserheizers verhindert.
Beim Überschreiten der maximalen Temperatur am Wärmetauscherausgang oder bei Erreichen
eines nach DIN 4788/3 (Flammenüberwachungseinrichtung) unerlaubten Zustandes wird
der Betrieb des Umlaufwasserheizers verhindert. Der Betrieb des Umlaufwasserheizers
wird durch Sperren aller Endstufen 35, 36, 37 und 45 und durch Abschalten der Sicherheitsabschaltvorrichtung
28 ber die Steuerleitung 23 a, 23 b, 26 a und 26 b verhindert. Mit Betätigen des
Entstörtasters 49 können Störungen, die nicht durch einen Fehler im Steuergerät (1)
hervorgerufen wurden, entstört werden, das heißt, der Betrieb ist anschließend wieder
möglich.
[0023] Die Sicherheitsabschalteinrichtung 28 stellt den Endstufen 35, 36, 37 und 45 über
den Relaisschließerkontakt 62 b die Versorgungsspannung zur Verfügung. Der Relaisschließerkontakt
62 b ist nur geschlossen, wenn beide Mikrocomputersysteme 22 und 25 über die Steuerleitungen
23 a und 26 a und die Laufzeitüberwachung 32 über die Leitung 33 ihre Freigabe geben.
Mit dem Relaisöffnerkontakt 63 b, der nur öffnet, wenn er von beiden Mikrocomputersystemen
22 und 25 über die Steuerleitungen 23 b und 26 b angesteuert wird, kann die Versorgungsspannung
34 nach Masse kurzgeschlossen werden. Durch den Widerstand 65 kann bei geöffnetem
Relaisschließerkontakt 62 b die Stellung des Relaisöffnerkontakts 63 b festgestellt
werden. Bei normalem Einschalten der Sicherheitsabschalteinrichtung 28 wird der
folgende Ablauf eingehalten. Das Ausschalten erfolgt durch Sperren (Passivsetzen)
der Steuerleitungen 23 a, 26 a, 23 b und 26 b.
Tabelle des Ablaufs:
Steuerleitung |
(23 a) |
(23 b) |
(26 a) |
(26 b) |
AUS |
passiv |
passiv |
passiv |
passiv |
1. Schritt |
passiv |
aktiv |
passiv |
passiv |
2. Schritt |
passiv |
passiv |
passiv |
aktiv |
3. Schritt |
aktiv |
passiv |
passiv |
passiv |
4. Schritt |
passiv |
passiv |
aktiv |
passiv |
5. Schritt |
passiv |
aktiv |
passiv |
aktiv |
EIN |
aktiv |
aktiv |
aktiv |
aktiv |
[0024] In den Schritten 1 bis 5 dürfen die Rückmeldeleitungen 23 und 27 kein Signal melden,
da sonst ein Fehler der Sicherheitsabschalteinrichtung 28, der Steuerleitungen 23
a, 23 b, 26 a und 26 b oder der Rückmeldeleitungen 23 und 27 vorliegt.
[0025] In Kombination mit der Sicherung 64 ergeben sich die folgenden beiden Aufgaben für
den Relaisöffnerkontakt 63 b:
1. Bei einer Verschweißung des Relaisschließerkontaktes 62 b wird durch den oben
beschriebenen Ablauf die Sicherung 64 zerstört.
2. Bei einem in der Anlaufphase der Sicherheitsabschalteinrichtung 28 festgestellten
Fehler oder bei sicherheitskritischen Ausfällen des Systems, zum Beispiel Kurzschluß
in der Gasventilendstufe 35, kann die Sicherung 64 definiert zerstört werden und
damit die Inbetriebnahme des Umlaufwasserheizers ohne Zeitbegrenzung verhindert werden.
[0026] Figur 4 zeigt ein Prinzipschaltbild eines Umlaufwasserheizers I. Moderne Umlaufwasserheizer
werden von einem Mikroprozessor gesteuert und geregelt, so daß es naheliegt, neben
den Steuer- und Regelaufgaben auch Sicherheitsaufgaben auf den Mikrocomputer zu übertragen.
