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EP 0 358 923 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.08.1993 Patentblatt 1993/32 |
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Anmeldetag: 03.08.1989 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: C10J 3/84 |
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Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung von Rohgas aus einer Feststoff-Vergasung
Process and apparatus for purifying a raw gas originating from the gasification of
solids
Procédé et appareil pour purifier un gaz brut provenant d'une gazéification de solides
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
16.08.1988 DE 3827702
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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21.03.1990 Patentblatt 1990/12 |
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Patentinhaber: |
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- HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT
65929 Frankfurt am Main (DE)
- RUHRKOHLE ÖL UND GAS GMBH
46236 Bottrop (DE)
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Erfinder: |
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- Hederer, Hartmut, Dr.
D-4600 Dortmund 50 (DE)
- Buchenau, Rolf
D-4600 Dortmund 1 (DE)
- Victor, Dieter
D-4355 Waltrop (DE)
- Schleper, Bernard
D-4200 Oberhausen 11 (DE)
- Hoffmann, Harald, Dr.
D-5203 Much (DE)
- Dürrfeld, Rainer, Dr.
D-4300 Essen 15 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-C- 740 134 FR-E- 55 473
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FR-A- 981 451 US-A- 4 482 358
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung von Rohgas
aus einer Feststoff-Vergasung mit Gehalten an körnigen und staubigen Feststoffpartikeln.
Unter Feststoff-Vergasung wird insbesondere die Vergasung von Steinkohle oder Braunkohle
verstanden. Die Kohle kann sowohl als Kohlenstaub als auch als Aufschlämmung zusammen
mit dem Oxidationsmittel wie z.B. Luft oder sauerstoffangereicherte Luft in den Vergasungsreaktor
geführt werden. Das gewonnene heiße Rohgas kann sowohl durch die aufgegebene Kohleschicht
geleitet oder auch frei in entgegengesetzter Richtung aus dem Vergasungsreaktor abgeführt
werden. Die Erfindung betrifft nicht die Reinigung von Rohgas, welches durch die aufgegebene
Kohleschicht abgeleitet wird, sondern nur von solchem, das frei abgeführt wird.
[0002] Vorteilhaft ist es, bei letzterer Gasführung die flüssigen Schlackenanteile erst
durch bekannte Maßnahmen zu verfestigen, da sich Festschlackenteile einfacher aus
dem Gasstrom entfernen lassen.
[0003] Rohgas aus oben beschriebener Feststoff-Vergasung ist nicht Feststoff-frei, sondern
muß vor der Weiterverarbeitung einer Abtrennung der Feststoff-Teile unterzogen werden.
Dabei ist es erforderlich, die Feststoffe vor jeder weiteren Behandlung des Rohgases,
wie z.B. Abkühlung, von diesem abzutrennen. Dieser Forderung konnte bisher nicht oder
nur in ungenügender Form nachgekommen werden.
[0004] Nach DE-PS 32 23 702 ist ein Verfahren zur Erzeugung von Synthesegas bekannt, bei
dem in einen Reaktor Kohlenstaub und oxidierendes Gas eingeführt werden. Im unteren
Teil des Reaktors wird die grobe Asche gesammelt und abgezogen, während Synthesegas
zusammen mit der Flugasche in Form von Staub über eine Leitung in einen Wärmetauscher
geführt wird, der gleichzeitig Flugascheabscheider ist. Wegen der stark unterschiedlichen
Gasgeschwindigkeiten und dem langen Gasweg bis zu einem Zyklon nach dem Wärmetauscher
kommt es zwangsläufig zu unerwünschten Staubablagerungen, im wesentlichen im Wärmetauscher.
Damit wird der Wirkungsgrad des Wärmetauschers stark eingeschränkt bzw. eine periodische
Reinigung in kurzen Zeitabständen erforderlich.
[0005] Nach der EP-PS 0 077 851 ist eine Gaskühler-Anordnung zum Abkühlen der Reaktionsprodukte
eines Kohlevergasungsreaktors bekannt. Mit der neuen Gaskühler-Anordnung soll eine
Abscheidung von kleinen Aschepartikeln auf den Rohren des konvektiven Gaskühlers erzielt
werden. Dies wird dadurch erzielt, daß der konvektive Gaskühler mindestens einen Steigzug
für das zu kühlende Gas umfaßt. Um Verschmutzungen an den Gaskühlerflächen zu beseitigen,
müssen allerdings spezielle Rohrreinigungsmittel, wie z.B. Rußbläser, eingebaut werden.
