[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Erzeugen von Tintentröpfchen unterschiedlicher
Größe in einer Tintendruckeinrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Bekannte Tintendruckköpfe, die nach dem Thermowandlerprinzip (Bubble-Jet) arbeiten,
weisen eine Matrix von Einzeldüsen auf, aus denen unter Einwirkung einer elektronischen
Steuerung definiert Einzeltröpfchen ausgestoßen werden. Jede Düse ist an einen Tintenkanal
angeschlossen, in welchem mittels eines Aktors Druckwellen in der Tintenflüssigkeit
erzeugt werden. Das Verfahren zum Druckaufbau in der Tintenflüssigkeit beruht auf
der Erzeugung kleiner Mikrobläschen. Unter jedem Tintenkanal befindet sich in einem
bestimmten Abstand zur Austrittsdüse als Aktor ein elektrothermisches Wandlerelement
(Heizelement) in Form eines Dünnfilmwiderstandes. Durch kurzzeitiges Bestromen eines
dieser Wandlerelemente wird die unmittelbar darüberliegende Tintenflüssigkeit in
einer dünnen Schicht auf hohe Übertemperaturen erhitzt. Im Laufe der nachfolgenden
Verdampfung der erhitzten Tintenflüssigkeit entsteht über dem Heizelement eine Dampfblase
(Bubble) mit hohem Innendruck, deren Expansion einen Ausstoß der in dem entsprechenden
Tintenkanal befindlichen Tintenflüssigkeit durch die Düse bewirkt. Dabei besteht
neben fluidmechanischen Einflüssen, die durch die Kanal- und Düsengeometrie gegeben
sind, auch eine Proportionalität zwischen dem Tintentröpfchenvolumen und der Oberfläche
des Heizelementes, welche die Größe der entsprechenden Dampfblase mitbestimmt.
[0003] Sollen mit solchen Tintendruckeinrichtungen Schriften verschiedener Schriftqualitäten,
beispielsweise Schriften in einer sog. Entwurfsqualität (Draft Quality, DQ) und in
einer sog. Schönschrift (Near Letter Quality, NLQ) erzeugt werden, so ist es vorteilhaft,
Tintentröpfchen unterschiedlicher Größen und damit unterschiedlicher Tröpfchenvolumina
zu erzeugen. Damit ist einerseits eine verbesserte Schriftqualität (Schwärzungsgrad)
bei hoher Druckgeschwindigkeit und andererseits eine verminderte Auflösung durch größere
Tintentröpfchen, z.B. im "Draft"-Mode möglich. Außerdem werden solche Tintendruckeinrichtungen
als Ausgabegeräte für Grafik eingesetzt, was erfordert, daß sog. Grau- oder Farbstufen
darstellbar sein müssen. Insbesondere besteht durch die Erzeugung von Tintentröpfchen
unterschiedlicher Größe bei Farbdruck die Möglichkeit, eine Übersättigung des Druckpapiers
mit Lösungsmitteln zu vermeiden.
[0004] Zur Erzeugung von Tintentröpfchen unterschiedlicher Größe ist es aus der EP-A1-0203534
bekannt, bei einer Tintenschreibeinrichtung mit piezoelektrischen Wandlerelementen,
die jeweils den Tintenkanälen des Schreibkopfes zugeordnet sind, diese mit einer einstellbaren
Anzahl von Ansteuerimpulsen anzusteuern. Die Folgefrequenz der Ansteuerpulse ist
dabei auf die Resonanzfrequenz des Tintenkanals abgestimmt und die Ansteuerimpulse
folgen zeitlich derart aufeinander, daß ein durch nachfolgende Ansteuerimpulse bewirkter
Ausstoß einer kleinen Tintenmenge aus der Austrittsöffnung des Tintenkanals jeweils
noch vor der Ablösung des durch den ersten Ansteuerimpuls bewirkten Tintentröpfchens
von der Austrittsöffnung auftritt.
