[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein an einer Nähmaschine auswechselbar anbringbares
Näh-Schneidefüsschen. Mit Hilfe eines solchen Füsschens kann die Nähmaschine in einem
Arbeitsgang eine Nähnaht anbringen und den Stoff neben der Naht abschneiden.
[0002] Ein derartiges Näh-Schneidefüsschen ist aus der CH-Patentschrift 541. 650 bekannt
geworden. Prinzipiell wird dabei die mit dem Füsschen verbundene Schere von der Auf-
und Abwärtsbewegung der Nadelstange betätigt. Die Schere schneidet bei jedem Nadeleinstich
eine kleine Schnittstrecke in Richtung der Stoffzufuhr vor der Einstichstelle. Die
Schnittlänge muss einerseits kurz genug sein, damit der Schnitt auch einer Kurve folgen
kann. Andrerseits muss die Schnittlänge grösser sein als die grösstmögliche Stichlänge
der Maschine. Der Hub der Nadelstange ist aber sehr viel grösser als der erforderliche
Hub am bewegbaren Schenkel der Schere.
[0003] Damit das Näh-Schneidefüsschen leicht auswechselbar ist, wird die Bewegung von einem
bereits an der Nadelstange vorhandenen Teil, nämlich der Nadel-Befestigungsschraube
hergeleitet. Der Hub des beweglichen Schenkels der Schere sollte nur etwa ein Zehntel
des Hubes der Nadelstange sein. Das aus der CH-PS 541.650 bekannte Näh-Schneidefüsschen
benötigt dazu eine doppelte Hebel-Uebersetzung. Die Konstruktion wird dadurch relativ
kompliziert, schwerfällig und teuer in der Herstellung.
[0004] Die Erfindung stellt sich zur Aufgabe, ein Näh-Schneidefüsschen zu schaffen, das
einfacher im Aufbau und billiger herzustellen ist. Die Erfindung löst diese Aufgabe
mit einem Näh-Schneidefüsschen, das die Merkmale des Patentanspruches 1 aufweist.
[0005] In der beigefügten Zeichnung ist in den Figuren 1 und 2 schematisch die Hebelübersetzung
nach dem CH-Patent Nr. 541 650 derjenigen des erfindungsgemässen Näh-Schneidefüsschens
gegenübergestellt. Die Figuren 3-5 zeigen ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
und zwar in
Figur 1 eine vereinfachte Darstellung des Hebelmechanismuses nach der CH-PS 541 650;
Figur 2 eine vereinfachte Darstellung des Hebelmechanismus nach der Erfindung;
Figur 3 eine Ansicht eines Näh-Schneidefüsschens von der Seite in grösserem Massstab;
Fig. 4 eine Rückansicht und
Fig. 5 eine Ansicht von oben des Füsschens nach Figur 3
Fig. 6-9 einige mit dem Näh-Schneidefüsschen ausführbare Näharbeiten.
[0006] In der Figur 1 ist der Hebelmechanismus nach der CH-PS 541 650 vereinfacht dargestellt.
Die Nadel- Befestigungsschraube B greift in einem Längsschlitz des Hebels a ein,
der um eine fest mit dem Füsschen F verbunde X-Achse schwenkbar ist. Ein Bolzen a₁
des Hebels a greift in einen Schlitz des zweiten Hebels b ein, der um die fest mit
dem Füsschen F verbundene Achse Y schwenkbar ist. Die Achse y ist zugleich die Schwenkachse
des bewegbaren Scherenschenkels S. Mit Hilfe der beiden Hebel a und b wird der Hub
H der Nadelstange auf H/10 am Schneidschenkel reduziert.
[0007] Die Figur 2 zeigt den erheblich vereinfachten Hebelmechanismus des Näh-Schneidfüsschens
nach der Erfindung. Hier ist das Füsschen selber wieder mit F bezeichnet. Ein etwa
T-förmiger Schwenkhebenl ist um die mit dem Füsschen fest verbundenen Achse X₁ schwenkbar.
Ein mit dem Hebel verbundener Bolzen c₁ , greift in einen Schlitz des bewegbaren Scheren-Schneidschenkels
5 ein. Dieser ist um die mit dem Füsschen fest verbundenen Achse Y schwenkbar.
[0008] Dank dem, dass eine Flanke des emporragenden Armes des Hebels C einen kleinen Winkel
α zur Bewegungsbahn der Nadelstange beziehungsweise zur Bewegungsbahn der Nadel-Befestigungsschraube
B einschliesst, ist die Schwenkbewegung des Hebels C gering und ist keine weitere
Untersetzung erforderlich.
[0009] Damit die Flanke des Schwenkhebels immer an der Schraube B anliegt, ist eine im Schema
nicht dargestellte Feder angebracht.
[0010] In den Figuren 3-5 ist ein Ausführungsbeispiel eines Näh-Schneidefüsschens in grösserem
Massstab dargestellt. Das Füsschen 10 ist bei 11 federnd schwenkbar mit dem Halter
12 der Füsschen- Führungsstange 13 verbunden. Diese ist hier durch unterbrochene Linien
dargestellt, da sie nicht Teil der Erfindung ist.
[0011] An einer Seite des Füsschens befindet sich eine Lager-Leiste 14 (s. Fig. 5) an dem
die Schwenklager für den Schwenkhebel und für den schwenkbaren Scherenschenkel gelagert
sind. Die Lagerleiste ist mit dem Füsschen 10 fest verbunden.
[0012] Der T-förmige Schwenkhebel 20 ist um die in der Leiste 14 befestigte Achse 21 schwenkbar.
