[0001] Die Erfindung betrifft polyurethanhaltige Spinnpräparationen, ein Verfahren zur Verbesserung
des Fadenschlusses beim Schmelzspinnen synthetischer Fasermaterialien sowie die Verwendung
von Polyurethan als FAdenschlußmittel in Spinnpräparationen.
[0002] Beim Schmelzspinnen von synthetischen Fasermaterialien und deren Weiterverarbeitung
zu textilen oder technischen Garnen werden die multifilen Fäden ohne Drehung auf die
Spinnspule aufgewickelt. Die Einzelkapillaren liegen als parallele Fadenbündel vor,
wobei der Zusammenhalt der Einzelkapillaren lediglich durch die mehr oder weniger
stark ausgeprägte Adhäsionswirkung der Spinnpräparationen bewirkt wird. Bei dem anschließenden
Streckprozeß erhalten diese Garne normalerweise einen Schutzdrall von einigen Drehungen
pro Meter. Dieser Schutzdrall ist aber für viele nachfolgende Verarbeitungsprozesse
nicht ausreichend. In vielen Fällen werden daher die Fäden in einem getrennten Verfahrensschritt
gezwirnt. Das Zwirnen ist jedoch eine teure, zusätzliche Prozeßstufe. Um die Kosten
des Zwirnens zu reduzieren, wurde bereits vorgeschlagen, die Fadenbündel mit Hilfe
eines Luftstromes zu verwirbeln und gegebenenfalls anschließend zu zwirnen. Der Prozeß
der Verwirbelung ist jedoch ebenfalls teuer und nur schwierig zu kontrollieren. Des
weiteren wird der Verwirbelungsgrad reduziert, wenn das Garn unter Spannung über Fadenführer
geleitet wird. Die Folge ist, daß es zu Knotenbildungen kommt, die das Aussehen der
Gewebe negativ beeinflussen (US 4 632 874).
[0003] Eine andere Methode, das Kostenproblem zu lösen, ist die Verwendung von Fadenschlußmitteln
in Spinnpräparationen. So werden beispielsweise in DE-OS 34 02 155 Epoxyalkylverbindungen
als Fadenschlußmittel beschrieben. Nach dem Aufbringen solcher Spinnpräparationen
auf die Fadenbündel ist jedoch eine Hitzebehandlung erforderlich. Des weiteren bewirken
Epoxyalkylverbindungen einen permanenten Fadenschluß, der die Eigenschaften des fertigen
Textils beeinflußt. In den meisten Fällen sollen jedoch Spinnpräparationen keinen
Effekt auf der Faser hinterlassen und durch Auswaschen wieder leicht entfernt werden
können (Chemiefasern/Textil-Industrie
1977, 328).
[0004] Aus US 3 505 220 sind Präparationsmittel bekannt, die Mineralöle, Polybutylene mit
mittleren Molekulargewichten zwischen 150 und 750, Alkyl- oder Alkenylsäurephosphate
mit 13 bis 19 C-Atomen in den Alkyl- oder Alkenylresten und oxidierte pflanzliche
Öle enthalten. Die hohe Viskosität dieser Mittel führt jedoch zu Schwierigkeiten bei
der Anwendung.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung bestand in der Entwicklung von Spinnpräparationen, die
eine sehr gute Adhäsion der Einzelfäden eines Fadenbündels bewirken und die Verwirbelung
und/oder das Zwirnen von Fadenbündeln überflüssig machen. Des weiteren sollen die
Spinnpräparationen in einfacher Weise anwendbar sein und keine Thermobehandlung erfordern.
[0006] Überraschenderweise wurde gefunden, daß diese hohen Anforderungen von polyurethanhaltigen
Spinnpräparationen erfüllt werden.
[0007] Erfindungsgegenstand sind dementsprechend Spinnpräparationen auf Basis von Glättemitteln,
Emulgatoren, Netzmitteln, Fadenschlußmitteln und/oder Antistatika, die dadurch gekennzeichnet
sind, daß sie, bezogen auf Gesamtaktivsubstanzgehalt, 1 bis 40 Gew.-% Polyurethane
enthalten.
