[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Handfeuerwaffe, insbesondere Gewehr, mit einem
Gehäuse, einem abnehmbaren Lauf, einer Abschußeinrichtung und einem mit der Abschußeinrichtung
beim Lade- und/oder Abschußvorgang zusammenwirkenden, in Laufrichtung gegen die Kraft
einer Rückholfeder längsverschiebbar geführten Gleitstück od.dgl., wobei der in eine
gehäusefeste Verriegelungsmuffe einsteckbare und durch Verdrehen verriegelbare Lauf
eine am vorderen Ende der Gleitstückbahn in einem Lauflager des Gehäuses sitzende
Laufbuchse durchragt.
[0002] Schußwaffen mit abnehmbarem Lauf und vor allem mit einem vom Lauf getrennten, der
Abschußeinrichtung zugehörenden Laderaum bieten die Voraussetzung für eine Vereinfachung
des Abschußmechanismus, für eine Erleichterung der Pflege und auch für den Einsatz
verschiedener Läufe und für eine Verkürzung der erforderlichen Baulänge. Allerdings
besteht hier auf Grund der Abnehmbarkeit des Laufes die Gefahr, daß bei schlecht verriegeltem
oder gar abgenommenem Lauf ungewollt ein Schuß ausgelöst wird, da zwar die Bewegungsabläufe
der meist mit einem Federantrieb ausgestatteten Abschußeinrichtung und dem bei automatischen
Waffen häufig dem Gasantrieb zugehörenden Gleitstück voneinander abhängen, doch dem
Lauf selbst für das Laden und das Auslösen des Schusses keine funktionswesentliche
Bedeutung zukommt.
[0003] Die DE-C-432 028 hat beispielsweise eine Schußwaffe mit Einstecklauf zum Inhalt,
bei der zur Befestigung des Einstecklaufes eine bajonettverschlußartig auf die Laufmündung
aufsetzbare Hülse vorgesehen ist, in die über eine mit Außen- und Innengewinde ausgestattete
Futterhülse der Einstecklauf eingeschraubt werden kann, was eine wunschgemäße Wahl
der Einstecktiefe und auch der Drehlage des Einstecklaufes erlaubt, eine Beeinflussung
des Abschuß- oder Ladevorganges der Waffe aber nicht zuläßt.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diesen Mangel zu beseitigen und eine
Handfeuerwaffe der eingangs geschilderten Art zu schaffen, die mit verhältnismäßig
einfachen Mitteln eine sichere Handhabung der Waffe gewährleistet und eine Schußabgabe
nur bei ordnungsgemäß eingesetztem Lauf ermöglicht, wobei außerdem das Wechseln des
Laufes erleichtert werden soll.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Laufbuchse zwei einander zugeordnete,
über schraubenlinienförmig verlaufende Führungskanten aneinander anliegende Einsatzhülsen,
eine in Laufrichtung vordere, drehbar, aber axial unverschiebbar eingesetzte Sperrhülse
und eine hintere, axial verschiebbar, aber undrehbar eingesetzte Sicherungshülse aufnimmt,
wobei die Sperrhülse wenigstens eine nach vorne offene Axialnut für eine Mitnehmernase
des Laufes aufweist und die Sicherungshülse durch eine der Laufentriegelungsverdrehung
entsprechende Verdrehung der Sperrhülse aus der Laufbuchse nach hinten bis in die
Gleitstückbahn hinein verschiebbar ist. Wird daher der Lauf entriegelt, verursacht
die dazu notwendige Laufverdrehung eine gleichzeitige Verdrehung der Sperrhülse, die
wegen der schraubentriebartigen Wirkung der Führungskanten die Sicherungshülse aus
der Laufbuchse ausfährt und gegebenenfalls das Gleitstück gegen die Kraft der Rückholfeder
aus seiner Endstellung verdrängt. Die Sicherungshülse bildet daher einen vorgeschobenen
Endanschlag für das Gleitstück, das so an seiner ordnungsgemäßen Verschiebebewegung
gehindert ist und dadurch auch die ordnungsgemäße Lade- bzw. Abschußbewegung der Abschußeinrichtung
unterbindet. Ein abgenommener oder auch nur schlecht verriegelter Lauf bringt daher
über die ausgefahrene Sicherungshülse eine Unterbrechung der Gleitstückbewegung mit
sich, wodurch eine weitere Schußabgabe ausgeschlossen ist.