Steuerverfahren zum Abbau der Nachwärme beziehungsweise zum Freigeben der erneuten
Wärmelieferung können daher auch Mikroprozessoren übertragen werden, so daß beispielsweise
die Schaltung nach Figur 5 auch als Software-Programm von Mikrocomputern dargestellt
werden kann.
[0027] Ein Umlaufwasserheizer I weist einen von einem Brenner 7 beheizten Edelstahl-Lamellenwärmetauscher
12 auf, der an eine mit einer Pumpe 19 versehene Rücklaufleitung 105 und eine mit
einem Vorrang-Umschaltventil 106 versehene Vorlaufleitung 13 angeschlossen ist, wobei
letztere zwei Temperaturfühler 14 und 15 aufweist, die an Meßleitungen 16 und 17 angeschlossen
sind, die zu Eingängen einer Steuer-, Regel- und Überwachungseinheit 1 führen. Hinter
dem Vorrang-Umschaltventil 106, das durch einen Servoantrieb 103 betätigbar ist,
setzt sich die Vorlaufleitung 13 in eine Heizungsvorlaufleitung 104 und eine Vorlaufleitung
115 für einen Brauchwasser-Sekundärwärmetauscher 116 fort. Das Vorrang-Umschaltventil
106 kann zwei Stellungen einnehmen, bei Öffnung der Leitung 114 ist die Leitung 115
verschlossen und umgekehrt. Die Vorlaufleitung 114 führt zu einem nicht dargestellten
Heizungssystem und zurück über eine Heizungsrücklaufleitung 20 zu einer Vereinigungsstelle
118, an die die Rücklaufleitung 105 angeschlossen ist. Dem Brauchwasser-Wärmetauscher
116 ist eine Brauchwasserbereiter-Rücklaufleitung 119 nachgeschaltet, die gleichermaßen
zur Vereinigungsstelle 118 führt. Der Brauchwasser-Wärmetauscher 116 und die Leitung
119 sind innerhalb des Gehäuses des Umlaufwasserheizers I angeordnet. Stromauf und
stromab unmittelbar der Pumpe 18 sind zwei Druckleitungen 120 und 121 vorgesehen,
die zu einem Membranschalter 122 führen, der ein in einer Gasleitung 5 zum Brenner
7 liegendes Gasventil 124 steuert. Zwischen dem Ventil 124 und dem Brenner 7 ist in
der Leitung 5 ein zweites Gasventil 125 angeordnet, das von einer Magnetspule 126
gesteuert wird, die über eine Stelleitung 127 mit der Steuereinheit 1 verbunden ist.
Dem Brenner zugeordnet ist eine Zündelektrode 8, die von einer Zündeinrichtung 37
über eine Leitung 9 mit Zündenergie versorgt wird, wobei die Zündeinrichtung 37 über
eine Leitung 131 von der Steuereinheit beaufschlagt ist. Eine Ionisationselektrode
10 ist über eine Leitung 11 mit einer Flammenmeldeeinrichtung 134 verbunden, die
über eine Leitung 135 ein Flammensignal oder kein Flammensignal auf die Steuereinheit
1 zurückmeldet. Der Pumpe 19 ist ein Antriebsmotor 136 zugeordnet, der seine Energie
über eine Leitung 137 von der Steuereinheit erhält.
[0028] Es gibt Umlaufwasserheizer, die das Abgas auf dem Konvektionswege über eine nicht
dargestellte Strömungssicherung und ein Abgasrohr abführen, es gibt aber auch solche,
die lüfterunterstützt arbeiten. In diesem Fall ist ein Abgaslüfter 138 vorgesehen,
der im Abgasstrom des Abgasrohres stromab des Wärmetauschers 12 angeordnet ist. Dieser
weist einen Antriebsmotor 139 auf, der über eine Leitung 140 seine Antriebsenergie
aus der Steuereinheit 1 erhält. Der Servomotor 113 des Vorrang-Umschaltventils 106
bezieht seine Stellenergie über eine Leitung 141 gleicher maßen aus der Steuereinheit.
