[0001] Die Erfindung betrifft eine Seilzugvorrichtung mit einer angetriebenen Treibscheibe
und mit einem durchlaufenden Seil, dessen Lasttrum die Treibscheibe umschlingt und
am Ende der Umschlingung von mindestens einem Andruckelement über Druckstücke, die
in den Gliedern einer um ein Führungselement umlaufenden, endlosen Kette angeordnet
sind, in die Seilrille der Treibscheibe gedrückt wird.
[0002] Es ist eine Seilzugvorrichtung dieser Art bekannt (DE-AS 22 01 548), bei der das
Andruckelement von drei auf einem Schwingbalken montierten Rollen gebildet wird, die
auf die als Wälzfläche ausgeführte Innenseite der Glieder einer um eine Führungsrampe
umlaufenden, endlosen Kette drückt, welche das Seil in die Seilrille der Treibscheibe
pressen. Die Bolzen der Kette tragen an den Außenseiten der Kettenglieder Kettenrollen,
die mit Einkerbungen in der Treibscheibe im Eingriff sind und für die Mitnahme der
Kette durch die Treibscheibe sorgen und die auf der Führungsrampe abrollen.
[0003] Bei der beschriebenen Vorrichtung ist die Geräuschentwicklung durch das Umlaufen
der Kette über die Führungsrampe sehr groß, da sich die Spannung der Kette beim Andruck
auf das Seil verringert und das dadurch vorhandene Bewegungsspiel zwischen Führungsrampe
und Kette zum Klappern führt.
[0004] Eine andere bekannte Ausführungsart eines Seiltriebes verwendet eine endlose Druckkette
mit Kettengliedern, welche Druckstücke aufweisen, die das Seil in die Seilrille der
Seilscheibe drücken (BE-PS 827 486). Der Andruck wird hierbei mittels dreier Druckrollen
erzeugt, die in einem Kettengehäuse sitzen, das radial gegen die Seilscheibe angestellt
werden kann. Die Rückführung der Kette erfolgt über zwei Umlenkrollen.
[0005] Bei dieser Ausführungsform führt jedes als Druckstück ausgeführte Kettenelement
immer dann eine Kippbewegung aus, sobald es unter einer der Druckrollen ein- oder
ausläuft. Dadurch kommt es anstatt eines gleichmäßigen, vollflächigen Anpreßdruckes
zu Linienberührungen zwischen Kettenglied und Seil, was einen ungleichmäßigen Andruck
und hohen Seilverschleiß zur Folge hat.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Seilzugvorrichtung der eingangs näher beschriebenen
Art zu schaffen, bei der der Reibschluß zwischen Seil und Treibscheibe eine sehr hohe
Last zuläßt, ohne daß der dazu notwendige hohe Druck des Andruckelementes die äußeren
Drähte des Seiles plastisch verformt.
[0007] Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, daß das Führungselement als
Andruckelement ausgebildet ist und mindestens eine zum Seilrillengrund parallele Lauffläche
aufweist, auf der sich Druckrollen abwälzen, die in der Kette an den Druckstücken
drehbar gelagert sind.
[0008] Diese Anordnung hat den Vorteil, daß die Druckstücke keine Schwenkbewegungen unter
Anpreßdruck ausführen, da dieser erst auftritt, wenn das Druckstück voll auf dem Seil
aufliegt. Durch die konstant bleibende Andruckfläche wird die zulässige Pressung
auf die Seilrandfasern auch bei hoher Last nicht überschritten. Damit auch bei ungleichförmigem
Seilverlauf immer optimaler Kontakt zwischen Druckstück und Seil besteht, ist es zweckmäßig,
daß das Andruckelement kippbar gelagert ist.
[0009] Um eine möglichst große Anpreßfläche ausnutzen zu können, ist es zweckmäßig, die
Druckstücke in jedem zweiten Kettenglied anzuordnen. Dadurch ist auch eine gegenseitige
Beeinflussung der Druckstücke ausgeschlossen, so daß ihr Andruckverhalten ausschließlich
von dem Verlauf der Laufbahn des Andruckelementes bestimmt ist.
