[0001] Vorliegende Erfindung betrifft in einem ersten Aspekt ein Verfahren zum Erfassen
eines Fadenendes mit einer Kopsvorbereitungsstation gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1 sowie eine Kopsvorbereitungsstation gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 5.
[0002] Kopsvorbereitungsstationen gemäß dem ersten Aspekt befinden sich verfahrensmäßig
zwischen einer Spulmaschine und einer Spinnmaschine und sind in der Regel in der Spulmaschine
integriert. Die Spinnmaschine liefert auf Hülsen aufgewickelte Garnkörper mit einem
relativ kleinen Durchmesser, Kopse genannt. Das Fadenende eines anfallenden Kopses
wird von einem Fadenerfassungsmittel, das aus einer Saugdüse und einer Bürste bestehen
kann, von der Oberfläche des Kopsgarnkörpers losgelöst und erfaßt, um in der Spulmaschine
die nachfolgende automatische Fadenverbindung zu ermöglichen. Die Fadenendlage, d.h.
der Ort an der Oberfläche des Garnkörpers, wo sich das Fadenende normalerweise befindet,
kann verschieden sein und hängt von der Ausführung der Spinnmaschine ab. Die meisten
Ringspinnmaschinen beispielsweise haben keinen Integraldoffer und liefern Kopse mit
einer Unterwindung, obgleich Ringspinnmaschinen mit Integraldoffer, die Kopse mit
einer Hinterwindung bzw. Mantelwindung liefern, wermehrt zur Anwendung gelangen. Gelegentlich
konmmen auch Kopse mit einer Oberwindung vor. Um mit kompatiblen Maschinen arbeiten
zu können, baut der Spulmaschinenhersteller ein auf die Art der Fadenendlage abgestimmtes
Fadenerfassungsmittel in die Kopsvorbereitungsstation ein. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit
steht dem Erfassungs- bzw. Suchvorgang des Fadenerfassungsmittels lediglich etwa 15
Sekunden zur Verfügung. Wenn das Fadenende in dieser Zeitspanne nicht auffindbar ist,
wird der betreffende Kops ausgeworfen und automatisch der Kopsvorbereitungsstation
wieder zugeführt, wobei periodisch eine Bedienperson vorbeikommt, um den fehlerhaften
Kops zu begutachten und das Fadenende von Hand loszulösen und in die richtige Fadenendlage
zu bringen. Bei einem vermehrten Anfall von Krüppelkopsen, d.h. Kopsen mit einer von
Idealprofil abweichenden Form, ist auch der Einsatz einer Bedienperson nicht mehr
ausreichend. Es kann dann passieren, daß solche Krüppelkopse bei jedem Suchvorgang
immer wieder auf die Rückfuhrschlaufe ausgeworfen werden, was zu Kopsstauungen an
der Spinnmaschine und zu unausgelasteten Spulstationen an der Spulmaschine führen
kann. Ein solcher Fall kann auftreten, wenn bei einem Fadenbruch der Bedienroboter
an der Spinnmaschine, statt das Fadenende auf dem in der Spinnstelle befindlichen
Kops mit einem Hilfsfaden zu verbinden, ein Hilfsfaden - ohne Verbindung - anlegt,
bzw. auf den Kops anwirft. Das obere Ende des Hilfsfadens wird in beiden geschilderten
Fällen im Bereich der Austrittswalzen des Streckwerkes angesetzt. So entstehen Kopsgarnkörper
mit mehreren Fasernteillängen, deren Fadenende anfänglich größtenteils in der Kopsvorbereitungsstation
erfaßt werden, wonach die Kopse in die Spulmaschine kommen. Hier werden diese Kopse
bis zum Ende einer Fadenteillänge abgewickelt bzw. abgezogen und dann ausgeschieden,
worauf diese so entstandenen Krüppelkopse wieder auf die Rückfuhrschleife gelangen.
In der Kopsvorbereitungsstation werden diese Krüppelkopse erneut der Berührung der
Bürsten ausgesetzt, wodurch die Qualität des Garnes in Mitleidenschaft gezogen wird,
und da das Fadenende immer noch nicht gefunden wird, gleich wieder ausgeschieden.
Es ist anzunehmen, daß sich das - ohne Verbindung - Anlegeverfahren des Bedienroboters
mittels eines Hilfsfadens deshalb in der Praxis nicht durchsetzen konnte.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung in ihrem ersten Aspekt, die Wirtschaftlichkeit und den
Wirkungsgrad einer Kopsvorbereitungsstation und somit der gesamten Spulmaschine,
auch bei Vorhandensein von mehrere Fadenteillängen aufweisenden Kopsen und Krüppelkopsen
aller Art, mit einfachsten Mitteln zu erhöhen und gleichzeitig den Bestand an Bedienpersonal
herabzusetzen. Auch soll das Garn schonender behandelt werden. Diese Aufgabe wird
gelöst durch die Lehre gemäß den Kennzeichen der Ansprüche 1 und 5.
[0004] An dieser Stelle ist die erst kürzlich veröffentliche DE-OS 37 42 348 zu erwähnen,
deren Aufgabe es ist, "das erfolgreiche Auffinden eines Fadenendes für fast alle Spulen"
zu ermöglichen. Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Luftstromsteuerplatte nahe dem
Außenumfang des Kopsgarnkörpers und in dem auf diese Weise gebildeten Spalt eine
parallel zur Kopslängsache aufwärts blasende Luftdüse vorgesehen, mit dem Ziel, ein
nicht in der vorgestimmten Lage befindliches herabhängendes Fadenende in den Bereich
des Fadenerfassungsmittels zu bringen. Im Falle, daß das Fadenende sich auf der oberen
Schräge des Kopsgarnkörpers befinden sollte, leuchtet es ein, insbesondere nach Studium
der nachfolgenden Beschreibung, daß das Fadenende durch Aufwärtsblasen nicht loszulösen
ist.
[0005] Des weiteren wird noch auf die in der DE-OS 36 32 459 beschriebene Kopsvorbereitungsstation
hingewiesen, welche zur Unterscheidung von Kopsen mit S- und Z-Drehung eine entsprechende
Anpassung der Fadensuchoperation vornimmt. Diese Anpassung besteht darin, daß die
Richtung der Kopsrotation während des Suchvorganges entsprechend dieser Drehung gewählt
wird.
[0006] Während nach dem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung der Fadensuchvorgang im
Vordergrund steht, befaßt sich ein zweiter Aspekt der Erfindung mehr mit der Integration
des Fadensuchvorganges in der Arbeit der Spulmaschine bzw. mit der Zusammenarbeit
der Kopsvorbereitungsstation mit der Spulmaschine.