Durch den Brauchwasser-Wärmetauscher 116 führt eine Zapfwasserleitung 142, die von
einem Kaltwassernetz kommt, durch den Wärmetauscher 116 führt und mit einem Wasserschalter
143 versehen ist, ehe sie zu einem Zapfventil 144 kommt. Der Wasserschalter ist im
Stande festzustellen, ob Wasserdurchsatz durch die Leitung 142 stattfindet und meldet
ein entsprechendes Signal über eine Leitung 145 an die Steuereinheit.
[0029] Der Steuer-, Regel- und Überwachungseinheit 1 ist eine Temperaturbegrenzereinheit
146 zugeordnet, beide sind über ein Leitungsbündel 147 miteinander verbunden, wobei
der Ist-Wert der Vorlauftemperatur von der Steuereinheit auf den Temperaturbegrenzer
und vom Temperaturbegrenzer auf die Steuereinheit die eventuellen Abschalt- und Störungsbefehle
übertragen werden.
[0030] Auf den Temperaturbegrenzer sind als Eingänge die Leitungen 135, 145, 127 und 18
geführt. Weiterhin ist eine Entstörtaste 49 vorgesehen, die über eine Leitung 149
auf den Temperaturbegrenzer geschaltet ist. Es ist ein Grenzwertgeber 150 für die
Vorlauftemperatur vorgesehen, mit dem ein einstellbarer Grenzwert vorgegeben werden
kann, und zwar über eine Leitung 151 auf den Temperaturbegrenzer 146. Falls ein Lüfter
138 vorhanden ist, ist ein Ausgang 152 zur Ansteuerung des Lüfters vorgesehen, der
mit der Leitung 140 verbunden ist. Die Funktion der dargestellten Schaltung wird
nun anhand der Figur 5 näher verdeutlicht:
[0031] Es ist zunächst ein Oszillator 160 vorgesehen, der an seinem Ausgang 161 eine Impulsspannung
mit einer bestimmten Frequenz liefert. Die Frequenz ist mit 10 Hertz angenommen.
Der Oszillator 160 ist auf einen Binärzähler 162 geschaltet, dem ein Vergleicher 163
zugeordnet ist. Ein negierter Löscheingang 164 des Zählers 162 ist mit der Leitung
145 verbunden, die auch zu einem Eingang eines Und-Gliedes 165 führt, dessen negierter
Eingang 166 den Ausgang des Vergleichers 163 bildet. Ein Ausgang 167 des Und-Gliedes
bildet einen negierten Eingang 168 eines weiteren Und-Gliedes 169, auf dessen Ausgang
170 ein Abschaltbefehl für den gesamten Umlaufwasserheizer I erscheinen kann. Ein
Abschaltbefehl heißt hier ein Stromloswerden des Magnetventils 125, ein Spannungsloswerden
des Motors 136 für die Pumpe 19. Der andere Eingang 171 des Und-Gliedes 169 ist von
einem Ausgang 172 eines Komparators 173 gebildet, dessen Eingänge einmal von der
Leitung 151 und zum anderen mit den Leitungen 16 oder 17 verbunden sind. Von den Meßwerten
der Leitungen 16 oder 17 wird der jeweils höhere genommen, was über einen weiteren
hier nicht dargestellten Vergleicher feststellbar ist. Der Ausgang 172 ist über eine
Leitungsverzweigung auf einen Eingang 174 eines Und-Gliedes 175 geschaltet, dessen
Ausgang die Leitung 152 bildet. Die Leitung 172 bildet einen weiteren Eingang 176
eines weiteren Und-Gliedes 177, dessen Ausgang 178 einen Set-Eingang einer bistabilen
Kippstufe 180 bildet, dessen Ausgang 181 den anderen Eingang 182 des Und-Gliedes 175
und eine ein Störungssignal führende Leitung 183 bildet.
