[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Schloß zur Festlegung des freien Endes des Kinnriemens
eines Schutzhelms an der Helmkalotte, wobei am Endabschnitt des Kinnriemens ein eigensteifer,
elastischer Ansatz mit einer Sperrverzahnung vorgesehen ist, und das Schloß eine
Sperrplatte aufweist, welche eine korrespondierende Sperrverzahnung trägt und aufgrund
der Wirkung einer Feder mit der Sperrverzahnung des Kinnriemen-Ansatzes in Eingriff
und mittels eines Betätigungsmechanismus außer Eingriff bringbar ist.
[0002] Ein derartiges Schloß ist aus der DE-OS 33 30 697 bekannt. Der prinzipielle Vorteil
eines derartigen Schlosses liegt darin, daß bei leichter Handhabbarkeit eine zuverlässige
Sperrwirkung erreicht wird.
[0003] Demgegenüber weist die bekannte Konstruktion den Nachteil auf, daß sie aus vielen
Einzelteilen besteht und dementsprechend konstruktiv aufwendig ist, was die Herstellungskosten
erhöht.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Schloß der in Betracht
stehenden Art so weiterzubilden, daß eine vereinfachte Konstruktion bei erhöhter Funktionssicherheit
erzielt wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Sperrplatte mit einer
Zugplatte verbunden ist, welche von der Außenseite der Helmkalotte her frei in Richtung
senkrecht zur Längsrichtung des Kinnriemen-Ansatzes gegen die Kraft einer Schraubenfeder
betätigbar ist.
[0006] Durch diese Konstruktion werden Hebel- und Schiebemechanismen vermieden und eine
einfache, direkte Kraftübertragung der auf die Druckplatte durch den Finger des Benutzers
ausgeübten Betätigungskraft auf die Sperrplatte erreicht. Diese direkte Kraftübertragung
gewährleistet eine hohe Funktionssicherheit und ermöglicht einen Aufbau des Schlosses
derart, daß der Raumbedarf für den Einbau in die Helmkalotte und damit die notwendige
Schwächung der Kalottenwand minimal ist. Darüber hinaus wird der Vorteil erreicht,
daß ein derartiges Schloß aus einer Minimalzahl von Teilen, im einfachsten Fall umfassend
die Druckplatte, die Sperrplatte, die Schraubenfeder und ein Gehäuse zur Lagerung
dieser Teile, hergestellt werden kann. Die wesentlichen Teile mit Ausnahme gegebenenfalls
der Sperrplatte können einstückig aus Kunststoff gespritzt und mit minimalem Aufwand
montiert werden.
[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Schraubenfeder sich
einerseits an der Druckplatte und andererseits an einer parallel zu dieser verlaufenden
Zwischenwand des Schloßgehäuses abstützt. Da damit jegliche Abstützung der Feder an
der Helmkalotte vermieden wird, ist eine vollständige Vormontage des Schlosses vor
dem eigentlichen Einsetzen in die Helmkalotte möglich.
[0008] Vorzugsweise ist die Druckplatte in einer Ausnehmung des Schloßgehäuses versenkt
angeordnet. Hierdurch steht die Druckplatte bei montiertem Schloß nicht nach außen
vor und stellt dementsprechend keinen Windangriffsbereich dar, durch welchen der
Strömungswiderstand erhöht und Windgeräusche erzeugt würden.
[0009] Günstigerweise ist der Kinnriemen-Ansatz zwischen der der Druckplatte abgewandten
Seite der Gehäuse-Zwischenwand und der Sperrplatte durchgeführt.
[0010] Dabei kann insbesondere vorgesehen sein, daß die Druckplatte oder die Sperrplatte
wenigstens zwei den Durchführungsbereich des Kinnriemen-Ansatzes einschließende,
sich in Druckrichtung der Druckplatte erstreckende Ansätze aufweisen, wobei mit besonderem
Vorteil die Ansätze Führungsausnehmungen der Gehäuse-Zwischenwand durchsetzen.
[0011] Durch eine kompakte Konstruktion wird bei geringer Baugröße eine zuverlässige, klemmungsfreie
Kraftübertragung der Druckkraft von der Druckplatte auf die Sperrplatte erreicht,
so daß die Sperrplatte bei Betätigung der Druckplatte gegen die Kraft der eingesetzten
Schraubenfeder mit ihrer Sperrverzahnung von der korrespondierenden Sperrverzahnung
des Kinnriemen-Ansatzes abgehoben wird.
[0012] Zur Montagevereinfachung und Erzielung einer sicheren Funktion kann in der Zwischenwand
des Gehäuses, insbesondere zwischen den Führungsausnehmungen, eine Positioniervertiefung
für die Schraubenfeder ausgebildet sein. In diese sacklochartige Positioniervertiefung
wird z.B. die breitere Basis der Schraubenfeder eingesetzt, so daß diese auch im Vormontagezustand
schon positioniert ist und sich bei der Betätigung nicht verlagern oder verklemmen
kann.