[0005] Aus der WO 87/03363 ist eine Tintendruckeinrichtung nach dem Thermowandlerprinzip
beschrieben, mit der acht verschiedene Graustufen bzw. Halbtöne erzeugt werden können.
[0006] Hierzu sind drei Tröpfchenerzeuger vorgesehen, die aufgrund unterschiedlicher Fläche
der Thermowandler unterschiedliche Tröpfchenvolumina ausstoßen, die binär gewichtet
sind. Durch sequentielles Abspritzen von Tröpfchen aus den verschieden großen Düsenöffnungen
auf ein und desselben Pixels werden die acht möglichen Graustufen oder Halbtöne erzeugt.
Zusätzlich ist noch ein Tröpfchenerzeuger zum Emittieren von farbloser Tintenflüssigkeit
vorgesehen, die unmittelbar auf ein von den anderen Düsen ausgestoßenen Tintentröpfchen
aufgebracht wird, wodurch weiche Konturen der farbigen Tintentröpfchen erreicht werden.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, für eine Tintendruckeinrichtung der eingangs genannten
Art Maßnahmen zur Steuerung der Tintentröpfchenvolumina anzugeben, die auf einfache
Weise und ohne Verringerung der Druckgeschwindigkeit und des Auflösungsvermögens
Halbtonbilder bzw. Grau- oder Farbstufen aus Einzelpunkten unterschiedlicher Größe
erzeugt.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 angegebenen
Merkmalen gelöst.
[0009] Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0010] Durch geeignete Geometrie der Thermowandler in Verbindung mit auf diese Thermowandlergeometrie
abgestimmten Ansteuerungsimpulsen können gezielt Tintentröpfchen unterschiedlicher
Volumina aus den Austrittsdüsen ausgestoßen werden. Da die Oberfläche der Thermowandler
die Größe der entstehenden Dampfblase mitbestimmt und die Verdampfung der Tintenflüssigkeit
erst oberhalb einer kritischen Verdampfungstemperatur schlagartig einsetzt, werden
erfindungsgemäß Thermowandlergeometrien mit inhomogener Wärmeerzeugungsrate verwendet,
wobei sowohl über die Amplitude als auch über die Dauer der Ansteuerimpulse die zur
Dampfblasenbildung beitragenden Wärmeerzeugungsabschnitte z.B. die wirksame Fläche
der Thermowandler gesteuert werden kann.
[0011] Werden die Thermowandler in mehrere Blasenerzeugungsabschnitte unterteilt, so können
sie einerseits zur Erzeugung von entsprechend der Anzahl dieser Abschnitte verschiedenen
Tröpfchenvolumina verwendet werden und andererseits ist es neben der Erzeugung von
Graustufen möglich, auch im sog. Draft-Mode einen bei Schönschreibmodus (NLQ) erreichbaren
Schwärzungsgrad zu erzielen und damit bei der Anfertigung von Farbdrucken durch Verringern
der Tröpfchenmasse eine optimale Farbdeckung ohne Übersättigung des Aufzeichnungsträgers
mit Lösungsmitteln zu erreichen.
[0012] Die erfindungsgemäße Variation der Thermowandlergeometrie zur gesteuerten Erzeugung
unterschiedlicher Tintentröpfchenvolumina zeichnet sich dabei durch eine besonders
einfache technologische Realisierbarkeit aus, da auf zusätzliche elektrische Steuerleitungen
auf dem Dünnfilmsubstrat verzichtet werden kann.
[0013] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Tintendruckeinrichtung gemäß der Erfindung
anhand von Zeichnungen beschrieben. Dort zeigen
Figur 1 Beispiele von Thermowandlern zur Erzeugung von Tintentröpfchen unterschiedlicher
Volumina,
Figur 2 Temperaturverläufe von Wärmeerzeugungsabschnitten der Thermowandler nach Figur
1 bei verschiedenen elektrischen Ansteuerimpulsen,
Figur 3 weitere Beispiele von Thermowandlern zur Erzeugung von zwei verschieden großen
Tintentröpfchen und
Figur 4 Beispiele für eine Heizelementgeometrie zur Erzeugung von drei verschiedenen
Tröpfchengrößen.
