[0001] Die Erfindung betrifft ein Richtgesperre für eine Schaltuhr, über das ein Antriebsteil
ein Zeitschaltteil antreibt, welches gegenüber dem Antriebsteil in der einen Drehrichtung
gegen ein größeres Widerstandsmoment, als in der anderen Drehrichtung manuell verstellbar
ist, wobei das Richtgesperre insbesondere aus zwei Kunststoffteilen besteht, nämlich
aus einem mit einer Innenverzahnung versehenen Zahnrad, das mit dem Antriebsteil
verbunden ist und mit einem, zur Innenverzahnung koaxialen Klinkenkörper, der mit
wenigstens zwei in der Ebene des Zahnrades liegenden Armen versehen ist, die mit Klinken
versehen sind, die in radialer Richtung mit zueinander unterschiedlichen Winkeln
der bei den Zahnflanken der Klinken, federelastisch in die Innenverzahnung des Zahnrades
greifen und welche bei einer Verstellung in der einen oder anderen Drehrichtung aus
der Innenverzahnung gedrückt werden.
[0002] Bei einem derartigen Richtgesperre ist es erforderlich, daß die in beiden Drehrichtungen
mit unterschiedlichem Drehmoment mögliche Verstellung manuell relativ gefühlvoll
Zahn um Zahn möglich ist, um so eine präzise, auf die Teilung der Innenverzahnung
bezogene Verstellung zu gewährleisten.
[0003] Aus der DE-PS 29 15 526 ist ein Richtgesperre für eine Schaltuhr bekannt bei dem
die Klinkenarme jeweils mit zwei verschieden weit von der jeweiligen Klinkenspitze
entfernten, durch radiale Querschnittsverdünnungen gebildeten elastischen Biegeabschnitten
versehen sind.
[0004] Dieses Richtgesperre ist mit dem erheblichen Nachteil versehen, daß bei einer Verdrehung
in der einen oder der anderen Drehrichtung zunächst keine Verstellung des Zeitschaltteiles
zum Antriebsteil erfolgt, sondern daß nur eine Auslenkung der Klin kenarme im Bereich
der vorderen Querschnittsverdünnung erfolgt und erst nach dem Überschreiten eines
bestimmten Winkelweges die Klinkenspitzen aus der Innenverzahnung in einen anderen
Zahngrund springen. Außerdem ist hier von Nachteil, daß die Querschnittsverdünnungen
in der Materialdicke sehr genau gehalten werden müssen, weil sonst ein zueinander
gleichzeitiger Sprung von einer Zahnlücke in die andere nicht gewährleistet ist. Mit
diesem Richtgesperre ist es nicht möglich, eine zifferblattbezogene Einstellung einer
Schaltscheibe vorzunehmen, ohne zunächst einen Blindweg in Kauf zu nehmen.
[0005] Bei dem aus der DE-PS 33 20 242 bekanntgewordenen Richtgesperre für eine Schaltuhr
sind die beiden Zahnflanken der Klinken äusserst spitzwinkelig, wobei die dem Klinkenarm
zugewandte Zahnflanke bezogen auf den Radius der Innenverzahnung im Winkel kleiner
ist, als die andere Zahnflanke bei einem zum Radius R symmetrischen Zahnflankenverlauf
der Innenverzahnung.
[0006] Diese Verzahnung besitzt den Nachteil, daß die zwar hysteresefreie Verstellung in
der einen als auch in der anderen Drehrichtung aufgrund der relativ spitzwinkeligen
Ausbildung der Klinken zur flankenwinkelsymmetrischen Innenverzahnung nur ruckartig
verstellbar ist, was bewirken kann, daß beim Verstellen mehrere Zähne übersprungen
werden. Eine gefühlvolle zifferblattbezogene Einstellung ist hier nur schwer möglich.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Richtgesperre der eingangsgenannten
Art für Schaltuhren zu schaffen, das einfach in der Herstellung und gefühlvoll, auf
eine Skaleneinteilung eines Zifferblattes auf dem Schaltuhrteil bezogen, verstellt
werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 gelöst und in den Unteransprüchen sind weitere spezifische Bemessungen der miteinander
in Eingriff kommenden Teile des Richtgesperres beansprucht.