Ein Distanzring 22 und eine auf die Achse 21 aufgeschraubte Mutter 23 sorgen für die
Führung des Hebels 20. Am vorderen Ende 24 ist ein Arm des Hebels U-förmig gebogen.
Dieses U bildet einen Schutz gegen unbeabsichtigtes Berühren der Schere. Der emporragende
Arm des T-förmigen Hebels hat eine Flanke 25 die im Betrieb an der Nadel-Befestigungsschraube
50 anliegt. Anders ausgedrückt, die Schraube 50 gleitet im Betrieb an der Flanke
25 auf und ab und bewirkt dadurch eine Schwenkbewegung des T-förmigen Hebels. Die
Nadelstange 51 ist durch unterbrochene Linien dargestellt, da sie nicht Teil der
Erfindung ist.
[0013] Damit die Flanke 25 immer an der Schraube B anliegt, ist eine Biegefeder 30 vorgesehen.
Ein senkrecht umgebogenes Ende der Feder greift in eine Bohrung 31 der Leiste 14 ein.
Die Feder umschlingt die Mutter 23 und ihr anderes Ende greift unter den vorderen
Arm des T-förmigen Hebels. Damit der T-förmige Hebel den bewegbaren Schenkel 40 der
Schere betätigen kann, ist er mit einem Zapfen 41 verbun den, der in einen Schlitz
42 des Schenkels 40 eingreift. Der Zapfen 41 bildet Teil einer Schraube 43 und ist
exzentrisch zu dieser angebracht. Dadurch ergibt sich eine verstellmöglichkeit des
Hubes des Scheren-Schenkels 40. Mit Hilfe der Mutter 44 kann die gewählte Einstellung
fixiert werden. Der Scheren-Schenkel 40 ist um die Achse 45 schwenkbar. Eine Feder
46 sorgt für ein sattes Anliegen an den festen Scheren-Schenkel 47 und eine Mutter
48 erlaubt den Anspressdruck einzustellen. Der feste Scherenschenkel ist in Figur
5a für sich dargestellt. Der emporragende Teil 47′ ist in einer Nut in der Leiste
14 gehalten. Beide Schneide-Schenkel sind daher leicht auswechselbar.
[0014] Im dargestellten Beispiel ist die Flanke 25 des T-förmigen Hebelarmes gerade dargestellt.
Dies bedeutet, dass die Schneidebewegung der Schere während des ganzen Hubs der Nadelstange
stattfindet. Die Flanke 25 kann aber auch leicht gekrümmt sein. Dadurch kann die Schneidebewegung
entweder auf den Anfang oder das Ende der Einstichbewegung verlegt werden.
[0015] Die Figuren 6-9 zeigen was sich mit dem Näh-Schneidefüsschen mit Hilfe einer modernen
Nähmaschine machen lässt.
[0016] Figur 6 zeigt eine gerade Naht neben der, der Stoff im Abstand X abgeschnitten wird.
Die Vorschub- beziehungsweise Einzugsrichtung ist durch einen Pfeil angedeutet. Figur
7 zeigt eine Overlock oder Verstätungsnaht, wobei die Zickzack-Schwenkbewegung der
Nadelstange eingeschaltet ist.
[0017] Figur 8 zeigt einen Hohlsaum bei dem nur die obere Stofflage abgeschnitten wird
und Figur 9 zeigt denselben Hohlsaum von der Seite.
1. An einer Nähmaschine auswechselbar anbringbares Näh-Schneidefüsschen mit einer
von der Auf- und Abwärtsbewegung der Nadelstange betätigbaren Schere, gekennzeichnet
durch einen mit dem bewegbaren Schneideschenkel (40) der Schere verbundenen Schwenkhebel
(20), der einen mindestens annähernd senkrecht zur Näh- Auflegefläche (F) emporragenden
Arm aufweist, der eine Seitenflanke (25) hat, die einen spitzen Winkel zur Bewegungsbahn
der Nadelstange (51) einschliesst und im Betrieb unter Federdruck (30) an der Nadel-Befestigungsschraube
(50) anliegt.
2. Näh-Schneidefüsschen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse
(45) des Schneidschenkels im Bereich des Füsschens seitlich versetzt vor der Nadeleinstichstelle
liegt, während die Schwenkachse (21) des Schwenkhebels (20) seitlich versetzt hinter
der Nadeleinstichstelle im Bereich der Füsschen Andrückstange (13) liegt.
3. Näh-Schneidefüsschen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Schwenkachse
(21) des Schwenkhebels (20) umschlingende Biegefeder (30) angeordnet ist, deren eines
Ende (31) mit einem festen Teil (14) des Füsschens (10) verbunden ist, während deren
anderes Ende (32) mit dem Schwenkhebel (20) verbunden ist.
4. Näh-Schneidefüsschen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegbare
Schneideschenkel (40) der Schere einen Schlitz (42) aufweist in den ein mit dem Schwenkhebel
(20) verbundenen Zapfen (41) eingreift.
5. Näh-Schneidefüsschen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zapfen
(41) exzentrisch an einem im Schwenkhebel drehbaren und feststellbaren Teil (43,44)
angeordnet ist.
6. Näh-Schneidefüsschen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die im Betrieb
an der Nadel-Befestigungsschraube (50) anliegende Flanke (25) des Schwenkhebels
(20) gerade ist.
7. Näh-Schneidefüsschen nach Anspruch 1, dadurch gekenn zeichnet, dass die im Betrieb
an der Nadel-Befestigungsschraube (B) anliegende Flanke (25) des Schwenkhebels (20)
entlang eines Teiles ihrer Länge gekrümmt ist.