[0014] In der Figur 1 sind Draufsichten von verschieden geometrisch gestalteten Thermowandlern
1 dargestellt, welche jeweils an ihren Stirnseiten mit Stromzuführungen 2 ,3 in Form
von Leiterbahnen kontaktiert werden. Thermowandler 1 und Leiterbahnen 2,3 können
dabei beispielsweise durch Vakuumabscheidung geeigneter elektrisch leitfähiger Legierungen
(z.B. Hafniumdiborid HfB₂ für die Thermowandler) oder Metalle (z.B. Aluminium Al für
die Leiterbahnen) auf ein Grundoxyd mit anschließender fototechnischer Strukturierung
erzeugt werden.
[0015] Die Figur 1a zeigt einen herkömmlichen, rechteckförmigen Thermowandler 1, der primär
zur Erzeugung von Tintentröpfchen einer Größe geeignet ist. Durch die Rechteckform
des Thermowandlers ergibt sich eine homogene Wärmeerzeugungsrate (Wärmeerzeugungsrate
= thermische Leistung/Fläche =

Eine Modulation der Tintentröpfchenmasse ist bei einer solchen homogenen Wärmeerzeugungsrate
durch Verändern der Amplitude und/oder der Impulsdauer der Ansteuerspannung nur in
einem sehr geringen Maße möglich, da nach dem Einsetzen der Verdampfung der gesamte
Thermowandler von einer Dampfschicht bedeckt und damit von dem Thermowandler thermisch
entkoppelt ist.
[0016] Zur Erzeugung von Tintentröpfchen kontinuierlicher Größe dient ein Thermowandler,
dessen geometrische Ausgestaltung anhand von Figur 1b erläutert wird. Dieser Thermowandler
weist eine Länge 1 auf und verläuft, ausgehend von einer rechten Stromzuführung 2
konisch zu einer linken Stromzuführung 3, so daß die Fläche des Thermowandlers in
Richtung zur linken Stromzuführung 2 stetig abnimmt. Die Breite des Thermowandlers
an der rechten Stromzuführung 2 ist mit b₁, die Breite an der linken Stromzuführung
3 mit b₀ bezeichnet. Legt man darüber hinaus an der Stirnseite der linken Stromzuführung
3 den Fußpunkt einer laufenden Koordinate x fest, so erhält man für die Breite b (x)
folgende Beziehung:
b (x) = b₀ + ((b₁ - b₀) / 1) · x mit b₀ < b₁.
[0017] Aufgrund er sich dadurch einstellenden ungleichen Stromdichteverteilung wird bei
konstanter Impulsdauer und relativ kleiner Amplitude der Ansteuerspannung die zur
Verdampfung notwendige Temperatur T
V zuerst in der Nähe der linken Stromzuführung 3 erreicht. Dabei werden kleinvolumige
Tintentröpfchen emittiert. Mit Erhöhung der Ansteuerspannung oder auch Verlängerung
der Impulsdauer vergrößert sich die zur Blasenbildung wirksame Fläche über dem Thermowandler
in Richtung der rechten Stromzuführung 2, d.h. es werden Tintentröpfchen mit größerem
Volumen ausgestoßen. Prinzipiell ist mit einem Thermowandler konischer Geometrie eine
über Amplitude und/oder Impulsdauer der Ansteuerspannung kontinuierliche Abstimmung
der Tintentröpfchenvolumina innerhalb gewisser, durch die Kanal- und Düsengeometrie
gegebener Grenzen möglich.
[0018] Während mit dem Thermowandler nach Figur 1b Tintentröpfchen kontinuierlicher Größe
erzeugt werden können, eignen sich die Thermowandler nach den Figuren 1c bis 1e zur
Erzeugung zweier diskreter, voneinander unterschiedlicher Tröpfchenvolumina. Die
Thermowandler sind dabei in Bereiche unterschiedlicher Breite bei gleicher Schichtdicke
(Fig. 1c, 1d) oder in Bereiche unterschiedlicher thermischer oder elektrischer Eigenschaften
unterteilt (Figur 1e).
