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EP 0 356 768 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.04.1993 Patentblatt 1993/17 |
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Anmeldetag: 08.08.1989 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: B22D 19/02 |
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Leichtmetall-Gussteil, insbesondere Druckgussteil
Light metal castings piece, especially die casting piece
Pièces coulées en métaux légers, notamment pièces en moulage sous pression
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Priorität: |
02.09.1988 DE 3829855
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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07.03.1990 Patentblatt 1990/10 |
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Patentinhaber: Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft |
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80788 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Rosche, Paul
D-8000 München 19 (DE)
- Eigenfeld, Klaus, Dr.
D-8000 München 60 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 129 266 EP-A- 0 196 145 DE-B- 1 282 245
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EP-A- 0 162 602 DE-A- 3 030 871
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung geht nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 von der EP-A-0 129
266 aus.
[0002] Diese Schrift zeigt und beschreibt ein Leichtmetall-Gußteil mit einem über eine Fasereinlage
angeordneten Eingußteil, wobei die Fasereinlage das Eingußteil dicht umschließt.
[0003] Weiter sind im Stand der Technik als Eingußteile gestaltete Befestigungsmittel bekannt,
deren Anordnung durch Eingießen der Steigerung der Festigkeit der Verbindung von Gußteil
und Befestigungsmittel dient. Dieser Festigkeitssteigerung sind jedoch insbesondere
durch die Kornbildung beim Abkühlen des Gußteiles im Umfeld des Befestigungsmittels
Grenzen gesetzt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Leichtmetall-Gußteil mit eingegossenem
Befestigungsmittel eine Anordnung aufzuzeigen, mit der eine hochfeste Verbindung zwischen
dem Gußteil und dem eingegossenen Befestigungsmittel erreichbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird mit dem kennzeichnenden Merkmal des Patentanspruches 1 dadurch
gelöst, daß ein als Eingußteil gestaltetes Befestigungsmittel mit einer der Fasereinlage
benachbarten, im wesentlichen faserfreien Zone des Gußwerkstoffes in Verbindung steht.
Die Fasereinlage bewirkt in vorteilhafter Weise beim Abkühlen des Gußteiles die Ausbildung
einer benachbarten Zone mit sehr feinkörniger Struktur, wobei durch die feinkörnige
Struktur der Werkstoff in dieser Zone eine über den üblichen Werten liegende Festigkeit
aufweist.
[0006] Damit ist einerseits in vorteilhafter Weise der Werkstoff des Befestigungsmittels
besser auszunützen, und andererseits wird auch das Leichtmetall-Gußteil höher belastbar.
Einen besonderen Zuwachs an Festigkeit bringt die Erfindung nach einem weiteren Vorschlag
bei einem aus einer Magnesium-Legierung gefertigten Gußteil.
[0007] Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung ist die Fasereinlage in vorteilhafter
Weise als einfacher Formkörper auszubilden, insbesondere bei einem Befestigungsmittel
mit radialsymmetrischem Endbereich für die Verankerung im Gußteil.
[0008] Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung umfaßt der Formkörper Langfasern, die
in einem dem Befestigungsmittel zugewandten Endbereich mit Kurzfasern kombiniert sind,
wobei die Kurzfasern vorzugsweise quer zu den Langfasern angeordnet sind. Mit dieser
erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird zum einen das Leichtmetall-Gußteil über die Langfasern
vorteilhaft in der Festigkeit verstärkt, wobei der Verlauf der Langfasern für eine
Vergleichmäßigung der über das Befestigungsmittel eingeleiteten Belastung im Leichtmetall-Gußteil
dient. Zum anderen wird mit den zu den Langfasern bevorzugt quer angeordneten Kurzfasern
erreicht, daß eine große Anzahl an Kurzfaser-Enden als Kornbildner für eine feinkörnige
Werkstoffstruktur in der Zone zwischen der Fasereinlage und dem Befestigungsmittel
dienen. Weiter wirken die bevorzugt quer zu den Langfasern angeordneten Kurzfasern
vorteilhaft gegen eine Kristall-Versetzung des Werkstoffgefüges, so daß in der Zone
zwischen der Fasereinlage und dem Befestigungsmittel mit Sicherheit eine die üblichen
Werte des Gießwerkstoffes übersteigende Festigkeit erreicht wird. Mit der vorbeschriebenen
Ausgestaltung kann zum einen das Befestigungsmittel optimal genützt werden, wobei
die über das Befestigungsmittel eingeleitete Belastung über die Langfasern im Gußteil
vergleichmäßigt wird. Insgesamt ist eine hohe Werkstoffausnützung erzielt.