[0032] Schließlich ist der Ausgang 172 auf einen negierten Eingang 184 eines Und-Gliedes
185 geschaltet, dessen anderer Eingang von der Leitung 149 gebildet ist und dessen
Ausgang 186 auf den Reseteingang der bistabilen Kippstufe 180 geschaltet ist. Es
ist ein Oder-Glied 187 vorgesehen, dessen drei Eingänge an die Leitungen 127, 135
und 18 angeschlossen sind und dessen Ausgang 188 den anderen Eingang 189 des Und-Gliedes
177 bildet.
[0033] Die Leitungen 170 und 183 sind Teil des Leitungsbündels 147 und führen Signale vom
Temperaturbegrenzer 146 zur Steuereinheit 1.
[0034] Die Funktion ist folgende:
[0035] Es wird davon ausgegangen, daß der Umlaufwasserheizer Brauchwasser liefert. Das bedeutet,
daß das Zapfventil 144 mehr oder weniger geöffnet ist, daß das Vorrang Umschaltventil
106 die Leitung 13 mit der Leitung 115 verbindet, die Pumpe 19 läuft, beide Ventile
124 und 125 sind geöffnet, der Brenner 7 brennt und die Flammenmeldeeinrichtung 134
ein Flammenmeldesignal auf die Leitung 135 gibt. Damit wird die vom Brenner 7 erzeugte
Wärme im Wärmetauscher 12 auf das Heizungswasser übertragen und von dort im Brauchwasser-Wärmetauscher
116 auf das Brauchwasser der Leitung 142 gegeben. Es stellt sich eine Vorlauftemperatur
ein, die je nach der gewünschten Brauchwassertemperatur im Bereich zwischen 50 und
80° variiert.
[0036] Wird nun das Zapfventil 144 geschlossen, so registriert der Wasserschalter 143 "kein
Wasser". Als Folge davon wird ein entsprechendes Signal auf der Leitung 145 sowohl
auf die Steuereinheit 1 wie auch auf den Sicherheitstemperaturbegrenzer 146 gegeben.
Die Steuereinheit 1 bewirkt über die Leitungen 127 und 137 ein Schließen des Magnetventils
125 und ein Stillsetzen des Antriebsmotors 136 der Umwälzpumpe 19. Damit erlischt
der Brenner, die im Wärmetauscher 12 gespeicherte Wärme kann infolge Stillstehens
der Pumpe nicht mehr abgeführt werden. Die Temperatur des Wassers in der Vorlaufleitung
13 steigt erheblich, hier ist anzumerken, daß die Temperaturmeßwertgeber 14 und 15
unmittelbar am Wärmetauscher 12 in der Vorlauf leitung angeordnet sind. Die steigende
Temperatur wird der Steuereinheit 1 und gleichermaßen dem Temperaturbegrenzer 146
gemeldet. Im Temperaturbegrenzer wird der steigende Vorlauftemperatur-Ist-Wert mit
dem durch den Grenzwertgeber 150 und die Leitung 150 vorgegebenen Grenzwert verglichen.
[0037] Dies geschieht wie folgt:
[0038] Bis zum Schließen des Zapfventils weist die Schaltung nach Figur 5 folgende Funktion
auf:
[0039] Der jeweils höhere der beiden von den Meßfühler 14 und 15 gelieferte Wert ist auf
den Komparator 173 geschaltet, der Vergleich mit dem Abschaltgrenzwert 150 bedeutet,
daß die Leitung 172 logisch-"Null" führt. Es ist auf den Leitungen 127, 135 und 18
ein Signal vorhanden, so daß der Ausgang 188 logisch-"eins" führt, das Und-Glied 177
ist gesperrt, da nur ein Eingang logisch-"eins" führt. Somit liegt kein Störsignal,
kein Lüftersignal und kein Abschaltsignal vor. Ist ein Lüfter vorhanden, so wird
der Lüfter durch ein Regelsignal aus der Steuereinheit 1 betrieben.