[0008] Weiterer Erfindungsgegenstand ist Verfahren zur Verbesserung des Fadenschlusses beim
Schmelzspinnen synthetischer Fasermaterialien, welches dadurch gekennzeichnet ist,
daß im Anschluß an das Schmelzspinnen, bezogen auf das Gewicht der Fadenbündel, 0,3
bis 2,0 Gew.-% polyurethanhaltiger Spinnpräparation-Aktivsubstanz auf die Fadenbündel
aufgebracht werden.
[0009] Ferner ist die Verwendung von Polyurethanen als Fadenschlußmittel in Mengen von 1
bis 40 Gew.-%, bezogen auf Gesamtaktivsubstanzgehalt, in Spinnpräparationen Erfindungsgegenstand.
[0010] Die erfindungsgemäß zu verwendenden Polyurethane werden in an sich bekannter Weise
hergestellt (siehe beispielsweise in Ullmanns Encylcopädie der technischen Chemie,
Band 19, Seiten 302 ff., Verlag Chemie (1980)), indem Polyisocyanate mit Polyolen
und Hydroxycarbonsäuren in Gegenwart von Lösungsmitteln und gegebenenfalls Katalysatoren
in 1 bis 6 Stunden bei Temperaturen zwischen 60 und 120 °C zu Präpolymeren umgesetzt
werden. Bezogen auf die Polyolkomponente liegt das OH/NCO-Äquivalentverhältnis zwischen
0,4 und 1,1, vorzugsweise zwischen 0,5 und 0,7. Nachdem die Mischung 1 bis 3 Stunden
gegebenenfalls unter Rückfluß erhitzt wurde, wird auf 18 bis 30 °C abgekühlt und mit
in organischen Lösungsmitteln gelösten tertiären Alkylaminen neutralisiert. Die Polyurethanmasse
wird dann in Wasser dispergiert und anschließend, bezogen auf ein ursprüngliches NCO-Äquivalent,
mit 0 bis 0,7 Äquivalenten Mono- und/oder Diaminen, gelöst in Wasser, umgesetzt. Nach
Entfernen des Lösungsmittels mittels Destillation werden anionische Polyurethanedispersionen
erhalten, die keine freien NCO-Funktionen mehr besitzen. Der Polyurethangehalt liegt
in den Dispersionen zwischen 10 und 60 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 25 und 40 Gew.-%.
[0011] Als Polyisocyanate eignen sich die aus der Polyurethanchemie bekannten aliphatischen
und/oder aromatischen, cyclischen und/oder nichtcyclischen Polyisocyanate, beispielsweise
4′,4˝,4‴-Triisocyanato-triphenylmethan, 2,4,4′-Triisocyanato-diphenylether, Tris-(4-isocyanatophenyl)-thiphosphat,
Toluol-2,4- und/oder Toluol-2,6-diisocyanat, Diphenylmethandiisocyanate, 1,5Naphthalindiisocyanat,
1,4-Phenylendiisocyanat, Dicyclohexylmethan-4,4′-diisocyanat, 1,6-Hexandiisocyanat
und/oder 3-Isocyanatomethyl-3,5,5-trimethylcyclohexylisocyanat (Isophorondiisocyanat).
Vorzugsweise werden aliphatische Diisocyanate, besonders bevorzugt Dicyclohexylmethan-4,4′-dissocyanat
und/oder Isophorondiisocyanat eingesetzt.
[0012] Als Polyolkomponente mit mindestens 2 alkoholischen Hydroxylgruppen zur Herstellung
der Präpolymeren werden beispielsweise Glycerin, Trimethylolpropan, Polyether und
Polyesterpolyole verwendet. Polyetherpolyole, die durch Addition von Alkylenoxiden,
vorzugsweise Ethylenoxid und/oder Propylenoxid an polyfunktionelle Startermoleküle
hergestellt werden, haben als Polyether die größte Bedeutung. Als Startermoleküle
werden beispielsweise Ethylenglykol, 1,2-Propylenglykol, Trimethylolpropan, Trimethylolethan,
Glycerin, Pentaerytrit, Sorbit, Zucker oder Ethylendiamin eingesetzt. Polyesterpolyole
werden durch Polykondensation di- und trifunktioneller Polyole mit Dicarbonsäuren
oder deren Anhydriden oder durch ringöffnende Polymerisation von Caprolacton oder
Pivalonlacton an niedermolekulare Starter-Diole hergestellt. Als di- und trifunktionelle
Polyole eigenen sich Ethylenglykol, 1,2- Propandiol, 1,4-Butandiol, 1,6-Hexandiol,
Neopentylglykol, Diethylenglykol, Glycerin, Trimethylolpropan und/oder Hexantriol.
