[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reproduktion eines strukturierten, plattenförmigen
Körpers, insbesondere eines Mikrostrukturkörpers, gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
[0002] Aus der DE-PS 35 37 483 ist ein Verfahren zum Herstellen einer Vielzahl plattenförmiger
Mikrostrukturkörper aus Metall bekannt, bei dem durch wiederholtes Abformen eines
die Mikrostrukturen aufweisenden Werkzeugs mit einer elektrisch isolierenden Abformmasse
Negativformen der Mikrostrukturen erzeugt werden, die galvanisch mit einem Metall
aufgefüllt werden, wonach die Negativformen entfernt werden.
[0003] Damit die auf diese Weise erzeugten Negativformen der Mikrostrukturen mit einem Metall
aufgefüllt werden können, wird in der DE-PS 35 37 483 alternativ die folgende Methode
vorgeschlagen:
[0004] Die elektrisch isolierende Abformmasse wird mit einer weiteren Schicht aus elektrisch
leitender Abformmasse verbunden, wobei die Dicke der elektrisch isolierenden Abformmasse
der Höhe der Mikrostrukturen entspricht in der Weise, daß die elektrisch leitende
Abformmasse im Zuge des Abformens die Stirnflächen der Mikrostrukturen des Werkzeugs
berührt.
[0005] Das Werkzeug wird so weit in die Schicht aus elektrisch isolierender Abformmasse
eingedrückt, bis die Stirnfläche der Mikrostrukturen des Werkzeugs die Schicht aus
elektrisch leitender Abformmasse berühren.
[0006] Aus der Beschreibung zu Fig. 13 geht hervor, daß die Mikrostrukturen bei 110° C in
die Verbundschicht eingepreßt und erst nach dem Abkühlen der Mikrostrukturen bzw.
des Werkzeugs das Werkzeug entfernt wird.
[0007] Die beschriebene Methode ist insbesondere für eine Massenfertigung unwirtschaftlich,
denn der Temperaturzyklus zum Einpressen der Mikrostrukturen bedeutet einen zusätzlichen
verfahrenstechnischen und zeitlichen Aufwand. Die Schichthöhe der Abformmasse muß
exakt auf die Höhe der Mikrostrukturen des Werkzeugs abgestimmt sein. Außerdem kann
die Einpressung nur im flüssigen oder zähflüssigen Zustand der elektrisch isolierenden
Schicht unter relativ großer Kraftentfaltung erfolgen, da sich sonst die Gefahr einer
Beschädigung der Mikrostrukturen des Werkzeugs erhöht. Die Entformung nach dem Erstarren
des Polymers erfordert eine ähnlich hohe Kraftanwendung. Deshalb werden dem Polymer
üblicherweise Trennmittel beigemischt. Da das Polymer bei der Entformung im erstarrten
Zustand vorliegt, ist eine äußerst präzise Bewegung des Werkzeugs notwendig, um die
Entformung ohne Beschädigung des Werkzeugs und der Negativform zu ermöglichen und
die Entformungskräfte zu reduzieren.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist, die genannten Nachteile zu vermeiden. Der Einpreßvorgang
des Werkzeugs in die Abformmasse und das Zurückziehen des Werkzeugs soll in der Weise
vereinfacht werden, daß der Kraftaufwand wesentlich reduziert wird und daß auf Aufheiz-
und Kühlschritte verzichtet werden kann.
[0009] Die Bedingung, daß die Schichtdicke der elektrisch isolierenden Abformmasse der Höhe
der abzuformenden Strukturen entspricht, soll entfallen.
[0010] Die Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs beschriebenen
Maßnahmen gelöst.
[0011] Die Unteransprüche geben vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung an.
[0012] Es hat sich gezeigt, daß die Erzeugung einer Negativform wesentlich vereinfacht wird,
wenn der strukturierte Körper mit Ultraschallunterstützung so weit in die Schicht
aus elektrisch isolierender Abformmasse eingedrückt wird, bis die Stirnflächen seiner
Stukturen in die elektrisch leitende Abformmasse hineinragen und wenn anschließend
der strukturierte Körper mit Ultraschallunterstützung aus der Verbundschicht herausgezogen
wird.
[0013] Die Verbundschicht wird zweckmäßigerweise so hergestellt, daß auf eine Metallplatte
eine elektrisch leitende Schicht aufgebracht wird, die von einer Schicht eines elektrisch
isolierenden Thermoplasts überdeckt wird. Die elektrisch leitende Schicht kann aus
einem mit elektrisch leitenden Partikeln wie z. B. Graphit versetzten Thermoplasten
oder aus einem an sich elektrisch leitenden Thermoplasten oder aus einem niedrig schmelzenden
Metall oder einer niedrig schmelzenden Metall-Legierung bestehen. Als Thermoplast
können die Materialien Polymethylmethacrylat, Polycarbonat, Polystyrol, PVC, ABS,
Polyacetal oder Polyamid verwendet werden.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren weist gegenüber dem Stand der Technik folgende wesentliche
Vorzüge auf:
[0015] Die Thermoplaste können in erstarrtem Zustand angewendet werden. Ein Aufheiz- und
Abkühlschritt ist nicht notwendig. Die Kraft, die zum Einpressen und zum Entformen
des strukturierten Körpers notwendig ist, wird wesentlich reduziert. Dadurch verringert
sich die Gefahr einer Beschädigung des strukturierten Körpers und der Körper kann
für eine höhere Anzahl von Reproduktionsvorgängen verwendet werden. Der Präzisionsaufwand
zum Einführen des strukturierten Körpers bis genau an die Grenzfläche zwischen elektrisch
isolierender und elektrisch leitender Schicht entfällt; vielmehr wird der Körper soweit
in die Verbundschicht eingeführt, bis die Stirnflächen der Struktur in die elektrisch
leitfähige Schicht hineinragen.
