[0001] Die Erfindung betrifft Cycloalkylvinylether der allgemeinen Formel I

in der n für eine ganze Zahl von 7 bis 15 steht, insbesondere Cyclododecylvinylether,
sowie deren Herstellung und Verwendung.
[0002] Wegen der im allgemeinen unzureichenden Verfügbarkeit vieler natürlicher Riechstoffkomponenten,
der notwendigen Anpassung an wechselnde modische Geschmacksrichtungen sowie dem ständig
steigenden Bedarf an Geruchsverbesserern für Produkte des täglichen Bedarfs, wie
Reinigungsmitteln, Kosmetika, Leimen etc. hat die Riechstoffindustrie ständig Bedarf
an neuen Riechstoffen, die allein oder in Form von Kompositionen wertvolle Parfüms
bzw. Duftstoffe mit interessanten Duftnoten darstellen. Da aufgrund wenig bekannter
Zusammenhänge zwischen Struktur und Riechstoffeigenschaften eine gezielte Synthese
von Riechstoffen mit gewünschten olfaktorischen Eigenschaften nicht möglich ist,
besteht die Aufgabe, solche Verbindungen aufzufinden, die wertvolle Riechstoffqualitäten
besitzen.
[0003] Es war daher die Aufgabe der Erfindung, neue interessante Riechstoffe zu entwickeln,
die auf möglichst einfache Weise aus gut zugänglichen und daher billigen Ausgangsstoffen
hergestellt werden können.
[0004] Aus der DE-AS 1 196 810 sind aliphatische Cyclododecylether als Riechstoffe mit
wertvollen Holznoten bekannt. Als besonders interessant erwies sich der Cyclododecylethylether
wegen seines reinen Zedernholzgeruches. Einer breiten Verwendung der beschriebenen
Riechstoffe steht ein technisch schwierig durchzuführendes Verfahren, das zu einer
großen Abwasserbelastung führt, entgegen. Gemäß dem in loc. cit. beschriebenen Herstellungsverfahren
wird aus Cyclododecanol mit Hilfe des schwierig zu handhabenden Natriumamids das Alkoholat
hergestellt, wobei in stöchiometrischen Mengen Ammoniak anfällt, der zum Ammoniumsalz
umgesetzt werden muß und in dieser Form ins Abwasser gelangt. Das erhaltene Alkoholat
wird anschließend mit hochtoxischen Alkylierungsmitteln, wie Dialkylsulfaten, in einer
stark exothermen Reaktion zum entsprechenden Alkylether umgesetzt. Hierbei fällt
erneut in überstöchiometrischer Menge Salz als Abfallprodukt an.
[0005] Es war daher auch eine Aufgabe der Erfindung, den als Riechstoff sehr begehrten Cyclododecylethylether
auf technisch einfache Weise und mit möglichst geringer Umweltbelastung herzustellen.
[0006] Es wurde nun gefunden, daß man den Cyclododecylethylether auch in technischem Maßstab
auf einfache Weise und mit sehr guten Ausbeuten erhalten kann, wenn man Cyclododecanol
in Gegenwart basischer Katalysatoren mit Acetylen umsetzt und den dabei erhaltenen
Cyclododecylvinylether anschließend katalytisch zu dem Cyclododecylethylether hydriert.
[0007] Durch dieses Verfahren gelingt die Darstellung des begehrten Cyclododecylethylethers
sowie anderer Cycloalkylethylether mit Hilfe technisch gut durchführbarer katalytischer
Reaktionen, bei deren Durchführung toxische Stoffe vermieden werden und eine Umweltbelastung
durch Salzanfall ausgeschlossen wird. Da außerdem auf Verwendung organischer Lösungsmittel
sowie ein Waschen der Reaktionsausträge mit Wasser verzichtet werden kann, ist das
vorliegende Verfahren ein besonders umweltschonender und kostengünstiger Weg zur
Herstellung des gewünschten Cyclododecylethylethers.
[0008] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß der bei diesem Prozeß als Zwischenprodukt
auftretende Cyclododecylvinylether auch wertvolle Riechstoffeigenschaften aufweist.
Cyclododecylvinylether weist eine frische, etwas animalische und eine - im Vergleich
zu den bekannten Cyclododecylethern - weitaus weniger holzige Geruchsnote auf. Im
Gegensatz zu den bekannten Cyclododecylethern kann der neue Cyclododecylvinylether
daher außer in Edelholzkompositionen auch in vielen anderen Kompositionen eingesetzt
werden. Einen überraschend positiven Effekt bewirkt Cyclododecylvinylether u.a. in
den häufig eingesetzten blumigen Kompositionen. Insbesondere bewirkt Cyclododecylvinylether
eine deutliche Anhebung der Komplexität und Intensität des Duftakkords. Außerdem ist
eine abrundende Wirkung insbesondere auf die holzigen und grün-krautigen Teilaspekte
dieser Dufttypen festzustellen. Die Verbindung hat zudem sehr gute fixierende Eigenschaften
und ist außerdem im alkalischen pH-Bekreich, dem weitaus häufigsten Einsatzbereich
für Duftstoffe, sehr stabil.
[0009] Auch andere Cycloalkylvinylether weisen wertvolle Riechstoffeigenschaften auf. Gegenstand
der Erfindung sind daher die Cycloalkylvinylether der allgemeinen Formel I