Beispiele geeigneter Dicarbonsäuren bzw. Säureanhydride sind Bernsteinsäure, Adipinsäure,
Phathalsäureanhydrid, Hexahydrophthalsäure, Maleinsäure oder Isophthalsäure. Als Polyolkomponente
werden vorzugsweise Polyesterpolyole mit mittleren Molekulargewichten zwischen 500
und 5 000, besonders bevorzugt Polycaprolactone mit mittleren Molekulargewichten zwischen
500 und 3 000, hergestellt durch ringöffnende Polymerisation von Caprolacton an niedermolekulare
Diole als Startermoleküle, beispielsweise Ethylenglykol oder 1,4-Butandiol, eingesetzt.
Polycaprolactane sind handelsübliche Produkte, die beispielsweise von Interox Chemicals
Ltd. unter der Bezeichnung "CAPA" angeboten werden.
[0013] Geeignete Polyhydroxycarbonsäuren, sind beispielsweise Dihydroxypropionsäure, Dimethylolpropionsäure,
Dihydroxybernsteinsäure und/oder Dihydroxybenzosäure. Vorzugsweise kommt 2,2-Dimethylolpropionsäure
zum Einsatz.
[0014] Als Lösungsmittel eignen sich insbesondere Methylethylketon, Ethylglykolacetat, N-Methylpyrollidon,
Triacetin und/oder Diethylenglykoldiacetat.
[0015] Die Umsetzungen von Polyisocyanaten mit Polyolen und Polyhydroxycarbonsäuren werden
gegebenenfalls in Gegenwart von Katalysatoren, beispielsweise 1,4-Diaza-(2.2.2)-bicyclooctan
und/oder Dibutyl-dilaurylstannat durchgeführt, wobei die Katalysatormenge zwischen
0,001 und 0,1 Gew.-%, bezogen auf Gesamtaktivsubstanzgehalt der erhaltenen Polyurethane,
liegt.
[0016] Die Neutralisation der Prepolymeren wird mit tertiären Alkylaminen, gelöst in obengenannten
Lösungsmitteln, beispielsweise mit Triethylamin, Dimethylethanolamin, Triethanolamin,
Dimethylisopropanolamin, Dimethylamino-3-propanol, Diethylethanolamin, Triisopropanolamin
und/oder Methyldiisopropanolamin durchgeführt. Als Kettenverlängerer eignen sich Diamine,
insbesondere in Form wäßriger Lösungen, beispielsweise Ethylendiamin, Hexamethylendiamin
und/oder Piperazin, als Kettenabbrecher Monoamine, insbesondere in Form wäßriger Lösungen,
beispielsweise Monoethanolamin und/oder Morpholin.
[0017] Die Polyurethandispersionen werden in wäßrig emulgierte Spinnpräparationen, die
Glättemittel, Emulgatoren, Netzmittel, Antistatika und/oder gegebenenfalls weitere
Additive enthalten, bei Temperaturen zwischen 18 und 25 °C durch Mischen eingearbeitet.
Die erhaltenen polyurethanhaltigen Spinnpräparation-Emulsionen haben einen Gesamtaktivsubstanzgehalt
zwischen 3 und 40 Gewichtsprozent. Der Polyurethangehalt liegt in den Emulsionen,
bezogen auf Gesamtaktivsubstanzgehalt zwischen 1 und 40 Gewichtsprozent (Gew.-%).
Bezogen auf Gesamtaktivsubstanzgehalt enthalten die Emulsionen
35 bis 95 Gew.-% Glättemittel
0 bis 50 Gew.-% Emulgatoren, Antistatika und/oder Netzmittel
1 bis 40 Gew.-% Polyurethane
0 bis 10 Gew.-% Additive, zum Beispiel pH-Wert-Regulantien, Bakterizide und/oder Korrosionsschutzmittel
vorzugsweise
35 bis 95 Gew.-% Glättemittel
0 bis 50 Gew.-% Emulgatoren, Antistatika und/oder Netzmittel
5 bis 20 Gew.-% Polyurethane
0 bis 10 Gew.-% Additive.
