[0001] Die Erfindung betrifft einen Schraubendreher gemäß Gattungsbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Entsprechende Schraubendreher sind bekannt durch die DE-OS 25 03 372. Deren diesbezügliches
Heft ist ergonomisch, montagetechnisch und hinsichtlich der Stabilität unbefriedigend.
Dies gilt insbesondere bei Feinschraubendrehern, wo der zur Verfügung stehende Platz
insbesondere zur Unterbringung der Freilaufkupplung sowieso sehr beschränkt ist, wenn
es sich um kleinere Schraubendrehertypen handelt. Die Klemmkörper der Freilaufkupplung
befinden sich dabei in symmetrischer Anordnung beiderseits einer umfangsseitigen Einziehung
des Heftes auf das praktisch kleinste Querschnittsmaß desselben. Deshalb lassen sich
mit einer solchen Freilaufkupplung auch keine hohen Kräfte übertragen, geschweige
denn, daß dies über längere Gebrauchszeiten verschleißfrei geschehen könnte. Je nach
Betätigung des Schraubendrehers im Zufassungsgriff oder Umfassungsgriff besteht bei
großflächigem Anfassen darüber hinaus ständig die Gefahr, daß ungewollt der Umschaltring
verlagert wird. Geschieht dies bei über die Freilaufkupplung fließenden Belastungskräften,
so tritt eine erhebliche Zerstörungsgefahr auf.
[0003] Dem Gegenstand der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen
Schraubendreher in herstellungstechnisch einfacher Weise so auszugestalten, daß sein
Heft einerseits feinfühlige Schraubarbeiten erlaubt und andererseits die Möglichekeit
einer hohen Krafteinleitung gestattet.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch das Kennzeichen des Anspruches 1. Die Unteransprüche
stellen vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Lösung dar.
[0005] Zufolge derartiger Ausgestaltung ist ein Schraubendreher der in Rede stehenden Art
von erhöhtem Gebrauchswert geschaffen. Insbesondere eignet er sich für Feinschraubtätigkeiten,
bei welchen über einen großen Anteil des Schraubweges nur geringe Kräfte bzw. Momente
eingeleitet werden. Die Betätigung des Schraubendrehers erfolgt hier im wesentlichen
fingerdynamisch, und zwar durch Drehen des klingenseitigen Heft-Anfaßabschnittes
mittels des Daumens und Zeigefingers und gegebenenfalls noch mittels des Mittelfingers.
Bedingt durch die Freilaufkupplung kann dabei der andere Heftabschnitt, in der Hand
einliegend, durch den Ring- und Kleinfinger umschlossen gehalten werden und der Umschaltring
wird zufolge seiner Verstecklage von den Finger berührungsfrei übergriffen. Verlangt
dann die Schraubarbeit ein höheres Drehmoment, so schaltet sozusagen die Hand um auf
fingerstatische Schraubtätigkeit, wobei das von der Hand aufgebrachte Drehmoment
über den klingenabgewandten Heft-Anfaßabschnitt und Freilaufkupplung in den Klingenschaft
eingeleitet wird. Die Hand gelangt dabei aus dem Schraubzufassungsgriff in den Umfassungsgriff.
