[0001] Die Erfindung betrifft mit Stärke oder Stärkederivaten gebundene Steinkohlenbriketts
mit verringertem Wasseraufnahmevermögen sowie Verfahren zur Herstellung solcher Briketts.
[0002] Bei der Brikettierung von Kohle wurden bisher als Bindemittel insbesondere Bitumen
oder Sulfitablauge verwendet. Beide Bindemittel enthalten jedoch einen hohen Anteil
an Schwefel, so daß beim Verbrennen der Briketts erhebliche Mengen an Schwefeldioxid
entstanden. Im Interesse der Reinhaltung der Luft und zur Erfüllung gesetzgeberischer
Auflagen ist man deshalb gezwungen, die bisher verwendeten Bindemittel, insbesondere
Bitumen und Sulfitablauge, durch Bindemittel zu ersetzen, welche bei der Verbrennung
die Luft geringer belasten und insbesondere keine oder nur geringe Mengen Schwefeldioxid
entwickeln.
[0003] In der Literatur ist eine Reihe von Bindemitteln beschrieben, welche an die Stelle
der bisher verwendeten Bindemittel treten können. So wird in der DE-OS 3314764 ein
Verfahren zur Herstellung von Brennstoffbriketts in Gegenwart von synthetischen organischen
Verbindungen als Bindemittel beschrieben, wobei man einen im wesentlichen festen Brennstoff,
Polyvinylalkohol und Calciumoxid und/oder Magnesiumoxid, in Gegenwart von mindestens
1 Gew.-% Wasser miteinander vermischt und in an sich bekannter Weise durch Pressen
zu Briketts formt. Dabei benötigt man etwa 0,5 bis 2 Gew.-% Polyvinylalkohol, berechnet
als Trokkensubstanz und bezogen auf den festen Brennstoff. Die Verbrennungsabgase
derartiger Briketts enthalten erheblich reduzierte SO₂-Gehalte.
[0004] Die DE-OS 3445503 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Briketts aus Steinkohle
und einem Bindemittel, bei dem als Bindemittel wäßrige Alkalisilicatlösungen eingesetzt
werden, wobei die Verfestigung durch Aufnahme von Kohlendioxid erfolgt und zusätzlich
durch Begasen mit Kohlensäure beschleunigt werden kann.
[0005] Aus der DE-PS 1771433 ist ein Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus feinkörnigen
Stoffen, insbesondere Brennstoffen, bei dem Sulfitablauge mit Feststoffen höherer
Temperatur vermischt wird, bekannt, wobei anstelle der Sulfitablauge wasserlösliche
Kleber, insbesondere Melasse, Stärke und/oder Dextrine, als Bindemittel verwendet
werden.
[0006] Die Verwendung von Stärke als Bindemittel zum Brikettieren von Feinkohle ist auch
in der DE-OS 3136163 und 3227395 beschrieben. Als Bindemittel werden dort 3 bis 8
Gew.-% Sulfitablauge oder alternativ 1 bis 3 Gew.-% Stärke, jeweils bezogen auf Kohle,
genannt.
[0007] Der DE-PS 1010950 ist ein Verfahren zur Herstellung von Brennstoffbriketts zu entnehmen,
bei dem das Ausgangsmaterial mit einem durch Umsetzung von einem oder mehreren höheren
Kohlenhydraten oder Kohlenhydratethern mit einer verdünnten wäßrigen Lösung einer
Carbonsäure erhaltenem Bindemittel behandelt, unter Druck zu Briketts geformt wird
und die Briketts gegebenenfalls getrocknet werden.
[0008] Von den vorstehend genannten Bindemitteln haben insbesondere Stärke und Derivate
der Stärke besonderes Interesse gefunden. Stärke ist ein zu günstigen Preisen und
in beliebiger Menge zur Verfügung stehendes Produkt, das sich durch besondere Umweltverträglichkeit
bei der Handhabung und beim Verbrennen auszeichnet. Ein Nachteil der Stärke besteht
jedoch in ihrer Hydrophilie. Mit Stärke gebundene Briketts nehmen aus ihrer Umgebung
Wasser auf, wodurch ihre Druckfestigkeit verringert wird. Hierdurch ist insbesondere
die Lager- und Handhabungsfestigkeit beeinträchtigt. Durch die Wasseraufnahme verlieren
die Briketts außerdem an Heizwert. Es besteht außerdem die Gefahr, daß mit Stärke
gebundene Briketts, welche einen gewissen Wassergehalt aufweisen, von Mikroorganismen
befallen werden und Schimmelbildung einsetzt.
[0009] Die Verwendung von Organopolysiloxanen zur Hydrophobierung von anorganischen oder
organischen Produkten ist seit langem bekannt. Für einen technischen Einsatz der Silicone
zu diesem Zweck ist es jedoch erforderlich, Siliconzubereitungen zu finden, welche
bereits in geringen Mengen wirksam sind. Die Siliconzubereitungen sollen möglichst
frei von Lösungsmitteln sein und die Wasseraufnahme der Briketts so verringern, daß
die gewünschte Lager- und Handhabungsfestigkeit gegeben ist. Mit der vorliegenden
Erfindung sollen diese Anforderungen erfüllt werden.
[0010] Ein Gegenstand der Erfindung sind deshalb mit Stärke oder Stärkederivaten gebundene
Steinkohlenbriketts mit verringertem Wasseraufnahmevermögen, welche dadurch gekennzeichnet
sind, daß sie, bezogen auf Stärke, 0,2 bis 10 Gew.-% siliciumorganische Verbindungen
enthalten, welche dadurch erhältlich sind, daß man ein Polysiloxanol der Formel