[0018] Die erfindungsgemäßen Spinnpräparation-Emulsionen enthalten als Glättemittel beispielsweise
Mineralöle, Fettsäureester mit 8 bis 22 C-Atomen im Fettrest und 1 bis 22 C-Atomen
im Alkoholrest, beispielsweise Palmitinsäuremethylester, Isobutylstearat und/oder
Talgfettsäure-2-ethylhexylester, Silicone, beispielsweise Dimethylpolysiloxan und/oder
Polyalkylenglykole, beispielsweise Ethylenoxid/Propylenoxid-Mischpolymere mit mittleren
Molekulargewichten zwischen 600 und 6 000. Als Emulgatoren, Netzmittel und/oder Antistatika
kommen anionische, kationische und/oder nichtionische Tenside in Betracht (siehe beispielsweise
in Chemiefasern/Textil-Industrie,
1977, 335), wie Mono- und/oder Diglyceride, beispielsweise Glycerinmono- und/oder Glyderindioleat,
alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte und/oder propoxylierte Fette, Öle, Fettalkohole
mit 8 bis 24 C-Atomen und/oder C₈₋₁₈-Alkylphenole, beispielsweise Ricinusöl mit 25
Mol Ethylenoxid und/oder C₁₆₋₁₈-Fettalkohol mit 8 Mol Propylenoxid + 6 Mol Ethylenoxid,
gewünschtenfalls alkoxylierte C₈₋₂₄-Fettsäuremono- und/oder -diethanolaminde, beispielsweise
Ölsäuremono- und/oder -diethanolamid, Talgfettsäuremono- und/oder -diethanolamid und/oder
Kokosfettsäuremonoethanolamid mit 4 Mol Ethylenoxid, Alkali- und/oder Ammoniumsalze
alkoxylierter, vorzugsweise ethoxylierter und/oder propoxylierter, gegebenenfalls
endgruppenverschlossener C₈₋₂₂-Alkylalkoholsulfonate, beispielsweise Oleylalkohol
· 20 Mol Ethylenoxid-butanol-natriumsulfonat, Umsetzungsprodukte aus gegebenenfalls
alkoxylierten C₈₋₂₂-Alkylalkoholen mit Phosphorpentoxid oder Phosphoroxychlorid, beispielsweise
Ethylhexanol · 2 Mol Ethylenoxid-P₂O₅-ester, Kaliumsalz, Alkali- und/oder Ammoniumsalze
von C₈₋₂₂-Alkylsulfosuccinaten, beispielsweise Natriumdioctylsulfosuccinat, und/oder
Aminoxid, beispielsweise Dimethyldodecylaminoxid. Als fakultative Bestandteile enthalten
die Spinnpräparationen pH-Wert-Regulantien, beispielsweise C₁₋₄-Carbonsäuren und/oder
C₁₋₄-Hydroxycarbonsäuren, wie Essigsäure und/oder Glykolsäure, Alkalihydroxide, wie
Kaliumhydroxid und/oder Amine, wie Triethanolamin, Bakterizide und/oder Korrosionsschutzmittel.
[0019] Die Applikation polyurethanhaltiger Spinnpräparation-Emulsionen erfolgt in bekannter
Weise nach Austritt der Kapillaren aus der Spinndüse. Die Präparationen, die eine
Temperatur zwischen 18 und 30 °C haben, werden mit Hilfe von Auftragswalzen oder mittels
Dosierpumpen über geeignete Applikatoren aufgebracht. Die Aktivsubstanzauftragsmenge
der Spinnpräparation-Emulsionen, die gegebenenfalls mit Wasser auf einen Aktivsubstanzgehalt
zwischen 3 und 20 Gew.-% verdünnt werden, beträgt etwa 0,3 bis 2,0 Gew.-%, bezogen
auf das Gewicht der Fadenbündel. Nach der Behandlung mit den Präparationen werden
die Fadenbündel auf Spinnspulen aufgewickelt. Es ist überraschend, daß die mit den
erfindungsgemäßen Spinnpräparationen behandelten Fadenbündel neben einem verbesserten
Fadenschluß reduzierte dynamische Faden/Festkörper-Reibungskoeffizienten besitzen.