Dieses geschieht von der den Schraubendreher bedienenden Person nahezu automatisch,
sobald sie erkennt, daß das weitere Drehen der Schraube ein größeres Drehmoment
verlangt. Wiederum liegt der Umschaltring unbetätigt in seinem Versteck. Ein bequemes
Arbeiten mit dem Schraubendreher ist dabei dadurch erreicht, daß die Drehfuge im
Bereich des größten Heftabschnittes liegt. Für die Freilaufkupplung steht der größte
Querschnitt zur Verfügung. Dies mindert auch den Verschleiß und Leerwege aufgrund
größerer Toleranzen. Die zum Verdrehen des Umschaltringes aufzubringende Kraft ist
verkleinert. Ergonomische Vorteile ergeben sich dadurch, daß sich die Heftabschnitte,
ausgehend vom größten Heftquerschnitt, hinterschneidungsfrei verjüngen. Ein Verstellen
des Umschaltringes muß stets willensbetont erfolgen. Dieser Umschaltring schließt
sich an den größten Heftquerschnitt an und bildet die Verjüngungsstufe zum klingenseitigen
Heft-Anfaßabschnitt, so daß er sogar optisch kaum auffällt, geschweige denn die Ergonomie
des Heft-Anfaßabschnittes negativ beeinflußt. Die Gestalt der Heft-Anfaßabschnitte
ist auch so, daß sie bei der Herstellung aus Kunststoff im Spritzverfahren den Einsatz
von Formen gestatten, die nicht längsgeteilt zu werden brauchen sondern quergeteilt
sind. Eine gute Einlagerung des Schraubendreherheftes in der Betätigungshand wird
sodann durch die Tatsache erreicht, daß der größte Durchmesser des klingenseitigen
Heft-abschnittes etwa dem kleinsten endseitigen Durchmesser des kopfseitigen Heftabschnittes
entspricht. Die Freilaufkupplung ist im speziellen so gestaltet, daß ein stufenloses
und äußerst leichtgängiges Verdrehen der Heft-Anfaßabschnitte gegeben ist. Zu diesem
Zweck ist der klingenabgewandte HeftAnfaßabschnitt drehfest mit einem äußeren Antriebsringteil
verbunden. Letzteres nimmt drehbar ein im Querschnitt etwa dreieckförmiges, mit dem
klingenseitigen Heft-Anfaßabschnitt verbundenes Antriebskernteil auf unter Bildung
keilförmig verlaufender Klemmräume. Alles dies liegt auf der Querebene größten Querschnittes.
In je einem Klemmraum ist ein Klemmkörper untergebracht, welche Klemmkörper durch
den in seinen Schaltstellungen verrastenden Umschaltring in Freigabestellung zu den
Keilwänden des zugehörigen Klemmraumes verlagerbar sind durch die an den Klemmkörpern
angreifenden Mitnehmer. Letztere blockieren je nach Schaltstellung des Umschaltringes
den Übertritt der Klemmkörper jeweils in eine ihrer Klemmstellungen. Sie sind ansonsten
aber frei und geben keine Hemmung.
[0006] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Fig. 1 - 9 erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine Ansicht eines erfindungsgemäß gestalteten Schraubendrehers in etwa natürlicher
Größe,
Fig. 2 eine Unteransicht der Fig. 1, stark vergrößert dargestellt,
Fig. 3 den Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 1,
Fig. 4 den Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 2,
Fig. 5 den Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 4,
Fig. 6 den Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 2 unter Veranschaulichung des Entnehmens
eines Schraubendreher-Einsatzes,
Fig. 7 einen Längsschnitt des Schraubendrehers im Bereich der Freilaufkupplung,
Fig. 8 den Schnitt nach der Linie VIII-VIII in Fig. 7 und
Fig. 9 den Schnitt nach der Linie IX-IX in Fig. 7.
[0007] Der Schraubendreher besitzt ein Heft 1 mit von diesem ausgehenden Klingenschaft
2. Das Heft 1 setzt sich aus zwei in axialer Richtung zum Klingenschaft 2 hintereinanderliegend
angeordneten Heft-Anfaßabschnitten 3 und 4 etwa gleicher Achslänge zusammen derart,
daß die beiden Heft-Anfaßabschnitte 3, 4 unter Zwischenschaltung einer Freilaufkupplung
5 in einer Drehfuge 6 aneinanderstoßen.