[0006] Sobald allerdings der Lauf wieder passend eingesetzt und verriegelt wird, erfolgt
auch gleichzeitig eine entsprechende Rückdrehung der Sperrhülse, die Sicherungshülse
verliert die Abstützung über die Führungskanten und kann bei Belastung, beispielsweise
durch das vorgehende Gleitstück, ihre ursprüngliche Lage innerhalb der Laufbuchse
einnehmen. Es gibt keinen die Gleitstückbewegung unterbrechenden Endanschlag mehr
und die Handfeuerwaffe ist funktionstüchtig.
[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wenn erfindungsgemäß die Sperr- und die Sicherungshülse
aufeinander abgestimmte Drehanschläge zur Begrenzung der Relativverdrehung auf ein
der Größe der Laufverriegelungsdrehung angepaßtes Ausmaß bilden. Diese Drehanschläge
verhindern daher nicht nur ein zu großes Drehbewegungsspiel der Sperrhülse, sondern
bieten auf Grund der erforderlichen Übereinstimmung zwischen der Drehlage der Mitnehmernasen
des Laufes und der Axialnuten der Sperrhülse auch für den Lauf zwei definierte Drehstellungen,
nämlich eine Entriegelungsstellung und eine Verriegelungsstellung, so daß der Lauf
zum Entriegeln und Verriegeln lediglich auf Anschlag verdreht zu werden braucht und
in der Entriegelungsstellung auch einwandfrei abzunehmen und einzusetzen ist.
[0008] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand rein schematisch veranschaulicht, und
zwar zeigen
Fig. 1 einen Teil einer erfindungsgemäßen Handfeuerwaffe in teilgeschnittener Seitenansicht
und
Fig. 2 die Sicherungs- und Sperrhülse dieser Waffe im Schaubild.
[0009] Ein Gewehr 1 weist ein Gehäuse 2, einen abnehmbaren Lauf 3 und als Abschußeinrichtung
eine querbewegbar geführte Abschußkammer 4 und ein gegen die Kraft einer Rückholfeder
5 in Laufrichtung längsverschiebbar geführtes Gleitstück 6 auf. Die Abschußkammer
4 bildet den vom Lauf 3 getrennten Laderaum 4a und wirkt beim Lade- und Abschußvorgang
beispielsweise über eine nur angedeutete Kulissensteuerung 7 mit dem Gleitstück 6
zusammen, das einen ebenfalls nur angedeuteten, den Lauf 3 umschließenden Gaszylinder
8 umfaßt und schußabhängig durch die in den Gaszylinder 8 eintretenden Pulvergase
nach hinten bewegt wird und dabei über die Kulissensteuerung 7 die Abschußkammer 4,
die über einen mit dem Abzug auslösbaren Federantrieb 9 von der Ladestellung in die
Abschußstellung gebracht wird, aus dieser Abschußstellung wieder in die Ladestellung
zurückbringt.
[0010] Der Lauf 3 ist mit seinem Verriegelungsende 3a in eine gehäusefeste Verriegelungsmuffe
10 eingesteckt und durch Verdrehen verriegelt, wobei eine federbelastete Laufsperrhülse
11 über einen in eine axiale Laufnut 12 eingreifenden Sperrzapfen 13 ein ungewolltes
Verdrehen des Laufes 3 verhindert. Ein axiales Zurückschieben der Sperrhülse 11 bringt
Sperrzapfen 13 und Laufnut 12 außer Eingriff, so daß der Lauf 3 zum Entriegeln wieder
verdrehbar wird.
[0011] Eine zusätzliche Abstützung des Laufes 3 im Gehäuse 2 ergibt sich durch ein Lauflager
14, das am vorderen Ende der Gleitstückbahn vorgesehen ist. Eine in diesem Lauflager
14 sitzende Laufbuchse 15 nimmt zwei einander zugeordnete Einsatzhülsen 16, 17 auf,
die vordere Sperrhülse 16 und die hintere Sicherungshülse 17, wobei die Sperrhülse
16 über Ringführungen oder auch Gewindegänge 18 drehbar, aber axial unverschiebbar
und die Sicherungshülse 17 über Führungsstege 19 drehfest, aber axial verschiebbar
in der Laufbuchse 15 eingesetzt sind. Die beiden Hülsen 16, 17 wirken schraubentriebartig
zusammen, indem sie über schraubenlinienförmig verlaufende Führungskanten 20, 21 aneinanderliegen.