[0009] Eine bevorzugte Ausgestaltung des vorstehend beschriebenen Formkörpers ist in weiterer
Ausgestaltung mit einem schlauchartigen Formkörper aus Langfasern erzielt, der in
beiden, vorzugsweise miteinander fluchtenden Befestigungsmitteln benachbarten Endbereichen
mit Kurzfasern in Verbindung steht. Damit wird in vorteilhafter Weise ein erheblicher
Teil des Kraftstoffflusses über die Fasern durch das Gehäuse geleitet und so örtliche
Spannungsspitzen im Gußteil vermieden. Um das Handling eines solchen Formkörpers beim
Vergießen zu vereinfachen, ist der Formkörper nach einem weiteren Merkmal des letztgenannten
Vorschlages für die Plazierung in einer Gießform steif ausgeführt. Damit kann die
erfindungsgemäße Anordnung von Befestigungsmitteln in Verbindung mit schlauchförmigen
Fasereinlagen auch bei großen, komplizierten Gußteilen Verwendung finden wie beispielsweise
bei einem Maschinengehäuse, inbesondere aus einer Magnesium-Legierung. Faserschläuche
sind im übrigen per se aus der DE-AS 1 282 245 bekannt.
[0010] Die Erfindung ist anhand eines bevorzugten, in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
eines im Querschnitt gezeigten Brennkraftmaschinengehäuses mit geteiltem Hauptlager
beschrieben.
[0011] Ein nicht näher dargestelltes Brennkraftmaschinengehäuse 1 umfaßt ein Kurbelgehäuse
2 mit einem geteilten Hauptlager 3 für eine nicht gezeigte Kurbelwelle. Das Hauptlager
3 besteht aus einem gehäuseintegrierten Lagerteil 4 in einer Querwand 5 des Kurbelgehäuses
2 und aus einem gesonderten Hauptlagerdeckel 6. Dieser ist über Schraubbolzen 7 an
der Querwand 5 befestigt, wobei die Schraubbolzen 7 in dem Lagerteil 4 benachbart
angeordnete Gewindebuchsen 8 eingreifen. Die Gewindebuchsen 8 sind aus einem Eisenwerkstoff,
während das Brennkraftmaschinengehäuse 1 aus einer Magnesium-Legierung ist.
[0012] Die Gewindebuchsen 8 sind in einem schlauch- bzw. rohrförmigen Formkörper 9 aus Fasern
koaxial und mit radialem Abstand angeordnet. Der als Fasereinlage in dem Brennkraftmaschinengehäuse
1 bzw. in der Querwand 5 dienende Formkörper 9 umfaßt Langfasern 10, die im Bereich
der Gewindebuchse 8 mit Kurzfasern 11 kombiniert sind. Die Kurzfasern 11 sind zu den
Langfasern 10 quer und zur Gewindebuchse 8 mit radialem Abstand angeordnet. Zwischen
den Kurzfasern 11 und der Gewindebuchse 8 verbleibt eine aus dem Gußwerkstoff bzw.
der Magnesium-Legierung bestehende, im wesentlichen faserfreie Zone 12.
[0013] Für diese Zone 12 wirken die radial einwärts gerichteten Endbereiche der Kurzfasern
11 bei der Abkühlung des Leichtmetall-Gußteiles als Kornbildner und bewirken die Ausbildung
eines sehr feinkörnigen Gießwerkstoffes in dieser Zone 12. Der Gießwerkstoff in der
Zone 12 erreicht durch die feinkörnige Ausbildung deutlich höhere Festigkeitswerte
als in den übrigen Bereichen des Gußteiles bzw. des Brennkraftmaschinengehäuses 1.
Damit ist eine höhere Belastbarkeit der Gewindebuchse 8 bzw. des Befestigungsmittels
erreicht bzw. es kann durch kleinere Dimensionierung bei gleichbleibender Belastung
der Werkstoff der Befestigungsmittel, wie der Gewindebuchse 8 und der Schraubbolzen
7, besser ausgenutzt werden.
[0014] Zur Einleitung der Belastung über den Schraubbolzen 7 und die Gewindebuchse 8 in
die Querwand 5 kann der Formkörper 9 entsprechend der jeweiligen Belastung entsprechend
lang ausgebildete Langfasern 10 aufweisen.
[0015] Wie aus der Zeichnung weiter hervorgeht, sind mit den Schraubbolzen 7 für den Hauptlagerdeckel
6 fluchtend angeordnete Zuganker 13 zum Anschluß eines nicht dargestellten Zylinderkopfes
vorgesehen. Die fluchtende Anordnung eines Schraubbolzens 7 mit einem Zuganker 13
ermöglicht die Ausgestaltung eines schlauchartigen Formkörpers 9 mit durchgehenden
Langfasern 10, wobei die Langfasern 10 im Anschlußbereich der Zuganker 13 zur Ausbildung
einer hochfesten Zone 12 ebenfalls mit Kurzfasern 11 in Verbindung stehen. Die Zuganker
13 können, mit einem üblichen Gewinde versehen, entweder im Brennkraftmaschinengehäuse
1 miteingegossen werden oder aber gesondert montiert werden. In beiden Fällen ist
das tragfähige Gewinde im Bereich der hochfesten, feinkörnigen Zone angeordnet.
