[0001] Die Erfindung betrifft einen Scharnierstift zur Drehachsenbildung und/oder Befestigung
von Blechschrankscharnieren, insbesondere für solche, bei denen der Scharnierstift
als Klemmstift zur Befestigung des Scharniers in einer Ausklinkung im Abkantbereich
des Türblatts oder Schrankgehäuses (bzw. einer Türklappe oder Maschinengehäuses) dient,
wobei das eine Ende des Scharnierstiftes an einer Seite über den Stiftquerschnitt
unter Bildung eines Handhabungsansatzes, wie Hakens, weit hinausragt.
[0002] Ein derartiger Scharnierstift ist bereits bekannt, beispielsweise aus der europäischen
Patentveröffentlichung 0223871, siehe dort die Fig. 1, oder auch aus der deutschen
Gebrauchsmusterschrift 7707165, siehe dort die Fig. 6.
[0003] Scharniere für Blechschranktüren müssen besonderen Anforderungen genügen, dies insbesondere
deshalb, weil am verhältnismäßig dünnwandigen Blech des Schrankgehäuses die von dem
Scharnier auf das Blech zu übertragenden Kräfte möglichst weitflächig verteilt werden
müssen, um so zu starke örtliche Belastungen, die zu einem Verbiegen des Bleches oder
zu einem Herausreißen von Befestigungseinrichtungen an zu stark belasteten Stellen
führen können, zu vermeiden. Bei den Blechschrankscharnieren gemäß den beiden genannten
Druckschriften wird diese Kraftverteilung dadurch erreicht, daß der Scharnierstift
(auch) als Klemmstift zur Befestigung des Scharniers im Abkantbereich des Türblattes
eingesetzt wird, was noch gleichzeitig den weiteren Vorteil ergibt, daß das Scharnier
einen verhältnismäßig einfachen Aufbau bekommt und dadurch billig herstellbar ist,
zum anderen die Montage wesentlich vereinfacht wird und beispielsweise die Konstruktion
so gestaltet werden kann, daß das Scharnier sowohl für am Schrank aufgesetzte als
auch für in den Schrank eingelassene Türen gleichermaßen geeignet ist.
[0004] Um diese einfache Montagemöglichkeit zu sichern, ist dabei das eine Ende des Scharnierstiftes
so ausgebildet, daß er leicht von Hand oder mit Hilfe eines einfachen Werkzeuges in
das Scharnier bzw. die Abkantecken des Türblatts einschiebbar ggf. auch wieder herausziehbar
ist, wobei die einfachste Form der Ausgestaltung darin besteht, den Stift einfach
hakenförmig umzubiegen, wie es auch beim Stand der Technik beschrieben wird.
[0005] Vorteilhafterweise gelingt es mit dieser Scharnierkonstruktion und dem geschilderten
Scharnierstift auch, auf verhältnismäßig einfache Weise Scharniere zu konstruieren,
die nicht nur bei Einzelschränken eine Türöffnung von 180° erlauben, sondern dies
ggf. auch bei Reihenschränken ermöglichen. Eine entsprechende Ausführungsform auch
für Reihenschrankanwendung findet sich in der genannten europäischen Patentveröffentlich
0223871, die vom Anmelder der vorliegenden Erfindung stammt.
[0006] Dadurch, daß mit einer Ausklinkung gearbeitet wird, sind die einzelnen Stellen, an
denen Scharniere angebracht werden, nach außen hin mehr oder weniger stark sichtbar.
Aus op tischen Gründen ist man daher bemüht, die Scharniere bezüglich der Schrank-
bzw. Türblattfläche symmetrisch anzuordnen. Dies hat auch Vorteile bei der Umstellbarkeit
von linksanschlagenden Türblättern auf rechtsanschlagende Türblätter. Die Symmetrieforderung
führt dazu, daß der Abstand der Scharniere zum oberen bzw. zum unteren Türrand gleich
sein sollte. Andererseits sollte dieser Abstand möglichst klein sein, um so die Hebelkräfte,
die von den Scharnieren zu übertragen sind, möglichst klein zu machen. Das führt dazu,
daß zweckmäßigerweise die Scharnierstifte jeweils von der Türmitte her in Richtung
auf die Türunterseite bzw. Türoberseite in das Scharnier eingeschoben werden sollten,
da dadurch der für das Einschieben notwendige Platz nicht in dem kritischen Bereich
zwischen dem Scharnier und dem Türende zur Verfügung gehalten werden muß.
[0007] Das bedeutet, daß zumindest der obere Klemmstift, der mit seinem Haken nach unten
weisend eingeschoben ist, in irgendeiner Form dagegen gesichert werden muß, daß er
aus dem Scharnier aufgrund seines Eigengewichtes wieder herausfällt. Aber auch bei
dem unteren Scharnierstift, der an sich aufgrund seines Eigengewichtes sich in dem
Scharnier halten sollte, kann es unter ungünstigen Bedingungen dazu führen, daß aufgrund
von Hebelkräften sich dieser Scharnierstift mit der Zeit aus dem Scharnier herausarbeitet.
[0008] Damit ergibt sich die Forderung, an der von dem Hakenende abgewandten Seite des Scharnierstiftes
eine Sicherungseinrichtung vorzusehen, die ein ungewolltes Herausschieben des Scharnierstiftes
aus dem Scharnier verhindert.
[0009] Es sind in einem anderen Zusammenhang bereits verschiedene Möglichkeiten bekannt,
einen Stift gegen ungewollte Verschiebung zu sichern. Eine Möglichkeit besteht darin,
durch eine Querbohrung einen Splint hindurchzustecken und die Splintenden umzubiegen.