wobei
- R¹
- im Molekül verschieden sein kann und ein Methyl- oder ein Phenylrest ist, jedoch mindestens
90% der Reste R¹ Methylreste sind und
- n =
- 20 bis 250 ist,
mit einem Silan der Formel

wobei
- R²
- ein niederer Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
- R³
- ein Aminoalkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, der Rest H₂N-(CH₂)xR⁴(CH₂)y―,
wobei R⁴ einen Sauerstoff-, Schwefel-, ―NH― oder ―NH-CH₂CH₂-NH-Rest bedeutet,
x ≧ 3 und
y ≧ 2 ist,
oder ein Epoxyalkylrest der Formel

wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 6 bedeutet, ist,
in solchen Mengen miteinander vermischt und die Mischung gegebenenfalls auf Temperaturen
von mindestens 50°C erwärmt, daß einer SiOH-Gruppe des Polysiloxanols > 1 bis 3 OR²-Gruppen
entsprechen.
[0011] Bei den Polysiloxanolen der Formel I handelt es sich im wesentlichen um α,ω-Dimethylsiloxanole,
wobei jedoch einige Methylreste durch Phenylreste ersetzt sein können. Mindestens
90% der Reste R¹ sollen jedoch Methylreste sein.
[0012] Die mittlere Kettenlänge der Polysiloxanole wird durch den Index n wiedergegeben.
Er beträgt 20 bis 250, vorzugsweise 30 bis 80, insbesondere 50 bis 70.
[0013] Das Silan der Formel II ist durch die Anwesenheit der reaktiven Gruppen OR² und R³
gekennzeichnet. R² ist ein niederer Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen und insbesondere
ein geradkettiger niederer Alkylrest. Besonders bevorzugt ist der Ethylrest.
[0014] Der Rest R³ ist ein Aminoalkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen. Beispiele solcher
Aminoalkylreste sind der Aminomethyl-, γ-Aminopropyl- und γ- oder δ-Aminobutylrest.
Bevorzugt ist R³ der γ-Aminopropylrest.
[0015] R³ kann auch die Bedeutung des Restes H₂N-(CH₂)
xR⁴(CH₂)
y― haben, wobei R⁴ einen Sauerstoff-, Schwefel-, ―NH― oder ―NH-CH₂CH₂-NH-Rest bedeutet,
x ≧ 3 und y ≧ 2 ist. Beispiele hierfür sind die Reste
H₂N-(CH₂)₃-NH-(CH₂)₂―, H₂N-(CH₂)₂-O-(CH₂)₂―, H₂N-(CH₂)₃-NH-(CH₂)₂-NH-(CH₂)₃―.
[0016] Der Rest R³ kann ferner ein Epoxyalkylrest der Formel

sein, wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 6 bedeutet. Als Epoxyalkylrest ist insbesondere
der Glycidylrest

bevorzugt.
[0017] Bevorzugt enthalten die erfindungsgemäßen Steinkohlenbriketts siliciumorganische
Verbindungen, welche dadurch erhältlich sind, daß man ein Polysiloxanol der Formel