[0008] Aus den Figuren geht hervor, daß die Drehfuge 6 im Bereich des größten Heftquerschnittes
liegt. Ferner veranschaulicht insbesondere Fig. 1, daß sich die Heft-Anfaßabschnitte
3, 4, ausgehend vom größten Heftquerschnitt, hinterschneidungsfrei verjüngen derart,
daß der größte Durchmesser D des klingenseitigen Heftabschnittes 4 etwa dem kleinsten
endseitigen Durchmesser d des kopfseitigen Heft-Anfaßabschnittes 3 entspricht. Das
Kopfende 7 des Heft-Anfaßabschnittes 3 besitzt etwa die Form einer Halbkugel, um eine
gute Auflagefläche in der Betätigungshand zu erhalten. Bedingt durch die Kegelstumpfform
der Heft-Anfaßabschnitte 3, 4 ist es möglich, die entsprechenden Kunststoffspritzformen
ohne Längsteilungsfuge zu erstellen, was eine etwaige Nachbehandlung der gespritzten
Teile erleichert.
[0009] Zwischen den beiden Heft-Anfaßabschnitten 3, 4 ist ein Umschaltring 8 zur Änderung
der Freilaufrichtung vorgesehen. Letzterer bildet eine Verjüngungsstufe zwischen beiden
Heft-Anfaßabschnitten. Der Kegelstumpfwinkel dieser Verjüngungsstufe entspricht
etwa 90° und ist somit um ein Vielfaches größer als der der Heft-Anfaßabschnitte 3,
4. Demgemäß befindet sich der Umschaltring 8 in einer Verstecklage zwischen beiden
Heft-Anfaßabschnitten. Der Übergang zu den Heft-Anfaßabschnitten 3, 4 erfolgt über
entsprechende Radien 9, 10 unter Vermeidung störender Vorsprünge.
[0010] Der klingenseitige Heft-Anfaßabschnitt 4 beinhaltet ein Magazin 11 zur Aufnahme von
Schraubendreher-Einsätzen 12. Das Magazin 11 weist sechs in gleicher Umfangverteilung
angeordnete, in Achsrichtung weisende Magazinaufnahmefächer 13 in Form von Sackaussparungen
auf, deren Mündungsöffnungen 14 stirnseitig des Heft-Anfaßabschnittes 4 ein Drehteller
15 zugeordnet ist. Letzterer liegt unmittelbar vor der klingenseitigen Stirnseite
4′ des Heft-Anfaßabschnittes 4 und lagert drehbar auf dem Klingenschaft 2. Eine Lagerung
erhält der Drehteller 15 dadurch, daß der im Querschnitt sechskantförmige Klingenschaft
2 unter Bildung einer Stufe 16 in einen kreiszylindrischen Abschnitt 17 übergeht.
Der Drehteller 15 besitzt dementsprechend zentral eine Lagerbohrung 18, welche von
dem kreizylindrischen Abschnitt 17 durchsetzt wird. An die Lagerbohrung 18 schließt
sich eine gegenüber dieser querschnittsgrößere Lageröffnung 19 an. Deren Durchmesser
ist so groß wie das Eckmaß des Klingenschaftes 2. Die Länge der Lageröffnung 19 entspricht
einem Mehrfachen derjenigen der Lagerbohrung 18. Durch die Stufe 16 erhält der Drehteller
15 eine Anschlagbegrenzung in Richtung des Heftes 1. Das Abziehen des Drehtellers
15 vom Abschnitt 17 ist durch einen Sicherungsring 20 verhindert, der in einer Ringnut
21 des kreiszylindrischen Abschnittes 17 einliegt. Zur Aufnahme des Sicherungsringes
20 bildet der Drehteller 15 an seiner unteren Stirnseite 22 eine Aussparung 23 aus.
Der Drehteller 15 ist in sechs Drehstellungen verrastbar, in welchen sein Durchbruch
24 mit einem der Magazinaufnahmefächer 13 fluchtet. Zur Verrastung dient eine in
einer Radialbohrung 25 des Drehtellers 15 untergebrachte Rastkugel 26. Eine Druckfeder
27 belastet die Rastkugel 26 in Einwärtsrichtung. Letztere wirkt zusammen mit Rastvertiefungen
28, die in gleicher Querschnittsebene auf Höhe der Kanten des Klingenschaftmehrkantes
vorgesehen sind.
