[0001] Die Erfindung betrifft ein Zeolithpulver des Typs Na A sowie dessen Verwendung in
Flüssigwaschmitteln.
[0002] Flüssigwaschmittel finden ein zunehmendes Interesse bei der Verwendung in Haushaltswaschmaschinen.
[0003] Es ist bekannt, in Flüssigwaschmitteln den Anteil an Phosphaten zumindest teilweise
durch synthetische Alkalialuminiumsilikate zu ersetzen (AT-PS 335 033, CA-PS 1202
857). Die AT-PS 335 03 beschreibt ein Flüssigwaschmittel, welches als Phosphatersatzstoff
Aluminiumsilikate enthält, die zu wenigstens 80 Gew.-% aus Teilchen einer Größe von
10 bis 0,01 »m, insbesondere von 8 bis 0,1 »m, bestehen und praktisch keine Teilchengrößen
oberhalb 40 »m aufweisen.
[0004] Die CA-PS 1202 857 beschreibt ein Flüssigwaschmittel. welches als Aluminiumsilikat
Zeolith A mit einer Teilchengröße von 0,01 bis 5 »m, vorzugsweise 0.5 bis 1.5 »m.
[0005] Die Herstellung dieses Zeolith A wird, wie die CA-PS 1202 857 angibt, in den US-Patentschriften
4096 081 und 4180 485 beschrieben.
[0006] Das Dokument Kuzel (US-PS 4,405,483) beschreibt Flüssigwaschmittel, die als Builderkomponente
Alumosilikat enthalten. Gemäß Spalte 6 kann das Alumosilikat eine Teilchengröße von
circa 0,1 »m bis circa 10 »m aufweisen. Amorphes Material kann kleiner, zum Beispiel
0,01 »m bis gegen 10 »m, sein. Die Teilchengröße kann außerdem 0,2 bis 4 »m betragen.
Die mittlere Teilchengröße wird gemäß Kuzel durch ein Rasterelektronenmikroskop ermittelt.
[0007] Das Dokument EP-A 0 015 024 beschreibt ein Waschmittel, welches Zeolith A mit einem
Durchmesser von 3 »m enthält.
[0008] Das Dokument FR-A 2 370 689 beschreibt ein Zeolithpulver des Typs A mit einem 50-%-Wert
von maximal 4,9 »m bei der Teilchengrößenverteilung, wobei die Teilchengrößenverteilung
mittels Coulter Counter gemessen wurde.
[0009] Das Dokument EP-A 0 013 417 beschreibt ein Molekularsieb-Typ Na A mit einer mittleren
Teilchengröße kleiner als 3 »m.
[0010] Die bekannten Flüssigwaschmittel haben den Nachteil, daß sie eine für die Anwendung
in Haushaltswaschmaschinen zu hohe Viskosität aufweisen.
[0011] Es wurde nun gefunden, daß die Viskosität der Flüssigwaschmittel, die Zeolith A als
Phosphatersatzstoff enthalten, in hohem Maße von der Teilchengrößenverteilung des
Zeolithpulver des Typ A abhängt.
[0012] Gegenstand der Erfindung ist ein Zeolithpulver des Typs Na A, gekennzeichnet durch
eine Teilchengrößenverteilung von
| »m |
% |
| < 0,5 |
0 - 0 |
| < 1,0 |
4 - 0 |
| < 1,5 |
30 - 10 |
| < 2,0 |
85 - 50 |
| < 3,0 |
100 - 95 |
| < 4,0 |
100 - 99 |
| < 6,0 |
100 - 100 |
| < 10,0 |
100 - 100 |
gemessen mit dem Cilas-Granulometer 715.
[0013] Vorzugsweise kann das Zeolithpulver des Typs Na A eine mittlere Teilchengröße von
1,7 bis 2,5 »m aufweisen.
[0014] Insbesondere kann die mittlere Teilchengröße 1,7 bis 2,0 »m betragen.
[0015] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Flüssigwaschmittel, welches das Zeolithpulver
des Typs Na A mit der oben genannten Teilchengrößenverteilung, gemessen mit dem Cilas-Granulometer
715 als Phosphat-Substitut enthält.