[0019] Der Thermowandler nach Figur 1c weist innerhalb seiner Längserstreckung eine abgestufte
Kontur auf, so daß sich die Fläche dieses Thermowandlers aus zwei unterschiedlich
breiten Rechtecken zusammensetzt. Das an die linke Stromzuführung 3 angrenzende Rechteck
besitzt eine Breite b₁, das an die rechte Stromzuführung 2 angrenzende Rechteck besitzt
eine Breite b₂, wobei die Breite b₁ kleiner ist als die Breite b₂. Durch eine solche
Aufteilung der Fläche des Thermowandlers bei gleicher Schichtdicke werden zwei unterschiedliche
Wärmeerzeugungsabschnitte W₁, W₂ geschaffen.
[0020] In Figur 1d ist der Thermowandler in Form eines einfachen Rechteckes abgebildet,
welches zur Erzeugung von zwei unterschiedlichen Tröpfchenvolumina einen Isolationsspalt
4 aufweist. Die Länge des Isolationsspaltes 4 innerhalb des Thermowandlers legt dabei
die beiden Wärmeerzeugungsabschnitte W₁, W₂ mit der wirksamen Breite 2 · b₃ im Wärmeerzeugungsabschnitt
W₁ und der Breite b₂ im Wärmeerzeugungsabschnitt W₂ fest.
[0021] Eine weitere Möglichkeit zur Erzeugung einer ungleichförmigen Wärmeverteilung im
Thermowandler ist in Figur 1e gezeigt. Der Thermowandler besteht dabei aus zwei Wärmeerzeugungsabschnitten
W₁, W₂ unterschiedlicher Schichtdicke (d
i) und/oder Schichtmaterialien, d.h. Materialien mit voneinander verschiedenen elektrischen
(spezifischer Widerstand ρ
i) und/oder thermischen Eigenschaften (Temperaturleitfähigkeit a
i).
[0022] Allen anhand der Figuren 1b bis 1e gezeigten Ausführungsbeispielen von Thermowandlern
ist gemeinsam, daß die absoluten Tröpfchengrößen durch die Einzelflächen der Wärmeerzeugungsabschnitte
W₁, W₂ bestimmt sind. Eine kleine erhitzte Fläche bewirkt dabei den Ausstoß eines
kleinen Tröpfchens, die gesamte Fläche dient zum Erzeugen von großen Tröpfchen, während
das Übersprechen, d.h. die Güte der Trennung kleiner und großer Tröpfchen, durch das
Verhältnis der Wärmeerzeugungsraten bzw. der Oberflächentemperaturen der einzelnen
Wärmeerzeugungsabschnitte W₁, W₂ gegeben ist.
[0023] Die Funktionsweise der Thermowandler ist anhand der zeitabhängigen Temperaturen
der Wärmeerzeugungsabschnitte W₁, W₂ bei verschiedenen Ansteuerungsimpulsen in Figur
2 näher dargestellt.
[0024] In Figur 2a sind Amplitude und Pulsdauer Δt₁ der Ansteuerspannung für die Thermowandler
nach Figur 1 so gewählt, daß die zum Einsetzen der Blasenbildung notwendige Temperatur
T
V nur von dem Teilabschnitt W₁ des Thermowandlers, welcher aufgrund z.B. seiner geringeren
Breite die höhere Wärmeerzeugungsrate aufweist (Fig. 1c), überschritten wird. Nach
dem Einsetzen der Verdampfung zum Zeitpunkt t
v steigt die Temperatur T des Teilabschnittes W₁ bis zur Beendigung des Heizimpulses
zum Zeitpunkt t₁ stärker an, da der Wärmefluß zwischen dem Teilabschnitt W₁ und der
Tintenflässigkeit durch die Blasenbildung stark verringert wird. Der Temperaturverlauf
vom Zeitpunkt des Verdampfungsbeginns t
V bis zum Einsetzen der Kondensation zum Zeitpunkt t
K kennzeichnet die Expansion der Dampfblase, wobei diese mechanische Arbeit verrichtet
und der Tintenstrahl aus der Düse ausgestoßen wird. Da der Teilabschnitt W₂ des Thermowandlers
aufgrund seiner niedrigeren Wärmeerzeugungsrate (z.B. durch größere Breite dieses
Abschnittes gegenüber dem Teilabschnitt W₁, vgl. Fig. 1c) nicht die zum Einleiten
der Verdampfung notwendige Temperatur erreicht, trägt dieser nicht zur Tröpfchenbildung
bei. Das Volumen des emittierten kleinen Tröpfchens wird somit durch die Fläche des
Wärmeerzeugungsabschnittes W₁ bestimmt.
