[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung im komplementärer MOS-Technik nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Bandgap-bzw. Bandabstands-Schaltungen sind bekannt und beispielsweise in dem Buch
"Halbleiter-Schaltungstechnik" von U. Tietze und Ch. Schenk, 7. Auflage, Springer-Verlag,
Berlin, Heidelberg, New York 1985, Seiten 534 ff. beschrieben.
[0003] In der vorgenannten Veröffentlichung ist ausgeführt, daß mit derartigen Bandgap-Schaltungen
Referenzspannungen erzeugt werden können, die unabhängig von Temperaturkoeffizienten
der in ihr verwendeten Bauelemente eine temperaturunabhängige Referenzspannung liefern.
Das Prinzip derartiger Schaltungen besteht darin, den negativen Temperaturkoeffizienten
der Basis-Emitter-Diodenspannung eines Bipolartransistors durch Addition einer Spannung
mit entsprechend positivem Temperaturkoeffizienten zu kompensieren, indem ein zweiter
Transistor mit anderer Basis-Emitter-Spannung und einem Emitterwiderstand benutzt
wird.
[0004] Aus der Veröffentlichung IEEE ISSC Vol.SC-20, No. 6, Dec. 1985, pp. 1151-1157 ist
eine Bandgap-Schaltung in komplementärer CMOS-Technik gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 bekannt. Die unterschiedlichen Basis-Emitter-Spannungen der Bipolartransistoren
werden beispielsweise durch unterschiedliche Flächenverhältnisse der Emitterzonen
erzeugt. Die Schaltung bezieht sich auf eine p-Wannen-CMOS-Technik, wie sie beispielsweise
auf einem n⁻-leitenden Substrat oder einer entsprechend leitfähigen epitaktischen
Schicht realisiert werden kann. n-Kanal-Feldeffekttransistoren werden erzeugt, indem
p⁺-Zonen für Source und Drain in das Substrat eingebracht werden. Zur Herstellung
von p-Kanal-Feldeffekttransistoren ist ist eine p⁻-leitende Wanne erforderlich, in
die für die Source-und Drainanschlüsse n⁺-leitende Zonen eingebracht werden. Bipolartransistoren
lassen sich in dieser Technik erzeugen, indem auf dem n⁻-leitenden Substrat eine p⁻-leitende
Wanne und in diese wiederum eine n⁺-leitende Anschlußzone eingebracht wird. Auf diese
Weise entsteht ein Substrat-npn-Transistor, bei dem die n⁺-Zone den Emitter, die p⁻-Wanne
die Basis und das Substrat den Kollektor darstellt. Der Kollektor bzw. das Substrat
müssen an die positive Betriebsspannung angeschlossen werden, um parasitäre Dioden
zwischen den p-Wannen und dem Substrat sicher zu sperren.
[0005] Die aus der genannten Vorveröffentlichung bekannte CMOS-Bandgap-Schaltung hat als
Bezugspunkt für die Bandgap-Spannung die Basisanschlüsse der beiden npn-Transistoren.
Üblicherweise legt man diesen Punkt an das Bezugspotential, d. h. an Masse. Der Ausgangsanschluß
der Bandgap-Spannung liegt am Verbindungspunkt des Drainanschlusses eines MOS-Transistors
mit einem Widerstand, die beide im Emitterkreis eines Bipolartransistors angeordnet
sind. In jedem Fall ist für die bekannte CMOS-Bandgap-Schaltung eine bezüglich des
Bezugspotentials positive und eine negative Versorgungsspannung erforderlich.
