[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Flüssigkeitsbehälter der dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 entsprechenden Art.
[0002] Derartige Flüssigkeitsbehälter sind für viele Anwendungsfälle insbesondere auf dem
Gebiet der Textilveredlung bekannt. Der Flüssigkeitsablaß ist meist ein einfacher
Rohrstutzen mit einem Absperrventil. Manchmal ist auch eine Pumpe angeschlossen, mittels
deren die Entleerung unterstützt wird. Generell dauert es aber bei den herkömmlichen
Flüssigkeitsbehältern der in Rede stehenden Art, die zum Teil beträchtliche Flüssigkeitsinhalte
aufweisen können, eine gewisse Zeit, bis die Flüssigkeitsmenge entfernt ist.
[0003] Die Erfindung hat ihren Ausgang von Problemen genommen, die im Zusammenhang mit
modernen Flüssigkeitsauftragsvorrichtungen auftreten, wie sie zum Beispiel in der
nicht vorveröffentlichten DE-OS 37 33 997 beschrieben ist. Ein wesentliches Merkmal
dieser Flüssigkeitsauftrags vorrichtungen ist, daß sie nur einen sehr geringen Flüssigkeitsvorrat
beinhalten, der von der durchlaufenden Bahn praktisch in Sekundenbruchteilen aufgezehrt
wird, wenn kein Nachschub erfolgt. Ein Vorteil dieses geringen Flüssigkeitsvorrats
besteht darin, daß ein Farbwechsel ebenso rasch erfolgen kann. Bei einem Farbwechsel
müssen die nach geschalteten Waschabteile, die ja noch ausgewaschene Farbanteile
der vorherigen Charge enthalten, ausgeleert und mit frischem Wasser oder sonstiger
Waschflüssigkeit wieder gefüllt werden. Dieser Wechsel der Waschflüssigkeit muß, wenn
die Möglichkeit des schnellen Farbwechsels, den die Auftragsvorrichtung bietet, voll
zum Tragen kommen soll, ebenso schnell wie dort vonstatten gehen können. Das Probelm
ist dabei, daß eine große Menge an Waschflüssigkeit in der Größenordnung von Kubikmetern
in einer Zeit in der Größenordnung von Sekunden abgelassen werden muß. Die herkömmlichen
Waschabteile in Kontinue-Färbeanlagen mit ihren normalen Ablaßventilen sind hierauf
nicht eingerichtet.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Flüssigkeitsbehälter der gattungsgemaßen
Art mit großem Inhalt so auszugestalten, daß die Flüssigkeit in möglichst kurzer
Zeit abgelassen werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 wiedergegebene Erfindung gelöst.
[0006] Das durch den Druck eines fluiden Mediums gesteuerte Schließelement bzw. der dadurch
begrenzte Spalt können in ihrer Größe bedarfsweise gewählt werden und geben einen
Durchflußquerschnitt frei, der ein Mehrfaches der Durchflußquerschnitte der üblichen
Flüssigkeitsablässe betragen kann. Die Flüssigkeit "fällt" durch diesen Spalt praktisch
augenblicklich aus dem Flüssigkeitsbehälter heraus in eine darunterliegende Auffang-
und Ableitanordnung.
[0007] In der bevorzugten Ausführungsform ist das Schließelement durch ein aufblasbares
elastisches Flächengebilde, insbesondere durch einen aufblasbaren Schlauch gebildet
(Ansprüche 2, 3).
[0008] Bei der Druckwegnahme tritt das Flächengebilde bzw. der Schlauch unter dem hydrostatischen
Druck der darüberstehenden Flüssigkeit und/oder durch das Rückstellvermögen ihres
Materials zurück und öffnen den Austrittsspalt. Bei der Druckgabe wölben sich das
Flächengebilde bzw. der Schlauch vor und schließen den Spalt.