Eine weitere Möglichkeit ist die, am Stiftende eine Ringnut anzubringen und in diese
einen passenden Sicherungsring einzuschieben. Eine weitere Möglichkeit ist die, eine
Klemmeinrichtung wie Klemmfeder auf das Stiftende aufzuschieben. Alle diese Möglichkeiten
haben zum einen den Nachteil, daß das Sicherungsteil als separates Teil bei der Montage
oder Demontage des Klemmstiftes und des zugehörigen Scharnieres verloren gehen kann
oder vergessen wird und dadurch der Sicherungseffekt vereitelt wird. Zum anderen ist
der Abkantungsbereich, in dem der Klemmstift untergebracht wird, schlecht zugänglich
und erschwert daher die Anwendung der geschilderten Sicherungseinrichtungen. Zudem
steht üblicherweise nicht über die gesamte Umfangsfläche des Klemmstiftes freier
Raum zur Verfügung, so daß schon aus diesem Grunde die beschriebenen Sicherungseinrichtungen
meist gar nicht anwendbar sind.
[0010] Es ist auch bereits ein aus Kunststoff bestehender Klemmstift bekannt (Fig. 14),
der ein gespaltenes, eine Gabel bildendes Ende mit an den Gabelenden angebrachten,
nach außen weisenden Arretierungsvorsprüngen aufweist. Nachteilig ist hier, daß bei
Achsialbelastung die Gefahr besteht, daß die Arretierungsvorsprünge zurückweichen
und die Arretierung verloren gehen kann. Ein weiterer Nachteil ist, daß das gabelförmige
Ende, das einen geschwächten Querschnitt aufweist, innerhalb des Scharniers zu liegen
kommen und dort Scherbelastungen ausgesetzt sein kann, was die Festigkeit der Gesamtanordnung
beeinträchtigt.
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Scharnierstift zur Drehachsenbildung und/oder
Befestigung von Blechschrankscharnieren zu schaffen, der die oben geschilderten Nachteile
nicht aufweist und insbesondere auch geeignet ist, als Klemmstift zur Befestigung
von Scharnieren in einer Ausklinkung im Abkantbereich des Türblatts oder Schrankgehäuses
zu dienen.
[0012] Unter Zurhilfenahme eines derartigen Scharnierstiftes soll dann außerdem ein Blechschrankscharnier,
das den Scharnier stift als Klemmstift im Abkantbereich eines Blechschrankes verwendet,
dahingehend verbessert werden, daß die Anwendung dieses Scharnierstiftes besonders
leicht wird.
[0013] Die die Verbesserung des Scharnierstifts betreffende Aufgabe wird dadurch gelöst,
daß das in das Scharnier einzuschiebende Ende des Scharnierstiftes einen über den
Stiftquerschnitt vorzugsweise in die gleiche Richtung wie die des Handhabungsansatzes
federnd vorspringenden Arretieransatz aufweist, der einerseits gegen Federkraft ein
Einschieben des Stiftes in das Scharnier erlaubt, andererseits nach dem Einschieben
infolge Federkraft sich sichernd gegen ein ungewolltes Zurückschieben an die eine
Scharnierseite anlegt.
[0014] Der erfindungsgemäße Scharnierstift löst die gestellte Aufgabe: Die Sicherung wird
nicht durch ein verlierbares Teil erfüllt, sondern durch ein mit dem Scharnierstift
verbundenes Teil. Auch benötigt die genannte Sicherung keinen umlaufend freien Raum
um den Scharnierstift herum, welcher freie Raum bei Anwendung des Scharnierstiftes
als Klemmstift nicht zur Verfügung steht. Außerdem läßt sich der erfindungsgemäße
Scharnierstift so ausbilden, daß er im Scharnier selbst querschnittsmäßig nicht geschwächt
wird.
[0015] Die Ausbildung des federnd vorspringenden Teils kann unterschiedlich sein. Gemäß
einer ersten Ausführungsform umfaßt das Sicherungsteil eine an einer Seite des Stiftes
angebrachte, mit dem Stift federnd verbundene, im entspannten Zustand der Feder von
der Stiftspitze weg zu dem Handhabungsansatz weisende Anschlagnase, die gegen die
Federkraft in eine Einsenkung innerhalb des Querschnittes des Stiftes eingedrückt
werden kann.
[0016] Gemäß einer anderen Ausführungsform geht diese Nase von einem rohrförmigen, achsial
geschlitzten Federring aus, welcher Federring in eine Ringnut innerhalb des Endes
des Scharnierstiftes eingesetzt ist, deren achsiale Länge mit der Länge des Rohres
und deren Radialtiefe mit der Stärke des Rohres im wesentlichen übereinstimmt.
[0017] Die Nase kann gemäß einer noch anderen Ausführungsform auch durch zwei achsiale,
eng beieinander liegende, zum Handhabungsansatz hin offene Einschnitte und durch
Herausbiegen des dadurch zwischen den Einschnitten gebildeten zungenartigen Teils
gebildet sein.
[0018] Alternativ ist nur ein Einschnitt vorhanden, und die Nase wird durch Herausbiegen
der einen zum Handhabungsansatz weisenden Schlitzseite gebildet.
[0019] Bei den bisher geschilderten Ausführungsformen kann der Stift entweder aus Metall
oder aus Kunststoff bestehen, während der Federring selbst aus Federmetall gefertigt
ist.