[0025] Zur Erzeugung größerer Tintentröpfchen muß zusätzlich der Wärmeerzeugungsabschnitt
W₂ die zum Einleiten der Verdampfung notwendige Temperatur T
V überschreiten. Dies kann auf einfache Weise durch Erhöhung der Amplitude der Ansteuerspannung
und/oder durch die Verlängerung der Heizimpulsdauer erreicht werden.
[0026] In Figur 2b ist zur Erzeugung eines größeren Tintentröpfchens eine Ansteuerspannung
gewählt, deren Impulsdauer identisch und deren Amplitude größer ist als die Amplitude
der Ansteuerspannung im vorhergehenden Beispiel. Die Verdampfungs temperatur T
V wird deshalb von beiden Wärmeerzeugungsabschnitten W₁, W₂ erreicht, so daß die gesamte
Fläche des Thermowandlers zur Tröpfchenbildung beiträgt. Dieselbe Wirkung wird erreicht,
wenn nicht die Amplitude der Ansteuerungsspannung erhöht wird, sondern die Heizimpulsdauer
gegenüber der Heizimpulsdauer nach Figur 2c verlängert wird (Δt₂ > Δt₁).
[0027] Im Hinblick auf die Lebensdauer der Thermowandler und um eine zweite unkontrollierte
Verdampfung auszuschließen, ist dabei eine unnötige thermische Überlastung des Teilabschnittes
mit der größeren Wärmeerzeugungsrate (Wärmeerzeugungsabschnitt W₁) bzw. Oberflächentemperatur
zu vermeiden.
[0028] Da die im Wärmeerzeugungsabschnitt W₁ zuerst einsetzende Blasenbildung in der Tintenflüssigkeit
unter Umständen eine Verdampfung im Wärmeerzeugungsabschnitt W₂ initiieren kann, ist
es vorteilhaft, zur Verbesserung des Übersprechverhaltens Thermowandlergeometrien
zu verwenden, bei denen die Blasenerzeugungsabschnitte durch kältere Bereiche, d.h.
Bereiche mit gegenüber den Blasenerzeugungsabschnitten niedrigeren Wärmeerzeugungsraten
oder kleinerer Temperaturleitfähigkeiten voneinander getrennt sind.
[0029] Die Figur 3 zeigt Ausführungsbeispiele von Thermowandlern, deren Wärmeerzeugungsabschnitte
W₁, W₂ durch Trennbereiche T₁, T₂ voneinander thermisch entkoppelt sind. Wie in Figur
3a dargestellt ist, läßt sich die thermische Trennung der beiden Wärmeerzeugngsabschnitte
W₁, W₂ durch eine lokal verbreiterte Widerstandsgeometrie erreichen. Die beiden Wärmeerzeugungsabschnitte
W₁, W₂ mit ihren Breiten b₁ und b₂ bilden keine Grenzschicht, an der sie unmittelbar
aneinanderstoßen (vgl. Figur 1c), sondern sind mit Hilfe eines gegenüber den Wärmeerzeugungsabschnitten
W₁, W₂ verbreiterten rechteckförmigen Steges 5, der eine Breite b₃ aufweist, thermisch
entkoppelt (b₃ > b₁, b₂).