[0016] Das erfindungsgemäße Zeolithpulver des Typs Na A weist den Vorteil auf, daß die damit
hergestellten Flüssigwaschmittel, die für die Anwendung günstige Viskosität haben.
[0017] Das Zeolithpulver gemäß Figur 2 weist die folgende Teilchengrößenverteilung auf:
| Mikrometer |
| »m |
% |
| 1,0 |
2,2 |
| 1,5 |
16,6 |
| 2,0 |
65,7 |
| 3,0 |
99,4 |
| 4,0 |
100,0 |
| 6,0 |
100,0 |
| 8,0 |
100,0 |
| 12,0 |
100,0 |
| 16,0 |
100,0 |
| 24,0 |
100,0 |
| 32,0 |
100,0 |
| 48,0 |
100,0 |
| 64,0 |
100,0 |
| 96,0 |
100,0 |
| 128,0 |
100,0 |
| 192,0 |
100,0 |
| D (50,0 %) = 1,8 »m |
Beispiele
[0018] Zeolithpulver des Typs Na A mit einer Teilchengröße von 3,2 »m und 8,6 »m werden
gemäß DE-ps 2517 218 beziehungsweise gemäß DE-PS 2660 726 hergestellt.
[0019] Ausgehend von einer Teilchengröße von 3,2 »m wird durch Mahlen mit einer Luftstrahlmühle
ein Zeolithpulver erhalten, welches eine Teilchengröße von 1,8 »m aufweist. Die Teilchengröße
von 1,1 »m wird durch Naßmahlen in einer Kolloidmühle, Trocknen und Mahlen in einer
Stiftmühle erhalten.
[0020] Die Kalzium- und Magnesiumbindekapazität wird durch komplexometrische Titration der
bleibenden Härte an Ca- und Mg-Ionen nach einer Kontaktzeit von 15 Minuten bestimmt.
Diese Werte sind in Tabelle 1 aufgeführt:
Tabelle 1
| Teilchengröße |
CaBV [mg CaO/g] |
MgBV [mg CaO/g] |
| 8,6 Fig.4 |
157 |
12 |
| 3,2 Fig.3 |
169 |
29 |
| 1,8 Fig.2 |
170 |
32 |
| 1,1 Fig.1 |
157 |
50 |
[0021] Die Teilchengrößenverteilung wird mit dem Cilas-Granulometer 715 E627 durchgeführt.
[0022] Dabei werden die folgenden Bedingungen eingehalten:
Die ermittelten Teilchengrößenverteilungskurven sind in den Figuren 1, 2, 3, und 4
dargestellt.
[0023] Als Detergentien werden eingesetzt:
Natriumalkylbenzolsulphonate (HÜLS)
C₁₃-C₁₅-Oxoalkohol mit 7 EO (BASF)
Entschäumer Wacker S 132 (Wacker Chemie) in einer Menge von 0,1 %.
[0024] Die Viskosität wird mittels eines Brookfield Viskosimeters RVT bei 5 und 50 Umdrehungen
pro Minute und der Spindel 4 durchgeführt. Die Suspension wird dabei in einen 100
ml Becher eingefüllt, in welchen die Spindel bis zur entsprechenden Markierung eingetaucht
wird. Die Ablesung erfolgt nach jeweils 3 Minuten.
[0025] Die Fließzeit wird bestimmt, indem man die Zeit bestimmt, die 100 ml Suspension benötigt,
um durch eine 6 m Düse ohne Anwendung von Druck zu fließen.
[0026] Zur Bestimmung der Lagerstabilität werden Proben von 100 ml in geschlossenen Glasflaschen
für 1 Woche und 1 Monat bei 22°C und 40°C gelagert. Die Füllhöhe ist 50 mm.
[0027] Das Verhalten der flüssigen Phase wird visuell beurteilt.
[0028] Die Suspensionen werden folgendermaßen hergestellt: In einer 250 ml Glasflasche werden
die Ausgangsmaterialien eingewogen. Das Zeolithpulver wird zuletzt eingefüllt.