[0020] Insbesondere dann, wenn der Stift aus Kunststoff gefertigt ist, ist es zweckmäßig,
wenn der Stift an seinem hakenartigen Handhabungsansatz im Kehlbereich des Hakens
eine Hinterschneidung aufweist, um so zu verhindern, daß der Haken mit seinem gekrümmten
Kehlbereich an der Scharnierstirnseite anliegt, stattdessen mit seinem relativ weitflächigen
ebenen Hakenbereich. Dadurch wird die Flächenpressung, die auf das Kunststoffmaterial
einwirkt, verkleinert.
[0021] Aus dem gleichen Grunde kann es zweckmäßig sein, daß nahe dem Hakenende, insbesondere
von der Hinterschneidung ausgehend ein nasenartiger Vorsprung vorgesehen ist, der
annähernd die gleiche Anschlagfläche und Anschlagausrichtung besitzt, wie der am gegenüberliegenden
Ende gebildete Anschlag, wobei in diesem Falle beide Vorsprünge, Ansätze oder Nasen
zweckmäßigerweise mit dem Stift einstückig sind.
[0022] Durch das einfache Einschieben und Herausnehmen eines derartigen sich selbst sichernden
Stiftes wird außerdem eine Konstruktion für das Scharnier selbst möglich, die gegenüber
der Konstruktion, wie sie in der europäischen Patentveröffentlichung 0223871 geschildert
wird, noch kompakter und kleiner ist und insbesondere eine kleinere Abkantbreite erlaubt.
Das auf diese Art erreichbare Scharnier ist z. B. ein 180°-Scharnier mit einem Scharnierstift
gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem am Schrankgehäuse oder auch am
Maschinengehäuse befestigten ersten Lagerbock und einem zweiten, am ersten Lagerbock
angelenkten, an Türblatt oder Klappe mittels Klemmstifteinrichtungen befestigten
Lagerbock, wobei der eine Lagerbock von dem anderen Lagerbock U-förmig umgriffen ist
und der zweite Lagerbock in eine im Abkantbereich des Türblatts oder der Klappe angebrachten
Ausklinkung eingeschoben ist und dabei die Ausklinkungskanten umschließt, wobei die
Klemmstifteinrichtungen sich über den Ausklinkungsbereich hinaus in die von der Abkantung
gebildeten Eckbereiche hineinerstrecken und dadurch den zweiten Bock in der Ausklinkung
festhalten, gekennzeichnet dadurch, daß die Klemmstifteinrichtungen von dem Scharnierstift
gebildet werden. Ist nun der vom U-förmigen Lagerbock umgriffene Bock der am Türrahmen
(oder Maschinengehäuse) befestigte Lagerbock, ist dieser Bock im wesentlichen so gestaltet,
daß er L-förmigen Querschnitt aufweist und daß das eine Bein des L-Querschnitts nahe
seinem Ende eine achsiale Bohrung für den Scharnierstift und das andere Bein nahe
seinem Ende eine senkrecht zur Scharnierstiftachse verlaufende Bohrung zur Aufnahme
einer Befestigungsschraube oder eines Befestigungsniets trägt. Dadurch wird die Achse
des Befestigungsniets oder der Befestigungsschraube gegenüber der senkrecht dazu liegenden
Achse des Scharnierstiftes soweit versetzt, und die beiden zugehörigen Bohrungen soweit
zueinander verschoben, daß sie sich nicht mehr schneiden. Damit wird Freiheit gewonnen
für die Anordnung des Befestigungsniets oder der Befestigungsschraube, was die Gestaltungsfreiheit
verbessert.
[0023] Gemäß einer noch anderen Weiterbildung ist die Bohrung für die Befestigungsschraube
oder den Befestigungsniet an der von der Befestigungsfläche abgewandten Seite mit
einer Einsenkung versehen, deren Umrandung sich in das Material des anderen Beins
parallel zur Bohrungsachse fortsetzt und nahe an der Innenfläche der Bohrung für den
Scharnierstift vorbeiläuft. Diese Anordnung ermöglicht es, zur Vereinfachung der Montage
einen Schraubbolzen oder einen Niet so einzustecken, daß er zunächst durch das Scharnierteil
und erst dann durch eine entsprechende Bohrung im Schrankgehäuse hindurchgesteckt
wird, was den Befestigungsvorgang am Schrankgehäuse oder Maschinengehäuse wesentlich
erleichtert. Da der verwendete Klemmstift in einfacher Weise montierbar und wieder
demontierbar ist und es dabei gleichgültig ist, ob er von unten oder von oben in
die Scharnierbohrungen eingeschoben wird, ist es nicht mehr erforderlich, die Befestigung
des am Schrankkörper anzubringenden Scharnierteils wieder lösbar zu gestalten, wie
es beim Stand der Technik zweckmäßig erschien. Dadurch ist auch eine Vernietung möglich,
und diese Vernietung wird am günstigsten so vorgenommen, daß das Stauchende des
Niets auf der Schrankinnenseite, abgewandt von dem Scharnierbock, vorgesehen wird.
Der Scharnierbock gemäß dem Stand der Technik erlaubt dieses nicht.
[0024] Die Erfindung wird nunmehr anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, die
in den Zeichnungen dargestellt sind.