[0011] Insbesondere geht aus Fig. 3 hervor, daß die Magazinaufnahmefächer 13 in ihrem radial
einwärts liegenden Bereich von der Klingenaußenfläche verschlossen sind. Dies sieht
so aus, daß der verschließende Wandabschnitt des Klingenschaftes 2 ebenflächig und
sekantenförmig zum im Querschnitt runden Magazinaufnahmefach 13 liegt derart, daß
die Kanten des Klingenschaftmehrkantes in die Materialbereiche B zwischen die Magazinaufnahmefächer
13 greifen. Dadurch lassen sich die Magazinaufnahmefächer 13 unter Erzielung einer
gedrängten Bauform in größerer Anzahl im sich verjüngenden Bereich des Heftes 1 unterbringen.
[0012] Der Drehteller 15 ist so beschaffen, daß er einen mehrkantigen Außenumfang 29 besitzt.
Dieser ist in Form eines Fünfecks gestaltet und steht über den Querschnitt der Stirnfläche
4′ des klingenseitigen Heft-Anfaßabschnittes 4 vor. Als Übergang zwischen dem Fünfeck
und der Stirnfläche 4′ dient eine ringsumlaufende Ringzone 30 des Drehtellers 15,
die stufenlos in den Heft-Anfaßabschnitt 4 übergeht. Diese Ringzone 30 kann zudem
noch eine weitere Funktion übernehmen, indem sie das Abrutschen der entsprechenden
Finger der Betätigungshand in Richtung der Klinge verhindert.
[0013] Der kreiszylindrische Abschnitt 17 ist an seinem Ende mit einer nicht veranschaulichten
Aufnahmeöffnung zum Einstecken eines Schraubendrehereinsatzes 12 ausgestattet.
[0014] Das Entnehmen eines Schraubendreher-Einsatzes kann im Zufassungsgriff geschehen.
Die Fünfeckform des Drehtellers ermöglicht ein erleichtertes Verdrehen desselben
mittels des Zeigefingers der Zufassungshand in eine solche Stellung, in welcher der
zu entnehmende Schraubendreher-Einsatz bzw. dessen Magazinaufnahmefach mit dem Durchbruch
24 des Drehtellers fluchtet. Dann rutscht der Schraubendreher-Einsatz 12 heraus und
kann in die Gebrauchsstellung gebracht werden. Ein Verschließen des jeweiligen Magazinaufnahmefaches
ist nicht erforderlich, da sich dann in diesem kein Schraubendreher-Einsatz befindet.
[0015] Der klingenabgewandte Heft-Anfaßabschnitt 3 nimmt drehfest ein Antriebsringteil 31
auf, dessen klingenseitiges Stirnende in der Drehfuge 6 liegt. In einem stufenförmig
abgesetzten, querschnittkleineren Abschnitt 32 lagert das Antriebsringteil 31 den
Zapfen 33 eines im Querschnitt etwa dreieckförmigen Abtriebskernteils 34, in welchem
das innere Ende des Klingenschaftes 2 undrehbar und unverschieblich sitzt. Eine axiale
Lagensicherung erhält das Abtriebskernteil 34 zum Antriebsringteil 31 durch einen
zwischen diesen eingelegten Sicherungsring 35. Der Klingenschaftmehrkant durchsetzt
sodann eine querschnittsangepaßte Längsöffnung 36 des klingenseitigen Heft-Anfaßabschnittes
4, so daß dieser mit dem Abtriebskernteil 34 eine gemeinsam sich drehende Einheit
bildet. Der Heft-Anfaßabschnitt 4 ist in axialer Richtung gegen Abziehen durch den
Drehteller 15 gesichert.
