[0001] Die Erfindung betrifft eine im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 definierte Vorrichtung.
[0002] Notwendigerweise ist der Benutzer bzw. Träger angehalten, seine Kontaktlinsen an
einem sicheren Ort aufzubewahren; sei es nachts, durch äussere Umstände bedingt, wie
z.B. Art seiner Tätigkeit (Schwimmen, Surfen, Segeln, Kampfsport) oder durch Verringerung
des Trägerkomforts oder durch Verschlechterung der optischen Eigenschaften infolge
Ablagerungen, Mikroorganismen auf der Kontaktlinsenfläche bzw. Beschädigungen dieser
Flächen oder während der Reinigungszeiten. Die bekannten Aufbewahrungsetuis bestehen
aus einem flachen, opakten Stück, in welchem die Ausnehmungen für die Kontaktlinsen
vorgesehen sind, welche Ausnehmungen mit einem Schraubdeckel verschlossen werden.
Sowohl hydrophile als auch gaspermeable Kontaktlinsen sollen feucht aufbewahrt werden.
Bei Austrocknung kann eine hydrophile Kontaktlinse zerstört werden, und eine gaspermeable
Kontaktlinse ändert ihre Form. Die feuchte Aufbewahrung ermöglicht Asepsis der Linse
durch antiseptische Zusätze im Aufbewahrungsmittel.
[0003] Die Erfindung hat die Aufgabe, gleichzeitig die Aufbewahrung der Kontaktlinse und
deren Untersuchung im Aufbewahrungsbehälter zu ermöglichen. Die Betrachtung bzw. Untersuchung
der Kontaktlinse kann im durchfallenden Licht oder mit fokaler Beleuchtung durchgeführt
werden.
[0004] Bekanntlich müssen die Kontaktlinsen in gewissen Zeiträumen untersucht werden auf
Ablagerungen, Mikroorganismen, Pilze, mechanische Beschädigungen und Altersveränderungen,
welche ihren Tragekomfort und ihre optischen Eigenschaften ungünstig beeinflussen
und zu Komplikationen am Auge führen können.
[0005] Diese Untersuchungen werden vom Augenarzt oder vom Optiker vorgenommen. Die Wichtigkeit
solcher segelmässiger Untersuchungen der Kontaktlinsen sei im Folgenden kurz skizziert.
[0006] Auf den Oberflächen der Kontaktlinsen bilden sich bekanntlich im Laufe ihrer Benutzung
organische und anorganische Ablagerungen und setzen sich Mikroorganismen sowie Pilze
fest. Bei den organischen Ablagerungen handelt es sich um Bestandteile (Proteine,
Mucine, Lipide) der Tränenflüssigkeit. Die anorganischen Ablagerungen (Metall, Eisen,
Rost) rühren von arbeitsbedingten Umständen (Luftverschmutzung, Strassenstaub, Metallabrieb,
usw.) her. Zu den anorganischen Ablagerungen zählen auch diejenigen von Calciumsalzen,
welche auch als Hartwasserablagerungen bezeichnet werden. Sie entstehen infolge Abspülens
der Kontaktlinsen mit Leitungswasser oder durch Veränderung des pH-Wertes der Tränenflüssigkeit
(Medikamente, physiologische Einflüsse) Die Mikroorganismen (Bakterien, Viren) und
Pilze gehören zur normalen Mikroflora der Bindehaut, des Bindehautsackes und der tränenabführenden
Wege. Dies ändert sich, sobald das Gleichgewicht der Mikroflora gestört wird, was
durch Keimübertragungen von Händen, unsachgemässe Reinigung und Desinfektion, Erkrankung
oder Stoffwechselstörungen (Diabetiker) des Linsenträgers oder Berührung der Kontaktlinsen
mit der Umwelt geschieht. Ferner ist bekannt, dass die Kontaktlinsen im Laufe ihrer
Benutzung Veränderungen, Beschädigungen und Alterung ihres Materials unterworfen
sind. Die Materialveränderungen (z.B. Verfärbungen) beruhen auf Umwelteinflüsse (Zigarettenrauch,
Farbdämpfe, Kosmetika, Abfärben von Aufbewahrungsbehältern), Alterung und auch normalen
Reinigungsmassnahmen. Die Beschädigungen (Haarrisse, Abschürfungen, Schrammen, Randausbrüche)
beruhen auf unsachgemässer Behandlung, Austrocknen und Reinigen der Linsen. Diese
Veränderungen der Kontaktlinsen bewirken eine Reihe von Komplikationen für den Benutzer
bzw. Träger.