[0006] In der FR-E-55 473 ist ein Gaserzeuger für Kraftfahrzeuge, aber auch für andere Anwendungsarten
offenbart. Er besteht aus einem Vergasungsreaktor mit am Boden angeordnetem Rohgasauslaß,
aus einem Aschesammelraum, einem Festbettfilter und einem Filterzuströmraum, der peripher
an den Rohgasauslaß anschließt. Eine solche Vorrichtung ist zur Reinigung von Gasen
ungeeignet, die klebrige oder flüssige Aschepartikel enthalten. Denn diese Partikel
backen auf der Oberfläche und im Innenraum des Filters an, bilden feste Schichten
und lösen Verstopfungen aus, die die Reinigungswirkung der Filter mindern und schließlich
zum Erliegen bringen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bei der Vergasung von Feststoffen anfallenden
Feststoffpartikel jedweder Größe vor Eintritt in Kühleinrichtungen weitgehend aus
dem Rohgas zu entfernen.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Kennzeichens des Anspruchs
1.
[0009] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung wird das Verfahren in einer Vorrichtung ausgeführt,
die sich dadurch kennzeichnet, daß der Vergasungsreaktor im unteren Teil einen Gasauslaß
aufweist, an den peripher der Filterzuströmraum anschließt, der oberhalb des Festbettfilters
angeordnet ist, die dem Filterzuströmraum zugewandte Fläche des Festbettes mindestens
dreimal größer ist als die Kreisfläche des Gasauslaßrohres aus dem Vergasungsreaktor,
das Festbett geneigt ist und die oberste Filterschicht nach Belegung der Filteroberfläche
mit Staub über eine Gasrückspülung mittels der Düsen zum Wegrutschen in den Aschesammelraum
gebracht wird.
[0010] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß verfahrenstechnisch
zeitlich unmittelbar hintereinander die Grob- und Feinreinigung des Rohgases von körnigen
und staubigen Festpartikeln erfolgt, ohne Zwischenschalten von anfälligen Gaswegstrecken
oder weiteren Behältern. Wegen der weiterhin direkten Folge der starken Gasgeschwindigkeits-Reduzierung
nach der Gasrichtungsänderung kommt es zu einer gleichmäßigen Durchströmung der folgenden
Filterfläche. Dies wird erfindungsgemäß auch dadurch erreicht, daß das von den körnigen
Festpartikeln befreite, noch staubhaltige Rohgas, eine Fläche durchströmt, die mindestens
3 mal größer ist als die Kreisfläche des Gasauslaßrohres aus dem Vergasungsreaktor.
[0011] Überdies wird sichergestellt, daß anbackende Schichten, die die Filteroberfläche
belegen, beim Rückspülen auf dem geneigten Filter abgleiten und dabei aufbrechen.
Dadurch steht die gesamte Oberfläche des Festbettfilters ständig für die Gasreinigung
zur Verfügung.
[0012] Die Erfindung wird anhand des Ausführungsbeispiels näher beschrieben.

[0013] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Prinzipskizze des Verfahrens
- Fig. 2:
- Vorrichtung mit einem Festbettfilter
Nach Fig. 1 strömt aus dem nicht vollständig dargestellten Vergasungsreaktor 1, frei-wählbarer
Bauart,das Rohgas über den trichterförmigen Rohgasauslaß 2 am Boden des Reaktors ab.
Unterhalb des trichterförmigen Rohgasauslasses 2 befindet sich der Gasstauraum 3.