[0007] Nach diesem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Steuerung einer
Fadensuchstation an Textilmaschinen, mit einem gesteuert ablaufenden Fadensuchvorgang
zum Auffinden des Fadenendes auf einem aus Garnkörper und Hülse bestehenden Kops,
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 12. Ferner betrifft die Erfindung eine
Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
[0008] Mit dem Risiko einen Teil des Vorhergesagten zu wiederholen, soll an dieser Stelle
betont werden, daß eine Fadensuchstation gemäß dem zweiten Aspekt in der Regel in
Zusammenhang mit einer Spulmaschine betrieben wird. Dieser Konfiguration kann eine
weitere Textilmaschine, insbesondere eine Spinnmaschine, vorgelagert sein. Dabei
wird es sich in der Regel um eine Ringspinnmaschine handeln. In der folgenden Beschreibung
wird die Funktion der Erfindung am Beispiel des Zusammenwirkens mit einer vorgelagerten
Ringspinnmaschine beschrieben, wobei diese Beispiel nicht einschränkend sein soll,
da die Erfindung sowohl für die Fadensuchstation an sich wie auch für den Verbund
der Fadensuchstation mit einer Spulmaschine und weiteren Textilmaschinen grundsätzliche
Vorteile bringt.
[0009] In modernen Ringspinnmaschinen sind eine Vielzahl von Vorlagespulen in einem sogenannten
Gatter aufgehängt. Von jeder der Vorlagespulen geht ein Spinnstrang aus, in welchem
eine Lunte als Vorgarn zum Streckwerk läuft, wo es durch Ziehen auf die endgültige
Materialstärke gestreckt wird. Das gestreckte Garn wird in jedem dieser parallelen
Stränge auf ein Hülse aufgewickelt, welche von einer Spindel in Rotation versetzt
wird. Gesteuert von einem Ringläufer wird die Hülse mit einem Garnkörper bewickelt.
Hülse mit Garnkörper werden als Kops bezeichnet. Sind die Kopse voll, d. h. bis zu
einem vorgegebenen Maß bewickelt, werden sie mit einem Doffer abgezogen und einer
Spulmaschine bzw. einer Spulstation zum Umspulen auf größere Garnspulen zugeführt.
Bei diesem Umspulvorgang werden die Fadenenden aufeinanderfolgender Kopse oder die
Fadenenden nach einem Garnreinigungsschnitt maschinell verbunden, so daß sich auf
der endgültigen Spule eine durchgehender Faden befindet.
[0010] Beim Spinn- sowie beim nachfolgenden Spulvorgang treten gelegentlich Fadenbrüche
auf, die es in möglichst kurzer Zeit zu beherrschen gilt, damit die Ausfallzeiten
auf den Maschinen gering gehalten werden können. Übersteigt die Zahl der Fadenbrüche
eine gewisse Grenze, wirkt sich dies besonders auf Spinnmaschinen mit einer großen
Anzahl von Spinnstellen nachteilig aus. So sind z.B. für die Behebung von Fadenbrüchen
direkt an Ringspinnmaschinen verschiedene Verfahren und Vorrichtungen bekannt, die
im wesentlichen darauf gerichtet sind, auf dem von Fadenbruch betroffenen Kops, der
sich zunächst noch auf der Ringspinnmaschine befindet, das Fadenende zu suchen, es
wieder einzufädeln und es anschließend wieder mit dem Vorgarn zu verbinden. Diese
Versuche mißlingen sehr oft, wodurch der Wirkungsgrad der Maschinen negativ beeinflußt
wird.
[0011] In der Absicht, die geschilderten Schwierigkeiten besser beherrschen zu können, wurde
gemäß DE-OS 17 85 236 ein Wartungswagen an Ringspinnmaschinen zum Andrehen gerissener
Fäden vorgeschlagen, bei welchem das Fadenende auf der Spule nicht gesucht werden
soll, sondern ein Hilfsfaden auf die Spule geworfen wird, der in der Ansetzvorrichtung
greifbar ist und dessen anderes Ende mit dem Vorgarn verbunden wird. Nach Meinung
der Fachwelt (z.B. DE 23 51 312 oder US-Pat. 3,992,864) ist dieser Vorschlag jedoch
insofern nachteilig, als zwischen dem gebrochenen Faden und dem wieder angesetzten
Faden keine Verbindung besteht, so daß beim Abziehen des Fadens vom Kops am Kreuzspulautomaten
ein Fadenbruch vorhanden ist, der als nachteilig angesehen wird. Der obige Vorschlag
wurde denn auch nicht praktisch weiter verfolgt.
[0012] Dem Kreuzspulautomaten, auf welchem die Kopse auf größere Garnkörper umgespult werden,
müssen die Kopse mit vorbereitetem Fadenende zugeführt werden. Dazu durchlaufen alle
Kopse, die von der Spinnmaschine kommen, sowie die mit einem Fadenbruch behafteten
und wieder rückgeführten Kopse von der Spulstation eine Kopsvorbereitungsstation.
Die Kopsvorbereitungsstation enthält Vorrichtungen zum Suchen der Fadenenden auf
den Kopsen, welche nach einem mechanischen und/oder pneumatischen und/oder elektrischen
Prinzip arbeiten, und zwar nach einem funktionell und zeitlich fest vorgegebenen Ablaufschema.
Der Arbeitsablauf solcher bekannten Kopsvorbereitungsstationen war früher relativ
starr und konnte nur sehr begrenzt an den Aufbau des Garnkörpers oder an die Lage
eines Fadenbruchs auf dem Kops angepaßt werden. Der Suchvorgang für das Fadenende
war immer derselbe, ob nun eine bezüglich der Form fehlerfreier oder ein fehlerhafter
Kops zugeführt wurde. Zum Beispiel wurde jedesmal nach Unter- und Hinterwindungen
auf den Kops gesucht, auch wenn diese auf dem fehlerhaften Kops gar nicht vorhanden
waren. Dies bedeutet, daß frühere Kopsvorbereitungsstationen viel Zeit für den Suchvorgang
der Fadenenden verloren und außerdem häufige Produktionsunterbrüche und Zeitverluste
in der Kreuzspulerei entstanden.
[0013] Gemäß DE 36 32 459 wurde zwar eine Kopsvorbereitungsstation vorgeschlagen, die zur
Unterscheidung von Kopsen mit S- bzw. Z-Drehung und entsprechende Anpassung der Fadensuchoperationen
eingerichtet ist. Die Anpassung besteht darin, daß die Richtung der Kopsrotation während
des Suchvorgangs entsprechend der Drehung gewählt wird.
