| (19) |
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(11) |
EP 0 372 223 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.04.1994 Patentblatt 1994/15 |
| (22) |
Anmeldetag: 02.11.1989 |
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Sinterwerkstoff auf Kupferbasis, dessen Verwendung sowie Verfahren zur Herstellung
von Formteilen aus dem Sinterwerkstoff
Copper-based sintering material, its use and process for preparing work pieces from
this material
Matériau de frittage à base de cuivre, son utilisation ainsi que procédé de préparation
d'ébauches à partir de ce matériau de frittage
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
12.11.1988 DE 3838461
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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13.06.1990 Patentblatt 1990/24 |
| (73) |
Patentinhaber: SINTERMETALLWERK KREBSÖGE GMBH |
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42477 Radevormwald (DE) |
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Erfinder: |
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- Krentscher, Bernd
D-5608 Radevormwald (DE)
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| (74) |
Vertreter: Maxton, Alfred, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte
Maxton Maxton Langmaack
Postfach 51 08 06 50944 Köln 50944 Köln (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
GB-A- 2 024 258
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GB-A- 2 045 806
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN, Band 10, Nr. 230 (C-365), 9. August 1986;& JP-A-61 064
838 (TOYOTA) 04-03-1986
- WPI, FILE SUPPLIER, AN 79-87077B (48), Derwent Publications Ltd, London, GB; & JP-A-50
153 706 (MITSUBISHI) 11-12-1975
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Bemerkungen: |
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The file contains technical information submitted after the application was filed
and not included in this specification |
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen gegen Wärme und mechanische Beanspruchung, insbesondere
Stoß und Reibung, beständigen, aus einem Grundmetallpulver hergestellten Sinterwerkstoff
zur Herstellung von Formteilen. Außerdem betrifft die Erfindung die Verwendung des
eingangs genannten Sinterwerkstoffes sowie ein Verfahren zur Herstellung von Formteilen
aus dem Sinterwerkstoff.
[0002] Aus einem derartigen Sinterwerkstoff werden beispielsweise Formteile für Maschinen
hergestellt, die heißen Gasen oder Gasgemischen, wie Verbrennungsgasen, ausgesetzt
sind. Dies trifft für Teile von Kolbenmaschinen zu, beispielsweise Ventilsitzringe.
[0003] Aus der DE-PS 21 14 160 ist ein Sinterwerkstoff bekannt, der aus einem Eisenbasiswerkstoff
besteht, dem Kohlenstoff und Blei sowie andere Legierungsbestandteile zugesetzt sind.
Dieser Sinterwerkstoff soll gegenüber vorbekannten eine erhöhte Wärmeleitfähigkeit
besitzen. Warm- und Erosionsfestigkeit der aus dem Sinterwerkstoff hergestellten Ventilsitzringe
sollen ebenfalls erhöht sein. Der Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit sowie der Erosionsfestigkeit
sind aber dadurch verhältnismäßig niedrige Grenzen gesetzt, daß der Basiswerkstoff
ein Eisenbasiswerkstoff ist.
[0004] Ein anderer Sinterwerkstoff zur Fertigung von Ventilsitzringen ist aus der JP-A-50
153 706 bekannt. Dieser Sinterwerkstoff setzt sich zum einen aus einer Eisenbasismischung
als Hartphase und zum anderen auf einem Grundmetallpulver zusammen, das aus einer
Mischung aus Kupfer- und Kobaltpulver besteht. Der Sinterwerkstoff weist zwar eine
verbesserte Wärme- und Abriebfestigkeit bei höheren Temperaturen auf, jedoch sind
auch hier wegen des hohen Anteils des Eisenbasiswerkstoffs (bis zu 60 Gewichtsprozenten)
der Wärmeleitfähigkeit Grenzen gesetzt. Auch bei diesem Sinterwerkstoff kann es daher
zu unerwünschten Ablagerungen und Verkrustungen insbesondere im Bereich der Hohlkehle
des Ventiltellers kommen. Ferner besteht ein Nachteil darin, daß zur Herstellung des
Sinterwerkstoffs reines Kobaltpulver verwendet wird, das als krebserregend gilt.
