[0001] Die Erfindung betrifft einen Modenkoppler für Monopulsanwendungen nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1, wie er z.B. aus der DE-36 04 432 A1 bekannt ist. Eine ähnliche Anordnung
ist in der DE-36 04 431 A1 beschrieben.
[0002] Der aus der DE-36 04 432 A1 bekannte Modenkoppler besteht aus einem Haupthohlleiter:
in welchem mehrere Moden ausbreitungsfähig sind, und an den modenselektive Ein/Auskoppeltore
angesetzt sind. Die Ein/Auskoppeltore sind sämtlich einfache, an den Haupthohlleiter
angesetzte Norm-Hohlleiter, in denen nur der H₁₀-Grundwellentyp ausbreitungsfähig
ist.
[0003] Die Abmessungen des Haupthohlleiters sind bei dem bekannten Modenkoppler so groß
gewählt, daß alle relevanten Hohlleitermoden ausbreitungsfähig sind. Die Abmessungen
sind jedoch nicht so groß, daß sich unerwünschte Hohlleitermoden ausbreiten, die
zu fehlerhaften Empfangssignalen führen können. Durch modensensitive Auskopplung der
H₁₀- und der H₂₀-Welle erhält man ein Summen-und ein Differenzdiagramm (Peildiagramm)
in der Elevation. Der H₁₀-Mode wird am Ende des Hohlleiterzuges in gerader Linie ausgekoppelt,
nachdem der Haupthohlleiter stufenweise bis auf Normhohlleiterformat reduziert wurde.
Der H₂₀-Mode wird durch einen seitlich angesetzten Hohlleiter ausgekoppelt. Die (H₁₁+E₁₁)-Welle,
die das Differenzdiagramm im Azimut liefert, wird beim bekannten Modenkoppler im Haupthohlleiter
mit einem Trennblech in zwei gegenphasige Hohlleiterwellen überführt, wie im Prinzip
aus der EP-PS 0061 576 bekannt. Ihre Energie wird dann selektiv mit einem Koppelbügel
in den seitlich aufgesetzten Hohlleiter eingekoppelt.
[0004] Der ähnlich aufgebaute Modenkoppler für Monopulsanwendungen in einem Antennenspeisesystem
aus der DE-36 04 431 A1 dient ebenfalls zum Gewinnen von Winkelablagen in Azimut
und Elevation und besteht aus einem Haupthohlleiter, in welchem mehrere Moden ausbreitungsfähig
sind, und an den modenselektive Ein/Auskoppeltore angesetzt sind. Ein weiteres Ein/Auskoppeltor
zum Ein/Auskoppeln eines dem Summenmode orthogonalen Modes ist als einfacher, an
den Haupthohlleiter angesetzter Hohlleiter realisiert, in dem nur der H₁₀-Grundwellentyp
aus breitungsfähig ist. Ein metallischer Reflektor ist in den Haupthohlleiter eingesetzt,
der den orthogonalen Mode in den angesetzten Hohlleiter reflektiert.
[0005] Weitere Modenkoppler für Monopulsanwendungen sind z.B. im Lehrbuch von Skolnik, "Radar
Handbook", Mc Graw Hill 1970, Kap. 21, S. 18 ff, in der EP-PS 0061 576 und der EP-PS
0041 077 beschrieben.
[0006] Nachteil dieser letztgenannten bekannten Koppler ist jedoch, daß sie zum Gewinnen
eines der beiden Ablagesignale eine kompliziert herzustellende Auskopplung einschließlich
einer EH-Verzweigung (Magisches T) verwenden. Bei der im Lehrbuch von Skolnik beschriebenen
Anordnung tritt z.B. an einem Ausgang der EH-Verzweigung das vom (H₁₁+E₁₁)-Mode gebildete
Differenzsignal auf, während am zweiten Ausgang ein Anteil des Summensignals ausgekoppelt
werden kann. Dieser Anteil muß durch besondere Maßnahmen mit dem am eigentlichen Summentor
auszukoppelnden Summensignal zusammengeführt werden, was weiteren konstruktiven Aufwand
benötigt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Modenkoppler der eingangs genannten Art anzugeben,
der die Auskopplung weiterer Moden gestattet. Die Erfindung ist im Patentanspruch
1 gekennzeichnet. Die weiteren Ansprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen und
Ausführungsbeispiele der Erfindung.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren näher erläutert.
FIG. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel des er findungsgemäßen Modenkopplers.
In den Figuren 2a-d sind die Feldbilder der ausgenutzten Hohlleitermoden und die zugehörigen
Strahlungskeulen dargestellt.