[0010] Um die Anpreßkraft optimal von dem Andruckelement auf die Druckstücke zu übertragen,
weist jedes Druckstück mindestens zwei in Längsrichtung der Kette im Abstand voneinander
angeordnete Druckrollen auf. Um die Bauhöhe des Andruckelementes gering zu halten
ist es zweckmäßig, daß die Druckrollen in der Längsmittelebene der Druckstücke angeordnet
sind. Bei besonders hohen Anpreßkräften oder bei durch die Seilform festgelegter,
geringer Breite der Druckstücke ist es möglich, die Druckrollen auf beiden Außenseiten
der Druckstücke anzuordnen. Für besondere Anwendungsfälle kann es zweckmäßig sein,
die verschiedenen Druckrollenanordnungen zu kombinieren.
[0011] Damit die Kette im Betrieb eine seitliche Führung hat und auch bei nicht eingelegtem
Seil nicht von dem Andruckelement abrutschen kann, hat es sich als sinnvoll erwiesen,
daß die Lauffläche des Andruckelementes beidseitig durch Führungsstege begrenzt ist.
Darüber hinaus wird durch diese Anordnung die Montage der Seilzugvorrichtung wesentlich
erleichtert.
[0012] Wenn die Druckrollen als Wälzlager mit verstärktem Außenring ausgeführt werden, ist
gewährleistet, daß die hohen radialen Anpreßkräfte auf die Druckstücke zuverlässig
übertragen werden; die Wälzkörper sind beim Einbau von geschlossenen Lagern vor
Abrieb- und Staubeintritt geschützt.
[0013] Damit immer mindestens zwei Druckstücke gleichzeitig das Seil in die Seilrille drücken,
ist es zweckmäßig, wenn die
[0014] Länge der zum Seilrillengrund parallelen Lauffläche des Andruckelementes mindestens
ebenso groß ist wie die Strecke, welche zwei in der Kette aufeinanderfolgende Druckstücke
einnehmen. Je länger der parallele Teil der Lauffläche ist, desto mehr Druckstücke
können die Anpreßkraft übertragen und desto geringer wird die Flächenpressung auf
die Seilrandfasern.
[0015] Die Kette kann auch so ausgeführt sein, daß aufeinanderfolgende Druckstücke durch
Kettenlaschen miteinander verbunden sind, die auf den Bolzen der Druckrollen gelagert
sind.
[0016] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und den Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung an einem
Beispiel näher erläutert ist. Es zeigt:
Fig. 1 eine Seilzugvorrichtung nach der Erfindung in einer seitlichen Ansicht bei
abgenommenem Gehäusedeckel, wobei einzelne Teile der Übersichtlichkeit halber weggebrochen
sind,
Fig. 2 eine Einzelheit der Fig. 1 in vergrößertem Maßstab, die das Andruckelement
mit der umlaufenden Kette in einer Seitenansicht darstellt,
Fig. 3 den Gegenstand der Fig. 2 in vergrößertem Maßstab in einem Teilquerschnitt
nach Linie III-III, der das Profil des Druckstückes und der Seilrille sowie eine Druckrolle
und die Lauffläche bei in der Längsmittelebene angeordneten Druckrollen zeigt,
Fig. 4 ein Druckstück der Kette mit einer anderen Anordnung der Druckrollen in einer
der Fig. 3 entsprechenden Darstellung und
Fig. 5 eine andere Ausführungsform von Druckstück und Seilrille in einem analogen
Teilquerschnitt nach Linie III-III der Fig. 2.
[0017] In den Zeichnungen bezeichnet 10 eine Seilzugvorrichtung mit durchlaufendem Zugseil
11, das vorzugsweise als Stahlseil ausgeführt ist und an dessen Lasttrum 12 die zu
bewegende Last hängt, wohingegen das Lostrum 13 nur durch sein Eigengewicht belastet
ist. Das Lasttrum 12 des Seils 11 läuft tangential in die Seilrille 16 einer im Gehäuse
14 drehbar gelagerten Treibscheibe 15 ein, umschlingt diese und wird als Lostrum 13
wieder tangential aus dem Gehäuse 14 geleitet. Der Antrieb der Treibscheibe 15 ist
nicht Gegenstand der Erfindung und deshalb nicht dargestellt. Die Treibscheibe 15
hat bei den in den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsformen eine dem Profil des
Seiles 11 angepaßte, halbkreisförmige Seilrille 16. Um die Treibfähigkeit noch zu
erhöhen, kann die Seilrille 16 auch als Keilrille ausgeführt sein, wie das in Fig.