[0040] Wird nun das Zapfventil 144 geschlossen, so erscheint auf der Leitung 145 ein entsprechendes
Signal, so daß über den Löschungseingang 164 der Zählerstand des Zählers 162 gelöscht
wird. Da auf den Leitungen 127, 135 und 18 kein Signal mehr vorliegt, kann eine Störungsmeldung
nicht erfolgen, selbst wenn der Vorlauftemperatur-Ist-Wert über den Grenzwert steigt,
da der Eingang 189 des Und-Gliedes 177 nicht mehr angesteuert ist. Erfolgt in diesem
Zustand eine erneute Brauchwasserzapfung, so wird diese für einen eingeschränkten
Zeitraum freigegeben: Die erneute Brauchwasserzapfung bewirkt eine Freigabe des Löscheingangs
164 des Zählers 162, so daß dieser jetzt zu zählen beginnt. Er läuft bis zu einem
Zählerstand hoch, der in dem Vergleicher 163 eingestellt ist. Dies ist eine Zeitspanne
von etwa einigen Sekunden. Die Zeit ist so bemessen, daß sie der Zeit entspricht,
innerhalb der die Nachwärme vom Wärmetauscher abgebaut wird. Nach Ablauf dieser Zeit
müßten die Temperaturfühler 14 beziehungsweise 15 wieder relativ kühles Rücklauftemperaturwasser
messen. Der Komparator 173 ist beim Abschalten gekippt, da der Vorlauftemperatur-Ist-Wert
über den Grenzwert aufgrund der Nachwärme kam. Nach Ablauf der Zählerverzögerungszeit
wird das Und-Glied 169 leitend, da seine beiden Eingänge Spannung führen, dann erscheint
auf der Leitung 170 ein Abschaltsignal. Ist die Nachwärme ordnungsgemäß abgeführt,
so kippt der Komparator 173 zurück und ermöglicht einen Weiterbetrieb des Gerätes.
Durch diese Schaltung kann also ermittelt werden, ob es sich lediglich um einen Nachwärmefall
handelte oder um eine länger bestehende Störung. Ist die Nachwärme innerhalb der Verzögerungszeit
abgebaut worden, wird über die Leitung 170 die Steuereinheit wieder für einen Normalbetrieb
freigegeben.
[0041] Die Temperaturbegrenzerfunktion erfolgt wie folgt:
[0042] Steigt der von den Temperaturfühlern 14 und 15 gemeldete Ist-Wert der Vorlauftemperatur
über den eingestellten Vorlauftemperatur-Grenzwert (eingestellt am Grenzwertgeber
150), so kippt in jedem Fall der Komparator 173. Dies ist unabhängig davon, ob das
im normalen Betriebsfall bei Brauchwasserbereitung oder Heizung eintritt oder bei
Brennschluß. Das bedeutet, daß auf dem Eingang 176 des Und-Gliedes 177 Spannung beziehungsweise
ein Signal logisch-"eins" steht. Die Störung wird aber nur dann als Störung erkannt
und gemeldet, wenn eine der Leitungen 127, 135 und 18 Spannung führt. Man muß dann
davon ausgehen, daß ein gewollter Betrieb des Gerätes erwünscht ist, dann stellt
allerdings die Temperaturerhöhung der Vorlaufleitung einen unzulässigen Betriebszustand
dar, der ein Sicherheitsfall ist. Dann führt der zweite Eingang 189 des Und-Gliedes
177 Spannung, das Und-Glied 177 schaltet durch und setzt die bistabile Kippstufe 180.
Das bedingt ein Störungssignal auf der Leitung 183, so daß die Steuereinheit 1 den
Betrieb des Umlaufwasserheizers sperrt. Diese Sperrung bedeutet ein Stromloswerden
des Magneten 126 und des Pumpenantriebsmotors 136. Da das Störungssignal aber auch
über einem Eingang 182 des Und-Gliedes 175 steht und da der Eingang 174 durch das
Kippen des Komparators 173 ohnehin Spannung führt, erhält der Motor 139 des Lüfters
138 Spannung und versucht, die Wärme am Wärmetauscher 12 anzuführen, indem kalte Luft
durch den Wärmetauscher 12 geleitet wird, und zwar so lange, bis der Komparator 173
wieder zurückkippt. Die Entstörung kann durch Betätigen der Entstörtaste 49 über die
Leitung 149 geschehen, da dann der Reseteingang der bistabilen Kippstufe 180 über
die Leitung 186 Spannung bekommt. Dies geht allerdings nur dann, wenn die Temperatur
unter der Abschalttemperatur liegt, da der Ausgang 172 des Komparators 173 am negierten
Eingang 184 des Und-Gliedes 185 liegt.