[0009] Es ist zwar aus dem DE-GM 87 14 359 eine Anordnung mit zwei einander gegenüberliegenden
Schläuchen bekannt, die den Spalt am unteren Ende eines V-förmigen Flüssigkeitsbehälters
absperren. Die Schläuche sind von dem Spalt wegziehbar, um ihn zu öffnen. Es handelt
sich hierbei aber um eine Vorrichtung anderer Art, nämlich um eine solche zum Hindurchleiten
einer Warenbahn, bei der diese von oben nach unten durch den V-förmigen Flüssigkeitsbehälter
hindurchgeleitet wird, um Flüssigkeit aufzunehmen, die anschließend zwischen den
Schläuchen definiert abgestreift wird. Der Sinn dieser Vorrichtung liegt gerade darin,
daß die Flüssigkeitsmenge, mit der die Warenbahn Kontakt hat, klein und von einer
ganz kurzen Strecke Warenbahn aufgebraucht ist. Das Problem der Entleerung stellt
sich hierbei überhaupt nicht; die Trennung der Schläuche erfolgt lediglich zum Zwecke
der Reinigung und des Einfädelns der Warenbahn.
[0010] Um den Schlauch bei der Erfindung gegen den Schließdruck abzustützen und auch bei
größerer Länge in seiner geraden Ausrichtung zu erhalten, empfiehlt sich ein Halteglied
nach Anspruch 4.
[0011] In einer ersten in Betracht kommenden Ausführungsform ist der Spalt durch zwei gegeneinander
andrückbare nachgiebige Schließelemente, insbesondere Schläuche, gebildet, die untereinander
gleich oder verschieden sein können (Anspruch 5).
[0012] Es kann aber auch (Anspruch 6) das Gegenelement durch ein feststehendes Wandungsteil
gebildet sein (Anspruch 7).
[0013] Der Spalt zwischen dem Schließelement und dem Gegenelement bzw. zwischen zwei nachgiebigen
Schließelementen öffnet sich schon, wenn der Druck des fluiden Druckmittels weggenommen
wird. Die schlagartige Öffnung eines großen Durchflußquerschnittes kann aber durch
eine Vakuumeinrichtung nach Anspruch 7 unterstützt werden, durch die auf das Schließelement
oder die Schließelemente eine positive Öffnungskraft ausgeübt wird, indem ihr Querschnitt
durch das Vakuum verringert wird.
[0014] Durch einen Vakuumspeicher gemäß Anspruch 8 kann die Öffnung besonders rasch erfolgen.
[0015] Der zwischen den nachgiebigen Schließelementen gebildete Spalt kann sich über einen
wesentlichen Teil der Ausdehnung des Bodens des Flüssigkeitsbehälters erstrecken
(Anspruch 9), insbesondere über den ganzen Boden bei einer Anordnung nach Anspruch
10.
[0016] Um zu vermeiden, daß auf dem Boden des Flüssigkeitsbehälters Lachen stehenbleiben,
empfiehlt sich eine Neigung des Bodens gegen den Bereich der Schließelemente entsprechend
Anspruch 11.
[0017] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung in Gestalt von Waschabteilen
einer Anlage zum kontinuierlichen Färben von textilen Warenbahnen schematisch dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen vertikalen Längsschnitt durch das Waschabteil nach der Linie I-I
in Fig. 2;
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt nach der Linie II-II in Fig. 1;
Fig. 3 zeigt die Einzelheit in dem strichpunktierten Bereich III in Fig. 2 in vergrößertem
Maßstab;
Fig. 4 zeigt eine entsprechende Ansicht einer anderen Ausführungsform.
[0018] Das in Fig. 1 als Ganzes mit 10 bezeichnete Waschabteil besteht aus einem Flüssigkeitsbehälter
1 mit einem im wesentlichen horizontalen Boden 2. Der Flüssigkeitsbehälter 1 ist
bis zu einer Füllstandshöhe 3 mit Wasch flüssigkeit 4 gefüllt. In einer horizontalen
Ebene sind einander parallele Umlenkrollen 5 vorgesehen, die ganz unterhalb des Flüssigkeitsniveaus
3 angeordnet sind. Mit Abstand oberhalb und zwischen den Umlenkrollen 5 sind Umlenkrollen
6 in einer horizontalen Ebene angeordnet. Die Warenbahn 7 ist in der üblichen Weise
zickzack- oder mäanderförmig nacheinander über jeweils eine der unteren und eine
der oberen Umlenkrollen 5,6 geführt. In dem Ausführungsbeispiel sind in dem Flüssigkeitsbehälter
1 Querwandungen 9 vorgesehen, die die gesamte Flüssigkeitsmenge unterteilen und oberhalb
deren Umlenkrollen 6 vorgesehen sind, gegen die eine Quetschwalze 8 arbeitet, die
die Flüssigkeit beim Übergang von einem der Unterabteile 11, 12,13 in das nächste
aus der Warenbahn 7 abquetscht und in das vorangehende Unterabteil zurücklaufen läßt.
