(19)
(11) EP 0 361 169 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.04.1990  Patentblatt  1990/14

(21) Anmeldenummer: 89116597.9

(22) Anmeldetag:  08.09.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65H 23/14
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE FR GB IT

(30) Priorität: 15.09.1988 DE 3831395

(71) Anmelder: JOSEF FRÖHLING GmbH
D-57462 Olpe (DE)

(72) Erfinder:
  • Schulz, Franz Friedrich
    D-5960 Olpe (DE)
  • Nüs, Wolfgang
    D-5910 Kreuztal (DE)

(74) Vertreter: Walter, Helmut, Dipl.-Ing. et al
Aubinger Strasse 81
81243 München
81243 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum gemeinsamen beidseitigen Abbremsen mehrerer parallel laufender Bänder


    (57) Es wird eine neue Vorrichtung zum gemeinsamen beidseitigen Abbremsen mehrerer parallel laufender Bänder (7) vor deren Auf­wicklung zu nebeneinander liegenden Bandbunden auf einer gemeinsamen Haspelachse beschrieben, wobei die Abbremsung durch mehrere nebeneinander liegende Rollenpaare (3, 3') über Friktionsringe (2, 2') und Bremsscheiben (5, 5') erfolgt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum gemein­samen beidseitigen Abbremsen mehrerer parallel nebeneinander laufender Bänder der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angege­benen Art.

    [0002] Beim Aufwickeln mehrerer parallel nebeneinander laufender Bänder auf eine gemeinsame Haspelachse dürfen in der Regel die vorliegenden Dickenunterschiede der einzelnen Bänder nicht außer Acht gelassen werden. Solche Dickenunterschiede können beispielsweise bedingt sein durch verschiedene Herkunft der einzelnen Bänder, durch Längsteilen eines einzigen breiten gewalzten Bandes, dessen Dicke in der Mittelzone von den Rand­zonen verschieden ist, durch unterschiedliche Schnittgrathöhen an den Kanten längsgeteilter Bänder usw. Diese Dickedifferenzen führen zu unterschiedlichen Außendurchmessern der auf einer durchgehenden Haspelachse gemeinsam aufgewickelten Bänder und damit zu verschiedenen Geschwindigkeiten der Bänder am Ort ihres Abbremsens in der Bremsvorrichtung.

    [0003] Bei den bisher bekannten Vorrichtungen treten mehr oder minder große Relativbewegungen zwischen den einzelnen Bändern und der Bremsvorrichtung auf. Diese Relativbewegungen führen insbeson­dere bei empfindlichem oder weichem Bandmaterial zu Qualitäts­einbußen, z.B. durch Verschrammen oder Verkratzen der Bandober­fläche.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die bei den bisher bekann­ ten Vorrichtungen auftretenden Schwierigkeiten zu überwinden und eine Bremsvorrichtung der oben angegebenen Art zu schaffen, bei welcher Qualitätseinbußen selbst bei empfindlichen Band­materialien vermieden werden. Diese Aufgabe wird gelöst mittels einer Vorrichtung, welche die im kennzeichnenden Teil des An­spruchs 1 angegebenen Merkmale aufweist.

    [0005] Die Erfindung sei nunmehr unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen, welche bevorzugte Ausführungsformen des Erfindungs­gegenstandes wiedergeben, näher erläutert. In den Zeichnungen bedeuten:

    Fig. 1 eine schematische Vorderansicht einer Ausführungs­form der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Schnitt;

    Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung von Fig. 1 im Schnitt auf Linie I-I von Fig. 1;

    Fig. 3 eine schematische Vorderansicht einer anderen Aus­führungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Schnitt;

    Fig. 4 eine Seitenansicht der Vorrichtung von Fig. 3 im Schnitt auf Linie III-III von Fig. 3;

    Fig. 5 eine schematische Seitenansicht einer weiteren Aus­führungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung;

    Fig. 6 eine schematische Vorderansicht einer noch anderen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Schnitt; und

    Fig. 7 eine Seitenansicht der Vorrichtung von Fig. 6 im Schnitt auf Linie I-I von Fig. 6.



    [0006] In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleichartige Teile.

    [0007] Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 und 2 werden die parallel nebeneinander laufenden und abzubremsenden Bänder 7 zwischen den mit einer Anpreßkraft Fa angepreßten Rollen 3, 3′ und den Sepa­rierscheiben 4 geführt. Die Anpreßkraft Fa ist hierbei so zu bemessen, daß die Rollen 3, 3′ von den Bändern 7 im Reibschluß ohne Relativbewegung zwischen den Bändern 7 und der Oberfläche der Rollen 3, 3′ mitgeschleppt werden. Das erforderliche Brems­moment zum Abbremsen der Bänder 7 wird über das Reibmoment zwischen den Rollen 3, 3′ und den Friktionsringen 2, 2′ und die in Drehrichtung kraftschlüssig auf den Wellen 1, 1′ sitzenden Bremsscheiben 5, 5′ aufgebracht.