[0005] Ein Ventilsitzring für eine Hubkolben-Brennkraftmaschine ist aus der DE-OS 35 28
526 bekannt. Dort ist der Ventilsitz aus zwei Ringen gebildet, von denen der an der
Sitzfläche des Ventils angeordnete innere Ventilring aus einem warmfesten, nicht pulvermetallurgisch
hergestellten Werkstoff hoher Härte besteht, während der im Sitz angeordnete äußere
Sitzring aus einem gut wärmeleitfähigen, ebenfalls nicht pulvermetallurgisch hergestellten
Werkstoff gefertigt ist. Es ist aber zu beachten, daß die größte Wärme im Bereich
der Sitzfläche des Ventils und damit den inneren Ventilringes auftritt. Von dort soll
sie zunächst durch den inneren Ventilring und dann durch den äußeren Sitzring abgeleitet
werden. Hierfür eignet sich der für den inneren Ventilring vorgesehene warmfeste Werkstoff
hoher Häre nur begrenzt, da er lediglich eine übliche Wärmeleitfähigkeit besitzt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sinterwerkstoff zu schaffen, dessen
Beständigkeit gegen Wärme und mechanische Beanspruchung, wie Stoß und Reibung, wesentlich
größer ist als diejenige bekannter Sinterwerkstoffe. Dabei liegt der Erfindung die
besondere Aufgabe zugrunde, einen Sinterwerkstoff zu schaffen, der sich zur Fertigung
von Ventilsitzringen eignet.
[0007] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß sich der Sinterwerkstoff
aus einem Grundmetallpulver und einer Hartphase zusammensetzt, wobei das Grundmetallpulver
aus einem Kupferanteil von 70 bis 100 Gewichtsprozenten und einem Legierungsanteil
von 0 bis 30 Gewichtsprozenten Chrom und/oder Eisen und/oder Mangan und/oder Nickel
und/oder Wolfram und/oder Kohlenstoff besteht, daß die Hartphase aus einem hochlegierten
Zusatzmetallpulver auf Kobalt-Basis besteht, daß sich aus Chrom und/oder Nickel und/oder
Wolfram und/oder Kohlenstoff, Rest Kobalt zusammensetzt, wobei der Anteil der Hartphase
im Sinterwerkstoff höchstens 30 Gewichtsprozent beträgt.
[0008] Dieser Sinterwerkstoff weist - wie auch bekannte Sinterwerkstoffe - zusätzlich die
herstellungsbedingten Verunreinigungen auf.
[0009] Gegenüber Sinterwerkstoffen auf Eisenbasis besitzt der Sinterwerkstoff gemäß der
Erfindung eine um ein Vielfaches höhere Wärmeleitfähigkeit. Dies hat zur Folge, daß
bei mechanischer Beanspruchung, wie Stoß und/oder Reibung, unter erhöhter Wärme diese
wesentlich besser abgeleitet werden kann. Bei entsprechenden Temperaturen und Gasen
oder Gasgemischen, wie Verbrennungsgasen, entstehen Oxide, die eine Schmierwirkung
entwickeln. Hieraus folgt die Beständigkeit des Sinterwerkstoffes gegen mechanische
Beanspruchung, beispielsweise bei unmittelbarem Kontakt von Metall auf Metall ohne
Zugabe von Schmierstoff. Ein oder mehrere Oxide bilden eine Schmierschicht, die sicher
verhindert, daß der Sinterwerkstoff bei unmittelbarem Kontakt mit einem anderen metallischen
Werkstoff kurzzeitig und örtlich begrenzt verschweißt. Der Sinterwerkstoff gemäß der
Erfindung besitzt also die Eigenschaft einer sich jederzeit spontan erneuernden Selbstschmierung.
[0010] Diese Wirkung wird zum einen durch den Kupferbasiswerkstoff erreicht, der gegenüber
anderen metallischen Werkstoffen sowohl eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit besitzt
als auch Oxide mit ausreichender Trenn- und Schmierwirkung bildet. Hinzu kommen ein
oder mehrere Legierungsanteile, die ebenfalls bei Wärme Oxide bilden. Die Wärmeverhältnisse
können gemäß einem besonderen Merkmal der Erfindung denjenigen entsprechen, wie sie
in den Brennräumen von Brennkraftmaschinen, insbesondere Verbrennungsmotoren, vorherrschen.
