(19)
(11) EP 0 352 584 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
31.03.1993  Patentblatt  1993/13

(21) Anmeldenummer: 89113036.1

(22) Anmeldetag:  15.07.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F41A 9/44

(54)

Geschossansetzer für Artillerie

Projectile rammer for the ordnance

Refouloir de projectiles pour artillerie


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 28.07.1988 DE 3825662

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
31.01.1990  Patentblatt  1990/05

(73) Patentinhaber: Wegmann & Co. GmbH
D-34127 Kassel (DE)

(72) Erfinder:
  • Lieberum, Karl, Ing. grad.
    D-3501 Niedenstein (DE)
  • Hofmeister, Werner
    D-3512 Reinhardshagen (DE)
  • Grünewald, Peter, Dipl.-Ing.
    D-3501 Fuldabrück 1 (DE)

(74) Vertreter: Feder, Wolf-Dietrich, Dr. Dipl.-Phys. et al
Dr. Wolf-D. Feder, Dr. Heinz Feder Dipl.-Ing. P.-C. Sroka Dominikanerstrasse 37
40545 Düsseldorf
40545 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
CH-A- 662 175
DE-C- 151 461
US-A- 2 593 412
CH-A- 664 627
GB-A- 784 739
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Geschoßansetzer für Artillerie mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

    [0002] Zum Beladen von Artilleriegeschützen ist es erforderlich, die 50 kg oder schwereren Artilleriegranaten mit einer Geschwindigkeit von mindestens 1,5 m/sec. soweit in das Rohr des Geschützes hineinzutreiben, daß der Weichmetall-Führungsring des Geschosses sich in den konischen Teil des Ladungsraumes einpreßt. Die Einpressung muß dabei so stark sein, daß das Geschoss auch bei höchster Erhöhung des Geschützrohres nicht mehr aufgrund seines Eigengewichtes herausfällt und gleichzeitig eine Abdichtung des Ladungsraumes nach vorne erfolgt.

    [0003] Da ein manuelles Ansetzen des Geschosses durch die Besatzung zeitaufwendig ist und mit einer erheblichen physischen Belastung der Besatzungsmitglieder verbunden ist, wurden Geschoßansetzer verschiedener Bauart entwickelt, die das manuelle Ansetzen des Geschosses erübrigen sollen.

    [0004] Eine besondere Bedeutung besitzen sogenannte Freiflugansetzer, denen das Prinzip zugrunde liegt, einer außerhalb des Geschützes befindlichen Granate eine so große Beschleunigung zu verleihen, daß nach Verlassen des Beschleunigungssystems die Granate aufgrund des aus der Beschleunigung in ihr vorhandenen Momentes sich im freien Flug weiterbewegt und der Ansetzvorgang auf diese Weise realisiert wird. Ein derartiger Freiflugansetzer ist beispielsweise in DE-A 36 07 006 beschrieben.

    [0005] Es ist weiterhin aus der CH-A-664 627 ein Freiflugansetzer mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bekannt, bei dem das auf dem Schlitten gelagerte Geschoß einschließlich Schlitten beschleunigt wird und beim Erreichen der erforderlichen Ansetzgeschwindigkeit der Schlitten abgebremst wird.Das Geschoß fliegt dann durch das Bodenstück und den Ladungsraum der Waffe und wird in den Zügen des Rohres angesetzt. Der Antrieb und die Abbremsung des Schlittens erfolgt durch einen hydraulisch betriebenen Kolben-Zylinderantrieb.

    [0006] Ein bei derartigen Freiflugansetzern auftretendes Problem besteht darin, daß einerseits zur Erzielung einer möglichst hohen Ansetzgeschwindigkeit eine große Beschleunigung des Systems Schlitten-Geschoß notwendig ist und andererseits die Richtung, in der das Geschoß sich bei der Abbremsung vom Schlitten löst, mit hoher Genauigkeit fluchtend zur Rohrseelenachse der Waffe liegen muß, damit beim Durchfliegen des Bodenstückes und des Ladungsraums der Waffe keine Berührung zwischen dem Geschoß und den Innenwänden der Waffe stattfindet, die zu Beschädigungen am Geschoß oder an der Waffe führen können. Da der hier zur Verfügung stehende Spielraum im allgemeinen nur wenige Millimeter beträgt, muß dafür gesorgt werden, daß beim Abbremsen des Schlittens keine Störkräfte auftreten, welche zu Momenten an der Ansetzerkonstruktion führen und zur Folge haben, daß die Abflugrichtung des Geschosses von der Richtung der Rohrseelenachse abweicht.