[0007] Ernsthafte Komplikationen mit nachteiligen Folgen für das betroffene Auge sind beschrieben
worden. Deswegen wird jeder Träger von Kontaktlinsen instruiert, in regelmässigen
Abständen Augen und Kontaktlinsen untersuchen zu lassen. Man muss zudem davon ausgehen,
dass das Tragen von Kontaktlinsen nach einer gewissen Zeit häufig zu einer Störung
der Empfindlichkeit der Sensibilität der Hornhaut führt. Deswegen fühlen die Kontaktlinsenträger
Komplikationen manchmal erst spät, und es vergeht wertvolle Zeit, bis sie zum Augenarzt
gehen. Deswegen könnte ein Gerät, das jedem Träger auf einfache Weise ermöglicht,
seine Kontaktlinse zu untersuchen, in manchen Fällen Komplikationen verhüten.
[0008] Verschiedene Reinigungsmöglichkeiten kommen zur Anwendung, welche hier nicht aufgezählt
werden, da sie nicht Gegenstand der Erfindung sind. Die Untersuchungen seiner Kontaktlinsen
könnten vom Träger selbst vorgenommen werden, wenn er ein leicht zu handhabendes und
preiswertes Gerät zur Verfügung hätte. Die Selbstuntersuchung ersetzt nicht die Untersuchung
durch den Kontaktlinsenspezialisten.
[0009] Die Erfindung hat die Aufgabe, dem Kontaktlinsenbenutzer ein verbessertes Aufbewahrungsetui
und eine einfache Untersuchungsvorrichtung zu liefern, wobei die beiden Geräte in
einem Stück integriert sind. Der Träger ist also in der Lage, seine Kontaktlinsen
während der Aufbewahrung zu untersuchen. Hierdurch wird das zur Zerstörung führende
Austrocknen der Kontaktlinsen vermieden. Infolge der hohen Feuchte ergibt sich bei
der Untersuchung der Kontaktlinsen der Vorteil, dass Verschmutzungen, Reflexe und
Artefakten nicht auftreten können.
[0010] Eine solche erfindungsgemässe Kombination von Aufbewahrung und Untersuchung der Kontaktlinsen
ist im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs definiert.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigt:
Figur 1 den Querschnitt der Vorrichtung zum Aufbewahren und Untersuchen von Kontaktlinsen;
Figur 2 die Draufsicht der gleichen Vorrichtung.
[0012] Die in Figur 1 dargestellte Vorrichtung enthält einen Körper 1 aus optisch transparentem
Material, in welchem zwei Hohlräume 2 zur Aufbewahrung einer Kontaktlinse pro Hohlraum
vorgesehen sind. Jeder Hohlraum wird mittels eines Deckels 3 aus durchsichtigem Material
wasserdicht verschlossen. Vorzugsweise ist ein Gewinde am Hohlraum und Deckel vorgesehen,
so dass der Dekkel in den Hohlraum eingeschraubt wird. Eine andere lösbare Verbindung
ist ohne weiteres anwendbar, wie z.B. Bajonett- oder Steckverbindung. Der Boden 21
des Hohlraums 2 ist nach Art eines Paraboloids oder eines Konus geformt. Hierdurch
kommt eine Kontaktlinse mit ihrer konvexen Seite so zur Anlage, dass zwischen ihr
und dem Boden nur eine Linienberührung existiert. Der Deckel 3 kann nur so tief in
den Hohlraum 2 eingedreht werden, dass er die Kontaktlinse nicht zwangsläufig berührt,
ihren Bewegungsfreiraum jedoch einengt. Dadurch und mit der linienförmigen Auflage
im Hohlraum wird erreicht, dass alle Teile der Kontaktlinse, auch der Rand, lückenlos
eingesehen werden können.
