[0001] Die Erfindung betrifft eine am Kokskuchenführungswagen befestigte Absaughaube für
die beim Ausbringen des Kokses aus einer Koksofenkammer auftretenden Emissionen.
[0002] Beim Ausbringen (Drücken) des Kokses aus den Koksofenkammern in den Koksverlade-
und -löschwagen entstehen beim Zusammenbrechen des glühenden Kokskuchens Gemische
aus Staub, Luft und Gas, die als aufsteigende dunkle Wolke die Atmosphäre verunreinigen
und die Umgebung belästigen. Die hierbei gebildeten Gase, die durch Verbrennung von
Oberflächenkoks mit der Umgebungsluft entstehen, sind aggressiv und wirken insbesondere
in Verbindung mit Wasser korrosiv auf in der Umgebung befindliche Maschinen- und
Anlagenteile.
[0003] Um ein ungehindertes Austreten dieser Emissionen in die Atmosphäre zu verhindern,
ist es deshalb bereits bekannt, den Kokskuchenführungswagen, durch den das Drücken
des Kokses aus der Koksofenkammer bewerkstelligt wird, mit einer Absaughaube zu versehen,
durch die die auftretenden staubbeladenen Gase abgesaugt und in der die Stäube niedergeschlagen
werden sollen. Hierfür sind bereits verschiedene konstruktive Ausführungsformen bekannt.
[0004] So werden zum Beispiel in der DE-AS 17 71 506 und der DE-PS 30 38 519 Absaughaubenkonstruktionen
beschrieben, bei denen die Absaugung der staubbeladenen Gase nur durch den thermischen
Auftrieb bewerkstelligt wird, der durch die hohe Temperaturdifferenz zwischen dem
gedrückten glühenden Koks und der Umgebungsluft hervorgerufen wird. Derartige Absaughaubenkonstruktionen,
die auch als Kamine bezeichnet werden, können dabei mit Flüssigkeitsbedüsungs- und
-abscheideeinrichtungen versehen sein, durch die die benetzten Staubteilchen abgeschieden
und abgeführt werden können. Derartige nur die Thermik nutzende Haubensysteme sind
zwar weniger aufwendig und damit wirtschaftlicher als andere Systeme, die mit Ventilatoren
oder Gebläsen arbeiten. Nachteilig bei den bisher bekannten Konstruktionen ist jedoch,
daß sie während des Drückvorganges immer nur einen Teil der Grundfläche des Koksverlade-
und -loschwagens überdecken. Daher liegt, wenn beim Drücken des Kokses der Koksverlade-
und -löschwagen verfahren wird, immer ein Teil des glühenden Kokses außerhalb des
Absaugquerschnittes des Haubensystems, so daß in diesem Bereich die staubbeladenen
Gase ungehindert in die Atmosphäre entweichen können.
[0005] Aus der DE-OS 29 52 179 ist zwar eine Haubenkonstruktion bekannt, bei der die Haube
zumindest teilweise die Aufnahmefläche des Koksverlade- und -löschwagens für den
glühenden Koks überdeckt. Die Haube ist hierbei jedoch mit dem Koksverlade- und -löschwagen
fest verbunden und mit ihm bis zum Löschturm verfahrbar, was eine aufwendige und
damit teure und unwirtschaftliche Konstruktion bedingt.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Absaughaubenkonstruktion zu
schaffen, die einerseits ein ungehindertes Entweichen der beim Ausbringen des Kokses
aus einer Koksofenkammer auftretenden Emissionen in die Atmosphäre weitestgehend ausschließt
und die sich andererseits durch eine möglichst einfache und damit wirtschaftliche
Bauweise auszeichnet.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine am Kokskuchenführungswagen befestigte Absaughaube,
die erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, daß dieselbe aus zwei oder mehreren
Kaminen zusammengesetzt ist und insgesamt einen Absaugquerschnitt aufweist, der größer
ist als die Grundfläche des verwendeten Koksverlade- und -löschwagens, wobei die
einzelnen Kamine zu den dazugehörigen Schloten hin eine Verjüngung aufweisen.
[0008] Durch die Anwendung der erfindungsgemäßen Konstruktion wird sichergestellt, daß sich
während des gesamten Drückvorganges der im Koksverlade- und -löschwagen befindliche
Koks immer unterhalb eines Absaugquerschnittes eines Kamins befindet, so daß auch
beim Verfahren des Koksverlade- und -loschwagens keine staubbeladenen Gase in die
Atmosphäre gelangen können. Die Zahl der Kamine, aus denen die erfindungsgemäße Absaughaube
zusammengesetzt ist, richtet sich selbstverständlich nach den praktischen Gegebenheiten,
insbesondere natürlich nach der Menge der anfallenden staubbeladenen Gase und der
Länge der Strecke, die vom Koksverlade- und -löschwagen während des Drückvorganges
durchfahren werden muß. Es muß hierbei in jedem Falle sichergestellt werden, daß diese
Strecke vom Anfangs- bis zum Endpunkt von den Absaugquerschnitten der einzelnen Kamine
überdeckt ist.
[0009] Durch die Ausnutzung der Thermik entfallen bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
in den hintereinander geschalteten Kaminen zusätzliche mechanische Saugvorrichtungen.