    [0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Geschoßansetzer mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 so auszubilden, daß auch bei hoher Beschleunigung beim Abbremsvorgang keine Störkräfte auftreten, die das Geschoß beim Ansetzvorgang negativ beeinflussen könnten.

    [0008] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Geschoßansetzers sind in den Unteransprüchen beschrieben.

    [0009] Wie weiter unten anhand eines Ausführungsbeispiels noch genauer erläutert, besteht der Grundgedanke der Erfindung darin, den Schlitten dadurch abzubremsen, daß er unter Zwischenschaltung eines Stoßdämpfers direkt auf das hintere Ende des Geschützrohres aufläuft. Dies hat infolge der sehr großen Masse des Geschützrohres die Folge, daß keine Abkippbewegung des Schlittens beim Abbremsvorgang auftritt, wie dies der Fall ist, wenn das Abbremsen beispielsweise durch Anschläge am Grundgestell der Führungsbahn des Schlittens oder durch Anschläge in der Antriebsvorrichtung erfolgt. Der zwischengeschaltete Stoßdämpfer ist auf der Längsmittelebene des Schlittens angeordnet und läuft vorzugsweise mindestens angenähert durch den Massenschwerpunkt des Schlittens, wodurch weiterhin sichergestellt wird, daß keine störenden Momente beim Abbremsvorgang auftreten. Es hat sich weiterhin als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn der Schlitten in Längsrichtung verlaufende Führungsschienen für das Geschoß aufweist und das am hinteren Ende des Schlittens angeordnete Angriffselement am Geschoß oberhalb der Mittelachse des Geschosses angreift. Hierdurch wird verhindert, daß das Geschoß bei der Ablösung vom Schlitten eine Bewegung ausführt, bei der es sich mit der Spitze nach oben aufrichtet. Es wird vielmehr in der Beschleunigungsphase eine absolut stabile Lage auch bei unterschiedlichen Geschossen erreicht.

    [0010] Wenn der Stoßdämpfer nur einen gewissen Anteil der kinetischen Energie des Schlittens beim Abbremsen aufnimmt, kann die restliche Energie zur Rückführung des Schlittens in die Ausgangslage ausgenutzt werden, wobei der bei Erreichen der Ausgangslage noch vorhandene Energieüberschuß durch einen weiteren Stoßdämpfer aufgenommen wird, der in das Antriebssystem integriert sein kann.

    [0011] Zum Antrieb des Schlittens dient vorzugsweise ein pneumatisches System, bei dem die zum Betreiben des Kolben-Zylinderantriebs erforderliche Druckluft in einem Druckluftspeicher gespeichert ist und mittels eines schnellöffnenden Steuerventils schlagartig dem Kolben-Zylinderantrieb zugeführt wird.

    [0012] Im folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel für einen Geschoßansetzer nach der Erfindung näher erläutert.

    [0013] In den Zeichnungen zeigen:
    Fig. 1
    in einer stark schematisierten Darstellung im Längsschnitt das hintere Ende eines Geschützrohres mit einem daran angeordneten Geschoßansetzer;
    Fig. 2
    eine Seitenansicht des Schlittens bei einem Geschoßansetzer nach Fig. 1 ;
    Fig. 3
    eine Aufsicht auf den Schlitten nach Fig. 1;
    Fig. 4
    einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3;
    Fig. 5
    eine Ansicht des Schlittens nach Fig. 2 bis 4 von vorne;
    Fig. 6
    in leicht vergrößerter Darstellung einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 4;
    Fig. 7
    einen Schnitt durch den Stoßdämpfer für den Schlitten nach Fig. 2 bis 6;
    Fig. 7a und 7b
    Einzelheiten des Stoßdämpfers nach Fig. 7 in den Bereichen VIIa und VIIb;
    Fig. 8
    in einem Schaltbild das pneumatische Steuersystem für den Geschoßansetzer nach Fig. 1 bis 7.