[0013] Zur Aufrechterhaltung der für die Kontaktlinse erforderlichen Feuchte im Hohlraum
2 ist ein Reservoir bzw. Behälter 4, 6 vorgesehen. Der eine Behälter 4 ist in der
Randzone des Körpers 1 angebracht und besitzt ein grosses Volumen für eine wässerige
Lösung. Solche Lösungen sind als Aufbewahrungsmedien für Kontaktlinsen bekannt. Der
Behälter 4 liegt in der unmittelbaren Umgebung der kleinen Kammer, in der die Kontaktlinse
fixiert ist. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Behälter 4 kreisförmig. Er
kann auch elliptisch sein, wenn der Körper diese Form hat. Zwischen Deckel 3 und
Boden 21 besteht ein Spalt von etwa 0,5 bis 1 mm, der genügend Flüssigkeit zirkulieren
lässt und verhindert, dass beim Schliessen des Etuis die Linse beschädigt wird. Die
durch die Deckel 3 flüssigkeitsdicht verschlossenen und die Kontaktlinsen enthaltenden
Hohlräume 2 sind in gleicher Weise mit Flüssigkeit angefüllt. Sollte dies zu Anfang
nicht der Fall sein, so genügt ein leichtes Schütteln des Körpers 1. Anstelle des
Behälters 4 kann ein anderer Behälter 6 in der mittleren Zone des Körpers 1 angeordnet
sein, was gestrichelt gezeichnet ist. Die umgebenden Behälter 4, 6 können über kommunizierende
Kanäle 7 mit den Hohlräumen 2 in Verbindung stehen und sorgen dafür, dass die Kontaktlinsen
ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden. Der in den Hohlräumen eingeschraubte
oder eingesteckte Deckel 3 hat an seiner Seite Rillen oder Aussparungen, damit der
Flüssigkeitsbehälter 4 oder 6 über die Kanäle 5 oder 7 mit den Hohlräumen 2 auch dann
mühelos kommunizieren kann, wenn der Deckel den Austritt des oberen Kanals 5 oder
7 beeinflussen sollte. In der Figur 1 ist ein konischer Anschliff im unteren Teil
des Deckels 3 gezeichnet.
[0014] Die Draufsicht der Figur 2 zeigt dieselben Dinge der Figur 1 und gibt die räumliche
Anordnung der Flüssigkeitsbehälter 4, 6 und der kommunizierenden Kanäle 5, 7 besser
wieder. Die gezeigte Randzone des Körpers 1 ist kreisförmig. Sie kann aber auch elliptisch
oder angenähert viereckig sein. Es können auch vier Hohlräume 2 vorgesehen sein, die
entsprechende Kanäle zu den Behältern 4, 6 haben. Die Kanäle können auch anders angeordnet
sein, wie es in der Figur 2 gezeigt wurde.
[0015] In den Figuren 1 und 2 sind die Flüssigkeitsbehälter 4, 6 gezeichnet, welche die
Kontaktlinsen in den Hohlräumen 2 ausreichend mit Flüssigkeit versorgen können. Neue
Flüssigkeit kann dadurch in die Behälter gebracht werden, indem die Flüssigkeit in
die Hohlräume und über die Kanäle 5, 7 oder in eine besondere Einfüllöffnung 8 direkt
in die Behälter geleitet wird. In gleicher Weise erfolgt auch der Austausch der alten
Flüssigkeit durch die neue. Ein Austausch der Aufbewahrungsflüssigkeit wird aus Gründen
der Sterilität in der Regel täglich durchgeführt.
[0016] Mit den in den Figuren 1 und 2 gezeigten Vorrichtungen können die in den Hohlräumen
2 gelagerten Kontaktlinsen untersucht bzw. beobachtet werden. Das erfolgt in der Weise,
dass der Beobachter den Deckel 3 gegen eine Lichtquelle hält und auf die Unterseite
9 des Körpers 1 schaut. Die Oberfläche der Deckel ist mattiert, wo hingegen die Unterseite
9 des Körpers 1 glatt und transparent ist. Es sei noch anzumerken, dass die Brechungsindizes
des optischen transparenten Materials von Körper 1, Deckel 3 und Flüssigkeit im Hohlraum
2 in einem engen Bereich sein sollten, damit keine unerwünschten Brechungen der Lichtstrahlen
entstehen können. Die mattierte Ausstattung der einen Fläche soll einen gleichmässig
beleuchteten Hintergrund ermöglichen, vor dem die Kontaktlinse betrachtet werden
kann.