[0019] Dem Waschabteil 10 ist eine nicht dargestellte Färbeflüssigkeitsauftragsvorrichtung
vorgeschaltet, die einen sehr schnellen Farbwechsel ermöglicht. Aus diesem Grund muß
auch die Waschflüssigkeit in dem Waschabteil 10 sehr schnell gewechselt werden können.
Die Menge ist allerdings erheblich; bei der üblichen Warenbahnbreite von etwa 2m
und einer Füllstandshöhe von etwa 500 mm handelt es sich bei der in den Fig. 1 und
2 gezeigten Ausführung etwa um drei Kubikmeter.
[0020] Um eine schwallartige Entleerung zu ermöglichen, ist am Boden 2 des Flüssigkeitsbehälters
1 ein als Ganzes mit 20 bezeichneter Flüssigkeitsauslaß vorgesehen, der zwei einander
in einer horizontalen Ebene gegenüberliegende, sich parallel zur Durchlaufebene der
Warenbahn erstreckende aufblasbare Schläuche 14,15 umfaßt, die jeweils sich über
die Länge des Waschabteils 10 erstrecken und zwischen sich einen Spalt 16 bilden,
der, wenn die Schläuche 14,15 beispielsweise durch Druckluft aufgeblasen sind, durch
Anlage der Schläuche aneinander auf einer in Fig.1 kreuzschraffiert dargestellten
Anlagefläche 17 geschlossen wird.
[0021] Die Schläuche sind elastisch nachgiebig und treten, wenn der Druck in ihnen gesenkt
wird, voneinander zurück, um den Spalt 16 zu öffnen, der anschließend durch den Druck
der ausströmenden Flüssigkeit noch erweitert wird. Die Flüssigkeit kann dann durch
einen breiten, sich über die gesamte Länge des Waschabteils 10 erstreckenden Spalt
praktisch augenblicklich in einen unter dem Spalt 16 vorgesehenen, sich längs des
Waschabteils 10 erstreckenden Kanal 18 austreten. Wenn der Flüssigkeitsbehälter 1
geleert ist, werden die Schläuche 14,15 wieder aufgeblasen, wodurch der Spalt 16
sich schließt und der Flüssigkeitsbehälter 1 wieder gefüllt werden kann.
[0022] In Fig. 1 geht der Spalt 16 über die gesamte Länge des Flüssigkeitsbehälters 1, d.h.
über alle Unterabteile 11,12,13 durch. Es könnten aber auch für jedes Unterabteil
separate Spalte vorgesehen sein und sich auch die Spalte nur über einen Teil der Länge
der einzelnen Abteile erstrecken. Auch eine Anordnung des Spaltes quer zur Durchlaufrichtung
der Warenbahn 7 kommt in Betracht.
[0023] Um die Schläuche 14,15 gegen die Anlagekräfte abzustützen und in ihrer Parallellage
zu fixieren, sind auf der dem Spalt 16 abgewandten Seite Halteglieder 21,22 vorgesehen,
die auf den einander zugewandten Seiten rinnenförmige Halteglieder 19 für die Schläuche
14,15 aufweisen, die zwischen sich einen Zwischenraum belassen, der durch das Aufblasen
der Schläuche 14,15 dichtend schließbar ist. Die Halteglieder 19 sind auf den einander
zugewandten Seiten von kastenförmigen Längsträgern 21,22 vorgesehen, die sich über
die Länge des Flüssigkeitsbehälters 1 erstrecken und oberhalb der Halteglieder 19,19
einen trichterförmig nach unten sich verjüngenden Raumbereich 23 bilden, der unten
durch die Schläuche 14,15 abgeschlossen ist.
[0024] Die Bodenplatte 24 des Flüssigkeitsbehälters 1 ist im wesentlichen eben und gegen
den Flüssigkeitsauslauf 20 geneigt, so daß darauf befindliche Flüssigkeit über die
Oberseite des kastenförmigen Trägers 21 in den trichterförmigen Raumbereich 23 abläuft
und der Flüssigkeitsbehälter 1 vollständig entleert werden kann.