Die Fadenbündel können aus Polyamiden, Polyestern oder Polyolefinen bestehen.
Beispiele
Herstellung der Polyurethandispersion I
[0020] 0,015 Mol CAPA 210 (Interox Chemicals Ltd., mittleres Molekulargewicht = 1 000,
OH-Zahl = 112) und 0,01 Mol Dimethylolpropionsäure wurden in einem Rührreaktor in
10,06 g Methylethylketon gelöst und unter Rühren auf 60 °C erwärmt. Nach der Homogenisierung
wurden 0,0321 Mol Isophorondiisocyanat zugesetzt und die Mischung 2 Stunden auf 85
bis 90 °C erwärmt. Nachdem sich ein konstanter NCO-Wert eingestellt hat, wurde noch
weitere 30 Minuten erwärmt. Nachdem die Mischung auf 25 bis 30 °C abgekühlt worden
ist, wurden 0,019 Mol Trimethylamin in 6,567 g Methylethylketon zur Neutralisation
zugesetzt. Nach etwa einer 1/4 Stunde wurde die Polyurethanmasse in 50 g Wasser dispergiert
und anschließend 0,07 Mol Ethylendiamin in 8,3 g Wasser zugesetzt. Methylethylketon
wurde unter reduziertem Druck bei 35 bis 40 °C abdestilliert, und es wurde eine wäßrige
Polyurethandispersion mit einem Aktivsubstanzgehalt von 30 Gew.-% erhalten.
Anwendungsbeispiele
[0021] Es wurden Spinnpräparationen folgender Zusammensetzungen verwendet:
Spinnpräparation A
[0022] 61 Gew.-% Talgfettsäure-2-ethylhexylester 6 Gew.-% Rüböl/Triolein-sulfat 6 Gew.-%
Natriumdioctylsulfosuccinat 10 Gew.-% Oleylalkohol · 20 Mol Ethylenoxid-butanol-natriumsulfonat
4 Gew.-% Ölsäurediethanolamid 7 Gew.-% Ölsäure-mono/diglycerid 5 Gew.-% Olein 1 Gew.-%
KOH, 45 Gew-%ig
Spinnpräparation B
[0023] 70 Gew.-% Talgfettsäure-2-ethylhexylester 3 Gew.% Natrium-dioctylsulfosuccinat 2
Gew.% Ethylhexanol · 2 Mol Ethylenoxid-P₂O₅-ester, Kaliumsalz 18 Gew.-% Dimethyl-dodecylaminoxid
4 Gew.-% C₁₆₋₁₈-Fettalkohol x 8 Mol Propylenoxid x 6 Mol Ethylenoxid 2 Gew.-% Olein
1 Gew.-% Triethanolamin
Spinnpräparation C
[0024] 20 Gew.-% Mineralöl, Viskosität (25 °C) = 6 m²/sec 30 Gew.-% Poly-α-olefin, Viskosität
(40 °C) = 5,1 m²/sec 20 Gew.-% Poly-α-olefin, Viskosität (40 °C) = 16,9 m²/sec 3 Gew.-%
Natrium-dioctylsulfosuccinat 2 Gew.-% Ethylhexanol · 2 Mol Ethylenoxid-P₂O₅-ester,
Kaliumsalz 18 Gew.-% Dimethyl-dodecylaminoxid 4 Gew.-% C₁₆₋₁₈-Fettalkohol x 8 Mol
Propylenoxid x 6 Mol Ethylenoxid 2 Gew.-% Olein 1 Gew.-% Triethanolamin
[0025] 9 Gewichtsteile (Gew-Teile) in Wasser emulgierte Spinnpräparation A wurde mit 3,3
Gew-Teilen (Präparation A1) oder mit 6,6 Gew-Teilen (Präparation A2) der Polyurethandispersion
I, 9 Gew-Teile in Wasser emulgierte Spinnpräparation B mit 3,3 Gew-Teilen (Präparation
B1) und 6,6 Gew-Teilen (Präparation B2) Polyurethandispersion I und 9 Gew-Teile in
Wasser emulgierte Spinnpräparation C mit 6,6 Gew-Teilen (Präparation C1) Polyurethandispersion
I bei 20 °C vermischt. Der Gesamtaktivsubstanzgehalt der Spinnpräparation-Emulsionen
betrug 7,5 Gew.-%.