[0017] Das Bild der gegen den mattierten Hintergrund betrachteten Kontaktlinse kann durch
eine Vergrösserungsoptik, z.B. eine Sammellinse 10, vergrössert werden, die auf der
entsprechend geformten Oberfläche 9 an den den Böden 21 naheliegenden Stellen geklebt
ist. Der Einfachheit halber ist nur eine Sammellinse 10 gezeichnet. Die Sammellinse
hat einen grösseren Durchmesser als die zu betrachtende Kontaktlinse, damit die gesamte
Oberfläche der Kontaktlinse untersucht werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit,
auf die gesamte Oberfläche 9 eine einzige grosse Vergrösserungsoptik bzw. Sammellinse
10 zu kleben. Es muss nur dafür gesorgt werden, dass die im Hohlraum 2 gelagerte Kontaktlinse
eine bestimmte Entfernung zur Sammellinse 10 hat. Bei kleinerer Entfernung als die
Brennweite der Linse entsteht ein virtuelles, vergrössertes Bild der Kontaktlinse.
Bei einer zwischen der einfachen und doppelten Linsenbrennweite liegenden Entfernung
entsteht ein reelles, vergrössertes Bild der Kontaktlinse.
[0018] In einem anderen Ausführungsbeispiel ist die Vergrösserungsoptik oder Sammellinse
im bzw. auf dem Deckel 3 angeordnet. In diesem Falle sind der Deckel 3 glatt und die
Unterseite 9 des Körpers 1 mattiert.
[0019] Bisher wurde für die Untersuchung der Kontaktlinsen das Durchlichtverfahren beschrieben.
Die Kontaktlinsen können auch bei sogenannter fokaler Beleuchtung, d.h. mittels einer
Spaltlampe, betrachtet werden.
[0020] Mit der vorliegenden kombinierten Vorrichtung können Kontaktlinsen aufbewahrt und
gleichzeitig untersucht werden. Die Vorrichtung ist preiswert in der Herstellung
und einfach in der Handhabung.
1. Aufbewahrungs- und Untersuchungsvorrichtung für Kontaktlinsen mit verschliessbaren
Hohlräumen, dadurch gekennzeichnet, dass einer oder mehrere Hohlräume (2) in einem Körper (1) aus durchsichtigem Material
vorgesehen sind, von denen jeder Hohlraum eine Oeffnung und einen mindestens teilweise
konkav geformten Boden (21) enthält, wobei ein aus optisch transparentem Material
bestehender Verschluss (3) unter Einhaltung eines bestimmten Abstandes zum Boden (21)
in den Hohlraum eingefügt wird, so dass die in ihrer Aufbewahrungsposition gehaltene
Kontaktlinse von Aussen beobachtbar ist.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (21) des Hohlraumes (2) eine besondere Formgebung zur Stabilisierung
der Position der Kontaktlinse aufweist.
3. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Körper (1) mindestens ein Flüssigkeitsbehälter (4, 6) vorgesehen ist, der
über kommunizierende Kanäle (5, 7) mit den Hohlräumen (2) verbunden ist zur Versorgung
der Kontaktlinsen mit Aufbewahrungsflüssigkeit.
4. Vorrichtung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsbehälter (4) in der Randzone des Körpers (1) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Patentanspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsbehälter (6) in der zentralen Zone des Körpers (1) angeordnet
ist.
6. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Untersuchung der im Hohlraum (2) gelagerten Kontaktlinse der Deckel (3)
eine mattierte Oberfläche hat und die Grundfläche (9) des Körpers (1) glatt und transparent
ist.
7. Vorrichtung nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (3) eine mattierte Oberfläche hat und die Grundfläche (9) des Körpers
(1) glatt ist und mindestens eine Vergrösserungsoptik (10 enthält.
8. Vorrichtung nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfläche (9) des Körpers (1) glatt ist und an den Stellen zur Aufnahme
der Sammellinse (10) entsprechend geformt ist, welche Stellen dem Boden (21) des
Hohlraumes (2) am nächsten liegen.