[0001] Die Erfindung betrifft eine unstabile Verpackung aus Kunststoff, Aluminium oder
Aluminium-Kunststoff-Laminat für Konserven weicher und/oder flüssiger Beschaffenheit,
bestehend aus einem halbstarren schalenförmigen Behälter und einem mit dem Behälterrand
durch eine Siegelnaht versiegelten, eine über den Behälterrand hinausragende Aufreisslasche
aufweisenden Deckel.
[0002] Derartige Verpackungen werden seit langem für die Verpackung von Fertiggerichten,
insbesondere hitzesterilisierten Fertiggerichten in Konservenform, verwendet. Die
Behälter sind entweder einschalig oder als Mehrgefachschale ausgebildet, wobei bei
einem einschaligen Behälter auch ein Mehrgefacheinsatz, insbesondere aus Kunststoff,
bekannt ist. Zum Verzehr der Lebensmittel werden üblicherweise die Verpackungen im
ungeöffneten Zustand aufgewärmt, wobei diese insbesondere auf Grund der nachlassenden
Steifigkeit des Kunststoffs stark an Stabilität verlieren. Zum Oeffnen einer solchen
Verpackung durch Abreissen des Deckels unter Verwendung der Abreisslasche ist es jedoch
notwendig, den Behälter gut festzuhalten. Im heissen Zustand ist dies ohne Zuhilfenahme
von im Küchenbereich üblichen Wärmeisoliermassnahmen - Handtuch, Topflappen etc.
- von Hand kaum möglich und darüber hinaus führt der von der Hand auf den Behälter
ausgeübte Druck häufig zu einer Behälterverformung, welche auf Grund der Inhaltsvolumenverringerung
des Behälters das darin befindliche Lebensmittel herausfliessen oder auf Grund der
plötzlichen Druckeinwirkung herausspritzen lässt.
[0003] Zur Behebung der geschilderten Probleme wurde bereits in der DE-OS 18 10 958 vorgeschlagen,
bei einer unstabilen Verpackung der eingangs genannten Art den Deckel und den Behälterrand
im gleichen Randabschnitt mit im wesentlichen deckungsgleich aufeinanderliegend angeordneten,
ausserhalb des versiegelten Behälterrandes voneinander abnehmbaren Aufreisslaschen
zu versehen.
[0004] Diese Anordnung hat jedoch den Nachteil, dass bei der Herstellung des Behälters,
welche beispielsweise durch Tiefziehen erfolgt, die Aufreisslasche für den Behälter
entweder bereits bei der Zuteilung der Aluminium- oder Aluminium-Kunststoff-Laminatfolie,
die durch den Tiefziehvorgang in einen Behälter verformt wird, vorgesehen oder nach
Fertigung des Behälters durch Ansiegeln, Ankleben oder Verschweissen an diesen angebracht
werden muss. Beide Möglichkeiten sind im Vergleich zu Behältern ohne Aufreisslasche
mit erheblichen Mehrkosten verbunden.
[0005] Angesichts dieser Gegebenheiten hat sich der Erfinder die Aufgabe gestellt, eine
unstabile Verpackung der eingangs erwähnten Art zu schaffen, welche die genannten
Probleme überwindet und die Nachteile des Behälters mit Aufreisslasche nicht aufweist.
[0006] Erfindungsgemäss wird die gestellte Aufgabe durch eine unstabile Verpackung gelöst,
welche sich nach dem Wortlaut des Anspruchs 1 auszeichnet. Vorteilhafte Weiterbildungen
der erfindungsgemässen Verpackung sind durch die Merkmale der Ansprüche 2 und 3 gekennzeichnet.
[0007] Merkmale und Einzelheiten der Verpackung nach der Erfindung sind beispielhaft in
der Zeichnung veranschaulicht. Diese zeigt in
Fig. 1 eine Verpackung im Querschnitt,
Fig. 2 eine Draufsicht einer Verpackung,
Fig. 3 eine teilweise geöffnete Verpackung
Fig. 4 eine Draufsicht einer Verpackung mit zwei Siegelnähten und in
Fig. 5 einen vergrösserten Ausschnitt aus Fig. 4
[0008] Die unstabile Verpackung besteht aus einem halbstarren schalenförmigen Behälter 10
mit Behälterrand 11 und einem mit dem Behälterrand 11 durch eine Siegelnaht 12 versiegelten
Deckel 30, der eine über den Behälterrand 11 hinausragende Aufreisslasche 310 aufweist.