[0014] Zur Behebung der oben genannten Nachteile wurde ferner von der Anmelderin vorgeschlagen,
zum bisherigen Fadenerfassungsmittel ein zusätzliches Fadenerfassungsmittel und ein
Kopsprüfgerät vorzusehen, wobei eines der Fadenerfassungsmittel durch ein entsprechendes
Signal des Kopsprüfgerätes aktivierbar ist. Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung
in ihrem zweiten Aspekt ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs angegebenen
Art dahingehend weiterzuentwickeln, daß an der Kopsvorbereitungsstation der Arbeitsablauf
weiter gestrafft und automatisiert werden kann und damit Zeit gewonnen wird, so daß
auch im Verbund, z.B. mit Spinnmaschine und nachfolgendem Kreuzspulautomaten, mit
noch größerem Wirkungsgrad, möglichst unter Einsatz einheitlicher oder wenigstens
kompatibler Steuerungsmittel geabeitet werden kann.
[0015] Diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein im Patentanspruch 12 definiertes Verfahren
sowie durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 20 gelöst.
[0016] Der entscheidende Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß nach dem Erfassen
der Form und der Lage des Garnkörpers auf der Spinnhülse in der Kopsvorbereitungsstation
ein auf den jeweiligen Kops und die ihm zugeordneten Daten abgestimmtes, individuelles
Teilprogramm aus einem Fadensuch-Gesamtprogramm ausgelöst wird. Durch die typenmäßige
Lokalisierung des Fadenendes treten in der Kopsvorbereitungsstation nur diejenigen
Teilabläufte eines kompletten Fadensuchprogramms in Funktion, die der tatsächlich
möglichen Lage des Fadenendes auf dem Garnkörper entsprechen.
[0017] Unter der Voraussetzung dieser Maßnahme kann jetzt auch ein Fadenbruch auf der Spinnmaschine
durch direktes Anwickeln eines neuen Fadens, ohne Behebung des Fadenbruchs, optimal
und mit hoher Sicherheit weiter behandelt werden. Das langwierige und oftmals erfolglose
Suchen des Fadenendes direkt auf der Spinnmaschine entfällt. Damit wird auch Produktionszeit
auf der Spinnmaschine gewonnen und der Durchsatz von Kopsen auf einem Verbund Spinn-/Spulmaschine
erhöht. Die erfaßten Daten lassen sich im Rahmen einer Prozeßsteuerung bzw. Betriebsdatenerfassung
für weitere Steuerungs- und Überwachungsaufgaben vorteilhaft auswerten.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen schematisch:
Fig. 1 eine Kops mit Idealprofil,
Fig. 2 ein Kops in einer erfindungsgemäßen Vorbereitungsstation, in Seitenansicht,
Fig. 3 ein erster Krüppelkops,
Fig. 4 ein zweiter Krüppelkops,
Fig. 5 ein dritter Krüppelkops,
Fig. 6 ein vierter Krüppelkops,
Fig. 7 die verschiedenen Maschinen- und Steuerungselemente in Blockdarstellung, und
Fig. 8 den Funktionsablauf gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel für die Kopsvorbereitung.
[0019] Fig. 1 zeigt einen Kops 1 mit einem Garnkörper bzw. einer Garnpackung 2. Der auf
einer Hülse 3 aufgewickelte Garnkörper 2 hat eine, eine konische Fläche bzw. eine
Schräge 6 aufweisende, obere Garnpartie 4, die in Wirklichkeit etwas spitzer wie gezeichnet
gestaltet ist und eine untere Garnpartie 5, auch Ansatz genannt, die in Wirklichkeit
etwas abgerundet ist. In dieser Figur sind drei mögliche, verschiedene Windungsarten
gezeigt: eine Oberwindung 7, eine Unterwindung 8 und eine Hinterwindung bzw. Mantelwindung
9. Die Bezeichnungen "obere" und "untere" beziehen sich auf die normale Position des
Kopses in der Spinnstelle der Spinnmaschine und werden im folgenden beibehalten,
auch für jenen Fall, wo der Kops horizontal in der Kopsvorbereitungsstation liegt.
[0020] Fig. 2 zeigt ein auf eine Hinterwindung 9 abgestimmtes Fadenerfassungsmittel 12,
das aus einer Saugdüse 13 und einer Anzahl von gelenkig gelagerten, rechtwinklig zur
Garnkörperoberfläche bewegbaren und im Normalfall auf der gleichen Seite der Saugdüse
befindlichen Bürsten 14 besteht. Die Saugdüse 13 (ausgezogene Linie) mit den Bürsten
14 befinden sich in der Bereitschaftsstellung und bewegen sich gemäß dem Doppelpfeil
17 in die gestrichelt gezeichnete Arbeitsstellung 13.1, nachdem der Kops 1 in der
Kopsvorbereitungsstation plaziert ist. In der Kopsvorbereitungsstation wird der
Kops 1 automatisch rückgedreht, die Bürsten 14 passen sich dem Profil des Garnkörpers
2 an und lösen das Fadenende ab, wobei gleichzeitig die Saugdüse 13.1 dieses Fadenende
absaugt und sich anschließend wieder in die Bereitschaftsstellung bewegt. Ein Greiferarm
18 (die beiden gestrichelten Positionen deuten dessen Arbeitsbereich an) mit einem
Greifer 19 übernimmt das Fadenende bzw. den Endbereich des Fadenendes von der Saugdüse
13 und übergibt das Fadenende einer zentralen Absaugung 20. Damit ist das Fadenende
gefunden und für den nachfolgenden Umspulvorgang an der Spulmaschine erfaßt worden.