[0026] Nylon 6 115 f 34 POY (
Partially
Oriented
Yarn) wurde mit einer Spinngeschwindigkeit von 4 500 m/min gesponnen. Der Auftrag der
polyurethanhaltigen Spinnpräparation-Emulsionen, die eine Temperatur von 20 °C hatten,
erfolgte über eine Dosierpumpe (Ölauflage: 0,8 Gew.-%, Emulsionskonzentration: 7,5
Gew.-% Aktivsubstanz).
[0027] Bei der Auswertung des Spinnversuches wurden folgende Parameter bestimmt:
Reibungskoeffizienten gegen Stahl bei einer Geschwindigkeit von 300 Meter pro Minute
gemessen am F-Meter der Fa. Rothschild (Klima: 20 °C, 65 % relative Luftfeuchte)
elektrostatische Aufladung an Stahl bei einer Geschwindigkeiten von 300 Meter pro
Minute, gemessen an F-Meter der Fa. Rothschild (Klima: 20 °C, 65 % relative Luftfeuchte)
Halbwertszeit (Static-Voltmeter der Fa. Rothschild; Klima: 20 °C, 65 % relative Luftfeuchte)
Fadenschluß (Meßgerät des Textil- und Faserinstitutes, Denkendorf; Klima: 20 °C, 65
% relative Luftfeuchte)
[0028] Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefaßt.
Tabelle 1
| Präparation |
Fadenschluß1) |
Reibwerte |
Feldstärke V/m |
Halbwertzeit Sekunden |
| |
|
|
|
sofort |
nach 3 Wochen |
| A |
14,3 |
0,58 |
-0,1/-0,12) |
8, |
19 |
| A1 |
10,5 |
0,56 |
0/1 |
16 |
33 |
| A2 |
4,4 |
0,53 |
0/2,5 |
44 |
67 |
| B |
15,3 |
0,58 |
-6/-8 |
11 |
19 |
| B1 |
13,4 |
0,55 |
-6/-7 |
19 |
24 |
| B2 |
6,3 |
0,52 |
-12/-15 |
39 |
42 |
| C |
16,1 |
0,57 |
-12/-13 |
11 |
16 |
| C1 |
5,4 |
0,53 |
-20/-20 |
22 |
82 |
| 1) Der Fadenschluß ist um so besser, je kleiner der Wert ist. |
| 2) Schwankungsbereich von / bis |
1. Spinnpräparationen auf Basis von Glättemitteln, Emulgatoren, Fadenschlußmitteln,
Netzmitteln und/oder Antistatika, dadurch gekennzeichnet, daß diese, bezogen auf Gesamtaktivsubstanzgehalt,
1 bis 40 Gew.-% Polyurethane enthalten.
2. Spinnpräparationen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese, bezogen
auf Gesamtaktivsubstanzgehalt, 5 bis 20 Gew.-% Polyurethane enthalten.
3. Spinnpräparationen nach einem oder beiden der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Polyurethane als Polyisocyanate aliphatische Diisocyanate, vorzugsweise Dicyclohexylmethan-4,4′diisocyanat
und/oder Isophorondiisocyanat enthalten.
4. Spinnpräparationen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Polyurethane als Polyolkomponente Polyesterpolyole mit mittleren Molekulargewichten
zwischen 500 und 5 000, vorzugsweise Polycaprolactone mit mittleren Molekulargewichten
zwischen 500 und 3 000 enthalten.
5. Verfahren zur Verbesserung des Fadenschlusses beim Schmelzspinnen synthetischer
Fasermaterialien, dadurch gekennzeichnet, daß nach Austritt der Kapillaren aus der
Spinndüse, bezogen auf das Gewicht der Fadenbündel, 0,3 bis 2,0 Gew.-% Spinnpräparation-Aktivsubstanz
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4 auf die Fadenbündel aufgebracht werden.
6. Verwendung von Polyurethan als Fadenschlußmittel in Spinnpräparationen in Mengen
von 1 bis 40 Gew.-%, bezogen auf Gesamtaktivsubstanzgehalt.