in der n für eine ganze Zahl von 7 bis 15 steht, deren Verwendung zur Verleihung,
Verbesserung oder Modifizierung der Duftstoffeigenschaften von Parfüms oder parfümierten
PÖrodukten sowie ein Verfahren zu deren Herstellung, das dadurch gekennzeichnet ist,
daß man Cycloalkanole der allgemeinen Formel II

in der n für eine ganze Zahl von 7 bis 15 steht, in Gegenwart basischer Katalysatoren
mit Acetylen umsetzt.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist weiterhin die Verwendung von Cyclododecylvinylether
zur Herstellung des begehrten Cyclododecylethylethers sowie allgemein ein Verfahren
zur Herstellung von Cyclododecylethylethern der allgemeinen Formel III

das dadurch gekennzeichnet ist, daß man die gemäß dem oben beschriebenen Verfahren
erhaltenen Cycloalkylvinylether der Formel (I) katalytisch hydriert.
[0011] Als basische Katalysatoren für die erfindungsgemäße Umsetzung mit Acetylen sind insbesondere
geeignet Alkalialkoholate, wie Natriummethylat Kaliummethylat und Kalium-tert.-butylat
oder Alkalihydroxyde, wie Kaliumhydroxid und Natriumhydroxid.
[0012] Im allgmeinen arbeitet man mit Acetylendrucken von 1 bis 20, vorzugsweise 5 bis 12
bar und Reaktionstemperaturen von 50 bis 250, vorzugsweise 130 bis 180°C.
[0013] Als Hydrierungskatalysatoren sind Metallkatalysatoren, wie Nickel- und Kobaltkatalysatoren,
insbesondere Edelmetallkatalysatoren, wie Platin-, Palladium-, Ruthenium- und Rhodium-Katalysatoren
geeignet. Insbesondere seien Raney-Nickel, Palladium- und Platin-trägerkatalysatoren
genannt.
[0014] Im allgemeinen arbeitet man bei der Hydrierung mit H₂-Drucken von 1 bis 200, vorzugsweise
10 bis 60 bar und Reaktionstemperaturen von 0 bis 150, vorzugsweise 20 bis 60°C.
[0015] Die Cycloalkylvinylether der Formel I, insbesondere Cyclododecylvinylether, stellen
wertvolle Riechstoffe dar, die auf technisch einfache und vorteilhafte Weise hergestellt
werden können. Cyclododecylvinylether eröffnet außerdem einen sehr vorteilhaften Weg
zu dem als Riechstoff mit edlem Zedernholzduft begehrten Cyclododecylethylether.
Beispiel 1
Herstellung von Cyclododecylvinylether
[0016] Ein Gemisch aus 1840 g Cyclododecanol und 32 g pulverisiertem KOH wurde in einem
Rührautoklaven vorgelegt. Anschließend wurde der Autoklav mit Stickstoff gespült
und bei 2 bar N₂ auf 160°C aufgeheizt. Man preßte dann 22 bar Acetylen auf und kompensierte
den Verbrauch durch ständiges Nachpressen von Acetylen. Nach 12 h war keine Gasaufnahme
mehr zu beobachten. Der Autoklav wurde entspannt und abgekühlt. Nach Destillation
unter vermindertem Druck erhielt man 1827 g Cyclododecylvinylether bei Kp. 135-138°C/1
mbar (entsprechend einer Ausbeute von 87 % d. Theorie).
Beispiel 2
Herstellung von Cyclododecylethylether
[0017] 413 g Cyclododecylvinylether und 2 g Pd/C (5 %ig) wurden im Hydrierautoklaven gemischt.
Anschließend wurde bei 50°C und 50 bar H₂ so lange hydriert bis keine H₂-Aufnahme
mehr erfolgte. Nach dem Abkühlen wurde der Katalysator abfiltriert und das Filtrat
destilliert. Man erhielt 405 g Cyclododecylethylether (Kp. 98-102°C/0,15 mbar) (97
% der Theorie).
Beispiel 3 (Anwendungsbeispiel)
[0018] In der Komposition I, Typ "Rose", der unten angegebenen Zusammensetzung wurden 100
Gewichtsteile Dipropylenglykol durch den erfindungsgemäßen Cyclododecylvinylether