[0025] Es zeigt:
Fig. 1 in einer Seitenansicht ein 180°-Scharnier, das ähnlich wie das der europäischen
Patentveröffentlichung 0223871 ausgebildet ist, aber einen erfindungsgemäß ausgestalteten
Scharnierbolzen besitzt;
Fig. 2 das Scharnier der Fig. 1 in einer senkrecht zur Scharnierachse liegenden Schnittansicht;
Fig. 3 die Ausklinkung im Türblatt, in die das eine Scharnierteil (hier der U-förmige
Lagerbock) montierbar ist;
Fig. 4 in einer ähnlichen Ansicht wie Fig. 1 ein 180°-Scharnier, das auch für Reihenschränke
geeignet ist und, bis auf den erfindungsgemäß ausgestalteten Scharnierstift, eine
ähnliche Form aufweist, wie der entsprechende Bock gemäß der europäischen Patentveröffentlichung
0223871, wobei hier der Scharnierstift andersherum eingesteckt ist als bei Fig. 1;
Fig. 5 die Ausführungsform der Fig. 4, jedoch in einer Schnittansicht ähnlich der
Fig. 2, wobei ein zweiter Reihenschrank gestrichelt neben dem ersten Reihenschrank
wiedergegeben ist, außerdem die geschlossene Stellung der Tür sowie in gestrichelter
Darstellung die um 180° offene Stellung der Tür;
Fig. 6 eine Ansicht von oben auf die Anordnung der Fig. 4;
Fig. 6a eine vergrößerte Darstellung des Scharnierbereichs der Fig. 6;
Fig. 7 in einer ähnlichen Darstellung wie Fig. 1 eine gegenüber der Konstruktion von
Fig. 1 erfindungsgemäß abgewandelte Scharnierausführungsform mit einer weiteren Ausführungsform
eines Scharnierstiftes;
Fig. 8 eine achsiale Schnittansicht der Anordnung gemäß Fig. 7;
Fig. 9 eine Einzelteildarstellung des in den Figuren 7 und 8 verwendeten Scharnierstiftes
in Seitenansicht;
Fig. 9a eine Abwandlung des Kopfbereichs des Stiftes gemäß Fig. 9;
Fig. 10 den Stift der Fig. 9 in einer Ansicht von links;
Fig. 11 eine noch andere Ausführungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten Scharnierstiftes
mit in einer Ringnut einbringbaren, eine Anschlagnase bildenden Feder;
Fig. 12 eine vergrößerte Darstellung der Feder gemäß Fig. 11 in einer Ansicht von
oben und in einer Seitenansicht;
Fig. 13 in einer ähnlichen Darstellungsweise wie Fig. 12 eine abgewandelte Ausführungsform
der Feder; und
Fig. 14 einen an sich bekannten Scharnierstift für verdeckt liegende, anschraub- oder
anschweißbare Scharniere.
[0026] In Fig. 1 ist in einer Vorderansicht eine erste Ausführungsform eines Scharniers,
das eine Türöffnung um 180° für einen einzeln stehenden Schaltschrank ermöglicht,
zu erkennen, wobei das Scharnier 10 aus einem ersten, am Schrank- oder Maschinengehäuse
14 befestigten Lagerbock 16 und einem zweiten, am ersten Lagerbock 16 angelenkten,
am Türblatt oder Klappe 12 mittels Klemmstifteinrichtungen 20 befestigten Lagerbock
24 besteht, wobei der eine Lagerbock, hier ist es der zweite Lagerbock 24, von dem
anderen Lagerbock U-förmig umgriffen ist und der zweite Lagerbock 24 in eine im Abkantbereich
22 des Türblatts oder der Klappe 12 angebrachte Ausklinkung eingeschoben ist, wie
auch die Fig. 2 erkennen läßt. Der zweite Lagerbock 24 umschließt dabei die Ausklinkungskanten
26, 28, wobei der Klemmstift 20 sich über die Breite der Ausklinkung 18 hinaus bis
in die von der Abkantung 22 gebildeten Eckbereiche 30 hineinerstreckt und dadurch
den zweiten Lagerbock 24 in der Ausklinkung 18 festhält.
[0027] Der zweite Lagerbock besitzt, wie in Fig. 1 erkennbar, eine derartige U-Form, daß
er den ersten Lagerbock 16 gabelförmig mit nur geringem Achsialspiel umschließt, wobei
in der in Fig. 1 dargestellten Stellung der Stift 20 gleichzeitig den Gelenkstift
für das Scharnier 10 bildet und dabei Bohrungen in den beiden U-Schenkeln des zweiten
Bockes 24 sowie in den dazu ausgerichteten Durchbruch im ersten Lagerbock 16 durchdringt.
Der erste Lagerbock 16 ist dabei mittels einer Kopfschraube 13, siehe Fig. 2, die
das Schrankgehäuse 14 durchstößt, nahe der äußeren Seitenfläche 40 befestigt, zu welchem
Zweck der erste Lagerbock 16 eine Gewindebohrung aufweist. Der zweite Lagerbock besitzt
außerdem zum Umschließen der senkrechten Türblattausklinkungskante 28 im Stegbereich
des U eine Nut und zum Umschließen der waagerechten Türausklinkungskanten 26 jeweils
eine im Schenkelbereich des U liegende zweite Nut, siehe die Darstellung der bereits
erwähnten europäischen Patentveröffentlichung 0223871. Es kann zweckmäßig sein, ähnlich
wie bei dieser Druckschrift dargestellt und wie auch bei der Ausführungsform gemäß
Fig. 7 zu erkennen, einen in Aufschiebrichtung abfallenden Keil 54 auf der einen
Seite der zweiten Nut vorzusehen, so daß der zweite Lagerbock 24 in der Ausklinkung
18 derart eingeschoben werden kann, daß während des Eindringens der Kanten 26 der
Ausklinkung 18 diese sich auf die beiden sich gegenüberliegenden keilartigen Vorsprünge
24 aufschieben (wobei die Schenkel der U-förmigen Lagerbockes 24 geringfügig zusammengedrückt
werden), bis die Kanten 26 in die beiden Nuten 52 einrasten, die dort gebildet sind,
und sich dabei einerseits an die eine Seite der Nut 52, andererseits an die überstehende
Seitenwand 56 des zweiten Lagerbockes 24 anlegen, siehe Fig. 8.