Von hier aus muß das Gas radial seitlich und nach oben in den Filterzuströmraum 4
entweichen. Die im Rohgas enthaltenen körnigen Festpartikel werden von der Gasumlenkung
nicht mitgerissen, sondern infolge ihrer Flieh- oder Schwerkraft in den Aschesammelraum
5 am Boden des Gasstauraumes geschleudert. Von hier aus werden sie taktweise über
eine Schleuse 6 bekannter Bauart abgezogen. Aus dem Filterzuströmraum 4 tritt das
noch mit Staubpartikeln von 0 bis 200 µm verschmutzte Rohgas in das Festbettfilter
7 ein, durchströmt dieses und sammelt sich im Abströmraum 8 um von hier über einen
Auslaß 9 einer weiteren Wärmerückgewinnung zugeführt zu werden. Die Temperatur des
gereinigten Rohgases liegt noch oberhalb 500 °C.
[0014] Nach Fig. 2 ist im unteren Teil des Vergasungsreaktors 1 ein Strahlungskühler 10
eingebaut um die Temperatur des Rohgases auf 500 - 700 °C zu senken. Den Strahlungskühler
durchströmt das Rohgas, ohne daß es zu merklicher Ablagerung von Feststoffpartikeln
auf den Wärmetauscherflächen kommt. Der Aschesammelraum 5 kann auch als Wasserbad
ausgebildet sein. Das Festbettfilter 7 als Ringfläche angelegt, besteht vorteilhafterweise
aus einer Mehrzahl von Ringsektoren, die einzeln über Zulaufleitungen 11 mit dem Material
für das Feststoff-Filter gefüllt werden. Nach Belegung der Filteroberfläche mit Staub
wird die oberste Filterschicht über eine Gasrückspülung mittels der Düsen 12 zum Wegrutschen
in den Aschesammelraum 5 gebracht. Das den Filter 7 durchströmende gereinigte Gas
tritt in die Sammelleitung 13 ein und wird aus der Vorrichtung abgezogen. Das Nachfüllen
von frischem Filtersand wird in bekannter Weise aus Sandspeicher 14 über die Zulaufleitungen
11 durchgeführt.
1. Zweistufiges Verfahren zur Reinigung von Rohgas aus einer Feststoff-Vergasung mit
Gehalten an körnigen und staubigen Festpartikeln, wobei das Rohgas in der ersten Reinigungsstufe
aus der Vergasungszone geradlinig in Richtung eines Gasstauraumes (3) geführt wird,
wodurch die körnigen Festpartikel am Boden des Gasstauraumes abgeschieden werden,
das teilweise gereinigte Rohgas vom Gasstauraum (3) seitlich weggelenkt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit der teilgereinigten und vom Gasstauraum (3)
seitlich weggelenkten Rohgase mindestens um den Faktor 3 reduziert und nach erneuter
Gasumlenkung, im wesentlichen in senkrechter Richtung, in der zweiten Reinigungsstufe
durch ein Festbettilter geführt wird, dessen Fläche mindestens dreimal größer ist
als die Kreisfläche des Gasauslaßrohres aus dem Vergasungsreaktor, das Festbett geneigt
ist und die oberste Filterschicht nach Belegung der Filteroberfläche mit Staub über
eine Gasrückspülung mittels der Düsen (12) zum Wegrutschen in den Aschesammelraum
(5) gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Festbett/Filter ein rieselfähiges
Sandbett-Filter ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Reinigungsstufe
bei einer Temperatur oberhalb 500°C durchgeführt wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 3 bestehend im wesentlichen aus einem Vergasungsreaktor mit senkrecht stehender
Kühlstrecke mit unterem Rohgasauslaß (2) und einem Aschesammelraum (5), sowie einem
nachgeschalteten Festbettfilter, dadurch gekennzeichnet, daß peripher an den Rohgasauslaß
(2) der Filterzuströmraum (4) anschließt, der oberhalb des Festbettfilters (7) angeordnet
ist, die dem Filterzuströmraum (4) zugewandte Fläche des Festbettes mindestens dreimal
größer ist als die Kreisfläche des Gasauslaßrohres aus dem Vergasungsreaktor, das
Festbett geneigt ist und die oberste Filterschicht nach Belegung der Filteroberfläche
mit Staub über eine Gasrückspülung mittels der Düsen (12) zum Wegrutschen in den Aschesammelraum
(5) gebracht wird.
