[0001] Die Erfindung betrifft eine Verwirbelungsdüse für Fäden bzw. Garne, mit mehreren
rietartig Seite an Seite angeordneten Platten, in denen parallel verlaufende Fadenkanäle
und quer in die Fadenkanäle mündende, mit einem Blasmedium beaufschlagbare Blaskanäle
gebildet sind, wobei die Achsen der Fadenkanäle in einer zu den Platten senkrecht
verlaufenden Ebene liegen.
[0002] Eine Verwirbelungsdüse dieser Gattung ist aus der DE-A-3019302 bekannt. Bei dieser
Verwirbelungsdüse bilden die Platten eine blockförmige Anordnung, bei der die Fadenkanäle
dadurch gebildet sind, daß jeweils zwischen einem oberen und einem davon getrennten
unteren Plattenteil ein geradliniger Spalt von rechteckigem Querschnitt freigelassen
wird. Bei dieser Verwirbelungsdüse müssen die Fäden einzeln eingefädelt werden; ein
Einfügen oder Nachlegen laufender Fäden ist nicht möglich. Auch die Teilung, d.h.
der Abstand der Fadenkanäle senkrecht zur Fadenlaufrichtung ist vergleichsweise groß.
[0003] Aus der EP-A-216951 ist eine Verwirbelungsdüse etwas anderer Gattung bekannt, bei
der die Fadenkanäle im Betrieb offen bleiben. Dies erlaubt zwar ein Einlegen der Fäden
während des Laufes. Der Luftverbrauch ist jedoch entsprechend groß. Auch besteht die
Gefahr, daß Fäden aus den Fadenkanälen herausgeblasen werden.
[0004] Aus der EP-A-262237 und der EP-A-152919 ist jeweils eine Verwirbelungsdüse bekannt,
die aus zwei in einer horizontalen Ebene aneinander anliegenden Blöcken besteht. Die
Blöcke sind an den aneinander anliegenden Berührungsflächen mit als Fadenkanäle dienenden
Nuten versehen. Durch Abheben des oberen Blockes, beispielsweise Hochschwenken des
oberen Blockes, können dann die Fäden in die Fadenkanäle eingelegt werden.Ein Einlegen
der Fäden während des Laufes ist allerdings auch bei dieser Verwirbelungsdüse nicht
möglich, da der obere Block selbst im geöffneten Zustand den freien Zugang zu den
Fadenkanälen behindert.
[0005] Aus der DE-A-2840177 ist schließlich eine Verwirbelungsdüse bekannt, bei der in zylindrischen
Bohrungen jeweils ein den Fadenkanal enthaltender Rohrkörper um seine Längsachse drehbar
gelagert ist, und zwar zwischen einer Öffnungsstellung, in der der Fadenkanal frei
zugänglich ist, und einer Schließstellung, in der der Fadenkanal nach außen abgeschlossen
ist. Bei dieser Verwirbelungsdüse können zwar die Fäden während des Laufes in die
Fadenkanäle eingelegt werden. Die Herstellung der in den Bohrungen drehbaren Rohrkörper
erfordert jedoch wegen der erforderlichen hohen Paßgenauigkeit einen beträchtlichen
Herstellungsaufwand. Auch besteht beim Schließen der Verwirbelungsdüse die Gefahr,
daß die Fäden oder einzelne Filamente eingeklemmt werden. Schließlich ist eine vergleichsweise
große Teilung der Fadenkanäle unvermeidlich.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verwirbelungsdüse der eingangs angegebenen
Gattung so weiterzubilden, daß trotz eines geringen Luftverbrauchs und einer möglichst
engen Teilung der Fadenkanäle die Fäden bzw. Garne während des Laufes eingelegt werden
können.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Verwirbelungsdüse mit den eingangs angegebenen Merkmalen
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jeweils zwei aneinander anliegende Platten aus
einer fest angeordneten Fadenkanalplatte und einer beweglichen Schließplatte bestehen,
von denen die Fadenkanalplatte auf ihrer an der Schließplatte anliegenden Seite mit
einer als Fadenkanal dienenden Nut versehen ist und die Schließplatte parallel zu
den Plattenebenen zwischen einer den Fadenkanal freigebenden Öffnungsstellung und
einer den Fadenkanal abdeckenden Schließstellung bewegbar ist.
[0008] Die "Schließstellung" stellt hierbei die Arbeitsstellung der Verwirbelungsdüse dar.