    [0014] Fig. 1 zeigt das hintere Ende des Geschützrohres 1 eines im übrigen nicht dargestellten Artilleriegeschützes, an dem das Bodenstück 2 angeordnet ist. Hinter dem Geschützrohr 1 ist ein Geschoßansetzer angeordnet mit einem Grundgestell 3, auf dem eine Führungsbahn 5 befestigt ist, auf der ein Schlitten 4 über Gleitführungen 5.1 in einer Richtung parallel zur Rohrseelenachse R geführt ist. Der Schlitten 4 ist über ein Verbindungselement 9 mit einem Kolben-Zylinderantrieb 6 gekoppelt, durch den er in Pfeilrichtung B beschleunigt werden kann. In Längsrichtung des Schlittens 4 ist ein Stoßdämpfer 7 angeordnet, der weiter unten näher erläutert wird und der an seiner aus dem Schlitten nach vorne herausgeführten Kolbenstange 7.2 einen Anschlag 7.3 aufweist. Auf den im Schlitten 4 in Längsrichtung angeordneten Führungsschienen 4.3 liegt das anzusetzende Geschoß 8. In Fig. 1 ist der Schlitten 4 mit dem Geschoß 8 in der Ausgangsposition vor Beginn des Beschleunigungsvorganges dargestellt. Die Endposition des Schlittens ist in gestrichelten Linien durch die Endlage der Kolbenstange 6.3 des Kolben-Zylinderantriebs 6 und die Endlage des Anschlags 7.3 des Stoßdämpfers 7 angedeutet. Wie Fig. 1 zu entnehmen, liegt in der Endlage des Schlittens 4 Anschlag 7.3 unmittelbar am hinteren Ende des Geschützrohres 1 an.

    [0015] In den Fig. 2 bis 6 ist die Konstruktion des Schlittens etwas detaillierter dargestellt. Der Stoßdämpfer 7 ist auf der Längsmittelebene M des Schlittens 4 angeordnet une seine Mittelachse m läuft in nicht besonders gekennzeichneter Weise durch den Massenschwerpunkt des Schlittens 4.

    [0016] Am hinteren Ende des Schlittens 4 ist ein schalenartiges Angriffselement 4.1 angeordnet, das, wie aus den Fig. 5 und 6 zu entnehmen, asymmetrisch zur Längsmittelebene des Schlittens ausgebildet ist, da das Einlegen des Geschosses 8 von einer Seite her erfolgt. Die Oberkante der Rückwand 4.2 des Angriffselementes 4.1 verläuft so, daß der Angriffspunkt oberhalb der Mittelachse A des auf den Führungsschienen 4.3 liegenden Geschosses 8 liegt.

    [0017] In Fig. 7 ist der Aufbau des Stoßdämpfers 7 genauer dargestellt. Der Stoßdämpfer 7 besitzt einen Zylinder 7.1, in dem ein Kolben 7.4 geführt ist, der eine Kolbenstange 7.2 trägt, an deren äußerem Ende, in Fig. 7 nicht dargestellt, der Anschlag 7.3 angeordnet ist. Die Kolbenstange 7.2 ist mit dem Kolben 7.4 und der Führungsstange 7.7 fest verbunden und wird beim Rücklauf des Kolbens über die Führungsstange 7.7 in einer Halterung 7.6 geführt. Im Raum zwischen der Führungsstange 7.7 und der Innenwand des Zylinders 7.1 ist eine Reibungsfeder 7.5 angeordnet. Derartige Reibungsfedern sind allgemein bekannt und ihr Aufbau ist den Fig. 7a und 7b, die einen Bereich an den beiden Federenden darstellen, zu entnehmen. Die Reibungsfeder 7.5 ist aus einer Anzahl von geschlossenen Außen- und Innenringen aufgebaut, wobei die Außenringe an ihrer Innenseite und die Innenringe an ihrer Außenseite Kegelflächen aufweisen, an denen sich die Außen-und Innenringe berühren. Wird die aus den Außen- und Innenringen gebildete Federsäule in Richtung der Federachse belastet, so schieben sich die Kegelflächen ineinander und bewirken, daß sich die Außenringe dehnen und sich die Innenringe im Durchmesser verkleinern. Da Außen- Innenringe aus Federstahl bestehen, tritt bei entsprechend hohen Kräften eine elastische Stauchung auf, wobei das besondere Kennzeichen dieser Feder in der starken Reibungsdämpfung aufgrund der Reibung zwischen den Außen- und Innenringen ist. Auf diese Weise werden etwa 2/3 der eingeleiteten Energie durch Reibung in Wärmeenergie umgesetzt.