[0028] Während das 180°-Scharnier gemäß der Fig. 1 und 2 für Einzelschränke und das der
Fig. 7 und 8 für Einzelschränke und für Maschinengehäuse vorgesehen ist, läßt sich
bei Reihenschrankanordnungen die Ausführungsform gemäß der Fig. 4 bis 6 einsetzen,
es sei dazu auf die entsprechenden Ausführungen in der europäischen Patentveröffentlichung
0223871 verwiesen. Von Bedeutung ist hier, daß der abweichend von der genannten Druckschrift
ausgestaltete Klemmstift 20 bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 4, 5 und 6 nicht
gleichzeitig auch die Schwenkachse des Scharniers bildet, sondern ein gesonderter
Scharnierbolzen 21 für diesen Zweck vorgesehen ist, der durch Verpressen, siehe beispielsweise
Bezugszahl 23, des einen Endes dieses Bolzens 21 in einer entsprechenden Bohrung des
Lagerbockes 24 festgehalten wird, so daß hier die Maßnahmen, die bei dem Scharnierstift
20 vorgesehen sind, um diesen am Herausfallen zu hindern, nicht notwendig sind.
[0029] Es sei nun näher auf die Form des zur Verklemmung des in der Ausklinkung eingeschobenen
Lagerbockes 24 bzw. 124 verwendeten Klemm- bzw. Scharnierstiftes 20 (Fig. 1, 2),
120 Fig. 4, 5, 6), 220 (Fig. 7 bis 10) und 320 (Fig. 11 bis 13) näher eingegangen.
[0030] Wie die Figuren erkennen lassen, besitzt das in dem Scharnier einzuschiebende Ende
des Scharnierstiftes jeweils einen über den Stiftquerschnitt vorspringenden Ansatz
32, 132, 232 bzw. 332, der vorzugsweise in der gleichen Richtung vorspringt, wie das
hakenförmige Ende 34 des Stiftes. Dieser Vorsprung ist in allen Fällen so gestaltet,
daß er beim Einschieben in die kreisförmige Bohrung des Scharniers gegen Federkraft
zurückweichen kann, und zwar in einen Rücksprung, der beim fertig montierten Scharnier
außerhalb der Scharnierbohrungen liegt - im Gegensatz zu Fig. 14 -, und sich nach
Hindurchtreten durch die Scharnierbohrungen infolge der Federkraft sichernd an die
entsprechende Scharnierstirnseite 36 anlegt oder über diese weg reicht.
[0031] Das den Anschlag bildende Teil kann aus dem Material des Scharnierstiftes 20 einstückig
hervortreten. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Material des Scharnierstiftes
ein ausreichend zäher Kunststoff ist. Als besonders gut geeignet hat sich ein Kunststoff
erwiesen, der unter der Bezeichnung "Delrin" vertrieben wird. Näheres dazu und Literaturangaben
finden sich beispielsweise in dem Chemielexikon von Hermann Römpp, Stuttgart, 1966,
(6. Auflage), Seite 1370.
[0032] Bei einem derartigen Material kann beispielsweise gemäß den Fig. 4 bis 6 und 6a ein
Span 38 von einem Ringumfang mit einem Umfangswinkel zwischen 90 und 180° herausstehend
gespritzt sein, siehe Fig. 6a, so daß einerseits ein den Span seitlich abstützender
Ringausschnitt 40 entsteht, andererseits der Span durch die herausstehende Länge
eine gewisse Federwirkung bekommt. Da der Span 38 durch das Herausfedern aus seiner
ursprünglichen ringförmigen Einsenkung 40 über den Querschnitt des Stiftes 20 hinausragt,
bildet er den gewünschten gegen Federkraft in die Einsenkung 40 rückführbaren Ansatz
32. Der Ansatz kann in seiner Achsialerstreckung parallel zur Achse 42 des Stiftes
20 verlaufen, wie es z. B. die Fig. 4 zeigt, oder zusätzlich schräg gebogen sein,
derart, daß der Abstand des Spanendes 38 von der Achse 42 des Stiftes 20 an dem unteren
Ende des Stiftes 44 geringer ist als an dem von diesem Ende 44 abgewandten Ende, wie
in Fig. 1 zu erkennen und in Fig. 6a bei 46 gestrichelt dargestellt. Der Vorteil dieser
schrägen, keilförmigen Ausbildung des den Ansatz 32 bildenden Spans 38 ist der, daß
das Einführen des Stiftes 20 in die zugehörige Scharnierbohrung erleichtert wird,
(indem z. B. beim Einführen mit der Hand der Span 32 soweit angedrückt wird, daß das
untere Ende des Spans 32 in den rückspringenden Bereich 40 vollständig eindringt und
dadurch der Span hier über den Querschnitt des Stiftes 20 nicht mehr hinausragt, wobei
während des Einschiebens auch der Rest des schräg stehenden Spans durch die Bohrungswände
in den Einschnitt 40 hineingedrückt wird), andererseits hat diese Form den Vorteil,
daß bezüglich der Anschlagfläche 36 ein weiter abstehendes Nasenteil 48 zur Verfügung
steht.