Bei der erfindungsgemäßen Düse sind die Fadenkanäle in der Öff nungsstellung der
Verwirbelungsdüse von einer Seite her frei zugänglich. Die Fäden bzw. Garne können
daher während des Laufes eingelegt werden, beispielsweise dadurch, daß die gesamte
Verwirbelungsdüse in Richtung auf die Fäden verschoben wird. Da die Fadenkanäle in
der Schließstellung geschlossen sind, kann der Verbrauch an Blasmedium, insbesondere
Luft, gering gehalten werden.
[0009] Die Teilung der Verwirbelungsdüse hängt allein von der Dicke der Platten ab, so daß
die Teilung vergleichsweise gering gewählt werden kann. Insbesondere wenn die Fadenkanalplatten
auf beiden Seiten mit einem Fadenkanal versehen sind, läßt sich die Teilung der Verwirbelungsdüse
sehr eng halten.
[0010] Da die Verwirbelungsdüse im wesentlichen aus ebenen Platten besteht, bleibt der Herstellungsaufwand
vergleichsweise gering. Dennoch kann die erfindungsgemäß ausgebildete Verwirbelungsdüse
eine hohe Verwirbelungsleistung erbringen.
[0011] Die erfindungsgemäß ausgebildete Verwirbelungsdüse eignet sich besonders für die
Verwirbelung von Scharen grobtitriger Garne, wie sie für Verstärkungsgewebe bzw. Reifen
(Reifenkord) verwendet werden.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] Anhand der Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Verwirbelungsdüse senkrecht zur Fadenlaufrichtung;
Fig. 2 eine Seitenansicht der Verwirbelungsdüse, jeweils in der Öffnungsstellung.
[0014] Die in den Figuren gezeigte Verwirbelungsdüse besitzt einen Träger 10. An dem Träger
10 ist eine Gruppe von ebenen Fadenkanalplatten 12 fest angebracht, die Seite an
Seite und abwechselnd zu ebenen Schließplatten 14 angeordnet sind.
[0015] Die Schließplatten 14 sind durch einen Keil 20 auf einer Welle 18 drehfest angebracht,
die in Bohrungen der Fadenkanalplatten 12 drehbar gelagert ist. Die Welle 18 ist
an ihrem einen Ende mit einem Anlagekopf 21 und an ihrem anderen Ende mit einem Gewinde
22 versehen, auf das eine Mutter 23 aufgeschraubt ist. Die Welle 18 und die Mutter
23 halten hierbei mit Hilfe einer Tellerfeder 24 die Fadenkanalplatten 12 und die
Schließplatten 14 unter einer gegebenen Vorspannung miteinander in Anlage, ohne jedoch
eine Bewegung der Schließplatten 14 in Ebenen parallel zu den Fadenkanalplatten 12
zu behindern.
[0016] Mindestens eine und vorzugsweise zwei der Schließplatten 14 sind mit einem Zahnsegment
26 versehen, das mit einem von einem (nicht gezeigten) Druckluftmotor angetriebenen
Zahnrad 28 in Eingriff steht. Hierdurch sind die Schließplatten 14 um die Längsachse
der Welle 18 drehbar. Die Drehbewegung der Schließplatten 14 ist auf 90° begrenzt,
und zwar durch in den Fadenkanalplatten 12 gebildete, sich um 90° erstreckende Aussparungen
30, in die der Keil 20 greift. Auf diese Weise sind die Schließplatten 14 zwischen
einer Schließstellung und einer um 90° hierzu versetzten, in den Fign. 1 und 2 gezeigten
Öffnungsstellung verstellbar.
[0017] Die Fadenkanalplatten 12 sind auf ihren an den Schließplatten 14 anliegenden Seiten
jeweils mit einer geradlinigen, durchgehenden Nut 32 von rechteckigem Querschnitt
versehen, die als Fadenkanal dient. Von jeder Fadenkanal-Nut 32 geht rechtwinklig
hierzu und auf gegenüberliegenden Seiten je eine geradlinige Nut 30 ab, die als Blaskanal
zum Einblasen eines Verwirbelungsmediums, insbesondere Luft, in den Fadenkanal dient.
Die in den Seiten der Fadenkanalplatten 12 gebildeten Blaskanal-Nuten 34 bzw. 36
münden jeweils in einer senkrecht durch die Fadenkanalplatte 12 verlaufende Bohrung
38 bzw. 40. In den Schließplatten 14 sind entsprechende Bohrungen 44 bzw. 46 gebildet,
die in der Schließstellung der Schließplatten 14 zu den Bohrungen 38 bzw. 40 der Fadenkanalplatten
12 fluchten und somit Zufuhrkanäle 48 bzw. 50 zum Zuführen des Blasmediums bilden.