    [0018] Für den beschriebenen Geschoßansetzer ist ein derartig aufgebauter Stoßdämpfer besonders vorteilhaft, weil auf diese Weise der größere Teil, also etwa 2/3, der in Abbremsposition des Schlittens 4 vorhandenen kinetischen Energie durch Reibung umgesetzt werden, während der verbleibende Rest für den Rücklauf des Schlittens 4 in die Ausgangsposition zur Verfügung steht. Selbstverständlich ist es auch möglich, einen Stoßdämpfer einzusetzen, der die gesamte kinetische Energie des Schlittens beim Abbremsen umsetzt und den Schlitten mit Hilfe des Antriebssystems wieder in die Ausgangslage zurückzuführen. Der Kolben-Zylinderantrieb 6 des Schlittens 4 kann im Prinzip hydraulisch oder pneumatisch angetrieben sein.

    [0019] Besonders vorteilhaft ist ein pneumatischer Antrieb mit einem Steuersystem wie es in Fig. 8 dargestellt ist.

    [0020] Bei dem pneumatischen Steuersystem nach Fig. 8 ist der Arbeitsanschluß 6.1 des Kolben-Zylinderantriebs 6 über ein elektromagnetisch betätigbares Steuerventil 10 einerseits mit einem Auslaß und andererseits mit einem Druckluftspeicher 11 verbindbar. Der Druckluftspeicher 11 ist in der üblichen Weise an eine Druckluftquelle 14 angeschlossen. Der Rücklaufanschluß 6.2 des Kolben-Zylinderantriebs 6 ist über ein Schnellentlüftungsventil 12 einerseits an einen Auslaß und andererseits über ein zweites elektromagnetisch ansteuerbares Steuerventil 13 unter Zwischenschaltung eines Druckbegrenzers einerseits an den Druckluftspeicher 11 und andererseits an einen Auslaß anschließbar. Das Steuerventil 10 ist als schnellöffendes Ventil ausgebildet, das sich durch eine sehr kurze Schaltzeit auszeichnet. Dadurch wird erreicht, daß der benötigte Volumenstrom schnell am Kolben-Zylinderantrieb 6 zur Verfügung steht. Bei Einleitung der Beschleunigung steht so schlagartig ein Druck von beispielsweise 30 bar zur Verfügung, durch den der Kolben nach vorne geführt wird und den Schlitten beschleunigt. Dabei wird die auf der anderen Seite des Kolbens befindliche Luftsäule beim Beschleunigungshub über das Schnellentlüftungsventil 12 ausgestoßen. Am Ende des Beschleunigungshubes wird der Schlitten 4 abgebremst, wobei, wie erwähnt, etwa 2/3 der kinetischen Energie umgesetzt werden und die Restenergie für eine Rückstellkraft zur Verfügung steht, durch die der Schlitten 4 in die Ausgangslage zurückgeführt wird. Bei der entsprechenden Kolbenbewegung im Kolben-Zylinderantrieb 6 wird die Luft durch den Arbeitsanschluß 6.1 und das entsprechend umgesteuerte Steuerventil 10 über eine Drossel 15 geführt, so daß bei dieser Bewegung der Kolben-Zylinderantrieb 6 als Stoßdämpfer wirkt, durch den die Restenergie umgesetzt wird. Es ist aber auch möglich, den Schlitten 4 zurückzuführen, indem der Rücklaufanschluß 6.2 über das zweite Steuerventil 13 und einen Druckbegrenzer 16 mit dem Druckluftspeicher 11 verbunden wird, wobei nunmehr dem Kolben-Zylinderantrieb 6 ein reduzierter Druck von beispielsweise 7 bar zugeführt wird, durch den der Schlitten 4 in die Ausgangsposition zurückgeführt wird. Durch diese Ansteuerung wird erreicht, daß der Schlitten 4 wieder in eine definierte Endlage zurückgestellt wird.