[0016] Das im Querschnitt dreieckförmig gestaltete Abtriebskernteil 34 besitzt drei Dreieckseiten
37, welche durch konzentrisch zur Klingenachse verlaufende Führungsflächen 37′ miteinander
verbunden sind. Zwischen den Dreieckseiten 37 und der Innen wandung 38 des Antriebsringteils
31 werden Klemmräume 39 gebildet. Jeder dieser Klemmräume formt in seinen in Umfangsrichtung
liegenden Endbereichen Klemmzwickel aus. In je einem Klemmraum 39 liegt lose ein walzenförmig
gestalteter Klemmkörper 40 ein. Zur Steuerung der Klemmkörper 40 dient der Umschaltring
8, der mit drei in gleicher Winkelverteilung angeordneten Mitnehmern 41 in das Antriebsringteil
31 hineinragt. Die Mitnehmer 41 liegen damit zwischen dem Antriebsringteil 31 und
dem Abtriebskernteil 34. Auf Höhe eines Mitnehmers 41 ist der Umschaltring 8 mit sich
in Achsrichtung erstreckenden nutartigen Rastvertiefungen 42, 43 ausgestattet, die
mit einer Rastkugel 44 des Abtriebskernteils 34 zusammenwirken. Zu diesem Zweck besitzt
das Abtriebskernteil 34 auf einer seiner Winkelhalbierenden eine Sackbohrung 45 zur
Aufnahme der Rastkugel 44 und einer diese in Auswärtsrichtung beaufschlagenden Druckfeder
46. Gemäß Fig. 8 und 9 greift die Rastkugel 44 mit ihrem vorstehenden Bereich formschlüssig
in die Rastvertiefung 43 ein, in welcher Stellung die Mitnehmer 41 etwa bis zur Mitte
der jeweiligen Dreieckseiten 37 reichen und damit den Übertritt der Klemmkörper 40
in die anderen Klemmzwickel der Klemmräume 39 verhindern.
[0017] Es ergibt sich folgende Wirkungsweise:
Befindet sich der Umschaltring 8 in der Stellung gemäß Fig. 8 und 9, so führt eine
Drehung des Heft-Anfaßabschnittes 3 in Pfeilrichtung x zu einer gleichzeitigen Mitnahme
des Antriebsringteils 31 in dieser Richtung. Dabei werden reibschlüssig die Klemmkörper
40 in die entsprechenden Zwickel gedrückt, so daß dann das Abtriebskernteil 34 mit
dem Klingenschaft 2 in der entsprechenden Richtung mitgenommen wird. Eine entgegengesetzte
Drehung des Heft-Anfaßabschnittes 3 führt dann zu einer Verlagerung der Klemmkörper
40 aus den vorgenannten Klemmzwickeln raus. Dann kann der Heft-Anfaßabschnitt 3 im
Leerlauf gedreht werden, ohne eine Mitnahme des Abtriebskernteils 34 zu bewirken.
Soll die Mitnahmerichtung der Freilaufkupplung 5 geändert werden, so ist der Umschaltring
8 so zu verdrehen, daß die Rastvertiefung 42 in Gegenüberlage zur Rastkugel 44 gelangt.