[0009] Vorteilhaft bei diesem Richtgesperre ist nicht nur die präzise in beiden Drehrichtungen
feinfühlige und hysteresefreie Verstellbarkeit, sondern auch die einfache, in der
Federelastizität hochgenau reproduzierbare Herstellung des Klinkenkörpers insbesondere
in der Ausführung mit den diametral angeordneten Federarmen an der gemeinsamen Klinke.
Vorteilhaft bei einer solchen Ausführung mit diametral zueinander und zu einer Klinke
angeordneten Federarmen ist außerdem dessen Anwendbarkeit sowohl bei innen- als auch
bei außenverzahnten Zahnrädern.
[0010] Ausführungsbeispiele einiger Richtgesperre sind in den Zeichnungen dargestellt und
werden im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine Vorderansicht auf ein Richtgesperre mit einem symmetrischen Klinkenkörper
mit einseitig angeordneten federelastischen Armen,
Fig. 2 eine Vorderansicht auf ein Richtgesperre mit einem Klinkenkörper mit nur einer
Klinke und diametral daran angeordneten federelastischen Armen,
Fig. 3 eine Vorderansicht auf ein Richtgesperre in einer Ausführung nach Fig. 2 mit
um 18° zueinander versetzten Klinken für den Einsatz in einem innenverzahnten Zahnrad,
Fig. 4 eine Vorderansicht auf einen Klinkenkörper in einer Ausführung nach Fig. 2
mit einem mit drei Klinken besetzten Klinkenkörper im Eingriff mit einem innenverzahnten
Zahnrad und
Fig. 5 eine Ansicht auf ein Richtgesperre mit einem Klinkenkörper mit drei Klinken
im Eingriff mit einem außenverzahnten Zahnrad.
[0011] Das, in der Fig. 1 dargestellte, Richtgesperre besteht im wesentlichen aus dem Klinkenkörper
4 und dem mit einer Innenverzahnung 6 versehenen Zahnrad 7.
[0012] Der Klinkenkörper 4 ist dort zweckmäßigerweide mit zwei um 180° einander gegenüberliegenden
federelastischen, einseitig angeordneten Armen 10 versehen, welche sich von der Wurzel
11 konisch zu ihrem freien Ende hin verjüngen und endseitig jeweils mit Klinken 2
ausgestattet sind, die federelastisch mit der Innenverzahnung 6 des Zahnrades 7 in
Eingriff stehen.
[0013] Die Winkel Z und I der Zahnflanken 1 der Klinken 2 des Klinkenkörpers 4 als auch
der Zahnflanken 5 der Innenverzahnung 6 des Zahnrades 7, die beide in Antriebsrichtung
A weisen, bezogen auf des Radius R sind dort größer als die Winkel Z′ und I′ der Zahnflanken
9 der innenverzahnung 6, die in die Gegendrehrichtung G verlaufen und ebenfalls auf
den Radius R bezogen sind.
[0014] Insbesondere können der Winkel Z der Zahnflanken 1 der Klinken 2 58
o+/-30′ und der dazu benachbarte Winkel I der Zahnflanke 5 der Innenverzahnung 6 63
o+/-10′ betragen, sowie der Winkel Z′ der Zahnflanke 8 44
o+/-10′ und der dazu benachbarte Winkel I′ der Zahnflanke 9 49
o+/-10′ betragen. Mit dieser spezifischen Bemessung wird eine feinfühlige und hysteresefreie
Verstellung des Zahnrades 7, das insbesondere auf der Seite des Zeitschaltteils angeordnet
ist, zum Klinkenkörper 4 auf der Seite des Antriebsteiles, erzielt.
[0015] Das, in der Fig. 2 dargestellte, Richtgesperre besteht im einzelnen aus dem Klinkenkörper
4 mit der Klinke 2, die mit zwei diametral zueinander verlaufenden federelastischen
Armen 10 am Klinkenkörper 4 befestigt ist.