1. Verfahren zum Steuern und Überwachen eines brennstoffbeheizten Gerätes, insbesondere
eines Umlaufwasserheizers, unter Verwendung mindestens eines Mikrocomputersystems,
welches über eine Vielzahl von Sensoren, die zum Fühlen digitaler und analoger Werte
und Stellungen vorhanden sind, verfügt, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung
von zwei Mikrocomputersystemen (22, 25) in beiden Systemen die sicherheitsrelevanten
Eingangssignale eingegeben werden, womit jedes Mikrocomputersystem für sich die entsprechenden
Stellsignale berechnet und ein Ausgangssignal nur dann an die jeweiligen Endstufen
(35, 36, 37, 45) weitergeleitet wird, wenn die Stellbefehle beider Mikrocomputersysteme
(22, 25) iden tisch sind, wobei zusätzlich jedes Mikrocomputersystem unabhängig
über die Möglichkeit verfügt, mit Hilfe einer Sicherheitsabschaltung (28) alle Endstufen
und Stellglieder stromlos zu schalten und damit das brennstoffbeheizte Gerät in den
sicheren Zustand zu überprüfen, wobei mehrere sicherheitsrelevante Funktionen, zum
Beispiel Flammenüberwachung, Temperaturbegrenzer, Wassermangel-, Luft- und Abgasüberwachung
im selben Mikrocomputersystem verwirklicht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Störungen im Kontroll-,
Regel- und Überwachungssystem 1 alle Stellglieder (35, 36, 37 und 45) des brennstoffbeheizten
Gerätes für die Dauer der Störung abgeschaltet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei ungefährlichen Störungen
im brennstoffbeheizten Gerät, zum Beispiel Wassermangel, alle Stellglieder des brennstoffbeheizten
Gerätes bis zum Aus- oder Einschalten der Netzspannungszuführung abgeschaltet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei gefährlichen Störungen
im brennstoffbeheizten Gerät, zum Beispiel Temperaturüberschreitung am Wärmetauscherausgang,
alle Stellglieder des brennstoffbeheizten Gerätes bis zum Entriegeln durch einen Entstörtaster
(49) abgeschaltet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Störungen in der Sicherheitsabschaltstufe
(28) oder Fehlern in der Gasventilendstufe (35) alle Stellglieder des brennstoffbeheizten
Gerätes ohne Zeitbegrenzung abgeschaltet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nicht sicherheitsrelevante
Kommando- oder Regelfunktionen so auf die Mikrocomputer verteilt werden, daß beide
Mikrocomputer gleichmäßig ausgelastet sind.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6, an
einem brennstoffbeheizten Gerät, insbesondere einem Umlaufwasserheizer, das einen
von einem Brenner beheizten Wärmetauscher, eine Umwälzpumpe, Magnet ventile für
die Brennstoffzufuhr zum Brenner, eine Zündeinrichtung und eine Flammenmeldeeinrichtung
sowie eine Vielzahl von Sensoren und Meßwertaufnehmern zur Erfassung von Informationen
über Temperatur, Durchsatz und Arbeitsweise des Gerätes aufweist, wobei die Gesamtheit
der Funktionen der Regelung, Sicherheit und kontinuierlichen Steuerung der Verbrennung
und des Wasserdurchsatzes von einem Kontroll-, Regel-und Überwachungssystem mit mindestens
einem Mikrocomputersystem erfolgt, das die von den Sensoren und Meßwertaufnehmern
gemeldeten Werte verarbeitet und umsetzt sowie mit vorgewählten, gespeicherten Werten