Da die einzelnen Kamine zum Schlot hin eine unterschiedliche Verjüngung aufweisen
können, ist es möglich, die Sogwirkung der Thermik, die ja abhängig ist vom Grad
der Verjüngung, dem Anfall der staubbeladenen Gase anzupassen. Hierbei wird zweckmäßigerweise
die Verjüngung der Kamine umso größer, je größer der Abstand des jeweiligen Kamins
von der gedrückten Koksofenkammer ist. Dadurch wird sichergestellt, daß auch bei schwächer
werdender Emission eine vollständige Absaugung der staubbeladenen Gase gegeben ist.
[0010] Die Anwendung der erfindungsgemäßen Absaughaube ist besonders vorteilhaft bei herkömmlichen
langen und flachen Koksverlade- und -löschwagen mit schrägem Boden.
[0011] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den vorliegenden Unteransprüchen
und sollen nachfolgend an Hand der Abbildungen erläutert werden, die ein Ausführungsbeispiel
betreffen. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine vereinfachte schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Absaughaube
und
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II - II′ in Fig. 1.
[0012] Die in Fig. 1 dargestellte Absaughaube ist aus den zwei Kaminen 1 und 2 zusammengesetzt,
die über das Zwischenstück 3 miteinander verbunden sind. Unter den Kaminen 1 und
2 fährt während des Drückvorganges der Koksverlade- und -löschwagen 4 entlang. Dieser
nimmt beim Beginn des Drückvorganges mit seinem vorderen Kopfende die Stellung A ein,
während sich bei Beendigung des Druckvorganges das vordere Kopfende in Stellung B
befindet. Die zu drückende Koksofenkammer trägt hierbei das Bezugszeichen 5. Bei
Beginn des Drückvorganges (Stellung A) werden die staubbeladenen Gase im wesentlichen
nur durch den ersten Kamin 1 abgesaugt. Im weiteren Verlauf des Druckvorganges wird
dann der Koksverlade- und -löschwagen 4 immer mehr in Richtung auf B hin verfahren,
so daß die Absaugung der staubbeladenen Gase in zunehmendem Maße auch durch den Kamin
2 erfolgt, wie dies durch die Pfeile in Fig. 1 angedeutet wird. Die Stellung des Koksverlade-
und -löschwagens 4 bei Beginn des Drückvorganges ist in der Abbildung durch die unterbrochen
gezeichneten Linien markiert, während die Stellung bei Beendigung des Drückvorganges
durch die ausgezogenen Linien markiert ist. Man erkennt hieraus, daß sich während
des gesamten Drückvorganges die gesamte mit glühendem Koks bedeckte Grundfläche des
Koksverlade- und -löschwagens 4 immer unterhalb der Absaugquerschnitt der Kamine 1
und/oder 2 befindet. Ein Entweichen der staubbeladenen Gase in die Atmosphäre ist
deshalb praktisch ausgeschlossen.
[0013] Die Darstellung in Fig. 1 läßt ferner erkennen, daß die Kamine 1 und 2 zu den dazugehörigen
Schloten 6 hin eine Verjüngung aufweisen. Hierbei ist diese Verjüngung beim Kamin
2 größer als beim Kamin 1. Dadurch wird der Tatsache Rechnung getragen, daß mit zunehmendem
Abstand von der Koksofenkammer 5 die Menge der aus dem glühenden Koks aufsteigenden
staubbeladenen Gase abnimmt, weshalb die Sogwirkung im Kamin 2 größer sein muß als
im Kamin 1. In den Schloten 6 ist jeweils eine Sprüh- und Abscheideeinrichtung 7 vorgesehen,
durch die die mit den heißen Gasen aufsteigenden Stäube abgeschieden werden. Außerdem
weisen die Schlote 6 zur Verbesserung der Sogwirkung an ihrem oberen Ende eine diffusorartige
Erweiterung 8 auf.
[0014] Fig. 2 zeigt einen Schnitt entlang der Linie II - II′ durch die in Fig. 1 dargestellte
Absaughaube.
1. Am Kokskuchenführungswagen befestigte Absaughaube für die beim Ausbringen des
Kokses aus einer Koksofenkammer auftretenden Emissionen, dadurch gekennzeichnet, daß
dieselbe aus zwei oder mehreren Kaminen (1; 2) zusammengesetzt ist und insgesamt
einen Absaugquerschnitt aufweist, der größer ist als die Grundfläche des verwendeten
Koksverlade- und -löschwagens (4), wobei die einzelnen Kamine (1; 2) zu den dazugehörigen
Schloten (6) hin eine Verjüngung aufweisen.
2. Absaughaube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Kamine
(1; 2) eine unterschiedliche Verjüngung aufweisen, wobei die Verjüngung von der
Menge der in den einzelnen Bereichen des Absaugquerschnittes auftretenden Emissionen
in der Weise abhängig ist, daß sie im Bereich der geringsten Emissionen am stärksten
ist.
3. Absaughaube nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge
des Absaugquerschnittes insgesamt so bemessen ist, daß die gesamte vom Koksverlade-
und -löschwagen (4) während des Drückvorganges durchfahrene Strecke vom Absaugquerschnitt
überdeckt ist.
4. Absaughaube nach den Anspruchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in den Schloten
(6) eine Sprüh- und Abscheideeinrichtung (7) eingebaut ist.
5. Absaughaube nach den Anspruchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlote
(6) an ihrem oberen Ende eine diffusorartige Erweiterung (8) aufweisen.