[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Sicherungsreinrichtung für einen Drallgeschoßzünder
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der DE-OS 20 09 988 ist eine Rotorsicherung für einen Drallgeschoßzünder bekannt.
Zur Entsicherung ist sowohl die Abschlußbeschleunigung als auch der Drall notwendig.
Die daraus resultierenden Kräfte werden auf einen U-förmigen, ausdehnbaren Haltering
ausgeübt. Der Haltering sitzt in einem ringförmigen Absatz der Rotors. Die Gleitebene
für den Haltering ist in Richtung Rotorzentrum kronisch ausgebildet. Damit soll der
Haltering eine zu einer gehäuseseitigen Radialnut versetzte, vordere Lage einnehmen.
[0003] Funktionsstörungen können sich wegen der ungleichen Massen des U-förmigen Halterings
ergeben. Die Abschußbeschleunigung und der Drall können den Haltering beim Rück- und
Öffnungshub in der gehäuseseitigen Radialnut so verkanten, daß die Schenkel den Rotor
daran hindern, den für die Funktion notwendigen Drall aufzunehmen.
[0004] Weiter kann bei rauher Handhabung des Geschosses durch einen unbeabsichtigten Schlag
der Haltering in seiner rückwärtigen Position festklemmen und den Rotor in Sicherstellung
arretieren. In beiden Fällen liegen nach Abschuß brisante Blindgänger vor.
[0005] Aus der DE-PS 25 39 750 ist es bei einem Drallgeschoßzünder bekannt, als Sicherungseinrichtung
für einen Rotor ein klammerartiges Sicherungselement vorzusehen, das aus zwei radial
gekrümmten, durch einen bogenförmigen Steg miteinander verbundenen Schenkeln besteht.
Der bogenförmige Steg gewährleistet ein bleibendes und gleichmäßiges Auslenken der
beiden Schenkel bei vorgegebenen Geschoßdrall. Diese Sicherungseinrichtung ist nur
auf den Geschoßdrall ausgerichtet. Ein Entsicherungskriterium für den Abschußimpuls
ist nicht vorgesehen.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, für einen Drallgeschoßzünder eine aus wenigen
Teilen bestehende Rotorsicherung zu schaffen, die beim Abschuß des Drallgeschosses
sicher funktioniert, in dem der Rotor freigegeben wird und die auch nach rauher Handhabung
die Widersicherung des Rotors gewährleistet.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe ist den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 zu entnehmen.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Wesentlich für die Erfindung sind der mit radialer Vorspannung an dem Rotor anliegende
Haltering, der über seinen konischen Sitz auf dem Zentrierdorn den Rotor im Zündergehäuse
kraftschlüssig festlegt.
[0010] Der Haltering erlaubt die Widersicherung des Rotors, beispielsweise bei Falltests
mit verminderten Anforderungen bis ca. 6000g oder Schlagbeanspruchungen bei der Handhabung
eines Geschosses.
[0011] Der nahezu geschlossene Haltering stützt den Rotor in radialer Richtung an dem Zündergehäuse
ab. Bei seitlichen Schockbeanspruchungen werden die Massenkräfte des Rotors von dem
Haltering in das Zündergehäuse abgeleitet. Nachteilige Verformungen des Halterings
können aufgrund seines relativ hohen Widerstandmomentes nicht auftreten. Derartige
Verformungen können jedoch bei dem U-förmigen Haltering nach der DE-OS 20 09 988 aufgrund
seiner wesentlich niedrigen Widerstandsmomente in seiner Längsrichtung nicht vermieden
werden. Eine derartige Verformung des bekannten Halteringes kann dazu führen, daß
der Rotor trotz vorhandener Auslösekriterien nicht entsichert wird.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung, zusammen mit den Vorteilen,
beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Zünder
Fig. 2 einen Schnitt II-II nach Fig. 1
Fig. 3 eine Einzelheit III im vergrößerten Maßstab
Fig. 4 den Zünder nach den Figuren 1 und 2 bei der Drallaufnahme in einem Waffenrohr
Fig. 5 einen Schnitt IV-IV nach Fig. 4
[0013] Eine Sicherungseinrichtung 1 sieht einen Haltering 2 auf einem konischen Zentrierdorn
3 innerhalb eines konischen Ringraumes 30 eines Zündergehäuses 7 vor.
[0014] Der Haltering 2 sitzt federnd vorgespannt auf dem Zentrierdorn 3 und drückt einen
kugeligen Rotor 5 über eine Stirnseite 11 in eine sphärische Ausdehnung 20 innerhalb
einer Bohrung 8 des Zündergehäuses 7.
[0015] Der Rotor 5 besitzt einen Detonator 15, eine Ringnut 4 mit der Stirnseite 11 und
einem Boden 10 sowie einen Fixierkegel 16 für eine Sicherungshülse 17. Ein Ringspalt
19 liegt zwischen dem Boden 10 und dem Haltering 2.
[0016] Der Haltering 2 ist mit einem Innenkonus 9, einer Radialfläche 51 und mit einem Außenkonus
12 versehen. Er ist über einen Schlitz 29 (Fig. 2) federnd vorgespannt. Er weist nach
der Figur 2 ein Keilnutprofil auf, wodurch innere Stützlappen 25 mit dazwischenliegenden
Ausnehmungen 26 vorliegen. Die Stützlappen 25 weisen entsprechend der Ringnut 4 gekrümmte
Stützflächen 27 auf. Ein Ring 28 trägt die Stützlappen 25, wobei der Ring 28 durch
einen Schlitz 29 aufgetrennt ist. Der Haltering 2 besteht aus einem zähen Werkstoff
mit einer gewissen Anfangselastizität entsprechend der Weite des Schlitzes 29 (Fig.