[0006] Andererseits sind Bandgap-Schaltungen bekannt, die mit einer nur unipolaren Versorgungsspannung
auskommen, dafür jedoch auf bipolare Transistoren verzichten müssen. Diese Schaltungen
erreichen jedoch nicht die Temperaturstabilität von bipolaren Bandgap-Schaltungen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine CMOS-Spannungs-Referenzschaltung
anzugeben, die mit einer nur unipolaren Versorgungsspannung auskommt und die Temperaturstabilität
bipolarer Bandgap-Schaltungen erreicht.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einer Schaltungsanordnung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0009] Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung besitzt den Vorteil, daß sie sich mit einer
niedrigen und dazu unipolaren Spannung bezüglich des Bezugspotentials betreiben läßt
und daß sich mit ihr auch höhere Referenzspannungen als die Bandgap-Spannung des Halbleitermaterials
realisieren läßt.
[0010] Ausgestaltungen der Erfindung sind in Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Figur der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0012] Gemäß der Figur enthält die Bandgap-Schaltung zwei bipolare Transistoren T1 und T2
mit unterschiedlichen Basis-Emitter-Spannungen. Beide Kollektoranschlüsse sind an
die Klemme VDD angeschlossen, die gegenüber der Bezugsspannung ein positives Potential
führt. Im Emitterkreis des Transistors T1 ist ein Widerstand R3 und in Reihe dazu
der Ausgangskreis eines Feldeffekttransistors M1 angeordnet, dessen Source an der
Klemme VSS liegt. Die Klemme VSS ist an Bezugspotential, d. h. an Masse gelegt. Im
Ausgangskreis des Transistors T2 ist die Reihenschaltung zweier Widerstände R1 und
R2 sowie des Ausgangskreises eines anderen Feldeffekttransistors M2 angeordnet.
Der Sourceanschluß von M2 liegt ebenfalls an der Klemme VSS. Die Verbindungspunkte
des Emitters von T1 mit dem Widerstand R3 einerseits und der beiden Widerstände R1
und R2 andererseits führen auf die Eingänge eines Operationsverstärkers OP1, dessen
Ausgang die Transistoren M1 und M2 steuert. Am Drainanschluß des Transistors M2, dem
der Anschluß VG1 entspricht, ist bezogen auf die Basisanschlüsse der Bipolartransistoren
T1 und T2, denen der Anschluß VG2 entspricht, die Bandgap-Spannung UG abzugreifen.
[0013] Erfindungsgemäß ist nun der Ausgang der Bandgap-Schaltung VG1 auf den Bezugspunkt
VG2 rückgekoppelt. Dazu ist der Anschluß VG1 auf einen Eingang eines zweiten Operationsverstärkers
OP2 geschaltet, dessen anderer Eingang am Teilerpunkt eines ohmschen Spannungsteilers
aus den Widerständen R4 und R5 liegt.
[0014] Der ohmsche Spannungsteiler ist zwischen den Anschluß VG2 und die Klemme VSS, d.
h. Masse, geschaltet. Der Ausgang des Operationsverstärkers OP2 ist auf den Anschluß
VG2, d. h. auf die Basisanschlüsse der Bipolartransistoren T1 und T2 rückgeführt.
[0015] Gleichzeitig ist der Ausgang des zweiten Operationsverstärkers OP2 an die Klemme
VR gelegt, an der bezüglich des an der Klemme VSS liegenden Bezugspotentials die temperaturunabhängige
Referenzspannung UR abgegriffen werden kann. Die Beziehung zwischen der temperaturunabhängigen
Referenzspannung UR und der Bandgap-Spannung UG wird durch den ohmschen Spannungsteiler
aus den Widerständen R4 und R5 hergestellt. So berechnet sich die temperaturunabhängige
Referenzspannung UR aus dem Produkt der Bandgap-Spannung UG einerseits und der Summe
der beiden Widerstände R4 und R5 bezogen auf den Widerstand R4 andererseits.
[0016] Eine Ausgestaltung der Erfindung gemäß der Figur enthält eine Anlaufschaltung IA,
die zwischen dem Ausgangsanschluß VR des zweiten Operationsverstärkers OP2 und der
Klemme VDD mit dem relativ positiven Versorgungsspannungspotential angeschlossen ist.