ersetzt (Ia)
|
I |
Ia |
Geraniumoel Bourbon |
5 Gew.-Teile |
5 Gew.-Teile |
Phenylethylisoamylether |
10 Gew.-Teile |
10 Gew.-Teile |
Citral 10 % in DPG |
20 Gew.-Teile |
20 Gew.-Teile |
Phenylacetaldehyd 50, 10 % in DPG |
20 Gew.-Teile |
20 Gew.-Teile |
Dihydrorosenoxid 10 % in DPG |
30 Gew.-Teile |
30 Gew.-Teile |
Phenylethylacetat |
40 Gew.-Teile |
40 Gew.-Teile |
Geranylacetat |
50 Gew.-Teile |
50 Gew.-Teile |
Phenylethylalkohol |
80 Gew.-Teile |
80 Gew.-Teile |
Dipropylenglykol (DPG) |
195 Gew.-Teile |
95 Gew.-Teile |
Cyclododecylvinylether/BASF |
--- Gew.-Teile |
100 Gew.-Teile |
Geraniol |
250 Gew.-Teile |
250 Gew.-Teile |
Citronellol |
300 Gew.-Teile |
300 Gew.-Teile |
|
1000 Gew.-Teile |
1000 Gew.-Teile |
[0019] Die beschriebene Riechstoffkomposition erhält durch Zufügen des erfindungsgemäßen
Cyclododecylvinylethers einen wesentlich intensiveren Duft. Die holzigen und grün-krautigen
Teilaspekte des Duftes wurden abgerundet.
Beispiel 4 (Anwendungsbeispiel)
[0020] In der Komposition II, Typ "Violet", der unten angegebenen Zusammensetzung wurden
anstelle von 100 Gew.-teilen Dipropylenglykol 100 Gew.-teile des erfindungsgemäßen
Cyclododecylvinylethers (IIa) zugefügt.
|
II |
IIa |
cis-3-Hexen-1-ol |
10 Gew.-teile(%) |
10 Gew.-teile(%) |
Heliotropin |
10 Gew.-teile(%) |
10 Gew.-teile(%) |
Dihydromyrcenol |
20 Gew.-teile(%) |
20 Gew.-teile(%) |
Benzylacetat |
30 Gew.-teile(%) |
30 Gew.-teile(%) |
Hydroxycitronellol |
50 Gew.-teile(%) |
50 Gew.-teile(%) |
Canthoxal |
50 Gew.-teile(%) |
50 Gew.-teile(%) |
Linalylacetat |
60 Gew.-teile(%) |
60 Gew.-teile(%) |
Dimethylphenylethylcarbinol |
70 Gew.-teile(%) |
70 Gew.-teile(%) |
Dipropylenglykol |
100 Gew.-teile(%) |
--- Gew.-teile(%) |
Cyclododecylvinylether/BASF |
--- Gew.-teile(%) |
100 Gew.-teile(%) |
alpha-Hexylzimtaldehyd |
100 Gew.-teile(%) |
100 Gew.-teile(%) |
Phenylethylalkohol |
100 Gew.-teile(%) |
100 Gew.-teile(%) |
alpha-Ionon |
400 Gew.-teile(%) |
400 Gew.-teile(%) |
|
1000 Gew.-teile |
1000 Gew.-teile |
[0021] Die beschriebene Riechstoffkomposition II erhielt durch Zufügen des erfindungsgemäßen
Cyclododecylvinylethers einen wesentlich abgerundeten und intensiveren Duft.
1. Cycloalkylvinylether der allgemeinen Formel I

in der n für eine ganze Zahl von 7 bis 15 steht.
2. Cyclododecylvinylether.
3. Verfahren zur Herstellung von Cycloalkylvinylethern der allgemeinen Formel I gemäß
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Cycloalkanole der allgemeinen Formel II

in der n für eine ganze Zahl von 7 bis 15 steht, in Gegenwart basischer Katalysatoren
mit Acetylen umsetzt.
4. Verwendung von Cycloalkylvinylethern der allgemeinen Formel I gemäß Anspruch 1
zur Verleihung, Verbesserung oder Modifizierung der Dufteigenschaften von Parfüms
oder parfümierten Produkten.
5. Verwendung von Cyclododecylvinylether gemäß Anspruch 2 zur Verleihung, Verbesserung
oder Modifizierung der Dufteigenschaften von Parfüms oder parfümierten Produkten.
6. Verfahren gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die erhaltenen Cycloalkylvinylether
der Formel I anschließend katalytisch zu den Cycloalkylethylethern der allgemeinen
Formel III

in der n für eine ganze Zahl von 7 bis 15 steht, hydriert.
7. Verwendung von Cyclododecylvinylether für die Herstellung von Cyclododecylethylether.