2) und hoher Bruchfestigkeit. Geeignete Werkstoffe sind Beryllium, Aluminium und
Stahl.
[0017] Zur Funktion:
Die Sicherungseinrichtung 1 eines nicht weiter dargestellten Drallzünders reagiert
auf die in Pfeilrichtung 50 wirkende Abschußbeschleunigung durch einen Axialhub des
Halterings 2 in die Position gemäß Fig. 4.
[0018] Der Haltering 2 besteht aus einer Beryllium-Bronze. Dieser Werkstoff gewährleistet,
daß er aufgrund der Zentrifugalkräfte sich vollkommen an den Konus 13 anlegt. Dabei
werden die zwischen den Stützlappen 25 liegenden Stege 14 plastisch, das heißt bleibend
verformt.
[0019] Der von dem Haltering 2 freigegebene Rotor 5 richtet sich aufgrund seiner Schwerpunktslage
in die aus Fig. 4 ersichtliche Stellung ein, wobei die Sicherungshülse 17 durch den
Fixierkegel 16 zurückgeschoben wird. Die sphärischen Ausnehmungen 20, 21 dienen als
Gleitlager. Der Rotor 5 wird in der aus dieser Figur ersichtlichen Scharfstellung
durch nicht gezeichnete Mittel arretiert.
[0020] Liegt ein Zündkriterium vor, so schlägt die Zündnadel 18 in bekannter Weise auf den
Detonator 15. Dessen Zündenergie initiiert dann eine Übertragungsladung 52. Wird
bei einer Fallprüfung oder bei rauher Handhabung auf die Sicherungseinrichtung 1 gemäß
dem Pfeil 50 ein Stoß ausgeübt, so hebt der Haltering 2 etwas von dem Rotor 5 ab und
wird jedoch nach dem Stoß durch seine Federkraft wieder seine aus Fig. 1 ersichtliche
Position auf dem Rotor 5 einnehmen.
[0021] Die Sicherungshülse 17 gewährleistet das Verbleiben des Rotors 5 in der Sicherstellung
nach Fig. 1 in der Phase, in der der Haltering 2 vom Rotor abgehoben ist.
[0022] Wird auf ein Geschoß während der Beschleunigung in einem Waffenrohr ein Drall ausgeübt,
der nicht die vorgeschriebene Höhe erreicht, beispielsweise bei einem nahezu ausgeschossenen
Waffenrohr, so liegt nach dem Verlassen des Geschosses aus dem Waffenrohr ein wieder
gesicherter Rotor 5 vor. Die auf den Haltering 2 ausgeübten Zentrifugalkräfte haben
nicht die Größe erreicht, die Stege 14 plastisch zu verformen, siehe Fig. 5, so daß
der Haltering 2 seine unveränderte Größe gemäß Figuren 1 und 2 beibehalten hat.
[0023] Von Vorteil ist auch die gefederte Lagerung des Rotors 5 durch den Haltering 2. Dieser
bewirkt einen Spalt 49, indem der Rotor 5 in die Ausnehmung 20 des Zündergehäuses
7 gedrückt wird. Bei Schockbeanspruchungen besteht daher für den Rotor 5 die Möglichkeit
eines federgedämpften Lageversatzes innerhalb der Bohrung. Damit ist die Zündschwelle
des Detonators 15 bei Schockbeanspruchungen wesentlich niedriger als bei Detonatoren
nach dem Stand der Technik.
[0024] Weitere geeignete Werkstoffe für den Haltering 2 sind Aluminium oder Stahl. Geforderte
Werkstoffeigenschaften sind hohe Bruchfestigkeit und große Zähigkeit.
1. Sicherungseinrichtung für einen Drallgeschoßzünder, mit einem Zünderkörper und
einem Lagerkörper, in die ein kugelförmiger Rotor drehbeweglich eingelagert und eine
Radialnut eingeformt sind, wobei der Rotor eine Bohrung mit eingesetztem Detonator
und an einem peripheren Bereich eine in einer zur Radialnut axial versetzten Ebene
verlaufende Nut aufweist, in der ein aufspreizbares Haltemittel eingesetzt ist, das
den in Sicherstellung gehaltenen Rotor erst nach Geschoßabfeuerung durch das sich
unter Einwirkung von Axial- und Drallkräfte axialverschiebende und aufspreizende Sicherungselement
entsichert und der Rotor nach seiner Freigabe mit dem Detonator in Scharfstellung
einschwenken kann,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Sicherstellung des Rotors (5)
der Haltering (2) durch einen gehäuseseitigen konischen Zentrierdorn (3) an einer
Stirnseite (11) einer Ringnut(4) anliegt, der Haltering (2) korrespondierend zum Zentrierdorn
(3) einen Innenkonus (9) aufweist und mit einem Außenkonus (12) an einem gehäuseseitigen
Innenkonus (13) anliegt und daß der Haltering(2) etwa ein Keilnutprofil mit inneren,
gleichmäßig verteilten Stützlappen (25) und Stützflächen (27) und einen, mit einem
Schlitz (29) versehenen, äußeren Ring (28) mit mehreren bleibend verformbaren Stegen
(14) gleichen Querschnitts aufweist, und der Haltering (2) zum Boden (10) der Ringnut
(4) einen Ringspalt (19) besitzt.
2. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltering
(2) in Sicherstellung in zentripedaler Richtung elastisch vorgespannt auf dem Zentrierdorn
(3) sitzt.
3. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Entsicherung zur Aufnahme und anschließenden Festlegung des aufgespreizten
Halterings (2) im Zündergehäuse (7) die Radialnut als ein konischer Ringraum (30)
vorgesehen ist, dessen Breite etwa der zweifachen Dicke des Halterings entspricht.