[0025] In Fig. 4 ist ein Auslauf 30 mit nur einem Schlauch 25 dargestellt, der gegen einen
feststehenden Wandungsteil in Gestalt einer nahe der Seitenwandung 27 des Flüssigkeitsbehälters
1 vorgesehenen, nach unten gerichteten Abwinklung 26 der Bodenplatte 24 aufblasbar
ist. Zwischen der Abwinklung 26 und der Seitenwand 27 besteht ein Zwischenraum, der
durch das Aufblasen des Schlauches 25 dichtend schließbar ist. In der Seitenwand
27 ist durch eine entsprechende Auswölbung nach außen ein Halteglied 28 für den Schlauch
25 gebildet. Der Schlauch 25 ist außer mit der nicht dargestellten Druckpumpe über
einen nur angedeuteten Anschluß 29 und die Leitung 31 und ein Ventil 32 mit einem
Vakuumspeicher 33 verbindbar, der von einer Pumpe 34 evakuierbar ist. Dadurch können
der Schlauch 25 beim Öffnen des Auslaufs 30 mit einer positiven Kraft in die gestrichelt
angedeutete Stellung des Querschnitts zurückgezogen und der Spalt 16 sofort in ganzer
Breite freigegeben werden.
[0026] Bei einem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 wurde ein Schlauch 25 von 65 mm Durchmesser
und 3 mm Wandstärke mit einer Härte von 60
o Shore A an einem Flüssigkeitsbehälter von 1800 mm Warenbreite und einem Wareninhalt
von 30 m bei einer Flottenhöhe von 500 mm eingesetzt. Bei einem herkömmlichen Auslauf
von 100 mm Durchmesser betrug die Ablaßzeit der Wassermenge von etwa drei Kubikmeter
ca. 2 min, bei einem sich über die Länge des Flüssigkeitsbehälters erstreckenden
Auslaß 30 mit den genannten Daten ca. 15 sec.
1. Flüssigkeitsbehälter zur Behandlung von Substraten mit einer Flüssigkeit, insbesondere
Waschabteil für bahnförmiges Textilgut, mit einem am Boden des Flüssigkeitsbehälters
vorgesehenen Flüssigkeitsablaß, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsablaß
(20,30) durch einen Spalt (16) gebildet ist, der zumindest auf einer Längsseite durch
ein nachgiebiges Schließelement begrenzt ist, das zum Schließen des Spalts (16) mittels
eines fluiden Druckmittels dichtend gegen ein den Spalt (16) auf der anderen Längsseite
begrenzendes Gegenelement drückbar ist und bei Wegnahme des Drucks den Spalt (16)
freigibt.
2. Flüssigkeitsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schließelement
durch ein gegen das Gegenelement bis zur dichtenden Anlage an diesem aufblasbares
elastisches Flächengebilde gebildet ist.
3. Flüssigkeitsbehälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Schließelement
durch einen aufblasbaren Schlauch (14,15;25) gebildet ist.
4. Flüssigkeitsbehälter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch
(14,15;25) auf seiner ganzen Länge auf der dem Spalt (16) abgelegenen Seite durch
ein rinnenförmiges Halteglied (19,28) abgestützt ist.
5. Flüssigkeitsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gegenelement ebenfalls durch ein nachgiebiges Schließelement gebildet ist.
6. Flüssigkeitsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gegenelement durch einen feststehenden Wandungsteil (26) des Flüssigkeitsbehälters
(1) gebildet ist.
7. Flüssigkeitsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Vakuumeinrichtung (32,33,34) vorgesehen ist, mittels deren das fluide Druckmittel
beim Öffnen des Spalts (16) auf einen unter dem Atmosphärendruck liegenden Druck bringbar
und dadurch das Schließelement (25) positiv von dem Gegenelement (26) zurückziehbar
ist.
8. Flüssigkeitsbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vakuumeinrichtung
einen Vakuumspeicher (33) umfaßt, der über ein Ventil (32) mit dem Schlauch (14,15;25)
in Verbindung bringbar ist.
9. Flüssigkeitsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß sich der Spalt (16) über einen wesentlichen Teil der Ausnehmung des Bodens (2)
des Flüssigkeitsbehälters (1) erstreckt.
10. Flüssigkeitsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß in einer Anlage zur kontinuierlichen Behandlung bahnförmig durchlaufenden Textilguts
der Spalt (16) sich über die gesamte Ausdehnung des Flüssigkeitsbehälters (1) in Durchlaufrichtung
erstreckt.
11. Flüssigkeitsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der Boden (2) des Flussigkeitsbehälters (1) gegen den Bereich der Schließelemente
(14,15;25) abfallend geneigt ist.