[0016] In der gezeigten Ausführung sind die Arme 10 koaxial und kreisförmig verlaufend
zum Klinkenkörper 4 angeordnet. Diese Arme 10 sind über einen gemeinsamen Steg 16,
der dort in einem Winkel von 180
o zur Klinke 2 versetzt angeordnet ist, am Klinkenkörper 4 befestigt. 17 bezeichnet
das Lager des Klinkenkörpers 4 und 7 zeigt das zum Klinkenkörper 4 koaxial angeordnete
Zahnrad mit einer Innenverzahnung 6.
[0017] Wie die Fig. 2 weiter zeigt, sind die Zahnflanken 1 und 8 der Klinke 2, als auch
die Zahnflanken 5 und 9 des Zahnrades 7 jeweils verschieden groß bemessen, bezogen
auf den Radius R. Durch diese Verschiedenheit der Steigungen wird gewährleistet, daß
in der einen Drehrichtung ein größeres Widerstandsmoment als in der anderen Drehrichtung
wirksam ist. Dabei kann das Zahnrad 7 mit einem Antriebsteil und der Klinkenkörper
4 mit dem Zeitschaltteil einer Schaltuhr verbunden sein.
[0018] Die Fig. 3 zeigt eine Ausführung eines Richtgesperres mit einem Klinkenkörper 4 mit
zwei, einander gegenüberliegenden Klinken 2, die jeweils über zwei diametral zueinander
verlaufenden Armen 10 am Klinkenkörper 4 befestigt sind. 6 bezeichnet die Innenverzahnung
des Zahnrades 7 mit der die Klinken 2 in federelastischem Eingriff stehen. Die Arme
10 sind bei dieser Ausführung im Bereich ihrer Befestigung am Klinkenkörper 4 radialverlaufend
abgewinkelt und jeweils einzeln am Klinkenkörper 4 befestigt. Die Arme 10 verlaufen
kreisförmig um den Lagerpunkt 14 des Richtgesperres. 15 bezeichnet flächige Ausbildungen
im Bereich der Abwinkelungen der Arme 10 und im Bereich der Klinken 2. Diese Ausbildungen
15 dienen als Stützpunkte zum Auswerfen des, aus Kunststoff hergestellten Teil, aus
einem entsprechenden Spritzgußwerkzeug. 1 und 8 bezeichnet die, in der Steigung zueinander
unterschiedlichen Zahnflanken der Klinken 2. 5 und 9 zeigt die im Winkel zueinander
verschiedenen Zahnflanken der Innenverzahnung 6 des Zahnrades 7.
[0019] Eine weitere Ausführung insbesondere eines Klinkenkörpers 4 zeigt die Fig. 4. Dort
sind die diametral zueinander verlaufenden Arme 10 derart zueinander angestellt, daß
die jeweiligen Anstellwinkel den die Außenseiten 18 der Arme 10, bezogen auf den Radius
R zu einander einnehmen, die Zahnflanken 1 und 8 einer Klinke unmittelbar bilden.
Die anderen Enden der Arme 10 sind insbesondere radial verlaufend am Klinkenkörper
4 stoffschlüssig befestigt. 6 zeigt die Innenverzahnung des Zahnrades 7. Zweckmäßigerweise
sind bei dieser Richtgesperrausführung drei federelastische Armpaare 10 jeweils in
einem Winkel von 120
o zueinander am Klinkenkörper 4 angeordnet. Die Lamellendicke der Arme 10 kann bei
dieser Ausführung wie auch bei den bereits zuvor geschilderten Richtgesperreausführungen
ca. 0,5 mm betragen.
[0020] Die Fig. 5 zeigt ein Richtgesperre mit einem Zahnrad 7, das in Abänderung der bisher
erwähnten Innenverzahnung 6 mit einer Aussenverzahnung 12 versehen ist. 4 bezeichnet
den Klinkenkörper mit drei winkelsymmetrisch zueinander angeordneten Klinken 2, die
jeweils über zwei diametral zueinander verlaufenden federelastischen Armen 10 mit
dem Klinkenkörper 4 verbunden sind. Auch hier sind die Winkel der Zahnflanken 1 und
8 der Klinken 2, als auch der Zahnflanken 5 und 9 der Außenverzahnung 12 des Zahnrades
7, bezogen auf den Radius R, zueinander verschieden groß.