Der Sinterwerkstoff gemäß der Erfindung besitzt dann einen besonders niedrigen Reibungskoeffizienten.
Obwohl es sich um einen verhältnismäßig weichen Sinterwerkstoff handelt, besitzt der
Sinterwerkstoff aufgrund seiner übrigen Eigenschaften eine erhebliche Verschleißfestigkeit.
Er kann dadurch höheren mechanischen Beanspruchungen bei höherer Wärme nachhaltiger
widerstehen als bekannte Sinterwerkstoffe auf Eisenbasis, die eine größere Härte besitzen.
[0011] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kupferanteil
95 bis 100 Gewichtsprozente und der Legierungsanteil 5 bis 0 Gewichtsprozente beträgt.
Der Anteil an herstellungsbedingten Verunreinigungen kann gemäß der Erfindung höchstens
0,5 Gewichtsprozente betragen, die maximale Partikelgröße etwa 150 µm und die mittlere
Partikelgröße etwa 45 bis 60 µm.
[0012] In einer Ausgestaltung der Erfindung kann der Anteil der Hartphase aber auch so reduziert
werden, daß er höchstens 10 Gewichtsprozente betragt. Der Anteil der Hartphase von
höchstens 30 bzw. 10 Gewichtsprozenten bezieht sich auf die Summe von Grundmetallpulver
und Zusatzmetallpulver. Daraus folgt, daß der Kupferanteil und der Legierungsanteil
im Grundmetallpulver entsprechend kleinere Anteile an der Summe aus Grundmetallpulver
und Zusatzmetallpulver ausmachen. Wenn gemäß der Erfindung pulvermetallurgische Verfahren
angewandt werden, können dadurch Gefüge erzeugt werden, bei denen in eine hochwärmeleitfähige
Grundmasse mehr oder weniger fein verteilt verschleißmindernde Gefügebestandteile
eingebettet sind.
[0013] In Ausgestaltung der Erfindung beträgt die Zusammensetzung der Hartphase in Gewichtsprozenten:
24 bis 28 Chrom, 21 bis 25 Nickel, 10 bis 14 Wolfram, 1,5 bis 2,0 Kohlenstoff, Rest
Kobalt. Die Hartphase kann gemäß der Erfindung auch folgende Zusammensetzung haben:
28 bis 32 Chrom, 5 bis 10 Wolfram, 0,3 bis 2,5 Kohlenstoff, Rest Kobalt. Bei beiden
vorstehenden Zusammensetzungen der Hartphase kann das Grundmetallpulver ein reines,
unlegiertes Kupferpulver sein. Dann wird die Grundmasse während des Sinterns durch
Diffusion mit Kobalt auflegiert.
[0014] Der Sinterwerkstoff als solcher und seine verschiedenen Ausgestaltungen können gemäß
der Erfindung zur Herstellung von wärme- und/oder verschleißbeständigen Formteilen
verwandt werden, die heißen Gasen oder Gasgemischen ausgesetzt sind, beispielsweise
Verbrennungsgasen. In Ausgestaltung der Erfindung kann es sich dabei um Dichtungs-,
Führungs-, Lager- oder Ventilelemente handeln. Diese werden als Teile von Maschinen,
wie Kolbenmaschinen und deren Zusatzaggregaten, eingesetzt. Ebenso ist eine Verwendung
bei Turboladern oder Abgas- und Abgasrückführungssystemen möglich.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann der Sinterwerkstoff zur
Herstellung von Ventilsitzen für Brennkraftmaschinen, insbesondere Ventilsitzringen
für Verbrennungsmotoren, verwandt werden. Aus dem Sinterwerkstoff oder seinen unterschiedlichen
Ausgestaltungen hergestellte Ventilsitzringe sind in der Lage, die durch die Verbrennung
entwickelte Wärme gut abzuleiten. Dies bietet die Möglichkeit, daß die Verbrennung
bei höheren Temperaturen als bisher erfolgen kann. Dadurch wird der Wirkungsgrad eines
Verbrennungsmotors erhöht.
[0016] Die Wärme wird von der äußerst heißen Sitzfläche des Ventils über den Ventilsitzring
abgeführt. Dadurch ist es möglich, das Ventil aus einem weniger warmfesten und damit
preiswerteren Werkstoff herzustellen als bekannte Ventile. Alternativ wird die Möglichkeit
gegeben, beim Einsatz bekannter Werkstoffe für das Ventil höhere Verbrennungstemperaturen
zu realisieren, ohne daß das Ventil Schaden leidet.