[0013] Zur Verbindung von Druckplatte und Sperrplatte ist vorgesehen, daß an den freien
Stirnflächen der Ansätze Zapfen ausgebildet sind, welche in korrespondierende Ausnehmungen
der Sperrplatte bzw. der Druckplatte, d.h. also derjenigen Platte, an welcher die
Ansätze nicht ausgebildet sind, eingreifen.
[0014] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, daß an den Ansätzen Gewindebohrungen für Befestigungsschrauben
ausgebildet sind. Hierdurch wird eine besonders einfache Montage erreicht, weil hierzu
lediglich die Zapfen der Ansätze in die entsprechenden Ausnehmungen eingefügt werden
müssen, so daß dann schon die Gewindebohrungen mit entsprechenden Schraubenbohrungen
der jeweils anderen Platte fluchten und die Schrauben trotz der Einwirkung der Federkraft
leicht eingebracht werden können.
[0015] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, daß die Sperrplatte aus Metall ausgebildet ist,
wobei hierdurch auch bei längerer Benutzung des Schlosses eine zuverlässige Sperrwirkung
gewährleistet ist.
[0016] Die Erfindung betrifft auch einen Kinnriemen-Ansatz für ein Schloß der vorstehend
beschriebenen Art, wobei in an sich bekannter Weise am freien Ende des Kinnriemen-Ansatzes
ein Halteansatz ausgebildet ist, um zu verhindern, daß im Gebrauch der Kinnriemen-Ansatz
vollständig aus dem Schloß herausgleitet und jedes Mal neu eingefädelt werden muß.
In Weiterbildung der bekannten Konstruktion ist vorgesehen, daß der Halteansatz eigenelastisch
ist und mit dem Ende des Kinnriemen-Ansatzes einen spitzen Winkel einschließt. Hierdurch
ist es möglich, den Kinnriemen-Ansatz durch die Ausnehmung des Schlosses zu führen,
ohne daß das Schloß selbst irgendwie geöffnet werden muß, wobei andererseits aufgrund
der Eigenelastizität des Halteansatzes gewährleistet ist, daß sich dieser in die
der Einführrichtung entgegengesetzte Richtung nicht aus dem Schloß herausziehen läßt,
d.h. also, daß die beabsichtigte Haltefunktion sichergestellt ist.
[0017] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform anhand der Zeichnung. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Schlosses bei eingesetztem Kinnriemen-Ansatz,
Fig. 2 eine gegenüber Fig. 1 um 90° gedrehte Aufsicht,
Fig. 3 eine gegenüber Fig. 2 um 90° aus der Zeichenebene herausgedrehte Seitenansicht,
Fig. 4 eine Teilschnitt-Explosionsdarstellung längs der Linie IV-IV in Fig. 1,
Fig. 5 eine Fig. 4 entsprechende, um 90° gedrehte Darstellung und
Fig. 6 eine Fig. 5 entsprechende, um etwa 45° aus der Zeichenebene herausgedrehte
Darstellung.
[0018] Ein erfindungsgemäßes Schloß 1 dient zur Aufnahme des Kinnriemen-Ansatzes 2 eines
im einzelnen nicht dargestellten Kinnriemens eines Schutzhelms, insbesondere Motorrad-Helms.
[0019] Ein derartiger Kinnriemen-Ansatz 2 ist als einstükkiges, eigenelastisches Kunststoffteil
ausgebildet und weist eine Sperrverzahnung 3 auf. An seinem inneren Ende ist ein Ansatz
4 mit einer Ausnehmung 5 zur Festlegung des Kinnriemens vorgesehen. An seinem freien
äußeren Ende 6 ist ein Halteansatz 7 ausgebildet, der - wie aus Fig. 1 ersichtlich
- mit dem Kinnriemen-Ansatz 2 einen spitzen Winkel α einschließt und sich elastisch
an den Kinnriemen-Ansatz 2 andrücken läßt, wenn dieser in das Schloß 1 und durch dieses
geführt werden soll.
[0020] Das Schloß 1 selbst umfaßt ein als einstückiges Kunststoffteil ausgebildetes Gehäuse
8. Das Gehäuse 8 weist eine verbreiterte, das eigentliche Gehäuse überragende Deckplatte
9 auf, welche in eine korrespondierende Ausnehmung 10 einer in Fig. 1 nur schematisch
eingezeichneten Helmkalotte 11 eingesetzt werden kann.
[0021] In der Deckplatte 9 ist eine Ausnehmung 12 vorgesehen, in welche bündig eine nach
außen gerichtete Druckplatte 13 einsetzbar ist.
[0022] Die Druckplatte 13 weist Ansätze 14 auf, welche sich aus der Ebene der Druckplatte
13 heraus von dieser weg erstrecken und in Führungsausnehmungen 15 des Gehäuses 8
eingreifen und diese durchsetzen. An den freien Stirnflächen 16 der Ansätze 14 sind
vorstehende Zapfen 17 und Gewindebohrungen 18 ausgebildet. Die Zapfen 17 greifen
in korrespondierende Bohrungen 17′ einer Sperrplatte 19 ein, welche eine mit der
Sperrverzahnung 3 des Kinnriemen-Ansatzes korrespondierende Sperrverzahnung 20 trägt.