Diese Anlaufschaltung IA ist als Stromquelle gezeichnet und kann beispielsweise durch
einen Stromquellentransistor oder einen Widerstand realisiert werden. Die Anlaufschaltung
IA ermöglicht es, daß die Referenzspannung UR als Betriebsspannung der Bandgap-Schaltung
verwendet wird, so daß sich die eigentliche Referenzspannungsquelle aus den beiden
Bipolartransistoren T1 und T2 mit der stabilisierten Ausgangsreferenzspannung betreiben
läßt. Auf diese Weise ergibt sich eine ausgezeichnete Unterdrückung von Eingangsspannungsschwankungen
an der Klemme VDD. Die Anlaufschaltung IA ist erforderlich, da sich bei Anlegen einer
Spannung an die Klemme VDD die aus der temperaturunabhängigen Referenzspannung UR
abgeleitete Betriebsspannung erst aufbauen muß. Die Schaltung gemäß dem Ausführungsbeispiel
der Figur ermöglicht es, auf eine separate Anschlußklemme VR zu verzichten, so daß
die erfindungsgemäße CMOS-Spannungsreferenz nach außen nur die beiden Anschlußklemmen
VDD und VSS besitzt.
1. Schaltungsanordnung in komplementärer MOS-Technik zur Erzeugung einer von der Temperatur
unabhängigen Referenzspannung mit Hilfe einer Bandgap-Schaltung, bei der die Reihenschaltung
aus dem Ausgangskreis eines ersten Bipolartransistors (T1) mit einer ersten Basis-Emitter-Schwellspannung,
einem ersten Widerstand (R3) und dem Ausgangskreis eines ersten Feldeffekttransistors
(M1) zwischen den Klemmen (VDD, VSS) einer Versorgungsspannungsquelle liegt und entsprechend
parallel dazu die Reihenschaltung aus dem Ausgangskreis eines zweiten Bipolartransistors
(T2) mit einer zweiten Basis-Emitter-Schwellspannung, zwei in Reihe geschalteten Widerständen
(R1, R2) und dem Ausgangskreis eines zweiten Feldeffekttransistors (M2) vorgesehen
ist, und bei der die Basisanschlüsse der Bipolartransistoren (T1, T2) miteinander
verbunden sind und die Verbindungspunkte des ersten Bipolartransistors (T1) mit dem
ersten Widerstand (R3) einerseits und der zwei in Reihe geschalteten Widerstände
(R1, R2) andererseits an die Eingänge (-, +) eines ersten Operationsverstärkers (OP1)
gelegt sind, dessen Ausgang die beiden Feldeffekttransistoren (M1, M2) steuert, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgang der Bandgap-Schaltung (VG1) am Drainanschluß des zweiten Feldeffekttransistors
(M2) auf die Basisanschlüsse der Bipolartransistoren (T1, T2) rückgekoppelt ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Rückkoppelzweig ein zweiter Operationsverstärker (OP2) eingangsseitig (-,
+) einerseits am Ausgang der Bandgap-Schaltung (VG1) und andererseits am Teilerpunkt
eines zwischen den Basisanschlüssen der Bipolartransistoren (T1, T2) und der Klemme
(VSS) mit relativ negativem Versorgungsspannungspotential liegenden ohmschen Spannungsteilers
(R3, R4) angeschlossen ist und ausgangsseitig (VR) mit den Basisanschlüssen (VG2)
der Bipolartransistoren (T1, T2) verbunden ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge kennzeichnet, daß zwischen dem Ausgangsanschluß (VR) des zweiten Operationsverstärkers (OP2) und
der Klemme (VDD) mit relativ positivem Versorgungspotential eine Anlaufschaltung
(IA) angeschlossen ist.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlaufschaltung (IA) aus einer Stromquelle besteht.
5. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlaufschaltung (IA) aus einem Widerstand besteht.