[0029] Die Mischung wird mittels eines Ultra Turrax (9 m/sec) unter Wasserstrahlvakuum für
15 Minuten dispergiert.
[0030] Einfache Systeme, bestehend aus Detergens, Zeolith und Wasser, werden verwendet,
um den Einfluß der Detergentien und der Mischung der Detergentien auf die Viskosität
und die Lagerstabilität zu untersuchen.
[0031] Ein Zeolith-Gehalt von 15, 25 und 35% wird zusammen mit einem Gehalt von 20% Detergens
eingesetzt. Es werden entweder die Detergentien allein oder im Mischungsverhältnis
1:2, 1:1 und 2:1 eingesetzt. Die Teilchengröße des Zeolithes beträgt 3,2 »m.
[0032] Die Ergebnisse dieser Tests sind in den Figuren 5, 6 und 7 graphisch dargestellt.
- Figur 5
- zeigt die Viskosität bei 5 und 50 Umdrehungen pro Minute als eine Funktion des Zeolith-Gehalts
und der Detergens-Mischung. Der Zeolith hat eine Teilchengröße von 3,2 »m. Es wird
festgestellt, daß das reine anionische Detergens sowie Mischungen mit einem hohen
Anteil an anionischem Detergens zu einer hohen Viskosität führen. Dieser Effekt wird
besonders deutlich bei einem Zeolith-Gehalt von 25 und 35%.
[0033] Obwohl hohe Viskositäten zu einer Verbesserung der Lagerstabilität führen, werden
Anwendungseigenschaften wie Fließen und Benetzen negativ beeinflußt. Die ermittelten
Fließzeiten sind in der Figur 6 graphisch dargestellt. Gute Fließzeiten gemeinsam
mit einer brauchbaren Viskosität werden bei Mischungen der beiden Detergentien im
Verhältnis anionisch zu nichtionisch 2:1 und 1:1 ermittelt.
- Figur 7
- zeigt den Thixotropie-Index TI der Suspensionen gemäß Figur 5.


.
[0034] Der Thixotropie-Index ist der Quotient aus zwei Werten für die Viskosität, die bei
verschiedenen Schergefällen ermittelt werden. Der Thixotropie-Index kennzeichnet die
Strukturviskosität des Systems. Je höher der Thixotropie-Index ausfällt, umso strukturierter
ist das System, und umso besser ist die Lagerstabilität. Das günstigste Ergebnis zeigt
- wie der Figur 7 entnommen werden kann - die Mischung, die 13 % anionisches und 7
% nicht-ionisches Detergens enthält.
[0035] Die Mischung, die 13 % anionisches und 7 % nicht-ionisches Detergens enthält, wird
verwendet, um die Lagerstabilität und das Fließverhalten in Abhängigkeit von der Teilchengrößenverteilung
des Zeolith A zu untersuchen.
[0036] Die Ergebnisse sind in den Figuren 8 und 9 graphisch dargestellt.
- Figur 8
- zeigt die Viskosität der Suspensionen als eine Funktion der Zeolith A-Teilchengrößenverteilung
und des Zeolith A-Gehaltes, gemessen bei 5 Umdrehungen pro Minute.
- Figur 9
- zeigt die Viskosität der Suspensionen als eine Funktion A-Teilchengrößenverteilung
und des Zeolith A-Gehaltes, gemessen bei 50 Umdrehungen pro Minute.
[0037] Es wird festgestellt, daß besonders das Zeolithpulver mit einer Teilchengröße von
1,1 »m einen ausgeprägten Verdickungseffekt in dem Viskositätsverhalten zeigt. Die
Suspension mit einem Gehalt von 25 % und insbesonders die Suspension mit einem Gehalt
von 35 % Zeolith zeigen eine pastenartige Konsistenz.
[0038] Die anderen Zeolithpulver ergeben jeweils eine flüssige Suspension, wobei der Zeolith
mit der Teilchengröße von 1,8 »m den geringsten Verdickungseffekt mit zunehmender
Konzentration zeigt.