[0021] Die Kopsvorbereitungsstation kann, statt mit dem Fadenerfassungsmittel 12, mit einem
Fadenerfassungsmittel 23 ausgestattet sein. Dies wäre der Fall, wenn eine Unterwindung
losgelöst werden sollte, denn die Fadenendlage findet sich dann auf der Hülse 3 unterhalb
des Ansatzes 5. Analog des Fadenerfassungsmittels 12 besteht das Fadenerfassungsmittel
23 aus einer Saugdüse 24 und mindestens einer Bürste 25 und ist gemäß einem Doppelpfeil
26 zwischen einer ausgezogen gezeichneten Bereitschaftsstellung und einer gestrichelt
gezeichneten Arbeitsposition (Bezugszeichen 24.1) bewegbar. Auch hier übernimmt der
Greifer 19 das Fadenende von der Saugdüse 24 und übergibt es der zentralen Absaugung
20. Ein auf eine weniger vorkommende Oberwindung 7 und somit auf eine Fadenendlage
auf der Hülse 3 oberhalb der oberen Garnpartie 4 abgestimmtes Fadenerfassungsmittel
ist nicht dargestellt. Ein derartiges Fadenerfassungsmittel wäre identisch mit dem
Fadenerfassungsmittel 23. Natürlich ist es auch denkbar, die Kopsvorbereitungsstation
mit sowohl dem Fadenerfassungsmittel 12 als auch dem Fadenerfassungsmittel 23 auszustatten,
wobei die Fadenerfassungsmittel 12 und 23 gleichzeitig oder nacheinander zum Einsatz
kommen. Dabei ist es offensichtlich, daß eines dieser Fadenerfassungsmittel eine überflüssige
Operation durchführt und eine Garnpartie unnötig streift, was der Garnqualität abträglich
ist. Erfindungsgemäß ist ein zusätzliches Fadenerfassungsmittel 29 vorgesehen, das
insbesondere auf eine auf der oberen Garnpartie 4 befindliche Fadenendlage ausgerichtet
bzw. abgestimmt ist. Das Fadenerfassungsmittel 29 besteht im wesentlichen wieder aus
einer Saugdüse 30 und einem Fadenende-Ablösemittel, eine Bürste 31, und kann sich
von einer ausgezogen gezeichneten Bereitschaftsstellung gemäß einem Doppelpfeil 32,
z.B. vertikal in eine gestrichelt gezeichnete Arbeitsstellung 30.1 bewegen. In der
Annahme, daß die der Kopsvorbereitungsstation vorgelagerte Spinnmaschine Kopse mit
Hinterwindung 9 liefert, werden die Fig. 3 bis 6 erläutert. Die Kopsvorbereitungsstation
ist deshalb üblicherweise nur mit dem Fadenerfassungsmittel 12 ausgestattet, denn
das Fadenende ist dann nur im zylindrischen Bereich des Garnkörpers 2 zu suchen.
[0022] Auch wenn beim Suchvorgang, wofür eine gewisse Zeit zur Verfügung steht, beispielsweise
15 Sek., das Fadenende bereits nach einer Sekunde gefunden wird, wird der Suchgang
nach wie vor erst nach 15 Sek. abgebrochen, d.h. während 14 Sek. wird Faden in die
Absaugung abgesogen bzw. eingesaugt. Um diesen unnützen Fadenverlust zu vermeiden
und gleichzeitig die 14 Sek. einzusparen, ist in jedem Fadenerfassungsmittel ein Fadendetektor
33 vorgesehen (nur beim Fadenerfassungsmittel 12 gezeigt), der den Fadensuchvorgang
beim Vorhandensein eines Fadens vorzeitig beendet. Das sich im Einsatz befindliche,
geeignete Fadenerfassungsmittel wird somit vorzeitig deaktiviert.
[0023] Fig. 3 zeigt einem Krüppelkops, dessen Garnkörper 2 im zylindrischen Bereich eine
Einbauchung 37 aufweist. Die Ursache ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein während
des Aufwickelvorganges aufgetretener aber wieder behobener Fadenbruch. Eine Hinterwindung
9 sollte deshalb vorhanden sein. Fig. 4 zeigt einen Krüppelkops mit nur einem intakten
Oberteil des Garnkörpers 2. Die Ursache wäre ein, verglichen mit den anderen Kopsen
an der Spinnmaschine, verzögertes Fadenanlegen an die Hülse 3. Da bekanntlich der
Aufwickelvorgang auf die Hülse zuerst mit dem Ansatz 5 beginnt, leuchtet es ein,
daß der Aufwickelvorgang normal zu Ende geführt wurde. Deshalb sollte eine Hinterwindung
9 vorhanden sein. Fig. 5 zeigt einen Krüppelkops anderer Art. Der Unterteil des Garnkörpers
2 und somit die untere Garnpartie 5 ist vorhanden. Der obere Teil des Garnkörpers
2 fehlt bzw. ist unvollständig. Die Ursache deutet hier auf einen Spinnfadenbruch.
Die Fadenendlage bzw. das Fadenende 40 befindet sich auf der oberen Schräge 6.1 unterhalb
der obersten Schräge 6 eines Kopses mit Idealprofil. Der Krüppelkops der Fig. 6 hat
sowohl einem unvollständigen Ober- als auch Unterteil. Die Ursache: Ein verzögertes
Fadenanlegen, wie bei Fig. 4, mit einem zusätzlichen Fadenbruch. Das Fadenende 40
befindet sich auf der oberen Schräge 6.1.
[0024] In der Kopsvorbereitungsstation ist erfindungsgemäß ebenfalls ein Kopsprüfgerät vorhanden,
das zwei Paare von Lichtschranken 43 aufweisen kann, wobei jeweils eine Lichtschranke
als Vergleichslichtschranke 43.1 dienen kann. Auch können statt dessen Sensoren, z.B.
federnde Fühler 44 vorgesehen sein. Die Wirkungsweise ist folgendermaßen.
[0025] Nach der Plazierung eines Kopses in der Kopsvorbereitungsstation werden die obere
Garnpartie 4 und die untere Garnpartie 5 des Garnkörpers 2 geprüft bzw. abgetastet,
immer bezogen auf den Kops mit dem Idealprofil. Beim Kops gemäß Fig. 3 stellen die
Lichtschranken 43 ein Vorhandensein von sowohl der oberen Garnpartie 4 als auch der
unteren Garnpartie 5 fest und geben lediglich ein Signal an das Fadenerfassungsmittel
12, worauf die Saugdüse 13 mit den Bürsten 14 von der Bereitschaftsstellung in die
Arbeitsstellung 13.1 gebracht wird. Das Fadenerfassungsmittel 29 bleibt in der Bereitschaftsstellung.
Beim Eintreffen eines Kopses nach Fig. 4 ermitteln die Sensoren 44 nur ein Vorhandensein
der oberen Garnpartie 4. Daraufhin wird das Fadenerfassungsmittel 12 in Betrieb gesetzt,
genau wie bei einem Kops gemäß Fig. 3. Sollte ein Kops gemäß Fig. 5 in die Kopsvorbereitungsstation
kommen, wird von den Lichtschranken 43 oder den Sensoren 44 ein Vorhandensein der
unteren Garnpartie 5 und ein Fehlen der oberen Garnpartie 4 festgestellt. In diesem
Fall wird nur das Fadenerfassungmittel 29 mit einem Erregungssignal beaufschlagt,
während das Fadenerfassungsmittel 12 in seiner Bereitschaftsstellung bleibt. Die Saugdüse
30 wird gemäß dem Doppelpfeil 32 vertikal abwärts geführt, geht aber gemäß einem Pfeil
47 weiter abwärts, bis die Bürste 31 die Schräge 6.1 berührt, worauf die Saugdüse
30 angehalten wird. Das Fadenerfassungsmittel 29 ist über den ganzen Füllungshub
des Kopsgarnkörpers bewegbar. Auch bei einem Fehlen der oberen Garnpartie 4 und der
unteren Garnpartie 5, wie das bei einem Kops nach Fig. 6 der Fall ist, sind die Überprüfungsmittel
bzw. das Kopsprüfgerät 43, 44 so gestaltet, daß nur das Fadenerfassungsmittel 29
zum Einsatz kommt. Die auf die untere Garnpartie 5 ausgerichteten Lichtschranken 43
bzw. Sensoren 44 können gegebenenfalls entfallen.
