[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gewehr mit einem die Abschußvorrichtung aufnehmenden
Waffengehäuse, einem abnehmbar am Waffengehäuse angesetzten Lauf und einem über eingebaute
Sperrklinken od.dgl. lösbar am Waffengehäuse befestigten, Gehäuse und Lauf zumindest
teilweise umschließenden und die Abzugseinrichtung und den Magazinansatz aufweisenden
Schaft.
[0002] Solche beispielsweise aus der AT-B-325 463 bekannten Gewehre sind meist automatische
Gewehre und haben sich durch ihre Zusammensetzung aus einzelnen handlichen Baueinheiten,
nämlich Waffengehäuse samt Abschußvorrichtung, Schaft mit Abzugseinrichtung und Magazinansatz
sowie Lauf, durchaus bewährt, da die Gewehre werkzeugfrei und ohne verbleibende Losteile
verhältnismäßig leicht in diese Baueinheiten zerlegt werden können. Allerdings gibt
es bisher einen einteiligen Schaft, in den das Waffengehäuse eingeschoben werden muß,
so daß auf Grund der Einschiebbarkeit des Gehäuses eine spezielle, aufwendige Schaftgestaltung
erforderlich ist, die einerseits die Gesamtlänge der Waffe erhöht und anderseits nur
die Abdeckung des hinteren Waffenbereiches und dadurch die Erfüllung der gewünschten
Schutzfunktion des Schaftes nur für diesen Waffenbereich erlaubt.
[0003] Gemäß der US-A-3 512 290 wurde auch schon ein Gewehr mit einem dreiteiligen Schaft
vorgeschlagen, das einen fest im Waffengehäuse eingesetzten Lauf und auch ein fest
am Waffengehäuse montiertes rohrförmiges Magazin aufweist. Der Schaft bildet einen
mit einer Ladeöffnung für das Magazin ausgestatteten Kolbenteil sowie einen die Visiereinrichtung
tragenden Oberteil und einen die Abzugseinrichtung aufnehmenden Unterteil, welche
nut-federartig entlang der Stoßfugen ineinandergrei fenden Schaftteile über einen
eigenen Kopplungsteil zwischen Kolbenteil und Ober- und Unterteil sowie eine Endkappe
für Ober- und Unterteil und eine Schulterstütze für den Kolbenteil samt zugehörigen
Befestigungsschrauben miteinander und mit dem Waffengehäuse verbunden sind. Dieser
dreiteilige Schaft bietet zwar eine weitgehende Schutzabdeckung für die Waffe, doch
ist er recht aufwendig in der Herstellung, läßt sich nur umständlich und mit Hilfe
von Werkzeugen zerlegen und zusammenbauen und erfordert außerdem leicht zu verlierende
Losteile.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel zu beseitigen und ein
Gewehr der eingangs geschilderten Art zu schaffen, das sich durch einen einfachen,
geschickt zu handhabenden und bei verhältnismäßig kurzer Waffenlänge einen größtmöglichen
Waffenschutz gewährleistenden Schaft auszeichnet.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß der Schaft in einen mit dem Magazinansatz
versehenen Kolbenteil und einen mit der Abzugseinrichtung bestückten Vorderteil zweigeteilt
ist und die Stoßfuge an den Schaftseiten einen annähernd in Kolbenlängsrichtung verlaufenden
Mittelabschnitt bildet, wobei sich der von vorne auf das Waffengehäuse aufsteckbare
Vorderteil und der von hinten auf das Waffengehäuse aufsteckbare Kolbenteil entlang
der Stoßfuge mit Randstegen od.dgl. überlappen. Auf Grund dieser Schaftzweiteilung
ist es nicht nur möglich, die Waffe weitgehend vom Schaft schützend abzudecken, sondern
vor allem auch bei einfacher Schaftformgebung ein schnelles und geschicktes Montieren
bzw. Demontieren der Schaftteile zu erreichen. Die Schaftteile können gut an die Waffengehäusekonstruktion
angepaßt werden, so daß unter Vermeidung von Toträumen innerhalb des Schaftes eine
beträchtliche Verkürzung der Waffengesamtlänge erreichbar ist. Die Schaftteile stützen
sich durch die Überlappung an der Stoßfuge gegenseitig ab, und es entsteht auch bei
einfachen Verriegelungen eine stabile, widerstandsfähige Schutzhülle für die Waffe,
wobei die Mittelabschnitte einen längeren Überlappungsbereich entlang der Stoßfuge
gewährleisten und zu einer erhöhten gegenseitigen Stabilisierung der Schaftteile und
zu einer Schaftversteifung führen. Außerdem müssen beim Zerlegen der Waffe, das mit
dem Abnehmen der Schaftteile beginnt, zwangsweise sofort auch mit den Schaftteilen
ein gegebenenfalls noch angestecktes Magazin sowie die Abzugseinrichtung von der Abschußvorrichtung
getrennt und entfernt werden, was die Unfallgefahr durch ein unachtsames Zerlegen
minimiert.