wobei n = 20 bis 250 ist,
mit γ-Aminotriethoxysilan vermischt und gegebenenfalls erwärmt.
[0018] Die Verbindungen der allgemeinen Formel I und der allgemeinen Formel II werden in
solchen Mengen miteinander vermischt, daß einer SiOH-Gruppe des Polysiloxanols > 1
bis 3 OR²-Gruppen entsprechen. Bevorzugt ist das molare Mengenverhältnis von 1 SiOH-Gruppe
des Polysiloxanols der Formel I zu 2 OR²-Gruppen des Silans der Formel II. Umsetzungsprodukte,
die man erhält, wenn man ein Mengenverhältnis von 1 SiOH-Gruppe zu 1 SiOR²-Gruppe
einhält, zeigen deutlich schlechtere Eigenschaften in bezug auf die Verringerung des
Wasseraufnahmevermögens der Briketts.
[0019] Es genügt, die Verbindungen der Formel I und II miteinander zu vermischen. Es tritt
bereits bei Raumtemperatur zeitabhängig eine partielle Reaktion der beiden Verbindungen
miteinander ein. Man kann jedoch, und dies bevorzugt, die Mischung des Polysiloxanols
mit dem Silan auch auf Temperaturen von mindestens 50°C, vorzugsweise 80 bis 180°C,
erwärmen und das Gemisch dann abkühlen lassen. Bei der Reaktion des Polysiloxanols
mit dem Silan wird der Alkohol R²OH freigesetzt. Bei einem Reaktionsverhältnis von
2 bis 3 SiOR-Gruppen je SiOH-Gruppe wird der Alkohol R²OH vorzugsweise vollständig
abdestilliert. Bei einem SiOR: SiOH-Verhältnis von < 2 werden zur Vermeidung einer
möglichen Vergelung nur Teilmengen des gebildeten Alkohols abdestilliert, z.B. bei
einem SiOR: SiOH-Verhältnis von > 1 bis etwa 1,5 nur 30% der Alkoholmenge.
[0020] Das erhaltene Organopolysiloxan kann in der so erhaltenen Form oder als wäßrige Dispersion
verwendet werden. Im letzteren Fall wird dem Umsetzungsprodukt zweckmäßig ein geeigneter
Emulgator, z.B. ein Anlagerungsprodukt von 8 bis 12 Mol Ethylenoxid an Dodecylalkohol
oder ein Anlagerungsprodukt von 8 bis 14 Mol Ethylenoxid an Nonylphenol oder Gemische
hiervon, in einer Menge von etwa 10%, bezogen auf Umsetzungsprodukt, zugesetzt und
dann in an sich bekannter Weise mit Wasser zu einer stabilen, verdünnbaren, hochkonzentrierten
Emulsion emulgiert. Die Konzentration der Stammemulsion soll zweckmäßig 30 bis 60%
betragen. Bevorzugt ist eine Konzentration von 45 bis 50%.
[0021] Zur Erhöhung der Lagerstabilität der Dispersion kann es vorteilhaft sein, die Dispersion
mit einer Säure, vorzugsweise Essigsäure, zu neutralisieren.
[0022] Es empfiehlt sich, der erfindungsgemäß zu verwendenden Polyorganosiloxanzubereitung
vor der Verwendung einen an sich bekannten Härter, wie z.B. Dibutylzinndilaurat oder
Zinkoctoat, in Mengen von 1 bis 8 Gew.-%, bezogen auf Organopolysiloxan, zuzusetzen.
[0023] Eine erste Verfahrensvariante ist dadurch gekennzeichnet, daß man die siliciumorganischen
Verbindungen, vorzugsweise in Form einer wäßrigen Dispersion, der wäßrigen Lösung
der verkleisterten Stärke vor dem Vermischen mit der feinteiligen Kohle zugibt.
[0024] Eine weitere Verfahrensvariante ist dadurch gekennzeichnet, daß man die siliciumorganischen
Verbindungen, vorzugsweise in Form einer wäßrigen Dispersion, mit der feinteiligen
Kohle vermischt.
[0025] In beiden Fällen weisen die erhaltenen Briketts eine über den gesamten Querschnitt
gleichmäßig reduzierte Wasseraufnahme auf. Die in an sich bekannter Weise durch Verpressung
erfolgende Formgebung der Briketts wird durch den Zusatz der siliciumorganischen Verbindungen
nicht beeinträchtigt.
[0026] Eine weitere Verfahrensvariante zur Herstellung der erfindungsgemäßen Briketts ist
dadurch gekennzeichnet, daß man die geformten Briketts mit einer Lösung der organischen
Verbindungen besprüht oder die Briketts in eine solche Lösung taucht.
[0027] Bei dieser Verfahrensweise wird nur die äußere Schicht der Briketts hydrophobiert.
Dies reicht in vielen Fällen bereits aus, um die Wasseraufnahme der Briketts in gewünschter
Weise zu senken.
[0028] Feinkohlenbriketts, bei deren Herstellung die erfindungsgemäß zu verwendenden Organopolysiloxane
eingesetzt worden sind oder die nach ihrer Verformung mit diesen Organopolysiloxanen
behandelt worden sind, weisen eine ausgezeichnete Lager- und Handhabungsfestigkeit
auf. Der Heizwert der Briketts wird nicht beeinträchtigt, und es entstehen beim Verbrennen
der Briketts keine störenden und durch das Bindemittel verursachten Emissionen. Gleichzeitig
wird verhindert, daß mit Stärke gebundene Steinkohlenbriketts von Mikroorganismen
befallen werden und Schimmel bilden. Der fabrikatorische Herstellungsprozeß der Feinkohlenbriketts