Die Versorgung der Zufuhrkanäle 48 bzw. 50 mit dem Blasmedium erfolgt von den außen
liegenden Fadenkanalplatten 12 her über eine (nicht gezeigte) Vorrichtung, die beim
Öffnen der Verwirbelungsdüse die Zufuhr des Blasmediums selbsttätig unterbricht.
[0018] Die Schließplatten 14 sind mit einem geradlinig verlaufenden Außenrand 51 versehen,
der in der Öffnungsstellung der Schließplatten 14 parallel zu den Fadenkanal-Nuten
32 verlaufen. Die Anordnung und Ausbildung der Fadenkanalplatten 12 und Schließplatten
14 ist hierbei so getroffen, daß die Schließplatten 12 in der Öffnungsstellung die
Fadenkanal-Nuten 32 zwar in Fadenlaufrichtung vollständig, jedoch senkrecht zur Fadenlaufrichtung
nur teilweise freigeben, so daß die Fäden F zwar in die Fadenkanäle eingelegt werden
können, jedoch in ihnen einen gewissen Halt haben. Die Außenränder 51 der Schließplatten
14 sind mit dachförmigen Abschrägungen 52 versehen, die in der Öffnungsstellung der
Schließplatten zu den Fadenkanälen hin geneigt sind, um das Einlegen der Fäden F zu
erleichtern.
[0019] Die aneinander anliegenden Seiten der Fadenkanalplatten 12 und der Schließplatten
14 sind zur Erzielung einer hohen Oberflächenqualität gehont oder geläppt, so daß
eine einwandfreie gegenseitige Anlage der Fadenkanal- und Schließplatten gewährleistet
ist. Werden die Schließplatten 14 aus der (in den Fign. 1 und 2 gezeigten) Öffnungsstellung
um 90° in ihre Schließstellung gedreht, so verschließen sie die Fadenkanal-Nuten
32 absolut dicht, ohne daß ein Einklemmen der Fäden F in dem Bereich der aneinander
anliegenden Seitenflächen der Fadenkanal- und Schließplatten zu befürchten ist.
[0020] Vor Inbetriebnahme wird die gesamte Verwirbelungsdüse mit Hilfe des verschiebbaren
Trägers 10 aus dem Bereich der Fäden herausbewegt. Die Schließplatten 14 befinden
sich hierbei in ihrer (in den Figuren gezeigten) Öffnungsstellung. Wenn dann die Schar
der Fäden ihre gewünschte Anordnung erhalten haben und in Bewegung gesetzt worden
sind, wird die Verwirbelungsdüse in Richtung auf die laufenden Fäden F (nach oben
in den Fign. 1 und 2 bewegt. Hierbei rutschen die Fäden F über die Abschrägungen 52
in die Fadenkanal-Nuten 32, ohne daß ihr Lauf unterbrochen werden muß. Hierauf werden
die Schließplatten 14 über den Zahntrieb 26, 28 in ihre Schließstellung geschwenkt,
in der sie die Fadenkanäle schließen und die Blaskanäle mit den von den Bohrungen
38, 44 bzw. 40, 46 gebildeten Zufuhrkanälen 48, 50 verbinden. Gleichzeitig wird die
Zufuhr des Blasmediums (vorzugsweise Luft) selbsttätig eingeleitet, um die durch die
Fadenkanäle laufenden Fäden F zu verwirbeln.
[0021] Wenn auch bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel vier Fadenkanalplatten und drei
Schließplatten vorgesehen sind, versteht es sich, daß die Fadenkanal- und Schließplatten
auch in größeren Gruppen von z.B. 20 bis 25 Platten zusammengefaßt werden können.
[0022] Wie bereits eingangs erwähnt, ist die beschriebene Verwirbelungsdüse insbesondere
bei der Verstreckung von Scharen grobtitriger Garne einsetzbar, wie sie für Verstärkungsgewebe
oder Reifen verwendet werden. Hierbei handelt es sich um Garne mit einem Garntiter
von etwa 500 bis 2500 dtex, meist zwischen 1000 und 1700 dtex, bei einem Einzeltiter
von 3 bis 15dtex bevorzugt von 5 bis 8 dtex. Die Verstreckung dieser Garne und damit
auch die Verwirbelung er folgt meist bei Geschwindigkeiten von 100 bis 500 m/min
auf sogenannten Bandstraßen. Die Garnspannung in der Verwirbelungszone liegt meist
zwischen 0,01 und 0,1 cN/dtex.
