[0001] Die Erfindung betrifft einen Kolben mit Ölkühlung für Brennkraftmaschinen, insbesondere
für mittelschnellaufende Dieselmotoren, bestehend aus einem den Kolbenbolzen aufnehmenden
Unterteil und einem einen zentralen mit am Umfang befindlichen Zulauföffnungen für
das Schmieröl versehenen Kühlraum begrenzenden und das Ringfeld tragenden Oberteil,
die sich über in ihrer Trennungsebene senkrecht zur Kolbenachse liegende auf konzentrischen
Abstützbunden angeordnete kreisförmige Auflageflächen gegeneinander abstützen, über
durch die Abstützbunde und die Auflageflächen geführte Schrauben miteinander verspannt
sind, im Bereich ihrer Trennungsebene eine vom Außenumfang her angebrachte umlaufende
Leernut aufweisen, durch eine am Innen- oder Außenumfang der Auflagefläche des Oberteils
angebrachte, an der radialen Innen- bzw. Außenseite des Abstützbundes der Auflagefläche
des Unterteils anliegende Ringpassung gegeneinander zentriert sind, das Ringfeld zwei
Kompressionsringe und einen Ölring aufnehmende Ringnuten aufweist, von der Leernut
eine sich hinter das Ringfeld erstreckende Leernut abzweigt und sich vom Kühlraum
aus parallel zur Kolbenachse verlaufende Sacklochbohrungen in den mittleren Teil des
Kolbenbodens sowie vom Umfang des Kühlraums aus gegenüber der Trennungsebene ansteigend
geneigte radial nach außen verlaufende Sacklochbohrungen bis in den Bereich hinter
den Feuersteg und den Rand des Kolbenbodens erstrecken.
[0002] Ein solcher in der DE-OS 37 09 969 beschriebener ölgekühlter Kolben für Brennkraftmaschinen
besitzt infolge einer Höhe des Feuerstegs von 6 bis 15 % des Kolbendurchmessers sowie
einer vergleichsweise niedrigen Kompressionshöhe von 65 bis 90 % des Kolbendurchmessers
und damit kleinen Bauhöhe ein niedrigeres Gewicht. Durch die Anordnung der eine große
Kühloberfläche schaffenden Sacklochbohrungen wird eine hinreichende Kühlung von Kolbenboden
und Ringpartie erzielt und andererseits die notwendige Elastizität bei guter Dauerfestigkeit
durch die Anordnung und Ausgestaltung der Leernut im Bereich der Trennungsebene von
Kolbenober- und Kolbenunterteil und des damit verbundenen kreiszylinderförmigen, sich
hinter die Ringpartie erstreckenden Abschnitts erreicht.
[0003] Es hat sich jedoch im Motorbetrieb herausgestellt, daß sich auf den Wänden, insbesondere
der gegenüber der Trennungsebene ansteigend geneigten radial nach außen verlaufenden
Sacklochbohrungen Ablagerungen ausbilden, die den Wärmeübergang vom Randbereich des
Kolbenbodens sowie vom Bereich des Feuerstegs und der ersten Ringnut auf das Kühlöl
erheblich beeinträchtigen. Ursache hierfür sind relativ hohe Oberflächentemperaturen
infolge mangelnder Kühlwirkung durch ungenügende Füllung der äußeren Kühlölbohrungen
sowie mangelnder Shaker- und Waschwirkung des Kühlöls. Diese beiden Wirkungen lassen
sich durch Filmaufnahmen am Shaker-Prüfstand nachweisen.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den eingangs beschriebenen ölgekühlten
Kolben so auszubilden, daß eine verbesserte Waschwirkung des Kühlöls auf die Wände
der gegenüber der Trennungsebene ansteigend geneigten radial nach außen verlaufenden
Sacklochbohrungen und deren bessere Füllung erzielt wird, wobei allerdings die Temperatur
im Bereich der ersten Ringnut wegen der bestehenden Korrosionsgefahr 180°C nicht unterschreiten
sollte.
[0005] Gelöst ist diese Aufgabe dadurch, daß in dem Abstützbund des Unterteils eine mit
der Öffnung in der Trennungsebene liegende umlaufende, in den Kühlölkreislauf integrierte
Rille angebracht ist und jede gegenüber der Trennungsebene ansteigend geneigte radial
nach außen verlaufende Sacklochbohrung über wenigstens eine gegenüber der Trennungsebene
ansteigend größer als die Sacklochbohrung geneigte radial nach außen verlaufende Bohrung
mit der Rille verbunden ist.
