[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Laufzeitröhre gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1. Eine derartige Laufzeitröhre ist aus der DE-OS 22 13 185 bekannt. Dort wird eine
Zentriermöglichkeit vorgesehen, indem zumindest ein Teil einer Bohrung im Kühlgehäuse
nach dem Einbringen des Elektronenstrahlauffängers mit der gut wärmeleitfähigen isolierenden
Masse ausgefüllt wird, nachdem der Elektronenstrahlauffänger in der Bohrung in radialer
Richtung justiert wurde. Bei diesem Verfahren wird die elektrische Spannungsfestigkeit
des Materials nicht voll ausgenützt, da beim Justieren des Auffängers in Umfangsrichtung
unterschiedliche Wandstärken in der eingebrachten isolierenden Masse entstehen.
Zudem besteht die Gefahr von Gaseinschlüssen beim Einbringen der Masse, welche zu
Spannungsausfällen führen.
[0002] Die Aufgabe, die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegt, besteht in einer spannungsfesten
und gut wärmeleitenden Verbindung des Auffängers mit dem Kühlgehäuse einer Laufzeitröhre,
insbesondere Wanderfeldröhre nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, die besonders
temperaturfest gestaltet und einfach herstellbar ist.
[0003] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
Der Zylinder soll dabei aus einem elastischen und in radialer Richtung zusammenpreßbaren
Material bestehen. Der Zylinder soll durch die Wand der Bohrung zusammengepreßt und
gegen den Elektronenstrahlauffänger gedrückt werden. Dadurch soll eine mechanisch
feste Verbindung zwischen dem Gehäuse, dem Zylinder und dem Elektronenstrahlauffänger
gewährleistet sein. Dies gilt im gesamten Temperatureinsatzbereich, auch im Falle
von schnellen Temperaturänderungen. Der Temperatureinsatzbereich liegt bei derartigen
Rohren beispielsweise bei 300°C, so daß zumindest zwischen Raumtemperatur und 300°C
eine einwandfreie Haftung und eine sehr gute Wärmeleitung zwischen den drei beschriebenen
Teilen gewährleistet sein muß. Als Stoffe für den Zylinder eignen sich temperaturfeste
gummielastische Stoffe, elastische Stoffe mit geringer Porosität und geringer Härte.
Gummielastische Stoffe weichen bei einseitiger Druckbelastung elastisch in eine beliebige,
von der Druckrichtung verschiedene Richtung aus. Als besonders geeignet erwies sich
Bornitrid. Dieser Stoff hat die erforderliche Elastizität, bleibt bis über 300°C (auch
bis 1000°C) formstabil, ist hochisolierend und läßt sich im erforderlichen Rahmen
in radialer Richtung zusammendrücken. Er hat außerdem eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit
und ist so weich, daß er sich in die Rauhigkeiten der angrenzenden Oberflächen eindrücken
läßt und somit gewährleitst, daß am Übergang zu den angrenzenden Materialien nur ein
verschwindend kleiner Wärme-Übergangswiderstand auftritt.
[0004] Zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Gegenstandes eignet sich insbesondere ein
Verfahren, bei dem der Innendurchmesser des Zylinders etwas größer gewählt ist als
der Außendurchmesser des Elektronenstrahlauffängers, bei dem der Durchmesser der Bohrung
etwas kleiner gewählt ist als der Außendurchmesser des Zylinders, bei dem der Zylinder
auf den Elektronenstrahlauffänger geschoben und auf einer ersten Temperatur gehalten
wird, bei dem das Gehäuse auf eine im Vergleich zur ersten Temperatur höhere Temperatur
erwärmt wird, so daß bei der höheren Temperatur der Durchmesser der Bohrung größer
ist als der Außendurchmesser des Zylinders und bei dem der Elektronenstrahlauffänger
mit dem Zylinder in die Bohrung des erwärmten Gehäuses eingeschoben wird. Beim Temperaturangleich
der verschiedenen Teile entsteht eine Pressung des Zylinders, die Verbindung der
Teile ist hergestellt. Sofern der Temperaturausdehnungskoeffizient des Elektronenstrahlauffängers
und der des Kühlgehäuses annähernd gleich groß sind und/oder die Elastizität des Zylinders
ausreicht, um die temperaturbedingten Durchmesseränderungen abzufangen, bleibt die
Verbindung über den gesamten Temperaturbereich in gleichmäßiger Qualität erhalten.
Hierin unterscheidet sich eine nach dem vorgeschlagenen Verfahren hergestellte Anordnung
wesentlich von Anordnungen, bei denen ein Zylinder durch einen Spannvorgang gehalten
wird, welche die Bohrung im Kühlgehäuse zusammendrückt. Bei einem Spannvorgang wird
grundsätzlich eine Deformation des Gehäuses im Bereich der Bohrung erzeugt, wodurch
der Zylinder festgeklemmt werden soll. Diese Deformation des Gehäuses hat zumindest
eine ungleiche Spannungsverteilung im Zylinder zur Folge, welche bereits eine Unsymmetrie
in der Wärmeableitung und in der Spannungsfestigkeit bewirkt. Beim Einsatz von relativ
weichen Stoffen für den Zylinder, z.B. Kunststoff oder Kunststoffolien wird zusätzlich
Material abgeschabt, sobald ein Spalt vorgesehen ist, welcher zur Verkleinerung der
Bohrung zusammengepreßt wird. Beim Einsatz von Folien anstelle eines Zylinders, wie
sie beispielsweise in der DE-PS 24 49 506 vorgeschlagen wird, entsteht eine deutliche
Verringerung der Spannungsfestigkeit, welche nicht ohne weiteres aus der Querschnittsveränderung
beim Zusammenpressen zu erklären ist.