wird nicht beeinträchtigt.
[0029] Die folgenden Beispiele belegen die guten Eigenschaften der erfindungsgemäß zu verwendenden
Organopolysiloxane.
1. Herstellung des erfindungsgemäß zu verwendenden Organopolysiloxans
1. a) Vermischen der Reaktionspartner ohne Erwärmung
[0030] 1000 g (0,147 Mol) Dihydroxydimethylpolysiloxan werden mit 43,4 g γ-Aminopropyltriethoxysilan
vermischt und 30 Min. bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend werden 500 g dieser
Mischung mit 450 g Wasser und 50 g eines Emulgatorgemisches aus einem ethoxylierten
Triglycerid mit einem HLB-Wert von 18 und einem ethoxylierten Fettalkoholpolyglykolether
mit einem HLB-Wert von 11 (Mengenverhältnis 60: 40) versetzt und in dreimaligem Umlauf
in einem Hochdruckhomogenisator emulgiert. Die erhaltene Emulsion enthält 50% des
erfindungsgemäß einzusetzenden Organopolysiloxans. Zur Erhöhung der Lagerstabilität
wird unter Rühren der pH-Wert der Emulsion mit verdünnter Essigsäure auf 6,5 eingestellt.
1. b) Vermischen der Reaktionspartner mit nachfolgender Erwärmung und Umsetzung
[0031] Ein Gemisch aus 1000 g (0,147 Mol) Dihydroxydimethylpolysiloxan und 43,4 g γ-Aminopropyltriethoxysilan
wird unter Rühren und Durchleiten von Stickstoff auf 180°C erwärmt und bei dieser
Temperatur gehalten, bis 13,5 g Ethanol abdestilliert sind. Der Vorgang dauert etwa
4 Stunden. Das entstandene Produkt wird abgekühlt.
[0032] 1000 g dieses Produktes werden mit 100 g eines Emulgatorgemisches aus einem ethoxylierten
Triglycerid mit einem HLB-Wert von 18 und einem ethoxylierten Fettalkoholpolyglykolether
mit einem HLB-Wert von 11 (Mengenverhältnis 60: 40) versetzt und mit 900 g Wasser
mit einem Ultraschallgerät zu einer Emulsion gegeben. Die erhaltene Emulsion enthält
50 Gew.-% des erfindungsgemäß einzusetzenden Organopolysiloxans.
[0033] Während des Misch- und Emulgiervorgangs hat eine Teilkondensation zwischen dem Dihydroxydimethylpolysiloxan
und dem γ-Aminopropyltriethoxysilan stattgefunden, bei dem 2,6 g Ethanol frei wurden.
2. Verwendung der nach 1. a) oder 1. b) erhaltenen Organopolysiloxane bei der Brikettherstellung
[0034] Zu 99 Gew.-Teilen einer 40%igen Aufschlämmung granulärer Maisstärke in Wasser wird
1 Gew.-Teil der nach 1. a) oder 1. b) erhaltenen Organopolysiloxandispersion gegeben.
[0035] 100 g Anthrazitkohle werden mit 10 g Wasser und 7,5 g der das Polysiloxan (1. a)
oder 1. b)) enthaltenden Stärkeaufschlämmung vermischt. Bei einer Temperatur von 130°C
wird in einem Knetwerk die Masse so lange gemischt, bis der Wasseranteil auf 5% gesunken
ist. Die Masse ist dabei auf 95°C erwärmt worden. In einer beheizten Stempelpresse
werden unter kurzem Druck von 100 kp/cm² kissenförmige Briketts hergestellt und bei
Raumtemperatur abgekühlt. Nach 3 Tagen Lagerung an der Luft wird die Wasseraufnahme
durch Druckwasserlagerung nach 24 Stunden bestimmt.
[0036] In einem weiteren Versuch werden 100 g Anthrazitkohle mit 10 g Wasser und 15 g einer
40 gew.-%igen granulären Maisstärkeaufschlämmung, welche kein Polysiloxan enthielt,
vermischt. Wie im vorstehenden Beispiel beschrieben, werden Briketts hergestellt.
Die erhaltenen Briketts werden in eine auf 5% Wirkstoffanteil verdünnte Lösung des
erfindungsgemäß zu verwendenden Polysiloxans getaucht. Die Lösung enthält als Katalysator
6 Gew.-%, bezogen auf Organopolysiloxan, Dibutylzinndilaurat. Die so erhaltenen, imprägnierten
Briketts werden 3 Tage an der Luft getrocknet. Danach wird ebenfalls die Wasseraufnahme
durch Druckwasserlagerung nach 24 Stunden bestimmt.
[0037] In einem dritten Versuch werden entsprechend dem Stand der Technik in analoger Weise
stärkegebundene Briketts hergestellt, bei deren Herstellung jedoch kein Polysiloxan
verwendet wird, und deren Wasseraufnahme bestimmt.
[0038] Von den vier erhaltenen Briketts wird außerdem die Warmfestigkeit bestimmt. Die Warmfestigkeit
gibt Aufschluß über die Standfestigkeit der Briketts im Feuer. Zur Bestimmung werden
die Briketts 20 Min. in einem Muffelofen auf 800°C erhitzt und anschließend in einer
Prüfpresse bis zum Bruch belastet.
[0039] Bei der Bewertung der Warmfestigkeit ist zu beachten, daß es bekannt ist, daß die
Warmfestigkeit von Briketts durch Siloxanzusatz sinkt. Es ist deshalb besonders überraschend,
daß bei den erfindungsgemäß imprägnierten Briketts, welche unter Zusatz von Organopolysiloxanen
(nach Methode 1. a)) erhalten worden sind, die Warmfestigkeit nahezu den Wert der
unbehandelten Briketts erreicht.