[0017] Die Oxide gemäß dem Sinterwerkstoff der Erfindung erzeugen die eingangs beschriebene
Trenn- und Schmierwirkung. Hierdurch wird der Verschleiß niedrig gehalten. Demgegenüber
werden bekannte Ventilsitzringe zur Verminderung des Verschleißes aus einem Werkstoff
hoher Härte hergestellt. Damit das bekannte Ventil nun seinerseits nicht in der Berührungsfläche
übermäßigem Verschleiß unterliegt, wird der bekannte harte Ventilsitzring mit einem
Ventil gepaart, das im Bereich des bekannten Ventilsitzes aufwendig mit einer hochharten
Schutzschicht gepanzert ist. Bekannte warmfeste Werkstoffe hoher Härte weisen eine
geringe Wärmeleitfähigkeit auf und stellen eine Barriere für den Wärmefluß vom Ventil
zum Ventilsitzring dar.
[0018] Dieser Nachteil wird durch einen Ventilsitzring gemäß der Erfindung beseitigt. Obwohl
der Sinterwerkstoff gemäß der Erfindung verhältnismäßig weich ist, ist die Verschleißfestigkeit
des daraus hergestellten Ventilringes höher. Der Grund hierfür liegt auch darin, daß
die durch die Oxide auf dem Ventilsitzring gebildete Schicht eine Trenn- und Schmiereigenschaft
entwickelt.
[0019] Wenn in weiterer Ausgestaltung der Erfindung der Sinterwerkstoff zur Herstellung
von Ventilsitzen für Brennkraftmaschinen mit einem im Sitz anzuordnenden Sitzring
und einem an der Sitzfläche des Ventils anzuordnenden Ventilring verwandt wird, muß
jedenfalls der an der Sitzfläche des Ventils anzuordnende Ventilring aus dem Sinterwerkstoff
gemäß der Erfindung bestehen. Dieser bevorzugten Lösung liegt die Erkenntnis zugrunde,
daß die besondere Wärme des Ventils am besten dann abgeführt werden kann, wenn zumindest
der an der Sitzfläche des Ventils angeordnete Ventilring eine hohe Wärmeleitfähigkeit
besitzt. Dagegen würde die Wärmeableitung vom Ventil nur in geringerem Maße möglich
sein, wenn der im Sitz anzuordnende Sitzring eine höhere Wärmeleitfähigkeit aufwiese
als der an der Sitzfläche des Ventils anzuordnende Ventilring.
[0020] Für die Herstellung von Ventilsitzringen kann gemäß der Erfindung jede der vorstehend
beschriebenen Ausgestaltungen des Sinterwerkstoffes verwandt werden. Zur Herstellung
von wärme- und verschleißfesten Formteilen, insbesondere Ventilsitzringen, unter Verwendung
eines Sinterwerkstoffes gemäß der Erfindung wird dem Metallpulver als Grundpulver
neben dem Gleitmittel das hochlegierte, metallische Zusatzpulver als Hartphase beigemischt,
die Mischung zu einem Formkörper verpreßt und bei etwa 1000° C in Schutzgasatmosphäre
gesintert.
[0021] Bei dem Gleitmittel handelt es sich um ein bekanntes Preßhilfsmittel. Dieses wird
den Metallpulvern oder Metallpulvermischungen zur Verbesserung der Verpreßbarkeit
in Gehalten von 0,5 bis 1 Gewichtsprozenten zugemischt. Vor dem eigentlichen Sinterprozeß
wird das Gleitmittel bei Temperaturen von etwa 400° C rückstandsfrei zersetzt und
ausgetrieben. Nach dem Sintern ist das Gleitmittel im Sinterwerkstoff nicht mehr nachweisbar.
Daher hat die Art und Menge des zugemischten Gleitmittels keinen Einfluß auf die Eigenschaft
des Sinterwerkstoffes. Als Gleitmittel wird beispielsweise Zinkstearat verwandt.