[0026] Das Kopsprüfgerät 43, 44 erregt bzw. aktiviert also entweder die in diesem Fall normal
vorgesehene Saugdüse 13 oder die zusätzlich vorgesehene Saugdüse 30, je nachdem, wo
ein Auffinden eines Fadenendes am wahrscheinlichsten ist. Dadurch wird ein schon von
vorneherein erfolgloses Suchen des Fadenendes überhaupt nicht angefangen. Dies führt
zu einem erhöhten Wirkungsgrad und somit zu einer erhöhten Wirtschaftlichkeit der
ganzen Spulmaschine. Besonders wenn die Kopse auf Tellerträgern, auch Peg-Trays genannt,
befördert werden, wodurch die Fadenenden einer Garnpackung 2 nicht mit den Fadenenden
anderer Garnpackungen 2 in Berührung kommen und wobei das Fadenende deshalb nicht
durch das Aufschlagen eines anderen Kopses fest in die Oberfläche des Garnkörpers
2 eingedrückt wird, sind Wirkungsgrade von 99% ohne weiteres zu erreichen. Das Fadenende
von Krüppelkopsen aller Art ist praktisch immer auf Anhieb und innerhalb der verfügbaren
Zeit von etwa 15 Sekunden auffindbar, auch denjenigen Kopsen nach Fig. 5, 6, die Fadenteillängen
aufweisen. Bedienpersonal zur Begutachtung der ausgeworfenen Kopse ist nicht mehr
notwendig. Denn wird ein Kops gemäß Fig. 1, 3 in der Kopsvorbereitungsstation bearbeitet,
wird die Spulstelle der Spulmaschine beim Auftreffen eines Fadenbruches, d.h. eines
Fadenendes 40, den betreffenden Kops auf die Rückfuhrschleife ausstoßen. Es ist aber
sicher, daß das Fadenende 40 dieses ausgeworfenen Kopses, der nunmehr die Gestalt
gemäß Fig. 5 hat, beim Wiedereintreffen in die Kopsvorbereitungsstation gefunden wird.
Nur diejenige Garnpartie wird gestreift bzw. berührt, wo sich nach aller Wahrscheinlichkeit
das Fadenende befindet, was der Garnqualität zugute kommt.
[0027] Das Kopsprüfgerät könnte auch eine Wiegeeinrichtung 45 aufweisen, mit der der Kops
gewogen wird. Liegt das ermittelte Gewicht innerhalb der vorbestimmten Toleranz, kann
daraus geschlossen werden, daß es sich um einen Kops gemäß Fig. 1 handelt, wodurch
automatisch das Fadenerfassungsmittel 12 aktiviert wird.
[0028] Die Hülsen 3 können eine, die Herkunft beinhaltende Kodierung aufweisen, so daß
ein Lesegerät an der Rückfuhrschleife diese Information an einen Rechner weiterleiten
kann. Dadurch können entsprechende Schlüsse gezogen werden (Datenauswertung).
[0029] Die Rückbeziehung jedes Unteranspruches bezieht sich übersichtlichkeitshalber auf
nur einen vorhergehenden Anspruch. Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, daß
jedes mögliche und sinnvolle Anspruchsgebilde in Erwägung gezogen wurde. So kann beispielsweise
Anspruch 1 mit jedem direkt darauf rückbezogenen Anspruch alleine als auch in beliebiger
Kombination eingeschränkt werden.
[0030] Fig. 7 zeigt eine als Block dargestellte Ringspinnmaschine 101 mit einem Gatter 102
zur Aufnahme von Vorlagespulen 103. Zur Ringspinnmaschine 1 gehören konventionelle
Elemente, wie Streckwerk, Fadenführungselemente, Ringläufer und Spindeln zur Aufnahme
der Hülsen, auf welche der Garnkörper aufgebracht wird, sowie evtl. ein Hilfsfadenansetzer.
Auf eine ausführliche Beschreibung dieser an sich bekannten Elemente wird zugunsten
einer übersichtlichen Darstellung der Elemente der vorliegenden Erfindung verzichtet.
[0031] Von der Spinnmaschine 101 werden nicht von Fadenbrüchen betroffene Kopse 120 und
Kopse 121 mit nicht durchgehendem Faden während des Doffvorganges gemeinsam von dem
Spindeln der Spinnmaschine 1 abgezogen und über Transportmittel 115 einer Kopsvorbereitungsstation
125 zugeführt. Von dort werden präparierte Kopse 130 mit identifizierten Fadenenden
an eine Spulstation 135 übergeben.
[0032] Die Kopsvorbereitungsstation 125 enthält als wesentliche Baugruppen eine Prüfeinrichtung
126 und eine Fadensucheinrichtung 127. Mit der Prüfeinrichtung 126 wirken Datenerfassungselemente
105, 106, 107, z.B. Sensoren oder andere Meßwertaufnehmer, zusammen, welche an geeigneter
Stelle auf dem Weg der Kopse von der Spinnmaschine 101 zur Kopsvorbereitungsstation
125 angeordnet sind. Die Prüfstation 126 und insbesondere die Datenerfassungselemente
105 bis 107 sind an einen Computer 110 angeschlossen, in den z.B. eine Prozeßsteuerung
integriert ist. Die anfallenden Daten lassen sich an weitere Datenverarbeitungseinrichtungen
oder Speicherelemente übertragen bzw. auf Datenträgern in gespeicherter Form übergeben.
[0033] Die in der Station 126 durchgeführten Prüfungen könne beispielsweise und vorteilhafterweise
diejenigen Prüfungen sein, die im Zusammenhang mit den Fig. 3 bis 6 beschrieben sind.
[0034] Aufgabe der Fadensucheinrichtung 127 innerhalb der Kopsvorbereitungsstation 125 ist
das Suchen und Freilegen des Fadenendes und die Vorbereitung für die weitere Verarbeitung
der präparierten Kopse 130 an der Spulstation 135. Kopse 131, deren Fadenende nach
mehrmaligem Durchlaufen der später beschriebenen Verarbeitungsschritte mit der Fadensuchvorrichtung
127 nicht freigelegt werden konnte, werden von der Kopsvorbereitungsstation 125 in
einen Kopsspeicher 132 zur manuellen Nachbearbeitung rückgeführt. Dazu ist eine Auswurfeinrichtung
180 vorgesehen, welche über einen Signalgeber 170 vom Computer 110 gesteuert wird.