[0016] Auf die Verwendung von Trennmitteln kann in vielen Fällen verzichtet werden.
[0017] Damit kann das erfindungsgemäße Verfahren wesentlich schneller, weniger aufwendig
und somit kostengünstiger durchgeführt werden.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren wird im folgenden anhand eines Durchführungsbeispiels
und den Fig. 1 und 2 näher erläutert.
[0019] Es soll ein Wabennetz 4 aus Nickel, das z. B. nach dem LIGA-Verfahren (Röntgentiefen
lithographie-Mikro
galvanoformung) hergestellt wurde, vielfach reproduziert werden. Das Wabennetz weist
eine honigwabenartige Struktur auf, wobei die Höhe der Waben 400 µm, die Wandstärke
10 µm und die Wabenweite 100 µm betragen.
[0020] Das Wabennetz bildet einen strukturierten Körper mit den äußeren Abmessungen 10 cm
x 10 cm.
[0021] Zuerst wird das Wabennetz mit einer stabilen Metallplatte 3 aus Nickel verbunden.
Dies kann dadurch erfolgen, daß beim Galvanoformen des Wabennetzes die Struktur überwachsen
und mit einer stabilen Nickelschicht überdeckt wird.
[0022] Die stabile Metallplatte wird auf der freien, dem Wabennetz abgewandten Seite mechanisch
plan bearbeitet.
[0023] Die stabile Metallplatte wird mit ihrer plan bearbeiteten Seite auf die Sonotrode
1 einer Ultraschall-Schweißmaschine, die üblicherweise zum Schweißen von Thermoplasten
verwendet wird, geklebt oder gelötet. Die Löt- oder Klebverbindung 2 von Metallplatte
und Sonotrode ist in Fig. 1 angedeutet.
[0024] In einem weiteren Verfahrensschritt wird ein Verbundkörper hergestellt. Auf die Aluminiumschicht
7 wird eine elektrisch leitfähige Schicht 6 des Thermoplasten Polymethylmethacrylat
(PMMA), der mit elektrisch leitfähigen Graphitpartikeln versetzt ist, durch Aufgießen
aufgebracht. Diese elektrisch leitfähige Schicht wird mit einer elektrisch isolierenden
Schicht 5 aus nicht vernetztem PMMA überdeckt. Die beiden letztgenannten Schichten
5 und 6 bilden die Verbundschicht.
[0025] Der Verbundkörper wird mit seiner Aluminiumschicht 7 auf den Amboß 8 der Ultraschall-Schweißmaschine
gelegt. Der Amboß ist mit Vakuum-Ansaugöffnungen 9 versehen.
[0026] Das Wabennetz 4 wird mit Ultraschallunterstützung durch die Sonotrode 1 in die Verbundschicht
5 und 6 eingeführt und anschließend ebenfalls mit Ultraschallunterstützung wieder
aus der Verbundschicht herausgezogen.
[0027] Fig. 2 zeigt den Abdruck 10 des Wabennetzes in der Verbundschicht. Das Wabennetz
hat die elektrisch isolierende Schicht 5 durchstoßen und ist in die elektrisch leitfähige
Schicht 6 eingedrungen.
[0028] Der Abdruck 10 des Wabennetzes wird anschließend galvanisch mit Nickel aufgefüllt,
wobei der Verbundkörper mit dem Abdruck 10 als Kathode geschaltet wird. Die Verbundschicht
wird anschließend entfernt. Dies kann beispielsweise mit Dichlormethan als Lösungsmittel
erfolgen, wobei die in der elektrisch leitenden Schicht 6 eingelagerten Graphitpartikel
fortgespült werden.
[0029] Die Verbundschicht kann jedoch auch durch Ausschmelzen entfernt werden.
[0030] Dabei löst sich die Aluminiumschicht 7 ab.
[0031] Als Ergebnis wird ein reproduziertes Wabennetz aus Nickel enthalten.
[0032] Für den Fall, daß am unteren Ende des Wabennetzes noch Graphitpartikel anhaften oder
teilweise in Nickel eingebettet sind, kann das Verfahren modifiziert werden.
[0033] In diesem Fall wird der Verbundkörper ebenfalls als Kathode geschaltet. In den Abdruck
10 des Wabennetzes wird jedoch zuerst Kupfer und erst danach Nickel galvanisch abgeschieden.