[0033] Man kann auch soweit gehen, daß der untere Nasenteil 50 im wesentlichen im Rücksprungbereich
40 verbleibt und so ein Einschieben ohne Handbetätigung möglich wird, wobei die Bohrungswände
dann den Rest des Spans, insbesondere dessen oberes Teil 48 beim Einschieben in den
Rücksprung 40 hineindrücken, nach Hindurchschieben des Stiftes steht dann andererseits
das Ende 48 ausreichend vor, um einen Anschlag an die Fläche 36 zu bilden, wobei hier
eine besonders große Stabilität dadurch entsteht, daß sich der Span 38 in seiner im
wesentlichen gesamten unteren Ringfläche auf die Unterwand 58, die durch den Rücksprung
gebildet wird, abstützen kann.
[0034] Eine andere Möglichkeit zeigt die Darstellung der Fig. 7 bis 10. Der dort widergegebene
Stift 220 bildet einen herausfedernden Vorsprung oder Ansatz 232, der durch Herausarbeiten
eines achsialen Stückes aus der Umfangsfläche des unteren Endes des Stiftes 220 gewonnen
ist. Auch hier ist der Ansatz 232 mit dem Rest des Stiftes 220 einstückig, wobei der
Stift vorzugsweise wiederum aus Kunststoff wie Delrin gefertigt ist. Hier ergibt sich
automatisch ein ohne Andrücken des Ansatzes 232 von Hand mögliches Einschieben des
Stiftes 220 in die Scharnierbohrung, weil konstruktionsbedingt am Einschubende des
Stiftes der Querschnitt des Stiftes nicht überschritten wird und wiederum der Ansatz
232 beim Einschieben durch die Bohrungswände in seine Rücksprungöffnung 240 eingedrückt
wird. Auch hier bildet die Formgebung eine besonders stabile achsiale Abstützung der
Nase 232 an ihrem unteren Ende, während das obere Ende 248 den Anschlag für die Anschlagfläche
36 darstellt. Bei der hier wiedergegebenen Ausführungsform besitzt der Stift 220 an
seinem oberen, in einen Haken auslaufenden Ende eine Hinterschneidung 60, siehe Fig.
9a, die allein bereits sicherstellen kann, daß sich eine im wesentlichen ebene Anschlagfläche
62 bildet, das heißt, daß nicht ein undefinierter gekrümmter Bereich, siehe Bezugszahl
64 in Fig. 9a sowie in Fig. 11, als Anschlag für die in Fig. 7 obere Stirnfläche 66
des Scharniers benutzt werden muß.
[0035] Noch günstiger ist es, eine besondere Anschlagnase 68 unabhängig von der Fläche
62 vorzusehen, weil dadurch der den Handhabungsansatz bildende Haken 70 von der Anschlagfläche
66 einen Abstand 70 beibehält, was das Umfassen dieses Hakens 70 zum Zwecke des Herausziehens
(unter Andrücken des Vorsprungs 232 in den Rücksprung 240) erleichtert, wenn z. B.
eine Demontage der Tür 12 vom Schrankkörper 14 vorgenommen werden soll.
[0036] Eine noch andere Möglichkeit, den Scharnierstift auszugestalten, zeigt die Fig.
11 in Verbindung mit den Fig. 12 und 13. In Fig. 11 ist ein Stift 320 zu erkennen,
der wiederum Hakenform besitzt, an seinem unteren Ende jedoch eine ringförmige, oder
doch zumindest fast ringförmige (bis an beispielsweise einen achsialen Quersteg zu
Zentrierungszwecken an dem vom Haken 34 abgewandten Bereich des Umfangs des Stiftes
320) Umfangsnut aufweist, in welche Umfangsnut 74 ein rohrförmiger, einen achsialen
Schlitz 76 aufweisender Federring eingeschoben ist. Der Federring besitzt eine Länge
78, die der achsialen Länge der Umfangs- oder Ringnut angepaßt ist, sowie einen derartigen
Außenumfang und eine derartige Rohrstärke, daß der Federring bis auf einen die Nase
232 bildenden Bereich den Außenquerschnitt des Stiftes 320 nicht überragt. Die Nase
232 kann dabei z. B. durch zwei achsiale, eng beieinanderliegende, zum hakenförmigen
Ende des Stiftes offene Einschnitte 80 und Herausbiegen des dadurch zwischen diesen
Einschnitten 80 gebildeten Zungenteils 82 entstanden sein, wobei der Schlitz 76 auf
der gegenüberliegenden Seite des Ringes zu liegen kommt. In den Bereich des Schlitzes
76 würde dann auch ein ggf. vorhandener Steg passen und dadurch die Ringfeder gegen
Verdrehung sichern. Auf diese Weise könnte sichergestellt werden, daß der Vorsprung
332 stets in eine Richtung weist, nämlich in die Richtung des Hakens. Dies ist deshalb
von Vorteil, weil dadurch in einfacher Weise sichergestellt wird, daß der Vorsprung
232 oder 332 stets in eine Richtung weist, in die auch das hakenförmige Ende des Stiftes
gerichtet ist, nämlich in einer Richtung weg von den beiden verklemmenden Abkantecken
84, 86 (Fig. 8).
[0037] In Fig. 13 wird die Nase 232 dadurch gebildet, daß das zum hakenförmigen Ende des
Stiftes weisende Ende 88 des Federringes an zumindest der einer Schlitzseite 90 nach
außen weggebogen wird. In diesem Falle würde ein eventueller Zentrierungsachsialsteg
in der Ringnut 74 zweckmäßigerweise in Richtung des Hakens zu liegen kommen.
[0038] Bei der in Fig. 14 dargestellten an sich bekannten Konstruktion eines aus Kunststoff
bestehenden Scharnierstiftes ist das Stiftende geschlitzt, um zwei federnde Beine
92, 94 zu bilden, die an ihrem Ende jeweils auch einen nasenartigen Vorsprung 96 aufweisen.