[0035] Nicht alle an die Spulstation weitergeleiteten präparierten Kopse 130 weisen einen
durchgehenden Faden auf. Erreicht ein Kops mit gebrochenem Faden die Spulstelle, wird
er bis zur Bruchstelle umgespult. Der Fadenbruch verursacht dann einen Unterbruch
an der entsprechenden Spulstelle. Der Kops wird ausgeworfen und über eine Kopsrückführung
129 an die Kopsvorbereitungsstation 125 zurücktransportiert. Dort durchläuft er abermals
die Prüfstation 126 und die Fadensuchvorrichtung 127. Mit präpariertem Fadenende wird
er als präparierter Kops 130 erneut der Spulstation 135 zum weiteren Umspulen zugeführt.
[0036] Sind die Hülsen der Kopse markiert, kann über die Prozeßsteuerung die Anzahl solcher
Rückführungen des gleichen Kopses von der Spulmaschine 35 zur Kopsvorbereitungsstation
125 begrenzt werden. Zum Beispiel erfassen Markierungsleser 150 die Identität der
Kopse und liefern diese Daten an eine Zähl- und Vergleichseinrichtung 160 im Computer
110. Wird durch Vergleich mit vorgegebenen Werten festgestellt, daß die zulässige
Zahl von Rückführungen des gleichen Kopses überschritten wird, kann angenommen werden,
daß der Kops viele Einzelfäden enthält, und es werden der Signalgeber 170 und damit
die Auswurfeinrichung 180 in der Kopsvorbereitungsstation 125 aktiviert. Der fehlerhafte
Kops 131 wird in den Kopsspeicher 132 ausgeworfen, so daß Leerlauf im Produktionsprozeß
vermieden wird.
[0037] Vom Kreuzspulautomaten 135 werden aber nicht nur solche Kopse an die Kopsvorbereitungsstation
125 rückgeführt, für die ein Fadenbruch festgestellt wird und die Spulstelle nicht
in der Lage ist, die beiden Fadenenden von Kops und Spule wieder zu verbinden. Die
gleiche Folge haben auch Spannungsbrüche auf dem Kreuzspulautomaten 135, die sich
während des Umspulprozesses einstellen und den Spulprozeß unterbrechen. Dagegen wird
ein Fadenreinigerschnitt bei korrektem Ablaufen des Kopses von der Prozeßsteuerung
nicht als Unterbrechung des Spulprozesses angesehen, die eine Rückführung des betreffenden
Kopses zur Folge hätte.
[0038] Am Ausgang der Spulstation 135 fallen die fertigen Spulen 140 an, während die leergespulten
Hülsen 145 an die Spinnmaschine 101 rückgeführt werden.
[0039] Im folgenden wird nun das vorteilhafte Zusammenwirken von Prüfstation 126 und Fadensucheinrichtung
127 in Verbindung mit einer selektiven Ansteuerung von Fadensuchvorgängen näher beschrieben.
Alle Kopse erreichen die Prüfstation 126 mit definierter Orientierung, z.B. mit nach
oben gerichteter Spitze. In einem ersten Prüfschritt wird festgestellt, ob der Kops
bzw. dessen Garnkörper in seiner Lage auf der Spinnhülse und in der Form (Kontur)
fehlerfrei ist. Fehler frei ist ein Kops bzw. dessen Garnkörper dann, wenn sich der
Garnkörperanfang und das Garnkörperende auf der Spinnhülse an der von der Ringspinnmaschine
vorgegebenen Anfangs- und Endpositionen befinden und der Garnkörper eine zylindrische
Form und Unter- und/oder Hinter- oder Oberwindungen (Tipbunch) aufweist. Dabei dürfen
Abweichungen innerhalb bestimmter Grenzen liegen. Sind diese Bedingungen erfüllt,
ist kein Spinnfadenbruch vorhanden.
[0040] Auf diese Weise als fehlerfrei identifizierte Kopse werden in der Fadensuchstation
127 mittels verschiedener an sich bekannter Elemente zur Freilegung des Fadenendes
weiterbehandelt. Zum Beispiel werden die Kopse entsprechend den zuvor ermittelten
Prüfdaten hinsichtlich Unter- und/oder Hinter- odeer Oberwindungen untersucht, und
das Fadenende wird gelöst. Die auf diese Weise behandelten Kopse 30 mit dem präparierten
Fadenende werden der Spulstelle des Kreuzspulautomaten 35 übergeben.
[0041] Wurde jedoch von der Prüfeinrichtung 126 ein Form- bzw. Konturfehler des Kopses festgestellt,
wird weiter geprüft, ob Anfang und Ende des Garnkörpers an der vorgegebenen Position
liegen. Ist dies der Fall, und ist der Garnkörpers nicht zylindrisch, sondern z.B.
mit einer Einschnürung versehen, so wird in der Fadensuchstation mittels verschiedener
Elemente die Unter- und/oder die Hinter- oder die Oberwindung gelöst bzw. das Fadenende
freigelegt. Anschließend kann auch ein solcher Kops mit präpariertem Fadenende der
Spulstelle des Kreuzspulautomaten 135 übergeben werden. Wurde in der Prüfstation 126
in der Form des Kopses ein Fehler festgestellt und ist der Anfang des Garnkörpers
in der vorgegebenen Position, nicht jedoch sein Ende, wird in der Fadensuchstation
das Fadenende nur im Bereich an der Spitze des Kopse (auf dem Kegel, sogenannter Spinnfadenbruch)
gesucht und freigelegt. Das früher übliche Suchen des Fadenendes auch an der Unter-
und/oder der Hinterwindung bzw. an den Oberwindungen ist dann nicht erforderlich und
entfällt. Das gefundene Fadenende wird präpariert und der Kops kann ebenfalls der
Spulstelle des Kreuzspulautomaten 35 übergeben werden.
[0042] Ein weiterer Fall, bei dem ein Fehler in der Form des Kopses festgestellt wird, kann
auftreten, wenn das Ende des Garnkörpers an der vorgegebenen Position ist, sein Anfang
jedoch nicht. In diesem Fall wird die Fadensuchstation ein Lösen der Unter- und/oder
Hinter- oder der Oberwindungen vornehmen und das Fadenende freilegen.
[0043] Sind sowohl Anfang als auch Ende des Garnkörpers nicht in der vorgegebenen Position,
werden nur im Bereich der Spitze des Kopses Fadensuchvorgänge ausgelöst.
[0044] Die selektive Ansteuerung der Fadensuchelemente 140, 141 erfolgt vorzugsweise servogesteuert
mittels Steuereingängen 142, 143 vom Computer 110 aus, gemäß einem vorgegebenen Steuerungs-Algorithmus
in Abhängigkeit von den Daten der Datenerfassungselemente 105-107 der Prüfstation
126. Dabei finden auch weitere Prozeßparameter Berücksichtigung, die auf die jeweilige
Material- oder Garnqualität bezogen sind.