[0018] Es wird nun angenommen, daß zur Durchführung einer Feinschraubtätigkeit die Stellung
des Schaltringes gemäß Fig. 8 und 9 vorliegt. In der Anfangsphase des Einschraubens
einer Schraube werden in den meisten Fällen nur geringe Kräfte benötigt. Dann kann
das Eindrehen durch "Zwirbeln" erfolgen. Dies geschieht in der Weise, daß der klingenabgewandte
Heft-Anfaßabschnitt 3 in der Betätigungshand, vom Ringfinger und dem kleinen Finger
umfaßt, statisch einliegt. Das Drehen bzw. Zwirbeln des Heft-Anfaßabschnittes 4 dagegen
erfolgt fingerdynamisch, wozu der Daumen und Zeigefinger und gegebenenfalls noch
der Mittelfinger an der Mantelwand des Heft-Anfaßabschnittes 4 angreifen und diesen
in der in Fig. 8 mit Pfeil y angegebenen Richtung antreiben. Dieses ist möglich wegen
der entsprechend eingestellten Freilaufkupplung. Zum Anziehen der Schraube wechselt
die Betätigungshand aus dem Zufassungsgriff in den Umfassungsgriff. Die Fingerkräfte
der Hand wirken dadurch im wesentlichen auf den Heft-Anfaßabschnitt 3, so daß im
Wege der handdynamischen Schraubtätigkeit das Anziehen der Schraube erfolgt. Dieses
Umschalten vom Zufassungsgriff in den Umfassungsgriff geschieht bei größer werdendem
Schraubwiderstand während des Zwirbels automatisch, was den Schraubvorgang sehr erleichert.
Im übrigen ist die Formgebung des Heftes so, daß beim Zwirbeln der klingenabgewandte
Heft-Anfaßabschnitt sehr gut in der Hand liegt und sich an der inneren Handfläche
abstützt.
[0019] Die Freilaufkupplung 5 besitzt keine verrastete Mittelstellung, so daß sie immer
nur in der einen oder der anderen Richtung wirkt.
[0020] Alle in der Beschreibung erwähnten und in der Zeichnung dargestellten neuen Merkmale
sind erfindungswesentlich, auch soweit sie in den Ansprüchen nicht ausdrücklich beansprucht
sind.
1. Schraubendreher mit zwei in axialer Richtung zur Klinge hintereinanderliegend angeordneten
Heft-Anfaßabschnitten etwa gleicher Achslänge, welche unter Zwischenschaltung einer
Freilaufkupplung in einer Drehfuge (6) aneinanderstoßen, wobei die Freilaufdrehrichtung
umschaltbar ist durch Verdrehen eines in den einen Anfaßabschnitt integrierten Umschaltringes,dadurch
gekennzeichnet, daß die Drehfuge (6) im Bereich des größten Heftquerschnittes liegt
und die Mantelfläche des Umschaltringes eine stufenartige Verkleinerung zwischen
den Heftquerschnitten bildet.
2. Schraubendreher, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß sich die Heft-Anfaßabschnitte (3, 4), ausgehend vom größten
Heftquerschnitt, hinterschneidungsfrei verjüngen.
3. Schraubendreher, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der größte Durchmesser (D) des klingenseitigen Heftabschnittes
(4) etwa dem kleinsten endseitigen Durchmesser (d) des kopfseitigen Heftabschnittes
(3) entspricht.
4. Schraubendreher, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der klingenabgewandte Heft-Anfaßabschnitt (3) drehfest
mit einem Antriebsringteil (31) verbunden ist, in welchem drehbar ein im Querschnitt
etwa dreieckförmiges, mit dem klingenseitigen Heft-Anfaßabschnitt (4) verbundenes
Abtriebskernteil (34) gelagert ist unter Bildung keilförmig verlaufender Klemmräume
(39) zur Aufnahme von Klemmkörpern (40), welche durch den in seinen Schaltstellungen
verrastenden Umschaltring (8) in Freigabestellung zu den Keilwänden des zugehörigen
Klemmraumes (39) verlagerbar sind durch an den Klemmkör pern (40) angreifende Mitnehmer
(41), welche den Übertritt der Klemmkörper (40) jeweils in eine ihrer Klemmstellungen
blockieren.
5. Schraubendreher, insbesondere nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Abtriebskernteil (34) auf einer seiner Winkelhalbierenden
in einer Sackbohrung (45) eine abgefederte Rastkugel (44) trägt, welcher Rastvertiefungen
(42, 43) an der Innenwand des topfförmig gestalteten, die Mitnehmer (41) als axial
vorstehende Finger aufweisenden Umschaltringes (8) gegenüberliegen.