[0006] Die vorzugsweise Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß die Neigung der die
umlaufende Rille mit den Sacklochbohrungen verbindenden Bohrungen 65 bis 90° beträgt.
[0007] Die Bohrungen besitzen zur Erzeugung einer hohen Strömungsgeschwindigkeit einen Durchmesser
von < 10 mm, vorzugsweise 2 bis 6 mm.
[0008] Zweckmäßigerweise beträgt die Breite der umlaufenden Rille 5 bis 20 mm und die Tiefe
10 bis 25 mm.
[0009] Im Rahmen der weiteren Ausbildung der Erfindung mündet diese Bohrung tangential in
der Sacklochbohrung, um einen optimalen Verlauf der Kühlölströmung zu gewährleisten.
[0010] Die Anordnung der umlaufenden Rille und der die Sacklochbohrungen mit der Rille verbindenden
Bohrungen mit vergleichsweise kleinem Durchmesser, aus denen das Kühlöl mit hoher
Geschwindigkeit austritt, sowie deren Lage bezogen auf die Trennungsebene ermöglicht,
daß auch in den exponierten Bereichen der gegenüber der Trennungsebene ansteigend
geneigten radial nach außen verlaufenden Sacklochbohrungen die dort einfallende Wärme
so schnell wie möglich abtransportiert wird und die Verkokung des Kühlöls unterbleibt
bzw. Ablagerungen vermieden werden.
[0011] Die Zeichnung zeigt ein Segment des erfindungsgemäß gestalteten ölgekühlten Kolbens
entlang der Kolbenachse und der Bolzenachsrichtung einerseits sowie der Kolbenachse
und der Richtung senkrecht zur Bolzenachsrichtung einschließenden Ebenen andererseits
in axionometrischer Darstellung.
[0012] Der Kolben ist aus einem aus Grauguß bestehenden, den Kolbenbolzen (1) aufnehmenden
Unterteil (2) und einem aus Stahl bestehenden, den zentralen Kühlraum (3) begrenzenden
und die Ringpartie (4) tragenden Oberteil (5) mit flacher Brennraummulde (6) aufgebaut.
Das Unterteil (2) und das Oberteil (5) sind durch nicht dargestellte Dehnschrauben
miteinander verspannt. Das Unterteil (2) ist beidseitig der die Bolzenachsrichtung
einschließenden horizontalen Ebene und kolbenfußseitig bis zum unteren Ende sehnenartig
gegenüber dem Außenumfang des Unterteils (2) zurückgesetzt und die Naben (7) der Bolzenaugen
zur Kolbenachse hin verschoben. Das Unterteil (2) und das Oberteil (5) stützen sich
über in ihrer Trennungsebene senkrecht zur Kolbenachse stehenden, auf Abstützbunden
(8,9) angebrachten kreisringförmigen Auflageflächen (10,11) gegeneinander ab. Die
Dehnschrauben sind durch die Abstützbunde (8,9) und die Auflageflächen (10,11) geführt.