[0045] Die programmgesteuerte Fadensucheinrichtung 127 ist z.B. mit einem Fadendetektor
versehen, der eine sofortiges Abbrechen des weiteren Suchvorganges auslöst, sobald
ein Faden gefunden wurde. Ist der Faden gefunden, wird eine Kopsübergabevorrichtung
130 aktiviert, welche die Übergabe der präparierten Kopse 130 an die Spulstation
135 auslöst. Vorzugsweise ist die Verfahrenssteuerung derart ausgelegt, daß bei einer
vorgegebenen Zahl von Fällen, in denen in unmittelbarer Aufeinanderfolge eine Fadenende
nicht gefunden wurde, der fehlerhafte Kops 131 von der Auswurfeinrichtung 180 aus
der Kopsvorbereitungsstation 125 in den Kopsspeicher 132 ausgeworfen wird.
[0046] Ein Beispiel des oben beschriebenen Prozeßablaufes ist in Fig. 8 dargestellt. Die
Ja/Nein-Entscheidungsstufen beruhen auf ermittelten Meßdaten, wobei die Entscheidungen
vorzugsweise vom Computer 110 aufgrund des ihm eingegebenen Betriebsprogramms getroffen
werden. Relevante Daten, welche die Kopse oder das Garnmaterial oder andere später
benötigte Daten des Spinn- und Spulprozesses betreffen, werden gespeichert. Sie können
zur weiteren Prozeßsteuerung herangezogen werden. Ferner können aus ihnen Rückschlüsse
auf den Betriebszustand der einzelnen Spinnstellen an der Spinnmaschine gezogen werden.
So können z.B. die an der Kopsvorbereitungsstation anfallenden Prüfdaten über die
Lage und die Form der Garnkörper ausgewertet werden, oder Spinnstellen-bezogene Daten
von der Spinnmaschine, insbesondere wenn die Hülsen mit einer Identifikationsmarke
versehen sind und z.B. zusätzlich zu den zuvor erwähnten Daten auch die Zahl von Fadenbrüchen
an der jeweiligen Spinnstelle erfaßt wird. Dies läßt eine qualitative Beurteilung
jeder einzelnen Spinnstelle und damit eine frühzeitige Fehlerdiagnose innerhalb des
Gesamtverbundes zu.
[0047] Als Meßwertaufnehmer zur Feststellung der Form der Garnkörper in der Prüfstation
der Kopsvorbereitungsstation können z.B. Gewichtssensoren vorgesehen sein, wie beispielsweise
mit 45 in Fig. 6 angedeutet, welche Abweichungen im Gewicht des fertigen Kopses von
einem vorgegebenen Sollgewicht feststellen. Ferner sind Positionssensoren, z.B. in
Form von Lichtschranken 43, 43.1 wie in Fig. 3 und 4 gezeigt, zur Feststellung der
Kontur sowie zur Lage des Garnkörpers auf der Hülse geeignet. Auch können schon am
Ende des Ringspinndofferbandes Sensoren zur Feststellung der Lage des Garnkörpers
auf einem bezüglich seiner Kontur fehlerfreien Kops angeordnet sein.
[0048] Aufgrund der beschriebenen systematischen und typenmäßigen Erfassung der Fadenbruchdaten
erfolgt das Suchen und Freilegen des Fadenendes spezifisch, dem jeweiligen Garnkörper
entsprechend. Von der Spinnmaschine 1 kommende gefüllte und damit von der Prüfstation
126 als "fehlerfrei" eingestufte Kopse werden mit vorbereitetem Fadenende der Spulstation
35 zugeführt. Ein eventuell auf dem Kops vorhandener Fadenbruch wird zunächst nicht
beachtet. Er macht sich erst an der Spulstelle bemerkbar. Dort wird ein Kops mit Fadenbruch
ausgeworfen und über die Kopsrückführung 129 an die Kopsvorbereitungsstation 125 zurückgeführt.
Der Kops durchläuft erneut das Prüfprogramm, worauf programmgesteuert nur diejenigen
Fadensuchelemente in der Fadensucheinrichtung 127 aktiviert werden, welche dem Prüfergebnis
entsprechen. Anschließend wird der Kops mit vorbereitetem Fadenende zum weiteren Umspulen
erneut der Spulstation 135 zugeführt.
[0049] Besonders vorteilhaft wirkt sich im Gesamtablauf die Maßnahme aus, daß in der Kopsvorbereitungsstation
125 programmgesteuert nur diejenigen Fadensuchelemente der Fadensucheinrichtung 127
in Funktion treten, die der Lage des Fadenendes auf dem Garnkörper entsprechen. Damit
wird der Durchlauf der Kopse in der Kopsvorbereitungsstation erheblich beschleunigt.
[0050] Während an der Spinnmaschine Fadenbrüche bisher direkt an der Spinnstelle behoben
wurden, und dabei insbesondere auf großen Ringspinnmaschinen mit 400 bis 1000 Spinnstationen,
merkliche Produktionsverluste durch eine Reduktion der pro Zeiteinheit produzierten
Garnmenge auftraten, kann durch Zusammenwirken mit der verbesserten Kopsvorbereitungsstation
nun erreicht werden, daß die Kopse möglichst schnell auf der Spinnmaschine fertiggestellt
werden, so daß auch bei Fadenbruch ein vollständiger Kops, unter Inkaufnahme eines
nichtdurchgehenden Fadens auf dem Kops entsteht. Leerlaufzeiten an den Spinnstellen
zum Suchen der Fadenenden werden vermieden.
1. Verfahren zum Erfassen eines Fadenendes eines Garn aufweisenden Kops in einer Kopsvorbereitungsstation
für ein nachfolgendes Umspulen, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Kops zuerst auf
das Vorhandensein von Garn geprüft und daß anhand der Prüfung ein geeignetes Fadenerfassungsmittel
während einer bestimmten Zeitspanne aktiviert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Kops durch Wiegen
auf Vorhandensein von Garn geprüft wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Kops, bezogen auf
einen Kops mit Idealprofil, auf Vorhandensein von Garn wenigstens an der oberen Garnpartie
geprüft wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Auffinden des Fadenendes
das geeignete Fadenerfassungsmittel vorzeitig deaktiviert wird.
5. Kopsvorbereitungsstation zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einem
auf die Art der Fadenendlage abgestimmten Fadenerfassungsmittel, dadurch gekennzeichnet,
daß ein zusätzliches Fadenerfassungsmittel (29) und ein Kopsprüfgerät (43, 44) vorhanden
sind, und daß eines der Fadenerfassungsmittel durch ein entsprechendes Signal des
Kopsprüfgerätes aktivierbar ist.