[0030] Eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung des Übersprechverhaltens wird anhand Figur
3b erläutert. Die thermische Trennung der Wärmeerzeugungsabschnitte W₁, W₂ geschieht
dabei durch Einfügen eines niederohmigen Widerstandsmaterials zwischen die beiden
Wärmeerzeugungsabschnitte W₁ und W₂. Der Thermowandler ist in zwei Teilabschnitte
rechteckförmiger Gestalt eingeteilt, die zwar dieselben thermischen und elektrischen
Eigenschaften (spezifischer Widerstand ρ₁, Schichtdicke d₁ und Temperaturleitfähigkeit
a₁) aufweisen, aber unterschiedlich breit sind (b₁ > b₂). Der Trennbereich T₁ ist
durch ein Material mit einem spezifischen Widerstand ρ₂ < ρ₁ gekennzeichnet. Die gleiche
Wirkung, nämlich eine thermische Trennung zwischen den Wärmeerzeugungsabschnitten
W₁, W₂ kann auch dadurch erreicht werden, daß das Material im Trennbereich T₁ eine
gegenüber den Wärmeerzeugungsabschnitten W₁, W₂ größere Schichtdicke d₂ > d₁ oder
eine gegenüber den Wärmeerzeugungsabschnitten W₁, W₂ niedrigere Temperaturleitfähigkeit
a₂ < a₁ aufweist.
[0031] Da die Lage der Thermowandler im Tintenkanal ebenfalls Einfluß auf die emittierte
Tröpfchenmasse hat, ist auch eine räumliche Trennung der Wärmeerzeugungsabschnitte
W₁, W₂ gemäß Figur 3c möglich. Ein zwischen die einzelnen Wärmeerzeugungsabschnitte
W₁, W₂ mit ihren unterschiedlichen Breiten b₁, b₂ eingefügter Trennbereich T₂ weist
eine Länge Δ1 auf und kann beispielsweise durch ein Material realisiert sein, aus
dem auch die Stromzuführungen 2,3 bestehen (z.B. Aluminium Al). Darüber hinaus sind
auch Kombinationen der anhand der Figuren 3a und 3b gezeigten Thermowandlergeometrien
mit einer solchen zusätzlichen räumlichen Trennung der Wärmeerzeugungsabschnitte
W₁, W₂ möglich.
[0032] Die Figur 4 zeigt, daß die Thermowandler durch entsprechende Unterteilung in Blasenerzeugungsabschnitte
auch zur Erzeugung von mehr als zwei verschiedenen Tintentröpfchenvolumina verwendet
werden können. So sind in der Figur 4a und 4b Thermowandlergeometrien angegeben, die
sich zum Ausstoß von drei Tintentröpfchen unterschiedlicher Größe eignen. Die einzelnen
Wärmeerzeugungsabschnitte W₁, W₂ und W₃ werden dabei entweder analog der Anordnung
nach Figur 1c durch unterschiedliche Breiten b₁, b₂ und b₃ bei gleicher Schichtdicke
d₁ allein (b₁ < b₂ < b₃) oder zusätzlich zur thermischen Entkopplung dienenden lokal
verbreiterten Widerstandsgeometrien nach Figur 3a erzeugt (b₁ < b₂ < b₃, b₄ < b₅).
Selbstverständlich sind auch bei Unterteilung des Thermowandlers in eine Vielzahl
von Wärmeerzeugungsabschnitten alle oben angegebenen Maßnahmen zur Verbesserung der
Tröpfchenseparation und Kombinationen daraus anwendbar.
[0033] Da bei den vorgestellten Methoden die primäre Voraussetzung zur Erzeugung verschiedener
Tröpfchengrößen sich zeitlich unterschiedlich entwickelnde Oberflächentemperaturen
der einzelnen Wärmeerzeugungsabschnitte sind, sei auf eine weitere Möglichkeit, dieses
zu erreichen, hingewiesen. Dazu werden die Thermowandler herkömmlicher Geometrie (vgl.