Die Aufreisslasche 310 ist in einem Abstand vom äusseren Rand 31 über den grössten
Teil des Randbereichs mit einem Schnitt 32 versehen. Durch den Schnitt 32 wird eine
innen liegende Zunge 311 und eine ösenförmige Lasche 312 gebildet. In Fortsetzung
der Kontur des Schnitts 32 weist der Deckel 30 im Bereich der Siegelnaht 12 und in
einem Abstand vom äusseren Rand 31 eine umlaufende Schwächelinie 33 auf. Vorteilhaft
liegt die Schwächelinie 33 im Deckelrand nahen Bereich der Siegelnaht 12, so dass
der Anteil der Siegelnaht 12, der zum Füllgut der Verpackung gerichtet ist, breiter
ist als der Anteil der Siegelnaht 12, der zum Randbereich gerichtet ist. Durch diese
Massnahme wird die Qualität der Versiegelung durch die Schwächelinie 33 nur unwesentlich
beeinflusst und somit die Haltbarkeit der Verpackung als Konserve garantiert.
[0009] In Figur 4 ist in Draufsicht eine Verpackung mit zwei Siegelnähten 12, 12′ und dazwischen
liegender Schwächelinie 33 dargestellt. Die Schwächelinie 33 läuft knapp über den
halben Umfang des Deckels 30.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Schwächelinie 33 als Schnittlinie ausgeführt.
Zur Anbringung der Schnittlinie kann der Schnitt entweder nach der Versiegelung vorgenommen
werden oder der Deckel 30 vor der Versiegelung derart geschnitten werden, dass das
Siegelmedium, z.B. ein Hotmelt, oder bei einem Deckel 30 aus Aluminium-Kunststofflaminat
die der Siegelnaht 12 benachbarte Kunststoffschicht durch den Schnitt nicht verletzt
wird und der Deckel 30 als solcher einteilig bleibt.
[0011] Zum Oeffnen der Verpackung wird mit einer Hand die innere Zunge 311 und mit der anderen
Hand die ösenförmige Lasche 312 gehalten. Durch Ziehen der Zunge 311 gegen die Mitte
des Behälters 10 wird der Deckel 30 entlang der Schwächelinie 33 aufgerissen, so
dass der Teil des Deckels 30 mit der ösenförmigen Lasche 312 am Behälterrand 11 verbleibt
und der Teil des Deckels 30 mit der Zunge 311 von diesem gelöst wird.
[0012] Im Fall der Ausbildung der Verpackung gemäss Figur 4 teilt sich der Deckel 30 an
den beiden Enden der Schwächelinie 33 zwischen den Siegelnähten 12, 12′ durch die
ziehende Beanspruchung weiter, so dass ebenfalls wie oben beschrieben die Lasche
312 am Behälterrand 11 verbleibt, während sich die Zunge 311 vollständig löst.
1. Unstabile Verpackung aus Kunststoff, Aluminium oder Aluminium-Kunststoff-Laminat
für Konserven weicher und/oder flüssiger Beschaffenheit, bestehend aus einem halbstarren
schalenförmigen Behälter (10) und einem mit dem Behälterrand (11) durch eine Siegelnaht
(12) versiegelten, eine über den Behälterrand (11) hinausragende Aufreisslasche
(310) aufweisenden Deckel (30),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufreisslasche (310) in einem Abstand vom äusseren Rand (31) des Deckels (30)
und über den grössten Teil ihres Randbereichs mit einem, eine innen liegende Zunge
(311) und eine ösenförmige Lasche (312) bildenden Schnitt (32) versehen ist und in
Fortsetzung der Kontur des Schnitts (32) der Deckel (30) in einem im Abstand vom äusseren
Rand (31) liegenden Bereich eine Schwächelinie (33) aufweist.
2. Unstabile Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächelinie
(33) im Bereich der Siegelnaht (12) liegt.
3. Unstabile Verpackung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwächelinie
(33) im Deckelrand nahen Bereich der Siegelnaht (12) liegt.
4. Unstabile Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine
parallel zur ersten Siegelnaht (12) verlaufende zweite Siegelnaht (12′) aufweist
und die Schwächelinie (33) zwischen den Siegelnähten (12, 12′) verläuft.
5. Unstabile Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwächelinie (33) mindestens über den halben Umfang des Deckels (30) ausgebildet
ist.
6. Unstabile Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwächelinie (33) eine Schnittlinie ist.