6. Kopsvorbereitungsstation nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das zusätzliche
Fadenerfassungsmittel auf die obere Schräge (6, 6.1) des Kopsgarnkörpers (2) abgestimmt
ist.
7. Kopsvorbereitungsstation nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das zusätliche
Fadenerfassungsmittel (29) entlang den Füllungshub des Kopsgarnkörpers bewegbar ist.
8. Kopsvorbereitungsstation nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopsprüfgerät
wenigstens eine Lichtschranke (43, 43.1) zur Ermittlung der oberen Garnpartie (4)
eines sich über den Füllungshub erstreckenden Kopsgarnkörpers ist.
9. Kopsvorbereitungsstation nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtschranken
Sensoren (44) sind.
10. Kopsvorbereitungsstation nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopsprüfgerät
eine Wiegeeinrichtung (45) aufweist.
11. Kopsvorbereitungsstation nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Fadenerfassungsmittel
(12, 29) einen Fadendetektor (33) aufweist, der den Fadensuchvorgang beendet.
12. Verfahren zur Steuerung einer Fadensuchstation an Textilmaschinen, mit einem
gesteuert ablaufenden Fadensuchvorgang zum Auffinden des Fadenendes auf einem aus
Garnkörper un Hülse bestehenden Kops, dadurch gekennzeichnet, daß die Kopse vor
Beginn des Fadensuchvorganges eine Prüfstation (126) durchlaufen, in welcher programmgesteuert
Kops-spezifische Fadenbruchdaten erfaßt werden, und daß aufgrund der Kops-spezifischen
Fadenbruchdaten die Fadensuchstation (127) zur selektiven Auslösung derjenigen Teilabläufe
eines vollständigen Fadensuchvorganges angesteuert wird, welche den Kops-spezifischen
Fadenbruchdaten durch das Programm zugeordnet sind.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst die Kopskontur
auf Fehlerfreiheit geprüft wird, daß bei Fehlerfreiheit anschließend auf das Vorhandensein
von Unter- und/oder Hinter- oder Oberwindungen geprüft wird und bei positivem Ergebnis
in der Fadensuchstation (127) Fadensuchvorgänge nach Unter- und/oder Hinter- oder
Oberwindungen ausgelöst werden.
14. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst die Kopskontur
auf Fehlerfreiheit geprüft wird, daß bei Auftreten eines Formfehlers anschließend
geprüft wird, ob sich Anfang und Ende des Grankörpers an der vorgegebenen Position
befinden, und daß bei positivem Ergebnis in der Fadensuchstation (127) Fadensuchvorgänge
nach Unter- und/oder Hinter- oder Oberwindungen ausgelöst werden.
15. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst die Kopskontur
auf Fehlerfreiheit geprüft wird, daß bei Auftreten eines Formfehlers anschließend
geprüft wird, ob sich Anfang und Ende des Garnkörpers an der vorgegebenen Position
befinden, und daß bei fehlerfreiem Garnkörperanfung und fehlerhaftem Garnkörperende
in der Fadensuchstation (127) Fadensuchvorgänge nur im Bereich der Spitze des Kopses
eingeleitet und Suchvorgänge nach Unter- und/oder Hinter- oder Oberwindungen unterdrückt
werden.
16. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst die Kopskontur
auf Fehlerfreiheit geprüft wird, daß bei Auftreten eines Formfehlers anschließend
geprüft wird, ob sich Anfang und Ende des Garnkörpers an der vorgegebenen Position
befinden, und daß bei fehlerfreiem Garnkörperende und fehlerhaftem Garnkörperanfang
in der Fadensuchstation (127) Fadensuchvorgänge nach Unter- und/oder Hinter- oder
Oberwindungen ausgelöst werden.
17. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst die Kopskontur
auf Fehlerfreiheit geprüft wird, daß bei Auftreten eines Formfehlers anschließend
geprüft wird, ob sich Anfang und Ende des Garnkörpers an der vorgegebenen Position
befinden, und daß bei fehlerhaftem Garnkörperanfang und fehlerhaftem Garnkörperende
Fadensuchvorgänge im Bereich der Spitze des Garnkörpers eingeleitet werden.
18. Verfahren nach Anspruch 12, in Verbindung mit dem Betrieb einer vorgelagerten
Spinnstation (101), dadurch gekennzeichnet, daß bei Auftreten eines Fadenbruchs im
Bereich der Spinnstation (101) ein neues Fadenende ohne Verbindung mit dem Faden des
Garnkörpers, also ohne Behebung des Fadenbruchs, auf den Garnkörper angewickelt wird,
daß der Kops unter Beibehaltung des Fadenbruchs fertig bewickelt und an die Kopsvorbereitungsstation
(125, 126, 127) zur Durchführung des Prüfprogramms und des vom Ergebnis des Prüfvorganges
abhängigen Fadensuchvorganges weitergeleitet wird.
19. Verfahren nach Anspruch 12, in Verbindung mit dem Betrieb einer nachgeordneten
Spulstation (135), dadurch gekennzeichnet, daß bei Auftreten eines unkontrollierten
Fadenbruchs im Bereich der Spulstation (135) der betreffende Kops an die Kopsvorbereitungsstation
(125, 126, 127) zur Durchführung des Prüfprogramms und des vom Ergebnis des Prüfvorganges
abhängigen Fadensuchvorganges rückgeführt wird.
20. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der Eingangsseite der Kopsvorbereitungsstation (125) eine Prüfeinrichtung
(126) für die angelieferten Kopse (120, 121) vorgesehen ist, welche mit Gewichts-
und/oder Kontur-Sensoren (105-107) zum Feststellen von Form und Lage des Garnkörpers
auf der Hülse ausgerüstet ist, daß die Ausgänge der Sensoren (105-107) an eine Signalverarbeitungseinrichtung
(10) angeschlossen sind und daß die Fadensuchstation (127) selektiv ansteuerbare Fadensuchelemente
(140, 141) aufweist, deren Steuereingänge (142, 143) mit der Signalverarbeitungseinrichtung
(110) in Verbindung stehen.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, mit Markierungslesern (150) zur Identifizierung
markierter Garnhülsen (141), dadurch gekennzeichnet, daß die Signalverarbeitungseinrichtung
(110) eine Zähl- und Vergleichseinrichtung (16) enthält, zur Detektion einer einen
vorgegebenen Wert überschreitenden Zahl von Fadensuchdurchgängen des gleichen Kopses,
und daß vom Ergebnis dieser Prüfung abhängige Signalgeber (170) zur Auslösung eines
Steuersignals an eine Kops-Auswurfvorrichtung (180) im Bereich der Kopsvorbereitungsstation
vorgesehen sind.