Der Schlitz bedeutet eine Materialschwächung im Stiftquerschnitt und erhöht die Abschergefahr.
Scharniere, die bisher mit einem derartigen Stift ausgestattet werden konnten (z.
B. zeigt das Prospektblatt C 090 vom April 1982 der Fa. EMKA, Wuppertal, ein derartiges
Scharnier), lassen sich daher mit Vorteil dadurch verstärken, daß ein Stift gemäß
der Erfindung eingesetzt wird. Bei anderen Scharnieren bekannter Art gilt ähnliches.
[0039] Bei dem Stift gemäß Fig. 11 bis 13 kann das Material des Stiftes selbst Metall oder
auch geeigneter Kunststoff sein, während die Ringfeder, die die Bezugszahl 100 trägt,
vorzugsweise aus Federstahl gefertigt wird.
[0040] Besonders gute Gleiteigenschaften für den Schwenkbetrieb des Scharniers ergeben sich
dann, wenn die beiden Scharnierteile (erster und zweiter Lagerbock) aus Polyamidkunststoff
bestehen, während der Scharnierstift aus dem Kunststoff Delrin ausgeführt wird.
[0041] In Fig. 7 und 8 ist eine Konstruktion für ein Scharnier dargestellt, die für den
beschriebenen Scharnierstift besonders günstige Eigenschaften aufweist. Diese günstigen
Eigenschaften ergeben sich insbesondere durch die Ausbildung des am Türrahmen bzw.
am Maschinengehäuse 14 befestigten Lagerbockes 116, der von dem U-förmigen Lagerbock
(auch "Bügel" genannt) umgriffen wird. Dieser Bock 116 besitzt im wesentlichen L-förmigen
Radialquerschnitt, wie die Fig. 8 erkennen läßt, wobei das eine Bein 104 des L-förmigen
Querschnitts nahe seinem Ende eine achsiale Bohrung für den Scharnierstift 220 und
das andere Bein 102 nahe seinem Ende eine senkrecht zur Scharnierachse verlaufende
Bohrung zur Aufnahme einer Befestigungsschraube oder eines Befestigungsniets 113
aufweist. Diese Bohrung 106 für die Befestigungsschraube oder den Befestigungsniet
113 besitzt an der von der Befestigungsfläche abgewandten Seite 108 eine Einsenkung
110. Die Umrandung dieser Einsenkung 40 setzt sich in das Material des anderen Beins
parallel zur Bohrungsachse fort, siehe Bezugszahl 112, wobei diese Zylinderfläche
nahe an der Innenfläche der Bohrung für den Achsialstift 220 vorbeiläuft, diese aber
zweckmäßigerweise nicht schneidet. Der Unterschied gegenüber der Ausführungsform gemäß
den Fig. 1 bis 6 ist der, daß die Befestigungseinrichtung 13 bzw. 113 nicht mehr in
der Ebene des Stiftes 220 liegt und daher die Bohrung für diese Befestigungseinrichtung
113 von beiden Seiten zugänglich wird, was die Befestigungsmöglichkeiten vervielfältigt,
zum anderen entfällt die Notwendigkeit einer Sackbohrung im Bock 16 bzw. 116, was
diesen Bock verhältnismäßig lang werden läßt und die Herstellung verteuert. Dadurch
kann der Abstand zwischen dem Türblatt 12 und der Auflageebene 11 für den Bock 16
bzw. 116, siehe Bezugszahl 15 bzw. 115, verkleinert werden. Das hat insbesondere Vorteile
bei Anwendung für Maschinengehäuseklappen, bei denen kein rückspringender Türbereich
zur Verfügung steht, wie es bei Blechschranktüren üblicherweise der Fall ist, wie
sie auch in den Fig. 1 bis 6 zur Anwendung gelangen. Derartige Klappen können im übrigen
auch beliebige Orientierung bezüglich der Schwerkraft aufweisen, was wiederum dem
erfindungsgemäßen Stift, der in beliebiger Stellung sich hält, eine günstige Anwendung
liefert.
[0042] Das Scharnier gemäß Fig. 7 und 8 ist daher ein besonders günstiger Anwendungsfall
für den erfindungsgemäßen Scharnier stift. Der Scharnierstift kann aber auch sonst
in all den Fällen eingesetzt werden kann, bei denen die Benutzung eines Klemmstiftes
Vorteile bringt, also insbesondere bei Blechschrankscharnieren und sonstigen Scharnieren,
die Klemmstifte einsetzen, wenn auch, wie bereits erwähnt, der erfindungsgemäße Scharnierstift
auch Vorteile bringt, wenn er nur als Scharnierachse und nicht auch als Klemmeinrichtung
dient.
[0043] Um ein besonders günstiges Beispiel mit Bemaßungen anzugeben, sei erwähnt, daß Blechschranktüren
mit Materialstärken von 1 bis 1,25 oder auch von 1,5 bis 2,0 mm günstig sind, wobei
die Ausklinkung der Tür eine achsiale Länge von etwa 18 mm und eine Abknicklänge von
etwa 16 mm aufweisen können. Die Materialstärke des Schrankkörpers oder auch des Maschinengehäuses
kann gleiche Stärke aufweisen oder auch wesentlich stärker sein, wie es in Fig. 8
zu erkennen ist. Bei der Befestigungseinrichtung 113 kann es sich um eine Senkschraube
beispielsweise mit dem Gewindemaß M5 oder auch um einen Blindniet mit dem Durchmesser
von 5 mm handeln. Der Klemmstift besitzt dann vorzugsweise einen Durchmesser von
etwa 6 mm.