[0006] Eine besonders schnelle und geschickte Handhabung ergibt sich, wenn der Kolbenteil
über die Sperrklinke od.dgl. und der Vorderteil über einen Sperrbolzen, vorzugsweise
den Riemenbügelbolzen, am Waffengehäuse verriegelbar sind, da das einfache Lösen
der Sperrklinke bereits das Abnehmen des Kolbenteils ermöglicht und das Herausziehen
des Sperrbolzens auch das Abziehen des Vorderteils und damit das Freilegen des Waffengehäuses
mit sich bringt. Die beiden Schaftteile brauchen miteinander nicht weiter verriegelt
zu werden, es genügt ihre Verrastung mit dem Waffengehäuse und die gegenseitige Überlappung
entlang der Stoßfuge.
[0007] In der Zeichnung ist ein erfindungsgemäßes Gewehr beispielsweise an Hand einer schematischen
Seitenansicht näher veranschaulicht.
[0008] Das dargestellte Gewehr 1 besteht im wesentlichen aus einem Waffengehäuse 2, das
die Abschußvorrichtung 3 aufnimmt, einem Lauf 4, der abnehmbar am Waffengehäuse 2
angesetzt ist, und einem Schaft 5, der das Waffengehäuse 2 und den Lauf 4 weitgehend
umschließt und die Abzugseinrichtung 6 sowie den Magazinansatz 7 aufweist. Der Schaft
5 ist quergeteilt und bildet einen mit dem Magazinansatz 7 versehenen hinteren Kolbenteil
5a und einen mit der Abzugseinrichtung 6 bestückten Vorderteil 5b, wobei sich Kolbenteil
5a und Vorderteil 5b entlang der Stoßfuge 8 mit Randstegen 9 überlappen. Die Stoßfuge
8 umfaßt zur Verlängerung des Überlappungsbereiches an den Schaftseiten annähernd
in Kolbenlängsrichtung verlaufende Mittelabschnitte 8a, so daß sich von der Seite
gesehen etwa ein Z-förmiges Stoßfugenbild ergibt und es zu einem satten, sich gegenseitig
abstützenden und stabilisierenden Zusammenhalt der beiden Schaftteile 5a, 5b kommt.
[0009] Der Kolbenteil 5a wird von hinten auf das Waffengehäuse 2 aufgeschoben, wozu es nicht
weiter dargestellte Längsführungen am Waffengehäuse 2 bzw. im Inneren des Kolbenteils
5a gibt, und der Vorderteil 5b wird von vorne auf das Waffengehäuse 2 aufgesteckt,
wozu auch hier entsprechende, nicht weiter dargestellte Längsführungen am Waffengehäuse
2 und an der Vorderteilinnenseite vorgesehen sind. Eine gegenseitige Verriegelung
der beiden Schaftteile 5a, 5b erfolgt nicht, sondern der Kolbenteil 5a wird lediglich
über eine Sperrklinke 10 am Waffengehäuse 2 und der Vorderteil 5b über den als Sperrbolzen
dienenden Riemenbügelbolzen 11 am Waffengehäuse 2 verriegelt.
[0010] Es kommt zu einem einfachen Schaft 5, der einen optimalen Schutz für die Waffe 1
bietet und durch seine Zweiteilung nicht nur leicht zu handhaben ist, sondern auch
eine gute Raumausnützung und eine Verkürzung der Waffenlänge erlaubt.
1. Gewehr (1), mit einem die Abschußvorrichtung (3) aufnehmenden Waffengehäuse (2),
einem abnehmbar am Waffengehäuse (2) angesetzten Lauf (4) und einem über eingebaute
Sperrklinken (10) od.dgl. lösbar am Waffengehäuse (2) befestigten, Gehäuse (2) und
Lauf (4) zumindest teilweise umschließenden und die Abzugseinrichtung (6) und den
Magazinansatz (7) aufweisenden Schaft (5), dadurch gekennzeichnet, daß der Schaft (5) in einen mit dem Magazinansatz (7) versehenen Kolbenteil (5a)
und einen mit der Abzugseinrichtung (6) bestückten Vorderteil (5b) zweigeteilt ist
und die Stoßfuge (8) an den Schaftseiten einen annähernd in Kolbenlängsrichtung verlaufenden
Mittelabschnitt (8a) bildet, wobei sich der von vorne auf das Waffengehäuse (2) aufsteckbare
Vorderteil (5b) und der von hinten auf das Waffengehäuse (2) aufsteckbare Kolbenteil
(5a) entlang der Stoßfuge (8) mit Randstegen (9) od.dgl. überlappen.
2. Gewehr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolbenteil (5a) über die Sperrklinke (10) od.dgl. und der Vorderteil (5b)
über einen Sperrbolzen, vorzugsweise den Riemenbügelbolzen (11), am Waffengehäuse
(2) verriegelbar sind.