Figur 1a) mit konstanter Schichtdicke und Schichtbreite mit einer Deckschicht niedriger
Wärmeleitfähigkeit (z.B. Siliziumdioxyd SiO₂) so abgedeckt und strukturiert, daß
über dem Thermowandler Bereiche unterschiedlicher Deckschichtdicke entstehen oder
es werden die Thermowandler partiell mit weiteren schlecht wärmeleitenden Schichten
abgedeckt. Die so geschaffenen Bereiche entsprechen in ihrer Funktion dabei ebenfalls
den schon beschriebenen Wärmeerzeugungsabschnitten und sind auf die gleiche Weise
zur Erzeugung verschiedener Tröpfchengrößen verwendbar.
1. Anordnung zum Erzeugen von Tintentröpfchen unterschiedlicher Größe in einer nach
dem Thermowandlerprinzip arbeitenden Tintendruckeinrichtung mit folgenden Merkmalen:
a) in Tintenkanälen der Tintendruckeinrichtung sind eine Vielzahl von elektrothermischen
Wandlerelementen (1) angeordnet, die durch individuelle Ansteuerimpulse im betreffenden
Tintenkanal eine Tintendampfblase erzeugen, welche ein bestimmtes Tintenvolumen als
Tröpfchen aus einer den Tintenkanal abschließenden Austrittsdüse ausstoßen,
b) die elektrothermischen Wandlerelemente (1) sind in verschiedene Wärmeerzeugungsabschnitte
(W₁...W₃) derart unterteilt, daß eine inhomogene Wärmeerzeugungsrate erzeugbar ist.
c) über die Amplitude und/oder die Dauer der Ansteuerimpulse werden die zur Dampfblasenbildung
beitragenden Wärmeerzeugungsabschnitte (W₁...W₃) der elektrothermischen Wandlerelemente
(1) gesteuert.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeerzeugungsabschnitte (W₁...W₃) durch unterschiedliche Breiten (b₁, b₂)
bei gleicher Schichtdicke (di) der elektrothermischen Wandlerelemente (1) gebildet sind.
3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeerzeugungsabschnitte (W₁...W₃) aus Bereichen unterschiedlicher Schichtdicken
(di) und/oder Schichtmaterialien (ρi, ai) der elektrothermischen Wandlerelemente (1) gebildet sind.
4. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeerzeugungsabschnitte (W₁... W₃) durch einen Isolationsspalt (4) innerhalb
eines Teiles der elektrothermischen Wandlerelemente (1) gebildet sind.
5. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeerzeugungsabschnitte (W₁...W₃) thermisch voneinander durch Einfügen
eines Trennbereiches (T₁) mit niedrigerer Wärmeerzeugungsrate thermisch getrennt sind.
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeerzeugungsabschnitte ( W₁...W₃) durch eine lokal verbreiterte Widerstandsgeometrie
der elektrothermischen Wandlerelemente (1) thermisch entkoppelt sind.
7. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeerzeugungsabschnitte (W₁...W₃) durch Einfügen eines Trennbereiches (T2)
räumlich getrennt sind.
8. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der elektrothermischen Wandlerelemente (1) konische Gestalt aufweist.
9. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Amplitude des Ansteuerimpulses so gewählt wird, daß die zur Verdampfung der
Tintenflüssigkeit notwendige Temperatur (TV) zuerst nur in dem Wärmeerzeugungsabschnitt (W₁) mit der größten Wärmeerzeugungsrate
erreicht wird und durch Erhöhung der Amplitude des Ansteuerimpulses diese Temperatur
(TV) in den restlichen Wärmeerzeugungsabschnitten (W₂, W₃) erreicht wird.
10. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Impulsdauer des Ansteuerimpulses so gewählt wird, daß die zur Verdampfung
der Tintenflüssigkeit notwendige Temperatur (TV) zuerst nur in dem Wärmeerzeugungsabschnitt (W₁) mit der größten Wärmeerzeugungsrate
erreicht wird und durch Verlängerung der Heizimpulsdauer diese Temperatur (TV) in den restlichen Wärmeerzeugungsabschnitten (W₂, W₃) erreicht wird.