Am Innenumfang der Auflagefläche (11) des Oberteils (5) ist eine Ringpassung (12)
angebracht, die an der Innenseite des Abstützbundes (8) der Auflagefläche (10) des
Unterteils (2) zentrierend anliegt. Gegenüber der Trennungsebene von Oberteil (5)
und Unterteil (2) befindet sich eine umlaufende Leernut (13) mit einem rechtwinklig
davon abzweigenden parallel zur Kolbenachse verlaufenden sich hinter die Ringpartie
erstreckenden kreiszylinderförmigen Abschnitt (14). Die Ringpartie (4) weist zwei
Ringnuten (15,16) für die Aufnahme von Kompressionsringen und eine Ringnut (17) für
die Aufnahme eines Ölrings auf. Vom Umfang des Kühlraums (3), der kolbenfußseitig
durch einen gewölbeartig gestalteten und mit den Naben verbundenen Boden (18) mit
einer Ablauföffnung (19) für das Kühlöl abgeschlossen ist, erstrecken sich unter einem
Winkel von 45° zur Trennungsebene ansteigend geneigte radial nach außen verlaufende
Sacklochbohrungen (20) bis hinter den Feuersteg (21) und unter den Bereich des Randes
des Kolbenbodens. Vom Kühlraum (3) ausgehend sind ferner koaxial verlaufende Sacklochbohrungen
(22) im mittleren Teil des Kolbenbodens in nicht dargestellter Sechseckkonfiguration
angeordnet. In dem Abstützbund (8) des Unterteils (2) ist eine mit der Öffnung in
der Auflagefläche (10) liegende umlaufende Rille (23) angebracht, der über mehrere
nicht dargestellte parallel zur Kolbenachse verlaufende Bohrungen Kühlöl zugeführt
wird. Die gegenüber der Trennungsebene ansteigend geneigten radial nach außen verlaufenden
Sacklochbohrungen (20) sind über gegenüber der Trennungsebene stärker als die Sacklochbohrungen
(20) geneigte radial nach außen durch den Abstützbund (9) des Oberteils (5) verlaufende
Bohrungen (24) mit der Rille (23) verbunden und treten tangential in die Sacklochbohrungen
(20) ein. Das Unterteil (2) kann auch aus einer Aluminium-Kolbenlegierung bestehen.
[0013] Der mit der Erfindung erzielte Vorteil ist insbesondere darin zu sehen, daß die Ausbildung
einer Koksschicht bzw. von Ablagerungen auf den gegenüber der Trennungsebene ansteigend
geneigten radial nach außen verlaufenden Sacklochbohrungen unterbleibt, ohne daß die
vorteilhaften Wirkungen des Kolbens beeinträchtigt werden.
1. Kolben mit Ölkühlung für Brennkraftmaschinen, insbesondere für mittelschnellaufende
Dieselmotoren, bestehend aus einem den Kolbenbolzen aufnehmenden Unterteil und einem
einen zentralen mit am Umfang befindlichen Zulauföffnungen für das Kühlöl versehenen
Kühlraum begrenzenden und das Ringfeld tragenden Oberteil, die sich über in ihrer
Trennungsebene senkrecht zur Kolbenachse liegende auf konzentrischen Abstützbunden
angeordnete kreisförmige Auflageflächen gegeneinander abstützen, über durch die Abstützbunde
und die Auflageflächen geführte Schrauben miteinander verspannt sind, im Bereich ihrer
Trennungsebene eine vom Außenumfang her angebrachte umlaufende Leernut aufweisen,
durch eine am Innen- oder Außenumfang der Auflagefläche des Oberteils angebrachte,
an der radialen Innen- bzw. Außenseite des Abstützbundes der Auflagefläche des Unterteils
anliegende Ringpassung gegeneinander zentriert sind, das Ringfeld zwei Kompressionsringe
und einen Ölring aufnehmende Ringnuten aufweist, von der Leernut eine sich hinter
das Ringfeld erstreckende Leernut abzweigt und sich vom Kühlraum aus parallel zur
Kolbenachse verlaufende Sacklochbohrungen in den mittleren Teil des Kolbenbodens sowie
vom Umfang des Kühlraums aus gegenüber der Trennungsebene ansteigend geneigte radial
nach außen verlaufende Sacklochbohrungen bis in den Bereich hinter den Feuersteg und
den Rand des Kolbenbodens erstrecken, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Abstützbund
(8) des Unterteils (2) eine mit der Öffnung in der Ebene der Auflagefläche (10) liegende
umlaufende Rille (23) angebracht ist und jede gegenüber der Trennungsebene ansteigend
geneigte radial nach außen verlaufende Sacklochbohrung (20) über wenigstens eine gegenüber
der Trennungsebene ansteigend größer als die Sacklochbohrung geneigte radial nach
außen durch den Abstützbund des Oberteils verlaufende Bohrung (24) mit der Rille verbunden
ist.
2. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung der Bohrungen (24)
65 bis 90° beträgt.
3. Kolben nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen (24)
einen Durchmesser von < 10 mm, vorzugsweise 2 bis 6 mm besitzen.
4. Kolben nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite der
Rille (23) 5 bis 20 mm und die Tiefe 10 bis 25 mm betragen.
5. Kolben nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrungen (24) tangential in die Sacklochbohrungen (20) münden.