[0016] Für die Plazierung des Formkörpers 9 in der Gießform für das Brennkraftmaschinengehäuse
1 ist der Formkörper 9 steif ausgeführt.
1. Leichtmetall-Gußteil, insbesondere Druckgußteil,
- mit einem über eine Fasereinlage (9) im Gußteil (1) angeordneten Eingußteil (8,
13),
dadurch gekennzeichnet,
- daß ein als Eingußteil gestaltetes Befestigungsmittel (8, 13) mit einer der Fasereinlage
(9) benachbarten, im wesentlichen faserfreien Zone (12) des Gußwerkstoffes in Verbindung
steht.
2. Gußteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasereinlage ein das Befestigungsmittel
(8,13) im Gußteil (1) mit Abstand umgebender Formkörper (9) ist.
3. Gußteil nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
- daß der Formkörper (9) Langfasern (10) und zumindest in einem dem Befestigungsmittel
(8, . 13) zugewandten Endbereich Kurzfasern (11) umfaßt, wobei
- die Kurzfasern (11) im wesentlichen quer zu den Langfasern (10) angeordnet sind.
4. Gußteil nach den Ansprüchen 1 bis 3, als Brennkraftmaschinengehäuse (1) mit je einem
Befestigungsmittel (8, 13) für einen Zylinderkopf und einen Hauptlagerdeckel (6),
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Langfasern (10) einen schlauchartigen Formkörper (9) bilden,
- der in beiden Endbereichen mit Kurzfasern (11) in Verbindung steht, wobei
- der Formkörper (9) für die Plazierung in einer Gießform steif ausgebildet ist.
5. Gußteil nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Gußwerkstoff
eine Magnesium-Legierung gewählt ist.
1. A light-metal casting piece, especially a die-casting piece, with a cast part (8,
13) arranged on or in a fibre insert (9) in the casting piece (1), characterised in
that a fixing means (8, 13) in the form of a cast part is in connection with a predominantly
fibre-free zone which adjoins the fibre insert (9).
2. A casting piece according to Claim 1, characterised in that the fibre insert is a
mould body (9) which surrounds, with spacing, the fixing means (8, 13) in the casting
piece (1).
3. A casting piece according to Claims 1 and 2, characterised in that the mould body
(9) comprises long fibres (10) and, in at least one end region facing the fixing means
(8, 13), short fibres (11), the short fibres (11) being arranged substantially transversely
to the long fibres (10).
4. A casting piece according to Claims 1 to 3 in the form of an internal combustion engine
housing (1) with a fixing means (8, 13) for a cylinder head and a main bearing cover
(6), characterised in that the long fibres (10) form a tubular mould body (9) and
are in contact with short fibres (11) at both its end regions, the mould body having
a rigid form to enable it to be placed in a casting mould.
5. A casting piece according to Claims 1 to 4, characterised in that the casting material
is a magnesium alloy.
1. Pièce coulée en métal léger, notamment pièce coulée sous pression, avec un insert
(8, 13) disposé dans la pièce coulée (1) par l'intermédiaire d'une pièce intercalaire
en fibres (9), pièce coulée caractérisée en ce qu'un moyen de fixation (8, 13) réalisé
sous la forme d'insert est en liaison avec une zone (12) du matériau de coulée, voisine
de la pièce intercalaire en fibres (9) et essentiellement exempte de fibres.
2. Pièce coulée selon la revendication 1, caractérisée en ce que la pièce intercalaire
en fibres est un corps de forme (9) entourant à une certaine distance dans la pièce
de coulée (1) le moyen de fixation (8, 13).
3. Pièce coulée selon la revendication 1 et la revendication 2, caractérisée en ce que
le corps de forme (9) comprend des fibres longues (10) et tout au moins dans une zone
terminale en regard du moyen de fixation (8, 13), des fibres courtes (11), ces fibres
courtes (11) étant essentiellement disposées transversalement par rapport aux fibres
longues (10).
4. Pièce coulée selon les revendications 1 à 3, en tant que carter de moteur à combustion
interne (1), avec respectivement un moyen de fixation (8, 13) pour une culasse et
un couvercle de palier principal (6), pièce coulée caractérisée en ce que les fibres
longitudinales (10) constituent un corps de forme tubulaire (9), qui est combiné dans
les deux zones d'extrémité avec des fibres courtes, le corps de forme (9) étant réalisé
de façon rigide pour sa mise en place dans un corps de fonderie.
5. Pièce de coulée selon les revendications 1 à 4, caractérisée en ce qu'un alliage de
magnésium est choisi comme matériau de coulée.