[0039] Die niedrige Viskosität ist ein Vorteil für die Anwendung, weil diese Suspensionen
leicht gegossen werden können.
- Figur 10
- zeigt das Fließverhalten der Suspensionen in Abhängigkeit von dem Zeolith-Gehalt und
der Teilchengröße. Dabei wird deutlich, daß die Suspension mit dem Zeolithpulver der
Teilchengröße 1,8 »m für die Konzentrationen an diesem Zeolith von 25 und 35 % eine
konstante Fließgeschwindigkeit aufweist. Diese Unabhängigkeit des Fließverhaltens
von der Konzentration wird durch den Thixotropie-Index bestätigt.
- Figur 11
- zeigt den Thixotropie-Index in Abhängigkeit von der Teilchengröße und der Konzentration
des Zeolithpulvers.
So ergibt der Zeolith mit der Teilchengröße von 1,8 »m Werte von 1,2 bis 1,3.
Der Zeolith mit der Teilchengröße von 1,1 »m ergibt einen Wert von 3 bis 4, Während
der Zeolith mit der Teilchengröße 3,2 »m beziehungsweise 8,6 »m jeweils einen Wert
zwischen 1,3 und 2,0 ergeben.
[0040] Der Lagertest wird mit denselben Suspensionen durchgeführt, wie sie bei den Versuchen
gemäß den Figuren 8 bis 11 eingesetzt wurden.
[0041] Die Ergebnisse des Lagertestes sind in der Tabelle 2 aufgeführt.
Tabelle 2
| Teilchengröße »m |
Gehalt an Zeolith % |
Separation % a |
| |
|
20°C |
40°C |
| 1.1 |
15 |
0 |
0 |
| 1.1 |
25 b |
- |
- |
| 1,1 |
35 b |
- |
- |
| 1,8 |
15 |
36 / - |
22 / - |
| 1,8 |
25 |
14 / - |
10 / - |
| 1,8 |
35 |
2 / 6 |
1 / 2 |
| 3,2 |
15 |
50 / - |
55 / - |
| 3,2 |
25 |
50 / - |
50 / - |
| 3,2 |
35 |
3 / 6 |
3 / 8 |
| 8,6 |
15 |
60 / - |
68 / - |
| 8,6 |
25 |
30 / - |
40 / - |
| 8,6 |
35 |
12 / - |
20 / - |
| a = 1. Zahl ist die Separation nach 7 Tagen 2. Zahl ist die Separation nach 28 Tagen
Wenn die Separation nach 7 Tagen mehr als 10 % betragt, wird die Separation nach 28
Tagen nicht mehr gemessen. |
| b = Der Lagertest wird hier nicht durchgeführt, weil die Suspension eine pastenförmige
Konsistenz aufweist. |
[0042] Der Grad der Separation wird bestimmt aus dem Verhältnis der klaren Phase zu der
Höhe der Füllung und ausgedrückt in Prozent.
[0043] Der Lagertest zeigt den Einfluß sowohl der Viskosität als auch der Teilchengröße
auf die Lagerstabilität. wobei offensichtlich der Einfluß der Teilchengröße größer
ist. Die günstigsten Werte, vom Standpunkt der Viskosität aus gesehen, werden mit
einer Teilchengröße von 3,2 »m erzielt. Die Lagerfähigkeit dieser Suspension ist jedoch
deutlich unter der Suspension, die ein Zeolithpulver mit einer Teilchengröße von 1,8
»m aufweist. Dies wird besonders deutlich, wenn man die Suspension mit einem Gehalt
an Zeolith von 25 % vergleicht. Jedoch weist die Suspension mit dem Zeolith einer
Teilchengröße von 1,1 »m eine zu hohe Viskosität auf, die sie für die Anwendung unbrauchbar
macht.
[0044] Bei einer Teilchengröße von 8,6 »m tritt innerhalb weniger Tage eine totale Separation
ein.
[0045] Die Suspension mit einem Zeolith, der eine Teilchengröße von 1,8 »m aufweist, zeigt
das in der Summe beste Ergebnis in Bezug auf Fließfähigkeit und Lagerfähigkeit.