    [0008] Auf die Bremsscheiben 5, 5′ wirkt die Anpreßkraft Fb. Durch Ver­änderung der Anpreßkräfte Fa und/oder Fb ist der Bandzug veränder­bar und damit leicht an die Erfordernisse der Haspelmaschine an­zupassen.

    [0009] Die in den Fig. 1, 3 und 6 gezeigten Vorrichtungen sind zum Ab­bremsen von drei parallel nebeneinander laufenden Bändern 7 aus­gebildet. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann aber auch zur Abbremsung von mehreren oder von nur zwei nebeneinanderlaufenden Bändern ausgestaltet sein.

    [0010] Die Friktionsringe 2, 2′ und die Rollen 3, 3′ sind in den Zeich­nungen als massive Gebilde dargestellt, sie können aber auch aus mehreren aufeinanderliegenden Scheiben zusammengesetzt sein. Die Friktionsringe 2, 2′ bestehen vorzugsweise aus Bronze, doch können sie auch aus anderen geeigneten Materialien bestehen. Die Rollen 3, 3′ bestehen vorzugsweise aus Gummi allein, oder aus Gummi mit eingelagertem Stahlkern. Es sind aber auch andere geeignete Materialien hierfür einsetzbar.

    [0011] Für die Bremsscheiben 5, 5′ hat sich vor allem Sintermetall bewährt, wenn auch andere Werkstoffe hierfür brauchbar sind. In den Zeichnungen ist die Kraftschlüssigkeit zwischen den Bremsscheiben 5, 5′ und den Wellen 1, 1′ durch eine Lasche 11 an den Bremsscheiben herbeigeführt, welche in eine Nut 10 in den Wellen 1, 1′ eingreift. Es ist auch eine Kerbverzahnung zwischen den Bremsscheiben 5, 5′ und den Wellen 1, 1′ sowie jede andere Einrichtung möglich, welche zu einem Kraftschluß zwischen diesen Bauelementen führt.

    [0012] Bei der Ausführungsform der Fig. 1 und 2 sind die Separier­scheiben 4 auf der unteren Welle 1′ vorgesehen. Sie befinden sich konzentrisch mit geringem Spielraum über den Bremsscheiben 5′ und sind dort frei beweglich. Der Außendurchmesser der Sepa­rierscheiben 4 ragt über den Zwischenraum zwischen den Bändern 7 hinaus und in die Lücken zwischen den Bremsscheiben 5 der oberen Welle 1 hinein, woraus sich ihre Separierwirkung ergibt.

    [0013] Um den Strip-Slik-Effekt zwischen den Rollen 3, 3′ und den Wellen 1, 1′ zu vermeiden, ferner den Verschleiß zwischen den Rollen 3, 3′ und den Friktionsringen 2, 2′ sowie den Bremsschei­ben 5, 5′ zu minimieren und schließlich die Wärmeentwicklung innerhalb der Vorrichtung gering zu halten, werden die Wellen 1, 1′ vorzugsweise über einen oder zwei regelbare, bremsend wir­kende Antriebe 6, 6′ gebremst. Ein bloßes Abbremsen der Wellen 1, 1′ durch Reibung ohne bremsende Antriebe ist zwar möglich, aber weniger zweckmäßig.

    [0014] Die Ausführungsform nach Fig. 3 und 4 unterscheidet sich von der zuvor besprochenen Ausführungsform zunächst dadurch, daß die aus den Rollen 3, 3′ der Vorrichtung auslaufenden, gebrem­sten Bänder 7 nicht in Richtung der einlaufenden Bänder weiter­geführt, sondern um 90o nach oben um die Rolle 3 herumgeführt werden (Fig. 4). Ferner sind hier die Separierscheiben 4 auf der Welle 1′ der vorhergehenden Ausführungsform durch auf beiden Wellen 1, 1′ angeordnete, angespitzte Führungsscheiben 8, 8′ ersetzt, wobei die äußeren Umfänge der Führungsscheiben 8 und die äußeren Umfänge der Führungsscheiben 8′ einander berühren und aufeinandergedrückt sind (Fig. 3). Hierbei werden die Kanten der Bänder 7 während des Abbremsens zusätzlich spanlos verformt. Im übrigen gilt hier das Gleiche, was bereits weiter oben für die Ausführungsform nach Fig. 1 und 2 dargelegt ist.

    [0015] Statt die seitliche Führung der Bänder 7 durch Separierscheiben 4 oder Führungsscheiben 8, 8′ zu bewirken, welche in der Vor­richtung konzentrisch zu den Längsachsen der Wellen 1, 1′ an­geordnet sind, können auch in Bandlaufrichtung vor der eigent­lichen Bremsvorrichtung Trennscheiben 9 vorgesehen sein, welche auf Achsen 12 rotierend oder feststehend angebracht sind. Diese Ausführungsform ist in Fig. 5 dargestellt.