[0022] Mit dem Sinterwerkstoff gemäß der Erfindung können Gefüge erzeugt werden, bei denen
in eine hochwärmeleitfähige Grundmasse aus der Legierung mehr oder weniger fein verteilt
verschleißmindernde Gefügebestandteile eingebettet sind. Die Anwendung pulvermetallurgischer
Verfahren zur Herstellung von Formteilen, insbesondere Ventilsitzringen, eröffnet
nicht nur die Möglichkeit, die Verschleißfestigkeit der Teile zu erhöhen. Sie bietet
auch den Vorteil einer besonders kostengünstigen Herstellung, da es auf diesem Wege
möglich ist, den Ringrohling preiswert weitestgehend vorzuformen, der dann keiner
oder nur noch geringer Nachbearbeitung bedarf. Das Verpressen kann in koaxialer Preßtechnik
erfolgen, und bei Bedarf können die Formteile nach dem Sintern kalibriert werden.
[0023] Der Einsatz von Ventilsitzringen gemäß der Erfindung führt zu der beschriebenen höheren
Wärmeableitung von dem Ventil. Dies hat zur Folge, daß das Ventil weniger heiß wird.
Dadurch entstehen in der Hohlkehle des Einlaßventiles keine Ablagerungen, die bei
der Verwendung bekannter Ventilsitzringe festgestellt werden müssen. Dort sind Ablagerungen
die Folge einer vorzeitigen, unkontrollierten Verbrennung des Benzin-Luftgemisches
im Bereich der durch Hitzestau sehr heißen Hohlkehle des Ventiltellers. Der Einsatz
eines Ventilsitzringes gemäß der Erfindung vermeidet eine derartige Verkokung mit
unerwünschten Ablagerungen. Die Temperatur des Ventils liegt dann nämlich unterhalb
der für das Auftreten der Verkokung erforderlichen Mindesttemperatur.
[0024] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
von die Erfindung nicht beschränkenden Ausführungsbeispielen, wobei auf die Zeichnung
Bezug genommen wird. Es zeigen
- Fig. 1
- schematisch ein Gefügebild eines pulvermetallurgisch hergestellten grob-zweiphasigen
Sinterwerkstoffes gemäß der Erfindung,
- Fig. 2
- ein reales Gefügebild eines Sinterwerkstoffes gemäß Fig. 1 als Schliffbild bei 125facher
Vergrößerung
- Fig. 3
- einen Ventilsitz mit einem Ventilsitzring als Teilschnitt durch einen Zylinderkopf
und
- Fig. 4
- einen Ventilsitz gemäß der Erfindung mit einem Sitzring und einem Ventilring als Teilschnitt
durch einen Zylinderkopf.
[0025] Bei dem grob-zweiphasigen Sinterwerkstoff gemäß Fig. 1 sind verschleißmindernde Gefügebestandteile,
nämlich eine Hartphase 11, mehr oder weniger fein verteilt in eine Grundmasse, nämlich
einen Kupferbasiswerkstoff 12, eingebettet. Dabei hat die Hartphase 11 vorzugsweise
eine der vorstehend beschriebenen Zusammensetzungen. Dabei beträgt der Anteil der
Hartphase 11 höchstens 30 Gewichtsprozente, während derjenige des Kupferbasiswerkstoffes
12 mindestens 70 Gesichtsprozente beträgt.
[0026] Fig. 3 zeigt einen Zylinderkopf 22 eines Verbrennungsmotors, in dem sich ein Kanal
14 befindet. Der Kanal 14 weist in seinem unteren Bereich einen Sitz 15 auf. In dem
Sitz 15 ist lediglich ein einziger Ventilsitzring 21 angeordnet, der aus dem Sinterwerkstoff
gemäß der Erfindung besteht. Ein Ventil 18 befindet sich in der dargestellten Offenstellung
mit seiner an einem Ventilteller 19 ausgebildeten Sitzfläche 20 im Abstand von dem
Ventilsitzring 21.
[0027] Fig. 4 zeigt einen Teilschnitt durch den Zylinderkopf 22 eines Verbrennungsmotors.
Im Gegensatz zum Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ist in dem Sitz 15 ein Sitzring
16 angeordnet, der mit einem Ventilring 17 verbunden ist. Sowohl der Sitzring 16 als
auch der Ventilring 17 bestehen aus dem Sinterwerkstoff gemäß der Erfindung.
