[0001] Die Erfindung betrifft ein Umluftgebläse für Backöfen, insbesondere für kombinierte
Umluft- und Mikrowellenöfen. Bei kombinierten Umluft- und Mikrowellenöfen ist darauf
zu achten, daß die innerhalb einer Backmuffel befindliche hochfrequente Strahlung
nicht nach außen gelangt. Besonders kritisch ist hierfür unter anderem die Durchtrittsöffnung
für die Antriebswelle in der Backmuffelrückwand, aber auch die Antriebswelle selbst.
Um eine gewisse Austrittsdämpfung zu erreichen, sollte die Öffnung einen Durchmesser
von einem Viertel der Wellenlänge der Hochfrequenz nicht überschreiten. Diese Bedingung
kann ohne größere Schwierigkeiten eingehalten werden. Weitaus schwieriger ist es,
den über die Antriebswelle nach außen gelangenden Teil der Hochfrequenz in den Griff
zu bekommen. Beträgt beispielsweise die Länge des aus der Backmuffel herausragenden
Teiles der Antriebswelle ein Viertel, ein Halb, fünf Achtel, ein Eintel, oder ein
Vielfaches von der Wellenlänge Lambda mal einen Verkürzungsfaktor, so wirkt die Antriebswelle
als Strahler (Teil einer Antenne), wobei die Backmuffelwand als elektrisches Gegengewicht
benutzt wird. Der Verkürzungsfaktor ist eine Funktion des Materials und des Durchmessers
der Antriebswelle. Ein Teil der über die Antriebswelle abgestrahlten Energie wird
vom Ständerpaket des Antriebsmotors und von den Lagerbügeln gedämpft und in Wärme
umgesetzt, der freie Teil kann jedoch ungehindert abstrahlen.
[0002] Aus der DE-PS 31 18 463 ist bekannt, daß eine aus keramischem Material gefertigte
Antriebswelle die Abstrahlung hochfrequenter Energie nach außen verhindert. Diese
Lösung ist zwar sehr wirkungsvoll, aber auch sehr teuer.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, zur Verhinderung der Abstrahlung hochfrequenter
Energie über die Antriebswelle eine wirkungsvolle und preisgünstige Lösung zu finden.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Umluftgebläse mit der Merkmalskombination des
Hauptanspruches. Die Unteransprüche enthalten Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung.
[0004] Der Vorteil der Erfindung liegt darin, daß auch weiterhin eine Antriebswelle aus
Metall verwendet wird. Bei der Dämpfung der nach außen gelangenden Hochfrequenzenergie
macht man sich die Tatsache zunutze, daß wegen der hohen Frequenzen (Größenordnung
etwa 2,5 GHz) der Skin-Effekt ausgeprägt in Erscheinung tritt. Das bedeutet, daß die
elektrische Energie hauptsächlich über die Oberfläche der Antriebswelle aus der Backmuffel
gelangt.
[0005] Die an der Oberfläche nach außen gelangende Hochfrequenzenergie wird nahe der Welle
von einem elektrisch leitenden Element, beispielsweise einer Klemmbrille, aufgenommen
und über die Backmuffelrückwand kurzgeschlossen. Dadurch wird nicht nur ein elektrisch
möglichst kurzer Weg realisiert, sondern auch sichergestellt, daß fertigungs- oder
betriebsbedingte Toleranzen (Wärmeausdehnung) kompensiert werden. Ein weiterer Vorteil
der Erfindung ergibt sich dann, wenn das aus der Backmuffel herausragende Stück der
Antriebswelle aufgerauht und/oder mit einer elektrisch schlecht leitenden Schicht
versehen wird. Aufgrund des bereits erwähnten Skin Effektes gelangt über eine aufgerauhte
Oberfläche weniger Hochfrequenzenergie nach außen als über eine glatte (Totlaufeffekt!).
[0006] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden beschrieben und anhand der
Figuren 1 und 2 näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 1b die aufgerauhte Oberfläche der Antriebswelle,
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0007] In Fig. 1a ist mit 10 ein Antriebsmotor bezeichnet, der über einen dreiarmigen Lagerbügel
16 an der nur teilweise dargestellten Rückwand 11 der Backmuffel eines Backofens angeflanscht
ist. Eine mit 12 bezeichnete Antriebswelle gelangt durch eine Öffnung 17 in den Backmuffelinnenraum
und treibt dort ein hier nicht näher gekennzeichnetes Lüfterrad an. Zwischen Backmuffelrückwand
11 und Antriebswelle 12 befindet sich eine mit 13 bezeichnete leitende Verbindung,
im hier beschriebenen Ausführungsbeispiel eine Klemmbrille. Die Klemmbrille 13 ist
an einer Buchse 14 befestigt. Weiterhin ist noch ein Abschirmblech 15 vorgesehen.