5 dargestellt ist.
[0018] Wie aus Fig. 1 hervorgeht, wird das Seil 11 am Ende seines Umschlingungsweges von
einer Druckvorrichtung 17 in die Seilrille 16 der Treibscheibe 15 gedrückt. Die Druckvorrichtung
17 besteht aus einem auf einem federbelasteten Hebel 18 kippbar gelagerten, nierenförmigen
Andruckelement 19, auf dessen Lauffläche 20 sich Druckrollen 21 abwälzen. Die Druckrollen
21 sind auf den Bolzen 25 einer Gelenkkette 22 gelagert, deren Kettenglieder abwechselnd
von Druckstücken 24 und an deren Außenseiten 33 montierten, auf den Bolzen 25 gelagerten
Laschen 26 gebildet werden. Die Lauffläche 20 des Andruckelementes 19 verläuft auf
ihrem der Treibscheibe 15 zugewandten Teil über die Länge L parallel zur Seilrille
16 der Treibscheibe 15 und wird auf jeder Seite durch je einen Führungssteg 27 begrenzt,
um ein Abrutschen der Kette 22 von der Lauffläche 20 zu verhindern und um den Druckrollen
21 eine seitliche Führung zu geben.
[0019] Die Druckstücke 24 sind auf ihrer dem Seil 11 zugewandten Seite der Treibscheibe
15 zirkular angepaßt und haben, wie Fig. 3 und 5 zeigen, eine Profilierung 28, welche
dem Außendurchmesser des Seiles 11 angepaßt ist. Diese Profilgestaltung hat den Vorteil,
daß die Anpreßkraft gleichmäßig auf das Seil 11 verteilt wird, was zu einer Verminderung
der Abnutzung des Seiles 11 führt. Die Druckstücke 24 sind auf der dem Andruckelement
19 zugewandten Seite in Laufrichtung der Kette 22 mit einer Nut 29 und am vorderen
und hinteren Ende mit einer Querbohrung versehen, die zur Aufnahme von Bolzen 25
dienen, die gleichzeitig Achsen der Druckrollen 21 sind. An den Außenseiten 33 der
Stege 31, welche die Nuten 29 in den Druckstücken 24 seitlich begrenzen, sind Laschen
26 angeordnet, die aufeinanderfolgende Druckstücke 24 miteinander verbinden und die
auf den Bolzen 25 mit Sprengringen 30 gesichert sind. Der Sprengring kann auch durch
einen Nietkopf ersetzt werden. Die Druckrollen 21 sind als Wälzlager mit verstärktem
Außenring ausgeführt, um auch große Andruckkräfte übertragen zu können. Zum Schutz
gegen Fremdkörpereintritt werden geschlossene Lager verwendet.
[0020] Wie aus Fig. 2 hervorgeht, liegen bei der dargestellten Ausführungsform immer zwei
Druckstücke 24 auf dem Seil 11 auf, während ein drittes Druckstück 24 auf das Seil
aufläuft bzw. vom Seil abläuft. Um dies zu erreichen, muß der zum Seilrillengrund
parallel verlaufende Teil der Lauffläche 20 des
[0021] Andruckelementes 19 eine Länge
L haben, die mindestens ebenso groß ist wie die Strecke
S, welche zwei in der Kette aufeinanderfolgende Druckstücke 24 einnehmen. Besonders
zweckmäßig ist eine Ausführungsform, bei der die Länge
L der Lauffläche des Andruckelementes dreimal so groß ist wie die Strecke
S, welche zwei aufeinanderfolgende Druckstücke einnehmen. Das Seil wird dann auf großer
Länge in die Rille gedrückt. Diese Ausführungsform ist in der Zeichnung jedoch nicht
dargestellt. Durch die geometrische Gestaltung des Andruckelementes 19 wird eine
Schwenkbewegung der Druckstücke 24 unter dem Anpreßdruck verhindert und es werden
Linienberuhrungen zwischen Druckstück 24 und Seil 11 vermieden, die einen hohen Seilverschleiß
zur Folge haben.