    [0016] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 6 und 7 sind die Friktions­ringe 2, 2′ fortgelassen. Die Bremsscheiben 5 auf der oberen Welle 1 der Fig. 1 sind ersetzt durch die Scheiben 15, während an die Stelle der Bremsscheiben 5′ plus Separierscheiben 4 der unteren Welle 1′ (Fig. 1) durchgehende Separierscheiben 4 treten. Hier wird die Anpreßkraft Fb von innerhalb der Wellen 1, 1′ über Bremslamellen 14, 14′ und/oder Bremsschuhe 13, 13′ auf die Rollen 3, 3′ ausgeübt.

    [0017] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist universell anwendbar bei Bändern aus Eisenmetallen und Nichteisenmetallen sowie Legie­rungen, ja sogar bei Bändern aus Kunststoff bzw. ganz allgemein bei nichtmetallischen Bändern. Diese vielseitige Verwendbarkeit der Vorrichtung in Verbindung mit den erheblichen, eingangs er­wähnten Qualitätsverbesserungen bei den aufgehaspelten Bändern bringt einen bedeutenden technischen Fortschritt der erfindungs­gemäßen Bremsvorrichtung mit sich.

    1 obere Welle

    1′ untere Welle

    2 obere Friktionsringe

    2′ untere Friktionsringe

    3 obere Rolle

    3′ untere Rolle

    4 Separierscheiben

    5 obere Bremsscheiben

    5′ untere Bremsscheiben

    6 Antrieb (Bremstrieb) der oberen Welle 1

    6′ Antrieb (Bremstrieb) der unteren Welle 1′

    7 Bänder

    8 obere Führungsscheiben

    8′ untere Führungsscheiben

    9 Trennscheiben

    10 Nut in Wellen 1, 1′

    11 Lasche an Bremsscheiben 5, 5′

    12 Trennscheibenachsen

    13 Bremsschuhe in oberer Welle 1

    13′ Bremsschube in unterer Welle 1′

    14 Bremslamellen in oberer Welle 1

    14′ Bremslamellen in unterer Welle 1′

    15 Scheibe Fa Anpreßkraft auf Rollenpaare 3, 3′ Fb Anpreßkraft auf Bremsscheiben 5, 5′ bzw. Bremslamellen 14, 14′ I-I Schnittlinie III-III Schnittlinie




    Ansprüche

    1.) Vorrichtung zum gemeinsamen beidseitigen Abbremsen mehrerer parallel laufender Bänder vor deren Aufwicklung zu nebeneinander liegenden Bandbunden auf einer gemeinsamen Haspelachse, dadurch gekennzeichnet, daß auf zwei Wellen (1, 1′), deren Längsachsen im wesentlichen in einer Ebene liegen, je die gleiche Anzahl Rollen in solcher Weise angeordnet sind, daß eine Rolle (3) auf der einen Welle (1) mit der gegenüberliegenden Rolle (3′) auf der anderen Welle (1′) ein Rollenpaar (3, 3′) bildet; daß jedes der abzubremsenden Bänder (7) zwischen einem zugeordneten, unter einer Anpreßkraft (Fa) stehenden Rollenpaar (3, 3′) hin­durchläuft; daß die Drehgeschwindigkeit der Rollenpaare (3, 3′) zu der Drehgeschwindigkeit der Wellen (1, 1′) hin abgebremst ist; und daß seitliche Führungen für die Bänder (7) vorgesehen sind.
     
    2.) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehgeschwindigkeit der Rollenpaare (3, 3′) zu der Dreh­geschwindigkeit der Wellen (1, 1′) hin abgebremst ist durch zwischen den Wellen (1, 1′) und den Rollen (3, 3′) angeordnete Friktionsringe (2, 2′) und durch mit den Wellen (1, 1′) kraft­schlüssig in Verbindung stehende Bremsscheiben (5, 5′), welche unter einer Anpreßkraft (Fb) stehen.
     
    3.) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehgeschwindigkeit der Rollenpaare (3, 3′) zu der Dreh­geschwindigkeit der Wellen (1, 1′) hin abgebremst ist und zwar von innerhalb der Wellen her durch in den Wellen (1, 1′) an­gebrachte Bremslamellen (14, 14′) bzw. Bremsschuhe (13, 13′), welche unter einer Anpreßkraft (Fb) stehen.
     
    4.) Vorrichtung nach Anpruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur seitlichen Führung der einzelnen Bänder (7), auf einer der beiden Wellen (1′) Separierscheiben (4) vorgesehen sind.
     
    5.) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur seitlichen Führung der einzelnen Bänder (7), auf den beiden Wellen (1, 1′) jeweilige angespitzte und aufeinander­gedrückte Führungsscheiben (8, 8′) vorgesehen sind.
     
    6.) Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur seitlichen Führung der einzelnen Bänder (7), den Walzen (1, 1′) vorgelagerte, rotierende oder feststehende Trennscheiben (9) vorgesehen sind.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht