[0001] Die Erfindung betrifft ein Brennstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Derartige Brennstoffeinspritzsysteme sind für Brennkraftmaschinen vorgesehen, die
in Fahrzeuge eingesetzt werden und daher hohen Anforderungen hinsichtlich einer genauen
und störungsfreien Brennstoffzumessung unterliegen.
Stand der Technik
[0003] Die OS 17 51 128 offenbart eine elektronisch gesteuerte Einspritzvorrichtung mit
einem Zumeßsystem bestehend aus einem Zylinderabschnitt und einem Freikolben, der
den Zylinderabschnitt in zwei Kammern aufteilt, von denen eine über steuerbare Kanäle
entweder mit dem Brennstoffzuführsystem oder -rückführsystem in den Tank verbindbar
ist und die andere Kammer entweder über eine Drossel mit dem Zuführsystem oder mit
dem Anschluß- bzw. Verteilersystem mit Einspritzventilen verbindbar ist. Als Steuereinrichtung
sind 3-Wegeventile vorgesehen.
[0004] Diese Einspritzvorrichtung eignet sich nicht für eine sequentielle und selektive
Einspritzung bei Mehrzylindermotoren.
[0005] Aus der OS 20 32 224 ist eine Einspritzvorrichtung bekannt, bei der die Brennstoffzumessung
durch einen in einem Zylinderabschnitt angeordneten Freikolben erfolgt, der den Zylinderabschnitt
in zwei Kammern aufteilt, die über elektrische Ventile entweder mit dem Brennstoffzumeßsystem
oder mit einem Verteilersystem mit Einspritzventilen verbindbar sind. Die Steuerung
erfolgt so, daß eine Kammer mit dem Brennstoffzuführsystem und die andere mit dem
Verteilersystem verbunden sind.
[0006] Diese Einspritzvorrichtung weist den Nachteil auf, daß für einen 4-Zylindermotor
zwei Einlaßventile und 4 Verteilerventile vorzusehen sind und daß in den ungespülten
Einspritzleitungen und dem Verteilerstrom Dampfblasen auftreten können, insbesondere
nach längeren Standphasen, wodurch die Brennstoffeinspritzung durch Rückfedern der
Dampfblasen aussetzen kann.
[0007] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein im Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 angegebenes Brennstoffeinspritzsystem derart weiterzubilden, daß
weniger Bauteile benötigt, sequentielle und selektive Einspritzung erreichbar werden
und keine ungespülten Brennstoffleitungen oder -kammern bestehen.
[0008] Diese Aufgabe ist durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs angegebenen Merkmale
gelöst.
Weitere Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Mit der Erfindung erreichbare Vorteile sind in der Beschreibung eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels erwähnt. Die Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzsystems;
Fig. 2, 3, 4 die Zumeß- und Verteilereinheit in Schnitten;
Fig. 5 ein Einspritzventil im Schnitt;
Fig. 6 eine Ausführung mit als doppelwandigem Schlauch oder Rohr ausgeführter Verteilerleitung
und Rücklaufspülleitung.
[0010] Fig. 1 zeigt schematisch ein erfindungsgemäßes Brennstoffeinspritzsystem, das im
weiteren im Aufbau und in Funktion beschrieben ist.
[0011] Der Brennstoff gelangt aus einem Brennstoffbehälter 1 über eine Brennstoffleitung
2 zu einer Brennstoffpumpe 3 und über einen Filter 4 zu einer Zumeßverteilereinheit
5. Der im Überschuß geförderte Brennstoff wird über eine Rückführleitung 7 zum Brennstoffbehälter
1 zurück gefördert. Im Zuge der Rückführleitung sind ein Druckregelventil 6 und eine
Drossel 8 angeordnet. Die Drossel 8 kann durch ein anderes druckabfallbewirkendes
Element ersetzt werden, beispielsweise ein Druckregel- oder Differenzdruckventil.
[0012] Ein in der Zumeßverteilereinheit vorgesehenes Zumeßventil 20 dosiert den durch die
Brennstoffleitung 2 bereitgestellten Brennstoff, der entsprechend der Zündfolge einer
Brennkraftmaschine, hier handelt es sich um eine 4-Zylinder-Brennkraftmaschine, von
einem rotierenden Verteiler 28 der Zumeßverteilereinheit 5 über Verteilerleitungen
10 Einspritzventilen 13 zugeführt und in den Zylindern zugeordnete Luftansaugkanäle
14 eingespritzt wird.
[0013] Die Einspritzung erfolgt sequentiell für jeden Zylinder
[0014] Die Ansteuerung des Zumeßventils 20 erfolgt über Ansteuerleitungen 17 eines elektronischen
Steuergerätes 15, das über Ansteuerleitungen 16 mit der Brennstoffpumpe 3 und über
eine Steuerleitung 18 mit einem Synchronmotor 21 verbunden ist, der den Verteiler
28 synchron mit der Nockenwelle der Brennkraftmaschine antreibt.
Weitere Anschlußleitungen 19 dienen der Zuleitung von Motorparameter- und Steuersignalen,
die zu einem Ansteuersignal des Zumeßventils 20 verarbeitet werden. Die Rückführleitung
7 weist stromab des Druckregelventils 6, jedoch stromauf der Drossel 8, einen Spülleitungsanschluß
9 auf, der in die Zumeßverteilereinheit 5 einmündet und über eine Verteilernut 29,
30, 33 des Verteilers 28, in Fig. 2 dargestellt, mit den Verteilerleitungen 10 verbunden
ist, für die keine Einspritzung erfolgt. Die Einspritzventile 13 weisen Rücklaufspülleitungen
11 auf, die in die Zumeßverteilereinheit 5 einmünden und durch eine Verteilernut 31,
32, 34 des Verteilers 28 derart mit einer Rücklaufleitung 12 verbunden sind, daß die
nicht einspritzenden Einspritzventile über die Rücklaufspülleitungen 11 mit der Rücklaufleitung
12 und mit der Brennstoffrückführleitung 7 stromab der Drossel 8 verbunden sind,
wodurch sich ein Spülstrom einstellt.
[0015] Fig. 2, 3 und 4 zeigen die Zumeßverteilereinheit 5 in Schnitten.
Bei geschlossenem Zumeßventil 20 wird der über die Brennstoffleitung 2 zugeführte
Brennstoff über die Rückführleitung 7 abgeführt. Soll beispielsweise in den ersten
Zylinder der Brennkraftmaschine eingespritzt werden, wird über die Ansteuerleitung
17 das Zumeßventil 20 mit elektrischem Strom beaufschlagt, so daß dessen Ventilschließkörper
22 öffnet.
Hierdurch gelangt unter Druck stehender Brennstoff in eine Verteilerkammer 26, die
über eine Verteilerbohrung 27, eine Nut 35 und die Verteilerleitung 10 mit dem Einspritzventil
13 des ersten Zylinders in Verbindung steht. Bei Rotation des Verteilers 28 gelangt
nach jeder 90° Drehung die Verteilerbohrung 27 in Überdeckung mit einer der vier Verteilerleitungen
10. Bei Rechtsdrehung des Verteilers werden die Zylinder der Brennkraftmaschine entsprechend
der Zündfolge mit Brennstoff versorgt. Der durch Öffnen des Zumeßventils 20 in der
Verteilerkammer 26 ansteigende Druck pflanzt sich über die Verteilerleitung 10 zum
Einspritzventil 13 fort. Bei Überschreitung des Öffnungs- bzw. Abspritzdruckes öffnet
das in Fig. 5 dargestellte Einspritzventil 13 bzw. dessen in Schließrichtung durch
eine Feder 39 belastete Ventilschließkörper 36 und Brennstoff wird eingespritzt.
Der eingespritzte Brennstoff ergibt sich aus der Druckdifferenz zwischen der Verteilerkammer
26 und dem Luftansaugkanal 14 und dem Öffnungsquerschnitt 37 des Einspritzventils
13. Da sich bei der Fertigung der Einspritzventile Toleranzen nicht vermeiden lassen,
ist es für eine gute Gleichverteilung notwendig, die Ventile untereinander abzugleichen,
z. B. durch Einstellung des Öffnungsquerschnitts mit Hilfe eines verstellbaren Anschlags
38. Beim Schließen des Zumeßventils 20 wird der Einspritzvorgang unterbrochen, da
keine Nachförderung erfolgt, und der Ventilschließkörper 36 schließt durch die Feder
39, sobald der Öffnungsdruck unterschritten wird. Die Verteilung der Einspritzmenge
an den Motor erfolgt drehzahlabhängig, da der Verteiler 28 durch den Synchronmotor
21 mit Nockenwellendrehzahl angetrieben wird. Ein rein mechanischer Antrieb des Verteilers
von der Brennkraftmaschine aus ist ebenfalls denkbar. Die lastabhängige Anpassung
der Einspritzmenge erfolgt durch eine Impulslängensteuerung des Zumeßventils 20.
[0016] Während Brennstoff in den Einlaßkanal des Zylinders 1 eingespritzt wird, werden die
Einspritzventile 13 der restlichen drei Zylinder gespült. Dazu wurde die Drossel 8
so ausgewählt, daß der Druck nach dem Druckregelventil 6 unter dem Öffnungsdruck der
Einspritzventile 13 liegt. Der zur Spülung benötigte Brennstoff gelangt über den Spülleitungsanschluß
9 zu der Verteilernut 29, 30 und 33. Diese stellt die Verbindung her zu den Verteilerleitungen
10 und den Einspritzventilen 13 der Zylinder (Schnittbild in Fig. 2). Die Einspritzventile
13 werden gekühlt und blasenfrei gehalten, der Spülbrennstoff wird über die Rücklaufspülleitung
11 zum Verteiler 28 zurückgeleitet. Während die Rücklaufspülleitung 11 vom Einspritzventil
13 des ersten Zylinders durch den Verteiler 28 abgesperrt wird, sind die Einspritzventile
der drei anderen Zylinder mit der Verteilernut 31, 32 und 34 verbunden, so daß der
Spülbrennstoff über die Rückleitung 12 zum Tank abfließen kann. Die Bohrungen und
Nuten im Verteiler sind in Strömungsrichtung ansteigend angeordnet, damit sie vollständig
gespült werden. Durch den elektrischen Antrieb des Verteilers kann die Spülung aller
Leitungen und Einspritzventile auch bei stehender Brennkraftmaschine erfolgen. Dazu
ist die Ansteuerung der Brennstoffpumpe 3 und des Synchronmotors 21 erforderlich,
wobei das Zumeßventil 20 geschlossen bleibt. Diese Spülung bringt insbesondere Vorteile,
wenn sie unmittelbar vor dem Heißstart durchgeführt wird.
[0017] Fig. 6 zeigt, wie das System vereinfacht werden kann durch Zusammenfassung der Verteilerleitung
10 und der Rücklaufspülleitung 11 durch Verwendung von doppelwandigen Schläuchen oder
Rohren. Die Anzahl der Anschlüsse an der Zumeßverteilereinheit 5 wird dadurch von
10 auf 6 reduziert, wobei die zu den Einspritzventilen 13 führende Schläuche oder
Rohre in einer Ebene jeweils um 90° versetzt angeordnet sind. Diese sind an der Zumeßverteilereinheit
5 mit zwei 0-Ringen 40 und 41 abgedichtet. Am Einspritzventil dagegen genügt die
Abdichtung mit einem 0-Ring 41. Der Anschluß am Einspritzventil erfolgt an der höchsten
Stelle, so daß eine Ausspülung von Gasblasen gewährleistet ist.
[0018] Sofern jedoch die Einspritzventile 13 direkt in der Verteilereinheit 5 angeordnet
werden sollen, können die Verteilerleitungen 10 und die Rücklaufspülleitungen 11
direkt als Kanäle in der Verteilereinheit 5 ausgebildet sein, wobei die gemeinsame
Länge der Verteiler- und der Rückführspülleitung jedes Einspritzventils vorteilhafterweise
für jedes Einspritzventil gleich lang sein sollte. Diese Maßnahme bewirkt für alle
Einspritzventile gleich große Totvolumina in den Leitungen zwischen Zumeßventil und
Einspritzventil, d. h. Druckverluste und Volumenkompression sind für alle Leitungen
gleich, wodurch Verteilungsunterschiede gering sind.
1) Brennstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen bestehend aus einem druckgeregelten
Brennstoffzuführsystem, einer Zumeßverteilereinheit mit Verteilerleitungen und Einspritzventilen,
einem elektronischen Steuergerät, in dem unter Einbeziehung von Motorparameter- und
Steuersignalen ein Zumeßsignal gebildet und an das Zumeßsystem ausgegeben wird, dadurch gekennzeichnet,
daß als Zumeßeinheit ein elektromagnetisch betätigtes Zumeßventil (20) vorgesehen
ist,
daß als Verteilereinheit ein synchron mit der Brennkraftmaschinennockenwelle rotierender
Verteiler (28) vorgesehen ist,
daß dem Zumeßventil (20) unter Druck stehender Brennstoff über eine Brennstoffleitung
(2) zugeführt und über eine Rückführleitung (7) abgeführt wird, in der ein Druckregelventil
(6) angeordnet ist,
daß von der Rückführleitung (7) stromab des Druckregelventils (6) jedoch stromauf
eines einen Druckabfall bewirkenden Elements (8) ein Spülleitungsanschluß (9) abzweigt,
der zur Zumeßverteilereinheit (5) führt und dort in eine Verteilernut (29, 30, 33)
des Verteilers (28) einmündet, daß die Verteilernut (29, 30, 33) mit den Verteilerleitungen
(10) der Einspritzventile (13) in Verbindung steht, für die keine Einspritzung vorgesehen
ist,
daß die Einspritzventile (13) Rückspülleitungen (11) aufweisen, die in die Zumeßverteilereinheit
(5) einmünden und durch eine Verteilernut (31, 32, 34) des Verteilers (28) in dem
Sinne mit einer Rücklaufleitung (12) zur Brennstoffrückführleitung (7) stromab des
Elements (8) verbunden werden, wie für die Verteilernut (29, 30, 33) und die Verteilerleitungen
(10) vorgesehen, wobei für das Einspritzventil, für das Einspritzung vorgesehen ist,
eine Verbindung zum Zumeßventil (20) besteht.
2) Brennstoffeinspritzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckabfall bewirkende Element (8) als Druckregelventil, Differenzdruckventil
oder Drossel ausgeführt ist.
3) Brennstoffeinspritzsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilerleitung (10) und die Rücklaufspülleitung (11) in einem doppelwandigen
Schlauch oder Rohr vereinigt sind.
4) Brennstoffeinspritzsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilerleitung (10) und die Rücklaufspülleitung (11) als Kanäle in der
Verteilereinheit (5) angeordnet sind und die Einspritzventile (13) ebenfalls in der
Verteilereinheit (5) angeordnet sind.
5)
Brennstoffeinspritzsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verteilerleitung- und die Rückführspülleitungslänge zusammen gleiche Längen
für jedes Einspritzventil aufweisen.
6) Brennstoffeinspritzsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch oder das Rohr an der Zumeßverteilereinheit (5) durch zwei 0-Ringe
und an dem Einspritzventil (13) durch einen 0-Ring abgedichtet ist.