[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schußwaffe, mit einer vom Lauf getrennten, den
Laderaum bildenden Abschußkammer, die in einem waffengehäusefesten Abschußblock quer
zur Laufrichtung zwischen einer Feuerstellung und einer Ladestellung hin- und herbewegbar
ist, wobei der Laderaum der Abschußkammer in der Ladestellung frei zugänglich einerends
durch eine Ladeöffnung des Abschußblockes an einen Magazinansatz und andernends durch
eine Auswurföffnung des Abschußblockes an einen Auswurfschacht anschließt, und mit
einem in Laufrichtung längsverschiebbar geführten Gleitstück, das einen aus einer
hinter dem Magazinansatz liegenden Ausgangslage über den Magazinansatz hinweg zum
Abschußblock bis in dessen Ladeöffnung vorschiebbaren Zubringer trägt.
[0002] Diese beispielsweise aus der US-A-3 667 147 bekannten Schußwaffen ermöglichen mit
ihren zwischen einer Feuerstellung und einer Ladestellung hin- und herbewegbaren,
einen vom Lauf getrennten Laderaum bildenden Abschußkammern einen verhältnismäßig
einfachen, funktionssicheren Lade- und Abschußvorgang, da die Patronen zum Laden durch
den Zubringer auf direktem, geradem Weg aus dem im Magazinansatz steckenden Magazin
durch die Ladeöffnung in den Laderaum der in der Ladestellung liegenden Abschußkammer
eingeschoben werden können und dann die bereits geladene Abschußkammer erst zur eigentlichen
Patronenzündung und Schußabgabe in die Feuerstellung gebracht wird. Allerdings ist
es bei diesen Abschußkammern notwendig, in der Ladestellung nicht nur zu laden, sondern
auch zu entladen und leere Patronenhülsen oder aufgrund von Ladehemmungen, Fehlzündungen
u.dgl. nicht abgeschossene Patronen aus dem Laderaum zu entfernen, was aber bisher
zu Schwierigkeiten führt. Das Entladen erfolgt nämlich durch das Einschieben einer
neuen Patrone in den Laderaum, so daß diese neue Patrone zweck mäßigerweise auch
Ausstoßerfunktion übernimmt und bei ihrem Eindringen in den Laderaum die dort befindliche
Patronenhülse od.dgl. nach Überwinden einer federbelasteten Verschlußklappe in einen
angrenzenden Auswurfschacht hinausdrückt, durch den sie allein schwerkraftbedingt
nach unten abfallen soll. Dadurch ergeben sich aber zu viele Störungen beim Auswerfen,
so daß die bekannten Schußwaffen hauptsächlich für hülsenlose Munition bestimmt sind
und die Auswurfeinrichtung nur bedarfsweise bei Fehlzündungen zum Einsatz kommt. Abgesehen
davon, ist die Verschlußklappe mit ihrer Bewegungsmechanik selbst recht störanfällig
und auch der bekannte Zubringer, der gegen Federkraft zurückschiebbar auf einer Ausstoßerstange
zum Ausschieben der Patronenhülsen bei abgenommenem Magazin abgestützt ist, stellt
einen aufwendigen, die Baulänge beträchtlich erhöhenden Bestandteil des Gleitstückes
dar.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und eine
Schußwaffe der eingangs geschilderten Art zu schaffen, die sich durch ihre einfache,
robuste und funktionssichere Auswurfeinrichtung auszeichnet.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß der Abschußblock im der Feuerstellung
der Abschußkammer zugewandten Randbereich der Auswurföffnung eine mit Abstand von
der Innenkante der Auswurföffnung angeordnete Auswurfnase aufweist, welche in der
Ladestellung der Abschußkammer bis in die Höhe der Laderauminnenwandung vorstehende
Auswurfnase in eine sich zur Innenkante der Auswurföffnung hin erstreckende, muldenförmig
verlaufende Leitfläche übergeht, und daß die Abschußkammerbewegung von der Ladestellung
in die Feuerstellung auslösbar ist, bevor der Zubringer seine ladeöffnungsseitige
Endlage erreicht. Beim Laden einer neuen Patrone, die durch das Vorbewegen des Zubringers
aus dem im Magazinansatz sitzenden Magazin in den Laderaum der in Ladestellung fixierten
Abschußkammer eingeschoben wird, läßt sich die leere Patronenhülse oder die nicht
abgeschossene Patrone ohne jede Behinderung durch eine Ver schlußklappe od.dgl. aus
dem Laderaum in den Abwurfschacht ausschieben. Allerdings beginnt bereits während
der letzten Ein- bzw. Ausschiebephase des Ladens bzw. Entladens die Abschußkammer
mit ihrer Bewegung in die Feuerstellung, so daß durch die Relativverschiebung zwischen
Abschußblock einerseits und Abschußkammer anderseits im Bereich der Auswurföffnung
die ausgeschobene Patronenhülse od.dgl. mitgenommen und aufgrund des dabei aufgebrachten
Drehmomentes um die Auswurfnase in den Auswurfschacht abgekippt wird. Die Leitfläche
ergibt dabei eine entsprechende Führung für den Hülsenboden, so daß es am Ende der
Ausschiebebewegung zu einem Wegschleudern der zu entladenden Patronenhülse od.dgl.
kommt und diese leere Patronenhülse zwangsweise durch den Abwurfschacht ausgeworfen
wird. Der kraftvolle Hülsenauswurf erfolgt unabhängig von der Lage und Halterung der
Waffe und läuft funktionssicher und störungsfrei ab. Dabei spielt es an und für sich
keine Rolle, wie Gleitstück bzw. Zubringer und Abschußkammer zusammenwirken oder wie
die Abschußkammerbewegung erreicht wird, entscheidend ist lediglich, daß sich der
Beginn der Abschußkammerbewegung von der Lade- in die Feuerstellung und das Ende der
zum Laden bzw. Entladen erforderlichen Zubringervorschubbewegung kurzzeitig überschneiden,
so daß die ausgestoßene Patronenhülse durch die sich in Bewegung setzende Abschußkammer
den gewünschten Auswurfimpuls bekommt, der zusammen mit der Leitfläche und der Auswurfnase
automatisch zum kräftigen Hülsenabwurf führt. Der Zubringer kann als starrer, kurzer
Mitnehmerfinger im Gleitstück angeordnet sein, so daß der Lade- und Entladevorgang
mit einfachen, robusten und vor allem auch platzsparenden Bauteilen erzielbar ist.
[0005] Um das Wegkippen der ausgestoßenen Patronenhülse od.dgl. weiter zu erleichtern, kann
die Auswurföffnung im feuerstellungsabgewandten Randbereich abgerundet sein, wodurch
die Hülse beim Abkippen gewissermaßen auf diesem Randbereich abrollt und jede Beeinträchtigung
des Abwurfes durch eine Kante vermieden ist.
[0006] Günstig ist es auch, wenn die Ladeöffnung im feuerstellungszugewandten Randbereich
nach innen erweitert ist, da diese Erweiterung bei Bewegungsbeginn der Abschußkammer
der noch etwas aus dem Laderaum vorstehenden neuen Patrone Spielraum zum ordnungsgemäßen,
vollständigen Einschieben bietet und das Einschieben aufgrund der gegebenen Keilwirkung
selbst unterstützt.
[0007] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung nimmt das Gleitstück
eine dem Zubringer entgegengerichtete, gegen Federkraft teleskopartig zusammenschiebbare
laufparallele Ausstoßerstange auf, die in Ladestellung der Abschußkammer bei der Rückbewegung
des Zubringers aus der ladeöffnungsseitigen Endlage in die Ausgangslage durch die
Auswurföffnung hindurch in den Laderaum einführbar ist. Diese Ausstoßerstange ermöglicht
es, bei abgezogenem Magazin die im Laderaum vorhandene leere Patronenhülse auszuwerfen,
und zwar durch den Magazinschacht und bringt außerdem durch ihre federnde Gegenhalterwirkung
beim üblichen Entladevorgang eine zusätzliche Unterstützung für das Abkippen und Wegschleudern
der Patronenhülsen mit sich. Durch die federnde Nachgiebigkeit der Ausstoßerstange
bleibt dabei, unabhängig davon, ob diese Ausstoßerstange jeweils tatsächlich in den
Laderaum einfahren kann oder nicht, die Gleitstückbewegung unbeeinträchtigt.
[0008] Sind der Auswurfschacht vor und der Magazinansatz hinter dem Abschußblock angeordnet,
kommt es zu einer zweckmäßigen Konstruktion, wobei das Gleitstück durch eine Vorwärtsbewegung
den Lade- und Entladevorgang bewirkt.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise veranschaulicht, und
zwar zeigen
Fig. 1 einen Teil einer erfindungsgemäßen Schußwaffe in teilgeschnittener Seitenansicht
während der Anfangsphase des Lade- bzw. Entladevorganges und
Fig. 2 die Endphase dieses Lade- bzw. Entladevorganges anhand eines Ausschnittes aus
Fig. 1.
[0010] Eine nur angedeutete Schußwaffe 1 mit Gehäuse 2 und Lauf 3 weist eine eigene Abschußkammer
4 auf, die einen vom Lauf 3 getrennten Laderaum 5 bildet. Die Abschußkammer 4 ist
in einem gehäusefesten Abschußblock 6 quer zur Laufrichtung verschiebbar geführt und
läßt sich zwischen einer oberen Feuerstellung zum Auslösen eines Schusses und einer
unteren Ladestellung zum Laden und Entladen hin- und herbewegen, wobei der Laderaum
5 in der nicht weiter dargestellten Feuerstellung koaxial zum Lauf 3 liegt und in
der dargestellten Ladestellung frei zugänglich einerends durch eine Ladeöffnung 7
des Abschußblockes 6 an einen Magazinansatz 8 und andernends durch eine Auswurföffnung
9 des Abschußblockes 6 an einen Auswurfschacht 10 anschließt. Zur Bewegung der Abschußkammer
4 aus der Ladestellung in die Feuerstellung dient ein Federantrieb 11, wobei durch
einen Zündstift 12 im Abschußblock 6 einerseits und eine Zündbohrung 13 in der Abschußkammer
4 anderseits 4 gleichzeitig bei Eintreffen der Abschußkammer 4 in der Feuerstellung
die Zündung einer im Laderaum 5 sitzenden Patrone erfolgt. Zur Rückbewegung der Abschußkammer
4 aus der Feuerstellung in die Ladestellung ist ein in Laufrichtung längsverschiebbar
geführtes, nur mit seinem Endteil dargestelltes Gleitstück 14 vorgesehen, das über
eine Kulissensteuerung 15 bei seiner Verschiebung die Abschußkammer 4 gegen die Kraft
des Federantriebes 11 in die Ladestellung zurückbewegt und in dieser arretiert. Das
Gleitstück 14 trägt magazinansatzseitig einen Zubringer 16, der aufgrund der Gleitstückbewegung
aus einer hinter dem Magazinansatz 8 liegenden Ausgangslage über den Magazinansatz
hinweg bis in die Ladeöffnung 7 des Abschußblockes 6 vorschiebbar ist. Dem Zubringer
16 entgegengerichtet, ist mit dem Gleitstück 14 auswurfseitig außerdem eine Ausstoßerstange
18 verbunden, die in nicht weiter dargestellter Weise gegen Federkraft teleskopartig
zusammenschiebbar abgestützt ist.
[0011] Zum Laden bzw. Entladen der Waffe 1 befindet sich die Abschußkammer 4 in Ladestellung,
so daß der Laderaum 5 sowohl vom Magazinansatz 8 her als auch vom Abwurfschacht 10
her frei zugänglich ist. Das Gleitstück 14 ist zurückgefahren und der Zubringer
16 liegt in seiner hinteren Ausgangslage. Steckt ein Magazin 17 im Magazinansatz 8,
nimmt nun bei einer Vorwärtsbewegung des Gleitstückes 14 der Zubringer 16 eine Patrone
19 aus dem Magazin 17 mit und schiebt sie durch die Ladeöffnung 7 des Abschußblockes
6 in den Laderaum 5 ein. Sitzt in diesem Laderaum 5 eine leere Patronenhülse 19a
oder eine nicht abgeschossene andere Patrone, drückt die neue Patrone 19 diese Patronenhülse
19a od.dgl. durch die Auswurföffnung 9 aus dem Laderaum 5 hinaus. Gibt es keine Patronenhülse
19a im Laderaum 5, wird die Patrone in den leeren Laderaum vorgeschoben, aus dem sich
gleichzeitig die Ausstoßerstange 18 zurückzieht.
[0012] Das Einschieben der neuen Patrone 19 bzw. das Ausschieben der Patronenhülse 19a erfolgt
großteils bei stillstehender Abschußkammer 4 (Fig. 1), doch wird, um ein kraftvolles
Abschleudern bzw. Abwerfen der Patronenhülse 19a zu erreichen, knapp vor dem vollständigen
Einschieben der Patrone 19 bzw. Ausschieben der Patronenhülse 19a bereits der Federantrieb
11 ausgelöst, so daß sich die Abschußkammer 4 aufwärts zu bewegen beginnt, während
noch ein Endbereich der Patronenhülse 19a durch die Auswurföffnung 9 in den Laderaum
5 ragt. Dadurch wird auf diese Patronenhülse 19a ein Drehmoment ausgeübt, das ein
Abkippen der Patronenhülse 19a erzwingt, da der Abschußblock 6 im oberen Randbereich
9a der Auswurföffnung 9 mit Abstand von der Innenkante 9b der Auswurföffnung eine
Auswurfnase 20 und eine von der Auswurfnase 20 zur Innenkante 9b muldenförmig verlaufende
Leitfläche 21 bildet (Fig. 2). Diese lediglich bis in die Höhenlage der Laderauminnenwandung
vorstehende Auswurfnase 20 zusammen mit der muldenförmigen Leitfläche 21 verhindert
ein Verklemmen der auszuwerfenden Patronenhülse 19a durch das Überschneiden der Ausschiebebewegung
der Patronenhülse und der Aufwärtsbewegung der Abschußkammer 4 in der Auswurföffnung
9 und verursacht ein Abkippen und Abschleudern der Patronenhülse 19a durch den Abwurfschacht
10, so daß ein ordnungsgemäßes, störunanfälliges Entladen gewährleistet wird. Die
federnd nachgiebige Ausstoßerstange 18 unterstützt dabei das Abkippen der Patronenhülse
19a, das auch durch einen abgerundeten, feuerstellungsabgewandten Randbereich 9c der
Auswurföffnung 9 erleichtert wird. Um außerdem das vollständige Einschieben der neuen
Patrone 19 in den Laderaum 5 der sich bereits bewegenden Abschußkammer 4 sicherzustellen,
ist die Ladeöffnung 7 im feuerstellungszugewandten Randbereich 7a nach innen erweitert,
so daß die entstehende Schräge beim Hochfahren der Abschußkammer 4 die Patrone 19
zwangsweise exakt in den Laderaum 5 einschiebt.
[0013] Ist das Magazin 17 leer oder abgenommen, wird das Entladen durch die Ausstoßerstange
18 bewirkt, die bei der Rückwärtsbewegung des Gleitstückes 14 an der Abschußkammer
4 anliegt und vorgespannt wird, bis diese die Ladestellung erreicht hat. Dann dringt
sie federbelastet in den Laderaum 5 ein und schleudert die sich gegebenenfalls im
Laderaum 5 befindliche Patronenhülse nun durch die Ladeöffnung 7 und den Magazinansatz
8 heraus, so daß auch ohne Neuzufuhr einer Patrone ein Entladen möglich ist.
1. Schußwaffe (1), mit einer vom Lauf (3) getrennten, den Laderaum (5) bildenden Abschußkammer
(4), die in einem waffengehäusefesten Abschußblock (6) quer zur Laufrichtung zwischen
einer Feuerstellung und einer Ladestellung hin- und herbewegbar ist, wobei der Laderaum
(5) der Abschußkammer (4) in der Ladestellung frei zugänglich einerends durch eine
Ladeöffnung (7) des Abschußblockes (6) an einen Magazinansatz (8) und andernends durch
eine Auswurföffnung (9) des Abschußblockes (6) an einen Auswurfschacht (10) anschließt,
und mit einem in Laufrichtung längsverschiebbar geführten Gleitstück (14), das einen
aus einer hinter dem Magazinansatz (8) liegenden Ausgangslage über den Magazinansatz
(8) hinweg zum Abschußblock (6) bis in dessen Ladeöffnung (7) vorschiebbaren Zubringer
(16) trägt, dadurch gekennzeichnet, daß der Abschußblock (6) im der Feuerstellung der Abschußkammer (4) zugewandten
Randbereich (9a) der Auswurföffnung (9) eine mit Abstand von der Innenkante (9b) der
Auswurföffnung (9) angeordnete Auswurfnase (20) aufweist, welche in der Ladestellung
der Abschußkammer (4) bis in die Höhe der Laderauminnenwandung vorstehende Auswurfnase
(20) in eine sich zur Innenkante (9b) der Auswurföffnung (9) hin erstreckende, muldenförmig
verlaufende Leitfläche (21) übergeht, und daß die Abschußkammerbewegung von der Ladestellung
in die Feuerstellung auslösbar ist, bevor der Zubringer (16) seine ladeöffnungsseitige
Endlage erreicht.
2. Schußwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswurföffnung (9) im feuerstellungsabgewandten Randbereich (9c) abgerundet
ist.
3. Schußwaffe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladeöffnung (7) im feuerstellungszugewandten Randbereich (7a) nach innen
erweitert ist.
4. Schußwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Auswurfschacht (10) vor und der Magazinansatz (8) hinter dem Abschußblock
(6) angeordnet sind.