[0005] Verwendet man einen Zylinder aus Bornitrid, so wird eine einwandfreie Fixierung
des Auffängers im Kühlgehäuse erreicht, wenn vor dem Zusammenbau bei Raumtemperatur
die Bohrung im Kühlgehäuse um ca. 3%o kleiner ist als der Außendurchmesser des Zylinders
und der Innendurchmesser des Zylinders um etwa 2%o größer dimensioniert ist als der
Außendurchmesser des Auffängers. Eine einfache Ausführung des Verfahrens ist gewährleistet,
indem der Zylinder auf Raumtemperatur gehalten wird und indem das Gehäuse auf zumindest
etwa 300°C erwärmt wird.
[0006] Die Erfindung wird nun anhand von zwei Figuren näher erläutert. Sie ist nicht auf
das in den Figuren gezeigte Beispiel beschränkt.
Fig.1 zeigt einen Elektronenstrahlauffänger mit aufgeschobenem Zylinder.
Fig. 2 zeigt dieselbe Einheit mit aufgeschrumpftem Kühlgehäuse in teilweise geschnittener
Ansicht.
[0007] Ein Elektronenstrahlauffänger 1 ist an einer Wanderfeldröhre 2 angebracht. Ein Zylinder
3 ist auf den Auffänger 1 aufgeschoben. Die Bohrung 6 im Zylinder 3 weist einen Durchmessersprung
auf und bildet so einen Anschlag 4, an dem der Elektronenstrahlauffänger 1 anliegt.
Diese Anordnung wird auf einer niedrigen Temperatur, vorzugsweise Raumtemperatur
gehalten.
[0008] Auf den Zylinder 3 ist ein Kühlgehäuse 5 mit einer Bohrung 7 in erwärmtem Zustand
in Pfeilrichtung aufgeschoben. Nach dem Aufschieben gleichen sich die Temperaturen
der Teile 1 bis 5 aneinander an, ein Preßsitz der geforderten Qualität entsteht.
[0009] Als Material für den Zylinder 3 eignet sich insbesondere Bornitrid, welches alle
Rauhigkeiten in der Bohrung 7 des Kühlgehäuses 5 bzw. in der Oberfläche 8 des Elektronenstrahlauffängers
1 ausfüllt und daher einen besonders geringen Wärme-Übergangswiderstand zwischen
den Teilen 1, 3 und 5 gewährleistet. Das Bornitrid stellt einen hochwertigen Isolator
dar. In Achsrichtung werden Überschläge vermieden, indem die axiale Ausdehnung des
Zylinders um entsprechende Isolierstrecken größer ist, als die axiale Ausdehnung des
Elektronenstrahlauffängers. Der Außendurchmesser des Zylinders liegt vorteilhaft
zwischen etwa 10mm und 20mm, z.B. bei 15mm in Verbindung mit einem Innendurchmesser
des Zylinders von etwa 12mm.
1. Laufzeitröhre, insbesondere Wanderfeldröhre, deren Elektronenauffänger mit einem
gutwärmeleitenden und elektrisch isolierenden Zylinder umgeben ist, wobei dieser
Zylinder in eine Bohrung eines Kühlgehäuses eingeschoben und dort durch einen Klemmsitz
gehalten ist, wobei der Zylinder mit dem Elektronenstrahlauffänger mechanisch fest
und gut wärmeleitend verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder aus einem elastischen und in radialer Richtung zusammenpreßbaren
Material besteht, daß der Zylinder durch die Wand der Bohrung zusammengepreßt und
gegen den Elektronenstrahlauffänger gedrückt und daß dadurch die mechanisch feste
Verbindung zwischen dem Gehäuse, dem Zylinder und dem Elektronenstrahlauffänger gewährleistet
ist.
2. Laufzeitröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder aus einem isolierenden Stoff mit geringer Porosität besteht.
3. Laufzeitröhre nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder aus einem Stoff geringer Härte besteht.
4. Laufzeitröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder aus einem Stoff besteht, der zumindest bis zu einer Temperatur
von etwa 300°C formstabil bleibt.
4. Laufzeitröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder aus Bornitrid besteht.
5.Verfahren zur Herstellung einer Laufzeitröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Innendurchmesser des Zylinders etwas größer gewählt ist als der Außendurchmesser
des Elektronenstrahlauffängers, daß der Durchmesser der Bohrung etwas kleiner gewählt
ist als der Außendurchmesser des Zylinders, daß der Zylinder auf den Elektronenstrahlauffänger
geschoben und auf einer ersten Temperatur gehalten wird, daß das Gehäuse auf eine
gegenüber der ersten Temperatur höhere Temperatur gebracht wird, daß bei der höheren
Temperatur der Durchmesser der Bohrung größer ist als der Außendurchmesser des Zylinders
und daß der Elektronenstrahlauffänger mit dem Zylinder in die Bohrung des wärmeren
Gehäuses eingeschoben wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zylinder aus Bornitrid eingesetzt wird, daß bei Raumtemperatur die Bohrung
im Kuhlgehäuse um ca. 3%o kleiner ist als der Außendurchmesser des Zylinders und der
Innendurchmesser des Zylinders um etwa 2%o größer dimensioniert ist als der Außendurchmesser
des Affängers.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder auf Raumtemperatur gehalten wird und daß das Gehäuse auf zumindest
etwa 300°C erwärmt wird.