[0034] Das so erhaltende reproduzierte Wabennetz wird mit einem Mittel zur selektiven Auflösung
von Kupfer, wie z. B. einer CuCl₂-Lösung, behandelt, wobei das Kupfer mit etwa eingebetteten
Graphitpartikeln selektiv entfernt wird.
1. Verfahren zur Reproduktion eines strukturierten, plattenförmigen Körpers, insbesondere
eines Mikrostrukturkörpers, bei dem
- ein Verbundkörper hergestellt wird, indem eine Schicht aus elektrisch isolierender
Abformmasse mit einer Schicht aus elektrisch leitender Abformmasse überdeckt wird,
- der strukturierte Körper soweit in die Schicht aus elektrisch isolierender Abformmasse
eingedrückt wird, bis die Stirnflächen der Struktur des strukturierten Körpers mit
der Schicht aus elektrisch leitender Abformmasse in Kontakt stehen,
- die so erzeugte Negativform der Struktur im Verbundkörper galvanisch mit einem Metall
ausgefüllt wird, wonach
- der Verbundkörper entfernt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
- der strukturierte Körper mit Ultraschallunterstützung so weit in die Schicht aus
elektrisch isolierender Abformmasse eingedrückt wird, bis die Stirnflächen seiner
Strukturen in die elektrisch leitende Abformmasse hineinragen, wonach
- der strukturierte Körper mit Ultraschallunterstützung aus dem Verbundkörper herausgezogen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbundkörper hergestellt
wird, indem auf eine Metallplatte eine elektrisch leitfähige Schicht aufgebracht wird,
die von einer Schicht eines elektrisch isolierenden Thermoplasts überdeckt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als elektrisch leitfähige
Schicht ein elektrisch leitende Partikel enthaltender Thermoplast oder ein an sich
elektrisch leitfähiger Thermoplast oder ein niedrig schmelzendes Metall oder eine
niedrig schmelzende Metall-Legierung verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als elektrisch isolierender
Thermoplast Polymethylmethacrylat, Polycarbonat, Polystyrol, PVC, ABS, Polyacetal
oder Polyamid verwendet wird.
1. Method of reproducing a structured, plate-like body, more especially a microstructured
body, wherein
- a compound body is produced as a result of a layer of electrically insulating shaping
composition being covered with a layer of electrically conductive shaping composition,
- the structured body is pressed into the layer of electrically insulating shaping
composition until the end faces of the structure of the structured body are in contact
with the layer of electrically conductive shaping composition,
- the negative form of the structure, which is produced thereby in the compound body,
is galvanically filled with a metal, whereupon
- the compound body is removed,
characterised in that
- the structured body is pressed into the layer of electrically insulating shaping
compoaition, by ultrasonic means, until the end faces of its structures protrude into
the electrically conductive shaping compoaition, whereupon
- the structured body is removed from the compound body by ultrasonic means.
2. Method according to claim 1, characterised in that the compound body is produced
as a result of an electrically conductive layer being applied to a metal plate and
being covered by a layer of electrically insulating thermoplastics material.
3. Method according to claim 2, characterised in that a thermoplastics material containing
electrically conductive particles, a thermoplastics material which is electrically
conductive per se, a low-melting metal, or a low-melting metal alloy is used as the
electrically conductive layer.
4. Method according to claim 1 or 2, characterised in that polymethyl methacrylate,
polycarbonate, polystyrene, PVC, ABS, polyacetal, or polyamide is used as the electrically
insulating thermoplastics material.
1. Procédé de reproduction d'un corps plat structuré, notamment d'un corps à microstructure,
dans lequel :
- on réalise un corps composite, en recouvrant une couche en masse de moulage électriquement
isolante par une couche de masse de moulage électriquement conductrice,
- on fait pénétrer le corps structuré dans la couche de moulage électriquement isolante,
jusqu'à ce que les faces frontales de la structure du corps structuré entrent en
contact avec la couche de la masse de moulage électriquement conductrice,
- on remplit galvaniquement de métal le moule négatif ainsi réalisé dans le corps
composite, puis,
- on enlève le corps composite,
procédé caractérisé en ce que :
- on fait pénétrer le corps structuré avec l'assistance des ultra-sons dans la couche
de masse de moulage électriquement isolante, jusqu'à ce que les faces frontales de
sa structure pénétrent dans la masse de moulage électriquement conductrice, puis,
- on retire le corps structuré du corps composite avec l'assistance des ultra-sons.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on réalise le corps composite
en déposant sur une plaque métallique une couche électriquement conductrice qu'on
recouvre d'une couche d'un thermoplastique électriquement isolant.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'on utilise comme couche
électriquement conductrice un thermoplastique contenant des particules électriquement
conductrices ou un thermoplastique intrinsèquement électriquement conducteur ou un
métal à bas point de fusion ou un alliage métallique à bas point de fusion.
4. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'on utilise comme thermoplastique
électriquement isolant du polyméthylméthacrylate, du polycarbonate, du polystyrène,
du PVC, de l'ABS, du polyacétal ou du polyamide