Die Figuren 3a-b zeigen die möglichen Betriebsarten in einem Antennenspeisesystem.
[0009] Der Aufbau des Modenkopplers (FIG. 1) ist im Grundaufbau identisch mit der eingangs
zitierten bekannten Anordnung. Die Abmessungen eines Haupthohlleiters HH sind so groß
zu wählen, daß alle relevanten Hohlleitermoden ausbreitungsfähig sind. Die Abmessungen
dürfen jedoch nicht so groß sein, daß sich unerwünschte Hohlleitermoden ausbreiten,
die zu fehlerhaften Empfangssignalen führen können. Durch modensensitive Auskopplung
der H₁₀-und H₂₀-Welle, deren Feldbilder der FIG. 2a zu entnehmen sind, erhält man
ein Summen- und ein Differenzdiagramm (Peildiagramm) in der Elevation (FIG. 2b). Dieser
Teil der Anordnung ist mit der im Lehrbuch von Skolnik beschriebenen Anordnung identisch.
Der H₁₀-Mode wird am Ende des Hohlleiterzuges in gerader Linie ausgekoppelt, nachdem
der Haupthohlleiter HH stufenweise bis auf Normhohlleiterformat, H₄, reduziert wurde.
Der H₂₀-Mode wird durch einen seitlich angesetzten Hohlleiter H₃ ausgekoppelt. Die
(H₁₁+E₁₁)-Welle, die das Differenzdiagramm im Azimut liefert, wird beim erfindungsgemäßen
Modenkoppler im Haupthohlleiter HH mit einem Trennblech B in zwei gegenphasige Hohlleiterwellen
überführt, wie im Prinzip aus der EP-PS 0061 570 bekannt. Ihre Energie wird dann
selektiv mit einem Koppelbügel K in den seitlich aufgesetzten Hohlleiter H₂ eingekoppelt.
Die Figuren 2c und 2d zeigen das Feldbild und die Strahlungskeule der (H₁₁+E₁₁)-Welle.
[0010] Weiterhin enthält der erfindungsgemäße Modenkoppler Koppelöffnungen zum Auskoppeln
eines des H₁₀-Mode orthogonalen Modes, der als H₀₁-Mode bezeichnet wird. Sein Feldbild
und die Strahlungskeulen sind den Figuren 2c und 2d zu entnehmen. An der Vorderkante
des Trennblechs B wird der H₀₁-Mode reflektiert und in die symmetrisch an den Haupt-Hohlleiter
HH angeschlossenen Abgangshohlleiter H₁₁ und H₁₀ durch Schlitze ausgekoppelt. Diese
beiden Hohlleiter werden über eine H-Ebenen-Verzweigung HV zusammengeführt, so daß
im hohlleiter H₁ die Leistung des H₀₁-Modes abgeführt werden kann. Die Hohlleiterwellen
des H₁₀-Modes und des H₂₀-Modes werden vom Trennblech B nicht gestört.
[0011] In allen vom Haupthohlleiter abzweigenden Koppelhohlleitern ist nur der H₁₀-Grundwellentyp
ausbreitungsfähig. Sie werden vorzugsweise als Normhohlleiter ausgeführt. Statt des
Trennblechs B kann auch ein metallisiertes Dielektrikum verwendet werden, auf dem
die Koppelstrukturen ätztechnisch hergestellt sind.
[0012] Der einfache Aufbau des erfindungsgemäßen Modenkopplers erlaubt eine Herstellung
nach den Elektroforming-Verfahren.Diese Art der Herstellung ist speziell für Anwendungen
bei mm-Wellenlängen vorteilhaft.
[0013] Bei der Herstellung nach dem Elektroforming-Verfahren kann auf einfache Weise eine
Pyramidenhorn oder ein Rillenhorn am Antennenausgang des Modenkopplers integriert
werden, so daß Form und Breite der Strahlungskeulen des Antennenspeisesystems beeinflußt
werden können. Speziell die Ausführung mit einem Rillenhorn liefert den Vorteilgleicher
Strahlungskeulen für die beiden orthogonalen Summenmoden.