Schrauben 21 durchsetzen Bohrungen 21′ an der Sperrplatte 19 und greifen in die Gewindebohrungen
18 der Druckplatte 13 ein, so daß aufgrund dieser Schrauben 21 die Druckplatte 13
und die Sperrplatte 19 parallel zueinander im Abstand voneinander verbunden werden
können.
[0023] Das Gehäuse 8 weist eine Gehäuse-Zwischenwand 22 auf, in welcher auch die Führungsausnehmungen
15 ausgebildet sind. Die Gehäuse-Zwischenwand 22 verläuft parallel zu der Druckplatte
13 und der Sperrplatte 19 und weist eine Positionierausnehmung 23 zur Aufnahme des
Bodens 24 einer Schraubenfeder 25 (vgl. insbesondere Fig. 4 und 5) auf. Im montierten
Zustand stützt sich das andere Ende 26 der Schraubenfeder 25 an der Innenseite 27
der Druckplatte 13 ebenso wie an der Zwischenwand 22 des Gehäuses ab und drückt dementsprechend
die Druckplatte 13 nach außen, d.h. in Fig. 4 und 5 nach links, und somit die Sperrverzahnung
20 der Sperrplatte 19 gegen die Sperrverzahnung 3 des Kinnriemen-Ansatzes 2 (vgl.
insbesondere Fig. 4), so daß der mit dem Kinnriemen-Ansatz 2 verbundene Kinnriemen
in dem Schloß 1 festgelegt ist und nicht herausgezogen werden kann.
[0024] Beim Ausüben eines Druckes in Richtung des Pfeils 28 auf die Druckplatte 13 wird
die über die Ansätze 14 mit der Druckplatte 13 verbundene Sperrplatte 19 und damit
die Sperrverzahnung 20 an deren Innenseite von dem Kinnriemen-Ansatz 2 und dessen
Sperrverzahnung 3 abgehoben, so daß der Kinnrie men-Ansatz 2 in Richtung des Pfeils
29 in Fig. 1 aus dem Schloß 1 herausbewegt und damit gelöst werden kann.
1. Schloß zur Festlegung des freien Endes des Kinnriemens eines Schutzhelms an der
Helmkalotte, wobei am Endabschnitt des Kinnriemens ein eigensteifer, elastischer
Ansatz mit einer Sperrverzahnung vorgesehen ist, und das Schloß eine Sperrplatte
aufweist, welche eine korrespondierende Sperrverzahnung trägt und aufgrund der Wirkung
der Feder mit der Sperrverzahnung des Kinnriemen-Ansatzes in Eingriff und mittels
eines Betätigungsmechanismus außer Eingriff bringbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrplatte (19) mit einer Druckplatte (13) verbunden ist, welche von der
Außenseite der Helmkalotte (11) her frei in Richtung senkrecht zur Längsrichtung des
Kinnriemen-Ansatzes (2) - (Pfeil 28) - gegen die Kraft einer Schraubenfeder (25)
betätigbar ist.
2. Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubenfeder (25) sich einerseits an der Druckplatte (13) und andererseits
an einer parallel zu dieser verlaufenden Zwischenwand (22) des Schloßgehäuses (8)
abstützt.
3. Schloß nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatte (13) in einer Ausnehmung (12) des Schloßgehäuses (8) versenkt
angeordnet ist.
4. Schloß nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kinnriemen-Ansatz (2) zwischen der der Druckplatte (13) abgewandten Seite
der Gehäuse-Zwischenwand (22) und der Sperrplatte (19) durchgeführt ist.
5. Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckplatte (13) oder die Sperrplatte (19) wenigstens zwei den Durchführungsbereich
des Kinnriemen-Ansatzes (2) einschließende, sich in Druckrichtung (Pfeil 28) der Druckplatte
(13) erstreckende Ansätze (14) aufweisen.
6. Schloß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansätze (14) Führungsausnehmungen (15) der Gehäuse-Zwischenwand (22) durchsetzen.
7. Schloß nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zwischenwand (22), insbesondere zwischen den Führungsausnehmungen (15),
eine Positioniervertiefung (23) für die Schraubenfeder (25) ausgebildet ist.
8. Schloß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an den freien Stirnflächen (16) der Ansätze (14) Zapfen (18) ausgebildet sind,
welche in korrespondierende Ausnehmungen (17′) der Sperrplatte (19) bzw. der Druckplatte
(13) eingreifen.
9. Schloß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an den Ansätzen (14) Gewindebohrungen (18) für Befestigungsschrauben (21) ausgebildet
sind.
10 Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrplatte (19) aus Metall ausgebildet ist.
11. Kinnriemen-Ansatz für ein Schloß nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei am freien
Ende des Kinnriemen-Ansatzes ein Halteansatz ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Halteansatz (7) eigenelastisch ist und mit dem Ende (6) des Kinnriemens
einen spitzen Winkel α einschließt.