[0028] Die Eigenschaften des Sinterwerkstoffes gemäß der Erfindung und seine Verwendung
vorzugsweise für Ventilsitzringe ermöglichen einen Einsatz bei hoher Belastung. Diese
kann beispielsweise an Einlaßventilen von Dieselmotoren mit Turboaufladung oder auch
an Auslaßventilen von Ottomotoren bei Verwendung bleifreien Kraftstoffes auftreten.
Je nach Ausgestaltung der Erfindung kann die erforderliche Lebensdauer der Ventile
erreicht werden, ohne daß es notwendig ist, die Ventilteller in der Sitzfläche besonders
zu panzern. Der Verschleiß am Ventilsitzring und an dem zugeordneten Ventilteller
wird sogar vermindert.
1. Gegen Wärme und mechanische Beanspruchung, insbesondere Stoß und Reibung, beständiger,
aus einem Grundmetallpulver und einer Hartphase hergestellter Sinterwerkstoff zur
Herstellung von Formteilen, dadurch gekennzeichnet, daß das Grundmetallpulver aus
einem Kupferanteil von 70 bis 100 Gewichtsprozenten und einem Legierungsanteil von
0 bis 30 Gewichtsprozenten Chrom und/oder Eisen und/oder Mangan und/oder Nickel und/oder
Wolfram und/oder Kohlenstoff besteht, daß die Hartphase aus einem hochlegierten Zusatzmetallpulver
auf Kobalt-Basis besteht, deren Anteil im Sinterwerkstoff höchstens 30 Gewichtsprozent
beträgt und sich aus Chrom und/oder Nickel und/oder Wolfram und/oder Kohlenstoff,
Rest Kobalt zusammensetzt.
2. Sinterwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kupferanteil 95 bis
100 Gewichtsprozente und der Legierungsanteil 5 bis 0 Gewichtsprozente des Grundmetallpulvers
beträgt.
3. Sinterwerkstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der
Hartphase im Sinterwerkstoff höchstens 10 Gewichtsprozente beträgt.
4. Sinterwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung
der Hartphase in Gewichtsprozenten: 24 bis 28 % Chrom, 21 bis 25 % Nickel, 10 bis
14 % Wolfram, 1,5 bis 2,0% Kohlenstoff, Rest Kobalt.
5. Sinterwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung
der Hartphase in Gewichtsprozenten: 28 bis 32 % Chrom, 5 bis 10 % Wolfram, o,3 bis
2,5 % Kohlenstoff, Rest Kobalt.
6. Sinterwerkstoff nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Grundmetallpulver
ein reines unlegiertes Kupferpulver ist.
7. Verwendung eines Sinterwerkstoffes nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zur Herstellung
von wärme- und/oder verschleißbeständigen Formteilen, die heißen Gasen oder Gasgemischen
ausgesetzt sind, beispielsweise Verbrennungsgasen.
8. Verwendung eines Sinterwerkstoffes nach Anspruch 7 zur Herstellung von Dichtungs-,
Führungs-, Lager- und Ventilelementen.
9. Verwendung eines Sinterwerkstoffes nach Anspruch 8 zur Herstellung von Ventilsitzen
für Brennkraftmaschinen, insbesondere Ventilsitzringen für Verbrennungsmotoren.
10. Verwendung eines Sinterwerkstoffes nach Anspruch 9 zur Herstellung von Ventilsitzen
für Brennkraftmaschinen mit einem im Sitz anzuordnenden Sitzring und einem an der
Sitzfläche des Ventils anzuordnenden Ventilring und zwar zumindest für den Ventilring.
1. A sintered material for the production of shaped parts, which material is resistant
to heat and mechanical stress, in particular impact and friction, and is produced
from a base metal powder and a hard phase, characterised in that the base metal powder
has a copper content of 70 to 100 percent by weight and an alloy content of 0 to 30
percent by weight chromium and/or iron and/or manganese and/or nickel and/or tungsten
and/or carbon, that the hard phase consists of a high-alloy added metal powder on
the basis of cobalt, the content of which in the sintered material is at least 30
percent by weight, and which is composed of chromium and/or nickel and/or tungsten
and/or carbon, remainder cobalt.