    Ansprüche

    1. Geschoßansetzer für Artillerie mit einem hinter dem Geschütz (1) angeordneten Schlitten (4), der eine fluchtend zum Ladungsraum angeordnete Aufnahmemulde mit einem Angriffselement (4.1) am hinteren Ende für das Geschoß (8) trägt und über eine Führung (5.1) bewegbar auf einer parallel zur Geschützrohrachse verlaufenden Führungsbahn (5) geführt ist und der mit einem Kolben-Zylinderantrieb (6) zur Beschleunigung in Richtung auf das Geschützrohr (1) gekoppelt ist und eine Bremsvorrichtung (7) zur Abbremsung in einem vorgegebenen Abstand vor dem Geschützrohrende aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsvorrichtung einen in der Längsmittelebene des Schlittens (4) angeordneten Stoßdämpfer (7) aufweist, mit einem in einem Zylinder (7.1) gegen die Kraft einer Reibungsfeder (7.5) bewegbaren Kolben (7.4), der eine nach vorne über das vordere Ende des Schlittens (4) hinausgeführte Kolbenstange (7.2) trägt, an der ein Anschlag (7.3) angeordnet ist, wobei die Anordnung so ist, daß der Anschlag (7.3) in der vorderen Abbremsposition des Schlittens (4) unmittelbar am hinteren Ende des Geschützrohres (1) anliegt.
     
    2. Geschoßansetzer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittelachse des Stoßdämpfers (7) mindestens angenähert durch den Massenschwerpunkt des Schlittens (4) verläuft.
     
    3. Geschoßansetzer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten (4) in Längsrichtung verlaufende Führungsschienen (4.3) für das Geschoß (8) aufweist und das Angriffselement (4.1) am hinteren Ende des Schlittens (4) oberhalb der Mittelachse des Geschosses (8) angreift.
     
    4. Geschoßansetzer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibungsfeder (7.5) so ausgebildet ist, daß mindestens 2/3 der kinetischen Energie des Schlittens (4) beim Abbremsen durch Reibung umgesetzt wird und die restliche Energie zur Rückführung des Schlittens (4) in die Ausgangslage dient, wo der Energieüberschuß durch einen weiteren Stoßdämpfer (6) aufgenommen wird.
     
    5. Geschoßansetzer nach Anspruch 4 mit einem pneumatischen Kolben-Zylinderantrieb, dadurch gekennzeichnet, daß als weiterer Stoßdämpfer der Kolben-Zylinderantrieb (6) dient, dessen Gasinhalt beim Rücklauf des Schlittens (4) über ein Drosselventil (15) abgelassen wird.
     
    6. Geschoßansetzer nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit pneumatischen Kolben-Zylinderantrieb, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsanschluß (6.1) des Kolben-Zylinderantriebs (6) über ein schnellöffnendes erstes Steuerventil (10) wahlweise an einen Druckluftspeicher (11) oder einen Auslaß anschließbar ist, während der Rücklaufanschluß (6.2) über ein Schnellentlüftungsventil (12) mit einem Auslaß verbunden ist.
     
    7. Geschoßansetzer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Rücklaufanschluß (6.2) über ein zweites Steuerventil (13) wahlweise an einen Auslaß oder den Druckluftspeicher (11) anschließbar ist.
     
    8. Geschoßansetzer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Auslaß des ersten Steuerventils (10) eine Drossel (15) angeordnet ist.
     


    Claims

    1. Projectile rammer for artillery having a carriage (4) which is arranged behind the gun (1) and carries a retaining cradle which is arranged flash with the loading space and has an engagement element (4.1) at the rear end for the projectile (8), which carriage (4) is guided via a guide (5.1) such that it can move on a guide track (5) running parallel to the gun barrel axis, is coupled to a piston-cylinder drive (6) for acceleration in the direction of the gun barrel (1) and has a braking device (7) for braking at a predetermined distance in front of the end of the gun barrel, characterised in that the braking device has a shock absorber (7) which is arranged in the longitudinal centre plane of the carriage (4) and has a piston (7.4) which can move in a cylinder (7.1) against the force of a friction spring (7.5) and carries a piston rod (7.2) which is guided out at the front over the front end of the carriage (4) and on which a stop (7.3) is arranged, the arrangement being such that, in the front braking position of the carriage (4), the stop (7.3) rests directly on the rear end of the gun barrel (1).
     
    2. Projectile rammer according to Claim 1, characterised in that the centre axis of the shock absorber (7) runs at least approximately through the centre of gravity of the carriage (4).
     
    3. Projectile rammer according to Claim 1 or 2, characterised in that the carriage (4) has guide rails (4.3), which run in the longitudinal direction, for the projectile (8), and the engagement element (4.1) at the rear end of the carriage (4) engages above the centre axis of the projectile (8).
     
    4. Projectile rammer according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the friction spring (7.5) is constructed such that at least 2/3 of the kinetic energy of the carriage (4) is converted by friction during braking, and the remaining energy is used to return the carriage (4) to its original position, where the excess energy is absorbed by a further shock absorber (6).
     