Die dargestellte Anordnung wirkt wie folgt: Gelangt hochfrequente Energie über die
Antriebswelle 12 durch die Öffnung 17 aus dem Backmuffelinnenraum nach außen, wird
sie durch die leitende Verbindung 13, in diesem Falle also durch eine Klemmbrille,
auf elektrisch sehr kurzem Wege über die Backmuffelrückwand kurzgeschlossen. Da der
Energietransport von hochfrequenter Energie aus dem Backmuffelinnenraum nach außen
wegen des Skin-Effektes im wesentlichen an der Oberfläche der Antriebswelle stattfindet,
gelangt durch diese Maßnahme keine hochfrequente Energie auf den Lagerbügel oder in
den Motor. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Buchse 14 durch das Abschirmblech
15 gehalten. Zweck des Abschirmbleches 15 ist eine weitere Hochfrequenzabschirmung.
Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Federelement 13 an der Buchse 14
befestigt. Bei anderer konstruktiver Gestaltung des Gebläses ist es auch denkbar,
daß die leitende Verbindung 13 mit dem dreiarmigen Lagerbügel 16 verbunden ist, die
Buchse also fehlt. Wesentlich ist, daß die nach außen gelangende hochfrequente Energie
auf kürzestem Wege über die Backmuffelrückwand kurzgeschlossen wird, so daß es nicht
zur Abstrahlung elektrischer Energie kommen kann. Durch Verwendung eines Federelementes
als leitender Verbindung werden darüber hinaus fertigungs- und betriebsbedingte Toleranzen
ausgeglichen.
[0008] Eine Möglichkeit, den nach außen gelangenden Anteil hochfrequenter Energie so gering
wie möglich zu machen, besteht darin, den Teil der Antriebswelle, der außerhalb der
Backmuffel liegt, aufzurauhen und/oder mit einer elektrisch schlecht leitenden Schicht
(Bezugszeichen 32, Fig. 1b) zu überziehen. Diese Maßnahmen dämpfen sowohl den Transport
der Hf-Energie aus der Rückwand (Verringerung der Leitfähigkeit), als auch die Abstrahlung
der Welle außerhalb der Backmuffel (Totlaufeffekt). Fig. 1b zeigt eine Antriebswelle,
die mit einer Rändelung 31 und mehreren Nuten 30 versehen ist. Als Überzug eignet
sich eine Graphitschicht.
[0009] Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung. Gleiche Bezugszeichen
bezeichnen die gleichen Elemente wie in Fig. 1. Die das Federelement tragende Buchse
14 ist hier direkt mit dem Lagerbügel 16 verbunden. Der Unterschied der beiden Ausführungsbeispiele
ergibt sich durch die verschiedene konstruktive Ausgestaltung der Backmuffelrückwand.
1. Umluftgebläse zum Umwälzen von Luft in der Backmuffel eines Backofens, insbesondere
eines kombinierten Umluft- und Mikrowellenofens, mit einem durch einen Lagerbügel
an der Backmuffelrückwand angeflanschten Elektromotor und einer durch eine Öffnung
der Backmuffelrückwand in die Backmuffel hineinragenden Antriebswelle, gekennzeichnet durch eine möglichst nahe an der Antriebswelle angebrachte leitende Verbindung zwischen
Antriebswelle und Backmuffelrückwand.
2. Umluftgebläse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die leitende Verbindung
durch ein Federelement hergestellt wird.
3. Umluftgebläse nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch ein mit der Backmuffelrückwand
leitend verbundenes Abschirmblech.
4. Umluftgebläse nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Tellerfeder oder eine
Klemmbrille als Federelement.
5. Umluftgebläse nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine an der Antriebswelle axial
frei verschiebbare Buchse.
6. Umluftgebläse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement an
der Buchse befestigt ist.
7. Umluftgebläse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Federelement am
Lagerbügel befestigt ist.
8. Umluftgebläse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der außerhalb der Backmuffel
befindliche Teil der Antriebswelle stark aufgerauht ist.
9. Umluftgebläse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Antriebswelle
mit einer Rändelung und/oder eingedrehten Nuten versehen ist.
10. Umluftgebläse nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der
Antriebswelle mit einem Material hohen elektrischen Widerstandes überzogen ist.