Außerdem bilden die beiden Hülsen aufeinander abgestimmte Drehanschläge 22, 23, mit
denen die Relativverdrehung zwischen Sperr- und Sicherungshülse 16, 17 auf das Maß
der Ver- bzw. Entriegelungsverdrehung des Laufes 3 beschränkt ist. Die Sperrhülse
16 weist weiters zwei nach vorne offene Axialnuten 24 auf, in die Mitnehmernasen
25 des Laufes 3 eingreifen, so daß eine Verdrehung des eingesetzten Laufes 3 zwangsweise
eine Verdrehung der Sperr hülse 16 verursacht. Eine Verdrehung der Sperrhülse 16
durch die Entriegelungsverdrehung des Laufes 3 wiederum bewegt auf Grund der schraubentriebartigen
Verbindung zwischen Sperrhülse 16 und Sicherungshülse 17 diese Sicherungshülse 17
axial nach hinten, wobei durch eine entsprechende Bemessung die Sicherungshülse 17
so weit ausfährt, daß sie in die Gleitstückbahn ragt und mit ihrer Stirn 17a als ein
die Gleitstückbahn 6 verkürzender Endanschlag dient. Auf Grund der dadurch erzwungenen
vorzeitigen Unterbrechung der Gleitstückbewegung ist es nun der Abschußkammer 4 unmöglich,
ordnungsgemäß ihre Abschußposition zu erreichen, womit eine Schußabgabe nicht mehr
zu befürchten ist. Eine Entriegelungsverdrehung des Laufes 3 aktiviert daher zwangsweise
die Sicherungshülse 17 als die Gleitstückbewegung unterbrechenden Endanschlag und
verhindert zwangsweise eine Schußabgabe bei entriegeltem oder sogar abgenommenem Lauf
3. Wird der Lauf 3 ordnungsgemäß verriegelt, bringt die Verriegelungsverdrehung ein
Zurückdrehen der Sperrhülse 16 mit sich, so daß die Sicherungshülse 17 axiales Bewegungsspiel
bekommt und das Gleitstück 6 bei seiner Vorwärtsbewegung die Sicherungshülse 17 entsprechend
weit zurückdrücken kann. Die Gleitstückbahn ist freigegeben und die Waffe 1 voll funktionsfähig.
1. Handfeuerwaffe (1), insbesondere Gewehr, mit einem Gehäuse (2), einem abnehmbaren
Lauf (3), einer Abschußeinrichtung und einem mit der Abschußeinrichtung beim Lade-
und/oder Abschußvorgang zusammenwirkenden, in Laufrichtung gegen die Kraft einer Rückholfeder
(5) längsverschiebbar geführten Gleitstück (6) od.dgl., wobei der in eine gehäusefeste
Verriegelungsmuffe (10) einsteckbare und durch Verdrehen verriegelbare Lauf (3) eine
am vorderen Ende der Gleitstückbahn in einem Lauflager (14) des Gehäuses (2) sitzende
Laufbuchse (15) durchragt, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufbuchse (15) zwei einander zugeordnete, über schraubenlinienförmig verlaufende
Führungskanten (20, 21) aneinander anliegende Einsatzhülsen (16, 17), eine in Laufrichtung
vordere, drehbar, aber axial unverschiebbar eingesetzte Sperrhülse (16) und eine hintere,
axial verschiebbar, aber undrehbar eingesetzte Sicherungshülse (17) aufnimmt, wobei
die Sperrhülse (16) wenigstens eine nach vorne offene Axialnut (24) für eine Mitnehmernase
(25) des Laufes (3) aufweist und die Sicherungshülse (17) durch eine der Laufentriegelungsverdrehung
entsprechende Verdrehung der Sperrhülse (16) aus der Laufbuchse (15) nach hinten bis
in die Gleitstückbahn hinein verschiebbar ist.
2. Handfeuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperr- und die Sicherungshülse (16, 17) aufeinander abgestimmte Drehanschläge
(22, 23) zur Begrenzung der Relativverdrehung auf ein der Größe der Laufverriegelungsdrehung
angepaßtes Ausmaß bilden.