vergleicht, dadurch gekennzeichnet, daß beide Mikrocomputersysteme (22, 25) Eingänge
aufweisen, an die ein von einem fehlersicheren Meßsignalgeber (41) stammendes Signal
parallel angeschaltet ist beziehungsweise an die die nicht sicheren Sensoren (14,
15) über eigene Leitungen (16, 17) rückwirkungsfrei angeschlossen sind, daß die zwei
Mikrocomputersysteme über Datenaustauschverbindungen (29) miteinander verbunden sind
und daß die Ausgänge der Mikrocomputer über Stelleitungen (23 a, 23 b, 26 a, 26 b)
mit einer Sicherheitsabschaltstufe (28) verbun den sind, wobei die Ansteuerung eines
Mikrocomputers auf die Sicherheitsabschaltstufe zum Abschalten des gesteuerten Gerätes
ausreicht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherheitsabschaltstufe
(28) die Versorgungsspannung (34) zu den Endstufen beherrscht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherheitsabschaltstufe
(28) aus einer Serienschaltung zwischen einer Sicherung (64), einem von einem Widerstand
(65) überbrückten Arbeitskontakt (62 b) und einem damit in Reihe liegenden Ruhekontakt
(63 b) besteht, die an ihren beiden Enden an Bezugsspannung (34, Masse) liegt, und
daß die Endstufen an dem Verbindungspunkt zwischen den beiden Kontakten (62 b, 63
b) angeschlossen ist.
10. Verfahren zur Überprüfung der Sicherheitsabschaltstufe nach Anspruch 1 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerleitungen ( 23 a, 23 b, 26 a, 26 b) in einer
Weise betätigt werden, daß anhand der Rückmeldeleitungen (24, 27) der Ausfall eines
jeden Bauteils (64, 65, 62 b, 63 b, 62 a, 63 a) der Sicherheitsabschaltstufe (28)
erkannt werden kann und daß bei Erkennung eines Fehlers durch eine Signalfolge auf
den Steuerleitungen (23 a, 23 b, 26 a, 26 b) die von der Sicherheitsabschaltstufe
(28) gelieferte Spannung auf der Leitung (38) zu sämtlichen Endstufen (35, 36, 37,
45) für unbegrenzte Zeit abgeschaltet werden kann.
11. Verfahren nach Anspruch 10 zur Überprüfung der Sicherheitsabschaltstufe (28),
dadurch gekennzeichnet, daß ein Fehler angenommen wird, wenn die Steuerleitungen
(23 a, 23 b, 26 a, 26 b) gesperrt werden und die Rückleseleitungen (24, 27) ein Signal
melden, oder wenn die Steuerleitungen (23 a, 26 a, 26 b) gesperrt werden und die
Steuerleitung (23 b) freigegeben wird und die Rückleseleitungen (24, 27) ein Signal
melden, oder wenn die Steuerleitungen (23 a, 23 b, 26 a) gesperrt werden und die
Steuerleitung (26 b) freigegeben wird und die Rückleseleitungen (24, 27) ein Signal
melden, oder wenn die Steuerleitungen (23 b, 26 a, 26 b) gesperrt werden und die
Steuerleitung (23 a) freigegeben wird und die Rückleseleitungen (24, 27) ein Signal
melden, oder wenn die Steuerleitungen (23 a, 23 b, 26 b) gesperrt werden und die Steuerleitung
(26 a) freigegeben wird und die Rückleseleitungen (24, 27) ein Signal melden, oder
wenn die Steuerleitungen (23 a, 26 a) gesperrt werden und die Steuerleitungen (23
a, 26 b) freigegeben werden und die Rückleseleitungen (24, 27) kein Signal melden,
oder wenn die Steuerleitungen (23 a, 23 b, 26 a, 26 b) freigegeben werden und die
Rückleseleitungen (24, 27) kein Signal melden.