[0023] Die dargestellte Verwirbelungsdüse erlaubt eine sehr enge Teilung der Fadenkanäle,
etwa von 4 bis 6 mm, aber auch bis zu 2 mm. Dies erlaubt eine enge Garnführung und
somit eine gute Auslastung der Galetten und Heizorgane der Verstreckanlagen.
[0024] Bei einem konkreten Ausführungsbeispiel ergab sich bei einem Reifenkord mit einem
Titer von 1440 dtex, einer Laufgeschwindigkeit von 220 m/min, einer Teilung von 1
Faden/4,8 mm, einer Fadenspannung von 40 cN/1440 dtex und einem Luftdurchsatz von
3,5 Nm³/h ein Nadeltestwert (Rothschild Entanglement Tester R2040) von 120 bis 200
mm.
1. Verwirbelungsdüse für Fäden bzw. Garne, mit mehreren rietartig Seite an Seite angeordneten
Platten, in denen parallel verlaufende Fadenkanäle und quer in die Fadenkanäle mündende,
mit einem Blasmedium beaufschlagbare Blaskanäle gebildet sind, wobei die Achsen der
Fadenkanäle in einer zu den Platten senkrecht verlaufenden Ebene liegen, dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils zwei aneinander anliegende Platten aus einer fest angeordneten Fadenkanalplatte
(12) und einer beweglichen Schließplatte (14) bestehen, von denen die Fadenkanalplatte
(12) auf ihrer an der Schließplatte (14) anliegenden Seite mit einer als Fadenkanal
dienenden Nut (32) versehen ist und die Schließplatte (14) parallel zu den Plattenebenen
zwischen einer den Fadenkanal freigebenden Öffnungsstellung und einer den Fadenkanal
abdeckenden Schließstellung bewegbar ist.
2. Verwirbelungsdüse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließplatte
(14) zum Ausführen der Bewegung zwischen Schließ- und Öffnungsstellung drehbar ist.
3. Verwirbelungsdüse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungs- und
Schließstellung der Schließplatte (14) um 90° gegeneinander versetzt sind.
4. Verwirbelungsdüse nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fadenkanal- und Schließplatten (12, 14) abwechselnd zueinander
angeordnet sind und zumindest die inneren Fadenkanalplatten auf jeder Seite mit einer
Fadenkanal-Nut (32) versehen sind.
5. Verwirbelungsdüse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schließplatte (14) in der Öffnungsstellung die Fadenkanal-Nut (32) - senkrecht
zur Fadenlaufrichtung gesehen - nur teilweise freigibt.
6. Verwirbelungsdüse nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Umfangsrand der Schließplatte (14), der in der Öffnungsstellung
parallel zum Fadenkanal verläuft, zum leichteren Einlegen des Fadens (F) mit einer
Abschrägung (52) versehen ist.
7. Verwirbelungsdüse nach Anspruch 6 und Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Umfangsrand der Schließplatte (14) zu beiden Seiten hin mit je einer Abschrägung
(52) versehen ist.
8. Verwirbelungsdüse nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Blaskanäle jeweils aus einer in einer Seite der Fadenkanalplatte
(12) gebildeten Nut (34) bestehen.
9. Verwirbelungsdüse nach Anspruch 8, bei dem die Blaskanäle an einem senkrecht zu
den Plattenebenen verlaufenden, gemeinsamen Zufuhrkanal angeschlossen sind, dadurch
gekennzeichnet, daß der Zufuhrkanal (48; 50) aus Bohrungen (38; 40) in den Fadenkanalplatten
(12) und Bohrungen (44; 46) in den Schließplatten (14) besteht, die in der Schließstellung
der Schließplatten (14) zueinander fluchten.
10. Verwirbelungsdüse nach mindenstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fadenkanal- und Schließplatten (12, 14) in mehreren Gruppen
zusammengefaßt sind, wobei die Schließplatten (14) einer Gruppe gemeinsam bewegbar
sind.
11. Verwirbelungsdüse nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
der Schließplatten (14) mit einem Zahnsektor (26) versehen ist, der mit einem antreibbaren
Zahnrad (28) in Eingriff steht.
12. Verwirbelungsdüse nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verwirbelungsdüse zum Einlegen der Fäden (F) insgesamt verschiebbar
ist.