[0021] Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß für bestimmte Anwendungszwecke auch auf den
Radius R bezogene, winkelsymmetrische Zahnflanken sowohl für die Klinke 2, als auch
für das Zahnrad 7 mit einer Innen- oder einer Außenverzahnung vorgesehen sein können.
1. Richtgesperre für eine Schaltuhr über das ein Antriebsteil ein Zeitschaltteil antreibt,
welches gegenüber dem Antriebsteil in der einen Drehrichtung gegen ein größeres Widerstandsmoment
als in der anderen Drehrichtung manuell verstellbar ist, wobei das Richtgesperre insbesondere
aus zwei Kunststoffteilen besteht, nämlich aus einem mit einer Innenverzahnung (6)
versehenem Zahnrad (7), das mit dem Antriebsteil verbunden ist und mit einem, zur
Innenverzahnung (6) koaxialen Klinkenkörper (4), der mit wenigstens zwei in der Ebene
des Zahnrades (7) liegenden Armen (10) versehen ist, die mit Klinken (2) versehen
sind, die in radialer Richtung mit zueinander unterschiedlichen Winkeln der beiden
Zahnflanken (1 und 8) der Klinken (2) federelastisch in die Innenverzahnung (6) des
Zahnrades (7) greifen und welche bei der Verstellung in der einen oder anderen Drehrichtung
aus der Innenverzahnung (6) gedrückt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkel (Z, I) der Zahnflanken (1) der Klinken (2) des Klinkenkörpers (4)
als auch der Zahnflanken (5) der Innenverzahnung (6) des Zahnrades (7), die beide
in Antriebsrichtung (A) weisen, bezogen auf den Radius (R) größer sind, als die Winkel
(Z′ und I′) der Zahnflanken (8) der Klinke (2) und der Zahnflanke (9) der Innenverzahnung
(6), die in die Gegendrehrichtung (G) verlaufend bezogen auf den Radius (R) angeordnet
sind.
2. Richtgesperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Arme (10) koaxial
und kreisförmig verlaufend zum Klinkenkörper (4) angeordnet sind.
3. Richtgesperre nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Klinke (2)
mit zwei diametral zueinander verlaufenden federelastischen Armen (10) versehen ist,
die am Klinkenkörper (4) befestigt sind.
4. Richtgesperre nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Arme (10) über einen
gemeinsamen Steg (16) am Klinkenkörper (4) befestigt sind.
5. Richtgesperre nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Steg (16) um 180o zur Lage der Klinke (2) zum Klinkenkörper (4) am Klinkenkörper (4) angeordnet ist.
6. Richtgesperre nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr
Klinken (2) mit gleichem Abstand zueinander um den Umfang des Klinkenkörpers (4) herum
angeordnet sind.
7. Richtgesperre nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Arme (10)
unmittelbar einzeln, oder zu zweit mit je einem Arm (10) von zwei zueinander benachbarten
Klinken (2) über einen Steg (16) am Klinkenkörper (4) befestigt sind.
8. Richtgesperre nach 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Zahnflanken
(1 und 8) der Klinke (2) aus dem diametralen Zusammenlaufen der Außenseiten (18) der
beiden Arme (10) heraus gebildet sind.
9. Richtgesperre nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Winkel (Z) der Zahnflanke (1) 58o+/-30′ beträgt, der benachbarte Winkel (I) der Zahnflanke (5) 63o+/-10′ ist, der Winkel (Z′) der Zahnflanke (8) 44° +/30′ beträgt und der dazu benachbarte
Winkel (I′) der Zahnflanke (9) 49o+/-10′ ist.
10. Richtgesperre nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Winkel der Zahnflanke (1) bezogen auf den Radius (R) 58o -1o und der Winkel der Zahnflanke (8) bezogen auf den Radius (R) 20o -1o groß ist, und daO die Zahnflanken (5 und 9) der Innenverzahnung (6) eines Zahnrades
(7) in ihren jeweiligen Winkelgrößen bezogen auf der Radius (R) gleich sind den Winkelgrößen
der, bei gegenseitigem Eingriff jeweils benachbarten Zahnflanken (1 und 8) der Klinke
(2).