[0014] In FIG.3 sind die möglichen Betriebsarten des Antennenspeisesystems bei Verwendung
einer Reflektorantenne dargestellt (Hauptreflektor HR, Subreflektor SR). Wird das
Sendesignal S mit Hilfe eines PIN-Dioden-Schalters PS auf das H₁₀-Tor geschaltet (die
Zirkulatoren Z dienen zur Entkopplung von Sende-und Empfangszweig), so können mit
dem erfindungsgemäßen Modenkoppler MK folgende vom Ziel reflektierten Signale empfangen
werden (FIG. 3a):
H₁₀-Tor: Summensignal, in der Polarisationsrichtung nicht gedrehter Anteil (Σ
∥)
H₂₀-Tor, (H₁₁+ E₁₁)-Tor: Differenzsignale, in der Polarisationsrichtung nicht gedrehte
Anteile (Δe
∥ ,Δa
∥ )
H₀₁-Tor: Summensignal, in der Polarisationsrichtung um 90° gedrehter Anteil (Σ⊥).
[0015] Wird hingegen über das H₀₁-Tor gesendet, so werden folgende vom Ziel reflektierten
Signale empfangen (FIG.3b):
H₁₀-Tor: Summensignal, in der Polarisationsrichtung um 90° gedrehter Anteil (Σ⊥).
H₂₀-Tor, (H₁₁+ E₁₁)-Tor: Differenzsignale, in der Polarisationsrichtung um 90° gedrehte
Anteile (Δe⊥,Δa⊥ )
H₀₁-Tor: Summensignal, in der Polarisationsrichtung nicht gedrehter Anteil (Σ
∥).
[0016] Durch Umschalten des Sendesignals vom H₁₀-Tor auf das H₀₁-Tor oder umgekehrt kann
man sowohl nicht polarisationsdrehende als auch polarisationsdrehende Ziele mit maximaler
Empfindlichkeit detektieren und anpeilen, bzw. aus dem Verhältnis der Leistungen in
beiden Polarisationen auf Eigenschaften des Ziels schließen.
[0017] Außerdem können auf diese Weise die Reflexionen nicht erwünschter Ziele zum Teil
unterdrückt werden.
[0018] Zum Senden und Empfangen zirkularer Polarisation kann am Antennenausgang A des Modenkopplers
ein Polarisationswandler vorgesehen werden. Dieser Polarisationswandler muß auf alle
beteiligten Wellentypen wirken und ist deshalb als flächenhafte Anordnung vor dem
Modenkoppler anzuordnen (z.B. Scheibe aus doppelbrechendem Material). Die oben beschriebenen
Vorteile der Anordnung bleiben erhalten, da je nach dem Drehsinn des reflektierten,
i.A. elliptisch polarisierten Signals weiterhin zwischen Zielen, die den Drehsinn
der Welle bei der Reflexion beibehalten und solchen, die den Drehsinn umkehren unterschieden
werden kann.
1. Modenkoppler für Monopulsanwendungen in einem Antennenspeisesystem, zum Gewinnen
von Winkelablagen in Azimut und Elevation mit einem Haupthohlleiter in welchem mehrere
Moden ausbreitungsfähig sind, und an den modenselektive Ein/Auskoppeltore angesetzt
sind, wobei die Ein/Auskoppeltore sämtlich einfache, an den Haupthohlleiter angesetzte
Norm-Hohlleiter sind, in denen nur der H₁₀-Grundwellentyp ausbreitungsfähig ist, wobei
ein Trennblech im Haupthohlleiter den (H₁₁+ E₁₁)-Mode in zwei gegenphasige Hohlleiterwellen
überführt und über einen Koppelbügel in einen seitlich aufgesetzten zweiten Hohlleiter
einkoppelt, wobei die Vorderkante des Trennblechs als Reflektor für den H₀₁ Mode ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der H₀₁-Mode in zwei symmetrisch an den Haupthohlleiter (HH) angesetzte erste
Hohlleiter (H₁₁, H₁₂) und über eine H-Ebenen-Verzweigung (HV) in einem gemeinsamen
Abgangshohlleiter (H₁) ausgekoppelt ist.
2. Modenkoppler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Trennblech (B) ein
metallisiertes Dielektrikum ist, auf welchem die Koppelstrukturen ätztechnisch hergestellt
sind.
3. Modenkoppler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
er an ein Pyramidenhorn als Antenne angeschlossen ist.
4. Modenkoppler nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß er an
ein Rillenhorn als Antenne angeschlossen ist.
5. Modenkoppler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch seine
Herstellung im Elektroforming-Verfahren.
6. Modenkoppler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
im antennenseitigen Ausgang ein Polarisationswandler eingefügt ist.
7. Modenkoppler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Polarisationswandler
aus einer Scheibe eines doppelbrechenden Materials besteht.
8. Modenkoppler nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Polarisationswandler
aus einer metallischen Gitterstruktur besteht.