1. Mit Stärke oder Stärkederivaten gebundene Steinkohlenbriketts mit verringertem
Wasseraufnahmevermögen, dadurch gekennzeichnet, daß sie, bezogen auf Stärke, 0,2 bis
10 Gew.-% siliciumorganische Verbindungen enthalten, welche dadurch erhältlich sind,
daß man ein Polysiloxanol der Formel

wobei
R¹ im Molekül verschieden sein kann und ein Methyl- oder ein Phenylrest ist, jedoch
mindestens 90% der Reste R¹ Methylreste sind und
n = 20 bis 250 ist,
mit einem Silan der Formel

wobei
R² ein niederer Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
R³ ein Aminoalkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, der Rest H₂N-(CH₂)xR⁴(CH₂)y―,
wobei R⁴ einen Sauerstoff-, Schwefel-, ―NH― oder ―NH-CH₂CH₂-NH-Rest bedeutet,
x ≧ 3 und
y ≧ 2 ist,
oder ein Epoxyalkylrest der Formel

wobei n eine ganze Zahl von 1 bis 6 bedeutet, ist,
in solchen Mengen miteinander vermischt und die Mischung gegebenenfalls auf Temperaturen
von mindestens 50°C erwärmt, daß einer SiOH-Gruppe des Polysiloxanols mehr als 1 bis
3 OR²-Gruppen entsprechen.
2. Steinkohlenbriketts nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie siliciumorganische
Verbindungen enthalten, welche dadurch erhältlich sind, daß man ein Polysiloxanol
der Formel

wobei n = 20 bis 250 ist,
mit γ-Aminotriethoxysilan vermischt und gegebenenfalls erwärmt.
3. Verfahren zur Herstellung von Briketts nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man die siliciumorganischen Verbindungen, vorzugsweise in Form einer wäßrigen
Dispersion, der wäßrigen Lösung der verkleisterten Stärke vor dem Vermischen mit der
feinteiligen Kohle zugibt.
4. Verfahren zur Herstellung von Briketts nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man die siliciumorganischen Verbindungen, vorzugsweise in Form einer wäßrigen
Dispersion, mit der feinteiligen Kohle vermischt.
5. Verfahren zur Herstellung von Briketts nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man die geformten Briketts mit einer Lösung der organischen Verbindungen besprüht
oder die Briketts in eine solche Lösung taucht.
1. Bituminous coal briquettes bound with starch or starch derivatives and having a
reduced water absorption capacity, characterised in that, relative to starch, they
contain 0.2 to 10% by weight of silicon-organic compounds which are obtainable by
mixing a polysiloxanol of the formula