2. A sintered material according to Claim 1, characterised in that the copper content
is 95 to 100 percent by weight and the alloy content is 5 to 0 percent by weight of
the base metal powder.
3. A sintered material according to Claim 1 or 2, characterised in that the content of
the hard phase in the sintered material is at most 10 percent by weight.
4. A sintered material according to one of Claims 1 to 3, characterised by the following
composition of the hard phase in percent by weight: 24 to 28% chromium, 21 to 25%
nickel, 10 to 14% tungsten, 1.5 to 2.0% carbon, remainder cobalt.
5. A sintered material according to one of Claims 1 to 3, characterised by the following
composition of the hard phase in percent by weight: 28 to 32% chromium, 5 to 10% tungsten,
0.3 to 2.5% carbon, remainder cobalt.
6. A sintered material according to Claim 4 or 5, characterised in that the base metal
powder is a pure, unalloyed copper powder.
7. The use of a sintered material according to one of Claims 1 to 6 for the production
of heat-resistant and/or wear-resistant shaped parts which are exposed to hot gases
or gas mixtures, for instance combustion gases.
8. The use of a sintered material according to Claim 7 for the production of sealing,
guidance, bearing and valve elements.
9. The use of a sintered material according to Claim 8 for the production of valve seats
for internal combustion engines, in particular valve seat rings for combustion engines.
10. The use of a sintered material according to Claim 9 for the production of valve seats
for internal combustion engines with a seat ring to be located in the seat and a valve
ring to be located on the seat surface of the valve, namely at least for the valve
ring.
1. Matériau de frittage résistant à la chaleur et aux sollicitations mécaniques, en particulier
aux chocs et au frottement, fabriqué à partir d'une poudre de métal de base et d'une
phase dure, et destiné à la préparation de pièces, caractérisé en ce que la poudre
de métal de base est constituée d'une proportion de cuivre de 70 à 100 % en poids
et d'une proportion d'alliage de 0 à 30 % en poids de chrome et/ou de fer et/ou de
manganèse et/ou de nickel et/ou de tungstène et/ou de carbone, en ce que la phase
dure est constituée d'une poudre de métal d'addition fortement alliée à base de cobalt,
dont la proportion dans le matériau de frittage est au maximum égale à 30 % en poids
et se compose de chrome et/ou de nickel et/ou de tungstène et/ou de carbone, le reste
étant du cobalt.
2. Matériau de frittage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la proportion
de cuivre est comprise entre 95 et 100 % en poids et la proportion d'alliage entre
5 et 0 % en poids de la poudre de métal de base.
3. Matériau de frittage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la proportion
de la phase dure dans le matériau de frittage est au plus égale à 10 % en poids.
4. Matériau de frittage selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la
composition de la phase dure, en pourcentages en poids, est la suivante : 24 à 28
% de chrome, 21 à 25 % de nickel, 10 à 14 % de tungstène, 1,5 à 2,0 % de carbone,
le reste étant du cobalt.
5. Matériau de frittage selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la
composition de la phase dure en pourcentages en poids est la suivante : 28 à 32 %
de chrome, 5 à 10 % de tungstène, 0,3 à 2,5 % de carbone, le reste étant du cobalt.
6. Matériau de frittage selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que la poudre
de métal de base est une poudre de cuivre pur non allié.
7. Utilisation d'un matériau de frittage selon l'une des revendications 1 à 6 pour fabriquer
des pièces résistantes aux températures élevées et/ou à l'usure, ces pièces étant
exposées à des gaz ou à des mélanges de gaz chauds, par exemple à des gaz de combustion.
8. Utilisation d'un matériau de frittage selon la revendication 7 pour fabriquer des
éléments d'étanchéité, de guidage, de palier ou de soupape.
9. Utilisation d'un matériau de frittage selon la revendication 8 pour fabriquer des
sièges de soupapes pour moteurs, en particulier des sièges de soupapes rapportés pour
moteurs à combustion interne.
10. Utilisation d'un matériau de frittage selon la revendication 9 pour fabriquer des
sièges de soupapes pour moteurs, possédant un anneau de siège prévu pour être disposé
dans le siège et un anneau de soupape prévu pour être disposé contre la surface d'appui
de la soupape, à savoir au moins pour l'anneau de soupape.