1. A two-stage process for cleaning raw gas containing granular and dust-like solid particles
from a solids gasification plant, whereby the raw gas is passed in the first cleaning
stage from the gasification zone in a straight line in the direction of a gas build-up
chamber (3), the granular solid particles being deposited on the bottom of the gas
build-up chamber, the partially cleaned raw gas being diverted sideways away from
the gas build-up chamber (3), characterised in that the velocity of raw gases which
are partially cleaned and diverted sideways away from the gas build-up chamber (3)
is reduced by at least a factor of 3 and, after the gas has again been diverted, substantially
in the vertical direction, it is passed in the second cleaning stage through a fixed-bed
filter whose area is at least three times larger than the circular area of the gas
outlet pipe from the gasification reactor, the fixed bed is inclined and, once the
surface of the filter is covered with dust, the top filter layer is caused to slide
into the ash collection chamber (5) by gas backflushing with the nozzles (12) .
2. A process according to claim 1, characterised in that the fixed-bed filter is a free-flowing
sand bed filter.
3. A process according to claims 1 and 2, characterised in that the second cleaning stage
is performed at a temperature of over 500°C.
4. A device for performing the process according to one or more of claims 1 to 3 mainly
comprising a gasification reactor with a vertical cooling zone having a bottom raw
gas outlet (2) and an ash collection chamber (5) as well as a downstream fixed-bed
filter, characterised in that the filter inflow chamber (4) is located around the
side of the raw gas outlet (2), said chamber being arranged above the fixed-bed filter
(7), the surface of the fixed-bed filter facing the filter inflow chamber (4) is at
least three times larger than the circular area of the gas outlet pipe from the gasification
reactor, the fixed bed is inclined and, once the surface of the filter is covered
with dust, the top filter layer is caused to slide into the ash collection chamber
(5) by gas backflushing with the nozzles (12) .
1. Procédé à deux étages pour l'épuration d'un gaz brut issu d'une gazéification de matières
solides, contenant des particules solides granulaires et pulvérulentes, le gaz brut
passant dans le premier étage d'épuration en ligne droite à la sortie de la zone de
gazéification, en se dirigeant vers une chambre (3) de retenue du gaz, de sorte que
les particules solides granulaires sont séparées au fond de la chambre de retenue
du gaz, et le gaz brut partiellement épuré est dévié latéralement de la chambre (3)
de retenue du gaz, caractérisé en ce que la vitesse des gaz bruts partiellement épurés
et déviés latéralement de la chambre (3) de retenue du gaz est réduite d'au moins
un facteur 3 et, après un nouveau changement de direction du gaz, renvoyée sensiblement
dans la direction verticale, dans le deuxième étage d'épuration exécuté par un filtre
à lit fixe dont la surface est au moins trois fois plus grande que la surface circulaire
du tube de sortie de gaz du réacteur de gazéification, le lit fixe est incliné et,
lorsque la surface du filtre a été recouverte de poussière, on fait glisser la couche
extrême supérieure du filtre dans la chambre (5) collectrice de cendres, à la faveur
d'un nettoyage par renversement du sens d'écoulement du gaz réalisé au moyen des buses
(12).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le filtre à lit fixe est un
filtre à lit de sable boulant.
3. Procédé selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que le deuxième étage d'épuration
est exécuté à une température supérieure à 500°C.
4. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon une ou plusieurs des revendications
1 à 3, essentiellement composé d'un réacteur de gazéification comportant un conduit
de refroidissement disposé verticalement, avec une sortie (2) de gaz brut en position
basse et une chambre (5) collectrice de cendres, ainsi qu'un filtre à lit fixe placé
en aval, caractérisé en ce que la chambre (4) d'entrée du filtre, qui est disposée
au-dessus du filtre à lit fixe (7), se raccorde à la périphérie de la sortie (2) de
gaz brut la surface du lit fixe qui regarde la chambre (4) d'entrée du filtre est
au moins trois fois plus grande que la surface circulaire du tube de sortie du gaz
du réacteur de gazéification, le lit fixe est incliné et, lorsque la surface du filtre
est recouverte de poussière, la couche extrême supérieure du filtre est déversée dans
la chambre (5) collectrice de cendres à la faveur d'un nettoyage par renversement
du sens d'écoulement du gaz réalisé au moyen des buses (12).