where
R¹ can have different meanings within the molecule and is a methyl radical or a
phenyl radical, but at least 90% of the radicals R¹ are methyl radicals and
n = 20 to 250,
with a silane of the formula

where
R² is a lower alkyl radical having 1 to 4 carbon atoms,
R³ is an aminoalkyl radical having 1 to 6 carbon atoms, the radical H₂N-(CH₂)xR⁴(CH₂)y―,
R⁴ being oxygen, sulphur, ―NH― or an ―NH-CH₂CH₂-NH radical,
x ≧ 3 and
y ≧ 2,
or an epoxyalkyl radical of the formula

n being an integer from 1 to 6,
with one another in such quantities, and heating the mixture, if necessary, to temperatures
of at least 50°C, that more than 1 to 3 OR² groups correspond to one SiOH group of
the polysiloxanol.
2. Bituminous coal briquettes according to Claim 1, characterised in that they contain
silicon-organic compounds which are obtainable by mixing a polysiloxanol of the formula

where n = 20 to 250,
with γ-aminotriethoxysilane and, if necessary, heating.
3. Process for producing briquettes according to Claim 1 or 2, characterised in that
the silicon-organic compounds, preferably in the form of an aqueous dispersion, are
added to the aqueous solution of the pasted starch before mixing with the finely disperse
coal.
4. Process for producing briquettes according to Claim 1 or 2, characterised in that
the silicon-organic compounds, preferably in the form of an aqueous dispersion, are
mixed with the finely disperse coal.
5. Process for producing briquettes according to Claim 1 or 2, characterised in that
the formed briquettes are sprayed with a solution of the organic compounds or the
briquettes are dipped into such a solution.
1. Briquettes de houille agglomérées avec de l'amidon ou des dérivés d'amidon, présentant
un pouvoir d'absorption d'eau réduit, caractérisées en ce qu'elles contiennent, par
rapport à l'amidon, 0,2 à 10% en poids de composés organiques de silicium, qu'on obtient
en mélangeant un polysiloxanol de formule

dans laquelle
R¹ peut être avoir une signification différente à l'intérieur de la molécule et
représente un radical méthyle ou phényle, mais au moins 90% des radicaux R¹ sont des
radicaux méthyle, et
n vaut entre 20 et 250,
avec un silane de formule

dans laquelle
R² représente un radical alcoyle inférieur comportant 1 à 4 atomes de carbone,
R³ représente un radical aminoalcoyle comportant 1 à 6 atomes de carbone ou le radical
H₂N-(CH₂)xR⁴(CH₂)y―,
dans lequel R⁴ représente un atome d'oxygène, de soufre, le radical ―NH― ou ―NH-CH₂CH₂-NH―,
x ≧ 3 et
Y ≧ 2,
ou un radical époxyalcoyle de formule

dans lequel n est un nombre entier valant de 1 à 6, en quantités telles, et éventuellement
en chauffant le mélange à une température d'au moins 50°C, qu'à un groupe SiOH du
polysiloxanol correspondent plus d'1 à 3 groupes OR².
2. Briquettes de houille selon la revendication 1, caractérisées en ce qu'elles contiennent
des composés organiques de silicium, qu'on obtient en mélangeant un polysiloxanol
de formule

dans laquelle n = 20 à 250, à un γ-aminotriéthoxysilane, et éventuellement en chauffant
le mélange.
3. Procédé de fabrication de briquettes selon la revendication 1 ou 2, caractérisé
en ce qu'on ajoute les composés organiques de silicium, de préférence sous forme de
dispersion aqueuse, à la solution aqueuse d'amidon gélifié avant de la mélanger aux
fines de charbon.
4. Procédé de fabrication de briquettes selon la revendication 1 ou 2, caractérisé
en ce qu'on mélange les composés organiques de silicium, de préférence sous forme
de dispersion aqueuse, aux fines de charbon.
5. Procédé de fabrication de briquettes selon la revendication 1 ou 2, caractérisé
en ce qu'on pulvérise une solution des composés organiques sur les briquettes moulées
ou on immerge les briquettes dans une telle solution.