    5. Projectile rammer according to Claim 4 having a pneumatic piston-cylinder drive, characterised in that the piston-cylinder drive (6) is used as the further shock absorber, whose gas contents are exhausted via a restrictor valve (15) during the return of the carriage (4).
     
    6. Projectile rammer according to one of Claims 1 to 5 having a pneumatic piston-cylinder drive, characterised in that the operating connection (6.1) of the piston-cylinder drive (6) can be optionally connected via a fast-opening control valve (10) to a compressed-air reservoir (11) or an outlet, while the return connection (6.2) is connected via a fast-venting valve (12) to an outlet.
     
    7. Projectile rammer according to Claim 6, characterised in that the return connection (6.2) can be optionally connected via a second control valve (13) to an outlet or the compressed-air reservoir (11).
     
    8. Projectile rammer according to Claim 6, characterised in that a restrictor (15) is arranged in the outlet of the first control valve (10).
     


    Revendications

    1. Refouloir de projectiles pour l'artillerie comportant, disposé derrière le canon, un traîneau de recul (4) lequel supporte, alignée à la chambre de chargement, une gorge munie à l'extrémité arrière d'un élément de prise (4.1) destiné à la réception du projectile (8) et guidé de manière mobile par un guidage (5.1) sur un rail de guidage (5) s'étendant parallèlement à l'axe du tube du canon et ledit traîneau étant accouplé à un propulseur (6) du type cylindre-piston en vue de l'accélération en direction du tube du canon (1) et présentant un dispositif de frein (7) pour le freinage à une distance prédéterminée avant l'extrémité dudit tube de canon, caractérisé en ce que le dispositif de frein est équipé d'un amortisseur (7) disposé dans le plan médian longitudinal du traîneau (4) et comportant un piston (7.4) mobile à l'intérieur d'un cylindre (7.1) en s'opposant à la force d'un ressort de frottement (7.5), ledit piston supportant une tige de piston (7.2) sortant vers l'avant au-delà de l'extrémité antérieure dudit traîneau (4) et sur laquelle est disposée une butée (7.3), cette disposition étant telle que ladite butée (7.3), dans la position de freinage antérieure du traîneau (4), vient s'appliquer directement à l'extrémité arrière du tube de canon (1).
     
    2. Refouloir de projectiles selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'axe central de l'amortisseur (7) traverse, au moins approximativement, le centre de gravité du traîneau (4).
     
    3. Refouloir de projectiles selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le traîneau (4) présente des rails de guidage (4.3) pour le projectile (8) qui s'étendent en direction longitudinale et que l'élément de prise (4.1) vient saisir l'extrémité arrière du traîneau (4) au-dessus de l'axe médian du projectile (8).
     
    4. Refouloir de projectiles selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le ressort de frottement (7.5) est réalisé de telle sorte qu'au moins les deux-tiers de l'énergie cinétique du traîneau (4) sont transformés par frottement et que l'énergie résiduelle sert au recul du traîneau (4) vers sa position initiale, l'excédent d'énergie étant absorbé par un autre amortisseur (6).
     
    5. Refouloir de projectiles selon la revendication 4, comportant un propulseur pneumatique du type cylindre-piston, caractérisé en ce que ce propulseur du type cylindre-piston (6) sert d'amortisseur complémentaire dont le contenu en gaz est évacué à travers une soupape à étranglement (15) lors du recul du traîneau (4).
     
    6. Refouloir de projectiles selon l'une des revendications 1 à 5, comportant un propulseur pneumatique du type cylindre-piston, caractérisé en ce que la sortie active (6.1) du propulseur de type cylindre-piston (6) peut être racordée à travers une première soupape de régulation (10) à ouverture instantanée, soit à un accumulateur d'air comprimé (11) soit à un échappement, tandis que le raccord de recul (6.2) est relié à un échappement à travers un clapet (12) de ventilation instantanée.
     
    7. Refouloir de projectile selon la revendication 6, caractérisé en ce que le raccord de recul (6.2) peut être raccordé, à travers une deuxième soupape de régulation (13), soit à un échappement, soit à l'accumulateur d'air comprimé (11).
     
    8. Refouloir de projectiles selon la revendicaiton 6, caractérisé en ce que dans l'échappement de la première soupape de régulation (10) est disposé un papillon d'étranglement (15).
     




    Zeichnung