1. Scharnierstift (20, 120, 220, 320) zur Drehachsenbildung und/oder Befestigung von
Blechschrankscharnieren (10), insbesondere für solche, bei denen der Scharnierstift
als Klemmstift zur Befestigung des Scharniers in einer Ausklinkung im Abkantbereich
(22) des Türblatts oder der Türklappe oder des Schrankgehäuses (14) oder eines Maschinengehäuses
dient, wobei das eine Ende des Scharnierstiftes (34) an einer Seite über den Stiftquerschnitt
unter Bildung eines Handhabungsansatzes, wie Hakens, weit hinausragt, dadurch gekennzeichnet,
daß das in das Scharnier (10) einzuschiebende Ende (44) des Scharnierstiftes einen
über den Stiftquerschnitt vorzugsweise in die gleiche Richtung wie die des Handhabungsansatzes
(34) federnd vorspringenden Arretieransatz (32, 132, 232, 332) aufweist, der einerseits
gegen Federkraft ein Einschieben des Stiftes in das Scharnier erlaubt, andererseits
nach dem Einschieben des Stiftes infolge Federkraft sich sichernd an die entsprechende
Scharnierstirnseite (36) gegen ein ungewolltes Zurückschieben anlegt.
2. Scharnierstift nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Arretieransatz
(32, 132, 232, 332) eine an einer Seite des Stiftes (20, 120, 220, 320) angebrachte,
mit dem Stift federnd verbundene und im entspannten Zustand von der Stiftspitze (44)
weg schräg in Richtung auf Handhabungsansatz sich erstreckende Anschlagnase (32, 132,
232, 332) bildet, die gegen die Federkraft in eine Einsenkung (z. B. 40 in Fig. 6a)
eingedrückt werden kann.
3. Scharnierstift nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nase (332) von
einem rohrförmigen, achsial geschlitzten (76) Federring (100) ausgeht, welcher Federring
innerhalb des Endes des Scharnierstiftes in eine Ringnut (74) mit der Länge (78) des
Rohrs und der Tiefe der Rohrstärke eingesetzt ist.
4. Scharnierstift nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nase (332) durch
zwei achsiale, eng beieinander liegende, zum Handhabungsansatz (34) hin offene Einschnitte
(80) und Herausbiegen des dadurch zwischen den Einschnitten (80) gebildeten Zungenteils
(82) gebildet ist (Fig. 12).
5. Scharnierstift nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nase (332) durch
Herausbiegen der einen zum Handhabungsansatz (34) weisenden Schlitzseite (88, 90)
gebildet ist (Fig. 13).
6. Scharnierstift nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stift (320) aus Metall oder Kunststoff und der Federring (100) aus Federmetall gefertigt
ist.
7. Scharnierstift nach einem der Ansprüche 1 bis 6, insbesondere bei Kunststoff als
Stiftmaterial, dadurch gekennzeichnet, daß der Stift an seinem hakenartigen Handhabungsansatz
eine im Kehlenbereich des Hakens befindliche Hinterschneidung (60) aufweist.
8. Scharnierstift nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß nahe dem Hakenende,
insbesondere von der Hinterschneidung ausgehend ein nasenartiger Vorsprung (68) vorgesehen
ist, der annähernd die gleiche Anschlagfläche und Anschlagausrichtung besitzt, wie
der am anderen Ende (44) des Stiftes vorgesehene Anschlag (232), wobei vorzugsweise
die Nase oder Nasen mit dem Stift einstückig sind.
9. 180°-Scharnier mit einem Scharnierstift gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, mit
einem am Schrank- oder Maschinengehäuse (14) befestigten ersten Lagerbock (16, 116)
und einem zweiten, am ersten Lagerbock (16, 116) angelenkten, am Türblatt oder Klappe
(12) mittels Klemmstifteinrichtungen befestigten Lagerbock (24), wobei der eine Lagerbock
(16 bzw. 24) von dem anderen Lagerbock (24 bzw. 16) U-förmig umgriffen ist und der
zweite Lagerbock (24) in eine im Abkantbereich (22) des Türblatts oder der Klappe
(12) angebrachten Ausklinkung (18) eingeschoben ist und dabei die Ausklinkungskanten
(26, 28) umschließt, wobei die Klemmstifteinrichtungen sich über den Ausklinkungsbereich
hinaus in die von der Abkantung (22) gebildeten Eckbereiche (30) hineinerstrecken
und dadurch den zweiten Bock (24) in der Ausklinkung (18) festhalten, dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmstifteinrichtungen von dem Scharnierstift (20, 120, 220, 320) gebildet
werden.
10. 180°-Scharnier nach Anspruch 9, wobei der vom U-förmigen Lagerbock (24) umschlossene
Bock (16, 116) der am Türrahmen oder Maschinengehäuse (14) befestigte Bock ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Bock (116) im wesentlichen L-förmigen Querschnitt aufweist
und daß das eine Bein (104) des L-Querschnitts nahe seinem Ende eine achsiale Bohrung
für den Scharnierstift (220) und das andere Bein (102) nahe seinem Ende eine senkrecht
zur Scharnierstiftachse verlaufende Bohrung (106) zur Aufnahme einer Befestigungsschraube
oder eines Befestigungsniets (113) besitzt.
11. 180°-Scharnier nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung (106)
für die Befestigungsschraube oder den Befestigungsniet (113) an der von der Befestigungsfläche
(11) abgewandten Seite (108) eine Einsenkung (110) aufweist, und daß die Umrandung
der Einsenkung sich in das Material des anderen Beins parallel zur Bohrungsachse fortsetzt
(112) und nahe an der Innenfläche der Bohrung für den Scharnierstift (220) vorbeiläuft.