12. Verfahren nach Anspruch 1 oder 4 zum Steuern eines Umlaufwasserheizers, wobei
dessen Vorlauftemperatur abgefühlt und dessen Funktionen, wie Pumpenlauf, Schließ-
beziehungsweise Öffnungszustand des den Brenner speisenden Brennstoffventils und
Flammenmeldung abgetastet werden, dadurch gekennzeichnet, daß eine Überschreitung
der Vorlauftemperatur über einen Grenzwert dann kurzzeitig zugelassen wird, wenn keine
Flamme und keine Ansteuerung der Pumpe und des Brennstoffventils gemeldet werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12 zum Steuern eines Umlaufwasserheizers mit einem Sekundärwärmetauscher
zur Bereitung warmen Zapfwassers, dadurch gekennzeichnet, daß für eine gewisse Verzögerungszeitspanne
die Pumpe an Spannung gelegt wird, ohne daß die Brennstoffzufuhr freigegeben wird,
und daß nach Ablauf der Verzögerungszeit die Vorlauftemperatur mit der Vergleichstemperatur
verglichen wird und das Gerät freigegeben wird, wenn der Ist-Wert unter dem eingestellten
Grenzwert liegt.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem lüfterunterstützen
Umlaufwasserheizer im Falle einer Störung aufgrund einer über dem Grenzwert liegenden
Vorlauftemperatur lediglich der Motor des Lüfters angesteuert wird, bis der Vorlauftemperatur-Ist-Wert
unter dem Grenzwert liegt.
15. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
an einem Umlaufwasserheizer, der einen von einem Brenner beheizten Lamellenwärmetauscher
aufweist, der an eine mit einer Umwälzpumpe versehene Rücklaufleitung und eine mit
einem Umschaltventil versehene Vorlaufleitung angeschlossen ist, wobei in der Vorlaufleitung
zwei Temperaturfühler angeordnet sind, die über Meßleitungen an ein Kontroll-, Regel-
und Überwachungssystem angeschlossen sind, wobei diese Einheit noch über Stelleitungen
mit einem Magnetventil für die Brennstoffzufuhr zum Brenner, mit einer Zündeinrichtung
sowie mit einer Flammenmeldeeinrichtung verbunden ist und mit mindestens einem Mikrocomputersystem
ausgestattet ist, das die von den Sensoren und Meßwertaufnehmern gemeldeten Werte
verarbeitet und umsetzt sowie mit vorgewählten, gespeicherten Werten, zum Beispiel
Grenzwert für Vorlauftemperatur, vergleicht, dadurch gekennzeichnet, daß ein Komparator
(173) vorgesehen ist, dem der Vorlauftemperatur-Ist-Wert und der einstellbare Grenzwert
zugeführt sind, und daß ein Ausgang (172) des Komparators (173) auf einen Eingang
(176) eines Und-Gliedes (177) geführt ist, dessen zweiter Eingang (189) den Ausgang
(188) eines Oder-Gliedes (187) bildet, dessen Eingänge an die Ausgänge (127, 135,
18) der Kontroll-, Regel- und Überwachungseinheit (1) angeschlossen sind, wobei diese
Ausgänge den Elektromagneten (126) des Brennstoffventiles (125), den Elektromotor
(136) der Umwälzpumpe (19) und den Ausgang der Flammenmeldeeinrichtung (134) bedeuten.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß ein Ausgang (172) des
Komparators (173) einen Eingang (171) eines Und-Gliedes (169) bildet, dessen Ausgang
(170) eine zeitweilige Abschaltung des Umlaufwasserheizers (I) bewirkt, und daß
ein negierter Eingang (168) des Und-Gliedes (169) unter Zwischenschaltung eines weiteren
Und-Gliedes (165) mit einer Vergleichsstufe (163) eines Binärzählers (162) verbunden
ist, dem ein Oszillator (160) vorgeschaltet ist und dessen Löscheingang (164) mit
einem Zapfwasserschalter (143) im Zapfwasserweg des Umlaufwasserheizers (I) verbunden
ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Software
eines Mikroprozessors ausgebildet ist.