[0022] Eine weitere mögliche Anordnung der Druckrollen 21 auf dem Druckstück 24 zeigt Fig.
4. Bei dieser Anordnung sind an den Außenseiten 33 des Druckstucks 24 auf jedem Bolzen
25 zwei Druckrollen 21 fliegend gelagert, die sich auf Laufflächen 20 des Andruckelementes
19 abwälzen und von einem in der Mitte der Laufflächen 20 angeordneten Führungssteg
27 geführt werden. Hierdurch verringert sich die Flächenpressung zwischen Bolzen
25 und Druckstück 24. Bei Drehung der Treibscheibe 15 werden das Seil 11 und die
Kette 22 durch Reibschluß mit gleicher Winkelgeschwindigkeit mitgenommen. Der Reibschluß
kann in Kraftschluß verwandelt werden, wenn an die Treibscheibe 15 eine Art Kettenrad
mit der Teilung der Kette 22 angebracht wird. Hierbei genügt es, wenn nur auf einer
Seite der Kette ein Kettenrad angebracht wird, in welches die Bolzen 25 nur mit einem
Ende eingreifen.
[0023] Die Kette 22 selbst ist keiner Zugbelastung unterworfen und läuft deshalb weitgehend
verschleißfrei auf der Lauffläche 20 um das Andruckelement 19.
[0024] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellte und beschriebene Ausführungsform beschränkt,
sondern es sind mehrere Änderungen und Ergänzungen möglich, ohne den Rahmen der Erfindung
zu verlassen. Beispielsweise ist es möglich, statt des Stahlseiles einen gewirkten
Kunstfasergurt als Zugmittel zu verwenden, der auf einer flachen, gummierten Treibscheibe
eine großflächige, lastverteilende Auflage findet und günstige Reibwerte nutzen könnte.
Die Druckstücke können anstelle von mehreren im Langsabstand voneinander angeordneten
Druckrollen auch nur mit mindestens einer Druckrolle in der Mitte versehen sein. Wesentlich
ist nur, daß es zu keinen Schwenkbewegungen der Druckstücke unter Anpreßdruck kommt.
[0025] Das Andruckelement 19 kann auch lastabhängig angestellt werden.
1. Seilzugvorrichtung mit einer angetriebenen Treibscheibe und mit einem durchlaufenden
Seil, dessen Lasttrum die Treibscheibe umschlingt und am Ende der Umschlingung von
mindestens einem Andruckelement über Druckstücke, die in den Gliedern einer um ein
Führungselement umlaufenden, endlosen Kette angeordnet sind, in die Seilrille der
Treibscheibe gedrückt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement als Andruckelement (19) ausgebildet ist und mindestens eine
zum Seilrillengrund parallele Lauffläche (20) aufweist, auf der sich Druckrollen (21)
abwälzen, die in der Kette (22) an den Druckstücken (24) drehbar gelagert sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Andruckelement (19) kippbar gelagert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckstücke (24) in jedem zweiten Kettenglied (23) angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Druckstück (24) mindestens zwei in Laufrichtung der Kette (22) im Abstand
voneinander angeordnete Druckrollen (21) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckrollen (21) in der Längsmittelebene der Druckstücke (24) angeordnet
sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekemmzeichnet, daß die Druckrollen (21) auf beiden Außenseiten (33) der Druckstücke (21) angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Lauffläche (20) des Andruckelementes (19) beidseitig durch Führungsstege
(27) begrenzt ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckrollen (21) als geschlossene Wälzlager mit verstärktem Außenring ausgeführt
sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge (L) der zum Seilrillengrund parallelen Lauffläche (20) des Andruckelementes
(19) mindestens ebenso groß ist wie die Strecke, welche zwei in der Kette aufeinanderfolgende
Druckstücke (24) einnehmen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge (L) des parallelen Teils der Lauffläche (20) des Andruckelementes (19)
dreimal so groß ist wie die Strekke (5), welche zwei in der Kette aufeinanderfolgende
Druckstücke (24) einnehmen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß aufeinanderfolgende Druckstücke (24) durch Laschen (26) untereinander verbunden
sind, die auf den Bolzen (25) der Druckrollen (21) gelagert sind.